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Archiv für August, 2009

The Broken

Erstellt von Michael Drewniok am 28. August 2009

brokenThe Broken

Originaltitel: The Brøken (Frankreich/GB 2008)
Regie u. Drehbuch: Sean Ellis
Kamera: Angus Hudson
Schnitt: Scott Thomas
Musik: Guy Farley
Darsteller: Lena Headey (Gina McVey), Melvil Poupaud (Stefan Chambers), Michelle Duncan (Kate Coleman), Asier Newman (Daniel McVey), Richard Jenkins (John McVey), Ulrich Thomsen (Dr. Robert Zachman), Daren Elliott Holmes (Simon), Howard Ward (Jim), Damian O’Hare (Anthony), Dennis Banks (Hausportier) uva.
Label/Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 20.05.2009 (Leih-DVD) bzw. 26.06.2009 (Kauf-DVD u. Blu-ray)
EAN: 4020628977443 (Leih-DVD) bzw. 4020628977450 (Kauf-DVD) bzw. 4020628959692 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch) u. Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Englisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 88 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Gina McVey arbeitet als Radiologin in einem Krankenhaus in London. Privat lebt sie mit dem Künstler Stefan Chambers zusammen, der seine erste Ausstellung vorbereitet; man denkt daran zusammenzuziehen. Zu Vater und Bruder, die ebenfalls in London leben, besteht enger Kontakt. Kurz: Ginas Leben verläuft wunschgerecht.

Als die Familie gemeinsam den Geburtstag von Vater John feiert, kommt es zu einem merkwürdigem Zwischenfall: Ein großer Spiegel zerspringt, ohne dass dafür eine Ursache erkannt werden kann. Die Episode ist rasch vergessen, zumal Gina kurz darauf einen beinahe tödlichen Autounfall erleidet.

Ihr Hirn wurde gequetscht, was ihr Arzt für den Auslöser seltsamer Visionen hält, die Gina nunmehr heimsuchen: Vor ihrem Unfall meint sie eine exakte Doppelgängerin gesehen und verfolgt zu haben. Schwerer wiegt jedoch ihre Anschuldigung, dass Partner Stefan nicht mehr er selbst, sondern ebenfalls ein Double sei, dem menschliche Gefühle eindeutig fehlen. Eine Behandlung schlägt Gina aus; sie fühlt sich im Recht mit ihren Vermutungen, zumal sie ein Foto findet, das sie und ihren Vater zeigt, obwohl sie genau weiß, dass sie niemals dafür posiert hat.

Inzwischen müssen der besorgte John und vor allem die zukünftige Schwägerin Kate feststellen, dass Ginas wirre Anschuldigungen auf handfesten Tatsachen beruhen. Auch sie finden zerbrochene Spiegel, und wenig später bekommen sie unheimlichen Besuch.

Nach einer schrecklichen Entdeckung auf dem Dachboden von Stefans Wohnung versucht Gina ihre Familie zu warnen. Genau jetzt kehren alle durch den Unfall verschütteten Erinnerungen zurück und bescheren ihr eine entsetzliche Erkenntnis …

Wer ist das dort im Spiegel?

Bei der Entdeckung des Spiegelbildes durch den Menschen muss der Faszination umgehend der Schrecken gefolgt sein: Wer ist das da mir gegenüber, dessen Aussehen bis ins Detail mit mir übereinstimmt, nur dass sämtliche Attribute meines Körpers und Gesichtes seitenverkehrt liegen? Das Spiegelbild folgt meinen Bewegungen; dies hat jeder Mensch und mehr als einmal ausprobiert. Diesem Verhalten liegt die stille Furcht vor dem Moment zugrunde, in dem wir feststellen müssen, dass unser gläserner Doppelgänger die Nachahmung verweigert.

Liegt nicht ohnehin hinter dem Spiegel eine ganze Welt? Wir ’sehen’ sie doch, und wer sagt uns, dass sie dort endet, wo wir sie im Spiegel nicht mehr erkennen können. In “The Broken” gibt es eine Szene, die exakt dies bebildert: Kate steht vor dem Spiegel und schaut hinein. Plötzlich springt die Kamera hinter den Spiegel. Wir sehen Kate innerhalb des Rahmens ‘ihres’ Spiegels, der einem Fenster gleicht: Hinter ihm ist keine Spiegelwelt, sondern ein schwarzer Abgrund, in dessen Schatten es sich unheilvoll rührt.

Zur Angst vor dem entfesselten Spiegelbild kommt in “The Broken” der Aberglaube vom “Doppelgänger”. Dieses deutsche Wort wurde sogar ins Englische und Amerikanische übernommen. Es beschwört die ebenfalls alte Furcht vor dem Ebenbild, das ins Leben des ‘Original’ tritt und diesem Verderben bringt, denn der Doppelgänger ist oft charakterliches Spiegelbild und folgerichtig böse. (Von gespiegelten Serienmördern oder Diktatoren hört man dagegen selten …)

Ein etwas anderer Gruselfilm

Die Angst vor Spiegel und Doppelgänger wurde schon in der Literatur beschworen. Auch der Film nahm sich des Themas dankbar an, zumal die Tricktechnik ihr nachdrücklich Gestalt verleihen kann. “The Broken” bietet daher wieder einmal die Variation des Bekannten. Grundsätzlich Neues hat Regisseur und Drehbuchautor Ellis nicht zu bieten. Das will er wohl auch gar nicht, denn er bemüht sich stattdessen, seine Geschichte möglichst stringent und spannend zu erzählen.

Die Spannung entsteht dabei nicht aus vordergründigen Effekten. Nur wenig Blut fließt in diesem Film, und wenn es geschieht, wirkt es wie ein Stilbruch. Ellis entwirft eine Atmosphäre der Unsicherheit und des unausgesprochenen Schreckens. Meist ahnt der Zuschauer nur, dass etwas Schreckliches vorgeht. Ihm bleibt die Zeit, sich dem zu stellen. “The Broken” ist ein ‘langsamer’ Film, was der aktuellen Mode kaum entspricht.

Tatsächlich ist die Stimmung eines der wenigen Pfunde, mit dem Ellis wuchern kann. Wer über eine entsprechende ‘Antenne’ verfügt, wird die Unsicherheit schätzen, die “The Broken” entfesselt. Unterstützung findet Ellis in einer Kamera, die ungemein präzise auf dem Grad zwischen angstvoller Frage und schrecklicher Gewissheit balanciert. Düstere, farblich verwaschene Bilder fördern den Eindruck eines nahenden Verderbens zusätzlich.

Menschen & seelenlose Ebenbilder

Eine glückliche Hand bewies Ellis mit der Wahl seiner Schauspieler. Vor allem Lena Headey leistet in der Hauptrolle Erstaunliches. (Das gilt vor allem im Vergleich zu ihrem Auftritt in der Titelrolle der kurzlebigen TV-Krawall-Serie “Terminator: The Sarah Connor Chronicles”.) In “The Broken” hetzt kein Killer-Gespenst dumme Teenager durchs Gebüsch. Hier bricht das Grauen über schon erwachsene und im Leben etablierte Erwachsene hinein. Sie haben sich nichts zuschulden kommen lassen; das Grauen aus dem Spiegel sucht sie grundlos heim.

Lena Headey vermag den Prozess von der Verblüffung über den Verdacht bis zur Erkenntnis glaubhaft darzustellen. Action-Getöse und Special-Effects-Orgien, mit denen sich schauspielerische Schmalspurigkeit übertünchen lassen, sind in “The Broken” überflüssig. Auch die übrigen Darsteller stellen sich erfolgreich in den Dienst der Geschichte.

Fatale Schwächen im Fundament

Womit wir zu den unerfreulichen Aspekten kommen. Trotz aller Erzählkunst lässt sich nicht leugnen, dass diese Geschichte nicht wirklich originell ist. Sobald wir, die Zuschauer, begriffen haben, was vorgeht, geht es nur noch darum, dass Gina mit uns gleichzieht. Was sie Stück für Stück recherchieren muss, ist uns bekannt. Das sorgt für Langeweile, die durch die weiter oben genannten Vorteile nur bedingt aufgefangen werden kann.

Leider steigert sich dieser Eindruck, wenn “The Broken” in die Zielgerade einbiegt. Die Handlung läuft inzwischen auf Bahnen, die sie nicht mehr verlassen wird. Ein konsequentes Durchstarten zu einem dramatischen Finale verweigert uns Ellis. Er trifft zwei Entscheidungen von fataler Bedeutung: Zum einen gibt es keine Erklärung für die Invasion aus dem Spiegelreich; diese wird als Fakt gezeichnet und wird sich offensichtlich nach dem Filmende fortsetzen. Dieses Schweigen ist nachvollziehbar, da eine Auflösung des Rätsels trivial ausfallen MUSS: Es sind Geister oder “Body-Snatcher”-Aliens, die sich ihren Weg in ‘unsere’ Welt bahnen. Alternativen gibt es schlicht nicht. Doch vielen Zuschauern wäre sogar diese simple Lösung lieber gewesen, als in Ungewissheit gelassen zu werden. Ein besserer Film als “The Broken” hätte sie mit dem offenen Ende versöhnt.

Übel ist Ellis’ Versuch, seiner Story einen finalen Twist zu geben, der theoretisch für einen echten Aha-Effekt sorgen könnte. Doch er widerspricht der bisher erzählten Geschichte so nachdrücklich, dass er nicht zünden kann, sondern das Publikum nachdrücklich verärgert, das sich plump genas geführt fühlt. (Da die Erläuterung besagten Fehlers jenen Zuschauern, die “The Broken” noch sehen möchten, diesen Spaß verderben würde, wird sie diesem Text ganz unten und mit einer Spoiler-Warnung angehängt.)

“The Broken” ist unterm Strich kein schlechter, sondern ein enttäuschender Film, was schlimmer ist: Die Zutaten für eine echte Gruselstunde sind da, und anfänglich werden sie sauber angemischt. Doch dann verliert Koch Ellis den Faden, und das Ergebnis sind ein fader Film und bittere Enttäuschung.

DVD-Features

“The Broken” erhielt in der DVD-Fassung nur den (original- bzw. deutschsprachigen) Trailer als “Bonus”, das schade ist, denn welche Gedanken sich Sean Ellis zu diesem Film gemacht hat, würde man (ausnahmsweise) gern erfahren.

ACHTUNG: SPOILER!

Im Finale entdeckt Gina, dass sie ein Doppelgänger aus dem Spiegel ist; durch den Unfall hat sie die Erinnerung daran verloren. Nachdem sie sich bis dato in Wort und Tat eindeutig menschlich verhalten hat, streift sie dies im Augenblick der Erkenntnis spurlos ab und verwandelt sich ebenfalls in ein emotionsloses Spiegelbild: Das widerspricht jeglicher Logik und bedeutet einen Schlag, von dem sich der Film nicht mehr erholt, zumal er dessen positiven Aspekte in den Hintergrund drängt.

SPOILER ENDE

[md]

Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

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Freche Mädchen

Erstellt von Redaktion am 21. August 2009

Bei Amazon.deFreche Mädchen

Deutschland, 2008
Constantin Film, München, 18.12.2008
1 DVD im Amaray-Case, Jugendfilm, Komödie, Romantik, Laufzeit: ca. 99 Min., gesehen 1/09 für EUR 16.00
Extras: Interviews, Making of, Bonusfilme, Visuelle Effekte Showreel, Abschluss-Song Selina, Musikvideo Selina, Karaoke-Version Selina, Audiokommentar mit Ulrich Limmer und Maggie Pere
Altersfreigabe/FSK: 6
Bildformat:16:9, PAL, RC=2
Sprachen/Tonformat: Deutsch (DD 2.0,DTS 5.1)
Drehbuch: Elena Wegner
Darsteller: Emilia Schüle, Henriette Nagel, Selina Shirin Müller, Anke Engelke, David Rott, Armin Rhode, Christian Tramitz, Wilson Gonzales Ochsenknecht und andere
Musik: Oliver Bieler
www.constantin-film.de
www.frechemaedchen.film.de/

Schon seit einigen Jahren erscheinen die Romane der „Freche Mädchen“-Reihe, die einen neuen Stil von Jugendliteratur geschaffen haben. Die Autoren und Autorinnen nehmen sich durchaus der Themen an, die Mädchen zwischen elf und achtzehn Jahren interessieren, versuchen aber auch gleichzeitig, die Lebenswirklichkeit der Teenager in der jetzigen Zeit einzufangen und den jungen Leserinnen dabei ein starkes Selbstwertgefühl zu vermitteln, anstatt mit erhobenem Zeigefinger auf klassische Werte zu verweisen oder alte Traditionen zu verteidigen.

Im Jahr 2008 entschied man sich dazu, einer der beliebtesten Geschichten mit frischen jungen Darstellerinnen und erfahrenen Schauspielern, die zum größten Teil in der Comedy-Szene zu Hause sind zu verfilmen. Nicht einmal ein halbes Jahr später liegt der Film auch auf DVD vor.

Mila, Hannah und Kathi sind schon seit Jahren ein Herz und eine Seele. Sie halten in Freizeit und Schule zusammen und versuchen, einander bei allen Problemen zu helfen, sei es nun gegenüber den stressigen Lehrern, die nur da zu sein scheinen, um sie mit komplizierten Diktaten und unlösbaren Matheaufgaben zu quälen. Hin und wieder braucht Kati, die sich sehr leicht verliebt, auch Trost, wenn der Kummer wieder einmal zu stark wird, weil sich der betreffende Junge als Niete erwiesen hat.

Mila ist ganz zufrieden mit dem, was sie hat, auch wenn sie den etwas schüchternen Markus süß findet. Aber ihr reichen schon die Eskapaden ihrer chaotischen Mutter, die selbst von Mann zu Mann pendelt und sich irgendwie für niemanden entscheiden kann.

Dann wird die Deutschlehrerin schwanger, und der junge Referendar Pit Winkler übernimmt den Unterricht in der Klasse. Mila verliebt sich auf den ersten Blick in ihn, fällt aber aus allen Wolken, als sich der junge Mann ein paar Wochen später als der neue Freund ihrer Mutter erweist.

Gerade in dieser schwierigen Zeit zeigen sich ihre Freundin als keine große Hilfe, denn Sportskanone Hanna verkracht sich wegen eines Castings mit ihrem Freund Branko und ist selbst untröstlich, Kati verliebt sich in den charmanten Brian, der aus einem Gedicht von Mila einen Song für seine Band gemacht hat und den Ursprung ganz verleugnet…

Und dann sind da noch die Emails des geheimnisvollen ‚Pegasus’, der ein besonderes Interesse an ihr zu haben scheint und sie mit vagen Andeutungen und romantischen Gedichten betört. Mila weiß bald gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht.

„Freche Mädchen“ ist ein liebenswerter deutscher Jugendfilm, der den Stil und die Atmosphäre der Bücher gelungen einfängt. Im Mittelpunkt stehen die drei Freundinnen, die mit typischen Problemen zu kämpfen haben – den Eskapaden ihrer Eltern, den Wünschen und Anordnungen ihrer Lehrer, stressigem Stoff in der Schule und nicht zuletzt den verwirrenden neuen Gefühlen, die die erste Liebe so mit sich bringt. Ebenso kommen die Hoffnungen, Wünsche und Träume zum Vorschein, die verborgenen Ängste und Enttäuschungen, die jeder in dem Alter schon einmal gehabt haben dürfte. Dementsprechend treten auch die Erwachsenen in diesem Film auf. Sie benehmen sich genau so, wie die Schüler sie empfinden – als schrullige, alte Böcke, die den Teenagern die Schönheit der Mathematik in den Kopf prügeln wollen und nur Hohn und Spott für den übrig haben, der ihren Ausführungen nicht folgen kann. Milas Mutter ist ein gutes Beispiel für die Peinlichkeiten, die sich die eigenen Eltern manchmal erlauben. Auch die Jungen haben so ihre Eigenarten und Tücken, die man erst einmal begreifen und durchschauen muss, was auch nicht so einfach ist.

Heraus kommen 99 kurzweilige Minuten, die auch Erwachsene immer wieder schmunzeln und kichern lassen, kleine Einblicke in die Lebenswelt der Teenager geben und durch das typische Wahrzeichen – die Schwebebahn – klar in der Stadt Wuppertal angesiedelt sind, was zusätzliche Aha-Erlebnisse bietet, wenn man die gezeigten Ecken kennt.

Der Film besitzt sehr viel Humor, ohne dabei albern zu wirken, die Schauspieler sind bei der Sache und agieren glaubwürdig, so dass man niemals den Faden verliert oder sich zu langweilen beginnt.

Über die Ausstattung und Qualität der Kaufversion kann allerdings keine weitere Aussage gemacht werden, da hier nur ein Pressemuster vorlag.

Das macht „Freche Mädchen“ zu einem herausragenden Jugendfilm und einer herzerfrischenden Komödie aus deutscher Feder, den man sich ruhig gönnen sollte. (CS)

Titel bei Amazon.de

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PREISRÄTSEL: 5 Exemplare zum Start der Serie “Lipstick Jungle” nach dem Roman der Autorin von Sex and the City, Candace Bushnell, auf Pro7.

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. August 2009

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Am 16. September 2009 startet auf Pro7 die Serie “Lipstick Jungle” nach dem Roman der Autorin von Sex and the City, Candace Bushnell.
Die weiteren Folgen werden jeweils mittwochs um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

In den Hauptrollen sind Brooke Shields (Ex-Supermodel), Kim Raver (”24?) und Lindsay Price (”Beverly Hills, 90210?) zu sehen.

Die Neuausgabe des Romans zur Serie erscheint zeitgleich im Ullstein Taschenbuchverlag.

Titel bei Amazon.de

Die Aufgabe zum Preisrätsel 5 x 1 Exemplar:

Preisrätsel 5 x 1 Exemplare: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an redaktion(x)filmrezicenter.de (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank) (im Betreff bitte “Lipstick Jungle”): Bei welchem Sender läuft die Fernsehserie? Sobald 20 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 5 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Fünf Gewinner lauten: Ursula Wirges, Karl Robl, Niclas Schorn, Andrea Schröder, Tanja Oettermann. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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The Spirit

Erstellt von Michael Drewniok am 20. August 2009

spiritThe Spirit

Originaltitel: The Spirit (USA 2008)
Regie u. Drehbuch: Frank Miller
Kamera: Bill Pope
Schnitt: Gregory Nussbaum
Musik: David Newman
Darsteller: Gabriel Macht (The Spirit/Denny Colt), Samuel L. Jackson (Octopus), Eva Mendes (Sand Saref), Eric Balfour (Mahmoud), Louis Lombardi (Pathos/Ethos/Logos usw.), Scarlett Johansson (Silken Floss), Sarah Paulson (Ellen Dolan), Dan Lauria (Polizeichef Dolan), Jaime King (Lorelei Rox), Paz Vega (Plaster of Paris), Stana Katic (Morgenstern), Johnny Simmons (junger Denny Colt), Seychelle Gabriel (junge Sand Saref), Frank Miller (Liebowitz) uva.
Label/Vertrieb: SONY Pictures Home Entertainment (www.sphe.de)
Erscheinungsdatum: 18.06.2009 (Leih-DVD) bzw. 16.07.2009 Kauf-DVD)
EAN: 4030521716193 (Leih-DVD) bzw. 4030521518186 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 98 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Nachdem er scheinbar bei einem Einsatz sein Leben ließ, begraben wurde und wiederauferstand, agiert Ex-Cop Denny Colt als leibhaftiger Schutzpatron ’seiner’ Stadt Central City, deren Straßen er des Nachts als maskierter “Spirit” durchstreift und von Strolchen reinigt. Nur Polizeichef Dolan weiß von seiner Doppelexistenz und profitiert davon, da der Spirit auch dort ermitteln und handeln kann, wo der Polizei die Hände gebunden sind.

Aktuell geht der Spirit gegen seine alte Nemesis vor. Der Octopus, ein genialer aber größenwahnsinniger Wissenschaftler und Gangsterkönig, plant den Coup seines Lebens. Er will die Vase mit dem Blut des Herakles stehlen und den Inhalt trinken, der ihm die Kraft und Unsterblichkeit eines Halbgottes verleihen soll. Die berüchtigte Diebin Sand Saref kommt ihm zuvor, aber auch ihr Streich misslingt: Dem Octopus fällt in die Hände, was sie mit Leib und Seele begehrt – das Goldene Vlies der Argonauten.

Octopus und Sand vereinbaren einen Tausch, doch sie misstrauen einander heftig. Außerdem mischt sich der Spirit ein. In Sand Saref erkennt er eine alte Jugendliebe, und der Octopus weiß etwas über die übernatürlichen Kräfte, über die der Spirit seit seinem Wiedererwachen verfügt. Im Hauptquartier des verrückten Octopus’ wird er schon erwartet – vom Hausherrn persönlich, von seiner skrupellosen Assistentin Silken Floss, von vielen schlagkräftigen Klonen und von Plaster of Paris, die grausige Wundertaten mit ihrem Schwert vollbringt …

Eigentlich hätte es gutgehen müssen …

Grundsätzlich standen die Sterne günstig: Mit “The Spirit” gelang Will Eisner (1918-2005) eine der ganz großen Schöpfungen der Comic-Geschichte. Die Geschichten vom ‘untoten’ Verbrecher-Jäger Denny Colt beeindruckten nicht nur durch ihre grandiose Grafik, die zum ersten Mal Stilmittel des Kinos einbezog, sondern fesselten auch durch inhaltliche Qualitäten. Der Spirit war kein Superheld und erst recht nicht unfehlbar. Oft obsiegte er nur mit der Hilfe seiner Freunde oder des Zufalls. Manchmal verschwand er aus seinen eigenen Geschichten, die auch ohne ihn funktionierten. Mehr und mehr wurde der Spirit zum Beobachter (und Eisner zum Chronisten) einer Alltagswelt, deren Menschenschicksale er nur selten positiv beeinflussen konnte. Die Schwarzweiß-Sicht der frühen “Spirit”-Comics wurde schnell durch unzählige Schattierungen von Grau ersetzt. Eisner spielte gekonnt auf einer emotionalen Klaviatur, deren Spektrum simple Spannung ebenso beinhaltete wie Pathos, Melancholie, Humor und Slapstick. In ihrer Gesamtheit addierten sich diese Elemente zur einmaligen Saga des “Spirit”, der über die Jahre nicht alterte, sondern reifte.

Diesem Klassiker widmet sich nunmehr ein Mann, der selbst zu den ganz Großen des Comics gehört. Frank Miller (*1957) ist der Schöpfer moderner Genre-Erfolge wie “Sin City” und “300″. In der Neuinterpretation ‘alter’ Comic-Figuren hat er ebenfalls Maßstäbe gesetzt; mit “The Dark Knight Returns” (1986, dt. “Die Rückkehr des dunklen Ritters”) gelang Miller die Wiedergeburt Batmans, und Ähnliches verdankt ihm der bis dato längst abgehalfterte Superheld Daredevil. Auch im Kino ist Miller kein Neuling; so schrieb er u. a. Drehbücher zu Filmen wie “Robocop 2″ und “Robocop 3″. Auf Einladung von Robert Rodriguez führte er 2005 mit Regie in “Sin City”, einem Thriller, der durch seine innovativen Bilder ebenso gefiel wie durch die starke Story.

Ein Meisterwerk degeneriert zum faden Witz

Also: Ein künstlerisch kreativer, kompromissloser und im Filmgeschäft erfahrener Mann greift ein echtes Meisterwerk auf. Unterstützt wird er auf seinem Regiestuhl von einem Team begeisterter und ungemein fähiger Männer und Frauen, die dank digitaler Technik jede unglaubliche Kulisse realisieren können, sowie von einer Riege enthusiastischer Darsteller, die nicht davor zurückschrecken, fast ausschließlich vor grünen Wänden (“greenscreen”) schauspielern zu müssen, welche die Basis für erst später eingearbeitete Hintergrundbilder bilden.

Aber alle vielversprechenden Ansätze gerinnen binnen 100 Minuten zu einem Fiasko, das der Zuschauer ungläubig und mit zunehmendem Ärger registriert. Wer vom “Spirit” nie zuvor hörte, muss anschließend der Überzeugung sein, einen tumben, prügelfesten Frauenhelden und Slum-Fetischisten kennengelernt zu haben. Will Eisners Spirit ist alles andere als das (s. o.), aber er ist jetzt Frank Millers Spirit geworden.

Was hatte sich der Meister Gedanken gemacht! In seinem Audio-Kommentar und in einem eigenen Feature (“Miller über Miller”) sprudelt er förmlich über, wenn er seine Untaten begründet. Der Spirit war unter Eisner ein Geschöpf seiner Zeit. Jetzt ist er ein Gefangener jenes schicken, stylishen “contemporary noir”, das Miller so liebt. Central City wird zur Stadt zwischen den Zeiten. Die Polizei verwendet Handys und Laptops, aber in ihre Einsätze steuert sie Autos, die in den 1950er Jahren gebaut wurden. Atmosphäre ist alles, was bei Miller stets Dunkelheit und schlechtes Wetter bedeutet.

Ein Superheld namens “Spirit”

Die größte Sünde stellt Millers Versuch dar, den Spirit zu ‘erklären’. Eisner begnügte sich mit Andeutungen und tat gut damit. Miller macht aus dem Spirit, dem niemals übernatürliche Kräfte zugesprochen wurden, einen Superhelden. Wie Batman stürzt er sich unerschrocken von hohen Häusern in tiefe Straßenschluchten und zerplatzt doch nicht auf hartem Pflaster. Man sieht ihn sogar im Laufschritt über Telegrafendrähte hopsen. Dazu trägt er – Millers Zugeständnis an das 21. Jahrhundert – helle Turnschuhe zu dunklem Anzug und Hut, was einfach lächerlich aussieht.

Apropos Batman … Unter Millers Drehbuch-Herrschaft wird der Spirit zum Abziehbild des “Dunklen Ritters”. Schauerlich unvergesslich bleibt des Spirits pompöse Liebeserklärung an Central City, die einmal mehr belegt, dass solche platten Worte im Comic besser aufgehoben sind als im Film.

Aus der Tatsache, dass die Frauen den Spirit lieben, wusste Will Eisner amüsant Funken zu schlagen. Auch der ‘neue’ Denny Colt hat durchaus ein Auge für das schöne Geschlecht, aber er ist vor allem der typische Ritter, der Frauen in Not beisteht und nur schwach zu werden droht, während er im letzten Moment seiner wahren Liebe Ellen Dolan treu bleibt. Die daraus resultierenden Komplikationen bilden ein wichtiges Unterhaltungspotenzial der “Spirit”-Comics.

Miller macht aus dem Spirit auch als “womanizer” einen Superhelden, dem keine Frau widerstehen kann. Jede Glaubwürdigkeit bleibt dabei auf der Strecke. Gabriel Macht bleibt als Held und als Liebhaber anonym und blass unter seiner Maske. “Der Spirit” wird ihm nicht den Durchbruch zum Starruhm bringen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht?

Will Eisner hatte keine Angst davor, seinen ‘Helden’ der Lächerlichkeit preiszugeben. Der Spirit überstand das prächtig, denn er war als Mensch gezeichnet. (Reine Ironie war bereits die ‘Maske’ des Spirits, hinter der jedes Kleinkind Denny Colt erkennen müsste.) So hielt es Eisner auch mit den Frauen und den Gegnern des Spirits, die trotz aller psychischen und physischen Übertreibungen über echte Persönlichkeit verfügten.

Miller versteht offensichtlich Eisners feinen Sinn für einprägsame Schöne & Schurken nicht, denn ihm gerinnen sie zu Witzfiguren. Der Octopus wird zur peinlichen Nervensäge. In den originalen Comics unterstützte Eisner die Wirkung dieser Gestalt, indem er nie ihr wahres Gesicht zeigte, sondern sich darauf beschränkte, die Handschuhe des Bösewichts mit ihrem charakteristischen Dreistrich-Muster ins Bild zu bringen. Samuel L. Jackson, realiter ein guter Schauspieler ist, der sich regelmäßig für Blockbuster anheuern lässt, um seinen A-Star-Status zu wahren, mimt hier einen grinsenden Entertainer, der den Erz-Gauner nur mimt. Der ‘echte’ Octopus ist ganz und gar kein überlebensgroßer Superschurke, der mit lachhaft aufgeblasenen Science-Fiction-Knarren ganze Helikopter-Staffeln unter Feuer nimmt oder Füße mit Menschenköpfen züchtet (sic!). Solche und viele, viele andere Kalauer zerren plump an der Stimmung, die Miller doch so wichtig ist.

Invasion der tollen Frauen

Eisners Galerie der braven und bösen aber immer schönen Frauen ist legendär. Auch ihnen vermochte er per Zeichenstift in ein Leben zu rufen, das sich offenbar nicht auf die Leinwand übertragen lässt. Eva Mendes und Scarlett Johansson kommen leidlich glimpflich als Sand Saref und Silken Floss davon, während um einige Schraubendrehungen bizarrere Figuren wie Lorelei Rox und Plaster of Paris jeden exotischen Zauber vermissen lassen und Jung-Polizistin Morgenstern zu einer weiteren überflüssigen Witzfigur zerfließt.

Überhaupt: Wer die “Spirit”-Comics nicht kennt, wird vergeblich auf eine Auflösung der merkwürdigen ‘Beziehung’ zwischen dem Spirit und der geisterhaften Lorelei warten. Viel wird geredet und erklärt in diesem Film, der außerdem an Rückblenden nicht spart, aber dieser nicht unwichtige Aspekt bleibt außen vor.

Ellen Dolans quasi einzige Funktion bestand ursprünglich darin, den attraktiven Spirit zu erden, der in den prüden 1940er und 50er Jahren seinen potenziellen Erfolg bei den Damen nicht praktisch nutzen durfte. In dieser Funktion ist Ellen im 21. Jahrhundert überflüssig, weshalb sie nach Millers Ansicht einer Neuinterpretation bedarf. Sie wird zur leidvoll Duldenden, die ihren Liebsten als Ärztin zusammenflickt und darauf hofft, dass er eines Tages nur ihr gehören wird. Glücklicherweise bleiben Sarah Paulsons Auftritte überschaubar, und überhaupt hat es Miller so eilig, dass der Zuschauer durch neue Schauwerte & Schlägereien vor dem endgültigen Einschlafen bewahrt bleibt.

Die Frank-Miller-Filmschule

Optisch bietet “The Spirit” seinem Publikum diverse Genüsse, die zeitweilig sogar mit der trübsinnig abgespulten Story versöhnen können. “The Spirit” ist hier die vollendete Synthese zwischen Comic und Film. Die digitale Technik gestattet heute die Erzeugung überzeugender Spezialeffekte, die man bewundern muss. Miller zeichnet auch als Regisseur mit Licht und Schatten und versteht sich auf die Kunst der Andeutung. Scheinbar schwarze Bildflächen zeigen bei näherem Hinschauen verblüffend detaillierte Strukturen. Verfremdungen unterstützen paradoxerweise die Eindeutigkeit des Gezeigten.

Miller selbst hat diese Form der Filmkunst in “Sin City” nicht nur mit entwickelt, sondern bereits zur Vollendung gebracht. “The Spirit” kann dem nur technisch Neues hinzufügen. Die Bilder sind in ihrer Künstlichkeit noch prächtiger geworden. Das kann freilich nicht dauerhaft davon ablenken, dass sie nicht durch eine entsprechende Handlung getragen werden. Andererseits ist dies irgendwie tröstlich – das Sein besitzt noch immer Präferenz vor dem Schein, so hübsch dieser auch glänzen mag.

In unserem Fall kommt die Gewissheit dazu, mit diesem Urteil nicht allein zu stehen. Das vom produzierenden Studio erhoffte “Spirit”-Franchise wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen. Schade nur, dass ausgerechnet der Spirit, eine Comic-Figur, die einen Film ‘verdient’, dort scheitern musste, wo Lachgestalten wie der Hulk, Iron Man oder die Transformers sich durchsetzten. Der Dumme ist in wie meist der Zuschauer.

DVD-Features

Frank Miller ist ein Mann, der gern redet sowie seiner Meinung nach viel zu sagen hat. Dem darf er im Bonus-Bereich dieser DVD ausgiebig frönen. Wer “The Spirit” allerdings gesehen hat, dürfte vermutlich schon nach “Miller über Miller” aufstecken und sich den Audiokommentar des Regisseurs (und der ihm nach dem Mund redenden Produzentin Deborah Del Prete) verkneifen: Miller spricht von seinem “Spirit”-Konzept und seiner Verehrung des (ihm persönlich bekannten) Will Eisner und schwadroniert über die Verpflichtung, die ihm dessen Werk auferlegt … kurz, er listet im Grunde Grundpfeiler einer gelungenen Verfilmung auf, die er sämtlich ignoriert hat.

“Grüne Welt” bietet manchmal tatsächlich einen Blick hinter die (grün eingefärbten) Kulissen und in den Arbeitsalltag eines praktisch erst im Computer entstandenen Films. Eingerahmt werden diese Informationen jedoch durch hektisch montierte ‘Interview’-Fetzen, die nichts als massive Filmwerbung darstellen. Diese fällt so plump aus, dass der Griff zur Vorspultaste automatisch erfolgt.

Ein alternatives Ende wird mit Millerschen Storyboard-Zeichnungen vorgestellt: Der Spirit kann den Octopus nur außer Gefecht setzen, indem er ihn mit bloßen Händen buchstäblich in Stücke reißt. Dies macht deutlich, dass für “The Spirit” ursprünglich eine härtere Gangart vorgesehen war. Aber wäre dieser Film als Splatter unterhaltsamer geraten …?

[md]

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PREISRÄTSEL: 2 x “MILK”-DVD

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. August 2009

MILK
Das Oscar®-gekrönte Meisterwerk mit Sean Penn als Harvey Milk!
DVD- und Blu-ray-Verleihstart: 06. August 2009
DVD- und Blu-ray-Verkaufsstart: 13. August 2009

San Francisco, 1972. Harvey Milk (Sean Penn) und sein Partner Scott Smith (James Franco) haben vom Leben in New York die Nase voll und suchen ihr Glück an der Westküste. Sie eröffnen im Arbeiterviertel Castro einen kleinen Fotoladen: „Castro Camera“. Bald wird das Geschäft als Treffpunkt und Nachrichtenbörse zum Mittelpunkt
des Viertels, vor allem dank Harvey Milks herzlichen, überschäumenden Temperaments.

Es dauert nicht lange, bis Milk seinen Hang zur Politik entdeckt: Sein Anliegen sind die Interessen der kleinen Leute seines Viertels – und die der schwulen Community. Milk organisiert Straßenfeste im Castro District und er steht stets an der Spitze, wenn es gegen Diskriminierung zu protestieren gilt.

Während dreier Wahlkampagnen für den Stadtrat von San Francisco gewinnt Milk unzählige Helfer und Freunde dazu; vor allem sein Berater Cleve Jones (Emile Hirsch) steht ihm unermüdlich zur Seite. Doch in dieser Zeit zerbricht die Beziehung zu seinem langjährigen Geliebten Scott. An der Seite seines neuen Partners Jack Lira (Diego Luna) schafft Milk bei der Wahl 1977 schließlich den Einzug in den Stadtrat. Kaum im Amt, stößt Milk eine Vielzahl von politischen Initiativen an, womit er sich nicht nur Freunde macht. Und einer seiner Gegner, Milks Stadtrats-Kollege Dan White (Josh Brolin) entpuppt sich schließlich als Todfeind…

Harvey Milk: Politiker und Volkstribun. Ikone, Vorbild und Held. Freund und Liebhaber. Sein Leben schrieb Geschichte, und sein Mut rettete Leben – nur nicht sein eigenes. Ein Mann, weit mehr als ein Schwulen-Aktivist, der quer durch alle Bevölkerungsschichten und das gesamte politische Spektrum zum Inbegriff für einen mutigen Kampf für Bürgerrechte und Gerechtigkeit in der Welt wurde. Seine Vision von einer besseren Welt wurde zur Inspiration für viele und ist bis heute unvergessen.

Regisseur Gus Van Sant („Good Will Hunting“) macht aus den letzten acht Jahren im Leben des Harvey Milk ein mitreißendes Zeitpanorama, das die 70er Jahre aus einer Perspektive zeigt, die man so kaum kennt. Sean Penn („Mystic River“) in der Titelrolle steht an der Spitze eines großartigen Ensembles, das neben vielen anderen Emile Hirsch („Into The Wild“) und Josh Brolin („No Country For Old Men“) umfasst.

MILK erhielt bei der diesjährigen Oscar®-Verleihung acht Nominierungen und zwei Oscars® für das Beste Originaldrehbuch und Sean Penn als Bester Hauptdarsteller. Bei der Berliner Gala „Cinema for Peace“ wurde Gus Van Sant mit dem Preis für den wertvollsten Film des Jahres ausgezeichnet.

Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://www.milk.film.de

Ausstattung der DVD:
Bildformat: 1.85:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2008
FSK: ab 12 Jahren
Länge: ca. 124 Min.
Extras: Marsch für die Gleichberechtigung (ca. 8 Min.), Erinnerungen an Harvey Milk (ca. 13 Min.), Hollywood
kommt nach San Francisco (ca. 15 Min.), Deleted Scenes (ca. 4 Min.), Interviews (ca. 12 Min.), Blick hinter die
Kulissen (ca. 3 Min.), Darsteller-Infos
Leih-EAN: 4011976 857761
Kauf-EAN: 4011976 857785
Titel bei Amazon.de
Milk

Ausstattung der Blu-ray:
Bildformat: 1.85:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2008
FSK: ab 12 Jahren
Länge: ca. 128 Min.
Extras: Marsch für die Gleichberechtigung (ca. 8 Min.), Erinnerungen an Harvey Milk (ca. 13 Min.), Hollywood
kommt nach San Francisco (ca. 15 Min.), Deleted Scenes (ca. 4 Min.), Interviews (ca. 12 Min.), Blick hinter die
Kulissen (ca. 3 Min.), Darsteller-Infos
Leih-EAN: 4011976 314264
Kauf-EAN: 4011976 314288

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Milk [Blu-ray]

Preisrätsel 2 x 1 DVD:

Um einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Frage beantwortet werden: Wie heißt der Hauptdarsteller?

Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” eintragen. Danke.

Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost.

Die Gewinner lauten: Marie-Theres Goesling und Claudia Barthold, herzlichen Glückwunsch!

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Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß

Erstellt von Redaktion am 14. August 2009

Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß

Darsteller: James Woods, Meryl Streep, Fritz Weaver
Regisseur: Marvin J. Chomsky
Komponist: Morton Gould
Drehbuch: Gerald Green
Produktion: Robert Berger, Herbert Brodkin
Kamera: Brian West
Schnitt: Alan Heim, Craig McKay, Robert M. Reitano, Stephen A. Rotter, Brian Smedley-Aston
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Bildseitenformat: 4:3
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
Produktionsjahr: 1978
Spieldauer: 415 Minuten
www.polyband.de

1935 heiratet Doktor Josef Weiß’ (Fritz Weaver) ältester Sohn Karl (James Woods) die Arierin Inga Helms (Meryl Streep). Die Familie Weiß ist jüdisch und diese „Mischehe“ den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Das Glück der Brautleute wird schon heftig erschüttert, denn Nazideutschland beginnt verstärkt gegen die jüdische Bevölkerung vorzugehen. Josefs Frau Berta (Rosemary Harris) beruhigt die Familie, glaubt an baldige Besserung der Zustände – doch sie irrt.

Die Repressalien gegen die Juden werden täglich schlimmer, Gewalt und Ausschreitungen sind an der Tagesordnung. Karl wird verhaftet und sein Bruder Rudi (Joseph Bottoms) flieht. Josef Weiß verliert seine Praxis und wird nach Warschau deportiert, seine Frau Berta und Tochter Anna (Blanche Baker) ziehen zu den Helms. Dort sind nur geduldet, keinesfalls erwünscht.

Während sich Rudi auf der Flucht in die Jüdin Helena (Tovah Feldshuh) verliebt und sich mit ihr den Partisanen anschließt, wird Anna ein Opfer deutscher Gewalt – einer Gewalt, die sich fortan tödlich durch das Leben der Familie Weiß arbeitet – bis hin zur sogenannten Endlösung im Jahre 1945.

Gleichzeitig wird auch die Geschichte von Erik Dorf (Michael Moriarty) und seiner Familie erzählt. Der arbeitslose Jurist geht zur SS und wird bald zur rechten Hand von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich (David Warner). Gemeinsam arbeiten sie an dem „Judenproblem“ und dessen rationaler und kostengünstiger Lösung. Dorf – ehemaliger Patient von Weiß – entwickelt dabei stets neue Methoden und Ideen. Dabei trifft er immer wieder auf Angehörige der Familie Weiß – bis zum bitteren Ende …

1978 produzierten Robert Berger und Herbert Brodkin die TV-Mini-Serie „Holocaust“,  unter der Regie von Marvin J. Chomsky. Somit wurde ein Stück grausiger Weltgeschichte zur Fernsehunterhaltung, die vor allem bei ihrer deutschen Erstausstrahlung für Kontroversen in der Bundesrepublik Deutschland sorgte. Schlussendlich erreichte „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß“ mehr Zuschauer, als alle bis dahin gesendeten Dokumentationen – und rüttelte Deutschland regelrecht auf, um sich endlich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Auch der Begriff „Holocaust“ wurde erst durch diese TV-Serie als Begriff für das Schicksal der Juden etabliert.

Dreißig Jahre danach ist die Serie nun bei Polyband & Toppic Video/WVG erschienen. In der Zwischenzeit hat sich viel in der Welt getan, auch den Holocaust betreffend. Somit besitzt die Mini-Serie keinesfalls mehr die Brisanz wie zur Erstausstrahlung, muss sich dementsprechend auch etwas anderen Gesichtspunkten stellen.

Bei der Familie Weiß handelt es sich natürlich um fiktive Personen, die drei Generationen abdecken und im Laufe der Nazi-Zeit an jedem wichtigen Punkt der Geschichte auftauchen. Das ist zwar konstruiert, wirkt dennoch logisch. Dieses Konstrukt wird immer erst dann besonders offensichtlich, sobald Erik Dorf mit einem Mitglied der Familie Weiß zusammentrifft. Das ist dann doch zu viel des Zufalls und wirkt leicht aufgesetzt. Darüber kann man aber hinwegsehen.

Im Mittelpunkt stehen nun die Schicksale zweier Familien, die gleichzeitig auch zwei Seiten versinnbildlichen. Josef Weiß und Familie steht für die Juden, Erik Dorf verkörpert die Deutschen. Dadurch entsteht eine sehr enge Bindung an die Geschichte, sorgt aber auch für einen – gewollten – Tunnelblick. So sind die Deutschen allgemein der Feind und tragen die Verantwortung an allem. Es findet keine Differenzierung statt, kein Hinterfragen der damaligen Zustände. Aber vielleicht ist es genau dieser starke Kontrast, der den Schrecken des Holocaust so deutlich macht. Außerdem zielte die Serie mehr auf den amerikanischen Markt ab und war dort auch für fünfzehn Emmies nominiert, acht Auszeichnungen wurden es dann schlussendlich.

Besonders eindringlich wird die Geschichte durch die Verknüpfung fiktiver Personen mit realen Ereignissen und authentischen Drehorten. Zwar werden einige Abstriche gemacht und Ereignisse zusammengerafft, doch sämtliche Kernelemente sind vorhanden. Durch die Einbindung realer Fotoaufnahmen vertieft Marvin J. Chomsky das Thema und zeigt den tatsächlichen Schrecken, der durch keinen Film in seinem ganze Ausmaß tatsächlich nachempfunden werden kann. Diese Zeitzeugnisse lassen den Zuschauer einfach schaudern.

Die Darsteller tragen ihr übriges dazu bei. Es gibt viele bekannte Gesichter (Rosemary Harris aus „Spider-Man“) und für James Woods und Meryl Streep war es gar das Sprungbrett zur großen Karriere. Aber auch die Nebendarsteller verkörpern perfekt ihre Rollen, sorgen für Anteilnahme und emotionale Betroffenheit. Obwohl „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß“ auch unterhalten soll, wird ernsthaft mit dem Thema umgegangen. Die Unterhaltung ist dabei nur ein Werkzeug, um den Zuschauer förmlich in Geschichte einzusaugen.

Geschichte und Thema sind nun über jeden Zweifel erhaben, doch wie sieht es mit der technischen Seite aus? Immerhin ist das Medium DVD in der Lage einiges zu bieten. Hier offenbaren sich leider die Schwachpunkte der Box, auf der groß die FSK-Kennung „FSK 12“ prangt und das Motiv verschandelt. Das ist vom Gesetzgeber so gewollt, aber leider gibt es keine nachträgliche Möglichkeit das Motiv wieder aufzuhübschen.

Die DVDs selbst sehen wieder schick aus, aber ihre Ausstattung lässt zu wünschen übrig. Es gibt keinerlei Bonusmaterial und der Ton liegt nur in Dolby Digital Mono 2.0 vor – auf Deutsch und auf Englisch. Die Synchronisation hört sich nach klinischer Studioatmosphäre an (sauber und kaum Hintergrundgeräusche), während die englische Tonspur dagegen rauscht und gelegentlich auch zischt. Da hört man sich lieber die Synchronisation an.

Das Bild ist TV-Standardformat. Leider ist die Zeit weniger gut mit dem Material umgegangen und es wirkt, als hätte jemand seine alten Videokassetten einfach überspielt. Das Bild ist verschmutzt und besitzt ein feines Rauschen. Oft tritt das Rot zu stark nach vorne, hat der Kontrast gelitten und mangelt es dem Bild an Schärfe. Zu allem Übel ist übrigens nur die deutsche Fassung enthalten, die am Ende um mehr als sieben Minuten gekürzt ist. In der vollständigen Fassung wird der Zuschauer nämlich Zeuge der Gründung Israels.

„Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß“ ist spannende Zeitgeschichte, die zwar ein zeitloses Thema behandelt, aber den technischen Sprung in die Moderne verschlafen hat. Zwar ist die Box noch immer eine Empfehlung wert, doch das liegt einzig an dem darin enthaltenen Vierteiler.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss (4 DVDs)

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Freitag, der 13.

Erstellt von Michael Drewniok am 13. August 2009

Freitag, der 13.

Originaltitel: Friday the 13th (USA 2009)
Regie: Marcus Nispel
Drehbuch: Damian Shannon, Mark Swift u. Mark Wheaton
Kamera: Daniel Pearl
Schnitt: Ken Blackwell
Musik: Steve Jablonsky
Darsteller: Jared Padalecki (Clay Miller), Danielle Panabaker (Jenna), Amanda Righetti (Whitney Miller), Travis Van Winkle (Trent), Aaron Yoo (Chewie), Derek Mears (Jason Voorhees), Jonathan Sadowski (Wade), Julianna Guill (Bree), Ben Feldman (Richie), Arlen Escarpeta (Lawrence), Ryan Hansen (Nolan), Willa Ford (Chelsea), Nick Mennell (Mike), America Olivo (Amanda), Kyle Davis (Donnie), Richard Burgi (Officer Bracke), Rosemary Knower (Munkel-Lady), Nana Visitor (Pamela Voorhees), Caleb Guss (Jason als Kind) u. a
Label/Vertrieb: Paramount Home Entertainment (paramount.de)
Erscheinungsdatum: 16.07.2009 (Leih-DVD) bzw. 30.07.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 4010884739428 (Leih-DVD) bzw. 4010884539424 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1 – 16 : 9)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Türkisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 93 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Zwei Jahrzehnte sind seit der Tragödie im Camp Crystal Lake vergangen. Damals hatte die geistig verwirrte Pamela Vorhees eine Gruppe Teenager ausgerottet, die ihren missgestalteten Sohn Jason gepeinigt hatten. Ihr letztes Opfer war ihr über und schlug ihr den Kopf ab. Jason flüchtete in den Wald, das Camp wurde aufgehoben, und die Anwohner hüten sich seitdem, das scheinbar verwaiste Gelände aufzusuchen. Nur ahnungslose Touristen verstoßen gegen diesen Grundsatz, und von denen hört man in der Regel nichts mehr, wenn sie am Ufer des Sees gelagert haben.

Erst vor sechs Wochen ist ein Quintett abenteuerlustiger Teenies verschwunden. Zu denen, die am Crystal Lake saufen, Dope rauchen und bumsen wollten, gehörte auch Whitney Miller. Weil die Polizei die Fahndung inzwischen aufgegeben hat, setzt ihr Bruder Clay die Suche auf eigene Faust fort. Dabei gerät er mit Trent aneinander, der mit einigen Freunden im Wochenendhaus seiner Familie ebenfalls den bereits beschriebenen Teenie-Freuden frönen möchte. Der reiche Jungschnösel verhält sich so feindselig, dass seine empörte Freundin, die tugendreiche Jenna, sich lieber Clay anschließt, der nunmehr die Ruinen des Camps Crystal Lake durchstöbern möchte.

Dort fühlt sich Jason empfindlich in seinem Hausfrieden gestört. Erste Störenfriede aus Trents Gruppe haben bereits mit seiner Machete Bekanntschaft gemacht. Als ihm nun auch Clay und Jenna auf die Bude rücken, will Jason das Übel mit der Wurzel ausrotten. Er verlässt das Camp und kämmt die Gegend systematisch nach Teenies durch, denen er dann mit allerlei scharfen und spitzen Werkzeugen das Lebenslicht ausbläst. Bald wird das Wochenendhaus zur belagerten Festung, deren schwindende Besatzung sich verzweifelt gegen den ebenso ortkundigen wie bärenstarken Wüterich zu wehren bemüht …

Kein Film-Mythos bleibt ungefleddert

Es war nur eine Frage der Zeit, dass auch Jason Vorhees einer Rundum-Erneuerung unterzogen wurde. Im aktuellen Remake-Fieber wird die Geschichte des jüngeren Horrorfilms fieberhaft nach Titeln durchsucht, die sich in ein münzklingendes Franchise verwandeln lassen. Die meisten diesbezüglichen Klassiker der 1970er und 80er Jahre hat es bereits erwischt. Nun wurde also Jason fitgemacht für eine neue, hoffentlich ebenso langlebige Serie billig zu produzierender und einträglicher Neo-Splatter.

Dass diese Sektion an einem eigentlich noch quicklebendigen Patienten vorgenommen wird, spielt dabei offensichtlich keine Rolle: Der ursprüngliche Jason, der seinen Metzel-Dienst im originalen “Freitag”-Film von 1980 aufgenommen hatte*, war auch im 21. Jahrhundert tätig und nie offiziell in Pension gegangen.

Natürlich waren die neuen Folgen der schier unsterblichen Serie meist inhaltlich ein Witz bzw. ein Graus; das ist eine Interpretationsfrage. Jasons Unternehmungen stellten nie einen Quell der Freude für die Filmkritik dar. Sie sollten Geisterbahn-Spaß verbreiten; so waren sie konzipiert, so wurden sie fast wie am Fließband hergestellt.

Doch selbst unter dieser bescheidenen Prämisse gingen denen, die den “Freitag”-Claim weiterhin ausbeuten wollten, die Ideen aus. Statt über einen grundsätzlich neuen Ansatz für eine Fortsetzung nachzudenken, kam man auf die naheliegende Idee, die alte Geschichte einfach ‘neu’ zu erzählen.

(* Anmerkung für pedantische Splatter-Fanatiker: Ja, ich weiß, dass es Jasons Mutter war, die in diesem ersten Streifen umging, während Jason nur in der Schluss-Szene auftaucht.)

Fader Wein im oberflächlich neuen Schlauch

So etwas kann gutgehen, wie Rob Zombie mit seinem “Halloween”-Remake bewies, aber es ist riskant und endet meist in einem Desaster wie 2005 mit dem neu aufgewirbelten “Fog – Nebel des Grauens”. “Freitag, der 13.” ist irgendwo an der Grenznaht zwischen “missglückt” und “überflüssig” zu platzieren. Ein kleiner, schmutziger, überdrehter, an einen Comic erinnernder Horrorfilm wird mit viel Geld aber wenigen bzw. den falschen Ideen noch einmal gedreht. Weil man die Natur des “Freitag”-Erfolgs nicht verstand bzw. es nicht wagte, in Sachen Sex & Gewalt unbekümmert so weit zu gehen wie in der glücklichen, deutlich liberaleren Ära des Originals, entstand nur unentschlossener Reißbrett-Grusel.

Die Schere zwischen Absicht und bierernster Umsetzung klafft einfach zu weit. Marcus Nispel ist ein Regisseur mit einem ausgeprägten visuellen Talent. Davon künden die wunderschön verkommenen Kulissen und die dies hervorhebenden, sorgfältig arrangierten Bilder, die indes die infantile Handlung nur unterstreichen und sie bloßstellen, statt ihr Halt zu geben. Ohnehin plagiiert Nispel sich selbst: Über weite Strecken wirkt “Freitag, der 13.” Optisch wie eine Fortsetzung seiner “Texas Chainsaw Massacre”-Version von 2003 und Jason Vorhees wie ein Bruder von Leatherface.

Figurenzeichnung im Slasher-Kino

Im Trash-Horror ist es üblich, die Dinge auf die Spitze (und darüber hinaus) zu treiben. Das gilt auch für die Charakterzeichnung der Protagonisten, die gleichzeitig flach und grob ausfällt. Man könnte sagen, dass die “Freitag”-Filme der Vergangenheit das Bild des (US-) Teenagers im Horror-Kino entscheidend mit definiert haben. Durchaus folgerichtig sind es nie realistische Figuren, die einem Märchen-Metzler wie Jason in die Arme laufen. Leider werden primär die nervensägenden Seiten junger Menschen herausgestrichen, die demnach hyperaktiv vergnügungssüchtig, dumm wie Brot, zwanghaft promiskuitiv und scharf auf billiges Dosenbier und Marihuana sind. Dafür müssen sie ‘bestraft’ werden, was in unserem Fall Jason übernimmt.

Wichtig ist der wertkonservative Gegenpol: Stets gibt es einen ‘guten’ Jungen und ein braves Mädel, die züchtig bleiben, höchstens maßvoll trinken und merkwürdigerweise dennoch mit dem weiter oben geschilderten Idiotengesindel umherziehen. Der Junge kämpft entschlossen für die Maid und gegen das Böse, das Mädchen darf seine Bluse anbehalten, und die Idioten werden blutig feuchtfröhlich abgeschlachtet.

Wen solche Interpretation von ‘Spaß’ abstößt, ist gänzlich fehl am Platze im Splatter-Kino, das Schreien mit Lachen mischt und dadurch politisch unkorrektes aber befreiendes Vergnügen erzeugt; die sich seit jeher ewig im Kreis drehende Diskussion um Sinn oder Unsinn oder gar Schädlichkeit des Genres wird an dieser Stelle jedenfalls nicht weitergeführt. In Sachen plakativer Brutalität bleibt der neue “Friday”-Film ohnehin weit hinter dem Original zurück, und sogar im letzten der ‘klassischen’ Jason-Filme – “Freddy vs. Jason” (2003) ging es mit Abstand blutiger zu.

Jason killt Teenies im Rentenalter

Obwohl (oder weil) gleich drei Autoren am Drehbuch zum “Freitag”-Remake gebastelt haben, blieben kapitale Fehler unberücksichtigt, die der Regisseur entweder ebenfalls übersah oder durchgehen ließ. Vermutlich der größte Bockschuss trifft die Auswahl der Darsteller: Jason jagt ein Dutzend “Teenager”, deren jüngste Danielle Panabaker und Julianna Guill (beide Jahrgang 1987) sind. Ansonsten schwankt das Durchschnittsalter unserer “Teenies” zwischen 25 und 30, was man ihnen jederzeit ansieht. Das führt zu absurden Szenen, dass ein sichtlich erwachsener Mann wie Travis Van Winkle als Trent Furcht vor seinem Dad mimt, weil seine infantilen (bzw. eher senilen) Kumpels dessen Ferienhaus verwüsten.

Eventuell ist das hohe Alter zumindest bei den weiblichen Darstellern wichtig, da auch in den USA Schönheitsoperationen erst an volljährigen Patientinnen durchgeführt werden dürfen. Dass dieser Faktor zählt, belegt der hohe Bestand silikonverstärkter Brüste, die sämtlich offenkundig von einem ordentlich berauschten Dr. Frankenstein und ganz sicher nicht nach der Natur modelliert wurden.

Danielle Panabaker gleicht ihre (relative) Jugend dadurch aus, dass sie (s. o.) weder trinkt, hascht oder bumst, den tumben Trent verlässt und sich dem schwestersuchenden und sowieso coolen Clay – er fährt ohne Helm Motorrad! – anschließt. Allerdings kann biedere Langeweile die Dämlichkeit der übrigen Figuren keineswegs ausgleichen.

Das Auge des Sturms: Jason

Jason Vorhees ist eine Ikone des Horrorfilms. Als solche ist er sehr flexibel, wenn man sich erinnert, was ihm in den elf Filmen der ersten “Freitag”-Serie alles zugestoßen ist. Insofern ist er derjenige, der in dieser Neuauflage die wenigsten Federn lassen muss. Viele Kritiker vergessen gern, dass Jason nicht als unsterblich-unverwüstliche Kampfmaschine, sondern als ausgestoßene Randexistenz der Gesellschaft startete. Insofern ist es richtig, dass Jason auch in seiner zwölften Film-Inkarnation Mensch bleibt – ein erstaunlich agiler Mensch übrigens, denn vom feisten, tapsigen Mord-Roboter wurde Jason in einen flinkfüßigen Jäger verwandelt, dessen verwüsteter Schädel ein funktionstüchtiges Hirn beherbergt: Jason ist schlau bzw. hinterhältig, was seine Gefährlichkeit steigert.

Schade nur, dass diese neue Glaubwürdigkeit einem fragwürdigen Final-Gag geopfert wird: Clay und Whitney gönnen dem mühsam zu Tode gebrachten Jason eine Seebestattung. Schon dies ist Schwachsinn, denn überall im Gelände liegen verstümmelte Leichen, für die das Geschwisterpaar der Polizei besser einen Mörder präsentieren sollte. Aber Jason soll als Reminiszenz an das “Freitag”-Original urplötzlich genesen aus den Fluten schnellen, seine Bezwinger packen sowie eine Fortsetzung ermöglichen. Die plumpe Dreistigkeit, mit der dies in Szene gesetzt wird, setzt den ‘würdigen’ Schlusspunkt unter dieses kümmerliche Machwerk. Die Rechnung ist freilich aufgegangen: Nachdem “Freitag, der 13.” weltweit ca. 90 Mio. Dollar in die Kassen gespült hat, wird an einer Fortsetzung fleißig gewerkelt.

DVD-Features

Das kalte Kalkulieren eines Franchise-Neustarts, dessen Sinn ausschließlich im Generieren neuer Einkünfte begründet liegt, wird durch die Extras zum Hauptfilm niederträchtig und traurig zugleich bestätigt. Hinter den verlockend betitelten Features “Die Wiedergeburt von Jason Voorhees” und “Hinten hacken, vorne schlitzen” verbirgt sich ein in zwei Teile geschnittenes und schnödes “Making of”, das nicht nur skrupellos sämtliche mörderischen Höhepunkte des Film verbrennt, d. h. sie deutlich zeigt, sondern auch nackte, unverblümte Werbung darstellt. Hier fällt kein Wort, das den Tatbestand der Zuschauerinformation auch nur annähernd erfüllt. Darsteller, Produzent, Regisseur und Make-up-Mann kriechen einander grinsend in die Ärsche, während sie gleichzeitig damit beschäftigt sind, ihr Werk als Wiedergeburt des modernen Horror-Kinos zu hypen.

Darüber hinaus gibt es drei aus dem Film geschnittene bzw. veränderte und neu gedrehte Szenen. Wieso dies geschah, kann problemlos nachvollzogen werden, da beispielsweise der Moment, in dem Jason vom Kopfsack auf die berühmte Hockey-Maske umsteigt, nun in der Tat wirkungsvoller geraten ist. Der finale Kampf mit dem Killer wurde verlängert und in seinem Höhepunkt dramatisiert – auch das eine richtige Entscheidung, die freilich an der grandiosen Enttäuschung, die dieser “Freitag, der 13.” hinterlässt, nicht wirklich etwas zu ändern vermag.

Offizielle Website zum Film:
- www.fridaythe13thmovie.com

[md]

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Long Weekend

Erstellt von Michael Drewniok am 6. August 2009

Long Weekend

Originaltitel: Long Weekend (Australien 2008)
Regie, Schnitt u. Musik: Jamie Blanks
Drehbuch: Everett de Roche
Kamera: Karl von Möller
Darsteller: James Caviezel (Peter), Claudia Carvan (Carla), Robert Taylor (Barmann), Everett de Roche (Säufer), Gordon Waddell (Mann im VW-Bus), Jude Beaumont (Frau im VW-Bus), Lara Robinson (Mädchen), Roger Ward (Truckfahrer) u. a.
Label/Vertrieb: Sunfilm Entertainment (sunfilm.de)
Erscheinungsdatum: 24.07.2009 (Leih-DVD/Blu-Ray) bzw. 14.08.2009 (Kauf-DVD/Blu-Ray)
EAN: 4041658222518 (Leih- u. Kauf-DVD) bzw. 4041658292511 (Blu-Ray)
Bildformat: 4 : 3 (2,35 : 1 – 16 : 9)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 88 min. (Blu-Ray: 91 min.)
FSK: 16

Das geschieht:

Mit einem verlängerten Wochenende versucht Yuppie Peter, seine bröckelnde Ehe mit Carla zu retten. Er hat mit Freunden einen Surf- und Camping-Ausflug organisiert, der an einen See führen soll, der nur wenigen Eingeweihten bekannt ist. Die Fahrt steht von Anfang an unter einem Unstern. Carla hasst Camping, und Peter ist als Outdoor-Urlauber eher unerfahren. Schon die Fahrt zum See wird zum Abenteuer. Die Freunde lassen sich nicht blicken. Peter überfährt ein Känguru. Der Navigations-Computer lässt ihn ebenso wie das Handy im Stich. In der abgeschiedenen Zielgegend verfährt er sich. Die Nacht bricht herein, und die Spannungen zwischen den Eheleuten nehmen zu.

Der nächste Morgen scheint Erlösung zu bringen. Nur wenige Minuten jenseits des improvisierten Lagerplatzes lockt der gesuchte See. Die Landschaft ist traumhaft schön, und dank regelmäßiger Alkoholzufuhr beginnt Peter sich heimisch zu fühlen, während Carlas Unbehagen steigt. Zunächst nimmt nur sie seltsame Geräusche wahr, fühlt sich beobachtet und verfolgt. Für Peter wird dies zum Anlass, erst recht an dem Lager festzuhalten, obwohl sich die Freunde nicht blicken lassen. Erst als eine leichtfertig erschossene Seekuh ein unheimliches Eigenleben zu führen beginnt, wird auch Peter unruhig, zumal er auf einem Lagerplatz in der Nähe eine Tragödie entdeckt.

Weil Peter seinen im Busch verschwundenen Hund nicht zurücklassen will, flammt der Streit mit Carla wieder auf. Sie nimmt den Wagen und lässt ihn zurück, aber die Flucht aus der gespenstisch lebendig werdenden Wildnis will auch ihr nicht mehr gelingen …

Die Natur schlägt zurück … irgendwie

Der Mensch ist ein seltsam schizophrenes Wesen: Einerseits benutzt er diese Erde wie ein Papiertaschentuch, während er andererseits genau diesen Missbrauch bitter beklagt. Das kann wissenschaftlich begründet in klaren Worten geschehen, aber auch (film-) künstlerisch verbrämt werden. „Long Weekend“ geht von der Prämisse aus, dass besagte Erde nicht nur eine Art bewohntes Raumschiff, sondern auch ihr eigener Kapitän ist. Soll heißen: Die Natur präsentiert sich nicht als ökologisch verzahntes Funktionsgefüge, sondern bildet ein intelligentes Kollektivbewusstsein, dem Tiere und Pflanzen die Arme und Beine ersetzen.

Lassen wir die Frage, wieso sich diese ‚aktive‘ Natur ausgerechnet dort (und nur dort) manifestiert, wo Peter und Carla ihr Zelt aufschlagen, erst einmal außen vor. Verständlich ist jedenfalls, dass sie sauer ist: Zwar streiten unsere beiden Reisenden fast unentwegt, aber es bleibt ihnen genug Zeit für allerlei Umweltsünden. Mit einer achtlos aus dem Wagenfenster geworfenen Zigarettenkippe startet Peter einen verheerenden Waldbrand. Er und Carla verstreuen Abfälle; ihr Lager gleicht rasch einer Müllkippe. Carla liebt ihre Spraydose mit dem Insektengift. Peter ballert mit seinem Gewehr auf alles, was sich bewegt.

Die Gegenmaßnahmen kommen nur allmählich in Gang, was Peter und Carla (im Gegensatz zum Zuschauer) lange verborgen bleibt. Sie haben nicht nur ihren Müll, sondern auch ihren Streit mitgebracht und im Grunde keinen Blick für die traumhafte Umgebung. Ungeachtet dessen stellt sich die Natur reichlich dämlich an. Statt deutlich ihren Unwillen zu artikulieren, beschränkt sie sich auf kryptische Aktivitäten: Vorräte verrotten in Windeseile, Äste fallen von den Bäumen, nachts erklingen unheimliche Töne. Und jetzt muss die Frage doch gestellt werden: Wieso ist ausgerechnet dieser See eine Todesfalle? Probt die Natur hier erst einmal den Aufstand? Der Rest der Welt müllt jedenfalls fröhlich und unbestraft weiter.

Unheimlich unter die Nase gerieben

Vor Ort wird Mutter Natur allmählich deutlicher: Ein Adler attackiert Peter mit scharfen Krallen. Das bringt ihn ebenso wenig ins Grübeln wie sein Stolpern auf den Zeltplatz weiterer Unglücksraben, die ebenfalls dem fatalen Zauber des Sees erlegen sind. Sie haben ein schauerliches Ende gefunden, das Peter indes als menschliche Tragödie deutet. Was tatsächlich vorgeht, dämmert ihm erst, als ihm die Natur die schon erwähnte (und wie gesagt mausetote) Seekuh ins Lager robben lässt.

Da hat sich im Zuschauer bereits eine Menge Frustration angestaut. Was soll diese Geschichte eigentlich? Wir haben im Gegensatz zu Peter und Carla schnell bemerkt, was vorgeht. Wirklich rätselhaft ist ohnehin nicht, was sich Drehbuchautor Everett de Roche im Bund mit Regisseur Jamie Blanks hat einfallen lassen. Dem Duo schwebte offensichtlich ein Mystery-Thriller vor, wie er ihrem Landsmann Peter Weir gleich zweimal glückte – 1975 mit „Picnic at Hanging Rock“ (dt. „Picknick am Valentinstag“) und 1977 mit „The Last Wave“ (dt. „Die letzte Flut“). Genial hatte Weir Geschichten erzählt, die nicht seltsam zu sein behaupteten, sondern es tatsächlich waren. Die Unterwanderung der Realität und das Fremde blieben glaubhaft. Vor allem gelang Weir, was Blanks nur in Ansätzen umzusetzen vermag: Die australische Landschaft wird auf schwer zu bestimmende Weise lebendig, das Wunderschöne wirkt plötzlich fern und sogar bedrohlich. Dies funktionierte nur deshalb so perfekt, weil Weir sich auf die Kunst verstand, mit Andeutungen zu arbeiten, die der Zuschauer in seinem Kopf selbst deuten musste und mochte.

Diese Ambivalenz geht „Long Weekend“ ab. Blanks gelingen keine Rätsel, er reiht nur seltsame Ereignisse aneinander. Eine entsprechende, d. h. den phantastischen Aspekt widerspiegelnde Atmosphäre als verbindendes Element fehlt. Die nunmehr schon mehrfach zitierte (Zombie-) Seekuh ist da besonders kontraproduktiv.

Das Ende verrät Ratlosigkeit. Es soll einen ironischen Höhepunkt markieren und überraschen, ist jedoch so sehr Klischee, dass es höchstens aufgrund seiner Drastik verblüfft, nachdem Blanks bisher vergleichsweise subtil zu Werke ging.

Sachter Grusel in traumhafter Idylle

Obwohl er ihn wie gesagt nicht wirklich nutzt, vermag Blanks mit der Wahl des Drehortes zu punkten. „Long Weekend“ ist keine Studio-Produktion, sondern entstand unter freiem Himmel und in einem wirklich grandiosen Globus-Winkel: „Wilsons Promontory National Park“ liegt auf einer Halbinsel an der Südspitze des australischen Bundesstaates Victoria (www.parkweb.vic.gov.au). Den Kontrast zwischen unberührter Landschaftsschönheit und dem gleichgültigen Missbrauch durch den Menschen – hier symbolisiert durch Peter und Carla – vermag Blanks immerhin gut herauszuarbeiten.

Das war Colin Eggleston im ersten „Long-Weekend“-Film 1978 ebenfalls gelungen. Überhaupt hat Blanks dem Plot wenig Neues beizufügen. Bis ins Detail übernimmt er manche Szenen. Wieso dann überhaupt ein Remake? Die vor drei Jahrzehnten noch frische Mahn-Botschaft wirkt heute ohnehin etwas abgestanden.

Kammerspiel vor Landschafts-Kulisse

„Long Weekend“ ist ein Zwei-Personen-Stück. Die Wahl der ‚richtigen‘, d. h. in ihren Rollen überzeugenden Schauspielern war deshalb besonders wichtig. Mit James Caviezel und Claudia Carvan verpflichtete Regisseur Blanks keine Stars, sondern Schauspieler, die in zahlreichen Rollen ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben.

Die Rechnung ging auf, denn Caviezel und Carvan verschmelzen glaubwürdig mit ihren Rollen. Das ist wichtig, denn es lenkt von der Frage ab, inwieweit oder ob überhaupt der Streit der Eheleute relevant für das eigentliche Geschehen ist. Der Ablenkungs-Faktor wurde schon angesprochen, aber ansonsten ist es prinzipiell gleichgültig, ob Peter und Carla sich hassen oder lieben – der Zorn der Natur erwartet sie ebenso voreingenommen wie die Insassen des VW-Busses, die ebenfalls das Pech hatten, den ‚geheimen‘ See zu finden.

Die eindrucksvollen Schauwerte dieses Films, seine handwerkliche Brillanz – er ist eindeutig für die große Leinwand gedreht – und die gute Besetzung fallen unterm Strich positiv auf. Das reicht aber nicht für ein denkwürdiges Filmereignis. „Long Weekend“ ist gut gemacht und gut gemeint. Die ökologische Botschaft wird nicht nach Gutmenschen-Art aufdringlich, jedoch trotzdem mit Pauken- und Trompetenschall verkündet. Nur Peter und Carla sind dem taub gegenüber. Das Publikum begreift und beginnt sich sacht zu langweilen, als es begreift, dass Mutter Natur & Jamie Blanks uns mehr nicht zu sagen haben.

DVD-Features

Karg sind die Extras zum Hauptfilm ausgefallen, doch erfreulicherweise stellen Audiokommentar und vor allem die „Produktionsnotizen“ keine verlängerten Krakenarme der Werbung dar. Vor allem Regisseur Blanks hat viel zu seinem Werk zu sagen. Was genau, ist freilich schwer nachzuvollziehen: Aufgrund des unerhört ausgeprägten Akzentes könnten Blanks und seine australischen Mitarbeiter auch Mandarin oder Marsianisch sprechen. Englischkenntnisse sind hier nur bedingt hilfreich, und untertitelt wurden die Features leider nicht.

Deshalb muss man sich oft zusammenreimen, was in den „Produktionsnotizen“ gezeigt wird. Schade, denn dieser vierzigminütige Beitrag wurde ungewöhnlich sorgfältig als echter Informationsträger erstellt. Es gibt keine Interviews, in denen die Beteiligten einander über den grünen Klee loben (und lügen). Stattdessen werden in chronologischer Reihenfolge wichtige Sequenzen der Dreharbeiten vorgestellt und vom Regisseur kommentiert. (Ein Kapitel widmet sich speziell der unsäglichen Seekuh.)

[md]

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Long Weekend
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xxxHolic und Tsubasa Reservoir Chronicle (Fanbuch-Edition)

Erstellt von Redaktion am 4. August 2009

Tsutomu Mizushima, Hiroshi Morioka, Koichi Mashimo
Chronicle (Fanbuch-Edition)

xxxHolic und Tsubasa Kuronikuru, Kinofilm-Double Feature, Japan, 2006
Nach den gleichnamigen Mangaserien von Clamp, EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 23.4.2007
2 DVDs, Disc-Set in Amaray-Case mit xxxholic Fanbook in Box, Anime, Fantasy, Mystery, Action, Lauflänge: ca. 60 + 35 Min., gesehen 11/2008 für ca. EUR 40.00
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 16:9, PAL; Regionalcode RC 2
Tonformat: Jap. DD 2.0, Dt. DD 2.0, Fr. DD 2.0
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch, Holländisch, Schwedisch
Extras:116-seitiges, vollfarbiges Fanbook (Softcover)
www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/

Zu den im Ausland bekannten und beliebten Mangaka gehören die Zeichnerinnen der Gruppe Clamp. Inzwischen sind auch in Deutschland sehr viele ihrer Serien erschienen, auch die gerade aktuell in Japan laufenden Reihen „Tsubasa Reservoir Chronicle“ und „xxxholic“. Die Mangas erscheinen hier bei Egmont Manga & Anime.

Obwohl beide noch nicht abgeschlossen sind, wurden sie bereits in Anime-Serien für das japanische Fernsehen umgesetzt, ja, es gelangte sogar ein Double Feature mit zwei aufwendig produzierten Episoden ins Kino. Diese liegen nun auch in Deutschland auf DVD vor. Nach der „Limited Edition“ mit einer Bonus-DVD ist nun die „Fanbuch“-Edition erschienen, die neben den beiden Film-DVDs ein sehr dickes und vollfarbiges Booklet enthält.

„xxxholic“ erzählt den Auftakt der Geschichte um Kimihiro Watanuki und die Hexe der Zeit. Der Oberstufenschüler sucht die Hilfe der geheimnisvollen Wahrsagerin und Esoterikerin Yuuki, weil er nicht mehr ein noch aus weiß. Er kann die Geister um sich herum nicht nur sehen, sie reagieren leider auch auf ihn, und das ist sehr oft ungenehm. Und in der letzten Zeit hat sich dieser Zustand noch verschlimmert.

Die geheimnisvolle Frau erfüllt ihm den Wunsch, sie nicht mehr sehen und ertragen zu müssen, fordert aber auch eine Gegenleistung. Von nun an muss Watanuki den Haushalt für sie führen, kochen, putzen, waschen und bedienen, bis seine Schuld bei ihr abgearbeitet ist. Hin und wieder ist er auch ihr Botenjunge oder muss sie begleiten, so wie bei einer Auktion in einer geheimnisvollen alten Villa. Der junge Mann spürt sehr schnell, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und sie alle in große Gefahr geraten.

Um seine Geliebte Sakura zu retten, die ohne ihre Erinnerungen über kurz oder lang sterben wird, lässt sich der junge Shaolan auf einen Handel mit Yuuki ein. Sie gibt ihm die Möglichkeit, durch die Welten zu reisen und die Federn wieder zu finden, in die sich die Erinnerungen der Prinzessin verwandelt haben. Auch Gefährten, die ihn unterstützen, gesellen sich an seine Seite. Aber der Preis, den er dafür zahlen muss, wird sehr hoch sein – Sakura wird alles, was ihn betrifft, vergessen. Und auch die Jagd nach den Federn gestaltet sich nicht immer einfach, denn diejenigen, die sie gefunden haben, wissen um ihre Macht und geben sie nicht einfach her…

Während der „Tsubasa Chronicle“-Film quasi nur eine Einführung ist, was bei einer Lauflänge von ca. 35 Min. nicht sehr wundert, bekommt man bei dem doppelt so langen zu „xxxholic“ doch einiges mehr geboten. Man erfährt nicht nur, wie Watanuki zu Yuuki kam und welche Bedeutung sein Schulkamerad Domeki für ihn hat, sondern bekommt auch ein grusliges Abenteuer in der alten Villa geliefert.

Das mag daran liegen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die erste Staffel der „Tsubasa Reservoir Chronicle“-Fernsehserie gelaufen war, die von „xxxholic“ aber gerade erst in den Startlöchern stand. Die enge Verbindung zwischen den Serien wird durch kleine Cameo-Auftritte der jeweils anderen Figuren deutlich, und wenn man sich bisher noch nicht dazu überwinden konnte, sich die Boxen der Fernsehserien zuzulegen, kann man durch die Filme einen ersten Eindruck gewinnen und heraus finden, ob Thema und Stil der Serie etwas für einen sind. Denn während „Tsubasa Reservoir Chronicle“ sich eher dem actionreichen Abenteuer mit einer guten Mischung aus Drama und Humor zuwendet, ist „xxxholic“ düstere Dark Fantasy voller böser Anspielungen und mit vielen Geheimnissen, aber wenigen Kämpfen.

Auf jeden Fall bleiben beide Filme dem Motto der Gruppe Clamp treu: Nichts ist so, wie es scheint, es ist weder einfach noch durchschaubar. Oft helfen den Protagonisten nur der gesunde Menschenverstand und ein gerütteltes Maß an Misstrauen, um zu überleben.

Die Qualität der Filme ist naturgemäß höher, da sie für die Leinwand und nicht nur den kleinen Fernsehbildschirm gefertigt wurden – aber man hat den Stil der Serien bewahrt. Während die Figuren von „Tsubasa Chronicle“ rund, weich und ein wenig niedlich sind, dominieren in „xxxholic“ kantige und sehr lang gestreckte Körper, aber auch detailreich, verschnörkelte Details im Hintergrund.

Ein besonderes Schmankerl ist natürlich das Fanbook, das all die Informationen enthält, die man in den Boxen von „xxxholic“ so schmerzlich vermisst. Die Hauptpersonen werden ausführlich vorgestellt, ebenso wie die wichtigsten Handlungsorte. Man erfährt etwas mehr über die Bedeutung, die Marotten und die Macht von Yuuki in beiden Serien, denn die Hexe der Zeit ist eine nicht unbedingt sehr einfache Persönlichkeit.

Das macht die „xxxHolic und Tsubasa Reservoir Chronicle (Fanbuch-Edition)“ durchaus zu einer überlegenswerten Erwerbung, sowohl für die Fans, die sich bereits die Fernsehserien zugelegt haben, als auch diejenigen, die sich erst einmal einen Überblick verschaffen wollen. Beide werden mit spannenden Filmen, interessanten Informationen und einer liebevoll aufgemachten Box belohnt (CS)

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XXXHolic / Tsubasa Chronicle (Fanbuch Edition)

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Inspector Barnaby Vol. 4

Erstellt von Redaktion am 4. August 2009

Inspector Barnaby Vol. 4

Land und Jahr: GB 2002
Produzent: Brian True-May
Schauspieler: John Nettles, Jane Wymark; Daniel Casey
Musik: Jim Parker
Länge: ca. 396 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Studio: BBC, A&E Television Networks
Vertrieb: edel records
Tonformate: Englisch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 2.0
Untertitel: keine
Bildformat: Fullscreen 4:3
Folgen: 01. Die Hexe von Setwale Wood, 02. Glockenschlag zum Mord, 03. Mord am St. Malley’s Day, 04. Trau, Schau, Wem!
Bonusmaterial: Keins

Aus dem Hause edel records kommt nun bereits die vierte DVD-Box der bekannten und beliebten Kriminalserie „Inspector Barnaby“, die in Deutschland erfolgreich auf dem ZDF läuft. Erneut muss der smarte Inspector Tom Barnaby (John Nettles) vier komplizierte Fälle lösen, die es in sich haben …

Den Anfang macht „Die Hexe von Setwale Wood“. Inmitten des mythischen Setwale Wood wird die Leiche von Simon Bartletts Frau Susan entdeckt. Kurz darauf stirbt auch der Erzfeind Bartletts. Motiv und Täter scheinen auf der Hand zu liegen, doch das Karussell der Verdächtigen dreht sich fleißig im Kreis und schlussendlich kommt es mal wieder anders, als man denkt …

Die Box wird mit einer sehr starken Episode eröffnet, die im Original „A Worm in the Bud“ heißt und zur fünften Staffel der Serie gehört. Die Zusammenstellung der Boxen ist leicht verändert, so dass „Inspector Barnaby Vol. 4“ vier aufeinanderfolgende Episoden aus Staffel fünf und sechs der Serie enthält.

Das Drehbuch zu „Die Hexe von Setwale Wood“ stammt von Michael Russell, Regie führte David Tucker. Beide haben gute Arbeit geleistet, denn die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und inszeniert. Vor allem die Einbindung der Kinder als unglaubwürdige Zeugen ist passend und sorgt auch für einige erheiternde Augenblicke. Ein sehr charmanter Fall – trotz des mörderischen Themas.

In „Glockenschlag zum Mord“ (im Original „Ring out your Dead“) geht es dann mit einem starken Kontrast weiter. Eher düster und sehr blutig müssen Barnaby und Assistent Gavin Troy (Daniel Casey) den Mord an einem Glöckner aufklären. Einen Mord? Nein, denn der Glöckner gehört zu einer ganzen Glöckner-Mannschaft, die an einem Glöckner-Wettbewerb teilnehmen möchte. Und irgend jemand hat es auf die ganzen Glöckner abgesehen …

Autor Christopher Russell hat hier glänzende Arbeit geleistet und sehr skurrile Ideen und Charaktere verwirklicht. Unter der Regie Sarah Hellings’ entsteht somit ein sehr unterhaltsamer und spannender Fall, der mit einer überraschenden Lösung aufwartet. Auch hier – wie in „Die Hexe von Setwale Wood“ – hat auch Barnabys Frau Joyce einen Auftritt und steht ihrem Mann in einigen Szenen zur Seite.

Besonders herausstechend sind diesmal allerdings die Verdächtigen, die selbst Hauptdarsteller John Nettles den Rang ablaufen und mit großer Spielfreude agieren. Es ist einfach herrlich den Leuten zuzusehen und dem Inspector zu folgen, während er dem Täter langsam immer näher kommt.

Im Gegensatz zum blutigen und direkten Tod unter den Glöcknern, wird es in „Mord am St. Malley’s Day“ (Murder on St. Malley’s Day ) eher geheimnisvoll. Hier spielen Traditionen und Verschwörungen an einem renommierten Elite-Internat eine gewichtige Rolle. Und so befremdlich der im Zentrum stehende Pudding Club auch wirkt, so ist Mord noch immer ein ernstes Thema und wird von Regisseur Peter Smith spannend in Szene gesetzt.

Immerhin dreht es sich darum, dass der Musterschüler Daniel Talbot bei einem traditionellen Wettlauf mit einer schweren Verletzung zurückkehrt und dieser erliegt. Wie in der Serie üblich folgt kurz darauf natürlich der nächste Mord. Die Ermittlung wird jedoch durch eine Mauer des Schweigens zusätzlich erschwert. Leider hat Drehbuchautor Andrew Payne das Ende sehr offensichtlich gestaltet, so bleibt ein wirklich überraschendes Ende leider aus.

Mit der Episode „Trau, schau, wem!“ („Death and Dreams“ – der deutsche Titel verrät eigentlich schon mehr als er sollte) schließt die DVD-Box ab. Was zuerst wie ein Selbstmord aussieht, führt in die psychiatrischen Klinik Mercy Park, die von Dr. Jane Moore geleitet wird – einer alten Bekannten von Barnaby. So irre wie die Patienten, so irre ist schlussendlich auch der Fall.

Peter J. Hammond zeigt sich für das Drehbuch verantwortlich und präsentiert eine sehr schwache Geschichte, die von Regisseur Peter Smith auch schwach umgesetzt wurde. Sichtlich um Originalität bemüht wurden markante Figuren entworfen, die sich in ihrer Skurrilität jedoch gegenseitig ausstechen und die Schau stehlen. Den misslungenen Höhepunkt bildet allerdings die Lösung des Falls und die recht untalentiert wirkenden Jungdarsteller. Ein dummes Kichern macht noch keinen Schurken aus – vor allem wenn der am Ende so dumm alles ausplaudert.

Sämtliche Episoden spielen – wie immer – in der von der Autorin Caroline Graham entworfenen Grafschaft Midsomer. Dabei hat die Serie schon lange die Vorlage Grahams verlassen und folgt – durchaus gelungen – eigenen Wegen. Das ländliche Ambiente und die dörflichen, menschlichen Charaktere wirken durchaus ruhig und beschaulich, doch die Leute haben es faustdick hinter den Ohren. „Inspector Barnaby“ zeigt humorvoll und eindringlich, dass gute Kriminalunterhaltung keineswegs die Stadt oder Hochfinanz braucht. Im Gegenteil, stille Wasser sind tief und lassen gerne mal das ein oder anderen Opfer darin ertrinken.

Die Leistungen der Hauptdarsteller John Nettles und Daniel Casey sind hervorragend. Dabei steht das Ermittlerteam nur selten im Fokus. Im Gegenteil, den meisten Raum nehmen jeweils die Nebendarsteller mit ihren Geschichten ein. Das sorgt für eine emotionale Bindung an die Handlung und die Personen. Dem Einen gönnt man es, mit dem Anderen hat man Mitleid. Das macht einfach großen Spaß. Ganz davon abgesehen, dass die Suche nach dem jeweiligen Täter sehr spannend umgesetzt wird. Hier darf der Zuschauer bequem miträtseln, vor allem, da oft die Spuren und Hinweise im Bild zu sehen sind. Wie Barnaby auch, kann der Zuschauer ebenfalls beobachten und kombinieren. Ebenfalls eine feine Sache.

Schlussendlich bietet die DVD-Box drei sehr gute Folgen und eine Niete, was durchaus zu verschmerzen ist. Das Bild selbst ist gut und entspricht gewohntem TV-Standard. Bei den Sprachen kann der Zuschauer zwischen Deutsch und Englisch wählen. Leider gibt es kein Bonusmaterial. Schade, hier hätte man sich als Fan über das ein oder andere Schmankerl gefreut. Die Möglichkeit sich einen Untertitel einblenden zu lassen fehlt ebenfalls.

„Inspector Barnaby Vol. 4“ ist eine sehr gute Box, die angenehme und spannende Unterhaltung bietet – eine appetitliche Krimivollwertkost!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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Inspector Barnaby, Vol. 04 (4 DVDs)

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