Filmbesprechungen.de

reloaded

  • Retrospektive

  • Kategorien

    Abenteuer (16)
    Action (35)
    Allgemein (106)
    Animation & Trick (15)
    beendete Preisrätsel (65)
    Buch zum Film (12)
    Buchrezension (2)
    Comic (4)
    Dokumentation (16)
    Drama (38)
    Familie (15)
    Fantasy (10)
    Filmhörspiel (1)
    FSK18 & k.J. (40)
    Heimatfilm (1)
    Historie (1)
    Horror (70)
    Interview (1)
    Kinder (11)
    Kino (10)
    Komödie (20)
    Kriminalfilm (20)
    laufende Preisrätsel (1)
    Mystery (31)
    News (3)
    Pressemeldungen (27)
    Science Fiction (29)
    Serie (23)
    Thriller (29)
    Videospiele & Computerspiele (2)
    Western (3)

    WP Cumulus Flash tag cloud by Roy Tanck requires Flash Player 9 or better.

  • Archiv

Archiv für Juni, 2009

Der eisige Tod

Erstellt von Michael Drewniok am 24. Juni 2009

Der eisige Tod

Originaltitel: Wind Chill (USA 2007)
Regie: Gregory Jacobs
Drehbuch: Joseph Gangemi, Steven Katz
Kamera: Dan Laustsen
Schnitt: Lee Percy
Musik: Clint Mansell
Darsteller: Emily Blunt (Mädchen), Ashton Holmes (Junge), Martin Donovan (Highway-Polizist), Ned Bellamy (Schneepflug-Fahrer), Ian Wallace (Priester), Donny Lucas (Flussgeist), Chelan Simmons (Braut) Darren Moore (Ladenverkäufer) u. a.
Label u. Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment (www.sphe.de)
Erscheinungsdatum: 18.03.2008 (Kauf-DVD)
EAN: 4030521448872 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1   anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 87 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Eine Studentin möchte über die Weihnachtsfeiertage per Mitfahrgelegenheit ihr Elternhaus erreichen. Gen Pennsylvania fährt nur ein Kommilitone, dessen uralte, mit Wohnungs-Inventar vollgerümpelte Limousine der jungen Frau wenig Vertrauen einflößt. Doch notgedrungen steigt sie schließlich ein, zumal Eile ratsam ist: Ein gewaltiger Schneesturm wurde angekündigt.

Die Reise gestaltet sich mühsam, denn der Fahrer ist ein wenig aufdringlich, die Mitfahrerin misstrauisch. Testfragen enthüllen, dass er nicht ist, wofür er sich ausgibt. Bis er sich als schwer verliebtes aber in der Balz ungeschicktes Männchen offenbart, hat sich das Klima auch innerhalb des Wagens arg abgekühlt. Um die Angebetete doch noch zu beeindrucken, beschließt der Student einen romantischen Abstecher durch den tief verschneiten Bergwald jenseits des langweiligen Highways.

Auf der abgelegenen Seitenstraße kommt es zum Unfall. Ein Beinahe-Zusammenstoß lässt das Auto in den Graben rutschen. Der andere Fahrer macht sich davon. Benzin läuft aus, das ungleiche Paar sitzt ohne Heizung in der Wildnis fest. Entdecken wird man sie erst am nächsten Morgen. Die Nacht bricht herein, die Temperatur sinkt auf 30° unter Null. Zu allem Überfluss hat sich der junge Mann verletzt und wird nicht lang durchhalten.

Kann es noch schlimmer kommen? Durchaus, denn unheimliche Gestalten bewegen sich plötzlich durch die eisige Dunkelheit. Sie kommen nicht als Retter, wie unser Paar erschrocken feststellt: Es sind die Geister derer, die an genau dieser Stelle umgekommen sind. Nacht für Nacht müssen sie ihre letzten Minuten neu durchleben. Der, dem sie ihre Qualen verdanken, lässt ebenfalls nicht lang auf sich warten. Er hat begehrliche Blicke auf die junge Frau geworfen, und denen lässt er nun Taten folgen …

Doppelte Schauder dank Kälte plus Geister

“Wind Chill” – das Frösteln, das dich überfällt, wenn du in der Kälte stehst; gemeint ist das gefühlte Frieren, das nicht unbedingt durch die tatsächliche Temperatur ausgelöst wird. Vor allem Wind setzt es in Gang, es saugt dir die Wärme aus den Knochen, sorgt für nachdrückliches Unbehagen, und es schwächt dich auch psychisch, macht dich anfällig für Panik und Halluzinationen.

Damit könnten die merkwürdigen Begebenheiten dieses Films erklärt werden: Zwei Menschen stecken in der Falle. Sie sind verletzt und haben Angst, es ist schneidend kalt, wärmende Kleidung ist nicht an Bord. Die menschenfeindliche Winterlandschaft war stets nur eine Wagenblechschicht entfernt, und ohne diesen fragwürdigen Schutz fällt sie über die unvorsichtigen Reisenden her. Schlaf könnte den Tod durch Erfrieren bringen, die Nerven liegen blank.

Kein Wunder, dass unser Paar ‘Dinge’ zu sehen beginnt. Eine zufällig gefundene Zeitung aus alter Zeit enthüllt zu allem Überfluss, dass es an ungünstiger Stelle verunglückt ist: Ein mordlüsterner Polizist hat hier einst sein Unwesen getrieben, und hier ist er selbst grausam gestorben. Seine Attacken auf unvorsichtige Autofahrer hat er dennoch nicht eingestellt. Allnächtlich beginnen sich die Dramen der Vergangenheit zu wiederholen. Dabei vermischen sich die Zeitströme, sodass die Geister mit den Lebenden Kontakt aufnehmen können; eine bestenfalls gruselige und schlimmstenfalls tödliche Begegnung.

Kälte bestimmt übrigens schon die Handlung, bevor sie den Geisterwald erreicht. Die beiden Hauptfiguren bleiben namenlos; sie stellen einander nie vor, obwohl sie gemeinsam reisen. “Das Mädchen” ist einsam und abweisend, “der Junge” einsam und verzweifelt. Paradoxerweise bricht die äußere Kälte den inneren Gefühlspanzer schließlich auf; im eiskalten Autowrack wärmen sich gegenseitig und offenbaren einander ihre Sorgen und Nöte.

Kein Horror von der Stange

“Wind Chill” erzählt eine im positiven Sinn altmodische Geistergeschichte. Grusel entsteht hier durch Story und vor allem Stimmung. Blutige oder nackte Haut ist (schon angesichts des Klimas) keine Option, auf die Drehbuchautoren und Regisseur setzen. Es beginnt als Geschichte zweier gemeinsam einsamer Menschen, setzt sich als Kampf gegen die Natur fort und gipfelt in der Abwehr eines bösen Geistes.

Die Verklammerung dieser Elemente will allerdings nur bedingt gelingen. Vor allem das erste Drittel – das Kennenlernen der beiden Hauptfiguren – wirkt wie aus einem anderen Film; einem Roadmovie mit Krimi-Element, weil zusätzlich eine falsche Fährte gelegt wird, die den jungen Mann in Verdacht geraten lässt, ein psychopathischer Frauen-Kidnapper zu sein. Erst nachträglich erkennt der Zuschauer viele Hinweise auf das spätere Geschehen. Die Spirale der ewigen Wiederkehr ist womöglich bereits mit den ersten Filmminuten identisch.

Auch im dunklen Wald hebt der Schrecken sacht an. Dann geht es freilich Schlag auf Schlag: Ein ganzes Rudel glatzköpfiger Priester-Geister bricht durchs Gehölz, eine faulig aufgequollene Wasserleiche spuckt dem Mädchen einen Aal vor die Füße, ein Gespenster-Polizist fährt Streife oder jagt eine Gespenster-Braut … Die Geister treten sich förmlich auf die Lakensäume. Weniger Spuk wäre hier stimmungsvoller gewesen, denn so wird es recht laut im Wald.

Die Episode mit dem Schneepflug-Mann will sich nur schwer in den Handlungsablauf fügen. Der Kammerspiel-Charakter, der das Geschehen bisher so effektvoll auf zwei Verlorene konzentrierte, wird aufgebrochen, durch minutenlange Routine-Action ‘ersetzt’ und schließlich wieder aufgenommen – mühsam, denn der Bruch ist geschehen.

Kammerspiel im Autowrack

Der “Junge” und das “Mädchen” sind in quasi jeder Szene präsent. Für die beiden Schauspieler bedeutete dies – zumal unter den schwierigen Drehbedingungen (s. u.) – eine enorme Herausforderung. Regisseur Jacobs hatte Glück sowie den richtigen Such-Ansatz: Er verpflichtete keine vor allem hübschen Darsteller, sondern fand zwei echte Jung-Profis.

Emily Blunt hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Schon in ihrer Heimat England galt sie als vielversprechende Nachwuchsschauspielerin, die ihr Talent in anspruchsvollen Rollen auf der Bühne, im Kino und im Fernsehen unter Beweis stellte. Ein ‘Filmstar’ nach der Definition der Boulevard-Medien ist sie nicht. Was das bedeutet, zeigt Blunt in “Wind Chill”: Sie ist überzeugend als arrogante, unsympathische, emotional verletzte, mitfühlende, erschrockene, entschlossene, kämpferische junge Frau, die niemals in die typische Opferrolle des B-Movie-Horrors fällt.

Ashton Holmes ist ihr gleichgewichtiger Gegenspieler. Auch vom Testosteron-Gestank des Hollywood-Fließbandhorrors gibt es in “Wind Chill” keine Spur. Holmes wirkt als Anti-Macho keineswegs lächerlich, sondern eher tragisch als verliebter Mann, der nur das Beste wünscht und stattdessen das Grauen heraufbeschwört.

Der dreifache Ort des Schreckens

Ein Filmdreh in Eis und Schnee ist eine logistische Herausforderung. Die Temperaturen sind niedrig, die Transportwege rutschig. Szenenwiederholungen zeichnen sich deutlich im Schnee ab, und im ungünstigsten Moment beginnt es zu tauen. Für “Wind Chill” wechselte das US-Filmteam einmal mehr ins Nachbarland Kanada. Hier kostet die Dreharbeit weniger, und mit Schnee darf zuverlässig gerechnet werden. Die Außenaufnahmen entstanden auf der Brenda Mines Road, einer alten Minenstraße in den Bergen nahe Peachland, einer 5000-Seelen-Gemeinde im Südwesten der Provinz British Columbia. Große Teilstücke wurden als Kulissen im Studio nachgebaut. Für die Szenen innerhalb des Autos baute man in Vancouver eine riesige ‘Kühlbox’, um die Temperatur am Drehort so niedrig zu halten, dass den Darstellern Atemfahnen vor den Gesichtern standen – ein Detail, das die Allgegenwärtigkeit der grimmigen Kälte subtil aber nachdrücklich verdeutlicht.

Die Szenen entstanden ‘draußen’, im Studio und in der ‘Kühlbox’. Zwischen den Aufnahmen lagen manchmal nicht nur viele Kilometer, sondern auch Tage oder Wochen. Nicht selten musste der Außendrehort mit künstlichem Schnee ‘nachgerüstet’ werden. In der Kombination verschmelzen diese Szenen indes zu einem fugenlosen Ganzen.

Mit einem konsequent durchgearbeiteten und vor allem in Sachen Geisterbefall ‘entschleunigten’ Drehbuch hätte aus “Wind Chill” ein bemerkenswerter Genrefilm werden können. So reicht es ‘nur’ zu einer gut gespielten und überzeugend umgesetzten Geistergeschichte. Wer genug hat vom Blutbrei der modernen Einheits-Splatter, wird “Wind Chill” als solche genießen.

DVD-Features

Das “Making of” hinterlässt dieses Mal besonders zwiespältig gestimmte Zuschauer. Man wünscht sich und erhält durchaus Hintergrundinformationen zur komplexen Entstehungsgeschichte des Films. Leider wird zwischendurch immer wieder taubes PR-Stroh gedroschen. Da lässt sich – bei ausreichender Sprachkenntnis, denn deutsche Untertitel gibt es nicht – dem Filmkommentar schon mehr entnehmen.

Auch im Internet ist “Wind Chill” vertreten:
www.sonypictures.com/movies/windchill

[md]

Titel bei Amazon.de:
Der eisige Tod
Der eisige Tod DVD

Abgelegt unter Horror, Mystery | Keine Kommentare »

Preisrätsel: 2 x 2 DVDs: “Zwei Stühle – eine Meinung“ und “Kentucky schreit ficken“

Erstellt von Detlef Hedderich am 22. Juni 2009

Preisrätsel: 2 DVDs: “Zwei Stühle – eine Meinung“ 2 DVDs: “Kentucky schreit ficken“ und 2 Promo-T-Shirts mit der Aufschrift: “GEF*CKT EINGESCHÄDELT”:

Zu Gewinnen gibt es 2 x 2 DVDs: “Zwei Stühle – eine Meinung“ / “Kentucky schreit ficken“ und als Trostpreis 2 Promo-T-Shirts mit der Aufschrift: “GEF*CKT EINGESCHÄDELT” jeweils einmal in Grösse L und S.  Wer einen der Preisrätseltitel erhalten möchte, der sollte uns folgende Frage beantworten: Wie heissen die beiden Hauptpersonen/Schauspieler/Komödianten der beiden aufgeführten DVDs?  Die Antwort bitte malien an: redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” eintragen und nicht vergessen anzugeben, welche DVD man gewinnen möchte und im falle des Trostpreises die T-Shirtgrösse mit angeben! Danke. Sobald 20 richtige Einsendungen erfolgt sind werden aus diesen die Gewinner gezogen. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Wir bedanken uns schon mal bei allen Mitspielern des Preisrätsels und danken auch unserem Sponsor RTL und Frau Cindy-Su Parpart von der Marketing & PR-Agentur “Wunderbar” für die tollen Preise! VIELEN DANK! Die Gewinner lauten: Zwei Stühle – eine Meinung: Marcus Becher und Petra Scarada, Kentucky schreit ficken: Lima Suka, Rüdiger Wagner,  Trostpreis 2 Promo-T-Shirts: Heino Metzger, Volker Maschuk. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

“Das waren noch Zeiten in den 90er Jahren, auf RTL liefen keine Dieter Bohlen Selbstdarstellungsshows, sondern am Samstag Abend (bzw. Nacht) wurde mal eben die etwas dröge deutsche Comedy Landschaft renoviert.

Unter der Führung von Hugo Egon Balder sammelten sich mehrere begabte Nachwuchscomedians und wurden unter dem Namen RTL Samstag Nacht jahrelanger, erfolgreicher Fixpunkt im Wochenendprogramm des Fernsehsenders.

In der Zweitverwertung des zahlreich angesammelten Materials erscheinen nun 2 neue DVD’s, die sich hauptsächlich mit den Sketch Reihen “Zwei Stühle – eine Meinung“ und “Kentucky schreit ficken“ beschäftigen.

“Zwei Stühle – eine Meinung“ liefert eine Laufzeit von 135 Minuten, vollgepackt mit den sehr genialen Comedy Interviews des Duos Wigald Boning und Olli Dittrich. Es ist eine Freude zu sehen wie Olli Dittrich verschiedenste Personen persiflieren kann, und deren Eigenheiten sehr zugespitzt darstellen kann und Wigald Boning überzeugt sowohl mit genial dämlichen Fragen als auch mit grellen Anzügen. Als Referenz möchte ich hier die Interviews mit Boris Becker, Franz Beckenbauer und Michael Jackson nennen. Freunde gut gemachter Comedy werden hier zufriedengestellt (…)”
Rainer Janaschke/musikansich.de

“(…)„Zwei Stühle, eine Meinung” von Turbine Medien erscheint auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und bietet rund 135 Minuten Laufzeit zum Besten. Es sind über 20 Interviews enthalten, die sich alle in gleichen Anteilen die Laufzeit teilen. Besonderheiten in Form weiterer Zusatzmaterialien sind nicht auf dem Datenträger vorzufinden. Die Inhalte von „Zwei Stühle, eine Meinung” sind freigegeben ab einer Altersstufe von 12 Jahren. Es ist so, dass wir hier lachen können, die DVD-Fassung jedoch technisch nicht auf der ganzen Linie überzeugen kann. Wer dazumal schon großer Freund der Sendung war, so wie ich, der wird sich hier an den paar Kinken nicht weiter stören und kann das Ganze ab dem 5. Juni zu einem Preis von rund 10,- Euro.”
Andre Schnack/dvdcheck.de

Titel bei Amazon.de
RTL Samstag Nacht – Zwei Stühle, eine Meinung

RTL Samstag Nacht – Kentucky schreit ficken

Abgelegt unter beendete Preisrätsel | 1 Kommentar »

MythBusters Volume 1

Erstellt von Redaktion am 20. Juni 2009

MythBusters Volume 1

Darsteller: Jamie Hyneman, Adam Savage
FSK: ohne Altersbeschränkung
Länge: 796 Minuten
Produktionsjahr: 2003
Bildformat: PAL 4:3 Letterboxed
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Inhalt: 4 DVDs
Label: Edel records GmbH  (www.edel.de)

Die vom Discovery Channel produzierte Serie „MythBusters“ befasst sich mit der Überprüfung urbaner Mythen. Damit sind moderne Sagen und Großstadtmärchen gemeint, die schnell mal die Runde machen und sich in den Köpfen der Leute als Wahrheit festsetzen. Meist sind diese urbanen Mythen glaubwürdigen Freunden von guten Bekannten passiert. Was an diesen skurrilen Behauptungen der modernen Welt tatsächlich dran ist, das versuchen die MythBusters Jamie Hyneman und Adam Savage herauszufinden.

Mit der TV-Doku-Reihe „MythBusters“ feierte der Discovery Channel unerwartet großen Erfolg, legt die Reihe doch mehr Wert auf Unterhaltung, als auf wissenschaftliche Untersuchungen. Doch genau das wollen die Zuschauer sehen und so wird im Jahr 2009 bereits die siebte Staffel produziert. Das Label edel motion hat nun die erste Staffel als DVD-Box auf den Markt gebracht. Darin stellen Hyneman und Savage in sechzehn Episoden mehr als fünfundvierzig urbane Mythen in Frage und gehen ihnen auf den Grund.

Ob es nun explodierende Toiletten sind, ob das Leder eines Zitterals den Magnetstreifen der Kreditkarte löscht, Goldfische denken können oder Mohn süchtig macht -  Jamie Hyneman und Adam Savage nehmen sich der Sache an und zeigen dabei vollen Einsatz. Hier gehen die beiden Spezialeffekt-Experten auch schon mal an ihre Grenzen. Und gerade das sorgt für eine besondere Spannung. Zwar gibt es keine ernsthafte Verletzungen, aber trotzdem steigt der Nervenkitzel an, wenn sich die beiden MythBuster – zum Beispiel – mit Geldstücken beschießen.

Richtig wissenschaftlich gehen Hyneman und Savage nie an den jeweiligen Mythos heran, sind aber trotzdem detailverliebt und penibel. Man merkt den Männern ihren Ehrgeiz an und wird begeistert mitgerissen, sobald sie sich in ein neues Husarenstück vertiefen. Neben der Präsentation sind die Mythen selbst ebenfalls ein Aufmerksamkeitsmagnet. Hier werden keine langweiligen Kamellen aus dem Schrank geholt, sondern kommt kernige TV-Kost auf den Bildschirm. Blitzeinschläge in Piercings oder auch das Vakuum WC sind einfach unheimlich spannend. Da macht das zugucken richtig Laune.

Wer die Doku-Reihe nun schon aus dem Fernsehen kennt, dem wird die leicht geänderte Reihenfolge der Episoden auffallen. Außerdem fehlen die im TV gezeigten Spezialfolgen. Es ist auf den DVDs auch kein Untertitel vorhanden. Das ist recht Schade, trotzdem besitzt die Box einen unheimlich großen Unterhaltungswert.

„MythBusters Volume 1“ ist eine schöne, episodenhafte Unterhaltung. Besonders spektakuläre Experimente kann man sich bequem nochmals anschauen oder gar im Pausenmodus bestaunen. Fans der MythBusters kommen an der Box kaum vorbei, alle anderen sind mit dem guten Stück hervorragend bedient.
(Günther Lietz)

Bei Amazon.de
MythBusters – Die Wissensjäger Volume 1 (4 DVDs)

Abgelegt unter Dokumentation | Keine Kommentare »

Last of the Living

Erstellt von Michael Drewniok am 18. Juni 2009

Last of the Living

Originaltitel: Last of the Living (Neuseeland 2008)
Regie, Drehbuch u. Schnitt: Logan McMillan
Kamera: Kirk Pflaum
Musik: Ben Edwards u. Kurt Preston
Darsteller: Morgan Williams (Morgan), Robert Faith (Johnny), Ashleigh Southam (Ash), Emily Paddon-Brown (Stef), Mark Hadlow (Stefs Dad), u. a.
Label u. Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment (www.ascot-elite.de)
Erscheinungsdatum: 20.05.2009 (Leih-DVD) bzw. 18.06.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 4048317357673 (Leih- u. Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1 – anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 88 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Als die Apokalypse kam, erreichte sie auch das ferne Neuseeland und verwandelte fast alle Menschen in kannibalische Zombies, die auf den Straßen ihr Unwesen treiben und hungrig auf unvorsichtige Zeitgenossen lauern. Morgan, ein erfolgloser Schauspieler, Johnny, ein erfolgloser Rockmusiker, und Ash, ein erfolgloser Buchhalter, haben sich deshalb in einer gut geschützten Villa verschanzt, wo sie ihre Zeit videospielend, dösend und einander ärgernd verbringen. Für Abwechslung sorgen Ausflüge in die Stadt, wo sich das Trio mit Lebensmitteln und Luxusgütern eindeckt und ihr Mütchen an den Zombies kühlt, denen reihenweise die Schädel eingeschlagen werden. So verstreichen die Monate, in denen die drei Jungs eigentlich nur eines vermissen: Frauen!

Auf ein lebendiges Exemplar dieser selten gewordenen Spezies stoßen sie dann eher zufällig. Die Medizinerin Stef ist einem möglichen Heilmittel auf die Spur gekommen. Proben verseuchten Zombie-Blutes müssten auf die abgelegene Insel Stewart Island gebracht werden, wo sie in einem Forschungsinstitut zu einem Serum verarbeitet werden könnten.

Weniger um die Rettung der Menschheit besorgt als bemüht, Eindruck auf die hübsche Stef zu machen, erklären sich Johnny, Morgan und Ash bereit zu helfen. Es beginnt eine Odyssee durch eine von Zombies wimmelnde Welt,, die nicht alle Teilnehmer überleben werden und an deren Ende eine böse Überraschung steht …

Wieso überleben stets die Trottel?

Schlimmer als jeder Weltuntergang durch Zombies oder Pandemien ist der Triumph des Trottels, der Talent durch jene Entschlossenheit wettmacht, die es ihm ermöglicht, seinem Unvermögen Gestalt zu verleihen. Hier ist es ein neuseeländisches Exemplar seiner Art namens Logan McMillan, der sich seinen Traum erfüllte bzw. leider erfüllen konnte, einen Spielfilm zu drehen, wobei die Definitionsgrenzen für “Film” einer enormen Belastungsprobe unterzogen werden.

Wie selbstverständlich wählte er das Horror-Genre. Es ist seit jeher Spielplatz für die McMillans dieser Welt, weil einerseits beliebt und andererseits (scheinbar) simpel in der Umsetzung. Aber das ist ein Irrtum: Guter Grusel ist genauso schwer zu erzeugen wie Romantik, was wir nach der gefühlten Endlosigkeit des Trash-Machwerks “Last of the Living” heftig kopfschüttelnd bestätigen können – immerhin ein Lerneffekt!

Was McMillan vorschwebte, wird allzu deutlich: Er plante nichts Geringeres als eine neuseeländische Version von “Shaun of the Dead”. Seinen Enthusiasmus muss man bewundern, denn durch die Tatsache, dass in seiner Kriegskasse permanent Ebbe herrschte, ließ sich der umtriebige Nachwuchs-Filmer nicht aufhalten. Er setzte auf den Volksfest-Charme, den der Dreh von Zombie-Streifen offensichtlich ausstrahlt, und heuerte absolute Neu-Darsteller sowie eine schier unendliche Reihe begeisterter Zombie-Statisten (oder heißt es hier besser Statisten-Zombies?) an. Nicht einmal 80.000 $ hat er nach eigener Auskunft ausgegeben. Man glaubt es ihm in jeder Filmsekunde.

Das Drehbuch blieb in dem Durcheinander der Filmvorbereitungen leider sekundäres Element. Die Story ist ohnehin nur Vorwand ist für eine Kette eher notdürftig miteinander verknüpfter Episoden. Sie könnten problemfrei in unterschiedlicher Reihenfolge montiert werden, was der Handlung weder nützen noch schaden würde. In der Tat hat McMillan in den drei Jahren, die er an seinem Film ‘arbeitete’, diverse Szenen gestrichen bzw. neu konzipiert und nachgedreht. Der einzige Zweck war nicht selten die Notwendigkeit, das Endprodukt auf die markttaugliche Spielfilmlänge von ca. 90 min. zu bringen. Zu seinem Glück ist “Last of the Living” ein fadenloses und fades Durcheinander, das solche brachialen Eingriffe verträgt.  Ein ‘offenes’ Ende, das nichts als Ratlosigkeit verrät, krönt die Konzeptlosigkeit unfreiwillig genial.

Do it yourself – aber niemals richtig!

Wenn man dem Ideengehalt des Drehbuchs den Wert Null zuweist, muss man für die Bewertung der handwerkliche Umsetzung in den Minusbereich gehen. Die ‘Masken’ wurden offenbar einem Schminkkasten fürs Kindergarten-Theater entnommen. Den ‘Zombies’ wurde in 99 von 100 Fällen ein wenig graue und rote Farbe in die Gesichter geschmiert, was nicht nur gar nicht überzeugt, sondern auch nicht verbergen kann, dass einige der für diese Rollen angeheuerten Statisten sich das Grinsen nicht verbeißen konnten. Für angeweste oder verstümmelte Zombies wurde möglicherweise ein Gemisch aus Mehl und Mullbinden angerührt. Die Darsteller sehen darunter wahrlich scheußlich aus, aber es erschreckt höchstens die Dreistigkeit, mit der McMillans Spießgesellen ihr Publikum für dumm verkaufen wollen.

Das ist zu toppen: Hin und wieder gibt der Regisseur, wonach das einschlägige Publikum verlangt – Zombies müssen geköpft werden, wenn man sie stoppen will. Das gibt theoretisch Raum für unterhaltsame Ekel-Effekte, die in unserem Fall aus Kostengründen entweder entfallen oder durch Tricks aus der Dampfmaschinen-Ära der Filmgeschichte in ihrer Wirkung aufgehoben werden.

Gedreht wurde primär “on the road”, denn für Kulissen im eigentlichen Sinn war ebenfalls kein Geld da. Irgendwie gelang es McMillan, ganze Straßenzüge seiner Heimatstadt Christchurch zeitweise verkehrs- und menschenfrei zu halten. Er ließ die Kamera und seine Darsteller laufen und malträtiert folgerichtig seine Zuschauer mit endlosen Ansichten postapokalyptisch leerer Straßen (in denen die Auto ordentlich am Rand geparkt stehen und der Müll in den Eimern liegt).

Ansonsten stapft die Darstellerschar über Schafswiesen oder irrt zwischen verfallenen Nissenhütten umher, die als “Forschungsstation” deklariert werden. Aufwendigstes Requisit ist ein prollig gepimpter Ford Cortina Baujahr 1974, der durch Rammstacheln in ein Mad-Max-Vehikel für Arme verwandelt wurde. Viele Minuten werden mit Schleichwerbung für eine obskure “down-under”-Hardrock-Band namens “The Frank Woo” gefüllt. Für die alles verbindende Klammer sorgt das minderwertige Equipment, das ausschließlich unscharfe, grobkörnige, grau-grünstichige Filmbilder produziert.

Darsteller buchstäblich am Ende der Welt

Die Filmgeschichte ist reich an hoffnungsvollen und begeisterungsfähigen Nachwuchs-Schauspielern, die sich nicht selten lohnfrei in ein Projekt stürzen, das ihnen eine Filmrolle garantiert. Grausame Ernüchterung ist oft die Folge – nicht nur für die Beteiligten, sondern auch für das unschuldige Publikum.

Selbst das Internet gibt nur die Namen derer bekannt, die Logan McMillan für sein Regiedebüt anheuerte. Bis auf den Nebenrollen-Veteranen Mark Hadlow, der in seinem Ein-Minuten-Auftritt nicht glänzen kann, treten nur Anfänger vor die Kamera. Wenn es vor allem Führung war, die sie dort benötigten, haben sie diese von ihrem Regisseur und Drehbuchautoren nicht erhalten. Also chargieren die Herren Williams, Faith & Southam, aber auch Emily Paddon-Brown aus Leibeskräften. Beseelt wurden sie dabei womöglich durch Verzweiflung, weil sie Szenen improvisieren mussten, die ein erfahrener Filmemacher besser geschrieben oder nachträglich wenigstens auf Sekundenlänge zusammengestrichen hätte. Stattdessen plappern und mimen die Darsteller aus Leibeskräften, damit wenigstens etwas auf dem Bildschirm geschieht. Dabei bleibt keine Zeit für Nuancen oder für das Timing, das auch eine Horror-Komödie so dringend benötigt.

Ebenfalls nicht verstanden hat McMillan, dass Couch-Kartoffel-Proleten als solche nicht komisch sind. In “Shaun of the Dead” waren die unterbelichteten ‘Helden’ sympathisch gezeichnet. Hier sind sie einfach hohlköpfiges Pack. Die Versuche, ihnen exzentrische Züge zu verleihen, scheitern auf das ganzen Linie. Auch Stef ist weder so “taff”, wie Morgan, Johnny und Ash einander ständig versichern, noch überzeugt sie als ‘Wissenschaftlerin’.

Letztes Rätsel bleibt, wieso die deutsche Version von “Last of the Living” nur eine FSK-18-Freigabe erhielt. Die Splatter-Effekte sind nicht nur kläglich, sondern auch zahlenarm. Damit ist die Indizienlage eindeutig: “Last of the Living” ist Trash: kein fröhliches Spucken auf politisch korrekte Unterhaltung, sondern Trash im Sinne von Abfall. Und Abfall gehört bekanntlich auf die Müllkippe.

DVD-Features

“Last of the Living” ist ein Film aus Neuseeland. Aus Neuseeland kommt Peter Jackson, der u. a. mit “The Lord of the Rings” Filmgeschichte geschrieben hat. Diese Blockbuster-Trilogie wurde in Neuseeland gedreht. Also ist Neuseeland ein Ort, an dem gute Film-Phantastik entsteht.

Etwa so müssen sich jene skrupellosen Krämerseelen, die “Last of the Living” über uns brachten, das Wunschdenken ihrer Zuschauer (= Käufer) zurechtgebogen haben. Nur auf diese Weise kann die (übrigens stets zur Vorsicht mahnende) Bezeichnung “Kultfilm” zu Stande gekommen sein. Um den Schein des Lohnenswerten zusätzlich aufrecht zu erhalten, wurden dem Hauptfilm ungewöhnlich viele Features beigegeben. Auch sie suggerieren einen Geheimtipp, fügen sich aber stattdessen nahtlos in das ärgerliche Gesamtbild ein.

Stolz stellen sich alle Hauptdarsteller sowie “total film maker” Logan McMillan der Interview-Kamera. Man hat sie bisher sichtlich selten oder noch gar nicht über ihren Job befragt. Begeistert erzählen sie von den Dreharbeiten und scheinen dabei über einen ganz anderen und deutlich besseren Film zu reden.

Regisseur, Drehbuchautor und Cutter McMillan darf darüber hinaus den Abfall aus dem Schneideraum vorführen und kommentieren. Die “deleted scenes” sind miserabel, ihr Fehlen macht das Werk nicht erträglicher. Das alternative Ende ist genauso bescheuert wie das ein Jahr nach dem eigentlichen Dreh nachgeschobene ‘richtige’ Finale. Alles zusammen komplettiert den Tatbestand der fortgesetzten Publikumsverdummung.

[md]

Titel bei Amazon.de:
Last of the Living

Abgelegt unter FSK18 & k.J., Horror, Komödie | Keine Kommentare »

Preisrätsel 2 x WINGED CREATURES-DVD

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. Juni 2009

WINGED CREATURES
Beeindruckender Film mit Kate Beckinsale, Forest Whitaker, Jennifer Hudson, Dakota Fanning
und Guy Pearce
DVD-Verleihstart: 04. Juni 2009
DVD- und Blu-ray-Verkaufsstart: 18. Juni 2009

Preisrätsel 2 x Winged Creatures-DVD

Wer einen der beiden Preisrätseltitel erhalten möchte, der sollte uns folgende Frage mailen: Wie heissen die beiden Hauptpersonen? Die Antwort bitte malien an: redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” eintragen. Danke. Sobald 20 richtige Einsendungen erfolgt sind werden aus diesen die beiden Gewinner gezogen. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! – Die beiden Preisrätseltitel haben gewonnen: Franka Hermanns und Sonja Christiansen. Herzlichen Glückwunsch!

Eigentlich ist es ein Vormittag wie jeder andere, der die Gäste in das gemütliche Diner inmitten der Millionenstadt Los Angeles führt. Bis zu dem Moment, als sich die sorglose Routine von der einen auf die andere Sekunde in nackte Panik und blanken Terror verwandelt. Der unscheinbare Mann, der eben das Restaurant betrat, beginnt plötzlich aus heiterem Himmel auf Gäste und Personal zu schießen. Er exekutiert wahllos unschuldige Menschen, ehe er sich nach seinem Blutbad selbst richtet. Jeder der Überlebenden dieses Verbrechens versucht nun, die furchtbaren Ereignisse für sich zu verarbeiten. Alle einzelnen Schicksale scheinen nach diesem Erlebnis völlig aus dem Ruder zu laufen …

Eine Sekunde kann dein ganzes Leben verändern. Eine Schießerei in einem Diner im kalifornischen Los Angeles wird für die Beobachter der Tat zu einem schicksalhaften Erlebnis. Der Film betrachtet die unterschiedlichsten Reaktionen und Beziehungen, die sich nach der schrecklichen Tat zwischen den Opfern bilden und offenbart die Ängste und Sehnsüchte unserer Gesellschaft. Regisseur Rowan Woods inszenierte mit WINGED CREATURES ein eindringliches und authentisches Meisterwerk mit zahlreichen Hollywoodgrößen u.a. Forest Whitaker, Dakota Fanning, Guy Pearce, Kate Beckinsale, Jennifer Hudson.

Ausstattung der DVD:
Bildformat: 1.78:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsche Untertitel für
Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2008
FSK: ab 16 Jahren
Länge: ca. 92 Min.
Leih-EAN: 4011976 871163
Kauf-EAN: 4011976 871187

Titel bei Amazon.de
Winged Creatures


Ausstattung der Blu-ray:
Bildformat: 1.78:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2008
FSK: ab 16 Jahren
Länge: ca. 96 Min.
Kauf-EAN: 4011976 314189

Titel bei Amazon.de
Winged Creatures [Blu-ray]

Abgelegt unter beendete Preisrätsel | Keine Kommentare »

100 Feet – Wenn selbst der Tod nicht scheidet

Erstellt von Michael Drewniok am 12. Juni 2009

100 Feet – Wenn selbst der Tod nicht scheidet

Originaltitel: 100 Feet (USA 2008)
Regie u. Drehbuch: Eric Red
Kamera: Ken Kelsch
Schnitt: Anthony Redman
Musik: John Frizzell
Darsteller: Famke Janssen (Marnie Watson), Bobby Cannavale (Shanks), Ed Westwick (Joey), Michael Paré (Mike Watson), John Fallon (Jimmy), Patricia Charbonneau (Frances), Kevin Geer (Pater Pritchet), Ken Kelsch (Müllmann), Tibor Pálffy (Obdachloser) u. a.
Label: Ufa Home Entertainment
Vertrieb: Universum Film (www.universumfilm.de)
Erscheinungsdatum: 13.03.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 0886973678190 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1   anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 92 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Drei Jahre musste Marnie Watson im Gefängnis verbringen, nachdem sie in Notwehr ihren Gatten erstach. Von seinen Kollegen immer wieder gedeckt, hatte Polizist Mike Wut und Frustration prügelnd an seiner Ehefrau ausgelassen. Das letzte Jahr ihrer Strafe darf Marnie in dem Haus verbringen, das nun ihr allein gehört. Eine elektronische Fußfessel gestattet ihr die freie Bewegung in einem Radius von 30 Metern (= 100 Fuß), bevor ein Alarm ertönt und die Polizei auf den Plan ruft.

Dass genau dies geschieht und Marnies Hausarrest wieder ins Gefängnis muss, ist die Hoffnung des Polizisten Shanks. Einst Mikes Partner und ein enger Freund der Familie, hat er Marnie ihre Tat nie verziehen. Ausgerechnet er ist nun der für sie zuständige Überwachungsbeamte. Vom Groll zerfressen, postiert sich Shanks in seinem Wagen auf der Straße vor Marnies Haus und überwacht sie, um sie bei einem Verstoß gegen die Auflagen zu ertappen.

Einsamkeit, die Last der Erinnerungen und die offene Ablehnung der Nachbarn, die früher ihre Freunde waren, machen Marnie zusätzlich zu schaffen. Ihr schlimmster Albtraum manifestiert sich indes in der Nacht: Mike mag tot sein, doch sein Geist ist quicklebendig. Er hat voller Wut auf Marnie gewartet, denn er gedenkt zu vollenden, was ihm zu Lebzeiten nicht gelang. Fortan wird Marnies Leben zum Albtraum, denn immer wieder fällt Mike prügelnd über sie her. Flucht ist unmöglich, und sie will auch gar nicht weglaufen: Marnie nimmt erneut den Kampf gegen ihren Peiniger auf.

Doch wie vertreibt man ein Gespenst? Marnie muss alle Güter des Toten aus dem Haus entfernen. Dessen Mauern bergen allerdings ein Geheimnis, das Marnie erst lüften muss. Außerdem schaut Mike ihren Bemühungen nicht tatenlos zu. Immer heftiger werden seine Übergriffe, und Marnies Widerstand steigert seine Wut …

Bis dass sein Tod euch wieder vereint

Geisterrache aus dem Jenseits: Der Horrorfilm könnte ohne dieses Motiv definitiv nicht existieren. Dabei liegt es in der Natur der Sache – gemeint ist die Unterhaltung -, dass es selten die im Leben zu kurz Gekommenen sind, die nach dem Tod jene piesacken, denen sie ihre diesseitigen Leiden ‘verdanken’. Der gute Mensch wird offenbar auch nach seinem Tod nicht zum Rächer, sondern bleibt Bittsteller, der um Erlösung bitten muss. Allerdings sind die Bösewichter ohnehin die interessanteren Zeitgenossen. Ob tot oder lebendig: Zumindest auf Leinwand und Bildschirm müssen wir sie nicht fürchten, sondern können beobachten, wie sie einfallsreich über Pechvögel wie die arme Marnie kommen.

Wobei das Prädikat “einfallsreich” nur schwer mit einem Film wie “100 Feet” in Einklang zu bringen ist. Regisseur und Drehbuchautor Eric Red gehört zu jenen Filmschaffenden, die das Beste wollten und nur knapp oberhalb des Schlechten bruchlandeten. “100 Feet” ist ein Film der verschenkten Möglichkeiten. Wer die Hauptschuld trägt, bleibt für den Zuschauer schwer durchschaubar. Red deutet dunkel Differenzen mit dem Studio an, das einen konventionellen, problemlos zu vermarktenden Horrorfilm verlangte und diesen durchsetzte. Solche unterstellten Machenschaften bieten freilich auch ein Schlupfloch für ambitionierte Künstler mit beschränktem Talent.

Fakt ist: “100 Feet” beginnt als psychologisches Drama einer verhärmten, vom Leben gebeutelten Frau, die nur scheinbar frei ist, sondern perfide an den Schauplatz ihres Verbrechens gekettet wird. Red ist zu diesem frühen Zeitpunkt gekonnt bei der Sache, und eine wunderbare Famke Janssen (dazu weiter unten mehr) vermag diese Rolle jederzeit glaubhaft mit Leben zu füllen; sogar ohne Geisterbefall sind wir neugierig, wie es ihr ergehen wird.

Die Stimmung ist gedrückt und verheißt Unerfreuliches. Der erfahrene Zuschauer erwartet nun das allmähliche “Hallo!” näher rückender Spukgestalten. Genau hier wirft Red das Steuer herum: Geister-Mike betritt die Szene mit einem Donnerschlag. Von Zurückhaltung keine Spur, und gleich rutscht ihm die Hand wieder aus.

Red erklärt dies zum Stilmittel. Mike soll kein überirdisches Wesen, sondern auch als Geist das durchaus materielle Spiegelbild eines prügelnden Ehemanns sein. Warum nicht, als Idee ist das durchaus interessant, zumal Red Marnie schlüssig reagieren lässt: Sie hält sich nicht lang mit Zweifeln auf, sondern akzeptiert die Heimsuchung als Tatsache und stellt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Gegenwehr ein, ist kein hysterisches Opfer, sondern wird eine aktive Gegnerin.

Unlogik ist schlimmer als Geisterspuk

Das nachzuvollziehen ist aufgrund des in der zweiten Filmhälfte zunehmend zerfahrener wirkenden Drehbuchs leider kaum möglich. Wie geht man gegen einen Geist vor? Marnie leiht in der Bibliothek Bücher über Geister aus. Siehe da, schon in Band 1 stößt sie auf eine ausführliche Beschreibung für Do-It-Ourself-Exorzisten, der sie treulich Folge leistet. Glaubt sie tatsächlich, damit Erfolg zu haben? Der Zuschauer weiß es besser, und das liegt nicht nur an der Lachhaftigkeit des Rituals.

Fragen, Fragen … und selten eine gute Antwort. Wieso wirft Marnie ihren Ehering in den Abfall-Häcksler, der definitiv kein Metall zerkleinern kann? Weil sie das Drehbuch zwingt, ihre Hand in das Gerät zu stecken, um den Ring wieder herauszufischen, was Mike die Gelegenheit verschafft, den “An”-Schalter zu drücken. Wieso kann Shanks Tage und Nächte damit verbringen, als Aufpasser vor Marnies Wohnung zu hocken? Gibt es keinen Dienstplan, an den er sich zu halten hat? Wie realistisch ist es, dass ausgerechnet Mikes Polizei-Partner die Aufgabe übertragen bekommt, Marnie zu überwachen? Shanks argwöhnt, dass Mikes eigentlicher Mörder nachts in Marnies Haus schleicht, um sie zu bedrohen und zu schlagen: Warum passt er nicht besser auf? Oder noch besser: Wieso verlegt er seinen Wachposten nicht IN das Haus? Sollte Marnie etwas gegen Hilfe bei der Geisterjagd haben?

Die korrekten Antworten hätten allerdings das sofortige Filmende zur Folge. Deshalb schleppt sich die Handlung von einer Unwahrscheinlichkeit zur nächsten. Faule Tricks strecken das Geschehen: Dass Marnie Mikes Geheimversteck entdeckt, ist absolut unerheblich. Die Erkundung sorgt lediglich für das scheinbar spannende Verstreichen diverser Filmminuten.

Womit die zentrale Frage noch gar nicht angesprochen wurde: Was treibt Mike eigentlich in seinem Haus? Nutzt er sein Polizei-Wissen und weiß, wann Marnie wieder auftauchen wird? Wie hat er sich die Zeit in den drei Jahren vertrieben, in denen er ektoplasmatische Däumchen drehen musste? Als er endlich zur rächenden Tat schreiten kann, benimmt er sich reichlich dämlich: Als er alle Welt glauben machen konnte, dass Marnie einen weiteren Mord begangen hat, bricht er plötzlich aus der Wand und gibt Shanks Saures, der seinen Unglauben in Sachen Geisterspuk schlagartig ablegt.

Eine Lektion im Verheizen guter Schauspieler

Die Liste der Klagen über verschenkte oder versaubeutelte Möglichkeiten könnte viel, viel länger sein. Sie wirkt umso eindrucksvoller, wenn man berücksichtigt, wen Eric Red vor die Kamera holen konnte: Famke Janssen, Bobby Cannavale oder Michael Parè sind nicht nur Profis, sondern richtig gute Darsteller. “100 Feet” ist denkbar weit entfernt von jeglicher Teenie-Dämlichkeit des modernen Mainstream-Horrorfilms.

Vor allem Janssen ist wie schon angesprochen hervorragend. Fast in jeder Sequenz steht sie im Mittelpunkt. Sie muss schwierige emotionale Szenen meistern, und das gelingt ihr mit einer Überzeugungskraft, die ein lohnendere Werk verdient hätte. Rührend wirkt es beispielsweise, wenn sie nach drei Jahren vor ihrem Schrank steht und alle Kleider ausprobiert: Diese Frau hat im Gefängnis gelitten. Zwar spricht sie dies später auch aus, aber in der beschriebenen Szene vermittelt es Janssen ohne zusätzliche Bestätigung für die im Geiste arme Fraktion des Publikums.

Nicht einmal die Bettszene mit dem halb so alten Joey wirkt peinlich. Marnie sehnt sich verzweifelt nach menschlicher Nähe. Als Joey sie ihr bietet, greift sie zu – sie ist eine erwachsene Frau, die über fadenscheinige Ausflüchte längst hinaus ist. In diesem Punkt bietet Red der klischeehaften Hollywood-Bigotterie gleich mehrfach Paroli.

Cannavale bleibt Janssen als ebenfalls seelisch angeschlagener, reumütiger und deshalb umso niederträchtigerer Shanks nichts schuldig. Der Polizist und die Mörderin liefern sich einen erbitterten Zweikampf, in dem beide weder Gnade geben noch erwarten. Mikes Geist müsste dem eigentlich verdattert lauschen und sich für seine spukigen Kindereien (Tellerwerfen, Lover-Boxen) schämen.

Michael Paré ist ein Vollblutschauspieler, der nicht nur unerhört fleißig ist, sondern auch komplexe Rollen souverän meistert. Als dick mit Grusel-Schminke eingekleisteter Geist bleibt ihm wenig mimischer Spielraum. Die Maske wird zusätzlich durch CGI-Effekte verfremdet, was den Darsteller zusätzlich seiner Ausdrucksfähigkeit beraubt. Dennoch wird hin und wieder deutlich, dass Mike nicht einfach nur ‘böse’, sondern sich seiner Grausamkeit durchaus reuevoll bewusst ist.

Zwischen Brooklyn und Budapest

Solche Momente machen schmerzlich das Potenzial dieses Films deutlich, dessen Produktion schwierig war. Nicht nur das Studio mischte sich ein. Das Budget war vor allem für einen Film mit zahlreichen Spezialeffekten unerhört niedrig: Kaum 10 Mio. Dollar standen Red zur Verfügung – zu wenig Geld, “100 Feet” in der Stadt zu drehen, in der die Geschichte spielt. Nur ein Woche konnte in Brooklyn selbst gefilmt werden. Sämtliche Innenaufnahmen entstanden in Hollywoods Dritter Film-Welt: in Budapest, wo das Niveau der Kulissenbauer und Requisiteure hoch ist, während die Löhne niedrig bleiben.

Marnies schmales, tiefes und düsteres Reihenhaus wurde vom Keller bis zum ersten Stock komplett nachgebaut, was der Kamera alle Bewegungsmöglichkeiten gestattete. Auf CGI-Effekte verzichtete Red weitgehend; er macht allein künstlerische Gründe dafür geltend, da die klassischen Filmtricks besser zu der doch altmodischen Geistergeschichte passten, die er erzähle. Dem mag man Glauben schenken oder nicht …

Wenig Geld, Zeitdruck und Koordinationsprobleme können indes keine Entschuldigungen für das Scheitern von “100 Feet” sein. Unter ähnlichen Beschränkungen entstanden schon richtig gute Filme. So einer hätte “100 Feet” werden können; die notwendigen Zutaten sind vorhanden, aber weder Menge noch Mischung stimmen, sodass der Film schließlich zusammenfällt wie ein schlecht gebackener Soufflé.

DVD-Features

Kümmerlich in Form und Inhalt sind die Extras zum Hauptfilm. Der Trailer unterschlägt die Mehrschichtigkeit des Drehbuchs und kündigt ein konventionelles Horror-Spektakel der B-Kategorie an. Das 15-minütige “Making-of” erschöpft sich in gegenseitiger Lobhudelei. Wohl er zufällig blitzen zwischendurch interessante Hintergrundinfos auf, wenn beispielsweise die rührend altmodische aber immer noch wirkungsvolle ‘Handarbeit’ klassisch ausgebildeter Effekt-Spezialisten präsentiert wird.

Die nicht deutsch untertitelte Featurette ist ansonsten noch tauglich, den Zuschauer mit Famke Janssens eindrucksvoller Originalstimme vertraut zu machen, die einen (beinahe …) dazu verleiten könnte, sich “100 Feet” noch einmal und dieses Mal im O-Ton anzutun.

[md]

Titel bei Amazon.de:
100 Feet

Abgelegt unter Horror, Mystery, Thriller | Keine Kommentare »

Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 3 (von 3)

Erstellt von Detlef Hedderich am 12. Juni 2009

Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 3 (von 3)
Regie: Kôichi Mashimo

Tsubasa Kuronikuro, Episoden 19 – 26, Japan, 2005
Vorlage: gleichnamige Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“ von Clamp, erscheint bei EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 29.10.2007
2 DVDs im Disc-Set auf Displays in aufklappbarer Pappbox im offenen Schuber, Anime, Fantasy, Laufzeit: ca. 200 Min. (8 Episoden à 25 Min.), gesehen 2/09 für ca. EUR 50.-
Extras: 36-seitiges vollfarbiges Hardcover-Booklet
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL; Regionalcode RC 2
Sprachen/Tonformat: Japanisch, Deutsch, Französisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch
Dialogbuch: Hiroyuki Kawasaki, Künstlerische Leitung: Shin Watanabe
Musik: Yuki Kajiura

www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/
http://www3.nhk.or.jp/anime/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/works/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/tsubasa_tokyo/
http://kc.kodansha.co.jp/tsubaholi/
http://funimation.com/yuko/

Obwohl sie noch nicht abgeschlossen ist, wurde die Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“. bereits im Jahr 2005 in eine 26-teilige Fernsehserie umgesetzt, zu der es mittlerweile auch eine zweite und dritte Staffel gibt.

In Deutschland erscheint die erste Staffel in drei edel gestalteten Boxen. Jeweils zwei DVDs stecken auf einem aufklappbaren Display. Dazu kommt ein vollfarbiges Hardcover-Booklet, in dem man Informationen zu den Ländern und Figuren erhält, die in den entsprechenden Folgen auftreten. Das dritte Set enthält die abschließenden Folgen19 – 26.

Die Liebe zwischen der jungen Prinzessin Sakura und dem heimatlosen Shaolan hat ein schreckliches Unglück heraufbeschworen. Das Mädchen ist in eine tiefe Ohnmacht versunken, als die Federn ihrer Erinnerung in alle Himmelsrichtungen zerstoben und in den Dimensionen verschwanden.

Auch wenn er dafür das Wertvollste, was er besitzt, opfern muss – nämlich seine Liebe –, beschließt Shaolan, die Erinnerungen wieder zurück zu holen und Sakura zu heilen. So beginnt eine Odyssee durch die Dimensionen. Die Hexe Yuki, die ihm den Weg gewiesen hat, hat auch zwei Begleiter an seine Seite gestellt: den geheimnisvollen Magier Fye und den kriegerischen Kurogane. Das Wesen Mokona ist in der Lage, sie alle von einer Welt in die andere zu versetzen.

Diesmal verschlägt es sie in das Land Outo, das an das Japan der frühen 1920er Jahre erinnert. Da sie noch nicht wissen, wo sie suchen sollen und irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, beschließt Fye, ein Café zu eröffnen, in dem Sakura aushilft, während sich Shaolan und Kurogane als Dämonenjäger verpflichten.
Denn hier sind die Oni Wirklichkeit und streifen auf der Suche nach Opfern nachts durch die Straßen. Die Jäger sind die Einzigen, die Monster und Schattenkreaturen wirklich in Schach halten können.

Doch das ist in der letzten Zeit schwieriger geworden, denn angeblich sei eine neue Art von Oni aufgetaucht, die nicht nur mächtiger ist, sondern sich auch besser tarnen kann. Und jemand scheint die Dämonen zudem zu lenken, da ihre Angriffe Ziel gerichteter geworden sind.

Bei ihren Nachforschungen kommen ihnen immer wieder die Jäger Yuzuriha, Kusanagi, Ryuou und Soma in die Quere. Aber noch gefährlicher wird der geheimnisvolle Seishiro, der Shaolan zu kennen scheint.

Anders als in früheren Serien erbeuten die Helden nicht in einer oder zwei Episoden eine Feder; die Handlung erstreckt sich über mehrere Folgen, und bisher war die Suche nach den Erinnerungen Sakuras jedes Mal anders.

Nicht immer ist das Offensichtliche die Lösung und der Gegner leicht zu besiegen – das zeigt sich kurz vor Schluss, als die Erlebnisse plötzlich durch einen so unerwarteten wie verwirrenden Weltenwechsel relativiert werden. Interessant dabei ist, dass man immer wieder auch eigene Geschichten und Welten einbaut und sich nicht nur an die Themen des Mangas hält.

Das eigentliche Anliegen von Clamp – Figuren aus ihren früheren Erfolgsreihen auftauchen zu lassen -, tritt etwas in den Hintergrund. Bis auf die Hauptfiguren – Sakura und Shaolan stammen zum Beispiel aus „Card Captor Sakura“ – gibt es kaum noch Reminiszenzen an die alten Geschichten. Das kommt der Serie sehr zugute, denn auch als Zuschauer, der sonst nichts weiter von den Künstlerinnen kennt, kann man die Serie genießen.

Immerhin findet sie in der letzten Folge einen versöhnlichen Abschluss, der bis auf die Gewissheit, dass die Suche weiter gehen wird und jemand im Hintergrund noch immer die Fäden zieht, keine weiteren Fragen offen lässt.

Obwohl sich der Stil von Clamp in den letzten Jahren stark verändert hat, so ist man in der Fernsehserie stilistisch einen Mittelweg gegangen und hat eine Brücke von den alten zu den neuen Figuren geschlagen.

Heraus kommt eine unterhaltsame Mischung aus Abenteuer, Romantik, Fantasy und Action, die auch ältere Zuschauer in ihren Bann ziehen kann, da die Geschichte komplexer und interessanter gestaltet ist, als man im ersten Moment denken mag, und die Atmosphäre der Geschichte einfach stimmt.

Genauso gefallen die lebendige Animation, der Detailreichtum der Bilder und die schön gestalteten Figuren. Die Farben sind harmonisch, das Bild klar und die Geräusche und Musik neben den Stimmen sehr gut verständlich. Die Extras sind durch das liebevoll gestaltete Booklet zufrieden stellend, auch wenn man sich vielleicht noch mehr Hintergrundinformationen und eine Episodenübersicht wünschen könnte.
Mit der dritten Box endet die erste Staffel von „Tsubasa Reservoir Chronicle“, einer Fantasy-Serie, die durch ihre gelungene Mischung aus Action, Humor und Romantik junge wie ältere Zuschauer in den Bann schlagen dürfte und Lust auf mehr macht. (CS)

Titel bei Amazon.de
Tsubasa Chronicle, Vol. 03 – Episoden 19-26 (2 DVDs)

Abgelegt unter Animation & Trick, Fantasy, Serie | Keine Kommentare »

Splinter

Erstellt von Michael Drewniok am 4. Juni 2009

Splinter

Originaltitel: Splinter (USA 2008)
Regie: Toby Wilkins
Drehbuch: Kai Barry, Ian Shorr, Toby Wilkins
Kamera: Nelson Cragg
Schnitt: David Michael Maurer
Musik: Elia Cmiral
Darsteller: Shea Whigham (Dennis Farell), Paulo Costanzo (Seth Belzer), Jill Wagner (Polly Watt), Rachel Kerbs (Lacey Belisle), Charles Baker (Tankwart), Laurel Whitsett (Sheriff Terri Frankel)
Label u. Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment (www.ascot-elite.de)
Erscheinungsdatum: 20.05.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 7613059800823 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1   anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 79 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Seth und Polly wollen den Jahrestag ihrer Beziehung mit einem Camping-Ausflug in die Waldwildnis von Oklahoma feiern. Dennis, ein gerade haftentflohener Lkw-Dieb, und seine drogensüchtige Freundin Lacey sind unterwegs ins auslieferungssichere Mexiko, als ihr Wagen mit einem Motorschaden liegenbleibt. Die Wege der beiden Paare kreuzen sich, und flugs werden Seth und Polly von Dennis und Lacey als Geiseln genommen und zu Chauffeuren ernannt.

Als Polly in ihrer Aufregung ein Waldtier überfährt, wird der Wagen beschädigt. Tatsächlich hat es eine urzeitliche Kreatur erwischt, die sich mit Hilfe scharfer Stacheln in tierische oder menschliche Körper bohrt, um diese nach und nach zu ‘übernehmen’. Das Gehirn übersteht diese Tortur nicht, und der Körper unterliegt einer bizarren Metamorphose, während das intelligenzfreie aber stets hungrige und sehr flinke Wesen neue Opfer jagt.

Den Eigentümer der kleinen Tankstelle, die einsam an der kaum befahrenen Straße liegt, hat der Parasit bereits geschnappt. Als unser Quartett dort mit rauchendem Wagenmotor auftaucht und nach Hilfe fragt, findet Lacey ihn von Splittern durchbohrt in der Toilette. Auch sie kann der Kreatur nicht mehr entkommen, ihr Körper wird assimiliert und belagert die geschockten Überlebenden, die sich im Inneren der Tankstelle verbarrikadieren – ein fragwürdiger Schutz, denn auch abgetrennte Körperteile gehorchen dem Kollektivinstinkt des Wesens, und sie finden bald ihre Schlupflöcher hinein …

Von der Außenwelt abgeschnitten und in akuter Lebensgefahr, tun sich Kidnapper und Geiseln zusammen. Sie suchen nach der Achillesferse ihres Gegners, während sie diesen verzweifelt abwehren, doch einer ist bereits infiziert, wird sich bald verwandeln und an der Jagd beteiligen …

Kammerspiel mit digitalem Monster-Gaststar

Nicht nur der erfahrene Filmfreund wird – höflich ausgedrückt – angesichts der skizzierten Handlung diverse thematische und inhaltliche Parallelen zu bereits gesehenen Filmen feststellen. In der Tat ist der Plot von “Splinter” ebenso alt wie klassisch: Eine kleine Schar durch Herkunft und Charakter eigentlich unvereinbarer Personen wird von einem übermächtigen Feind belagert. Man muss sich um des Überlebens willen zusammentun, was meist nur bedingt klappt und dem Geschehen eine weitere Spannungsebene beschert: Wird die Verteidigung hinter der Barrikade halten, oder kippt einer um und löst jenen Dominoeffekt aus, der dem Gegner die Möglichkeit verschafft, die Linie zu durchbrechen, was den großen Finalkampf auslöst?

Wie so oft liegt der Reiz in der Variation des bekannten Prinzips. Regisseur Toby Wilkins, der auch am Drehbuch mitschrieb, war gut beraten, für “Splinter”, einen unabhängig von den großen Hollywood-Studios produzierten Film, auf Bewährtes zurückzugreifen. Geld war knapp und Wilkins ehrgeizig; im Interview betont er, dass er “Splinter” den Look eines wesentlich budgetstärkeren Films geben wollte. Das ist ihm gelungen, was er einerseits der modernen und digital gewordenen Filmtechnik verdankt, die beachtliche Möglichkeiten einer effektreichen Nachbearbeitung bietet, während er andererseits den Dreh sehr präzise und unter Berücksichtigung ökonomischer Beschränkungen plante.

“Splinter” beschränkt sich auf einen zentralen Schauplatz – die Tankstelle -, und es treten überhaupt nur sechs Schauspieler auf. Gedreht wurde nicht im Studio, sondern vor Ort, d. h. tatsächlich in einem (nicht wirklich abgelegenen) Winkel des US-Staats Oklahoma. Sogar die Tankstelle gab es bereits als Rohbau, der unter der Leitung von Set-Gestalter E. J. Holland für den Film umgebaut wurde.

Ein Großteil des zur Verfügung stehenden Geldes floss in die Konzeption, Gestaltung und Umsetzung der “Splinter”-Kreatur, eine Entscheidung, die nicht verwundert, da Wilkins seine Filmlaufbahn als Schöpfer möglichst eindrucksvoller Spezialeffekte begann, und die in diesem Fall die definitiv richtige war: “Splinter” ist kein Film der echten Überraschungen, weshalb ein Furcht einflößendes Monster große Bedeutung gewinnt. Klassische Modelltechnik mischt sich mit modernem Digitalhandwerk – eine Symbiose, die funktioniert, zumal Wilkins klug beschloss, das Wesen meist in dunkler Nacht durch das Bild huschen zu lassen bzw. es nur in Ausschnitten zu zeigen, was der Illusion sehr zugutekommt.

Richtig gedacht heißt nicht richtig gemacht

Die Voraussetzungen für ein gutes weil unterhaltsames B-Movie waren also gegeben. Weitere Pluspunkte lassen sich fixieren: “Splinter” ist weder verdruckster Teenie-Horror noch “torture porn”, sondern erzählt eine altmodische Geschichte, die an Ekeleffekten nicht spart, sie aber in die Handlung integriert. Wilkins macht Tempo und bringt seinen Film in knappen 80 Minuten zum Ende. Leerlauf gibt es nicht. Kameramann Nelson Cragg versteht seinen Job. Er fasst das Geschehen geschickt in Bilder und weiß den Kontrast zwischen Licht (Tankstelle) und Dunkelheit (Nacht) effektvoll zu nutzen.

So bleibt der Schwarze Peter (heutzutage gern auch “Arschkarte” genannt) dem Drehbuch-Trio Barry, Shorr und – Wilkins. Sie leisten in den ersten beiden Dritteln solide Arbeit, um dann einige Entscheidungen zu treffen, die der Zuschauer nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen kann.

Viele Minuten vergehen mit Seths Versuch, aus der Tankstelle zu einem Fluchtwagen zu gelangen, ohne von der Kreatur gepackt zu werden. Da diese sich nach der Körpertemperatur ihrer Opfer orientiert, lässt Seth sich vor seiner Tat zwischen dicke Eisbeutel packen, um sich auf 32° abkühlen zu lassen. Das ist – hier liegen die Drehbuchautoren richtig – eine höchst gefährliche Rosskur. Entsprechend lahmfüßig stolpert Seth dem rettenden Automobil entgegen. Das soll spannend wirken, während wir uns stattdessen fragen, wieso der Trottel sich die Eisbeutel nicht in oder an der Kleidung befestigt hat … (So scharfsichtig scheint unser Splitter-Monster ja nicht zu sein, da es sich durch abbrennende Feuerwerkskörper foppen lässt.)

Einen wahren Dolchstich in den Rücken verpassen die Drehbuchautoren ihrem Werk, als sie Dennis in einen Heiligen umkrempeln möchten: Er ist aus dem Knast ausgebrochen. Mit blanker Waffengewalt hat er Seth und Polly in seine Gewalt gezwungen, ihnen den Revolver mehr als einmal an den Kopf gesetzt sowie zugeschlagen. Vom Saulus zum Paulus gewandelt, versucht er uns, den Zuschauern, allen Ernstes weiszumachen, er habe auf der Flucht über die Grenze kurz an einem alten Beuteversteck haltmachen wollen, um der Witwe eines früheren Opfers das Geld als Sühne zu schicken! Von diesem Schwachsinn erholt sich der Film nicht mehr.

Routinierte Profis ohne Illusionen

Worunter vor allem Shea Whigham leidet, der als Dennis diesen Unfug von sich geben muss. Allerdings ist er Kummer gewöhnt, denn er gehört in die Schar fast namenloser Schauspieler, die sich ihr Geld hart verdienen müssen und auf Starruhm nicht (mehr) hoffen dürfen. TV-Darsteller werden gern für Billigproduktionen angeheuert, weil es ihr Job ist, schnell und gut zu arbeiten. Große Schauspielkunst wird von ihnen weder geboten noch erwartet. Auch Paulo Costanzo hat sich bisher als Nebendarsteller in diversen Fernseh-Comedys verdingt. Jill Wagner verdankt ihren bescheidenen Bekanntheitsgrad einer Werbekampagne, die sie als “Mercury-Chick” im Dienste der Automobilmarke Lincoln-Mercury herausstellte. Ihr größter schauspielerischer ‘Erfolg’ war bisher eine Hauptrolle in der grottig gescheiterten TV-Serie “Blade”.

Alle Darsteller sind in ihren (frühen) dreißiger Jahren; Whigham ist deutlich älter. Teenies können und sollen sie glücklicherweise nicht mimen, sondern erwachsene Menschen mit entsprechenden Geistesgaben. Soweit das Drehbuch es vorsieht, schlüpfen die Schauspieler erfolgreich in ihre Rollen. Vor allem Costanzo darf sich glücklich schätzen; ihm gönnt man die Verwandlung vom nerdigen Tropf zum schrotflintigen Überlebenskämpfer, ohne dass er dabei zur Witzfigur mutiert.

“Splinter” ist letztlich ein Film, der nach stabilem Auftakt vor allem im letzten Drittel dramaturgisch zersplittert. (Dieser Kalauer war längst fällig …) Der schöne Gestaltungsschein und die Reduktion auf das Wesentliche können die Drehbuchschwächen nicht ausgleichen. Dass es sehr viel schlechtere Filme als “Splinter” gibt, sollte dafür keine Entschuldigung sein. Es wäre leicht gewesen, einige offensichtliche Fehler zu vermeiden. Dies wurde versäumt, und dadurch die Chance verspielt, “Splinter” zumindest zu einem B-Movie-Klassikerstatus zu verhelfen.

DVD-Features

Die Extras zum Hauptfilm beschränken sich im Grunde auf das obligatorische “Making of”, das hier wie oft heutzutage üblich in mehrere “Featurettes” zergliedert wurde, die im Menü eine Info-Fülle vortäuschen, die sich bei näherer Betrachtung relativiert. Trotzdem lassen sich den Schnipseln verschiedene Informationen entnehmen, die interessante Einblicke in eine moderne Low-Budget-Produktion gestatten, die nicht nur durch beschränkte Mittel, sondern auch durch das von extremer Hitze, Stürmen und Wolkenbrüchen geprägte Sommerklima Oklahomas geprägt wurde.

Gleich zwei Audiokommentare (von Regisseur und Schauspielern bzw. von Kameramann und Cutter) wurden aufgespielt, die freilich übersetzt und untertitelt sicherlich einfacher zu verfolgen wären. Der Originaltrailer darf natürlich nicht fehlen, und eine Bildergalerie zur Genese der “Splinter”-Kreatur gibt es ebenfalls.

Witzig ist ein gefakter Werbespot: Darstellerin Jill Wagner führt vor, wie sich im heimischen Bastelstudio “Splinter”-Halloween-Kürbisse herstellen lassen.

Auch im Internet ist “Splinter” vertreten:
www.splinterfilm.com

Angeblich Toby Wilkins persönlich führt einen (verdächtig mit Werbung aufgeplusterten) “Splinter”-Blog:
http://splinter.tumblr.com

[md]

Titel bei Amazon.de:
Splinter
Splinter [Blu-ray]

PREISRÄTSEL 3 x 1 DVD FSK 16
Um einen Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Frage beantwortet werden: Wie heißt die weibliche Hauptdarstellerin?
Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” eintragen. Danke.

Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost.

Die drei Gewinner lauten: Jessica Langer, Birgit Schöpf, Christoph Will-Mendelson, herzlichen Glückwunsch!

Abgelegt unter Action, Horror, beendete Preisrätsel | Keine Kommentare »