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Archiv für November, 2009

Inspector Barnaby Vol. 5

Erstellt von Günther Lietz am 17. November 2009

inspector-barnaby-05Inspector Barnaby Vol. 5

Länge: 400 Min. (PAL)
FSK: 12 Jahre
Produktionsjahr: 2000
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsdatum: 28.08.2009
Vertrieb: edel motion
Tonspuren: deutsch 2.0, englisch 2.0 englisch 2.0
Regie: Jeremy Silberston
Schauspieler: John Nettles, Daniel Casey, Jane Wymark, Laura Howard, Barry Jackson, Renée Asherson, Rosalie Crutchley, Jonathan Firth, Emily Mortimer, Julian Glover, Selina Cadell, Christopher Villiers

Die fünfte Barnaby-Box aus dem Hause Edel Motion wartet für Fans der Serie mit einem kleinen Tiefschlag auf. Der leicht schusselige und beliebte DS Gavin Troy (Daniel Casey) nimmt nach zwei Episoden seinen Hut und macht Platz für DS Dan Scott (John Hopkins) der von jetzt an als treuer Assistent von DCI Tom Barnaby (John Nettles) agiert.

Doch zuerst zieht das bewährte Duo in den Kampf gegen das Verbrechen. In „Das Haus des Satans“ scheint der Teufel persönlich seine Finger im Spiel zu haben. Immerhin wird ein bekannter Schauspieler just bei der Eröffnung eines Horror-Freizeitparks in die Luft gesprengt. Oder sind doch irdische Verwicklungen das wahre Motiv …?

Die Kriminalfilmserie „Inspector Barnaby“ zeichnet sich durch ihre skurrilen Figuren und Morde in ländlicher Idylle aus. Der Einstieg der Box schlägt in diese Kerbe hinein und zeigt sofort spannend und gleichzeitig humorvoll, wie eine höllisch gute Episode bei Barnaby aussieht.

Auch in „Blut ist dicker“ geht es zuerst gruselig zu. Besonders brisant ist die Situation, weil Barnabys Frau Joyce (Jane Wymark) dabei ist, als bei einem Tunneleinsturz historische Knochen und auch etwas jüngere Gebeine gefunden werden. Und wie steht der Obdachlose Tom damit in Verbindung …?

In dieser Episode geht es familiär zu und Barnabys Privatleben nimmt mehr Einfluss in die Handlung als bisher. Seine Frau Joyce und seine Tochter Cully (Laura Howard) sind involviert und tragen zum Fall bei. Das ist spannend umgesetzt und sorgt dafür, dass sich der Zuschauer noch mehr mit der Hauptfigur verbunden fühlt. Er teilt neben dem Berufsleben, auch noch verstärkt Privates mit Barnabys. Der zudem den Fall auflöst und bei dessen Abschluss eine andere Seite seiner Persönlichkeit zeigt. Die damit zugehörige Dramatik ist sehr bewegend.

Trotz der zu erwartenden Todesfälle geht es in „Der Club der toten Autoren“ auch recht humorvoll zu – wie der Titel in Anlehnung an „Der Club der toten Dichter“ bereits vermuten lässt. Tom Barnaby gerät mit seiner Tochter aneinander, da sie – in den Augen des Vaters – den falschen Mann liebt und auf einem Literatur-Festival entwickeln sich die Ermittlungen anders als gedacht. Vor allem die Mordverdächtigen scheinen in keine Schublade zu passen – und da ist auch noch der neue Mann an Barnabys Seite: Dan Scott …

Es ist bedauerlich, dass Daniel Casey das Boot verlässt. Seine Darstellung des leicht schusseligen und durchaus naiv liebenswerten Assistenten Gavin Troy war stets hervorragend und sorgte in der Serie für gute Laune.Es ist natürlich ein trauriger Abschied und John Hopkins tritt ein schweres Erbe an. Glücklicherweise unterscheiden sich Troy und Scott, sind eigenständige Persönlichkeiten. Die Produzenten versuchen also keinen Ersatz zu finden, sondern bringen eine neue Farbe ins Bild.

Die eindringlichste Episode der Box ist eindeutig „Brennen sollst du!“. Auf einem Traditionsfest entzündet die Lehrerin Liz Francis eine riesige Strohpuppe. Was als großer Spaß anfängt, endet in einem grausigen Mord. Der Geistliche des Dorfes wird zum Opfer und bei lebendigem Leibe verbrannt. Schnell hat die Bevölkerung eine Schuldige ausgemacht und es beginnt eine wahre Hexenverfolgung. Wer sonst außer einer Hexe sollte denn auch in der Lage sein dafür zu sorgen, dass Menschen ohne Zutun in Flammen aufgehen …?

Bereits der Einstieg in die Episode ist fesselnd und grausig dramatisch zugleich. Oft sterben die Opfer für den Zuschauer unsichtbar oder kippen einfach tot um, doch diesmal ist man dabei, sieht den Anfang vom Ende. Die erste Todesszene presst einen regelrecht in den Sessel und zeigt, dass es jetzt besonders heftig wird. Nicht umsonst stehen die Geschichten aus der fiktiven Midsomer-Gemeinde für packende und spannende Unterhaltung, in der es auch oft mysteriös zur Sache geht. „Brennen sollst du!“ ist da ein passender Vertreter – immerhin gibt es einige spontane Selbstentzündungen.

Auch diesmal warten die vier DVDs in der Box mit guter Unterhaltung auf. Die Darstellung von Tom Nettles ist herrlich. In John Hopkins hat er zudem einen weiteren Partner, mit dem er sein Charakterspiel vertiefen kann. Dass Barnabys kleine Familie eine größere Rolle zugesprochen bekommt, erweitert erwartungsgemäß die schauspielerische Möglichkeit und verleiht der Person zusätzliche Facetten. Aber natürlich agieren auch Nettles Kollegen auf hohem Niveau und sorgen dafür, dass die Handlung jeweils wie aus einem Guss wirkt. Hier macht das Zuschauen und Miträtseln unglaublichen Spaß.

Die vier Episoden liegen in Englisch und Deutsch vor, jeweils Dolby Digital 2.0. Beide Tonspuren sind klar und kommen gut herüber. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend. Zudem hat es noch ein wenig Bonusmaterial auf die Silberscheiben geschafft. Leider handelt es sich nur um eine Fotogalerie und eine Trailershow. Auf diesen angeblichen Bonus kann man jedoch getrost verzichten.

„Inspector Barnaby, Vol. 05“ ist eine überzeugende und sehr unterhaltsame Box, die sich jeder Kriminalfilmfan ansehen sollte. Hier wird erneut beste britische Unterhaltung geboten. Hervorragend!

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

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Inspector Barnaby Vol. 5

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HORST SCHLÄMMER – ISCH KANDIDIERE! auf DVD und Blu-ray am 21. Dezember 2009.

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. November 2009

dvd-cover_horst_schla¨mmer_schrubb.inddHighlight Communications und Constantin Film veröffentlichen am 21. Dezember 2009 den herrlich komischen Wahlkampf von HORST SCHLÄMMER – ISCH KANDIDIERE! auf DVD und Blu-ray.

Im Film HORST SCHLÄMMER – ISCH KANDIDIERE! können alle HSP-Anhänger und Fans des Herrenhandtaschenträgers im Trenchcoat beobachten, wie Horst Schlämmer – trotz Rücken, Füße und Kreislauf – seinen sehr speziellen Wahlkampf bestreitet.

HORST SCHLÄMMER – ISCH KANDIDIERE!
Horst Schlämmer goes for Bundeskanzler!
DVD- und Blu-ray-Verleihstart: 21. Dezember 2009
DVD- und Blu-ray-Verkaufsstart: 21. Dezember 2009

Horst Schlämmer, stellvertretender Chefredakteur beim Grevenbroicher Tagblatt, hat seinen Job endgültig satt.
Er gründet die „Horst Schlämmer Partei – HSP“ und bringt mit seinem ziemlich „horstigen“ Wahlkampf die arrivierten Parteien mächtig auf Trab. Auf dem Weg
nach oben findet er schnell Anhänger und Wahlkampfhelfer, muss sich aber auch zahlreichen Widrigkeiten stellen, die eine Politikerkarriere nun mal so mit sich bringt.

Wird Horst es tatsächlich schaffen, unser nächster Bundeskanzler zu werden? Oder hat das Schicksal noch eine viel größere Rolle für ihn vorgesehen …?

Neben Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) sind Alexandra Kamp (Alexandra Kamp), Praktikant Ulle (Simon Gosejohann), Schützenkönigin Renate Hammelböck (Maren Kroymann) sowie sämtliche namhafte Politiker, Musik und TV-Stars der Bundesrepublik mit von der Partie. Sogar Schlämmers Herzdame Gisela und Schlager-Diva Uschi Blum lassen es sich nicht nehmen, ihren Horst tatkräftig zu unterstützen.

Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://www.woisthorst.de/

Ausstattung der DVD:
Bildformat: 1.78:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS 5.1, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2009
FSK: o.A.
Länge: ca. 93 Min.
Extras: Making of (ca. 20 Min.), Interviews (ca. 13 Min.), Verlängerte Szenen (ca. 25 Min.), Deleted Scenes
(ca. 13 Min.), Teaser (ca. 2 Min.), Pressekonferenz (ca. 12 Min.), Horst Schlämmer – Kinotour (ca. 3,5 Min.),
Darsteller-Infos
Leih-EAN: 4011976 871965
Kauf-EAN: 4011976 871989
Titel bei Amazon.de

Ausstattung der Blu-ray:
Bildformat: 1.78:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch DTS-HD High Resolution 5.1, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2009
FSK: o.A.
Länge: ca. 93 Min.
Extras: Making of (ca. 20 Min.), Interviews (ca. 13 Min.), Verlängerte Szenen (ca. 25 Min.), Deleted Scenes
(ca. 13 Min.), Teaser (ca. 2 Min.), Pressekonferenz (ca. 12 Min.), Horst Schlämmer – Kinotour (ca. 3,5 Min.),
Darsteller-Infos
Leih-EAN: 4011976 314561
Kauf-EAN: 4011976 31458
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Der Fluch der 2 Schwestern

Erstellt von Michael Drewniok am 12. November 2009

fluch-2-schwesternDer Fluch der 2 Schwestern

Originaltitel: The Uninvited (USA 2009)
Regie: Charles Guard u. Thomas Guard
Drehbuch: Craig Rosenberg, Doug Miro u. Carlo Bernard
Kamera: Daniel Landin
Schnitt: Jim Page u. Christian Wagner
Musik: Christopher Young
Darsteller: Emily Browning (Anna Rydell), Arielle Kebbel (Alex Rydell), David Strathairn (Steven Rydell), Elizabeth Banks (Rachel Summers), Maya Massar (Mom), Kevin McNulty (Sheriff Emery), Jesse Moss (Matt), Dean Paul Gibson (Dr. Silberling), Don S. Davis (Mr. Henson), Lex Burnham (Iris Wright), Matthew Bristol (David Wright), Danny Bristol (Samuel Wright), Heather Doerksen (Mildred Kemp) u. a.
Label/Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 29.09.2009 (Leih-DVD) bzw. 23.10.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 4010884534528 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1; anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 84 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Nachdem ihre kranke Mutter vor zehn Monaten in einem Feuer umkam, brach Anna Rydell psychisch zusammen und musste in eine Nervenheilanstalt eingeliefert werden. Jetzt wird sie als geheilt entlassen und kehrt nach Haus zurück. In dem idyllisch aber einsam gelegenen Heim hat sich allerdings inzwischen Rachel, die Pflegerin der Mutter, als neue Hausherrin etabliert. Zwar versucht sie sich Anna zur Freundin zu machen, die darauf jedoch ablehnend reagiert. Bestärkt wird Anna dabei von ihrer älteren Schwester Alex, die schon länger mit der Frau im Clinch liegt, die nun auch noch ihre Stiefmutter werden soll, wie Vater Steven stolz verkündet.

Rachel scheint indes mehr zu sein als eine geldgierige Glücksritterfrau. Des Nachts spuken entstellte Gespenster durch das Haus. Unter ihnen ist auch Annas und Alex‘ Mutter. Alle warnen vor Rachel, die sie für ihren Tod verantwortlich machen. Nachforschungen ergeben, dass die neue Stiefmutter einen falschen Namen trägt. Die Mädchen beunruhigt außerdem eine beachtliche Todesrate in den Familien, die Rachel vor den Rydells als ‚Krankenpflegerin‘ betreute. Annas Ex-Freund Matt weiß mehr. Bevor er sich den Schwestern anvertrauen kann, fällt er einem bizarren ‚Unfall‘ zum Opfer und gesellt sich zur Schar der Geister, die Anna immer offensiver bedrängen.

Inzwischen hat Rachel Lunte gerochen. Ihren Steven hat sie so fest im Griff, dass er die Infos seiner Töchter als haltlose Beschuldigungen abtut. Perfide wirkt Rachel auf den Vater ein, Anna erneut ins Sanatorium abzuschieben. Als sich Steven auf eine Geschäftsreise begibt, bleiben die drei Frauen allein im Haus zurück. In der Nacht bricht ein Kampf auf Leben und Tod aus, in dem die böse Stiefmutter die Oberhand zu behalten scheint. Allerdings hat Rachel die Schwestern in einem bestimmten Punkt gänzlich falsch eingeschätzt …

Aschenputtel schlägt zurück

Die böse Stiefmutter ist eine Figur, die auf dem Umweg über das Märchen buchstäblich sprichwörtlich geworden ist; offenbar geht dieses Bild auf ältere Überlieferungen zurück, in denen statt der Stiefmutter eine erst recht böse, weil zusätzlich mit magischen Kräften begabte Hexe ihr Unwesen trieb. Beides passt hervorragend zur finsteren Geschichte vom „Fluch der 2 Schwestern“. (Das gilt zumindest, wenn man die Tatsache außer Acht lässt, dass es zwar zwei Schwestern aber keinen Fluch gibt, weshalb der US-Titel wesentlich zutreffender „Der ungebetene Gast“ lautet.)

Es ist eine heikle Sache und eine Herausforderung, diesen Film zu rezensieren. Sein grundsätzlicher Unterhaltungswert hängt an einem einzigen Twist, den der Zuschauer im Verlauf des Geschehens zu ahnen beginnt, um günstigstenfalls erst im Finale Aufklärung zu erfahren. Der Kniff ist weder neu noch originell, aber er wird solide und schlüssig eingefädelt und umgesetzt, sodass es unfair wäre, ihn an dieser Stelle zu verraten.

Generell ist es riskant, einen Film von einem Twist abhängig zu machen. Wenn der Zuschauer den Braten zu früh riecht oder er ihm gar nicht schmeckt, hat der Film ein ernstes Problem. Ohnehin wird nur der cineastisch harte Kern des Publikums sich einen so konstruierten Film noch einmal anschauen, um im Wissen um die Lösung nachträglich zu verfolgen, wie falsche Spuren gelegt und Eindeutigkeiten vorgegaukelt werden.

Albtraum in wunderschöner Landschaft

„Der Fluch der 2 Schwestern“ ist ein im positiven Sinn altmodischer Film. Er folgt einer soliden Geschichte, die stringent erzählt wird. Die Figuren ordnen sich ihr unter, die Bilder stellen sich in ihren Dienst, sie hat es nicht nötig, durch spektakuläre Spezialeffekte ‚aufgewertet‘ zu werden. Folgerichtig bleiben auch die Tricks nach heutigen Maßstäben moderat. Sie fügen sich so überzeugend in das Geschehen ein, dass dem Zuschauer trotzdem die Haare zu Berge stehen.

Die ausgedehnte und schwierige Suche nach dem ‚richtigen‘ Haus endete für das Filmteam auf Bowen Island in der kanadischen Provinz British Columbia. Das Rydell-Anwesen ist ein gleichermaßen behagliches wie isoliertes Heim, denn es liegt abgeschieden in einer Waldlandschaft, die bereits im Sommer nur auf Umwegen oder auf dem Wasserweg erreichbar ist. Trotz seiner Weitläufigkeit wird es zur Brutstätte unterdrückter und unkontrollierbarer Gefühle, die sich nur nach innen entladen können.

Wie so viele phantastische US-Filme der letzten Jahre basiert „Der Fluch der 2 Schwestern“ auf einer asiatischen Vorlage. „Janghwa, Hongryeon“ entstand 2003 in Südkorea und gilt als moderner Klassiker des Genres. Hier spukte es tatsächlich, und diverse Rätsel blieben ungelöst. Das Remake ist konventioneller. Regisseure und Drehbuchautoren schätzten das Original als zu komplex für ihr Publikum ein, das wohl primär aus US-amerikanischen Zuschauern bestehen dürfte. Das Drehbuch von Kim ji-woon wurde ‚gestrafft‘, d. h. um irritierende Ecken & Kanten erleichtert und in eine Story mit ‚glattem‘ Ende und ohne offene Frage überführt: Über diesen „Fluch der 2 Schwestern“ muss nach Filmende niemand grübeln, sich über möglicherweise nicht Verstandenes (oder Verstehbares) ärgern und Warnungen in Umlauf bringen, die potenzielle Zuschauer (= zahlende Kunden) abschrecken könnten.

Echte Schauspieler in richtigen Rollen

Schon oft wurde an dieser Stelle über die viel zu weit verbreitete Praxis geklagt, Horrorfilme mit ‚Mimen‘ zu besetzen, die primär körperlich zwecks Präsentation sekundärer Geschlechtsmerkmale sowie zum Abmurksen präsent sein müssen. Die Regie-Brüder Guard knüpfen an diese traurige Tradition erfreulicherweise nicht an. Sie heuerten echte Schauspieler an, die vorzügliche Arbeit leisten, was aufgrund der empfindlichen Ambivalenz der Handlung doppelt wichtig ist.

Der positive Eindruck setzt bereits damit ein, dass Emily Browning (Anna), Arielle Kebbel (Alex) realiter so jung sind, dass sie in ihren Rollen überzeugen: Sie balancieren unsicher auf der Kippe zwischen Mädchen und Frau. Die daraus resultierende emotionale, vor allem sexuelle Energie beeinflusst das Geschehen meist unterschwellig aber permanent und entscheidend. Was im Norm-Horror des B-Kinos dazu führt, dass silikonverstärkte Welk-Teenies zu geilen Schlampen mutieren, lässt hier zwei Mädchen/Frauen, die sich ihrer eigenen Motivationen nicht bewusst sind, zu gefährlichen Kurzschlussreaktionen neigen.

Die böse Schwiegermutter wird hübsch und hinterhältig von Elizabeth Banks gespielt. Im Interview betonen die Guard-Brüder, dass sie gezielt nach einer ‚amerikanischen‘ Schönheit mit klaren Gesichtszügen, blondem Haar und strahlend weißem Gebiss gesucht haben, um die Divergenz zwischen „Gut“ und „Böse“ bereits optisch zu verwischen. Banks ist eine schlaue Hexe, die ihren Beinahe-Gatten – überzeugend ahnungslos: David Strathairn – fest am Haken und ihre Stieftöchter im Visier hat. Gleichzeitig gelingt ihr jene Gratwanderung, die für das Gelingen des finalen Twists von Bedeutung ist, der anderthalb nicht originelle aber spannende Filmstunden zufriedenstellend abrundet.

DVD-Features

Was formal zunächst wie ein typisches „Making of“ wirkt, entspricht inhaltlich erstaunlich korrekt seinem Titel: „Entschlüsselt: Der Fluch der 2 Schwestern“ ist ein Beitrag, der tunlichst erst nach dem Hauptfilm angeschaut werden sollte, da er nicht nur die fundamentale Final-Auflösung offenbart, sondern auch Gravierendes und Verräterisches (und manchmal sogar Aufschlussreiches) zur Story beisteuert. Wer dieses Feature kennt, kann sich den Film im Grunde sparen.

Zwischen dem üblichen Lob – wieder einmal hatten alle Beteiligten das Glück, nur mit den Besten ihrer Branchen arbeiten zu dürfen – und der unverhohlenen Werbung findet der Filmfreund interessante Info-Häppchen. Dazu gehört der Vergleich zwischen der südkoreanischen Filmvorlage und dem US-Remake.

Den ‚Bearbeitungsprozess‘ belegen vier aus dem Film entfernte Szenen, die zum Verständnis der Handlung in der Tat nicht beitragen und höchstens auf das Tempo drücken. Außerdem gibt es ein alternatives Ende, das gedreht, aber wohl ebenfalls als ‚zu kompliziert‘ aussortiert wurde; stattdessen wird das letzte noch ausstehende Rätsel gelöst.

Eine Website zum Film findet man hier.

[md]

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Experiment Killing Room

Erstellt von Michael Drewniok am 5. November 2009

killing-roomExperiment Killing Room

Originaltitel: The Killing Room (USA 2009)
Regie: Jonathan Liebesman
Drehbuch: Gus Krieger u. Ann Peacock
Kamera: Lukas Ettlin
Schnitt: Sean Carter
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Nick Cannon (Paul Brodie), Timothy Hutton (Crawford Haines), Shea Whigham (Tony Mazzolla), Clea Duvall (Kerry Isalano), Peter Stormare (Dr. Phillips), Chloë Sevigny (Emily Riley), Anoop Kaur Sikand (Krankenschwester), Bill Stinchcomb (Cope), Meade Patton (Forsythe) u. a.
Label/Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 10.09.2009 (Leih-DVD) bzw. 29.10.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 4048317353569 (Leih-DVD) bzw. 4048317753567 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 86 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Vier Außenseiter der modernen Gesellschaft wollen sich ein wenig Geld als menschliche Versuchskaninchen verdienen. Der seriös wirkende Dr. Phillips empfängt die Probanden im Aufenthaltsraum seines Instituts und kündigt seltsame Erfahrungen im Dienst der Wissenschaft an. Dann zieht er eine Pistole, jagt der jungen Kerry eine Kugel in die Stirn und verlässt den Raum. Hinter ihm und vor den schockierten Überlebenden schließt sich eine Panzertür. Eine Lautsprecherstimme ertönt und kündigt zwei Fragerunden an; wer eine falsche Antwort gebe, werde „terminiert“. Während Nick und Tony nicht glauben können, wie ihnen geschieht, stellt sich Crawford, ein Überlebenskünstler, auf die Situation ein. Er will Widerstand leisten und plant den Ausbruch, während seine Mitgefangenen auf gehorsame Gefolgschaft setzen.

Phillips beobachtet seine Opfer durch einen Einwegspiegel. Er nutzt die Gelegenheit, Emily Riley, eine neue Kollegin, einzuarbeiten und zu prüfen. Das Projekt „MK-Ultra“ soll psychisch manipulierbare und damit geheimdienstlich ‚fernzusteuernde‘ Männer und Frauen hervorbringen. Es wird seit vielen Jahren streng geheim fortgesetzt, nachdem es wegen seiner menschenverachtenden Brutalität mit dem Ende des Kalten Krieges offiziell beendet wurde. Die unfreiwilligen Kandidaten bilden Menschen ohne sozialen Rückhalt, deren Verschwinden keine große Aufmerksamkeit erregt.

Phillips lässt durchblicken, dass ihm Riley nicht hart genug für die Stelle seiner Assistentin erscheint. Die junge Frau lässt der Überlebenskampf im „Killing Room“ in der Tat nicht kalt. Während Nick, Tony und Crawford von Phillips terrorisiert werden und verzweifelt einen Fluchtweg suchen, kämpft Riley mit ihrem Gewissen, ihrem Ehrgeiz und mit der Angst. Schließt der „Killing Room“ den Beobachtungsraum ein? Riley erkennt, dass auch sie die tunlichst richtige Entscheidung treffen muss …

Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“, lautet ein altes Sprichwort. Es bezieht sich eigentlich auf verbale Entgleisungen, die auf ihren Urheber zurückfallen. Ebenso möglich ist allerdings, dass auch körperliche Gewalt Gegengewalt erzeugt. Da sich solche Aktionen gegenseitig hochschaukeln können, steigt das Ausmaß der erzeugten Schäden. Am Ende stehen Aktionen wie das Projekt „MK-Ultra“. Die Gewalt wird wissenschaftlich untersucht, um sie bei Bedarf künstlich ‚einschalten‘ zu können.

Weil dafür der Selbsterhaltungstrieb des Menschen sowie die Friedfertigkeit der meisten ‚Kandidaten‘ eliminiert werden müssen, wird die damit einhergehende Prozedur selbst zum Gewaltakt. Weil sie in der verdrehten Logik derer, die sie befürworten, für eine „gute Sache“ (hier: „für dein Land“) geschieht, wird sie einerseits gefördert und andererseits in dem klaren Wissen, dass die Mehrheit in diesem Punkt völlig anders denkt, streng geheim gehalten.

Hollywoodtypisch wird das Prinzip, das die Realisierung von Projekten wie „MK-Ultra“ möglich macht, vereinfacht. Trotzdem bleiben Regie und Drehbuch so hart an der Realität, dass „Experiment Killing Room“ ein zwar spannendes aber kein leicht goutierbares Filmerlebnis darstellt. Angeblich hat es „MK-Ultra“ als Projekt der CIA tatsächlich gegeben, bis seine von den Ausartungen selbst erschrockenen Initiatoren es stoppen und alle Aufzeichnungen vernichten ließen.

Das Totschlag-Argument der nationalen Sicherheit

„Experiment Killing Room“ geht nicht nur von der Prämisse einer Wiederbelebung aus, sondern konstatiert, dass „MK-Ultra“ nie eingestellt wurde. Spätestens die Ereignisse des 11. Septembers 2001 und der daraus resultierende „patriot act“ ermöglichten eine Intensivierung dieser ‚Forschungen‘ auf der Suche nach dem programmierbaren Muster-Soldaten. Die Realität ist unerfreulich genug, um solche Spekulationen plausibel erscheinen zu lassen. Der Film „Experiment Killing Room“ geht einen recht kleinen Schritt weiter zur erschreckend überzeugenden Vorstellung eines außer Rand und Band geratenen Geheimdienstes, der die Bürger, die er eigentlich schützen soll, in der US-Version eines ‚heiligen Krieges‘ verheizt.

Die Drehbuchautoren Krieger und Peacock ließen die bekannten Fakten über „MK-Ultra“ in ihre Geschichte einfließen. So ist der „Killing Room“ die exakte Nachbildung jenes Raumes, in dem einst ‚geforscht‘ wurde. Er ist Stahl und Panzerglas gewordene Einschüchterung und wichtiges Element im Bemühen, den ‚Kandidaten‘ psychisch zu brechen, um seinen Geist anschließend nach den Wünschen des Geheimdienstes neu zusammenzusetzen.

Schaudern lässt „Experiment Killing Room“ auch, weil er immer wieder vor Augen führt, wie vier Menschen systematisch ihrer Persönlichkeiten beraubt werden. Sie werden zu Nummern, chiffriert werden auch die Gräuel, die man ihnen antut, und im Schutz ihrer weißen Kittel und Schutzanzüge verlieren schließlich Forscher und Wächter ebenfalls ihre Identitäten. Rücksicht und Mitgefühl lösen sich in einem strengen Protokoll auf, das die Misshandlung der Opfer zusammen mit der Verantwortlichkeit in kleine Schritte zerlegt.

Kammerspiel des Schreckens

„Experiment Killing Room“ ist eine low-budget-Produktion und gleichzeitig ein Film, der aus der daraus resultierenden Not eine Tugend macht. Die Geschichte benötigt keine Stars oder üppigen Effekte, sondern ein gutes Drehbuch und Schauspieler, die ihren Job verstehen. In beiden Punkten kann Liebesman zufrieden sein.

Die Story ist grausam simpel und läuft grundsätzlich in Bahnen ab, die nicht nur der erfahrene Zuschauer erwartet. Für Überraschungen sorgen ungewöhnliche Wendungen, die dem Geschehen plötzlich eine nicht erwartete Wendung geben. Dazu gehört der außerhalb des „Killing Rooms“ spielende Subplot um Dr. Phillips und Emily Riley. Er signalisiert, dass im pervers perfektionierten System von „MK-Ultra“ nicht einmal die Mitarbeiter des Projekts sich ihres Lebens sicher sein können.

Das Grauen ist nur selten plakativ. Der Schauder entsteht durch die schonungslose Darstellung von Manipulation. Menschen werden ‚gebrochen‘. Dazu bedarf es keines maskierten Kannibalen-Unholds à la Jason Vorhees. Ohne Maske und ohne Deckung verkörpert Dr. Phillips das banale Böse sehr viel effektvoller. Peter Stormare gibt ihm das Gesicht eines scheinbar am Beamtenschreibtisch gealterten Biedermanns. Mit steter Drohung in der leisen Stimme übt er sein Schreckensregiment nicht nur über seine Versuchskaninchen aus. Obwohl er sich mehrfach als neutraler Beobachter ausgibt, sieht man Phillips an, dass er seine Macht über Leben und Tod genießt. In seiner Person hat sich „MK-Ultra“ längst verselbstständigt. Das Projekt ist Phillips‘ privater Folterkeller.

Vor und hinter dem Panzerglas

Als des Teufels Lehrling bietet auch Chloë Sevigny eine starke Vorstellung. Sie ist ebenso fasziniert wie entsetzt, und bis zuletzt muss der Zuschauer zweifeln, für welche Seite sie sich entscheiden wird. Phillips lockt und droht, fordert Riley heraus, appelliert an ihre wissenschaftliche Neugier und ihren Patriotismus, kurz: Er manipuliert sie ebenso wie seine Opfer im „Killing Room“.

Hier bleibt vor allem Timothy Hutton als Darsteller in Erinnerung. Filmüblich verkörpern die Rollen bestimmte Typen. Hier sind es erwartungsgemäß der Ängstliche, der Zauderer und der Entschlossene. Gehorchen, abwarten oder angreifen? Diese Optionen werden in den drei Hauptteilen des Films durchgespielt. Immer bleibt die Kamera in der Nähe der Darsteller. In diesen Sequenzen wird „Experiment Killing Room“ zum intensiven Kammerspiel. Die ebenfalls filmtypische Mutation vom Jedermann zum unbesiegbaren Schurkenkiller und spektakuläre Action-Szenen bleiben aus. Liebesman verweigert seinen Zuschauern einfache Lösungen. Er bleibt konsequent bis zum bitteren (und abermals überraschenden) Ende.

DVD-Features

Ausgerechnet dieser Film, dem Hintergrundinfos zum ‚realen‘ Projekt „MK-Ultra“ gut zu Gesicht stehen würde, bleibt gänzlich ohne Features. Nicht einmal als Interviews verpackte Plump-Werbung wurde dem Hauptfilm zugegeben, womit das Fehlen besagter Infos beinahe ausgeglichen wird …

[md]

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Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

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PREISRÄTSEL: 2 x 1 DVD: RED CLIFF Das monumentale Schlachten-Epos von Starregisseur John Woo!

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. November 2009

redcliff_wp1_1024x768PREISRÄTSEL: 2 x 1 DVD: RED CLIFF Das monumentale Schlachten-Epos von Starregisseur John Woo!

DVD- und Blu-ray-Verkaufsstart: 05. November 2009

Der kluge Premierminister Cao Cao (Zhang Fengyi) überzeugt den wankelmütigen Kaiser, dass es nur einen Weg gibt, das Reich zu vereinen: Er muss den Königreichen im Westen und Süden den Krieg erklären. Der letzte Ausweg für die eigentlich verfeindeten Königreiche ist eine Allianz. Nach zahlreichen Kämpfen auf Land und Wasser endet der Krieg schließlich in der Schlacht von Red Cliff, wo die Geschichte neu geschrieben wird…

RED CLIFF ist in China der erfolgreichste Film aller Zeiten und mit einem Budget von US$ 80 Millionen einer der aufwändigsten asiatischen Filme überhaupt. Das Action-Epos von Starregisseur John Woo („Mission: Impossible II”, „Face/Off – Im Körper des Feindes”) über die berühmte Schlacht zwischen drei chinesischen Königreichen überwältigt mit monumentalen Bildern, innovativen Kampfszenen und einem asiatischen Starensemble. In den Hauptrollen sind Tony Leung („Hero“, „In the Mood for Love“), Takeshi Kaneshiro („House of Flying Daggers“), Zhang Fengyi („Der Kaiser und sein Attentäter“) und Chang Chen („Tiger & Dragon“)zu sehen. Ein bildgewaltiges Schlachten-Epos, das bereits weltweit zahlreiche Besucherrekorde verbuchen konnte.

redcliff_2d_dvdAusstattung der DVD:
Bildformat: 2.35:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS 5.1, Mandarin Dolby Digital 5.1, Deutsche Untertitel
für Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2008
FSK: ab 16 Jahren
Länge: ca. 142 Min.
Extras: Interview mit John Woo (ca. 16 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 2 Min.), Darsteller-Infos
Kauf-EAN: 4011976 857983

Titel bei Amazon.de

Ausstattung der Blu-ray:
Bildformat: 2.35:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch DTS-HD 5.1, Mandarin DTS-HD 5.1, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte möglich
Prod.-Jahr: 2008
FSK: ab 16 Jahren
Länge: ca. 148 Min.
Extras: Interview John Woo (ca. 16 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 20 Min.), VFX-Showreel (ca. 2 Min.),
Darsteller-Infos
Kauf-EAN: 4011976 313380

Titel bei Amazon.de

Zum DVD- und Blu-ray-Start von RED CLIFF am 5. November 2009 präsentieren Highlight Communications und Constantin das bildgewaltige Schlachten-Epos von Starregisseur John Woo nun auch im Internet:

http://www.redcliff.film.de

Die Seite ist ab sofort online. Neben ausführlichen Informationen zu DVD und Bonusmaterial sowie zu den Darstellern sind der Trailer und eine Bildergalerie zu sehen. In einem Extra-Bereich stehen Wallpaper zum Download zur Verfügung.

PREISRÄTSEL: 2 x 1 DVD
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Welches bekannte Werk hat der Regisseur von RED CLIFF noch gedreht, das auf einer alten TV-Serie fusst? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel RED CLIFF” eintragen. Danke. Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Die Gewinner lauten: Jens Pohlmann und Daniel Bauer. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Abgelegt unter beendete Preisrätsel | Keine Kommentare »

PREISRÄTSEL: 3 x 1 DVD “Dittsche – Das wirklich wahre Leben” je 1 x Staffel 6-8

Erstellt von Günther Lietz am 3. November 2009

Bei Amazon.deDittsche – Das wirklich wahre Leben – Staffel 6-8

Darsteller: Olli Dittrich als „Dittsche“, Jon Flemming Olsen als „Ingo“ und Mr. Piggi als „Schildkröte“
FSK: ab 0 freigegeben
Label: Angenehme Unterhaltungsgesellschaft mbH
Land/Jahr: Deutschland 2006/2007
Kategorie: Comedy
Drehbuch: keines
Preise: Grimme Preis mit Gold, Goldene Kamera, Deutscher Fernsehpreis, DVD-Champion
6.Staffel, Laufzeit: ca. 350 min.
7. Staffel, Laufzeit: ca. 380 min.
8. Staffel, Laufzeit: ca. 280 min.

http://www.x-cell.de
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Bei Amazon.deDie „Eppendorfer Grillstation“ steht in Hamburg, hat aber wahrscheinlich hunderte, wenn nicht gar tausende von Pendants überall in Deutschland. Aber in der Hamburger Imbissbude agiert Olli Dittrich als „Dittsche“ unangefochten als König des Halbwissens, sich voll seiner geballten Bild-Intelligenz bewusst. Dittsche weiß Bescheid!

Die Eingangs-Szene ist stets die gleiche. Mit einem freundlichen „Mahlzeit“, verbindlichem Händeschütteln mit dem Wirt „Ingo“ und dem Stammgast „Schildkröte“ entert Dittsche die Lokalität. Dabei stört sich niemand an seiner Erscheinung: Gestreifter Bademantel, Gummisohlenlatschen Marke Ramschtisch, nach hinten frisierte 70er-Jahre Frisur. Schon gar nicht er selbst. Rasch die Pfandflaschen gegen eine neue Ladung „Dittschburger“ – diskret in einer Plastiktüte verpackt – getauscht, zischt anschließend das erste Dittschburger zügig die Kehle hinunter. Es folgt das unvermeidliche „Das perlt aber richtig, ma´ sagen.“

Und dann legt er los: Dittsche weiß von allem ein bisschen, hält dies jedoch für den vollen Durchblick, erkennt nie, dass er in Wahrheit kein echtes Wissen, Bildung oder verlässliche Information von sich gibt.
Was die Bild von sich gibt, ist für ihn Fakt. Und so verbindet er auch ohne Scham völlig verschiedene Meldungen zu einer neuen Wahrheit. Da wird aus seiner Vermutung, dass Michael Schumacher nach seiner Formel-1-Karriere eine Promi-Tankstelle eröffnen will, schnell die wahnwitzige Nachrichtenmeldung, dass Schumacher als neuer Ferrari-Pilot für die NASA am (tatsächlich) geplanten Space-Lift mittels des knallroten 400 X, Material in eine zukünftige Mondbasis schaffen soll. Echte neue Mondambitionen der raumfahrenden Nationen verquickt er munter mit einer (alten) Science-Fiction-Idee, eben des Orbitalliftes, welcher natürlich nicht den Mond, sondern eine geostationäre Orbitalstation erreichen soll. Vom Wirt Ingo darauf hingewiesen, dass sich Erde und Mond nicht immer im gleicher Distanz befinden, hat Dittsche rasch eine hanebüchene Lösung gefunden: Das 35 km lange Verbindungskabel ist elastisch, und kann damit die Entfernungsschwankungen Erde-Mond leicht ausgleichen.

Bei Amazon.deSeine tatsächliche freundliche und im Grunde genommen harmlose Art, bringen ihn dann schon mal dazu, den Hund seines Nachbarn zu beaufsichtigen. Nur Gutes im Sinn, und als Nutzen für die Menschheit, schreitet er zügig zur Tat: Den überlassenen Dackel mit am Boden schleifenden Bauch unterzieht er einem Test. Dittsche möchte ausprobieren, ob der Dackel Qualitäten als Zugeh-Hund, als Hund für hauswirtschaftliche Tätigkeiten, hat und klemmt ihm den Staubsauberschlauch ins Halsband. Damit der Hund das tut, was er soll, lockt er ihn mit (Katzen)Brekkies in alle Ecken der Wohnung, damit auch schön dort gesaugt wird, wo´s dreckig ist. Oder er lässt ihn – immer noch leicht angenässt vom vorherigen Bodenwischtest – den Abtauknopf im Kühlschrank suchen. Jawohl, IM Kühlschrank. Dumm nur, als gerade jetzt der Nachbar klingelt und seinen Hund abholen will. Doch Dittsche hat auch hier die Lösung: Den leicht gefrorenen Hund will er mit Schnaps wieder auftauen. Eine Weltidee!

Ob solchen Wahnsinns rollt der Wirt Ingo mit den Augen, fassungslos gefangen zwischen Dittsches Einfallsreichtum, dessen Bildzeitungs-Halbwissen und eigener Ungläubigkeit. Wenn Ingo mit einem anderen Gast beschäftigt ist, nimmt Dittsche die Chance wahr, den stets stumm sein Bier und sein Zigarettchen genießenden Schildkröte anzusprechen. Doch der schmettert ihn jedes Mal mit einem: „Halt die Klappe, ich hab´ Feierabend“ ab und Dittsche trollt sich wieder an die Theke und schnappt sich sein nächste Dittschburger.

Erzgebirge-Albino-Reh-Ragout, Wadenwickel für die fiebernde Erde, Merkels Rauchverbot, Selbstreinigende Schmutzwäsche und Flüssig-Eisen-Haargel für Kleinwellenempfang sind nur einige wenige von unzähligen „Weltideen“ die Olli Dittrich – alias Dittsche – nur so aus dem Ärmel schleudert. Das Multitalent (Schauspieler, Moderator, Comedian, Musiker usw.) liefert hier mit seiner Improvisations-Comedy eine Klasseleistung ab. Zahlreiche Preise honorieren dies angemessen. Die aktuell noch im NDR laufende Serie wird leider viel zu spät ausgestrahlt (23.30 oder 0.00 Uhr). Damit wird die DVD-Ausgabe noch viel attraktiver. Die aktuellen Kauf-DVD´s mit den Staffeln 6-8 bieten fast 1.000 Minuten das Zwerchfell erschütternde Real-Satire, Spontan-Witz und auf keinen Fall langweilige Unterhaltung.

Werner Karl, 2009

TTitel bei Amazon.de
Dittsche – Das wirklich wahre Leben, 6.Staffel Mach ma´!
Dittsche – Das wirklich wahre Leben, 7.Staffel noch ´n Bier!
Dittsche – Das wirklich wahre Leben, 8.Staffel Wie heißt das?

PREISRÄTSEL: 3 x 1 DVD

Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wer spielt den Dittsche? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel Dittsche” eintragen. Bitte noch anmerken welche der drei Boxen gewonnen werden soll! Danke. Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Die Gewinner lauten: Mach ma´! – Walter Helldobler/noch ´n Bier! – Achim Siebens-Janssen/Wie heißt das? – Uwe Rinderle. Herzlichen Glückwunsch!

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