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Archiv für November, 2009

Autumn of the Living Dead

Erstellt von Michael Drewniok am 26. November 2009

autumnAutumn of the Living Dead

Originaltitel: Autumn (Kanada 2009)
Regie: Steven Rumbelow
Drehbuch: David Moody u. Steven Rumbelow
Kamera: Stephen Crone
Schnitt: Steven Rumbelow u.  Anthony Valenti
Musik: Craig McConnell
Darsteller: Dexter Fletcher (Michael), Dickon Tolson (Carl), Lana Kamenov (Emma), Anton Brejak (Kyle), David Carradine (Philip), Tricia McMurtry (Kate), Jody Willis (Jeffries), Marisa Zaza (Jenny), André Bharti (Ralph), Leanne Dixon (Sandra), Jay Ould (Clown), Diane Salema (Philips Mutter) uva.
Label: Savoy Film
Vertrieb: Sunfilm Entertainment
Erscheinungsdatum: 16.10.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 4041658500432
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1; anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 87 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Es geschieht (wie üblich) von einer Sekunde auf die andere: Vermutlich ein Virus fällt über die gesamte Menschheit her. Männer, Frauen und Kinder gehen blutspuckend zu Boden und hauchen ihr Leben aus. Geschockte Überlebende irren verloren zwischen den Leichen umher.

Lehrer Michael, Medizinstudent Carl und die junge Emma gehören zu denen, die sich verängstigt im Gemeindesaal ihrer nun toten Stadt versammeln, wo sie auf Hilfe warten, die indes nicht kommt. Als Michael dies begreift, ruft er dazu auf, aktiv zu werden und sich auf dem Land eine Unterkunft zu suchen, die nicht durch Millionen verrottender Leichen in Mitleidenschaft gezogen wird.

Zunächst will sich ihm niemand anschließen. Das ändert sich, als sich in der Nacht die Toten plötzlich zu rühren beginnen und wenig später durch die Straßen taumeln. Sie haben keinen Puls, können nicht sprechen oder zeigen überhaupt Anzeichen von Intelligenz. Noch während sie auf den Beinen stehen, beginnen sie zu verwesen.

Michael, Carl und Emma verlassen die Stadt. In einer abgeschiedenen Waldregion finden sie ihr neues Heim auf einer alten Farm. Sie richten sich ein, aber nachdem die unmittelbare Gefahr vorüber ist, brechen interne Konflikte aus. Carl ist nach dem Verlust seiner Familie depressiv, Emma leidet unter panischer Zukunftsangst, Michael ist ein Choleriker, der auf seiner Anführer-Rolle besteht.

Als die Vorräte ausgehen, muss das Trio zurück in die Stadt. Dort legen die wandelnden Leichen plötzlich eine ungute Munterkeit an den Tag. Sie sind sehr schnell geworden und nehmen die Lebenden nun durchaus zur Kenntnis, denn sie sind hungrig und gieren nach Fleisch. Obwohl Michael, Carl und Emma ihre Farm wie eine Festung ausbauen, tauchen auch hier bald Zombies in wachsender Zahl auf …

Wie apokalypsentauglich ist der Mensch?

An Anfang war die Idee – keine originelle zunächst, aber eine bewährte, die leicht variiert eigentlich immer zieht: Plötzlich bricht die Zivilisation zusammen. Durch nunmehr leere und nutzlose Städte ziehen wenige Überlebende, die sich einerseits den Problemen ihrer materiellen Fortexistenz stellen und andererseits mit der Katastrophe psychisch fertigwerden müssen.

Weil das in der Regel nicht gerade spannend anzusehen ist, werden die meisten “Post-Doomsday”-Geschichten durch eine äußere Bedrohung aufgewertet. Hier sind es die durch eine mysteriöse Seuche umgekommenen Menschen, die als Zombies wieder zu einer Art Leben erwachen. Ihr genreübliches Verhalten – Wanken, Grunzen, Faulen – wird sacht modifiziert; die Untoten sind zunächst hirnleer und erwerben allmählich die Kontrolle über ihre Sinne und ihre Bewegungsfreiheit zurück; ein kluger Einfall, denn die Gefährlichkeit der Zombies steigert sich kontinuierlich. Tauchen sie einige Zeit nicht auf, weiß der Zuschauer wie unsere Überlebenden nicht, wie sie dieses Mal reagieren werden.

Überhaupt lässt die Story von “Autumn” einen gewissen Anspruch erkennen. Hier sollte (und konnte) nicht der übliche Zombie-Reißer entstehen, der wackere Helden ständig in Metzel-Gefechte mit schauerlichen Kannibalen-Leichen verwickelt. Autor David Moody interessiert sich viel stärker für die Befindlichkeit derer, die der Katastrophe scheinbar entkamen.

Vom Buch zum Film

“Autumn”, der Film – den für unentschlossene (oder dämliche) Zuschauer in Deutschland angehängten Zusatz “… of the Living Dead” vergessen wir schnell – geht auf das gleichnamige Buch (dt: “Herbst – Beginn”) zurück, mit dem Drehbuchautor David Moody 2002 seine mehrteilige “Autumn”-Serie begann, die sich bald einer zahlenstarken Leserschaft erfreute.

So etwas verspricht einen Synergie-Effekt, von dem vor allem die Filmwirtschaft gern profitiert. “Autumn”, der Roman, entstand in England und spielt auch dort. Der Film entstand und spielt allerdings in und bei Hamilton in der Provinz Ontario: Auch für das europäische Kino kann es aus Kostengründen interessant sein, nach Kanada zu gehen.

Denn Geld war allzu offensichtlich ein Problem. “Autumn” ist eine Low-Bugdet-Produktion. Für eine Geschichte, die nichts Geringeres als den Untergang der Menschheit thematisiert, ist jedoch ein gewisser Aufwand auch dann wichtig, wenn sich der Blick auf eine kleine Gruppe konzentriert. “Autumn” spielt nicht ausschließlich auf dem Land, sondern auch in städtischer Kulisse. Das “Ende der Welt” beschränkt sich hier auf wenige hundert Meter eines offenbar aufgegebenen Güterbahnhofs, dessen einziger Schienenstrang von Straßen gesäumt wird. In diese ‘Kulisse’ wurden einige vom Schrottplatz geholte Pkw, Busse und Lastwagen gerollt. Weil er immer wieder genutzt wird, lernen wir diesen Schauplatz sehr gut kennen.

Not macht – in Maßen – erfinderisch

Bei den Gruselfreunden kam der Versuch eines philosophischen Zombie-Kammerspiels schlecht an. Dieses Publikum ist entweder nicht willens, auf  Splatter-Orgien zu verzichten, oder das Genre selbst ist ungeeignet für eher feine Tonlagen. Zombies sind so schrecklich (und) interessant, dass darüber die Querelen noch lebender Zeitgenossen zur Nebensache werden. Wären die Menschen einfach tot umgefallen und geblieben, hätten Regisseur Rumbelow und Autor Moody ein gewichtiges Problem vermieden.

Obwohl das Drehbuch nicht so schlecht ist, wie es allgemein gemacht wurde – dazu weiter unten mehr -, wirkt die forcierte Konzentration auf drei lebende Figuren angesichts der globalen Katastrophe vor allem wie eine Notlösung: Wenn Michael, Carl und Emma sich in ihrem neuen Alltag zurechtzufinden versuchen, ist dies filmisch kostengünstig weil ohne Spezialeffekte und Zombie-Make-up umzusetzen.

Trotzdem hat sich das Trick-Team wacker geschlagen. Die Zombie-Masken sind vermutlich ebenfalls Notlösungen, aber sie tragen der Genre-Konvention Rechnung: Diese Untoten verrotten sichtlich. Hier werden nicht nur Statistengesichter grau und schwarz angemalt. Masken und künstliche (= angenagte) Körperteile kommen zum Einsatz. Der Blick in diese Fratzen erzeugt deshalb zuverlässig die fanseits eingeforderte Übelkeit. (Unkenntlich in der Schar seiner Geschöpfe: Autor David Moody in einem sehr speziellen ‘Gastauftritt’.)

Konsequenz kann manchmal nicht schaden

Leider vertrauen Rumbelow und Moody nicht auf ihr Konzept. Sie versuchen stattdessen den Spagat. “Autumn” soll Psycho-Thriller und Horrorfilm sein, und das funktioniert nicht. Ausgefeilte Szenensequenzen beschäftigen sich mit der seelischen Verfassung unserer drei Hauptfiguren. Plötzlich springt die Handlung um und zeigt Zombiesmen, die wir nicht nur aus diversen Romero-Gruslern kennen.

Ohnehin irritiert die stilistische Unausgewogenheit dieses Films. Mit Steven Rumbelow saß ein Veteran des Unterhaltungsgewerbes im Regiestuhl. Zwar hat er wenige Spielfilme inszeniert, doch verzeichnet seine lange Arbeitsliste u. a. 150 Theaterproduktionen. In Kanada ist seine Produktionsfirma “Renegade Motion Pictures” ansässig, was die Dreharbeiten in diesem Land mitbegründete.

Aufgrund seiner Meriten sollte man meinen, dass Rumbelow eine an sich einfache Geschichte effektvoll erzählen könnte. Tatsächlich ist “Autumn” eine recht wirre Mischung aus Gelungenem, Missratenem und Rätselhaften; in die letzte Kategorie fallen u. a. Kamera-Effekte der Kategorie “L’art pour l’art” und artifizielle Rätsel-Szenen, die davon künden, dass Rumbelow auch zahlreiche Musikvideo-Clips gedreht hat.

Alle Professionalität nützt freilich wenig, wenn grundsätzliche filmhandwerkwerkliche Regeln – notgedrungen oder gewollt – missachtet werden. “Autumn” soll vermutlich bereits in den Filmbildern herbstliche Untergangsstimmung vermitteln. Tatsächlich ist das Bild nur kontrastarm, flau und verwaschen. Weder für den Dreh noch für die Nachbearbeitung scheint hochwertiges Equipment verfügbar gewesen zu sein. “Autumn” ist deshalb eine Tortur für die Augen.

Der Mensch lernt nur mühsam dazu

In einem Punkt haben Rumbelow und Moody glückliche Händchen gehabt: Nicht nur für die drei Titelrollen, sondern auch für die meisten Nebenrollen konnten sie Schauspieler gewinnen, deren Leistungen dieser Berufsbezeichnung Ehre machen. Natürlich sind Dexter Fletcher und Dickon Tolson keine ‘Stars’ im (ohnehin überstrapazierten) Sinn dieses Wortes, aber der aufmerksame Zuschauer wird ihre Gesichter aus vielen TV-Serien und Kinofilmen erkennen, wo sie meist in tragenden Nebenrollen mitwirken. Lana Kamenov ist der Neuling an ihrer Seite, aber sie hält mit.

Michael, Carl und Emma verkörpern alles andere als Stereotypen. Sie rappeln sich nicht hollywoodtypisch prompt auf und raufen sich zusammen, um dem Schrecken gemeinsam die Stirn zu bieten. Für eine Lovestory ist ebenfalls kein Raum. Diese drei aus der Bahn geworfenen Menschen sind ganz wie im richtigen Leben geschockt, streitsüchtig und selten einig. Das lässt ihr oft logikfreies Verhalten durchaus verständlich wirken.

Für eine kurze aber wirkungsvolle Szene konnte Rumbelow David Carradine in einer seiner letzten Rollen vor dem ebenso tragischen wie lächerlichen Tod im Juni 2009 anheuern. Gegen sein Klischee besetzt, bietet Carradine eine überzeugende, durchaus ergreifende Darstellung als verstörter Philip, dessen Wahnsinn sich erst nach und nach offenbart.

“Autumn” endet offen. Während der Roman eine Fortsetzung erfuhr, ist das für den Film unwahrscheinlich. Zu vernichtend fielen die Kritiken aus. Grundsätzlich benötigt die Geschichte aber kein Ende. Der Zuschauer hat genug Anhaltspunkte, um sich das weitere Geschehen selbst auszumalen. Als Film ist “Autumn” zwar nicht das formale und inhaltliche Desaster, als das er verpönt wird, wird aber trotzdem höchstens als interessantes, jedoch gescheitertes Experiment in die Filmhistorie eingehen.

DVD-Features

Niemand fühlte sich offensichtlich aufgerufen, die Dreharbeiten in einem “Making of” festzuhalten. Schade eigentlich, denn wie man als Filmemacher aus der Geldnot (fast) eine Tugend macht, wäre sicherlich interessant anzuschauen. David Moody, der stolze Autor der Romanvorlage sowie Drehbuch-Mitautor, hat seine Impressionen vom Filmdreh aber ausführlich auf seiner Website geschildert.

Darüber hinaus gibt es eine Website zum Film.

[md]

Titel bei Amazon.de

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Preisrätsel: 2 x 1 DVD: ONE LAST DANCE – Ab 22. Oktober neu auf DVD!

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. November 2009

one-last-dance1Ab 22. Oktober neu auf DVD!

 ONE LAST DANCE

Hochheim, im Oktober 2009 –  am 22. Oktober erscheint bei NewKSM der Tanzfilm „One Last Dance“ mit Patrick Swayze auf DVD!

.Darsteller: Patrick Swayze, Lisa Niemi, George De La Pena, Matthew Walker, Timothy Webber u.a.

 Zum Inhalt:
Als der geniale Tanzchoreograph Alex McGrath plötzlich verstirbt, kehren seine ehemaligen Schüler Travis McPhearson (Patrick Swayze, „Dirty Dancing“), Chrissa Lindh (Lisa Niemi, „Live aus der Todeszelle“) und Max Delgado (George De La Plena, „Kuffs – Ein Kerl zum Schießen“) an seine Schule zurück, um zu seinem Gedenken eine Performance aufzuführen und damit die Tanzakademie zu retten. McGrath hatte den Tanz einst für die drei Schüler geschrieben, aber zu dessen Ausführung kam es nie.

Die drei Tänzer, etwas außer Form, merken schnell, dass diese Aufführung nur funktioniert, wenn sie alle mit ganzem Herzen bei der Sache sind. Doch das ist keine leichte Sache, denn genau an dieser Choreographie zerbrach einst die Liebe zwischen Travis und Chrissa und letztlich alle drei Karrieren. Ein aufreibender Strudel der Gefühle entbrennt zwischen den Tänzern, die das Stück ihres Lebens tanzen und eine alte Leidenschaft wieder aufleben lassen wollen…

„Dirty Dancing“-Star Patrick Swayze zeigt in „One Last Dance“, dass er immer zu einem der ganz großen Tanzfilm-Stars gehören wird! Gemeinsam mit seiner Frau Lisa Niemi, die hier an seiner Seite spielt, schrieb und produzierte er den Film.

DVD Facts:
OT: One Last Dance
VÖ: Leih-DVD: 15.10.09; VÖ: Kauf-DVD: 22.10.09;
Genre: Drama; Regie: Lisa Niemi; Produktionsland/Jahr: Kanada 2003; FSK: ab 6 Jahren;
Laufzeit: DVD ca. 97 Min.; Bildformat: 16:9, 1.85 (DVD); Tonformat/Sprache: Deutsch, Englisch (DD 5.1);
Verpackung: Single-Box DVD;
Extras: Audiokommentar (OmU), Behind The Scenes, Trailer, Biographien, Bildergalerie; Untertitel: keine
Titel bei Aamon.de

PREISRÄTSEL: 2 x 1 DVD
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wie heisst der Regisseur des Films? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” eintragen. Danke. Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Die Gewinner lauten: Bernd Thalhammer, Gerhard Poetzelberger. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Keiler – Der Menschenfresser

Erstellt von Michael Drewniok am 19. November 2009

keilerKeiler – Der Menschenfresser

Originaltitel: Chaw (Südkorea 2009)
Regie u. Drehbuch: Shin Jung-won
Kamera: Kim Yong-chul
Schnitt: Choi Jai-keun
Musik: Kim Jun-seong
Darsteller: Eom Tae-woong (Kim Kang-so), Jang Hang-seon (Cheon Il-man), Yoon Jae-moon (Baek Man-bae), Jeong Yu-mi (Byeon Soo-ryeon), Heo Yeon-hwa (Mi-yeong), Park Hyeok-kwon (Detektive Shin Hyeong-sa), Lee Sang-hee (Polizeichef), Jeong Yoon-min (Polizist Park), Kim Gi-cheong (Bürgermeister), Jo Moon-ee (Kwak), Park Hye-jin (Kims Mutter), Ko Seo-hee (Schamanin), Ha Yoo-i (Choon-hwa) uva.
Label/Vertrieb: Ascot-Elite Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 05.11.2009 (Leih-DVD) bzw. 10.12.2009 (Kauf-DVD u. Blu-ray)
EAN: 7613059800984 (Leih- bzw. Kauf-DVD), 7613059400986 (Kauf-Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: Dolby DTS 5.1 (Deutsch), Digital 5.1 (Deutsch, Koreanisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 117 min. (Blu-ray: 122 min.)
FSK: 16

Das geschieht:

Sammae-ri ist ein Dorf im gebirgigen Hinterland Südkoreas. Die Bewohner leben von der Landwirtschaft. Im Laufe der Zeit haben sie ihre Felder ständig vergrößert. Die Wildnis wurde kultiviert, die Tiere flüchteten oder wurden von Wilderern ausgerottet. Geblieben sind nur die wilden Schweine, denen sich auch die Jäger nur vorsichtig nähern. Die zähen Borstenviecher leiden Hunger, weshalb sie sich angewöhnt haben, Gräber aufzubrechen und Leichen zu fressen. Ein besonders gewaltiger Keiler fällt neuerdings auch Menschen an; Choon, die Enkelin des ehemaligen Jägers Cheon, wird sein erstes Opfer

Für den geschäftstüchtigen Bürgermeister von Sammae-ri ist diese Schweinerei eine Katastrophe. Er hat mit dem Geschäftsmann Kwak einen Deal eingefädelt; sie wollen Großstädtern Grundbesitzanteile verkaufen. Eine große Gruppe anlagewilliger Kunden ist schon angereist. Auf gar keinen Fall sollen sie merken, was in den Bergen vorgeht. Heimlich heuert man deshalb den berühmten Jäger Baek Man-bae an, der bald ein totes Wildschwein aus dem Wald zieht.

Doch der erfahrene Cheon weiß, dass Baek das falsche Schwein erwischt hat. Als das wahre Untier wenig später das Dorf attackiert und ein Blutbad anrichtet, will Cheon ihm allein nachstellen. Baek leistet Abbitte und schließt sich dem alten Jäger ebenso an wie der gerade aus der Hauptstadt Seoul nach Sammae-ri versetzte Polizist Kim, sein Kollege Detective Shin sowie die Ökologie-Studentin Byeon. Sie wagen sich in das Bergreich des Keilers, der dort jeden Winkel kennt und abwartet, bevor er aus dem Hinterhalt zuschlägt und aus Jägern Gejagte werden, denn der Keiler ist nicht nur riesig und schier unverwundbar, sondern auch schlau und fest entschlossen, keinen Gegner entkommen zu lassen …

Ein Schwein: nicht weiß aber trotzdem eine Bestie

Diese Überschrift findet nur schleierhaft, der „Keiler“ noch nicht gesehen hat. Selbst der in der Filmhistorie wenig bewanderte Zuschauer merkt schnell, dass die Handlung in weiten Passagen quasi deckungsgleich mit dem Klassiker „Der weiße Hai“ abläuft. Da gibt es u. a. eine Szene, in der Jäger Cheon – der im „Keiler“ die Rolle des knurrigen Hai-Killers Quint übernimmt – in einem Lagerschuppen den Magen des angeblichen Kannibalen-Schweins aufschlitzt, um zwischen allerlei Abfall und Halbverdautem nach Überresten gefressener Menschen zu suchen. Der erfahrene Zuschauer wird viele andere Parallelen entdecken. Darüber hinaus hat sich Drehbuchautor und Regisseur Shin Jung-won tüchtig aus jenem Fach der Klischee-Kiste bedient, das für den Tier-Horrorfilm vorgesehen ist. Shin arbeitet – Achtung: Ironie! – mustergültig ab, was unzählige Vorgänger bereits durchexerziert haben.

Zwei Stunden Laufzeit sind ungewöhnlich lang für einen Horrorfilm. Zumindest der ‚westliche‘ Zuschauer denkt so, der schnellen Grusel mit flinken Schnitten gewöhnt ist. Shin Jung-won lässt sich Zeit. Abschweifungen und Ellipsen sind im asiatischen Kino nicht ungewöhnlich. Also wird die eigentliche Handlung von Ereignissträngen begleitet, die für das Geschehen kaum oder gar nicht erheblich sind und oft irgendwann im Nichts auslaufen. So beginnt die Geschichte mit einer Einleitung, die Kim als Verkehrspolizisten in Seoul zeigt. Das dient der Charakterisierung der Hauptfigur, die sich indes filmisch wesentlich kürzer fassen ließe. Auch das Dorf Sammae-ri und seine Bürger werden ausführlich vorgestellt. Der Keiler hat inzwischen frei. Sein Auftritt wird sorgfältig vorbereitet. Erst sehen wir nur seine Spuren, dann ahnen wir ihn in der Dunkelheit oder blicken durch seine Augen.

Das Schwein im Menschen

„Keiler“ will wie die meisten Tier-Horrorfilme auch Allegorie sein. Das mörderische Schwein ist deshalb das Produkt eines Menschen, der seine Umwelt ausbeutet, bis dies gegen ihn zurückschlägt. Das ökologische Sahnehäubchen ist auch im Horror- Genre nicht mehr ganz frisch, aber es lässt sich dem Filmprodukt schnell und kostengünstig aufsetzen.

Hätte der Keiler seinen ursprünglichen Lebensraum behalten können, wäre er nie kannibalisch auffällig geworden. Für seinen Riesenwuchs und seine Unerschrockenheit findet Shin eine bizarre aber genrekonforme ‚Begründung‘: Der Keiler gehört einer Schweinerasse an, die von den Japanern – die Korea während des II. Weltkriegs besetzt hielten und dort unzählige Verbrechen verübten – gezielt gezüchtet wurde. Dazu kommt eine alte Sage ins Spiel: Der Keiler treibt dort sein Unwesen, wo vor vielen Jahren ein mörderischer Sektenführer gewaltsam zu Tode kam, dessen Geist womöglich in das Untier fuhr.

Dass der Keiler ungestört töten kann, verdankt er auch der Profitgier seiner Gegner. Hier repräsentieren der Bürgermeister und Geschäftsmann Kwak aus der Stadt die unheilige Allianz von Politik und Wirtschaft. In Gestalt des unfähigen und rückgratlosen Polizeichefs ist die Exekutive Teil des Komplotts, das ein systematisches Vorgehen gegen die  Gefahr verhindert. Aber auch die Dorfbewohner selbst verweigern sich. Sie denken ausschließlich an sich und ihre Ernte. Die ungeliebte und gern kritisierte Polizei soll sie vor dem Keiler schützen.

Schwein de luxe

Taugt ein Schwein als Film-Ungeheuer? Eindeutig ja, denn diese Tiere sind auch ohne filmische Übertreibung kräftig, recht groß, dabei flink, ziemlich intelligent und im Notfall ausgesprochen angriffslustig. Unter dem Rüssel sitzen vor allem beim männlichen Schwein eindrucksvolle Zähne, die fürchterliche Wunden reißen können. Wo wilde oder verwilderte Schweine leben, halten kluge Menschen tunlichst Abstand. Zwei Jahre vor „Highlander“ drehte Regisseur Russell Mulcahy 1984 den Film „Razorback“, der ein bösartiges Schwein im australischen Outback wüten ließ. Schon dieses Ungetüm demonstrierte eindrucksvoll den Unterschied zwischen dem gemütlichen Schnitzel-Quieker und einem echten Wildschwein.

Seit 1984 hat die Tricktechnik erstaunliche Fortschritte gemacht. Längst ist es möglich, ein pferdegroßes Schwein digital ins ‚Leben‘ zu rufen. Ein Gesamtbudget von 5,4 Mio. Dollar reicht indes nicht für Spitzeneffekte aus. Folgerichtig wirkt der Keiler nicht besonders lebensecht, wenn er sich endlich in voller Hässlichkeit zeigt. Er bewegt sich wie eine mit Gelee gefüllte, sehr struppige Socke. Zudem wurde ihm ein Schweinskopf mit ‚teuflischen‘ Gesichtszügen aufgesetzt. Was die Fratze des Bösen widerspiegeln soll, wirkt wie eine Halloween-Maske.

Schweinerei statt Schauspielkunst

„Keiler“ ist kein ‚reiner‘ Horrorfilm, sondern eine schwarze Komödie. Schon der originale Filmtitel deutet es an: „Chaw“ bedeutet übersetzt „gut durchgekaut“. Dass beide Genres problemfrei miteinander funktionieren, belegen gelungene Produktionen wie „Shaun of the Dead“. Aber während die Attacke eines tobsüchtigen Schweins problemlos weltweit für Gänsehaut sorgen könnte, wird Humor in verschiedenen Kulturkreisen offensichtlich unterschiedlich definiert. Ohnehin ist das asiatische Schauspiel aus westlicher Sicht eine seltsam verdrehte Kunst. Im Vordergrund steht nicht das möglichst realitätsnahe Spiel, das in der Handlung aufgeht. Stattdessen werden Emotionen unerhört überzeichnet dargeboten. Den westlichen Zuschauer reißt solches Overacting immer wieder aus der Geschichte. Zu den besonders unrühmlichen Beispielen gehören in „Keiler“ die Auftritte des cholerischen Polizeichefs und seiner debilen Untergebenen, die wie seelengewanderte Keystone-Cops aus dem US-Stummfilm agieren: übertrieben, albern, peinlich. Schon der generell gelungene Horrorfilm „Gwoemul“ (2006, ‚dt.‘ „The Host“), der dem phantastischen Kino aus Südkorea im Westen viele Türen öffnete, litt unter diesem Manko.

Die Übertreibung macht sich in „Keiler“ besonders ärgerlich dort bemerkbar, wo die Handlung wirklich komisch ist: Shin weiß sehr wohl, was schwarzer Humor ist, weshalb doppelt schade wirkt, dass dies durch den Inszenierungsstil torpediert wird. Mancher Einfall ist für sich betrachtet genial, weil er unerwartet und lakonisch präsentiert wird. Kims senile Mutter ist stets für einen misslichen Auftritt gut; der strenge Detective Shin ist ein Kleptomane; wenn der alte Cheon die Konstruktion einer Bärenfalle schildert, begleitet eine animierte Konstruktionszeichnung seinen Vortrag; eine aufwendig unter Einbeziehung grandioser Landschaftsschaftsaufnahmen gestaltete Begräbnisszene entpuppt sich als Trauerfeier für einen Hund. Im Schlussbild verzieht ein winziges und putziges Wildschwein-Ferkel seine Miene mit minimaler, als solche kaum zu registrierender CGI-Unterstützung zu einer ‚dämonischen‘ Fratze – glänzender kann man die obligatorische Andeutung einer Fortsetzung nicht parodieren!

Den Spagat zwischen den beiden Kino-Kulturen weiß Shin Jung-won nicht zu meistern. „Keiler“ ist in Südkorea erfolgreich gelaufen. Hierzulande versucht die Werbung auf der schon abgeflachten Asia-Horror-Welle zu reiten. Ein moderner Klassiker ist „Keiler“ nicht; dazu sind die (längst nicht in ihrer Gesamtheit aufgelisteten) Eigenheiten und Fehler zu ausgeprägt. Man darf zwar vom asiatischen Kino nicht kategorisch originäre Geschichten verlangen. Shin treibt es jedoch ein ganzes Stück zu weit mit der Plünderung erfolgreicher Vorbilder. „Keiler“ ist Kino der B-Kategorie – mit diversen Schlenkern in den Trash-Bereich. Kann man das (sowie die lieblos-monotone Synchronisation) ertragen, hat die zweistündige Schweinehatz durchaus ihre unterhaltsamen Momente.

DVD-Features

Sparsam wurden dem Hauptfilm einige Extras beigefügt. Da gibt es wie üblich den Originaltrailer, hinzu kommen einige Interviews mit Darstellern und dem Regisseur. Diese bedienen sich ihrer koreanischen Muttersprache, aber erfreulicherweise wurden ihre Worte deutsch untertitelt. Anders als ihre westlichen Kollegen haben die asiatischen Filmschaffenden die Alibi-Funktion des „Making-of“ als verkappte Werbung noch nicht verinnerlicht – sie bemühen sich, auf Fragen nach der Intention ihrer Rollen ehrlich und informativ Antwort zu geben.

Ein drittes Feature zeigt interessante aber willkürlich und unkommentiert bleibende Impressionen von den Dreharbeiten. „Chaw“ entstand nicht ausschließlich in Südkorea. Für zwei Monate reisten Darsteller und Regisseur nach Kalifornien. Dort nutzte man nicht nur die US-amerikanische Tricktechnik, sondern drehte auch viele der Jagdszenen, in die später per Green-Screen das böse Schwein integriert wurde.

Im Internet gibt es eine Website zum Film, die sich indes nur denen erschließt, die der koreanischen Sprache in Wort und Ton mächtig sind.

[md]

Titel bei Amazon (DVD)
Titel bei Amazon (Blu-ray)

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Torchwood – Staffel 2

Erstellt von Günther Lietz am 19. November 2009

torchwood-02Torchwood – Staffel 2

GB 2008
Regisseure: Ashley Way, Colin Teague, Andy Goddard, Jonathan Fox Basset Mark Everest
Komponist: Murray Gold, Ben Foster
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9
Umfang: 4 DVDs
FSK: 16
Polyband & Toppic Video/WVG, 25. September 2009
Spieldauer: 650 Minuten
13 Folgen a ca. 45 min
Extras: “Das Leben und Sterben des Captain Jack”, Deleted Scenes, Outtakes

Als Ableger der bekannten und beliebten Serie „Doctor Who“ hat auch „Torchwood“ die Herzen einer wachsenden Fangemeinde erobert. Für die Produktion zeichnet sich die BBC Wales aus, die Erstaustrahlung der zweiten Staffel fand auf dem Kanal BBC Two statt. In Deutschland lief „Torchwood“ auf RTL2 im Verbund mit weiteren Science-Fiction-Serien.

Die erste Staffel der Serie war bereits ein Knaller, vor allem da sich „Torchwood“ vom üblichen Science-Fiction-Einheitsbrei löst und mit seinem britischen Charme zu begeistern weiß. Die Erzählweise und der Aufbau der Serie ist very british und vor allem für Westeuropäer anziehend gestaltet. Man muss sich halt auf die abstrakten Ideen einlassen können und verstehen, dass nicht alle außerirdischen Katastrophen und Merkwürdigkeiten in den USA geschehen können. Nein, denn „Torchwood“ handelt im walisischen Cardiff. Und mittels einem Raum-Zeit-Riss wird dieser Umstand auch nachvollziehbar erklärt.

In „Torchwood“ spielt der gleichnamige Geheimdienst eine wichtige Rolle, der sich um die übernatürlichen Phänomene kümmert die Britannien plagen. Die Gründung Torchwoods kann man in der Serie „Doctor Who“ übrigens miterleben, ebenso den ersten Auftritt von Captain Jack Harkness (John Barrowman). Jack ist der Dreh- und Angelpunkt der Serie und Leiter der Torchwood-Abteilung Cardiff. Er ist äußerst charismatisch, unsterblich, loyal und stammt aus der Zukunft.

Gemeinsam mit seinem Team unterschiedlicher Fachrichtungen, untersucht Jack die merkwürdigen Ereignisse die Cardiff heimsuchen. Doch Halt! Denn die zweite Staffel geht andere Wege – und das ist einfach großartig. „Torchwood“ hat keine Scheu davor ein anderes Konzept zu nutzen, um spannende Geschichten zu erzählen und den Zuschauer regelrecht an den Fernseher zu fesseln.

Die zweite Staffel schließt nahtlos an der ersten Staffel an. Dort verschwand Jack plötzlich und ließ sein Team alleine. Gwen Cooper (Eve Myles) übernahm die Führung der Einheit. Sie ist sozusagen die gute Seele der Truppe, denn nur ihr gelingt es nebenbei ein halbwegs normales Leben und eine Beziehung zu führen. Sie ist mit Rhys Williams (Kai Owen) verlobt und im Laufe der Handlung heiraten die beiden. Allerdings wird das keine ganz einfache Sache, obwohl Gwen ihrem Liebsten endlich die Wahrheit über ihren Job erzählt. Das wirkt sehr familiär und so ist auch das Konzept der zweiten Staffel.

Im Mittelpunkt stehen die Gefühle der Protagonisten. So kehrt Jack zurück und wirkt auch zufriedener, doch im Laufe der einzelnen Episoden blickt der Zuschauer tief in eine gequälte Seele und erkennt die Maske, hinter der sich Jack verbirgt. Jacks Qual wird von seinem ehemaligen Geliebten Captain John Hart (James Marsters) ausgenutzt. TV-Kenner wissen natürlich, dass es sich bei Marsters um einen exzellenten Schauspieler handelt, der vor allem in der Rolle des Spike („Buffy – Die Vampirjägerin“) große Bekanntheit erreichte. In „Torchwood“ kann er viele Facetten seines Könnens auspacken und ist der Anfang und das Ende der zweiten Staffel – und das in vielerlei Hinsicht.

Wie bereits angedeutet ist die Liebe unter Männern in „Torchwood“ an der Tagesordnung und mit Sexualität wird offen und ehrlich umgegangen. Die BBC zeigt keine falsche Scheu und auch, dass Jack mit seinem Untergebenen Ianto Jones (Gareth David-Lloyd) eine heiße Affäre am Laufen hat. Aber Jack ist kein Kostverächter und so durfte fast jeder aus dem Team Zärtlichkeiten von Jack erfahren. In Gwen selbst lodert eine unerwiderte Liebe, doch schlussendlich gibt sie Rhys den Vorzug – er ist in ihren Augen der zuverlässigere Mann – er ist da, wenn sie ihn braucht.

Unerwiderte oder tragische Liebschaften dominieren die zweite Staffel erheblich, was auch Toshiko Sato (Naoko Mori) erfahren muss. In der Folge „Bis zum letzten Mann“ hat sie sich ausgerechnet in einen Kerl aus der Vergangenheit verliebt, der nur einmal im Jahr aufgetaut wird. Das diese Liebe keine Zukunft hat wird schnell deutlich und nimmt den Zuschauer mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Doch der Zuschauer weiß auch, dass die gute Toshiko ein Auge auf ihren Kollegen Dr. Owen Harper (Burn Gorman) geworfen hat. Der hat ebenfalls sein Probleme, ist dem Tode näher als dem Leben. Owen ist vollkommen ahnungslos was Toshikos Gefühle für ihn angeht und schlussendlich wird er ziemlich früh in der Staffel erschossen.

Das geschieht in der Folge „Nebenwirkungen“. Zu viel der Handlung verraten? Keineswegs! Denn „Torchwood“ geht andere Wege. Jack kann Owen nicht ziehen lassen und greift zu einem drastischen Mittel. Owen kehrt zurück ins Leben – falls man es ein Leben nennen kann. Und somit nimmt die Handlung eine weitere überraschende Wendung. Doch schlussendlich … was soll man dazu sagen? Schlussendlich wird deutlich, dass „Torchwood“ keine Scheu davor hat die meisten der Hauptdarsteller sterben zu lassen, die Welt radikal zu verändern und neue Wege einzuschlagen. In anderen Serien suchen die Autoren stets einen Kniff, um auf Anfang zurückzukehren. „Torchwood“ zieht aber stets weiter. Dramatisch, hart, kompromisslos und – vor allem – auch gnadenlos.

Die darstellerische Leistung der Schauspieler ist über alle Zweifel erhaben. Sie setzen die dramatische Handlung der Serie um und hauchen den Rollen Leben ein. Das geschieht mit einer unglaublich starken Ausstrahlung, die einen sofort packt. Vor allem Eve Myles und John Barrowman überzeugen auf ganzer Linie. Beide sind Äußerlich anziehend und besitzen eine einnehmende Persönlichkeit, die auch über den Bildschirm hinaus transportiert wird. Die Dreharbeiten haben Spaß gemacht und das sieht man der Besetzung an. Mimik und Gestik sind wunderbar, oft kommen die Figuren ohne ein Wort aus, vermitteln trotz allem die Situation und ihr Gefühlsleben. Das ist große Schauspielkunst, die hier auf hohem Niveau gezeigt wird.

Auch die deutsche Synchronisation ist gelungen. Das liegt an den gut gewählten Sprechern, die den Charakter der Figuren unterstreichen und ins Deutsche transportieren. Einzig schlecht an der deutschen Tonspur ist die Tatsache, dass hier nur Dolby Digital 2.0 geboten wird. Die Englische Tonspur kommt mit einem satten Dolby Digital 5.1 daher, was einfach erstklassig aus den Boxen dringt. Schade, dass der deutsche Zuschauer da ein wenig das Nachsehen hat. Aber das ist nur ein kleines Übel, über das hinweggesehen werden kann.

„Torchwood – Staffel 2“ ist eine Steigerung der Serie. Packend, spannend, emotional und aktionsgeladen. Dreizehn Folgen sorgen für erstklassige Unterhaltung und keine der Episoden hat eine Schwäche. Glanzlichter sind natürlich die zusammenhängenden Folgen, aber auch alle anderen Geschichten sind sehr unterhaltsam. Gewürzt mit britischem Humor (die Anspielung auf „Star Wars“ ist einfach herrlich) bekommt man eine hervorragende Serie geboten.

Die Aufmachung in der DVD-Box aus dem Hause Polyband wird der Serie sehr gerecht. Vor allem das Bonusmaterial macht Laune und präsentiert informative Blicke hinter die Kulisse. Das gilt auch im Bereich Sound und Musik. Einfach wunderbar und einen Blick wert. Für Fans von Captain Jack gibt es passendes Zusatzmaterial, in dem die Rolle detailliert unter die Lupe genommen wird. Das ist vor allem für Leute wichtig die keine Ahnung von „Doctor Who“ haben, aber dennoch mehr über diese außergewöhnliche Figur des Captain Jack Harkness wissen möchten.

Zusammengenommen und abschließend bleibt eigentlich nur eine Wertung übrig: Erstklassig!

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

“Torchwood – Staffel 2″ bei Amazon.de

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Sunfilm Entertainment bringt das Sequel zu Rob Zombies Box Office-Hit „Halloween“ als exklusive Fantasy Filmfest-Preview

Erstellt von Detlef Hedderich am 18. November 2009

cover_halloween-2Sunfilm Entertainment bringt das Sequel zu Rob Zombies Box Office-Hit „Halloween“ als exklusive Fantasy Filmfest-Preview in den sieben FFF-Städten in die Kinos, bevor die kultverdächtige Fortsetzung im Frühjahr 2010 als DVD und Blu-ray erscheint. Alleine in Deutschland haben 2007 über 218.000 Zuschauer Zombies Remake des Kultklassikers von John Carpenter auf den Kinoleinwänden verfolgt. Jetzt hat Zombie auch den zweiten Teil der Horror-Reihe neu inszeniert und erstürmte mit “H2″ die Top 3 der US-Kinocharts.

Weitere Informationen zu diesem Limited Kino-Release

„Halloween 2“ –Sunfilm und das Fantasy Filmfest präsentieren Rob Zombies neuestes Genre-Highlight im Dezember 2009 als „Limited Kino-Release“ in ausgewählten deutschen Städten München, 18.11.2009 – Sunfilm bringt das Sequel zu Rob Zombies Box Office-Hit „Halloween“ als exklusive Fantasy Filmfest-Preview in den sieben FFF-Städten in die Kinos, bevor die kultverdächtige Fortsetzung im Frühjahr 2010 auf DVD und Bluray ausgewertet wird.

Alleine in Deutschland haben 2007 über 218.000 Zuschauer Zombies Remake des Kultklassikers von John Carpenter auf den Kinoleinwänden verfolgt. Jetzt hat Zombie auch den zweiten Teil der Horror-Reihe neu inszeniert und erstürmte mit H2 die Top 3
der US-Kinocharts.

Die Story:
Eine amerikanische Kleinstadt zu Halloween: Massenmörder Michael Myers ist in das verschlafene Haddonfield, Illinois zurückgekehrt, um seine grausamen Rachepläne zu vollenden. Ein Feldzug des Terrors beginnt, bei dem Michael vor nichts Halt machen wird, um die Geheimnisse seiner zerrütteten Vergangenheit zu offenbaren.

Termine:
Berlin: 07. Dezember 2009, 20.00 Uhr (Cinestar, Sony Center)
Stuttgart: 09. Dezember 2009, 20.30 Uhr (Metropol)
München: 13. Dezember 2009, 20.00 Uhr (Cinema)
Köln: 13. Dezember 2009, 20.00 Uhr (Cinedom)

Weitere Infos und Termine zum Kino-Release folgen in Kürze unter www.fantasyfilmfest.com.

„Halloween 2“ erscheint am 05.02.2010 mit einem Rental-Fenster von fünf Wochen im Verleih und am 12.03.2010 im Handel.

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KINONEWS: Sherlock Holmes

Erstellt von Günther Lietz am 18. November 2009

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Ab 28. 01. 2010 im Kino

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H2O – Plötzlich Meerjungfrau

Erstellt von Günther Lietz am 18. November 2009

h2o-02H2O – Plötzlich Meerjungfrau
Staffel 2 – 4 DVDs in einer Box

Titellied: Kate Alexa
Regie: Colin Budds
Darsteller: Cariba Heine, Phoebe Tonkin, Claire Holt
Produktion: Jonathan M. Shiff Productions, ZDF Enterprises
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Walt Disney
Produktionsjahr: Australien 2006
Spieldauer: 624 Minuten

Auch in der zweiten Staffel der australischen Mädchenserie „H2O – Plötzlich Meerjungfrau„ erleben die Teenager Emma (Claire Holt), Rikki (Cariba Heine) und Cleo (Phoebe Tonkin) spannende Abenteuer. Treu an ihrer Seite Lewis (Angus McLaren), der stets darum bemüht ist, das Geheimnis der drei Mädchen zu bewahren. Immerhin setzt die Berührung mit Wasser die Verwandlung zur Meerjungfrau in Gang und in Vollmondlicht verlieren die Mädels die Kontrolle über sich. Und genau das passiert leider auch in der ersten Folge der Staffel, denn Lewis benutzt eine ausländische Software, um den Mondaufgang zu ermitteln. Und damit kann der junge Mann nicht umgehen.

Kaum dem Mondlicht ausgesetzt machen sich die drei Freundinnen auf den Weg nach Mako Island. Dort, in einer geheimen Grotte, haben sie ihre Mächt erhalten. Und auch diesmal treten neue Veränderungen ein, denn die Kräfte der Meerjungfrauen steigern sich erheblich. Leider können die Mädchen ihre neuen Superkräfte kaum kontrollieren, doch Lewis steht ihnen zur Seite. Aber seine guten Absichten sind für Cleo zu viel, die beschließt, sich von ihm zu trennen.

Auch Rikkis Gefühlswelt gerät ins Trudeln. Zane taucht auf und die alten Emotionen übermannen beide. Ihr Liebesglück scheint perfekt. Während sich der verlassene Lewis der an die Schule gekommenen Charlotte annähert, wandelt auch Cleos Vater auf Freierfüßen. Immerhin lebt er ebenfalls getrennt und hat auch eine neue Flamme ins Auge gefasst. Und deren Tochter ist ausgerechnet Charlotte.

Die drei Mädchen erleben viele neue Abenteuer und sind hierbei stets auf der Hut, um ihr Geheimnis zu wahren. Dabei haben sie große Probleme ihr Gefühlschaos zu ordnen und mit den Jungs klarzukommen, die ihnen nachstellen. Brisant wird es, als Charlotte den Meerjungfrauen auf die Spur kommt und herausfindet, dass es eine alte Verbindung zwischen ihr, dem Mythos und Mako Island gibt. Die Sache droht aufzufliegen und alle Beteiligten in immense Gefahr zu bringen. Und zu allem Übel gib es bald eine Planetenstellung, bei der die Kräfte des Mondsees auf Mako Island drastisch verändert werden – und Charlotte sinnt auf Rache …

In der ersten Staffel drehte sich das Liebeskarussel zwar auch schnell, aber zentrales Thema war mehr die Verwandlung der Mädchen in Meerjungfrauen und die Entdeckung ihrer Kräfte. Damit wurde spielerisch und spannend zugleich auf die Veränderungen junger Heranwachsender eingegangen: Der Körper verändert sich, viele Dinge sind plötzlich anders und manches gar peinlich. Freundinnen werden sehr wichtig und da ist auch noch diese Sache mit den Jungs, die sich total kindisch benehmen. Sozusagen Aufklärung subtil in Unterhaltung eingebettet und damit erzieherisch wertvoll.

Auch in der zweiten Staffel der Serie – die in Kooperation mit dem ZDF entstand – kommt die Handlung ohne Besserwisserei und mahnenden Zeigefinger aus. Das ist vor allem für das Zielpublikum wichtig, dass sich keinesfalls bevormundet fühlen möchte. „H2O – Plötzlich Meerjungfrau“ greift stattdessen reale Themen auf und behandelt diese in einem phantastisch mysteriösen Ambiente. Doch die körperlichen Veränderungen sind weitgehend abgeschlossen, die ersten Liebschaften in vollem Gange – nun rücken die Beziehungen stärker in den Mittelpunkt.

Cleo, Rikki und Emma lernen mit ihren Gefühlen umzugehen, erfahren unerwiderte Liebe, Eifersucht und Lebenschaos. Junge Mädchen – und somit heranwachsende Frauen – können sich problemlos mit den unterschiedlichen Charakteren identifizieren, ältere Semester erinnern sich schmunzelnd an ihre eigene Jugend zurück und Jungs finden eventuell heraus, warum die Mädels so sind, wie sie eben sind. Das alles verpackt in eine spannende und zeitgemäße Rahmenhandlung. Diese setzt sich zwar aus einzelnen, in sich abgeschlossenen Episoden zusammen, besitzt aber auch einen roten Faden, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Dazu eine große Portion Humor und ein wunderbares Ambiente.

Das wird mittels der herrlichen Fotografien und Kameraarbeiten erzielt. Die Dreharbeiten fanden in und um Gold Coast statt, der sechstgrößten Stadt Australiens und einem wahren Touristenmagneten. Vor allem die beinahe sechzig Kilometer Strand locken die Surfer an. Als weitere Kulisse dient – neben dem idyllischen Haiparadies Mako Island – Sea World. Der maritime Freizeitpark heißt in der Serie allerdings Marine World. Die traumhaften Bilder haben es in sich, dazu die ausgeglichene und unbeschwerte Erzählweise durch Regisseur Colin Budds. Die Geschichten sind dadurch wunderbar unterhaltsam.

Auch die Darsteller haben es in sich, allen voran das Meerjungrauentrio Emma (Claire Holt), Rikki (Cariba Heine) und Cleo (Phoebe Tonkin). Dabei handelt es sich um gutaussehende junge Schauspielerinnen, denen mit „H2O – Plötzlich Meerjungfrau“ der Durchbruch gelang. Sicherlich trägt ihr Aussehen ebenfalls zum Erfolg der Reihe bei, doch auch ihr darstellerisches Talent ist überzeugend. Frisch und unverbraucht füllen sie ihre Rollen mit Leben. Die Drei vermitteln die passenden Emotionen und verleihen ihren Figuren den richtigen Charakter. Vor allem Cariba Heine konnte sich auf dem Markt gut etablieren und wirkte in weiteren Serien mit.

Mit Angus McLaren haben die jungen Frauen den passenden Gegenpart. In der Rolle des bemühten und leicht ungeschickten Freundes sorgt er für etliche Verwicklungen, die man ihm aber gerne verzeiht. Immerhin ist er stets zur Stelle, sobald man ihn braucht und riskiert auch sein Leben, um das Geheimnis des Trios zu wahren. McLaren erfüllt die ihm gestellte Aufgabe mit Bravour und ist in seiner Darstellung überzeugend. Es macht Spaß ihn agieren zu sehen. „H2O – Plötzlich Meerjungfrau“ ist die Krönung seiner bisherigen Karriere und man kann nur hoffen, dass ihm der Sprung auf die große Leinwand gelingt. Allgemein hat man es hier mit einer ausgesuchten Riege junger Schauspieler zu schaffen, die man gerne im Kino erleben würde. Das Zeug dazu haben sie allemal.

„H2O – Plötzlich Meerjungfrau“ ist auch in der zweiten Staffel eine klasse und unterhaltsame Sache. Die Kernthemen haben sich leicht verändert, sind aber dennoch packend. Die Serie bietet zeitgemäße Unterhaltung auf hohem Niveau – in technischer und darstellerischer Hinsicht. Empfehlenswert!

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

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H2O – Plötzlich Meerjungfrau Staffel1
H2O – Plötzlich Meerjungfrau Staffel2

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KINONEWS: Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire

Erstellt von Günther Lietz am 18. November 2009

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Ab 07. 01. 2010 im Kino

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Kommissarin Lund – Das Verbrechen

Erstellt von Günther Lietz am 18. November 2009

kommissarin-lund-boxKommissarin Lund – Das Verbrechen
Staffel 1 Gesamtbox (10 DVDs)

FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 1100 Minuten

Regie: Birger Larsen, Kristoffer Nyholm, Henrik Ruben Genz, Hans Fabian Wullenweber
Drehbuch: Søren Sveistrup
Darsteller: Sofie Gråbøl, Lars Mikkelsen, Bjarne Henriksen, Ann Eleonora Jørgensen, Marie Askehave, Michael Moritzen, Søren Malling, Nicolaj Kopernikus, Bent Mejding

Produktion: Dänemark/Schweden/Deutschland/Norwegen 2007
Produktionsfirmen: Danmarks Radio (DR), Norsk Rikskringkasting, Sveriges Television (SVT), Nordvision
Produzent: Sven Clausen, Piv Bernth

Das Label Edel brachte „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ bereits 2008 als DVD-Boxen mit jeweils fünf Episoden auf den Markt. 2009 legt das Label nach und bringt diese spannende Kriminalfilmserie in einer dicken Gesamtbox auf den Markt, die alle zehn DVDs enthält. Ein paar Minuten mehr und ein FSK von 16 statt 12 sind mehr eine kosmetische Änderung, als das sich was am Inhalt ändern würde.

Kommissarin Sara Lund (Sofie Gråbøl) zieht der Liebe wegen von Dänemark nach Schweden. Die Koffer sind gepackt, ihr Partner bereits im neuen Zuhause und Nachfolger Jan Meyer (Søren Malling) steht schon parat. Doch Saras Spürnase führt sie zum Tatort eines Verbrechens und löst somit einen Wirbelsturm an Ereignissen aus. Sara verschiebt nun immer wieder ihren Flug nach Schweden, um in Kopenhagen zu ermitteln.

Der Fall der getöteten Schülerin Nanna Birk Larsen (Julie Ølgaard) lässt Sara kaum schlafen. Nannas Eltern Theis (Bjarne Henriksen) und Pernille Birk Larsen (Ann Eleonora Jørgensen) sind vom Tod ihrer einzigen Tochter schwer erschüttert und auch Vagn Skærbæk (Nicolaj Kopernikus) – Theis Angestellter und Freund der Familie – ist stark mitgenommen. Allen geht der Tod von Nanna zu Herzen und der Täter scheint mit dem Rathaus in Verbindung zu stehen.

Das Tatfahrzeug gehörte nämlich zum Fuhrpark des Bürgermeisterkandidaten Troels Hartmann (Lars Mikkelsen), der mit seinem Stab mitten im Wahlkampf steckt und gegen den amtierenden Bürgermeister Poul Bremer (Bent Mejding) antritt. Und beide Männer scheinen etwas zu verschweigen. Der dabei ins Visier der Ermittlungen geratene Bürgermeisterkandidat Troels Hartmann (Lars Mikkelsen) verbirgt zwar etwas, doch rückt der Mann erst im letzten Augenblick mit der Wahrheit raus. Lund und Kollege Jan Meyer (Søren Malling) haben erneut die falsche Spur verfolgt. Es gibt zwar Verbindungen in die Politik, doch keine davon steht mit dem Mord in Verbindung. Trotzdem rollen noch einige Köpfe im Rathaus.

Sara Lunds Ermittlungen konzentrieren sich nun auf weitere Morde dieser Art. Vermutlich hat ein Serientäter das Verbrechen begangen. Und tatsächlich verdichten sich die Hinweise entsprechend – oder ist gar der Wunsch Vater des Gedanken? Vor allem, da sämtliche Hinweise wieder ins private Umfeld der Ermordeten führen. Für die Eltern Theis (Bjarne Henriksen) und Pernille Birk Larsen (Ann Eleonora Jørgensen) ein schwerer Schlag sahen sie doch den Mörder ihrer Tochter bereits als gerichtet an. Und plötzlich soll es ein ihn nahestehender Mensch gewesen sein … kaum zu glauben. Ttatsächlich sieht es erneut nach einem Irrtum der Polizei aus. Ein Irrtum, den ein Ermittler mit seinem Leben bezahlt …

Im Original umfasst diese spannende Kriminalserie – aus der Feder des erfahrenen Drehbuchautoren Søren Sveistrup – zwanzig Episoden, in denen sich alles um einen einzigen Fall dreht. Fürs deutsche Publikum wurden die Folgen vom ZDF in zehn Teile mit Spielfilmlänge gepackt und sonntags als Spätkrimi erstausgestrahlt.

Gut verborgen und für den Kenner trotzdem offensichtlich, sind die Einflüsse moderner US-Krimi- und Actionserien. So hat sich Søren Sveistrup von beliebten Formaten wie „CSI“ und „24“ inspirieren lassen, jedoch den skandinavischen Charme beibehalten. Das bedeutet kompakte Kriminalunterhaltung, stetiger Zeitdruck nahe am Geschehen und Intrigen, die bis in die hohe Politik hineinreichen. Dabei bleibt der ausgedachte Handlungsstrang wohltuend bodenständig.

Geschickt werden die Personen und ihre Beziehungen untereinander in Frage gestellt. Dabei bauen die Regisseure Birger Larsen, Kristoffer Nyholm, Henrik Ruben Genz und Hans Fabian Wullenweber vor allem auf den drei sozialen Interaktionskreisen auf: Polizei, Familie und Politik. Immer wieder kommt es somit zu Überschneidungen, verschiebt sich der Fokus und wird ein Täter an den Pranger gestellt, der ein Unschuldiger ist. Sara Lund und die Ordnungshüter machen Fehler – und das ist überaus menschlich. Allerdings kann ein unbedarfter Zuschauer da schon mal Angst vor dem dänischen Polizeiapparat bekommen. Doch nur die Ruhe, manch dämliche Aktion dient nur dem Aufbau der Spannung.

Und die ist hoch – obwohl jede Episode den gleichen Aufbau besitzt und clevere Kriminalfans den Schuldigen sofort identifizieren. Allerdings ist es ein unterhaltsamer Weg bis zum Ziel, um die eigene Schlussfolgerung bestätigt zu sehen. Trotz etlichen plakativen und klischeehaften Augenblicken und der ein oder anderen Länge, macht „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ großen Spaß und animiert zum Rätseln. Vor allem, da der Zuschauer Einblicke genießt, die Sara Lund verwehrt bleiben.

Wurde zur Hälfte der Staffel Troels Hartmann als Verdächtiger forciert, so wendet sich Drehbuchautor Søren Sveistrup in der zweiten Hälfte seiner Geschichte langsam von der Politik ab und schiebt neue und alte Tatverdächtige wieder in den Fokus zurück. Es bleibt der bittere Nachgeschmack, dass die Politiker und deren Mitarbeiter in ihrem Drang nach Macht die Ermittlungen behinderten. Eine große Gefühlskälte in der Riege der Mächtigen, auf die Sveistrup hier aufmerksam macht. So lässt sich einer der Verdächtigen auch lieber erschießen, als seine Karriere als beendet hinzunehmen. Einzig leuchtendes Vorbild bleibt nur Hartmann – doch der ergibt sich irgendwann seiner Position und muss erkennen, dass ein Licht im Dunkeln zu wenig ist, um die Finsternis zu vertreiben.

Doch mit dem Fall stehen Hartmanns Probleme nicht mehr in Verbindung. Sara Lund und ihre Kollegen haben nun jemand anderen im Blick und begehen dabei mehrere Fehler. Dass Sara dabei ihren guten Ruf und ihre Beziehung aufs Spiel setzt, ist da nur eine logische Konsequenz und gibt der Figur mehr Tiefe und Charakterspiel. Kompliment an Sofie Gråbøl für ihre packende und überzeugende Darstellung dieser Ermittlerin, die sich ihrer Überzeugung wegen auch gerne mal an jemandem reibt, in Details versinkt oder sich wortkarg dem Tunnelblick ergibt.

Mit großen Schritten geht es dann endlich aufs Finale zu. Und genau da versagen Autor und Regisseur. Sie verfehlen das Endziel um Längen, lassen einen teilweise unbefriedigten Zuschauer zurück. So wirkt die Handlung schlussendlich konstruiert und die Indizien in ihrer Gesamtheit unschlüssig. Es bleiben einige Fragen offen. Und einige Antworten sind entfallen, denn die Macher versäumen im Finale eine Zusammenfassung der Beweiskette. Und bei einem Fall der über eintausend Minuten geht, kann sich kaum ein Zuschauer alle Details merken. Gekrönt werden diese Fehler mit der Tatsache, dass ausgerechnet ein unschuldiger Sympathieträger das Leid einer Verurteilung ertragen muss.

Søren Sveistrups Absicht ist klar. Er hat seine Figuren auf einen Weg geschickt, an dessen Ende sie zu anderen Menschen wurden. Eine klasse und spannende Sache. Vor allem nachvollziehbar, aber hier hätte man vielleicht ein Auge zudrücken und mehr Zugeständnisse an den Film machen sollen. Somit wäre wenigstens eine Figur vom Schicksal geschlagen, aber relativ unbeschadet davongekommen. So liegt alles in Trümmern – aber darauf wollte Søren Sveistrup auch hinaus: Mord zerstört alles!

Wer sich mit dem missglückten Finale abfinden kann, der wird großen Spaß mit der Serie haben. Die Spannung ist hoch und die Charaktere menschlich, somit ist trotz allem gute Unterhaltung garantiert. Man kann am Ende ja auch einfach mal ein Auge zudrücken und Fünfe gerade sein lassen. „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ ist trotz unglücklichem Ende gute Unterhaltung.

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

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Kommissarin Lund – Das Verbrechen

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KINONEWS: Das Kabinett des Dr. Parnassus Trailer

Erstellt von Günther Lietz am 17. November 2009

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Ab 07. 01. 2010 im Kino

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