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Archiv für April 16th, 2009

BLOODSPORT – THE RED CANVAS ab 17.04.09 im Verleih auf DVD + Blu-ray und im Handel ab 08.05.09

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. April 2009

BLOODSPORT – THE RED CANVAS ab 17.04.09 im Verleih auf DVD + Blu-ray und im Handel ab 08.05.09

Regie: Kenneth Chamitoff, Adam Booster
Darsteller: John Savage, Ernie Rays Jr., Frank Shamrock u.a.

Straßenfighter Johny Sanchez kämpft sich im Knast durch illegale, erbarmungslose Full Contact-Fights an die Spitze. Die mageren  Preisgelder schickt er an seine Freundin und seinen kleinen Sohn, den er seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Dann gibt ihm der Gefängnisdirektor Harbin Rask eine zweite Chance: Johnny kann seine Freiheit erkaufen, wenn er am berüchtigten Red Canvas Fight-Wettbewerb, der vom korrupten Ex-Vietcong-General Insou Krang kontrolliert wird, teilnimmt. Johnny muss in diesem brutalen Turnier Runde für Runde in unbarmherzigen blutigen Fights gegen die besten Kämpfer der Welt antreten und versucht mit allen Mitteln, seine Familie und seine Ehre zu retten.

Kenneth Chamitoff und Adam Booster schufen mit BLOODSPORT-THE RED CANVAS einen Martial Arts-Film, der seinesgleichen sucht. Für die spektakulären, authentischen Kämpfe engagierten die beiden Regisseure 20 echte World Champion Fighters. Die fesselnde Mixtur aus Action und mitreißender Story wurde 2008 mit fünf Awards auf dem Action Film Festival ausgezeichnet.

TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The Red Canvas
Produktionsland + -jahr: USA, 2008
Genre: Martial Arts, Action
Ton: Deutsch:  DTS + Dolby Digital 5.1/2.0; Englisch: Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild DVD: 16:9 / 1:1,85
Laufzeit: ca. 97 Min.
FSK: 18
Bestellnummer DVD: 50041
EAN-Code DVD: 4041658500418
Bestellnummer Blu-ray: 59041
EAN-Code Blu-ray: 4041658590419
Label: Savoy Film
Vertrieb: Sunfilm Entertainment

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Bloodsport – The Red Canvas
Bloodsport – The Red Canvas [Blu-ray]

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Blood Ties, Staffel 1

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. April 2009

James Dunnison, James Head, David Winning, Allan Kroeker, Andy Mikita
Blood Ties, Staffel 1

Blood Ties, USA, 2006
22-teilige Fernsehserie frei nach den „Blood Ties“-Romanen von Tanya Huff/Idee: Peter Mohan, Tanya Huff
Euro Video, Ismaning, 12.02.2009
3 DVDs, Mystery, Fantasy, EAN 4009750206423, Laufzeit: insgesamt ca. 473 Min. (11 Folgen à ca. 43 Min.), gesehen 2/09 für ca. EUR 20.-
Ausstattung & Extras: unbekannt, da nur Pressemuster vorlag
Altersfreigabe/FSK: 16
Bildformat:16:9 anamorph, PAL, RC=2
Sprachen/Tonformat: Deutsch, Englisch (DD 2.0)
Darsteller: Christina Cox, Dylan Neal, Kyle Schmidt, Gina Holden u. a.
Komponist: James Jandrisch

www.eurovideo.de
www.tanyahuff.net
www.bloodties.de
www.bloodtiescentral.com
www.rtl2.de/20880.html

Im Zuge der Vampir-Begeisterung entstand 2006 eine weitere Fernsehserie, die ab März 2007 in zwei Staffeln mit je elf Folgen ausgestrahlt wurde: „Blood Ties“ basiert der fünfteiligen Buchreihe von Tanya Huff, die etwa ein Jahrzehnt früher – als es noch keinen Blutsauger-Hype gab – auf den Markt kamen.

Leider erreichte die Serie nicht die Popularität, die gereicht hätte, um sie mit weiteren Staffeln fortzusetzen, so dass sie bereits nach der 22. Folge eingestellt wurde. Obwohl RTL 2 die Rechte für die Serie schon früh erwarb, wurde die Serie erst ab Herbst 2008 ausgestrahlt – leider zu einem ungünstigen Zeitpunkt, so dass sie wegen sinkender Zuschauerzahlen schließlich gänzlich im Nachtprogramm verschwand.

Während es im Ausland schon länger eine Komplettbox mit beiden Staffeln gibt, erscheint nun erstmalig auch in Deutschland die erste Staffel der Serie mit den Folgen 1 – 11; im April wird vermutlich die zweite mit den Folgen 12 – 21 heraus kommen.

In „Blood Ties“ dreht sich alles um die Privatdetektivin Vicky Nelson (Christina Cox), die nach ihrer Entlassung aus dem Polizeidienst langweilige Fälle von Versicherungsdiebstahl und Ehebruch aufzuklären hat. Aber sie beklagt sich nicht, da ihr das genug Geld verschafft, um ihr Leben zu gestalten.

Als sie eines Abends auf den Straßen von Toronto unterwegs ist, beobachtet sie einen seltsamen Mord. Aus alter Gewohnheit versucht sie, den Mörder aufzuhalten – der aber flieht vor ihr durch eine Wand. Vicky ist irritiert, wird jedoch erst einmal von ihrem ehemaligen Partner Mike Celucci (Dylan Neal) abgelenkt, der ihr nicht so recht abnehmen will, was sie gesehen hat. Denn wie jeder andere bei der Polizei kennt er die Gründe für Vickis Entlassung. Immerhin leidet sie an Retinopathia pigmentosa, einer Krankheit, durch sie langsam aber sicher erblinden wird.

Weil sie von ihm auch noch erfährt, dass dies nicht der erste Tote dieser Art ist, sondern bereits andere Menschen auf ähnliche Weise umkamen, wird sie hellhörig, als am nächsten Tag eine Studentin namens Coreen Fennel (Gina Holden) zu ihr kommt und sie bittet, den Mord an ihrem Freund aufzuklären. Vicky beschließt, sich weiter mit all dem zu beschäftigen, auch wenn sie zu pragmatisch denkt, um wie ihre Klientin an übernatürliche Einmischung zu glauben.

Dabei merkt sie schon bald, dass sie nicht die Einzige ist, die nach dem Serienkiller sucht, der seine Opfer wie ein Vampir blutleer zurück lässt. Doch sie bekommt den Unbekannten nicht zu fassen. Das ändert sich erst, als er ihr das Leben rettet und sich zwischen sie und den wahren Mörder stellt.

Und mit ihm beginnt Vickys vorheriges Weltbild zu wanken. Sie muss akzeptieren, dass es Dinge gibt, die sich nicht mit Wissenschaft, Logik oder zumindest dem gesunden Menschenverstand erklären lassen, denn Henry Fitzroy (Kyle Schmidt) ist der lebende Beweis für das Übernatürliche: Als Vampir hat er die letzten fünfhundert Jahre überleben können. Geboren wurde er eigentlich im 16. Jahrhundert als illegitimer Sohn Heinrichs VIII. von England.

Da sie merkt, dass Henry, der sich in der heutigen Zeit als Comic-Zeichner durchschlägt, Interesse an ihrer Arbeit hat, entscheidet sie sich, mit ihm zusammen zu arbeiten. Schon bald entdecken sie den Zusammenhang zwischen den Morden und wissen, dass sie schnell handeln müssen.

Von nun an wird Vicky immer wieder mit Fällen konfrontiert, in denen das Übersinnliche eine Rolle spielt. So bekommt sie es schon bald mit rivalisierenden Voodoo-Priestern zu tun, müssen sich mit von Kindern heraufbeschworenen Rachegeistern, einem aus dem Grab wiedergekehrten Verbrecher, einem Incubus, einer Medusa und sogar einem Wendigo herum schlagen. Dabei erhält sie Unterstützung von Coreen Fennel, die von nun an stundenweise als Hilfskraft in der Detektei arbeitet und durch ihr Interesse am Okkulten genau weiß, wo sie suchen muss. Aber auch Henry steht ihr immer wieder bei und wird dadurch quasi zu ihrem Partner.

Mike Celucci beobachtet das alles mit großem Argwohn, denn es behagt ihm gar nicht, dass seine frühere Partnerin sich plötzlich wieder mit Dingen beschäftigt, die eigentlich nur die Polizei etwas angehen und dabei immer wieder in Lebensgefahr gerät. Er gibt ihrem neuen Begleiter Henry Fitzroy, dem er von Anfang an nicht über den Weg traut, die Schuld. Und als er schließlich herausfindet, was sein Rivale eigentlich ist, kommt es fast zu einer Katastrophe.

Vicky indessen ist hin und her gerissen zwischen ihrem Mike, den sie trotz der ganzen Streiterei doch irgendwie mag, und ihrem neuen Partner, der gleichermaßen faszinierend wie gefährlich ist.

Anders als „Moonlight“, wo die Romanze zwischen Mick und Beth einen größeren Raum einnahm und gleichberechtigt zu den Fällen stand, sind die Beziehungsprobleme der Helden in „Blood Ties“ eher nur eine zusätzliche Würze, die ein wenig mehr Spannung und Humor in die Folgen bringt. Im Vordergrund stehen eigentlich die Fälle, die sich mit vollen Händen aus dem reichhaltigen Schatz der Phantastik bedienen und hier als wirklich existent angesehen werden. Das macht die Serie auch für den Genre-Fan sehr interessant.

So vollführt der Gegenspieler in den ersten beiden Folgen ein satanisches Ritual, das das Böse in der Welt freisetzen soll. Dann kommt die indianische Mythologie zum Tragen, als sie einen Wendigo stellen müssen, und die keltische Tradition, als sie in einer Klinik für künstliche Befruchtung einen Schwarzelfen aufspüren. Und schließlich haben sie sich auch noch in der einzigen Folge, für die Tanya Huff selbst das Drehbuch beigesteuert hat, gegen eine Medusa durchzusetzen, die ihre Liebhaber nach und nach in Statuen verwandelt und damit ihre Wohnung schmückt.
Leider ist kein Mann gegen ihren Charme gefeit, selbst Vampire und abgebrühte Polizisten nicht.

Die Geschichten sind zwar insgesamt sehr Action betont, lassen aber auch noch Raum für Interaktion zwischen den Charakteren. Besonders amüsant ist es in den ersten Folgen mit anzusehen, wie sich die Rivalität zwischen Mike und Henry steigert und die beiden sich immer wieder wie zwei Kater benehmen, die um eine rollige Katze herumstromern.

Vicky, die nicht versteht, was die beiden für Probleme miteinander haben, zeigt ihnen dann sehr deutlich, was sie von dem albernen Verhalten hält. Auch sonst ist sie ein eher wenig zartfühlender Charakter und offenbart nur selten ihren weichen Kern. Glücklicherweise wird diese bissige Rivalität zwischen den Männern nicht bis zum Erbrechen ausgereizt und entwickelt sich ebenso wie die Freundschaft zwischen der ehemaligen Polizistin und dem Vampir weiter.

So gibt es trotz der abgeschlossenen Fälle Entwicklungen, die sich neben der persönlichen Ebene auch am Verhalten der Charaktere und ihrem Umgang mit magischen Wesen und Dämonen abzeichnen. Sind Mike und Vicky zunächst noch zwei rational denkende Menschen, die das Übersinnliche für Humbug halten, akzeptieren sie schon bald, was sie erleben und machen sich das Wissen der anderen zu nutze. Gegen Ende der Staffel sind sie längst nicht mehr so geschockt, wenn sie es mit Magie zu tun bekommen.

Diejenigen, die die Bücher kennen, werden feststellen, dass sich nur die ersten beiden Folgen an die Romane anlehnen. Ansonsten wurden einige kleinere Details verändert und verschiedene Personen weg gelassen. So ist Henry in der Vorlage eigentlich Autor von Liebesromanen und bisexuell, was man auch an seiner Beziehung zu dem Straßenjungen Tony merkt, der aus diesem Grund vermutlich weg gelassen wurde.

Vielleicht mögen die Tricks nicht immer ganz ausgereift sein und das eine oder andere Monster ein wenig seltsam aussehen – inhaltlich lässt die Serie keine Wünsche offen. Die Geschichten werden in einer guten Mischung aus Action, Beziehungsdrama und Humor präsentiert, die Schauspieler fügen sich gut in ihre Rollen ein, und die derzeit beliebte Liebesgeschichte wird nicht überstrapaziert.

Wenn sich etwas zwischen Vicky und Henri entwickelt, dann nur langsam. Und der Charakter des Vampirs ist auch nicht gerade uninteressant, da der Königssohn durchaus noch Idealen aus der Vergangenheit folgt und eigentlich ein sehr gläubiger Christ ist.

Über die Ausstattung der Box kann nichts gesagt werden, da nur ein Pressemuster vorlag. Auf den DVDs selbst sind nur die Folgen und ein Trailer zu „Twilight“.

„Blood Ties“ ist eine der unterschätzten Serien. Sie bietet gerade für den Fan von Horror und Phantastik allgemein spannende und abwechslungsreiche Unterhaltung, da sich die Drehbuchautoren und Regisseure sehr viel Mühe gegeben haben, die Mystery-Elemente in ein modernes Krimi-Umfeld zu betten und Charaktere zu erschaffen, die man nicht unbedingt so schnell vergisst, weil sie nicht ganz den gängigen Klischees entsprechen. Wer nach einer ansprechenden Vampir-Serie sucht, die sich nicht nur um Liebe und Beziehungen dreht, sollte auf jeden Fall zugreifen. (CS)

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Blood Ties – Staffel 1 (3 DVDs, 11 Folgen)

Preisrätsel: 2 x je 1 DVD: Blood Ties, Staffel 1

Gewonnen haben Ingeborg Lösch und Sigmund Wedekind

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Place of Darkness

Erstellt von Michael Drewniok am 16. April 2009

Place of Darkness

Originaltitel: From a Place of Darkness (USA 2007)
Regie: Douglas A. Raine
Drehbuch: Scott Kenyon Barker u. Douglas A. Raine
Kamera: Hugh Johnson
Schnitt: Charles David Lee
Musik: Enrique C. Feldman, Srdjan Kurpjel, Drew Martinez u. Jamie Mitchell
Darsteller: John Savage (Vic), Travis Schuldt (Miles Kody), Natalie Zea (Brenda), Conor Duffy (Sean Kody), Valery M. Ortiz (Rosa), Bronson Pinchot (Carl), Carmen Palumbo (Jacqui), Carmen Mormino (Officer Diebel), Jeffrey T. Unterkofler (Officer Paulson), Cristen Irene (Ausreißerin), Nikki Flux, Elina Madison, Jennifer Pfalzgraff (Nutten) u. a.
Label: I-On New Media (www.ionnewmedia.de)
Vertrieb: Splendid Entertainment (www.splendid-entertainment.de)
Erscheinungsdatum: 24.04.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 4260034632226 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1   anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 84 min.
FSK: 18 (keine Jugendfreigabe)

Das geschieht:

Für den erfolglosen Dokumentarfilmer Miles Kody scheint sich das Blatt endlich zum Besseren zu wenden, als es ihm gelingt, den legendären “Snuff”-Filmemacher Vic zu einem Interview zu überreden. Vic äußert sich offenherzig über sein Gewerbe, das darin besteht, Männer und Frauen vor der Kamera zu foltern und abzuschlachten. Gegen seinen Willen ist Miles von dem charismatischen Psychopathen fasziniert und lässt sich immer tiefer in dessen abgründige Welt ziehen, was Gattin Brenda, Bruder Sean und Schwägerin in spe Rosa voller Besorgnis registrieren.

Miles weiht Sean in ein weiteres Geheimnis ein: In dem einsam gelegenen und heruntergekommenen Gebäude, das Vic als Dreh- und Mordstätte benutzt, spukt es! Durch das Objektiv seiner Kamera nimmt Miles die Geister jener Pechvögel auf, die Vic in die Snuff-Falle gingen. Sie müssen die grausamen letzten Momente ihres Lebens wieder und wieder durchleiden.

Snuff und Geister! Das ist ein Doppeltreffer, denkt sich Miles, der damit den skrupellosen Carl als Sponsor für die geplante Dokumentation gewinnen will. Mit dem Erfolg endlich in greifbarer Nähe vermag Miles zu verdrängen, dass im Keller des Gebäudes eine Kreatur lauert, die ganz und gar kein schattenhaft harmloses Gespenst ist. Auch merkt er nicht, wie hilflos er bereits in Vics Netz zappelt, der womöglich auch nicht von dieser Welt ist und ganz eigene Pläne mit Miles und dessen Begleitern hat. Eines unschönen Abends lockt er sie alle in seinen Bau, den sie nicht mehr verlassen sollen …

Mord als intellektuelles Konzept betrachtet

Wird ein Thriller von der Werbung als “intellektuell” gepriesen, reagiert der aus Erfahrung klug & verdrießlich gewordene Zuschauer misstrauisch. “Intellektuell” ist auch kein Wort, das professionelle Marktschreier freiwillig in den Mund nehmen; meist versuchen sie damit ein Filmwerk aufzuwerten, das seinem allzu ehrgeizigen Regisseur und/oder Drehbuchautor (in unserem Fall sowohl als auch Douglas A. Raine) geistig entglitten und als kassenfüllende Unterhaltung missraten ist.

“Place of Darkness” – wann wird die Phase der krampfhaft denglisierten ‘deutschen’ Filmtitel endlich zu Ende sein? – ist so ein Querschläger. Nach Jahren im zweiten Glied der Filmindustrie, in denen er als Regieassistent tätig war oder der “second unit”-Crew vorstand, hat Raine sich für sein Debüt viel vorgenommen; wenig ist ihm gelungen. Dabei stimmten die Rahmenbedingungen: eine gute Idee, engagierte Darsteller, eine grandiose Kulisse.

Zum Stolperstein wird das Drehbuch. Die erste Filmhälfte verspricht Ungewöhnliches. Zwar geht es um grausame Lustmorde, doch “Place of Darkness” ist deutlich kein weiterer “torture porn”, wie sie seit “Hostel” kopiert und in Serie fabriziert werden. Raine geht es um das Phänomen des alltäglichen Grauens, das in jedem Menschenhirn nistet. Normalerweise bleibt es gut kontrolliert in seinem düsteren Winkel, ist aber präsent, und manchmal fordert es seinen Willen. Erst Miles und Sean, dann Brenda und Rosa sind gleichermaßen angeekelt wie gefesselt, als sie mit Vics ‘Arbeit’ konfrontiert werden – schlüssig in Szene gesetzte, gut gespielte Szenen, die den Ekel als primär politisch korrekte Reaktion offenlegen, die nicht lange die Leidenschaft für das Böse übertünchen kann. In jedem Mensch steckt ein Vic, so Raines Schlussfolgerung, und damit mag er richtig liegen.

Vielversprechende Ideen zu Beginn

Tucson im US-Staat Arizona bot Raine die ideale Kulisse für seinen Thriller: In einer öden und menschenleeren Vorstadtgegend fand er einen verkommenen Flachbau, der angeblich einst ein Krankenhaus war. Von fähigen Bühnenbildnern und Ausstattern unterstützt, mutierte dieser ohnehin trostlose Ort zu einem der schmierigsten, finstersten und abstoßendsten Schauplätze der Filmgeschichte. Dies IST ein Ort des Bösen, der seinen Einfluss auf Miles nicht verfehlen KANN.

Die schleichende Manipulation, mit der Vic den ahnungslosen und willigen Miles in seinen Bann zieht, gehört zu den besten Sequenzen des Films. John Savage ist ein fabelhafter, entsetzlicher Vic – oberflächlich beherrscht, sogar freundlich, lässt er von einem Moment zum nächsten sardonische Bosheit und akute Gefährlichkeit durchschimmern, die er sogleich wieder kaschiert; kein Wunder, dass er Miles aus dem ohnehin labilen Gleichgewicht bringt.

Interessant ist die Idee, dass die Geister derer, die Vic in seinem abgelegenen Unterschlupf zu Tode brachte, dort weiterhin umgehen. Raine versucht sogar eine ‘wissenschaftliche’ Erklärung: Lebensenergie ist Energie, und die kann nicht zerstört, sondern höchstens verändert werden. Die Mauern des alten Krankenhauses sind quasi vollgesogen mit den letzten und besonders intensiven Lebenszeichen der Snuff-Opfer. Da diese nicht selten selbst Täter waren, die dann von Vic umgebracht wurden, sind es keine um Erlösung bittenden Geister, die sich hier manifestieren.

Ebenfalls gelungen ist der Kunstgriff, Vic selbst als einen der Geister zu entlarven. (Das geschieht relativ früh und wird bereits in den ersten Filmminuten angedeutet, sodass diese Offenbarung nicht als Spoiler zu werten ist.) In dieser Rolle kann Vic wesentlich bedrohlicher auftreten denn als Lebender. Wer Vic wirklich ist – der Geist eines bösen Menschen oder ein höllischer Dämon, wie Raine mit schlaglichtartig andeutet -, bleibt offen: eine gute Entscheidung, die mit dem missratenen Finalgag versöhnt, als Vic plötzlich körperlich wird und durch die USA reisen kann, um an neuem Ort seine alte Mordmasche zu reiten.

Absturz in der zweiten Hälfte

“Place of Darkness” gehört zu den Filmen, deren Untergang sich szenengenau festmachen lässt. Ziemlich genau zum Ende der ersten Hälfte gingen Raine offensichtlich die Ideen aus. Was bisher doppeldeutig war und auf verschiedenen Verständnisebenen spielte, bricht zusammen und zerfließt zu plattem Splatter-Humbug, der zu allem Überfluss nicht einmal gut gemacht ist. Wurden die Snuff-Morde nie im Detail gezeigt, metzelt man einander jetzt offen mit Messer, Kamerastativ oder Pistole.

Mit der ‘Intellektualität’ des Thrillers ist es allemal vorbei, als die Geister die Bühne betreten. Der Snuff-Plot wird Nebensache, vordergründige Buh!-Effekte ersetzen die diffuse Drohung, die bisher über der Szene lag. Die philosophischen Fragen über das Wesen des Bösen, den Voyeurismus und die Mitschuld des scheinbar unschuldigen Betrachters werden ad acta gelegt. Der beste Spielfilm, der sich mit dem Snuff-Thema beschäftigt, bleibt “Tesis” (Spanien 1996; dt. “Tesis – Faszination des Grauens”).

Miles besinnt sich stattdessen plötzlich seiner Ghostbuster-Wurzeln und macht sich daran, Vic die (wie gesagt angeblich unzerstörbare) Lebensenergie zu entziehen. Aus dramaturgischen aber wenig einleuchtenden Gründen vermag ihm Vic, der bisher problemfrei durch seine Höhle spukte, dabei nicht auf die Schliche zu kommen. Also ruft er Miles’ Gattin, Bruder, zukünftige Schwägerin und den Widerling Carl herbei, springt von Hirn zu Hirn und lässt sie mit allerlei zufällig vorhandenen Mordwerkzeugen aufeinander losgehen. Zwei Polizisten eilen, um sich haarsträubend unprofessionell zu verhalten, damit sie Vics Jagdstrecke verlängern, d. h. ebenfalls umgebracht werden können.

So geht das eine frustrierende halbe Stunde lang ohne Überraschungen hin und her, bis Miles und Rosa dem fiesen Vic endlich das jenseitige Lebenslicht ausgeblasen haben. Dann beginnt abrupt ein neuer Film – quasi die Fortsetzung von “Place of Darkness” als Film im (oder am) Film: Miles und Rosa stöbern Vic in dessen neuen Schlupfwinkel auf und setzen zur neuen Attacke an. Das ist unerhört schlecht realisiert und kostet Raine und seinen Film die letzten Zuschauersympathien.

Darsteller in der Dunkelheit

Für “Place of Darkness” castete Raine Schauspieler, die relativ kostengünstig und gewöhnt sind, schnell und präzise zu arbeiten, denn dies ist ein Film mit sehr beschränktem Budget, was Raine freilich geschickt zu bemänteln weiß. Schnelle Schnitte bringen Bewegung ins Geschehen, die Kamera ist agil, nutzt einfallsreich Licht und Schatten. Die Darsteller drehen meist für das Fernsehen. Der einzige ‘Star’ ist John Savage, ein Schauspieler von unbändigem Schaffensdrang, der gern einmal für wenig Geld auftritt, wenn ihn das Projekt interessiert.

Savage gibt wie gesagt erschreckend gut einen erzbösen Vic. Travis Schuldt ist überzeugend als Mann, der den “place of darkness” in sich entdeckt und Vics Lockruf nach und nach verfällt – schade, dass auch dies in der zweiten Hälfte belanglos wird. Natalie Zea bleibt die undankbare Rolle der (über-) besorgten und liebenden Gattin, die immer wieder zur Rückkehr in die Normalität aufruft, bis auch sie Vics Sirenengesängen erliegt.

Conor Duffy, Valery M. Ortiz und besonders Bronson Pinchot sind Chargen und Kanonenfutter. Ihre ‘Besessenheit’ wird vom Drehbuch nicht gestützt und wirkt deshalb aufgesetzt. Als Snuff-Opfer heuerte Raine Wrestlerinnen und silikonverstärkte Kleinmiminnen an, die es gewohnt sind, sich busenfrei vor der Kamera zu tummeln. Ihr Ende in “Place of Darkness” erzeugt ein unbehagliches Gefühl beim Zuschauer – dies allerdings nicht, weil es niederträchtig ausfällt, sondern weil diese Darstellerinnen fast durchweg so hässlich anzuschauen sind, dass sich Mitgefühl nicht einstellen will. Womit der Teufelskreis sich geschlossen hat, denn der Eindruck, dass mit diesem Film etwas grundsätzlich schlief gegangen ist, wird den Zuschauer mit Recht bis zu den Schlusscredits nicht mehr verlassen.

DVD-Features

Bis auf den Trailer zum Hauptfilm hat das Label sich und den Zuschauern das Aufspielen von Extras erspart. Auch eine Website zum Film lässt sich nicht finden.

[Michael Drewniok]

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Place of Darkness

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Millennium Crisis

Erstellt von Galaxykarl am 16. April 2009

Millennium Crisis

Darsteller: Clare Stevenson, Ted Raimi, Tao Jones, Lindsey Roberts
Regie: Andrew Bellware
Drehbuch: Andrew Bellware, Antony Litton, Laura Schlachtmeyer
FSK: 16
Länge: 85 Minuten
Produktion: Braidwood Films
Verleih: Sunfilm Entertainment
USA 2009
Genre: Science Fiction

Aurora hat eine geheime und mächtige Gabe, mit der die gesamte Menschheit ausgelöscht werden könnte. Doch sie wird von diktatorischen Außerirdischen, den Kluduthu entführt und auf deren Wüstenplaneten gefangen gehalten. Ihr gelingt die Flucht, allerdings gerät sie dabei mitten in einen Krieg, der schon seit Millionen von Jahren geführt wird. Kann sie Widerstand leisten oder wird sie eine von ihnen werden?
- Covertext

Diesem Text nach hätte Millennium Crisis eigentlich das Zeug zu einem guten SF-Thriller, doch um es gleich am Beginn zu erwähnen: Das Ding ist totaler Schrott und es stinkt mir gewaltig, dass sich das wiederum negativ auf das Genre Science-Fiction auswirken könnte. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Machwerk von so wenig wie möglich Leuten gesehen wird. Doch zurück zum Anfang.

Clare Stevenson in der Hauptrolle der Aurora stelzt so holzbeinig durch die – übrigens absolut üblen – Kulissen, dass man zuerst nicht weiß, ist sie ein schlecht geölter Roboter oder kommt sie aus einem Millionen Jahre langen Kälteschlaf und hat davon die Steifheit noch nicht überwunden. Ted Raimi – einigen vielleicht noch aus den Serien „Xena“ (USA, Neuseeland 1995) und „SeaQuest DSV“ (USA 1993) bekannt – zeigte in diesen Filmchen schon keine gute Figur, hier ist er aber völlig fehl am Platz. Beide werden sich sicher nie Gedanken machen müssen, was sie zu einer Oscar-Verleihung anziehen sollen. Die anderen Schauspieler verdienen noch nicht einmal diese Bezeichnung und so spare ich mir hier deren Erwähnung.

Weder auf dem Cover, noch auf dem Umschlag sind die Mitarbeiter für Special-Effects, Maske, Kostüme, Szenario, Raumschiffe oder Technik, Kamera usw. aufgeführt und das ist auch gut so. Ich habe schon Hunderte SF-Filme und –Serien gesehen, aber das hat noch niemand gewagt mir unter die Augen zu führen: Das beste an den „Kulissen“ waren einigermaßen gut gemalte Hintergrundbildchen, vor denen übel animierte Gleiter und Raumschiffe fliegen, fast jede Einstellung ist entweder mit Weichzeichner oder durch Überbelichtung so undeutlich, dass man die wahrscheinlich in Wahrheit noch schlechteren Kulissen nicht erkennen kann. Die „Maske“ erstreckt sich auf Frisuren, wie wir sie in den 70ern aus der englischen „UFO“-Serie (GB 1970) kennen: bunter Bubikopf. War damals noch als hip-modern und futuristisch akzeptabel, aber Anno 2009 wirkt es einfach nur einfallslos. Die Special-Effects begnügen sich mit eingeblendeten Lichteffekten (Szene: Harkness „saugt“ Lebensenergie aus Opfer), die sich noch nicht mal bewegen oder eine Fließrichtung andeuten. Das haben wir schon weitaus besser in „Lifeforce – Die tödliche Bedrohung“ (GB 1985) gesehen und das ist auch schon 25 Jahre her.

Die gesamte Handlung ist dermaßen wirr, dass ich nach dem Schluss doch tatsächlich den Covertext noch mal lesen musste, um zu erfahren, was ich eigentlich gerade gesehen habe. Auch die dümmlichen Dialoge trugen wenig zu meiner Aufklärung oder Erbauung bei. Dann gibt es noch eine Kampfszene mit einer halbnackten Frau, wobei sich mit nicht erschließt, warum die Dame dabei ihre Titten durch die Gegend schwingen musste. Ach ja, vielleicht hielt sie sich ja für eine Art Amazone. Ich vermute jedoch, dass damit zumindest die männlichen Zuschauer über die Lahmarschigkeit der Bewegungen hinweggetröstet werden sollten.

Um dem Ding noch die Krone aufzusetzen, marschiert am Ende die überlebende Aurora auf dem Wüstenplaneten dann in die untergehende Sonne. Nomen est Omen? Eigentlich ist dass doch der Schluss bei einem guten Western, aber nicht bei einem SF-Thriller, der von sich behauptet „In der Tradition von Dr. Who, Lexx und Star Trek“ zu stehen. Größenwahn, ich hör dich kommen.
(Werner Karl)

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Millenium Crisis

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