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Archiv für April 8th, 2009

Blackout – Es kann nur abwärts gehen!

Erstellt von Michael Drewniok am 8. April 2009

Blackout – Es kann nur abwärts gehen!

Originaltitel: Blackout (USA 2007)
Regie: Rigoberto Castañeda
Drehbuch: Ed Dougherty
Kamera: Alejandro Martínez
Schnitt: Jorge Macaya
Musik: Reinhold Heil u. Johnny Klimek
Darsteller: Amber Tamblyn (Claudia), Aidan Gillen (Karl Maddox), Armie Hammer (Tommy), Katie Stuart (Francesca), Claudia Bassols (schöne Frau), Peggy Batchelor (Allison), Kate Jennings Grant (Karls Schwägerin) Jane Partridge (Chloe), Mabel Rivera (Claudias Großmutter), Andrew Tarbet (Arzt) u. a.
Label u. Vertrieb: Koch Media (www.kochmedia-dvd.de)
Erscheinungsdatum:  24.04.2009 (Kauf-DVD u. Blu-Ray)
EAN: 4020628980887 (DVD) bzw. 4020628973087 (Blu-Ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1   anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 82 min.
FSK: 18 (keine Jugendfreigabe)

Das geschieht:

Drei Menschen sind in großer Eile, als sie in den Fahrstuhl steigen, der sie in ihre Wohnungen bringen soll: Claudias Großmutter liegt im Krankenhaus. Die Enkelin soll ihr unbedingt das Foto ihres verstorbenen Gatten bringen. Tommy will ein paar Sachen packen und anschließend mit Freundin Francesca durchbrennen, die daheim von ihrem Vater drangsaliert wird. Dr. Karl Maddox hat wieder eine Frau ermordet und muss unbedingt die Leiche entsorgen, denn morgen will ihn seine Tochter besuchen.

Der Fahrstuhl ist alt, und plötzlich bleibt er stecken. Zunächst sind die drei Insassen gefasst und hoffen auf baldige Bergung. Doch auch der Alarm ist ausgefallen, und ihre Hilferufe verhallen ungehört, denn das Gebäude steht wegen Umbauarbeiten fast leer. Dabei wäre es ratsam, den Aufzug zu verlassen, denn der hängt nur noch locker an seinen Haltedrähten und droht in die Tiefe zu stürzen.

Erste Versuche einer Befreiung scheitern. Tommy bricht sich ein Bein, als er durch den Fahrstuhlschacht einen höher gelegenen Ausstieg erreichen will. Die Stimmung sinkt. Vor allem Karl beginnt allmählich die Fassung zu verlieren. Er weiß, welches Bild sich bieten wird, wenn sich die Tür zu seiner Wohnung öffnet. Als er zu der Überzeugung kommt, dass man ihn höchstens retten wird, um ihn umgehend zu verhaften, plant er eine letzte Orgie der Gewalt, die sich gegen Tommy und vor allem Claudia richten wird. In der engen Kabine kann niemand flüchten, und Tommy macht seine Verletzung hilflos. Claudia begreift entsetzt, dass ein gnadenloser Serienkiller sie attackiert …

Schicksalsdramen auf kleinstem Raum

Der Zufall wirft drei einander fremde Menschen in einen kaum 2 Quadratmeter kleinen Raum, der zudem unsicher über einem gähnenden Abgrund baumelt. Das ist bereits unerfreulich genug, doch zu allem Überfluss ist einer dieser drei Fremden ein psychopathischer Serienmörder, dem nach und nach die ohnehin nur schwachen Sicherungen durchbrennen. Diese Zugabe des Schicksals ist das Tüpfelchen auf einem I, das schon in vielen Filmen (aber nicht nur dort) Verwendung fand.

Der Plot von “Blackout” ist verführerisch und Herausforderung zugleich: Eine kleinräumige Kulisse lässt sich kostengünstig bauen, und Schauspieler, die bezahlt werden müssen, können sich dort nur in geringer Zahl aufhalten. Andererseits bleiben die möglichen Handlungsvarianten begrenzt. Was sich in einer Kabine, auf deren Dach sowie in einem Fahrstuhlschacht ereignen kann, hat sich in der Filmgeschichte wie schon gesagt bereits ereignet.

Auch Regisseur Rigoberto Castañeda und sein Drehbuchautor Ed Dougherty können der daraus resultierenden Beschränkung nicht entkommen. Sie versuchen es deshalb erst gar nicht, sondern erzählen eine klassische Geschichte, die sie inhaltlich und vor allem optisch mit diversen Variationen veredeln. Die Rechnung geht auf, weil sie mit offenen Karten spielen und ihr Publikum trotzdem geschickt an der Nase herumführen.

Der Blick zurück & nach draußen

Weil “Blackout” kein cineastisches Lehrstück, sondern ein unterhaltsames B-Movie ist, bleibt Castañeda nicht über die gesamte Filmdistanz im Fahrstuhl. Er nutzt die anfängliche Wartezeit der in ihrer Kabine Gefangenen, um im Rückblick deren Vorgeschichten zu rekonstruieren. Die spielen sich naturgemäß in der normalen Welt außerhalb des Aufzugs ab.

Während Castañeda alle Szenen, die im Aufzug spielen, stets mit der Einblendung einer Uhr beginnen lässt, die sekundengenau die Zeit sowie die Aufenthaltsdauer in der Kabine zeigt, bricht der Regisseur ‘draußen’ mit der Chronologie der Ereignisse. Er springt in der Zeit, schneidet in Szenen, die dem Zuschauer unverständlich bleiben, bis sich ein späteres Handlungsfragment damit in Beziehung setzen lässt. Was abschreckend nach Filmkunst klingt, wirkt bei Castañeda spielerisch: Er setzt der Handlung Grenzen, die er dank der Mittel, die ihm der Film in die Hand gibt, umgehend außer Kraft setzt.

Was man nicht sieht, ist garantiert künstlich

Obwohl “Blackout” im Hier & Jetzt spielt, lässt sich die Zahl der Spezialeffekte mit einem SF-Film der mittleren Preisklasse vergleichen. Manchmal merkt man das; so ist es beispielsweise (und ziemlich deutlich) eine CGI-Kabine, die durch einen CGI-Fahrstuhlschacht stürzt. Meist gehen die Tricks jedoch wie vom Regisseur geplant im Geschehen unter. Eine großartige Kamerafahrt führt scheinbar ungeschnitten aus der Kabine in den Schacht hinauf in die oberste Etage des Hauses, dringt durch die geschlossene Fahrstuhltür auf den Flur, durch die Decken wieder hinab ins Erdgeschoss und durch die Haustür hinauf auf die Straße und weiter, bis das Haus als Gesamtansicht das Bild füllt: Das ist nicht art pour l’art, sondern eine einfallsreich ersonnene Methode, den Zuschauer mit dem Ort des Geschehens vertraut zu machen.

Im Interview geht Castañeda auf die Schwierigkeit ein, in einer winzigen Aufzugkabine zu drehen, ohne sich auf Weitwinkelobjektive beschränken zu müssen. Die Lösung ist einfach aber genial: Castañeda ließ die Kabine mit großen Einwegspiegeln ausstatten, die nicht nur den kleinen Raum größer wirken lassen, sondern es auch ermöglichten, die Kamera unsichtbar außerhalb zu platzieren.

Die Macht des Schicksals

“Blackout” ist ein Thriller, der um die Begriffe Schicksal und Bestimmung kreist. Gibt es eine höhere Macht, die Claudia, Karl und Tommy in ihren Ausnahmesituationen in dem Aufzug zusammenführt? Liegt ein höherer Sinn hinter diesem Ereignis? Castañeda lässt in den letzten Filmminuten einen skeptischen Arzt in der Diskussion mit Claudia diese Frage, die sich auch ihr aufdrängen musste, negativ beantworten. Der Regisseur ist sich da weniger sicher. “Blackout” ist reich an Symbolen, die von der Macht eines real wirksamen Schicksals künden.

Bevor sich die Türen des Aufzugs hinter ihnen schließen, begegnen Claudia, Karl und Tommy in der großen Eingangshalle drei alten Schwestern, die ihre Wohnung wegen des Umbaus verlassen. Eine der Damen hält ein Wollknäuel in der Hand; es kennzeichnet sie in ihrer zweiten Identität als Nona, die Schicksalsgöttin der römischen Mythologie, die den Schicksalsfaden spinnt. Ihre Schwestern sind Decuma und Morta, die ihn abrollen bzw. abschneiden. Gemeinsam sind sie die drei Parzen. Man kennt sie auch in der griechischen (Moiren) und in der germanischen Glaubenswelt (Nornen). Auch auf einem großen Gemälde der Vorhalle sind die Parzen abgebildet. In der Aufzugkabine selbst gibt es einen Wandschmuck, der zwei Engel (Claudia, Tommy) und einen Teufel (Karl) zeigt.

Der Filmtitel “Blackout” selbst ist einerseits Bezeichnung für einen Stromausfall, der ganze Stadtviertel trifft und in tiefe Dunkelheit taucht. Andererseits gibt es den medizinischen Blackout, der Aussetzer des menschlichen Gehirns umschreibt. In der kritischen Enge der Kabine zeigen alle Insassen entsprechende Anzeichen, doch natürlich ist es vor allem Karl, dessen rationaler Verstand endgültig abschaltet. Mit der Kamera unterstützt Regisseur Castañeda diesen Prozess. Ein Spiel mit Licht, Schatten und Reflexionen bringt den Zuschauer aus dem Gleichgewicht. Was sieht er wirklich, was bildet er sich ein?

Dramatisches Kammerspiel mit eindringlichen Interpreten

Die meisten Szenen zeigen drei Menschen im engen Zusammenspiel. Der Enge der Aufzugkabine entsprechend schwebt die Kamera direkt vor ihren Gesichtern. Schauspielerische Präsenz ist in jedem Augenblick erforderlich, um die Illusion des Filmgeschehens zu erhalten. Auch um diesen Aspekt ’seines’ Films hat sich Regisseur Castañeda sehr intensiv bemüht. Das Casting zu “Blackout” nahm viel Zeit in Anspruch.

Aufgrund des beschränkten Budgets kamen große Namen nicht in Frage – ein glücklicher Umstand, da sich die schließlich engagierten Darsteller vor allem auf den Film und nicht auf die Absicherung ihres Starruhms konzentrierten. Trotz ihrer Jugend sind Armie Hammer und vor allem Amber Tamblyn alte Hasen im Filmgeschäft. Sie überzeugen als momentan überforderte Durchschnittsmenschen, die in der Krise notgedrungen über sich selbst hinauswachsen, ohne sich dabei in Kampfmaschinen zu verwandeln.

Aidan Gillen ist ein großartiger Psychopath – man kann es nicht besser ausdrücken. Dass er der Irre dieses Trios ist, kann er – unterstützt vom Drehbuch – lange verbergen. Die Demaskierung ist auch für den Zuschauer ein Schock. In einigen Rückblenden sehen wir Karl beim Morden; dies sind bis auf den finalen Überlebenskampf im Aufzug die einzigen Szenen, die blutig und brutal geraten sind, auch wenn sich Castañeda meist auf Andeutungen beschränkt; als Splatter hat er “Blackout” definitiv nicht konzipiert.

DVD-Features

Die Liste der Extras ist kurz – sogar kürzer als in der Werbung angegeben. Zumindest auf der Leih-Version der “Blackout”-DVD findet man das versprochene “Making Of” nicht. Es bleiben ausführliche (ca. 50 min. dauernde), wenn auch nur bedingt informative Interviews mit dem Regisseur und den drei Hauptdarstellern. Streicht man das reichlich übereinander vergossene Lob über die wunderbare Zusammenarbeit, weiß vor allem Rigoberto Castañeda Interessantes über die Erfahrungen eines mexikanischen Regisseurs in Hollywood zu berichten.

“Blackout” ist Castañedas Debüt im US-Kino. Seine hispanischen Wurzeln hat er dabei so weit wie möglich gepflegt und nicht nur – siehe u. a. Kamera und Schnitt – mit vielen alten Kollegen sowie mexikanischen und spanischen Nebendarstellern gearbeitet, sondern seinen Film auch zu großen Teilen in der spanischen Großstadt Barcelona gedreht. Das sieht man diesem freilich an. “Blackout” soll in Los Angeles spielen. Dem Zuschauer fällt das schwer zu glauben. Wenn im Finale CSI-Beamte den Schauplatz stürmen, wird es definitiv bizarr … Andererseits ist Los Angeles eine spanische Stadtgründung, und der hispanische Bevölkerungsanteil ist hoch. Letztlich spielt es auch keine Rolle, weil es den Unterhaltungswert dieses kleinen, feinen Films nicht beeinträchtigt!

[Michael Drewniok]

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Blackout

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20 YEARS AFTER ab 17.04.09 im Verleih und im Handel ab 08.05.09

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. April 2009

20 YEARS AFTER ab 17.04.09 im Verleih und im Handel ab 08.05.09

Regie: Jim Torres
Darsteller: Joshua Leonard, Azura Skye, Reg. E. Cathey u.a.

20 Jahren nuklearer Regen, Seuchen, Krieg und Terrorismus haben die Erde zerstört, die Menschheit ist vom Aussterben bedroht. Nach 15 Jahren ohne neue Geburten auf der Welt wird ein schwangeres Mädchen gefunden. Sarah und ihr Kind sind die letzte Chance für die Menschheit, doch brutale Warlords jagen sie und wollen das Baby entführen. Sarah flieht durch nukleare Wüsten und zerstörte Städte. Nur ein einsames Radiosignal, das sie empfängt, gibt ihr weiter Hoffnung. Dann trifft sie tatsächlich auf Überlebende, die in einem unterirdischen Höhlensystem hausen. Gemeinsam nehmen sie den Kampf  gegen die Warlords auf, um fruchtbares Land zu finden und die Zukunft der Menschheit zu retten.

TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: 20 Years after
Produktionsland + -jahr: USA, 2008
Genre: Sci-Fi-Thriller
Ton: Deutsch:  DD 5.1, Englisch:  DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild DVD: 16:9 / 1:1,85
Laufzeit: ca. 97 Min.
FSK: 16
Extras: Audiokommentar, Behind the Scenes, Trailershow
Bestellnummer DVD: 50044
EAN-Code DVD: 4041658500449
Label: Savoy Film
Vertrieb: Sunfilm Entertainment

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20 Years after

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Neues vom Wixxer

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Neues vom Wixxer

FSK: ab 6 Jahre
Laufzeit: 94 Minuten

Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert
Darsteller: Oliver Kalkofe (Even Longer), Bastian Pastewka (Very Long), Joachim Fuchsberger (Lord Dickham), Christiane Paul (Victoria Dickham), Sonja Kirchberger (Lady Dickham), Judy Winter (Schwester Lucipha), Hella von Sinnen (Schwester Stefanie), Christian Tramitz (Much Longer), Oliver Welke (Dr. Brinkmann), Christoph Maria Herbst (Alfons Hatler), Chris Howland (Butler Hudson), Wolfgang Völz (Sir John), Lars Rudolph (Lars Rudolph)

Produktion: Deutschland 2007
Produktionsfirmen: Rat Pack Filmproduktion GmbH, Medienfonds German Film Productions I+II GmbH & Co. Filmproduktions- und Beteiligungs KG und B.A. Produktion GmbH (Co-Produktion)
Produzenten: Christian Becker

Eine Fortsetzung ist niemals besser als ihr Vorgänger heißt es. “Neues vom Wixxer” gehört zu den wenigen Ausnahmen der Filmindustrie …

Drei Jahre nachdem Even Longer (Oliver Kalkofe) und Very Long (Bastian Pastewka) den Wixxer ausgeschaltet haben, soll ihnen auf dem Friedhof eine wichtige Information zugespielt werden. Doch der Informant wird mit Pfeil und Bogen erschossen – vom Wixxer! Der Londoner Bösewicht scheint zurück, bis die beiden Yard-Männer den ehemaligen Schurken hinter der Maske, wenige Minuten später, tot auffinden. Es gibt einen neuen Wixxer und die Grabsteine auf dem Friedhof bilden eine Todesliste. Auf genau dieser Liste befindet sich Very Long und Even Longers heimliche Geliebte Victoria Dickham (Christiane Paul).

Victoria und ihr Vater – Lord Dickham, ehemaliger Chef des Yards (Joachim Fuchsberger) – begeben sich nun ins Kloster Vokuhila, in dem bald ein Adelspaar getraut werden soll. Der Lord beauftragt Longers Bruder Much (Christian Tramitz) mit dem Personenschutz seiner Tochter, während Long und Longer ermitteln. Die Spur führt sie in die Irrenanstalt von Alfons Hatler (Christoph Maria Herbst) und dann wieder zurück ins Kloster. Genau hier wird der Wixxer wohl erneut zuschlagen – immerhin sind zwei Personen seiner Todesliste in den ehrwürdigen Schwarzweißmauern zu finden. Das Motiv und die Identität des Wixxers sind jedoch verdammt überraschend …

Mit “Neues vom Wixxer” gelingt es Kalkofe und Co. gezielter den Zuschauer anzusprechen, als es noch bei “Der Wixxer” der Fall war. Man hat aus den alten Fehlern gelernt und die antiquierten Gags ein wenig abgestaubt. Zwar wirkt Kalkofe noch immer wie ein Dinosaurier der es überraschenderweise in die Urzeit geschafft hat, aber die Evolution ist deutlich erkennbar und bringt dem Film ein gutes Stück voran. Einzig die penetrant persönliche Beziehung zwischen Long und Longer ist wirklich nervtötend.

Mit Joachim Fuchsberger als Lord Dickham wurde bei dieser Persiflage ein Edgar Wallace-Urgestein ins Boot geholt. Lehnte Blacky Fuchsberger bei “Der Wixxer” noch ab, so gibt er dem Film diesmal die zusätzliche Würze. Im Zusammenspiel mit Sonja Kirchberger als seiner Frau und Christiane Paul als Tochter einfach göttlich. Immerhin werden primär Edgar Wallace-Filme parodiert und respektvoll durch den Kakao gezogen. So wird das Quartett durch Chris Howland (in der Rolle des Butler Hudson und ebenfalls altgedienter Darsteller in vielen Krimis von Edgar Wallace) komplettiert und perfekt auf die alten Wallace-Krimis zugeschnitten.

Überhaupt finden sich große Namen in der Besetzungsliste wieder. Ob in kleinen oder in großen Rollen, die bekannten deutschen Schauspieler und Comedians geben sich ein Stelldichein. Für den Gegenwartskinogänger und -TV-Gucker also ein kleines Feuerwerk, dass aber langfristig seinen Humor verlieren wird. Viele der Gags zünden leider nur in Bezug auf bekannte Persönlichkeiten, Kinofilme und TV-Serien. Scheinbar zeitlose Gags bleiben nur Christoph Maria Herbst vorbehalten, der in der Rolle des Alfons Hatler Adolf Herr Blümchen parodiert und in seiner unglaublichen Spielart darauf hinweist, wie lächerlich Herr Blümchen trotz seiner Gefährlichkeit eigentlich war. Selbst braungedanklichen Zeitgenossen sollten kapieren, dass sich mit solch einer Person zu identifizieren auch bedeutet, sich selbst lächerlich zu machen. Herbst zeigt, wie man mit der deutschen Vergangenheit witzig umgehen kann, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Kein Wunder, dass seiner Rolle mehr Platz als zuvor eingeräumt wurde.

Oliver Welke als Doktor Brinkmann wird dagegen weniger Platz eingeräumt, bleiben ihm nur ein paar wenige Wortwitze in der Pathologie. Das ist allerdings kein Verlust, ist er im darstellerischen Bereich genau so ungenießbar trocken wie Kalkofe. Glücklicherweise bügelt die sich darum befindliche Schauspielerriege sämtliche Falten wieder aus, so das ein schönes, glattes Äußeres zurückbleibt.

Dabei parodiert und persifliert “Neues vom Wixxer” sogar Parodien und Persiflagen, wärmt alte Gags gekonnt auf und sorgt mit seiner liebevollen Art dafür, dass man vieles wiedererkennt. So gibt es den Prügelprinzen, einen Werbeblock mit Klingeltönen, die Treppenlift Verfolgungsjagd, unzählige Cameo-Auftritte und vieles mehr. Einfach herrlich anzusehen und ein Stück gutes deutsches Kino. “Neues vom Wixxer” macht einfach Spaß – das ist doch eigentlich alles, was man wissen muss.
(Günther Lietz)

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Bee Movie – Das Honigkomplott

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Bee Movie – Das Honigkomplott

FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 91 Minuten

Regie: Steve Hickner, Simon J. Smith
Sprecher: Bastian Pastewka, Mirjam Weichselbraun, Gerrit Schmidt-Foß

Produktion: USA 2007
Produktionsfirmen: Dreamworks SKG
Produzenten: Jerry Seinfeld, Christina Steinberg

Wenn ein Komiker vom Kaliber Jerry Seinfeld in eine Kanone der Marke DreamWorks gesteckt wird, sollte eigentlich ein dicker Knaller abgeschossen werden. Die Werbestrategen haben dem Publikum diesen Knaller auch versprochen, aber schussendlich gibt es nur ein leises „Ping“ …!

Berry B. Benson ist eine junge Biene und hat gerade ihren Abschluss gemacht. Nun steht die Berufswahl an und die Aussicht bis zum Tode auf eine Arbeit festgelegt zu werden, ängstigt Berry. Um bei der holden Weiblichkeit anzukommen, schneidet er auf und findet sich dadurch bald in der Fliegerstaffel des Bienenvolks wieder. Nun geht es im rasanten Flug durch New York – Pollen organisieren.

Dabei wird Berry von der Staffel getrennt und landet bei der hübschen Floristin Vanessa. Diese rettet die kleine Biene vor dem sicheren Tod und Berry beginnt – entgegen dem Bienengesetz – ein Gespräch mit Vanessa. Schon entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft, die bald auf eine harte Probe gestellt wird.

Berry entdeckt, dass die Menschen die Bienen ausbeuten, um an den Honig zu kommen. Jenes süße Gold, das die Bienen hart erarbeiten. Berry beschließt den Bienen zurückzuholen was ihnen zusteht und zieht vor Gericht. Tatsächlich gewinnt er den Prozess, doch das hat Konsequenzen, mit denen niemand gerechnet hat …

Nun, mit diesem Film sollte man auch nicht rechnen, die Kalkulation wäre niederschmetternd. Nach seiner großartigen Show “Seinfeld” hatte sich der liebe Jerry erst einmal zurückgezogen und auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Nun meldet er sich mit dem Animationsfilm “Bee Movie – Das Honigkomplott” zurück im Geschäft. Dabei verlässt sich Mister Seinfeld auf die erfahrenen Macher von DreamWorks und verpflichtete mit Steve Hickner (“Shrek 4-D”) und Simon J. Smith (“Der Prinz von Ägypten”) zwei erfahrene Animationsveteranen.

Berry wird vom Comedystar selbst vertont, während Renée Zellweger mit rauchiger Stimme Vanessa spricht. Als deutsche Stimmen verpflichtete man Bastian Pastewka und Mirjam Weichselbraun – beide leisten ihre Arbeit zwar gut, passen aber kaum zu den Charakteren. Vor allem Bastian Pastewka scheint die Sprechrolle nur seines Namens wegen bekommen zu haben – Pastewka ist derzeit halt ein Publikumsmagnet.

Die Synchronisation ist auch einer der großen Minuspunkte des Films. Kommt der Humor schon im Original kaum zum Tragen und ist weder roh noch gekocht, so lassen sich die wenigen guten Wortwitze nicht ins Deutsche übertragen. Wenn schon “Bee Movie – Das Honigkomplott”, dann bitte im englischsprachigen Original.

Überhaupt ist der Humor kaum der Rede wert. Er richtet sich vor allem an ein us-amerikanisches, erwachsenes Publikum. Das wird vor allem bei dem Gag mit Larry King deutlich. Zwar taugen die niedlichen Animationen für Kinderaugen, aber generationenübergreifenden Humor gibt es kaum. Auch die Story macht nur wenig her. Scheinbar konnte sich Jerry Seinfeld für keinen Handlungsstrang entscheiden und hat somit versucht, alles in den Honigtopf zu packen. Herausgekommen ist ein bitterer Verschnitt.

Technisch ist der Film in Ordnung, kann sich aber nur mit der Massenware messen. Der Stempel DreamWorks ist verwischt und kaum zu erkennen. Einzig die Flugsequenz – durch den Park – weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. Und was den biologischen Hintergrund eines Bienenvolks angeht … ach, reden wir lieber nicht darüber, es wäre zu traurig.

“Bee Movie – Das Honigkomplott” wurde groß angekündigt und beworben, starke Namen und Personen stehen hinter dem Projekt – doch am Ende fliegt sogar die Biene Maja Mister Berry B. Benson davon. Summ, summ, summ – der Film der ist so dumm!
(Günther Lietz)

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Death Proof – Todsicher

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Death Proof – Todsicher
Originaltitel: Grindhouse: Death Proof

FSK: ab 16 Jahre
Laufzeit: 110 Minuten

Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Kurt Russell, Sydney Tamiia Poitier, Vanessa Ferlito, Zoe Bell, Tracie Thoms, Rosario Dawson, Jordan Ladd, Mary Elizabeth Winstead, Rose McGowan, Michael Bacall, Eli Roth, Quentin Tarantino, Michael Parks, James Parks, Omar Doom, Monica Staggs, Kelley Robins, Mikhail Sebastian

Produktion: USA 2007
Produktionsfirmen: Troublemaker Studios
Produzenten: Elizabeth Avellan, Robert Rodriguez, Erica Steinberg, Quentin Tarantino

Mit “Grindhouse: Death Proof” ging Kultregisseur Quentin Tarantino in den USA bereits in der ersten Runde zu Boden. Mit längerer Laufzeit schickt sich der Film an, es trotzdem auch im europäischen Kinoboxring zu versuchen.

Jungle Julia (Sydney Tamiia Poitier), Shanna (Jordan Ladd) und Arlene (Vanessa Ferlito) wollen es mal richtig krachen lassen. In der Bar von Warren (Quentin Tarantino) saufen und kiffen die Mädels um die Wette, während sie auf eine Freundin warten. Dabei machen sie die Bekanntschaft von Stuntman Mike (Kurt Russell). Der raue Kerl ist mit seinem Dodge Charger unterwegs und hofft auf einen Lapdance von Arlene, die auch Butterfly genannt wird. Dieser Lapdance wurde von Jungle Julia in ihrer Radiosendung als Preis für den Mann ausgelobt, der ein bestimmtes Gedicht rezitiert. Stuntman Mike entspricht zwar kaum den Vorstellungen des richtigen Mannes für die heiße Butterfly, aber trotzdem betanzt sie ihn. Anschließend trennen sich die Wege: Stuntmen Mike fährt die blonde Pam nach Hause, während das Damentrio sich zum Quartett komplettiert und zum See rausfahren will. Dort kommen sie allerdings nie an, denn Stuntman Mike erledigt mit seinen Fahrkünsten erst Pam und lauert dann mit seinem Wagen den Mädels auf.

Über ein Jahr später, ein anderer Bundesstatt, ein neues Muschi-Trio. Abernathy (Rosario Dawson), Lee (Mary Elizabeth Winstead) und Kim (Tracie Thoms). Auch diese Mädels lieben das Leben und die Männer sowieso. Sie sind unterwegs um ihre Freundin Zoë (Zoë Bell spielt sich selbst) abzuholen und haben dabei die Aufmerksamkeit von Stunman Mike erregt, der sich somit neue Opfer auserwählt hat. Er folgt den Mädels aufs Land, wo Zoë einen weißen Doge Challenger probefahren will. Lee bleibt als Pfand zurück, die drei anderen Frauen düsen los. Zoë nutzt die Gelegenheit für einen waghalsigen Stunt, als Stunman Mike auftaucht und versucht den Challenger von der Straße zu drängen. Doch er hat die Rechnung ohne die resoluten Weiber vom Film gemacht – zwei davon gestandene Stuntwomen. Die drehen nach dem ersten Schrecken den Spieß einfach um und der Jäger wird zum Gejagten …

Das der Film in den USA floppte, wurde im nachhinein auf das schlechte Marketing geschoben. So wurde “Death Proof – Todsicher” als Grindhouse-Produktion angesetzt und lief in den Kinos im Doppelpack, sofort hinter Robert Rodriguez’ “Planet Terror”. Die Grindhouses mit ihren Filmen im Doppelpack waren in den 60er und 70er Jahren in den USA sehr beliebt, doch angeblich sollen die US-Bürger diese Kinoart vergessen haben und verließen bereits nach “Planet Terror” die Kinos. Böse Zungen behaupten gar, die Zuschauer wären nach den ersten Minuten von “Planet Terror” aus den Kinosälen geflohen. Doch sei es drum.

Tarantino wagt auf dem europäischen Markt einen Neuanfang. Anstatt im Doppelpack kommt der Film einzeln daher und bekommt zusätzlich noch mehr als dreißig Minuten spendiert. So gelangen die Europäer in den Genuss des Lapdances von Butterfly und dürfen sich nebenher an einer schönen langen Schwarzweißszene ergötzen. Und eines muss man ehrlich sagen: Dieser Tarantino wird unterschätzt!

Stilistisch greift der Meister der Exzentrik tief in die Trickkiste. So ist “Death Proof – Todsicher” mehr als eine Hommage an das Kino der 60er und 70er des letzten Jahrtausends, sondern auch eine Hommage an Tarantinos eigene Filme. Das schlägt sich in der Auswahl der Darsteller, im Szenenbild, dem Score und auch der Handlung wieder.

So ist das Material absichtlich etwas gröber, wurden Kratzer und Flackern absichtlich platziert, um den Charme eines Exploitationsfilms hervorzurufen und an die guten alte Tage zu erinnern. Dazu das obligatorische Erscheinen von Tarantino selbst, der ironische Einsatz von Lee im Cheerleaderkostüm, der Auftritt des Sheriffs mit seinem Sohn Nummer Eins, die kleine Tankstelle mit der italienischen Vogue unter der Theke, der „Kill Bill“-Klingelton oder auch der Wagen der Stunt-Mädels im Stil des Pussy Wagons. Vor allem für Fans ein Leckerbissen.

Die Geschichte selbst ist jedoch weniger actionlastig. Im Vordergrund stehen die weiblichen Dialoge, der Dirty Talk, der die beiden großen Fs beinhaltet: Fotzen und Ficken. Tarantino eben – geradeheraus, unkonventionell und niemals Gesellschaftskonform. Tarantinos Girl Gangs sind heiß, sexy und lasterhaft. Sie machen mit dem Mund da weiter, wo “Sex and the City” verschämt aufhört. Vielleicht haben also gerade diese Dialoge dafür gesorgt, das der Film in den USA floppte, in einem Land, in dem öffentlich lieber geschnetzelt als gevögelt wird.

Aber Tarantino wäre nicht Tarantino, gäbe es keine harte Action – wenn auch dünn gesät. So sind es ganze zwei Sequenzen, die aber um so furioser inszeniert wurden. Der erste Kracher ist kurz, heftig und wurde auf den Scream Awards 2007 als “Spektakulärste Zerstücklungsszene” ausgezeichnet.

Die zweite Actionszene macht das Ende des Films aus, ist verdammt lang und eine liebevolle Erinnerung an “Fluchtpunkt San Francisco”. Gut gegen Böse, Schwarz gegen Weiß … eine irre und verdammt lange Verfolgungsjagd, in der ganz plötzlich die Seiten wechseln. Konventionell abgedreht und fotografiert, klassisches Handwerk, kaum zu überbieten. Dazu Darsteller, wie sie ausgefeilter kaum sein können. Im einen Augenblick verletzliche Girlies, im nächsten Moment Furien die nach Blut schreien.

Überhaupt hat Tarantino wieder gezeigt, dass er ein gutes Händchen für Darsteller hat. Die ganze Riege glänzt, weiß sich zu zeigen und zu profilieren. Spielfreude, Können und Handwerk vereinen sich zu einem großen Ganzen, abgeschmeckt vom Meister selbst. Besonders Zoë Bell muss hervorgehoben werden. In “Kill Bill” noch Stuntdouble von Uma Thurman, spielt sie sich in “Death Proof – Todsicher” selbst und agiert umwerfend.

“Death Proof – Todsicher” ist ein weiteres Meisterwerk der Filmkunst, vom Publikum jedoch unterschätzt. Mehr Dialog, weniger Action, aber dennoch genial!
(Günther Lietz)

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Witchblade – Vol. 01

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Witchblade – Vol. 01

FSK: ab 16 Jahre
Laufzeit: 100 Minuten

Regie: Yoshimitsu Ohashi
Sprecher: Kordula Leisse, Kirstin Hesse, René Dawn-Claude

Produktion: Japan 2006
Produktionsfirmen: CBC, SKY Perfect Well Think, GDH
Animationsstudio: GONZO

Basierend auf der erfolgreichen Comic-Reihe „Witchblade“ – aus dem Hause Top Cow – kreierte das erfolgreiche Studio Gonzo diesen Anime. Dabei hat die Handlung nur noch wenige Berührungspunkte mit dem Original – doch niemand sagte, dass die Witchblade keine Reise nach Japan unternehmen dürfte.

Und so gerät diese magische Waffe in die Hände von Masane Amaha, einer jungen Frau und Mutter, die sich gegen ihren Willen mit der Witchblade auseinandersetzen muss. Dabei begreift Masane diese Waffe weniger als einen Segen, sondern mehr als einen Fluch.

Den Einstieg in die Serie aus dem Hause PaniniVideo macht die Episode „Beginn“. Sechs Jahre nach dem ein schweres Erdbeben Teile von Tokio verwüstete, kehrt Masane Amaha mit ihrer kleinen Tochter Rihoko in die Stadt zurück. Sie möchte ein neues Leben beginnen. Gleichzeitig ist sie vor der Kinderfürsorge auf der Flucht, die der NSWF (National Scientific Welfare Foundation) unterstellt ist. Doch die Kinderfürsorge erwischt die kleine Familie und setzt Masane unter Druck. Die Situation eskaliert und die junge Mutter sitzt kurz darauf im Gefängnis, wo plötzliche ihre seltsame Tätowierung zur mysteriösen Witchblade erwacht …

Die erste Episode einer neuen Serie beschäftigt sich naturgemäß mit der Einführung der Hauptfiguren. Auch „Witchblade“ bildet hier keine Ausnahme. Vor allem das Geheimnis um Masanes Tätowierung und die Gefährlichkeit der Gegner stehen im Mittelpunkt, doch es wird auch deutlich, dass Masane tatsächlich mit der Erziehung Rihokos überfordert ist. Das spiegelt sich vor allem darin wieder, das Rihoko ihre geliebte Mama regelrecht bemuttert.

In „Zweifel”, der zweiten Episode dieser DVD, vertiefen sich die jeweiligen Beziehungen, die Masane und Rihoko eingegangen sind. Masane gerät an Douji Industries, einem Weltkonzern, der von Direktor Takayama geführt wird. Takayama und sein Sekretär Seagawa zwängen Masane regelrecht einen Handel auf. In der Zwischenzeit flieht Rihoko aus „Marry’s Gallery“, einem kleinen Café, wo sie der junge Journalist Tozawa unterbrachte. Doch auch der Vorsitzende der NSWF kommt ins Spiel: Tasuoki Furumizu, den die Heimkinder nur liebevoll Vater nennen. Auch er scheint ein Interesse an der Witchblade zu haben, die Masane nun als Armreif trägt.

Die Geschichte schlägt jetzt eine etwas härtere Gangart ein. Traten zuvor primär Masanes körperliche Attribute in der Vordergrund – pralle Brüste und ein knackiger Po, die stets gerne gezeigt werden – so kommt nun auch ihr starker Wille zum Vorschein, den auch Rihoko besitzt.

Masane beweist in „Widerstand“ ihren Wert für Douji Industries. Sie erfährt von den X-cons, gefährlichen Mechas, von denen beim großen Beben viele defekte Exemplare verloren gingen und die Jagd auf Menschen machen – und die Witchblade ist in der Lage diese X-cons auszuschalten …

Ist Masane in ihrer normalen Gestalt schon sexy, so sieht man sie in ihrer Kämpfermontur nun mal genauer und kann nur sagen: Heiß! Pralle Titten und ein dicker Arsch, hineingezwängt in einen Hauch aus Nichts. Was auf den ersten Blick unlogisch scheint, ist auf den zweiten Blick doch genau das, was man sich als Zuschauer wünscht: Eine klasse Story, viel Action und noch mehr Erotik.

Mit „Bewegung“ schließt die DVD ab. Masane und Rihoko haben sich endlich wiedergefunden. Die beiden sind auf der Suche nach einer Wohnung, was sich als schwierig erweist. Doch Rihoko hat eine wunderbare Idee. Währenddessen schlägt sich Masane weiter mit den X-cons herum, was auch die Aufmerksamkeit der NSWF auf sich zieht. Und plötzlich tauchen weitere Spielerinnen auf dem Feld auf …

Kaum hat man ein paar Antworten bekommen und die Wogen scheinen etwas geglättet, da bricht ein neuer Wirbelsturm los. Auch die Verwicklungen von “Vater” Tasuoki Furumizu treten immer deutlicher zutage und sorgen für Spannung.

Die Story der Witchblade ist spannend und actionreich. Der Stil weiß zu gefallen, prägt sich ein und setzt den Fokus auf Masane und ihre körperlichen Attribute, die mittels den eindruckvollen Zeichnungen gut zur Geltung kommen. Aber auch die anderen Figuren und die Kulissen sind gelungen in Szene gesetzt. Dazu kommt auch eine Prise Humor, denn manchmal muss man der ein oder anderen Situation wegen einfach schmunzeln, ebenso wie es traurige und nachdenkliche Momente gibt. Allerdings wird emotional noch etwas tief gestapelt.

Die Vertonung ist durchweg gelungen. Passende Stimmen und weitgehende Lippensynchronisation wissen zu überzeugen, auch die Klangkulisse ist – obwohl leicht spartanisch – gut umgesetzt.

Bei den Extra wurde leider gespart. Trailer und ein Musikclip sind eher laue Alibi-Extras. Informativer und ein echtes Glanzlicht ist dagegen das Interview mit Mariko Noto, der japanischen Stimme von Masane. Schade, dass es kein Interview mit der deutschen Stimme gibt.

„Witchblade – Vol. 01“ ist ein gelungener Auftakt zur Serie und macht Lust auf mehr. Empfehlenswert!

(Günther Lietz)

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Witchblade – Vol. 01

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Firefly – Der Aufbruch der Serenity

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Firefly – Der Aufbruch der Serenity

Originaltitel: Firefly

FSK: ab 16 Jahre
Laufzeit: 625 Minuten

Regie: Joss Whedon
Darsteller: Nathan Fillion, Gina Torres, Adam Baldwin, Alan Tudyk, Jewel Staite, Morena Baccarin, Summer Glau, Sean Maher

Produktion: USA 2002
Produktionsfirmen: Fox
Produzent: Gareth Davies, Joss Whedon (Executive Producer)

Die Western-Science-Fiction-Serie „Firefly“ ist ein gutes Beispiel für eindeutige Fehlentscheidungen eines Fernsehsenders, in diesem Fall des us-amerikanischen TV-Senders FOX. Jedenfalls sind sich die Fans der Serie darin einig …

FOX beauftragte den kreativen Kopf Joss Whedon (bekannt durch seine Serien „Buffy“ und „Angel“) damit, eine neue Science Fiction-Serie zu entwerfen. Whedon kreierte daraufhin ein Setting, das 500 Jahre in der Zukunft spielt, ohne Aliens auskommt und den Wilden Westen in die Zukunft katapultiert. Zusätzlich packte Whedon neun Helden ein, die an Bord des Raumfrachter der Firefly-Klasse „Serenity“ zu einer Familie zusammenwachsen. Dabei geht es allerdings moralisch fragwürdig und verdammt rau zu – vor allem auf den Randwelten.

Das Konzept passt, wurde aber von den FOX-Verantwortlichen unterschätzt. Diese setzten die Serie nach nur 14 Episoden ab. Allerdings war der zeitnahe Verkauf der DVD-Box ein Kassenerfolg. Innerhalb eines Vierteljahres wurden mehr als 200.000 Einheiten verkauft. Für eine Wiederaufnahme der Serie reichten die Zahlen nicht aus, doch Whedon gelang das Wunder Gelder für einen Kinofilm („Serenity“) genehmigt zu bekommen, der einige offene Fragen aus der Serie beantwortet. Diesen Erfolg verdankt er zum Großteil seiner Fangemeinde, den sogenannten Browncoats – benannt nach einem Element aus „Firefly“.

Whedon hat sich eindeutig etwas einfallen lassen. Geschickt spinnt er einen Faden aus der Gegenwart in die Zukunft und bedient sich bei bekannten Serien und Filme, um einen Fundus an originellen Ideen zu bekommen. Der Clou ist allerdings, dass kaum eine Szene endet, wie man es vermutet. Zudem ist Whedon dafür bekannt, auch beliebte Charaktere sterben zu lassen. Man traut ihm einfach alles zu – was er gekonnt einsetzt.

So ist es bei TV-Geiselnahmen normalerweise üblich, dass erst einmal ein Gespräch stattfindet. Doch Whedons Captain Malcolm “Mal” Reynolds (Nathan Fillion) ist sehr pragmatisch und hat dafür keine Zeit. Also pustet er den Geiselnehmer (ein fieser Agent der Allianz) einfach über den Haufen – mitten im Satz und „Scheiß auf Freundlichkeit“.

Dieser Pragmatismus lässt die Serie authentisch wirken – und scheinbar auch unmoralisch. Doch die Crew an Bord der Serenity besitzt Moral, allen voran der Captain. Doch Moral muss man sich leisten können.

Die Welt der Zukunft kommt ohne Aliens aus. Die Menschheit hat die Erde verlassen und in einem neuen Sonnensystem die dortigen Planeten und Monde terraformt, um sie weitgehend lebensfähig zu gestalten. Allerdings sind die Kernwelten besser weggekommen und konnten eine technologisch weit entwickelte Zentralregierung aufbauen: Die Allianz.

Die Welten zum Rand des Systems hin kamen schlechter weg, verlassen sich weitgehend auf menschliche und tierische Arbeitskraft. Aber sie lieben ihre Unabhängigkeit und so kam es unweigerlich zum Vereinigungskrieg – der us-amerikanische Bürgerkrieg lässt grüßen, allerdings sind Nord- und Südstaaten-Vorbilder gut vermischt.

Mal diente auf Seiten der Browncoats und somit für die Unabhängigen. Die Allianz blieb siegreich und Mal traumatisiert. Er kauft einen Frachter, nennt ihn Serenity und zusammen mit seiner ehemaligen Untergebenen Zoe (Gina Torres) steigt er ins Frachtgeschäft ein.

Zu Beginn der Serie – sechs Jahre nach dem Krieg – leben noch weitere Menschen an Bord der Serenity, die ihr aller zuhause ist. Da wäre noch Hoban „Wash“ Washburn (Alan Tudyk), ein begnadeter Pilot und eigentlich ein Weichei, das mit Plastikdinos spielt. Ausgerechnet er ist mit Zoe verheiratet, die als moderne Amazone betrachtet werden kann.

Des weiteren verrichtet die junge Kaywinnit Lee „Kaylee“ Frye (Jewel Staite) ihre Arbeit als Mechanikerin. Sie hat ein goldenes Händchen für Maschinen, ist die Kleine in der Crew, lebenslustig und stets auf der Suche nach Sex.

Kein Wunder, dass sie sich so gut mit Inara Serra (Morena Baccarin) versteht, eine Companion, die eines der Shuttle der Serenity gepachtet hat. Companions sind Kurtisanen, die sich in Gilden organisieren und zur oberen Gesellschaftsschicht gehören. Ihre Liebesdienste sind Legende – auch wenn Mal Inara abfällig als Hure bezeichnet, doch was sich liebt, das neckt sich eben. In der Serie wird die niemals eingestandene Liebe zwischen Mal und Inara entsprechend thematisiert.

Als letztes Crewmitglied ist Jayne Cobb (Adam Baldwin) an Bord, ein käuflicher, unmoralischer, dummer Söldner, der erst schießt, dann redet und dann nachdenkt. Reden und nachdenken fallen öfters mal aus. Seine Liebe zu Waffen wird unter anderem daran erkennbar, dass er in jeder Episode eine andere Waffe einsetzt, pflegt, liebt, streichelt oder mit Namen anspricht.

Die Serie beginnt nun damit, dass Mal neue Passagiere an Bord nimmt. Einer von ihnen entpuppt sich als Spion, wird aber schnell erschossen und ist eher unwichtig. Doch die anderen Menschen werden quasi Teil der Besatzung und somit Teil der Firefly-Familie.

Shepherd Book (Ron Glass) wäre da als erstes zu nennen. Der ältere Shepherd kommt gerade aus einer Abtei und sucht eine Passage. Doch schon bald kümmert er sich um das Seelenheil der Crew, was auch dringend nötig ist. Shepherd Book ist ein Farbiger, besitzt eine mysteriöse Vergangenheit und bildet das philosophische Element der Mannschaft. Allerdings fällt einem auf, dass im Firefly’verse (so die Bezeichnung unter Fans) die Farbigen meistens talentierte Kämpfer im Auftrag der Regierung sind, die einen Spleen haben und jederzeit Leben auslöschen können. Leider wird nie ganz aufgeklärt, ob Book ebenfalls in diese Kategorie fällt.

Jetzt wird es spannend, denn Simon Tam (Sean Maher) ist zuerst einfacher Passagier, wird dann aber zum Bordarzt. Der Allianz jagt nämlich den junge Mann, da er seine jüngere Schwester River (Summer Glau) aus einem Allianz.Krankenhaus befreite. Dort wurde River modifiziert und erst im Laufe der Serie, stellen sich ihre Fähigkeiten heraus. Allerdings ist River unberechenbar, wahnsinnig, tödlich, launisch und noch weitere Dinge, die diesen Charakter faszinierend machen. Verfolgt man die Serie genau wird allerdings schnell deutlich, dass der angebliche Wahnsinn Methode hat und von der Crew falsch ausgelegt wird.

Die Tams und deren Flucht vor der Allianz bilden nun den roten Faden, der sich durch alle Episoden zieht. Diese sind in sich zwar weitgehend abgeschlossen, bauen aber noch zusätzlich aufeinander auf. So zieht Mal in einer Folge den Auftrag an Land Rinder zu transportieren, in der nächsten werden diese verkauft … na ja, oder beinahe. Denn immerhin lebt die Serie von überraschenden Komplikationen. Eigentlich ist nie die Frage „ob“, sondern „wie“ etwas Schlimmes passiert.

Auch Nebendarsteller kommen stets nochmals vor, was die Welt lebendig wirken lässt. Alte Bekannte und Feinde tauchen gerne mal wieder auf und sorgen für ein erfrischendes „Hallo!“. Nachtragende Feinde sind somit ebenfalls ein Thema im Firefly’verse.

Die Geschichten der „Serenity“-Crew sind spannend, witzig und überraschend. Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz, wirken lebendig und sympathisch – was vor allem an den Darstellern und der stets präsenten Spielfreude liegt. „Firefly“ zu drehen hat Spaß gemacht – und das merkt man jeder Seriensekunde an. „Firefly“ links liegen zu lassen, ist fast schon eine kleine Sünde, da es sich bei der Serie um einen innovativen Meilenstein des Genres handelt. Bedingungslos zu empfehlen! Leider sind die 14 Episoden viel zu schnell vorbei, doch man beginnt gerne wieder von vorne.

Auch das Bonusmaterial der Serie weiß zu überzeugen. Es gibt zu etlichen Folgen mit Audiokommentaren, Easter Eggs und Featurettes. Zusätzlich die obligatorischen entfallenen Szenen. Das sorgt für viele weitere Stunden Spaß. Shiny!
(Günther Lietz)

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Der rote Korsar

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Der rote Korsar

Originaltitel: The Crimson Pirate

FSK: ab 12 Jahre
Laufzeit: 101 Minuten

Regie: Robert Siodmak
Darsteller: Burt Lancaster, Nick Cravat, Eva Bartok

Produktion: USA 1952
Produktionsfirmen: Norma
Produzent: Harold Hecht, Burt Lancaster

„Glaubt nur, was Ihr seht – nein, glaubt nur die Hälfte davon!“

So beginnt einer der besten Piratenfilme aller Zeiten und stimmt auf eine abenteuerliche Handlung ein, die im 18. Jahrhundert in der karibischen See spielt.

Piratenkapitän Vallo (Burt Lancaster) und seine Mannschaft kapern ein königliches Schiff, an Bord der Sonderbeauftragte des Königs – Baron Gruda (Leslie Bradley) – und eine Ladung voller Waffen.

Vallo sieht eine Möglichkeit seinen Profit zu steigern. Er will die Waffen an den Rebellenführer El Libre (Frederick Leister) verkaufen und diesen gleichzeitig an Baron Gruda verraten, womit der Baron natürlich einverstanden ist. Vallo und sein stummer erster Offizier Ojo (Nick Cravat) machen sich nun daran, den Plan in die Tat umzusetzen.

Als sie mit El Libre Kontakt aufnehmen wollen, treffen sie auf dessen schöne Tochter Consuelo (Eva Bartok). Diese erklärt man habe Interesse an den Waffen, doch El Libre befände sich in Gefangenschaft des Gouverneurs von San Pero. Also beschließt Vallo, El Libre erst einmal zu befreien. Verkleidet als Baron Gruda gelingt ihm das Kunststück sogar, doch er wird erkannt und muss fliehen.

An Bord des Piratenschiffs erfährt Consuelo nun, dass Vallo die Rebellen ans Messer liefern will. Doch Vallo hat sich in Concuelo verliebt und beschließt sie freizulassen. Das führt zu einer Meuterei. Vallo, Ojo und der Wissenschaftler Professor Elihu Prudence (James Hayter) – ein Freund von El Libre – werden zum Tode verurteilt und in einem Ruderboot ausgesetzt.

Doch erneut gelingt es Vallo dem Tode zu entgehen. Er setzt nun alles daran Consuelo zu retten und die Rebellen zum Sieg zu führen. Aber einer der Rebellen macht ihm einen Strich durch die Rechnung …

„Der rote Korsar“ wurde 1952 von Harold Hecht und Burt Lancaster produziert. Regie führte dabei Robert Siodmak, während sich Burt Lancester um die Stuntszenen kümmerte. Für Lancaster ein Kinderspiel, bildete er doch mit Nick Cravat in den 1930er Jahren das Artistenduo „Lang and Cravat“. Kein Wunder, dass sich die beiden Freunde in diesem Piratenabenteuer perfekt ergänzen und artistisch einwandfreie Einlagen zum Besten geben. „The Crimson Pirate“ – so der englischsprachige Originaltitel – war für viele Jahre im Bereich der Action richtungsweisend.

Obwohl die Handlung einige logische Makel aufweist, fallen Diese bei solch einem Klassiker kaum ins Gewicht. Die Handlung ist spannend, die Action selbst für heutige Verhältnisse ordentlich und es gibt eine gesunde Prise Humor. Dazu eine passende Liebesgeschichte, harte Männer und schießende Piratenschiffe – also alles, was das Herz begehrt. „Der rote Korsar“ braucht mit modernen Piratenfilmen wie „Der Fluch der Karibik“ keinen Vergleich zu scheuen, denn in den Kernelementen hält Siodmaks Film locker mit, hängt den modernen Disney-Streifen sogar ein wenig ab.

Die Spielfreude der einzelnen Darsteller ist schlichtweg überwältigend. Der stets verschmitzte Vallo, sein stummer Kumpan Ojo und die hinreißende Consuelo – ein traumhaftes Trio, dass den Zuschauer schlichtweg in diesen Piratenfilm hineinentführt.

Doch auch die anderen Darsteller sind Meister ihres Fachs. So sehen wir einen jungen Christopher Leer oder den genial gespielten Bootsmaat Humble Bellows (Torin Thatcher). Hier vermischen sich einfach Talent, Handwerkskunst und Schaffensfreude miteinander.

Natürlich müssen einige Abstriche gemacht werden, was moderne Technologien angeht. Aber das macht genau den Charme des Films aus, gibt den nötigen Kick beim zugucken.

Manch einen mag übrigens verwundert sein, dass „Der rote Korsar“ selbst auf DVD nur im TV-Format vorliegt. Das ist einfach deswegen so, weil das Breitbildformat Cinemascope erst 1953 mit dem Monumentalfilm „Das Gewand“ (Originaltitel: The Robe) eingeführt wurde. „Der rote Korsar“ lief ein Jahr vorher in den Kinos an.

Vieles aus dem Film ist bis heute unvergessen geblieben und hat nachfolgende Piratenfilme geprägt. Hollywoodstar Eva Bartok (niemand kennt ihr wahres Alter, werden doch verschiedene Geburtstage angegeben) hat es in ihrem Leben übrigens leider schlecht getroffen. Zwar gelang ihr an der Seite von Burt Lancaster der internationale Durchbruch, doch nach fünf Ehen starb sie 1998 in London – verarmt und vergessen. Einer ihrer vielen Ehemänner war übrigens Curd Jürgens

„Der rote Korsar“ ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Piratenfilm schlechthin. Er bietet alles, was einen Piratenfilm ausmacht, hervorragend arrangiert und fotografiert. Dazu beeindruckende Bühnenbauten, erstklassige Stunts (zu Wasser, zu Lande und gar in der Luft) und herausragende Schauspieler. Diesen Film muss man einfach gesehen haben!
(Günther Lietz)

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Der rote Korsar
Der rote Korsar
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Fluch der Karibik

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Fluch der Karibik

Originaltitel: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl

FSK: ab 12 Jahre
Laufzeit: 143 Minuten

Regie: Gore Verbinski
Darsteller: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley

Produktion: USA 2003
Produktionsfirmen: Walt Disney Pictures, Jerry Bruckheimer Films
Produzent: Jerry Bruckheimer

Die Piraten sind wieder unter uns und besser denn je – oder wieder so gut, wie sie mal waren.

Einst segelte das Piratenschiff Black Pearl unter dem Kommando von Captain Jack Sparrow (Johnny Depp). Doch aus Gier meuterte die Mannschaft – angeführt von Maat Barbossa (Geoffry Rush). Dadurch blieb Sparrow jedoch von einem Fluch verschont, der jeden trifft der einen bestimmten, alten Aztekenschatz stiehlt.

Die Piraten sind nun Untote und das Mondlicht enthüllt ihre wahre Natur. Sie erreichen erst dann wieder Menschlichkeit, wenn jedes gestohlene Stück des Schatzes zurückgegeben wurde und jeder der Diebe ein paar Tropfen Blut darüber vergoss. So weit, so gut.

Durch einen Zufall gelangte die Gouverneurstochter Elizabeth (Ballestra Keira Knightley) in den Besitz einer Münze dieses Schatzes.

Als das Gold mit dem Meer in Berührung kommt, ruft der Schatz nach den Piraten. Die erscheinen, nehmen das Goldstück an sich und entführen auch noch Elizabeth. Die Piraten glauben nämlich, sie sei die Tochter eines alten Mannschaftsmitglieds, das einst von Barbossa im Meer versenkt wurde. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass dessen Blut später den Fluch brechen würde.

Doch der wahre Nachfahre ist der junge Will Turner (Orlando Bloom), der Elizabeth liebt. Um sie zu retten, macht er mit Sparrow gemeinsame Sache: Der sitzt im Kerker und wartet auf seine Hinrichtung. Captain Sparrow wird befreit und brennt auf Rache. Schon segeln beide los – dazu kapern sie allerdings erst einmal ein Schiff der Engländer.

Es beginnt eine wilde Hetzjagd. Und niemals weiß man genau, auf wessen Seite Captain Jack Sparrow wirklich steht…

Nach langen Jahren des darben und wenigen, leider mittelmäßigen Piratenfilmen, kommt endlich wieder wildes Piratenblut in die Kinos. Zugegeben, fast alle Ideen stammen aus altbekannten Hollywoodstreifen, doch nach so langer Zeit wirken sie frisch und unverbraucht. Dazu eine Portion Fantasy, viel Abenteuer und ordentlich Humor. Der kommt im Film ständig zu Ehren. Dadurch gibt es eine wahre Achterbahn aus Lach- und Spannungsmomenten, die den Zuschauer in den Sitz pressen und von der ersten bis zur letzten Minute fesseln.

Die Darsteller wurden mit einem sicheren Gespür für Stars ausgewählt: Johnny Depp spielt gar köstlich Captain Jack Sparrow, der selbst nüchtern betrunken wirkt, mehr Glück als Verstand besitzt und perfekt mit dem Säbel umzugehen weiß.

Depp ist ein ganz großer Mime. Kein Wunder, dass er hier locker die Sympathien der Zuschauer erobert und einen exzellenten, nie dagewesenen Piraten zum Besten gibt, den man so bisher nicht erlebte. Die Illusion ist perfekt:

Es geht nicht Johnny Depp über die Planken, sondern Sparrow himself. Wunderbar, genial, grandios. Die darstellerische Leistung von Johnny Depp sprengt jeden Maßstab, verblüfft und heizt an. Die nuschelnde Sprache Sparrows ist packend, sein Wortwitz treffend und die Frechheit beispiellos.

Dadurch hat es Orlando Bloom ein wenig schwer, ebenfalls zu überzeugen. Doch der liebenswerte Lord of the Ring-Beau tauscht den Elbenbogen gegen den Säbel ein, ohne an Farbe, Tempo und Witz zu verlieren. Toll. Depp und Bloom ergänzen sich wunderbar.

Ballestra Keira Knightley macht das Trio komplett: Verführerisch, kokett und engagiert spielt sie ihre Rolle. Zwar bekommt sie keine großartigen Kampfszenen, trotzdem ist sie eine starke Frau, die sich zu wehren weiß.

Bei so starken und exzellenten Protagonisten, darf der Bösewicht nicht zurückstecken. Und so trumpft auch Geoffry Rush ordentlich auf:

Sein Part sorgt für die nötige Spannung und auch Dramatik. Rush – Oscarpreisträger – weiß seine Rolle zu nehmen und setzt sich spektakulär in Szene. Wie Johnny Depp, hat er genaue Vorstellungen und bringt sie auch an den Zuschauer.

Die Nebendarsteller sind ebenfalls exzellent. So bringt Regisseur Gore Verbinski (“Die Mäusejagd” und “The Ring”) für die Guten und Bösen jeweils ein humorvolles Duo ins Spiel. Auf der einen Seite zwei englische Soldaten, die sich gerne streiten, auf der anderen Seite zwei Piraten – dämlich, aber liebenswert.

Grandiose Darsteller verdienen grandiose Kostüme und Kulissen. Und die gibt es in Massen. Die Piraten sind dreckige Gauner mit Goldzähnen, strähnigem Haar, zusammengeschusterter Kleidung und natürlich Waffen. All das findet sich hier. Und so ist auch Sparrow mit tief liegenden Augen, einem alten Säbel und einem schlechtem – aber wertvollem – Gebiss ausgestattet.

Gedreht wurde in der Karibik. Dadurch gibt es tolle und authentische Landschaftsbilder. Selbst die Segelschiffe pflügen durchs Meer und prägen die tolle Kulisse mit ihrem wunderbarem Aufbau.

Die Pirateninsel und die Inselfestung sind weitere Bilder, die man sich gerne ansieht. Die Kamera spielt dabei mit der Illusion, mit starken, eindrucksvollen Szenen. Das zeigen unter anderem die verfluchten Piraten.

Die zeigen sich im Mondlicht als Skelette. Diese Idee wird im ganzen Film verfolgt und so gibt es Orte, an denen bricht das Mondlicht nur stellenweise durch die Decke. In Räumen sind die Piraten dagegen gänzlich menschlich anzusehen.

Was in normaler Bewegung schon eindrucksvoll ist, raubt einem in schnellen Gefechten schier den Atem: Zu keinem Zeitpunkt kommt es zu einem Fehler, wechseln sich Mensch und Skelett im Sekundentakt – und schneller – ab. Die Special Effects sind einfach meisterhaft:

Die Skelette wirken lebendig, bewegen sich dynamisch, haben alle ihren eigenen Charakter. Es knallt, donnert, kracht, fliegen Funken und Splitter. Toll.

Auch die Musik weiß zu überzeugen. Dafür zeichnen Klaus Badelt, James Michael Dooley und Hans Zimmer verantwortlich: Gekonnt mischen sie den Sound ab, legen Tempo zu und untermalen die Szenen stets passend. Eine Verwöhnkur für die Ohren, die dieses Spektakel einfach genießen.

“Fluch der Karibik” ist ein Film, den man gesehen haben muss. Den Streifen nicht zu sehen, ist fast schon eine Sünde. Johnny Depp alleine ist bereits das Geld wert, sein Humor ist wirklich einmalig. Das ist übriges bereits am Anfang zu erkennen, wenn er trockenen Fußes auf einem sinkenden Schiff in den Hafen einfährt und von Dannen wankt. Ansehen, zusehen, genießen und staunen. Popcorn nicht vergessen!
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Asterix und die Wikinger

Erstellt von Günther Lietz am 8. April 2009

Asterix und die Wikinger

Originaltitel: Astérix et les Vikings

FSK: ab 6 Jahre
Laufzeit: 79 Minuten

Regie: Stefan Fjeldmark, Jesper Møller
Sprecher: Christian Tramitz, Smudo, Nora Tschirner, Götz Otto, Dieter Hallervorden

Produktion: Frankreich/Dänemark 2006
Produktionsfirmen: M6 (F), A Film (DK)
Produzent: Thomas Valentin

2006 kam der achte Asterix-Film in die Kinos, der auf dem Comic “Asterix und die Normannen” (gezeichnet und geschrieben von Albert Uderzos und René Goscinnys) aus dem Jahre 1966 basiert.

Grautvornix, der Neffe des gallischen Häuptlings Majestix, kommt seinen Onkel besuchen. Der Vater des Teenagers möchte, dass sein Sohnemann bei den unbesiegbaren Galliern lernt ein wahrer Krieger zu sein. Die Ausbildung sollen Asterix und Obelix übernehmen, die beiden größten Helden des Dorfes. Leider hat Grautvornix keine große Lust ein Krieger zu werden und will lieber zurück in die große Stadt. Während Obelix den Teenager ins Herz schließt, rauft sich Asterix nur die Haare.

Zeitgleich bei den Wikingern: Der Seher Kryptograf erklärt seinen Leuten, dass Angst Flügel verleiht – und die Wikinger würden gerne fliegen. Leider kennen sie keine Angst und machen sich auf die Suche nach dem größten Angsthasen den es gibt. Die Tochter des Wikingerhäuptlings – ihr Name lautet Abba – schleicht sich an Bord des Drachenschiffs und reist mit nach Gallien. Denn, wie sollte es anders sein, entpuppt sich genau Grautvornix als größter Angsthase und soll den Wikingern Flugstunden geben.

Die Wikinger entführen nun Grautvornix, der verliebt sich in Abba, die wiederum soll Kryptografs Sohn Olaf heiraten, während Asterix und Obelix ihren entführten Schützling retten wollen – der Trubel beginnt …

Obwohl die Vorlage eher altbacken wirkt, haben sich die Regisseure Stefan Fjeldmark und Jesper Møller Mühe gegeben, alte und neue Zuschauer für sich zu gewinnen. So agieren klassisch gezeichnete Figuren in animierten Landschaften, schreitet die bekannte Handlung mit modernen Ideen voran – unter anderem führt das zu Girlpower oder auch einer SMS-Taube. Leider ist der Spagat etwas missglückt, was sich vor allem auch in den verkauften Kinotickets niederschlug – deren Verkaufszahlen liegen hinter den Vorgängern zurück, mit mehr als 600.000 Stück.

Das mag sicherlich daran liegen, dass der Humor abgegriffen wirkt und es keine neuen Eindrücke oder Einfälle gibt. Zwar ist „Asterix und die Wikinger“ ein spaßiger Film, der vor allem handwerklich überzeugt, aber der Streifen siedelt sich eher im Mittelfeld der Filmunterhaltung an. Schade, hier hätte man wohl mehr herausholen können.

Zeichnerisch gesehen kann „Asterix und die Wikinger“ nur punkten, doch wie sieht es mit der Synchronisation aus? Diese ist bei einem Zeichentrickfilm von großer Bedeutung und immerhin wurde eine Riege prominenter Sprecher für die deutsche Fassung verpflichtet: Christian Tramitz als Asterix, Tilo Schmitz als Obelix, Smudo als Grautvornix, Dieter Hallervorden als Kryptograf und Nora Tschirner als süße Abba.

Kurz gesagt: Die deutsche Synchronisation ist erstklassig und überzeugt auf der ganzen Linie. Die Sprecher waren hörbar mit großer Freude am Werk und beleben die Figuren. Die Schweizer Eidgenossen haben übrigens eine eigene Synchronfassung mit eigenen Sprechern spendiert bekommen. Auch eine nette Idee.

Wer einen lustigen Zeichentrickfilm mag, der kann bei „Asterix und die Wikinger“ getrost zugreifen. Der Film ist kurzweilige Abendunterhaltung, die Spaß macht und vor allem Kindern gefallen wird.

Die DVD-Fassung des Films ist handwerklich ebenso gelungen, wie der Streifen selbst. Wunderbare Bildqualität und erstklassiger Sound wissen zu überzeugen. Leider ist das Bonusmaterial eher unteres Mittelmaß. Zwar sind die ganzen Interviews mit den Sprechern informativ und unterhaltend, aber leider, leider, wurden große Interviews zu lauter kleinen Bonushäppchen zusammengeschnitten, die sich dann auch noch teilweise wiederholen. Na ja, niemand kann alles haben.

Unter dem Strich ist die Silberscheibe ebenfalls guter Durchschnitt und ein appetitlicher Happen für den heimischen DVD-Spieler.
(Günther Lietz)

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