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Archiv für Januar 26th, 2009

30 Days of Night

Erstellt von Günther Lietz am 26. Januar 2009

Originaltitel: 30 Days of Night (USA/Neuseeland 2007)
Regie: David Slade
Drehbuch: Steve Niles, Stuart Beattie u. Brian Nelson
Kamera: Jo Willems
Schnitt: Art Jones
Musik: Brian Reitzell
Darsteller: Josh Hartnett (Eben Oleson), Melissa George (Stella Oleson), Danny Huston (Marlow), Ben Foster (Fremder), Mark Boone jr. (Beau Brower), Mark Rendall (Jake Oleson), Amber Sainsbury (Denise), Manu Bennett (Billy Kitka), Megan Franich (Iris), Joel Tobeck (Doug Hertz), Elizabeth Hawthorne (Lucy Ikos), Nathaniel Lees (Carter Davies), Craig Hall (Wilson Bulosan), Chic Littlewood (Issac Bulosan), Peter Feeney (John Riis), Min Windle (Ally Riis), Camille Keenan (Kirsten Toomey), Jack Walley (Peter Toomey), Elizabeth McRae (Helen Munson), Joe Dekkers-Reihana (Tom Melanson) uva.
Label u. Vertrieb: Concorde Home Entertainment (www.concorde-home.de)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1 – anamorph, 16 : 9)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Länge: 108 min. (Blu-Ray: 113 min.)
FSK: Keine Jugendfreigabe

Das geschieht:

Barrow ist im US-Staat Alaska diejenige Siedlung, die dem Nordpol am nächsten liegt. Im langen Polarwinter sinkt die Sonne unter den Horizont, wo sie für 30 lange Tage bleibt. Vor dieser Dunkelheit flüchten die meisten Bewohner in den Süden. Nur 159 Unentwegte bleiben zurück. Unter ihnen ist Sheriff Eben Oleson, der sich mit einem mysteriösen Fall plagt: Ein Unbekannter schleicht durch die Eisnacht. Er stiehlt Satellitentelefone, sabotiert den örtlichen Helikopter und tötet alle Schlittenhunde des Ortes. Barrow soll noch stärker als sonst von der Außenwelt abgeschnitten werden.

Noch wissen Oleson und seine Mitbürger nicht, dass vor der Küste heimlich ein Schiff geankert hat. Von Bord gehen Marlow und seine Bande blutgieriger Vampire. Sie haben von der 30-tägigen Abwesenheit des Tageslichts erfahren, das sie zu Staub verbrennt, wenn sie sich ihm aussetzen. Diese Gefahr entfällt in Barrow, sodass sich die unmenschlich starken und gegen die Winterkälte unempfindlichen Vampire ungestört die Bäuche vollschlagen können. Wie eine mittelalterliche Seuche kommen sie über die Stadt. Binnen weniger Stunden regiert das Chaos. Die wenigen Überlebenden verbarrikadieren sich in ihren Häusern, während die Vampire durch die Straßen schleichen und nach weiteren Opfern suchen.

Sheriff Oleson konnte eine kleine Menschengruppe um sich scharen. Unter ihnen sind seine ihm entfremdete Ehefrau Stella und sein jüngerer Bruder Mark. Da eine offene Konfrontation mit den Vampiren Selbstmord wäre, gilt es 30 lange Tage und Nächte im Verborgenen zu überstehen. Verzweifelt flüchtet man von Versteck zu Versteck, doch nirgends gibt es Sicherheit. Die Menschen haben nur einen Vorteil: Sie kennen den Ort und sein raues Klima, das sie erbärmlich frieren lässt aber auch Deckung gibt. Not macht erfinderisch, und so entwickeln Oleson und seine Gefährten schließlich eine Verteidigungstaktik, nur: In Marlow finden sie einen mehr als ebenbürtigen Gegner …

Dunkelheit, Kälte und auch noch Vampire!

2002 erschien die dreiteilige Comic-Book-Miniserie „30 Days of Night”. Steve Niles (Autor) und Ben Templesmith (Zeichner) schufen ein von der Story her nicht unbedingt originelles, jedoch spannendes, stimmungsvoll in Szene gesetztes und vor allem sehr erfolgreiches Vampir-Drama, das in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Erweiterungen und Fortsetzungen erfuhr.

Schon früh stand fest, dass es eine Filmversion geben sollte. Das Rennen machten die „Columbia”-Studios, die sich mit der Produktionsfirma „Senator International” bzw. deren Tochter-Label „Ghost House Pictures” zusammentaten. Um die Qualitäten des Originals zu wahren, kam Steve Niles mit an Bord. Dennoch verzögerte sich die Entstehung eines allseits abgesegneten Drehbuchs, und der Prozess verschliss eine Reihe von Autoren, bis die Produktion 2005 endlich in Gang kam.

Regisseur David Slade stand ein Budget von 32 Mio. Dollar zur Verfügung, was für einen Horrorfilm der B-Kategorie durchaus eine stattliche Summe ist. Das Geld floss in die aufwändige Kulissen einer einsamen, tief verschneiten Alaska-Kleinstadt, die tatsächlich in den Henderson Valley Studios im neuseeländischen Auckland aufgebaut wurden. Teuer waren darüber hinaus die Spezialeffekte, denn praktisch jede Außenszene musste so bearbeitet werden, dass die klimatischen Verhältnisse – Dunkelheit, Schneestürme, Eiseskälte – jederzeit überzeugend wirkten. (In diesem Punkt wurde des Guten übrigens nicht selten zu viel getan. Selten hat man ein polarnächtliches Städtchen gesehen, das so sorgfältig ausgeleuchtet wurde; richtig dunkel ist es nur dort, wo der Regisseur eine fiese Überraschung platziert.)

Eiskalt ist nicht nur dies Händchen

Der Vampir ist eine mystische Kreatur, die sich hart an der Grenze zur Lächerlichkeit bewegt. Wenn er zu Fall kommt, wirkt er peinlich; wer fragt, wie das aussieht, betrachte sich die minnebrünstigen Möchtegern-Blutsauger, die Stephanie Meyer und ihre viel zu zahlreichen Epigonen über uns bringen. Eine weitere unfreiwillig grausige Variante liefert die „Underworld”-Serie mit ihren pseudo-coolen Lack-und-Leder-Vampiren.

Steve Niles und Ben Templesmith fanden einen stabilen Mittelweg. Sie ließen ihre Vampire ebenfalls als Horde auftreten, zeichneten sie aber gleichzeitig modern und archaisch: Marlow und sein Rudel – diese Bezeichnung trifft es noch besser – sind die ‚zweite Rasse’ intelligenter Wesen auf dieser Erde. Sie sind nicht klüger aber viel stärker als Menschen und vor allem absolut skrupellos: Die Menschen betrachten sie als Vieh, das sich ihrer Blutgier auszuliefern hat.

Allerdings sind die Vampire nicht zahlreich und deshalb vorsichtig: Zur offenen Konfrontation lassen sie es nicht kommen. Normalerweise jagen sie individuell, damit sie den weit in der Überzahl befindlichen Menschen nicht auffallen. Marlow geht jetzt einen Schritt weiter. Er isoliert planvoll eine ganze Stadt und liefert sie seiner Horde aus. Als Anführer ist Marlow zwar ebenso wild und unzivilisiert wie das Rudel. Gleichzeitig ist er kontrollierter und deutlich intelligenter, er geht planmäßig vor. Das flößt mehr Furcht ein als das Fauchen seiner gar böse grinsenden Untertanen.

Mit großer Sorgfalt wurden die Vampir-Masken gestaltet. Die lachhaften „Buffy”/„Angel”-Knitterfratzen gehören der Filmvergangenheit an. „30 Days of Night” zeigt Blutsauger, die sich wieder am „Nosferatu”-Vorbild der echten Vampir-Fledermaus orientieren. Nicht nur die Reißzähne stehen hervor, das gesamte Gebiss ist für den Fang und das Reißen der Beute ausgebildet. Der Schädel ist in die Länge gezogen, das Gesicht wirkt genauso so verzerrt, dass es irritiert und ängstigt, die Augen sind geschlitzt und stehen extrem schräg. Untereinander kommunizieren die Vampire in einer (für den Film von einem Linguisten entwickelten) eigenen Sprache. Sie kleiden sich nicht in den Lumpen-Gothic-Schick, den Hollywood-Vampire sonst in billigen Teeny-Boutiquen einzukaufen pflegen. Kurz: Sie wirken authentisch als fremdartige Nemesis der Menschen. Das wird unterstützt durch den Verzicht auf eine Hintergrundgeschichte: Die Vampire kommen aus dem Nichts und verschwinden schließlich wieder dorthin. (Vielleicht wird ihr Geheimnis in der für 2010 angekündigten Film-Fortsetzung gelüftet.)

Mit Köpfchen gegen Beißerchen

Wie sollen normale Menschen solche Gegner parieren? Nur Sonnenlicht oder die völlige Zerstörung des Körpers können einen Vampir umbringen. Kugeln richten nichts aus – eine vor allem für die Feuerwaffen hortenden US-Amerikaner verstörende Erfahrung. Das Drehbuch setzt auf Realismus: Es geht den Überlebenden nicht um Gegenwehr oder gar Rache, sondern ums schiere Überleben. Sie greifen nicht an, sondern flüchten, wobei sie – auch dies wirkt echt – stetig ihren Blutzoll zahlen.

Die Gefahr kommt dabei nicht nur von außen, d. h. von den Vampiren und vom Wetter. Dem Klischee aber wohl auch der Wirklichkeit entsprechend ziehen Sheriff Oleson und seine Leidensgenossen nicht an einem Strang. Innere Zwistigkeiten über das weitere Vorgehen, Feigheit oder irrationales Handeln bringen die Gruppe stärker in Gefahr als die Bedrohung aus der Dunkelheit. Schon wenn das Geschehen einsetzt, ist von Harmonie keine Spur: Eben Oleson und Stella haben sich getrennt, der Sheriff muss dem Bruder beide Eltern ersetzen, die Großmutter ist todkrank.

Im Verlauf der Flucht werden die Überlebenden notwendigerweise ihren Peinigern immer ähnlicher. Der Gewaltfaktor steigt und erreicht einen im modernen Mainstream-Kino seltenen Höhepunkt, als ein zum Vampir gewordenes Kind überwältigt und buchstäblich in Stücke gehauen wird. Das ständige Gemetzel hinterlässt vor allem bei Sheriff Olesen deutlich sichtbar seine Wirkung.

Was uns zur Frage des schauspielerischen Niveaus bringt. Das erreicht in einem von Action bestimmten und vor allem im letzten Drittel dominierten Horrorfilm erwartungsgemäß keinen Rekordpegel. Behindert werden die Darsteller darüber hinaus durch Schichten dicker Winterkleidung, die sogar die Körpersprache dämpft. Im Rahmen dessen, was „30 Days of Night” ist und sein soll (pure Unterhaltung nämlich), leisten die Darsteller ordentliche Arbeit. Wenn jemand heraussticht, so ist es Danny Huston, der die Chance nutzt, die ihm eine dankbare Rolle wie die des Ober-Vampirs Marlow bietet. Dagegen sorgt der aufdringlich melodramatische und reichlich aufgesetzte Epilog in letzter Filmminute für einen unnötigen Missklang.

Blut muss fließen …

Weil genug Geld für Spezialeffekte vorhanden war, musste in Sachen Gore nicht gespart werden. „30 Days of Night” ist zwar kein Film, der Handlung durch Brutalität ersetzt. Allerdings gehört Blutvergießen in erstaunlichem Variantenreichtum integral zur erzählten Geschichte. In dieser Hinsicht muss man sich auf einige Scheußlichkeiten gefasst machen. Wenn diverse Köpfe rollen, so ist das nur der Anfang. Eine Attacke mit dem Schneeräumer lässt Vampirfetzen fliegen, die gewaltigen Fänge einer Müllzerkleinerungsanlage kommen nicht absichtslos ins Bild, und die Einwirkung von Sonnenlicht auf ungeschützte Vampirhaut zeitigt ebenfalls eindrucksvolle Wirkung.

Die Produktion von „30 Days of Night” verschaffte einer Vielzahl von Stuntmännern und -frauen Lohn & Brot, den und das sie sich allerdings hart verdienen mussten. Sie halten den Ereignisfluss damit in Gang, was wichtig ist, damit der Zuschauer nicht ins Grübeln kommt. Er würde dann die klaftertiefen und -breiten Logiklöcher in der Handlung bemerken. So ist es – zumal auf die geschilderte Art – heutzutage unmöglich, selbst einen abgelegenen Ort wie Barrow hermetisch von der Außenwelt abzuriegeln. Und „Polarnacht” bedeutet zumindest in Alaska keine wochenlange Dunkelheit, sondern ein dämmerartiges Zwielicht, das Vampiren nicht genehm sein dürfte.

Glaubt Marlow wirklich, dass man den Untergang von Barrow im Frühling als „schrecklichen Unfall” einstufen wird? Wo bleiben die Leichen der Einwohner, deren Zustand Bände spräche? Wollten die Vampire ihre Spuren verwischen? Könnten sie das überhaupt? Selbst in einem niedergebrannten Barrow dürften die Ruinen blutgetränkt sein.

Wieso hetzt Sheriff Oleson unter Lebensgefahr durch die halbe Stadt, um Omas Echtlicht-Lampe zu bergen, mit der er gerade eine Vampirfrau braten kann, bevor ihm die anderen Blutsauger den Strom abdrehen und er – ohne Lampe – zurückflüchten muss? Lassen wir es damit lieber genug sein …

Die Zensur will ihr Pfund Fleisch

Der manchmal etwas ruckartig wirkende Filmfluss lässt darauf schließen, dass mehrfach die Schere angesetzt wurde. „30 Days of Night” erscheint hierzulande nur als Blu-Ray ungekürzt mit 113 min. Die DVD-Ausgabe ist fünf Minuten kürzer. Das gilt nicht nur für die Leih-Version, sondern unverschämterweise auch für die hochtrabend als „Cine Collection” verkaufte Doppel-DVD. „Keine Jugendfreigabe” ist dank des deutschen Rechts ein dehnbarer Begriff, während der Begriff der künstlerischen Freiheit für die Zensur – egal welchen Namen sie sich überstülpen mag – noch stets ein rotes Tuch gewesen ist …

Bild und Ton lassen keine Klagen aufkommen. Das gilt es zu würdigen, denn „30 Days of Night” ist nicht nur inhaltlich ein düsterer Film. Schatten sorgen auf der DVD gern für Artefakte, die hier jedoch durch Abwesenheit glänzen bzw. im ewigen Schneetreiben untergehen.

DVD-Features

Während die Leih-DVD ohne Features bleibt, wurde der „Cine Collection”-Ausgabe eine Extra-DVD beigelegt; man fragt sich nach dem Sinn, da die kümmerliche Ausstattung (Audiokommentar der Darsteller Josh Hartnett und Melissa George und des Produzenten Rob Tapert, Kinotrailer, B-Röllchen, Cast- und Crew-Infos auf Texttafeln, Galerie mit 16 Fotos) noch leicht Platz hinter dem Hauptfilm gefunden hätte.

Künstlich aufgebläht werden die Features durch ein in acht Teile zerhäckseltes, recht oberflächliches und an Eigenwerbung reiches „Making of”. Der pompös angekündigte „DVD-ROM Part” verlinkt nur auf die Website zum Film: www.sonypictures.com/homevideo/30daysofnight

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(c) 2009 by Dr. Michael Drewniok

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Slayer – Die Vampirkiller

Erstellt von Günther Lietz am 26. Januar 2009

Genre: Horror
FSK: keine Jugendfreigabe
Laufzeit: 85 Minuten

Regie: Kevin VanHook
Drehbuch: Kevin VanHook
Darsteller: Casper Van Dien, Jennifer O’Dell, Tony Plana

Produktion: USA 2006

Die Patentochter einer hochrangigen Militärangehörigen ist irgendwo im südamerikanischen Dschungel unterwegs. Also macht sich der Ex-Mann mit einem Trupp Marines auf den Weg, um seine geliebte Ex-Frau zu suchen, nebenbei die Vampire zu erledigen und die Einheimischen zu retten.

Kaum im Dschungel angekommen erfährt der Marine – Hawk (Casper Van Diem) – das ein anderer Marinetrupp bereits erledigt wurde. Zu allem Übel sind die Vampire auch tagsüber aktiv und haben keinen Respekt vor dem heiligen Kreuz. Glücklicherweise sind es auch die dümmsten Vampire der Welt, die sich hier mit den dümmsten Soldaten der Welt anlegen …

„Slayer – Die Vampirkiller“ ist eine TV-Produktion die nun auf DVD erhältlich ist. Dabei kommt der Streifen kaum an B-Movie-Qualitäten heran und die eigentlich guten Darsteller werden grausiges Opfer des Drehbuchs und der Regie von Kevin VanHook. Eine lahme Geschichte die inkonsistent fortgeführt wird, hölzerne Dialoge, Humor der die Lacher verjagt und Stunts die so langsam sind, dass man sich am liebsten selbst einen Pflock ins Herz rammen möchte, um den Streifen nicht länger ertragen zu müssen.

Wirklich schlimm ist tatsächlich, dass hier ein verdammt annehmbarer Film hätte entstehen können. Casper Van Dien („Starship Troopers“) versteht sein Handwerk – übrigens als einziger der Schauspieler – und Danny Trejo („From Dusk Till Dawn“) eignet sich eigentlich immer für einen guten Actionauftritt. Aber die Geschichte ist einfach Mist. Um daran Gefallen zu finden, muss man den Verstand vollkommen abschalten.

Tricktechnisch wird solides Handwerk geboten – allerdings dermaßen langsam und mies geschnitten, dass man unweigerlich einzuschlafen droht. Es gibt allerdings keinen offensichtlichen Grund dafür. Man könnte beinahe glauben „Slayer – Die Vampirkiller” sei ein Abschreibungsprojekt. Ein wenig mehr Tempo im Schnitt, eine straffere Handlung ohne unnötigen Ballast und der Film wäre ganz annehmbar gewesen.

Was bleibt ist nur das erfüllte Versprechen des DVD-Covers. Ja, „Slayer – Die Vampirkiller” ist verdammt blutig und da sieht man auch schon mal, wie ein Vampir ein Rückgrat aus dem Körper zieht. Leider ist das Kunstblut offensichtlich. Auch hier wurde entweder am falschen Ende gespart oder waren die Trickkünstler einfach unfähig.

(c) 2008 by Günther Lietz

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Urmel voll in Fahrt

Erstellt von Günther Lietz am 26. Januar 2009

FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 81 Minuten

Regie: Reinhard Klooss, Holger Tappe
Drehbuch: Oliver Huzly, Reinhard Klooss, Sven Severin
Sprecher: Anke Engelke, Oliver Kalkofe, Wigald Boning, Christoph Maria Herbst, Oliver Pocher, Wolfgang Völz, Julia Ziffer

Produktion: BRD 2008

Und Zack, plötzlich ist eine kleine Schwester da. Und mit der kommt das Urmel so gar nicht zurecht …

Das Urmel hat Geburtstag und Professor Habakuk Tibatong hat eine ganz besondere Überraschung für den liebenswerten Dinosaurier: Das Pandamädchen Babu, das fortan Urmels Schwesterchen ist. Allerdings ist Urmel wenig von Babu begeistert. Da kommt es gerade recht, dass Geschäftsmann Barnaby einen Dinosaurier für seinen Freizeitpark sucht. Dort könnte Urmel der uneingeschränkte Star sein. Also nix wie weg von der Insel Titiwu, denkt sich das Urmel.

Rasch erkennt das Urmel, dass Barnaby ein falsches Spiel mit ihm treibt. Und dann taucht unvermittelt Babu auf, die dem Urmel heimlich gefolgt ist. Das wiederum verärgert Barnaby so richtig und er bläst zur Jagd …

Nach dem erfolgreichen deutschen Film „Urmel aus dem Eis“ kommt mit „Urmel voll in Fahrt“ der nächste Animationsfilm der Reihe auf den Markt. Diesmal nur als DVD-Produktion und somit etwas günstiger produziert. Die Geschichte basiert auf den Vorlagen von Max Kruse, dem erfolgreichen Kinderbuchautoren – und Sohn von Käthe Kruse (der Puppenkünstlerin).

Zentrales Element des Films ist dabei die Beziehung zwischen Urmel und Babu. Plötzlich taucht ein neues Geschwisterchen auf und steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Mit diesem Thema können sich viele Kinder identifizieren. Prompt reagiert das Urmel trotzig und stellt Unsinn an, doch am Ende wird alles gut und die beiden Kinder sind unzertrennlich. Für den Nachwuchs ist das eine klare Botschaft, doch auch Eltern können hier etwas lernen. Und zwar behutsamer mit dem Thema umzugehen und Verständnis für Tochter oder Sohn aufzubringen. Hier steht eindeutig ein erzieherischer Aspekt im Vordergrund. Aber keineswegs mit der Besserwisserkeule, sondern behutsam und amüsant erzählt.

Die Animationen des Films entsprechend heutigem Standard und sind zuckersüß anzuschauen. Perfekt animiert und mit vielen Spiegeleffekten versehen, präsentiert sich dem Zuschauer ein buntes Spektakel. Am Ende gibt es sogar die obligatorischen Explosionen.

Wie bereits im ersten Teil, wurden die Sprechrollen erneut prominent besetzt. Unter anderem mit Anke Engelke, Oliver Kalkofe, Wigald Boning, Christoph Maria Herbst, Oliver Pocher, Wolfgang Völz und Julia Ziffer. Es handelt sich dabei um erfahrene Schauspieler, die sich auch im Bereich der Synchronisation verdingt machten und routiniert an die Sache herangehen. Dadurch klingen die Figuren stimmig, aber ihnen fehlt es ein wenig an Feuer und Elan. Eventuell liegt es daran, dass hier zu viel Routine hineinspielt – allerdings Routine auf einem hohen Niveau.

„Das Urmel voll in Fahrt“ ist eine spaßige Unterhaltung für junge und jung geblieben Zuschauer. Das rasante Abenteuer macht großen Spaß, ist lehrreich und sehr kurzweilig. Genau das Richtige für einen gemeinsamen und vergnüglichen Fernsehabend.

(c) 2008 by Günther Lietz

Titel bei Amazon.de
Das Original-Hörspiel Zum Kinofilm
Urmel voll in Fahrt
Urmel voll in Fahrt, 1 Audio-CD

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