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Archiv für Dezember, 2009

Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens

Erstellt von Michael Drewniok am 31. Dezember 2009

haunted-hill-2Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens

Originaltitel: Return to House on Haunted Hill (USA 2007)
Regie: Víctor García
Drehbuch: William Massa
Kamera: Lorenzo Senatore
Schnitt: Robert Malina
Musik: Frederik Wiedmann
Darsteller: Amanda Righetti (Ariel Wolfe), Tom Riley (Paul), Steven Pacey (Dr. Richard Hammer), Erik Palladino (Desmond Niles), Cerina Vincent (Michelle), Andrew Lee Potts (Kyle), Kalita Rainford (Harue), Gil Kolirin (Norris), Andrew Pleavin (Samuel), Chucky Venice (Warren), Jeffrey Combs (Dr. Richard Vannacutt), Stilyana Mitkova (Saras Geist) uva.
Label/Vertrieb: Warner Brothers Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 11.10.2007 (Kauf-DVD)
EAN: 7321925007664 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Ungarisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Ungarisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 78 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Acht Jahre sind seit der verhängnisvollen Party vergangen, zu der Stephen Price im verrufenen Haus des nur körperlich toten Irrenarztes und Sadisten Dr. Vannacutt einlud. Zwei Menschen entkamen dem nächtlichen Gemetzel der wütenden Geister, die dort umgehen. Sara Wolfe blieb vom Haus besessen, was sich ungünstig auf ihre psychische Verfassung auswirkte. Schwester Ariel, eine erfolgreiche Redakteurin, hat deshalb den Kontakt schon vor langer Zeit abgebrochen.

Sie reagiert auch nicht, als Sara sie mit Anrufen und Mails bombardiert und um Hilfe bittet. Kurz darauf ist Sara tot; sie soll Selbstmord begangen haben. Die geschockte Ariel sucht in der Wohnung der Schwester nach Hinweisen. Stattdessen findet sie Dr. Richard Hammer, einen Archäologen, der mit Sara in Kontakt stand. Beide vermuteten, dass Vannacutt eine mittelalterliche Statue des Dämonen Baphomet in seinem Haus hütete, der ihn nach und nach in seinen unheilvollen Bann zog. Diese Figur will Hammer unbedingt bergen.

Ariel verweigert zunächst jede Mitarbeit, aber daheim findet sie das Tagebuch von Dr. Vannacutt, das Sara kurz vor ihrem Tod in die Post gegeben hat. Leider hat Desmond Niles, ein skrupelloser Kunsträuber, dies ebenfalls erfahren. Mit seiner Bande zwingt er, der zudem Saras Mörder ist, Ariel und ihren Freund Paul, ihn in das verlassene Haus auf dem Hügel zu begleiten. Dort suchen bereits Hammer und zwei seiner Studenten nach der Statue. Das Treffen der Gruppen verläuft nicht harmonisch, doch das wird nebensächlich, als sich das Haus hermetisch gegen die Außenwelt abriegelt, seine ‘Gäste’ auf diese Weise einsperrt und ihnen mordlüsterne Geister auf die Hälse hetzt …

Zweiter Aufguss – mit Wirkungsverstärker

Franchises und Pilze teilen mindestens zwei Eigenschaften: Sie schießen aus dem Boden, und sie gedeihen am besten in einem Mistbeet. Das ist einer der Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, wenn man mit einem Film wie “Haunted Hill 2″ konfrontiert wird. Schon das ‘Original’ von 1999 war das Remake eines Mini-Kult-Thrillers von 1958 (dt. “Das Haus auf dem Geisterhügel”). Die Geschichte vom verfluchten Irrenhaus wurde 1999 auserzählt. Es gab keinen Grund, sie wieder aufzugreifen.

Acht Jahre später machte sich erwähnter Mistbeet-Effekt bemerkbar. Wo “The Butterfly Effect”, “Donnie Darko” u. a. nie für eine Fortsetzung vorgesehene Filme in Serie gehen, ist sicherlich auch Platz für ein “Haunted House 2″, so müssen die zumindest im Bereich der Profitmaximierung kreativen Köpfe hinter diesem Streifen sich gedacht haben. Vorsichtshalber hielten sie das Budget kurz und realisierten die Rückkehr ins Hügel-Haus als “Direct-to-DVD”-Produktion. Um noch mehr zu sparen, heuerte man nicht nur Schauspieler der Kategorien B und C an (dazu unten mehr), sondern drehte in Budapest, wo die Arbeitslöhne sogar noch niedriger liegen als in Kanada.

Wenig Geld wurde außerdem für das Drehbuch ausgegeben; tatsächlich erzählte man die Original-Story einfach noch einmal und verschnitt sie mit einem törichten Gangster-Garn. Weil es keinen echten Grund für eine Rückkehr ins Geisterhaus gab, konstruierte man einen: Plötzlich summt eine Dämonen-Statue als Dynamo des Bösen im Bauch des Hauses. Die muss gesucht werden, während die Darstellerschar durch düstere Flure tappt, sich streitet und stetig dezimiert wird. Auch daran lassen sich geistlose Fortsetzungen erkennen: Die Morde geraten deutlich spektakulärer und blutiger, um auf diese Weise Unterhaltsamkeit vorzugaukeln. Keine Sorge; routiniert aber lieblos eingesetzte CGI-Technik mildert das aus dem Gemetzel erwachsende Grauen, das jederzeit als Produkt der digitalen Trickkiste erkennbar ist.

Das Haus hält’s aus

Wenn es etwas gibt, das den Zuschauer vor Tiefschlaf oder Wutanfällen bewahrt, so ist es die bemerkenswerte Kulisse des Hügel-Hauses. Zwar ist die einst blühende Filmindustrie Osteuropas heute nur noch ein Schatten ihrer selbst, aber dort findet man weiterhin Kulissenbauer und Ausstatter, die mit beschränkten Mitteln förmlich zaubern können. Dass “Haunted Hill 2″ eine Billig-Produktion ist, sieht man ihr niemals an. Das Haus ersteht in schauerlicher Pracht nicht nur auf, sondern beeindruckt mit 1999 nicht gesehenen und gruseligen Winkeln. Die Beleuchtung ist ausgefeilt, die Tonspur verblüfft durch allerlei akustische Tricks.

Noch ein Vorteil: Nach gerade einmal 78 Minuten ist der Spuk vorüber. “Haunted Hill 2″ präsentiert seine Geschichte in der gebotenen Eile, die keine Zeit für Fragen nach der Handlungslogik lässt oder Langeweile aufkommen lässt. Dazu kommt das erfrischende Fehlen politisch korrekter Zurückhaltung, die ein Film dieser Preisklasse, der seine Kosten auf jeden Fall einspielen wird, nicht nötig hat. Einige Übeltaten des Dr. Vannacutt fallen daher recht rabiat aus. Schade nur, dass es manchmal schwerfällt, sich beim Anblick toter aber spastisch zuckender Krankenschwestern oder rauchender Ofenmenschen daran zu erinnern, dass wir uns auf dem “Haunted Hill” und nicht im zweiten Teil von “Silent Hill” befinden.

Zum guten Ton des schlechten Films gehört schließlich der Anblick einiger nackter Busen, zu denen sich hier sogar einige blanke Hinterteile gesellen. Der kundige Zuschauer erkennt auch am Fehlen von Silikonverstärkungen, dass nicht in den USA gedreht wurde.

Wo ist Famke, wenn man sie braucht?

Wer sich als Schauspieler in einen Film wie diesen locken lässt, weiß wahrscheinlich, worauf er und sie sich einlassen. Die nuancenreiche Wiedergabe feinsinniger Gefühle ist es nicht, was der Arbeitgeber fordert. Bescheiden ließe sich aus Zuschauersicht dagegen einwenden, dass gute Darsteller auch einen weniger gelungenen Film adeln – wer erinnert sich nicht an Famke Janssens gut gelaunte Darstellung eines lupenreinen Miststücks im ersten “House on Haunted Hill” -, doch das wird sich unter Produzenten wohl nie herumsprechen.

Also müssen wir Zeugen dessen sein, was Mimen wie Amanda Righetti, Tom Riley oder Cerina Vincent für Schauspiel halten. Die übrigen Darsteller schließen sich dem kollegial an. Andrew Lee Potts gibt wieder den trotteligen Nerd, als welcher er bereits durch diverse “Primeval”-Staffeln geisterte und dort ebenso wenig lustig war wie hier. (Er scheint sogar dasselbe bescheuerte Hütchen zu tragen!)

Wieder einmal am besten zieht sich der in jeder Rolle unverwüstliche Jeffrey Combs aus der Affäre, was dieses Mal gar nicht einfach ist. Während Dr. Vannacutt im ersten Teil eher schemenhaft sein Unwesen trieb, muss er hier oft ins allzu helle Kamera-Licht treten. Dafür entschädigen einige Splattereien, die der mehrfache “Re-Animator” persönlich und stilvoll über die Bühne bringt.

Bleibt abschließend die bange Frage: War’s das jetzt? Darauf hoffen wir vorsichtshalber nicht, zeigt doch die Schlussszene, wie die Baphomet-Statue aus der Regenrinne des Hügel-Hauses direkt vor die Füße zweier Strandwanderer purzelt …

DVD-Features

Während der Hauptfilm optisch und akustisch überzeugen kann, bleiben die Extras enttäuschend überschaubar. Erstaunlicherweise fehlt das sonst übliche “Making-Of”, das gern als zusätzliche Werbeplattform missbraucht wird. Hier ist es durch eine seltsame Interview-Runde mit dem Titel “Die Darsteller auf dem Beichtstuhl” ersetzt. Während die Schauspieler in ihren Rollen bleiben, geben sie darüber Auskunft, was sie auf den “Haunted Hill” führte. Als Dr. Richard Hammer hält Steven Pacey darüber hinaus ein dreiminütiges (und daher wenig aussagekräftiges) Referat über Ursprung und Geschichte des Baphomet.

Vier zusätzliche Szenen erinnern an ein Feature, über das nur die ‘interaktive’ Blue-ray-Fassung verfügt, von der es keine deutsche Version gibt: An diversen Filmstellen kann sich der Zuschauer in das Geschehen einklinken und dessen Fortsetzung beeinflussen. Dafür wurden Sequenzen erweitert bzw. zusätzlich gedreht, die indes den Hauptstrom der Story nicht wirklich beeinflussen.

Zu unguter Letzt trägt die Heavy-Metal-Gruppe Mushroomhead – optisch wie stimmlich eine unglückliche Mischung aus Kiss und Marilyn Manson – ihren angeblichen Hit “Simple Survival” vor; der Clip wurde mit Szenen aus “Haunted Hill 2″ verschnitten, denn das Stück gehört zum Soundtrack dieses Films.

[md]

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US-Filmstar Brittany Murphy an Herzversagen gestorben

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Dezember 2009

brittanymurphyNach dem Tod der US-Schauspielerin Brittany Murphy hat die Polizei ein Verbrechen ausgeschlossen. Erste Untersuchungen zeigten, dass die 32-jährige an Herzversagen gestorben sei, sagte ein Polizeisprecher in Los Angeles. Ergebnisse toxikologischer Tests lägen allerdings erst in sechs bis acht Wochen vor. Die Gerichtsmedizin von Los Angeles will gegen den Widerstand von Murphys Ehemann Simon Monjack im Lauf des Tages eine Autopsie des Leichnams vornehmen lassen.

afp4

Monjack habe gegen 08.00 Uhr Ortszeit noch einen Notarzt gerufen, zitierte das Online-Portal TMZ die Feuerwehr von Los Angeles. Bei der Ankunft in der Cedars-Sinai-Klinik in Beverly Hills sei die junge Frau für tot erklärt worden. Die Ursache für das Herzversagen ist noch unklar. Eine Sprecherin der Schauspielerin bat um Respekt vor der Privatsphäre der Angehörigen.

Die in Atlanta geborene Murphy wuchs mit ihrer Mutter Sharon in New Jersey auf. 1991 spielte sie ihre erste Fernsehrolle in “Blossom”, noch im selben Jahr bekam sie in “Drexell’s Class” eine Hauptrolle. Bekannt wurde sie durch die Kinofilme “8 Mile” an der Seite des Rappers Eminem und “Sin City”, in dem sie gemeinsam mit Bruce Willis spielte.

Neben der Schauspielerei unternahm Murphy auch Ausflüge ins Musikgeschäft. Gemeinsam mit dem britischen Diskjockey Paul Oakenfold brachte sie die Single “Faster Kill Pussycat” heraus. Der Club-Hit kam auf Platz eins der Dance-Charts. In dem Zeichentrickfilm “Happy Feet” sang sie eine Cover-Version des Queen-Hits “Somebody to Love” sowie “Boogie Wonderland” von Earth, Wind & Fire.

Bevor Murphy 2007 den britischen Drehbuchautoren Monjack heiratete, war sie unter anderem mit ihrem Schauspielkollegen Ashton Kutcher zusammen. Kutcher, mittlerweile mit der deutlich älteren Schauspielerin Demi Moore verheiratet, erklärte am Sonntag über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter: “Heute hat die Welt einen kleinen Sonnenschein verloren.” Alicia Silverstone, die gemeinsam mit Murphy in “Clueless” gespielt hatte, sagte dem Magazin “People”, sie habe gerne mit ihr zusammengearbeitet. “Sie war so talentiert, so warm und so süß.”

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The Abandoned – Die Verlassenen

Erstellt von Michael Drewniok am 21. Dezember 2009

abandonedThe Abandoned – Die Verlassenen

Originaltitel: Los Abandonados (GB/Spanien/Bulgarien 2006)
Regie: Nacho Cerdà
Drehbuch: Karim Hussain, Nacho Cerdà, Richard Stanley
Kamera: Xavi Giménez
Schnitt: Jorge Macaya
Musik: Alfons Conde
Darsteller: Anastasia Hille (Marie Jones), Karel Roden (Nicolai), Valentin Ganev (Andrei Misharin/Kolya Kaidavosky), Paraskeva Djukelova (Olga Kaidavosky), Carlos Reig-Plaza (Anatoliy), Kalin Arsov (Bauer), Svetlana Smoleva (Bäurin) Anna Panayotova (Bauerntochter), Jordanka Angelova (Greisin), Valentin Goshev (alter Bauer), Jasmina Marinova (alte Bäuerin), Monica Baunova (Emily), Marta Yaneva (Natalya) u. a.
Label/Vertrieb: e-m-s
EAN: 4020974163354
Erscheinungsdatum: 16.12.2007 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch (für Hörgeschädigte)
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: ca. 95 min.
FSK: keine Jugendfreigabe

Das geschieht:

Irgendwo in der russischen Sowjetunion bleibt im Jahre 1966 vor einem einsamen Bauernhaus ein Lastwagen stecken. Im Führerhaus findet der erschrockene Bauer eine blutüberströmte, tote Frau und zwei schreiende Babys.

Vierzig Jahre später kehrt Marie Jones, geborene Kaidavosky, nach Russland zurück. Die einsame Frau sucht nach den Wurzeln ihrer Familie. Nachdem man sie an der Seite der toten Mutter gefunden hatte, wurde sie von einer englischen Familie adoptiert. Dass sie einen Bruder hat, weiß sie nicht. In Moskau hat Marie den Anwalt Andrei Misharin beauftragt, Nachforschungen über die Kaidavoskys anzustellen. Er muss ihr mitteilen, dass keine Aufzeichnungen existieren. Das Familiengut hat er immerhin als Maries Erbe gesichert. Sie beschließt vor Ort selbst zu ermitteln.

Das Gut liegt auf einer einsamen Insel inmitten eines reißenden Flusses. Seitdem Kolya Kaidavosky, der Hausherr und Vater Maries, 1966 seine Gattin Olga ermordet hat, ist das riesige Haus verlassen. Als Marie durch die verfallenden, modernden Räume streift, stößt sie auf Nikolai, ihren unbekannten Zwillingsbruder. Auch ihn hat eine seltsame Sehnsucht nach Wissen in das Elternhaus gelockt.

Hier geht es allerdings nicht mit rechten Dingen zu. Marie und Nicolai werden in der Nacht von leichenhaften Doppelgängern bedrängt. Sie lassen sich nicht bekämpfen, und trifft sie ein Schlag oder eine Kugel, werden auch die ‘Originale’ verletzt. Schlimmer noch: Die Geschwister müssen erkennen, dass sie nicht mehr von der Insel fliehen können. Jeder Versuch bringt sie nur zum Gut zurück. Dort mehren sich die Zeichen, dass die Phantome nicht die größte Bedrohung darstellen. Hinter ihnen steht eine noch unsichtbare Macht, deren Interesse offensichtlich darin besteht, die Geschwister für immer an das Gut zu binden …

Geisterfilm mit leichten Horror-Einschlägen

In der Historie des Horrorfilms nimmt die Geistergeschichte ein zwar nicht kleine aber relativ unauffällige Nische ein. Sie tritt gegenüber dem plakativen, geräuschvoll, hässlich und blutrünstig auftretenden Grusel zurück, der die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer leichter erregen kann. ‚Richtige‘ Geister haben es da schwerer, denn es liegt in ihrer Natur, das Reich der Toten quasi auf Katzenpfoten zu verlassen. „Spuk“ bedeutet nicht nur die Rückkehr von Seelen, die in der Welt noch etwas zu erledigen haben, sondern auch das Geistern im Augenwinkel ihres Betrachters: Sieht man genau hin, ist da scheinbar nichts. Es bleibt das unangenehme Wissen, dass dies keinesfalls zutrifft.

Das ist der Stoff, aus dem „The Abandoned“ gewoben wurde. Ein ungewöhnliches Projekt ist dieser Film: geschrieben und inszeniert von einem Spanier, in der Hauptrolle eine Engländerin, gedreht in Russland und Bulgarien. Letzteres ist nicht ungewöhnlich im 21. Jahrhundert, denn viele Produktionen lassen sich im ehemaligen Ostblock nieder, wo das filmische Knowhow hoch und der Lohn niedrig ist. Regisseur mit (Mit-) Drehbuchautor Nacho Cerdà erzählt freilich eine Geschichte, die explizit in Russland spielen soll und so, wie sie abläuft, wohl auch nur hier spielen kann. Er hat deshalb viel Recherche und Aufwand in die Rekonstruktion ‚typisch russischer‘ Schauplätze investiert, was sich definitiv auszahlt.

Die scheinbar unendliche Weite der Landschaft (dargeboten in echtem Breitwand-Format), ihre Einsamkeit und die archaische Lebensweise der nichtstädtischen Bevölkerung sind wichtige Elemente der Story. Das Kaidavosky-Gut ist buchstäblich eine Insel, von der es kein Entrinnen gibt. Diverse Fluchtversuche werden spannend in Szene gesetzt, um dies dem Zuschauer überzeugend zu vermitteln. Die Innenräume des Guts werden im „Making-of“ als Atelierbauten enthüllt. Dieser Eindruck entsteht im Film keine Sekunde. Selten hat man Sets erlebt, die Verfall und Verwesung so bildhaft machen können. Die bulgarischen Kulissenbauer haben hier eine Meisterleistung geliefert.

Der Aspekt des Ausgeliefertseins wird durch die Tatsache unterstützt, dass Marie Jones zwar in Russland geboren und trotzdem eine Fremde ist. Das Land und die Menschen sind ihr fremd und machen ihr Angst. Die daraus resultierende Unsicherheit ist ein wichtiges Element, das der unsichtbare Fallensteller geschickt ausnutzt.

Geister werden von durchaus menschlichen Gefühlen motiviert. Leider sind diese meist negativer Natur. Marie und Nicolai haben doppeltes Pech: Sie tappen einem Gespenst in die Falle, das sich sowohl für angeblich erlittenes Unrecht rächen als auch die Geschwister in seine kleine private Hölle sperren will, als die sich die Insel letztlich entpuppt.

Es dauert erfreulich lange, bis sich die Hintergründe klären. Bis es soweit ist, geraten unsere drangsalierten Hauptdarsteller in immer neue Rätsel und Schrecken, die sich nachträglich zu einer Geschichte des Schreckens zusammensetzen lassen. Die Konsequenz des Plots ist lobenswert; hier gibt es kaum Genre-Klischees und kein Ausbrechen in letzter Sekunde, wobei schwere Waffen und plötzlich an den Tag gelegte Nahkampf-Erfahrungen ins Spiel kommen. Cerdà findet einen klugen Ausweg: Der Kreis-Konstruktion des Films entsprechend schlägt Gewalt auf jene zurück, die sie anwenden. „The Abandoned“ läuft trotz des vertrackten Plots wie auf Schienen seiner logischen Auflösung entgegen.

Gewisse Zugeständnisse macht der Regisseur übrigens doch an die splatternde Konkurrenz. „The Abandoned“ läuft in Deutschland ohne Jugendfreigabe, obwohl 93 von 95 Minuten problemlos ab 12 Jahren freigegeben werden könnten. In den bewussten zwei Minuten geht es freilich beinhart zur Sache. Weil die Geschichte in der Regel gewaltarm abläuft, sorgen diese Brutalitäten für umso größeren Schrecken. Genau das ist der Effekt, den der Regisseur erzielen möchte, und das ist auch die Begründung dafür, dass diverse Szenen dem Zuschauer an die Substanz gehen: Hier wird kein Blut der Unterhaltung wegen vergossen, sondern im Rahmen einer teilweise grausamen Geschichte.*

Ein Film (auch) für erwachsene Zuschauer

Dass uns mit „The Abandoned“ ein Film für ‚erwachsene‘ Gruselfreunde präsentiert wird, macht die Besetzung von der ersten Minute an klar. Kein Teenie weit und breit (nur ein verhärmtes Bauernmädchen), stattdessen spielen zwei Hauptdarsteller, die ihren 40. Geburtstag beide hinter sich gelassen haben und denen man das auch ansieht.

Anastasia Hille tritt hauptsächlich in englischen TV-Filmen und -Serien auf. Das zunehmende Entsetzen einer an sich starken Frau, die ihrer Einsamkeit entrinnen wollte und dabei vom Regen in die Traufe gerät, weiß sie überzeugend zu vermitteln. Manchmal ist die Medizin tödlicher als die Krankheit. Das hat sie am Ende gelernt, aber dieses Wissen bereitet ihr keine Freude.

Karel Roden ist nicht nur ein viel beschäftigter und ebenfalls fabelhafter, sondern auch ein international bekannter Darsteller. Seit zehn Jahren tritt er verstärkt in nicht-russischen Produktionen auf, wo er Rollen in unterschiedlichen Filme wie „Hellboy“ (2002; hier mimt er hollywoodkonform den Klischee-Russki Grigori Rasputin) oder „Mr. Bean macht Ferien“ (2007) spielt. Als Nicolai ist er das perfekte Gegenstück seiner ‚Schwester‘ Marie: Während sie ins Ausland ging, blieb er in Russland und wurde Teil des Landes, das ihr verschlossen bleibt, obwohl er ihr Zwilling ist und sich mit ihr verbunden fühlen müsste.

In den Nebenrollen spielen Russen die Russen – auch in einer europäischen Produktion keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Diese Darsteller ließ Regisseur Cerdà fast ausschließlich in ihrer Muttersprache reden und verzichtete auf Untertitel. So teilt sich Maries Gefühl des Fremdseins abermals dem Zuschauer mit.

DVD-Features

Da „The Abandoned“ eine ‚kleine‘ Produktion ist, sind die Features mager ausgefallen:  ein englischer und ein deutscher Kinotrailer und eine Bildergalerie, die sich kaum jemand anschauen wird.

Sehenswert ist das Making-Of. Während dieses Mal vor allem der Regisseur viel Unfug über das psychologische Spektrum seines Werks verzapft, halten sich die Darsteller mit gegenseitigen Lobpreisungen zurück und sprechen tatsächlich über ihre Rollen, zu denen sie Interessantes zu sagen haben. Wenn sich Nacho Cerdà auf die technischen Aspekte des Films beschränkt, legt er großes Fachwissen an den Tag. Das Entstehen von „The Abandoned“ wird durch gut gewählte Ausschnitte, Aufnahmen von hinter den Kulissen oder Storyboard-Zeichnungen dokumentiert.

Weitere Extras bietet – so lange es sie denn gibt – die schön gestaltete und animierte Website.

Bild und Ton sind übrigens brillant. „The Abandoned“ gehört zu den Filmen, die auf der breiten Leinwand und durch eine möglichst exzellente Tonanlage eindeutig gewinnen.

*Anmerkung (ACHTUNG: Spoiler!)

Es soll und darf nicht verschwiegen werden, dass die Story im Finale ein gewaltiges Logikloch in die Handlung schlägt. Wie schafft es ein Einöd-Geisterbauer, gestorben 1966, sich im Moskau des Jahres 2006 eine überzeugende Zweitexistenz als Anwalt zu schaffen? Auf diese Weise kann Kaidavosky senior seine Kinder zurück nach Russland locken, doch dieser Kniff wirkt doch sehr, sehr weit hergeholt.

Ach ja: Wie kommt eigentlich Nicolais Ex Natalya ins Spiel? Um von ihrer Existenz zu erfahren und ihr Ebenbild zu schaffen, muss Kaidavosky erneut auswärts gespukt haben. Wenn er das kann, wieso schafft er es nicht, Maries Tochter Emily ebenfalls nach Russland zu locken?

Einen hab’ ich noch: Wenn Nicolais Leben sich ausschließlich in Russland abgespielt hat, wieso spricht er dann Englisch und kann sich mit Marie verständigen, die nur diese Sprache versteht?

Oder spielt sich das gesamte Geschehen doch nur in Maries wirrem Kopf ab …?

[md]

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Protectors – Auf Leben und Tod

Erstellt von Redaktion am 20. Dezember 2009

Bei Amazon.deProtectors – Auf Leben und Tod
Staffel 1 (5 DVDs)

Land: Dänemark/BRD, 2009
FSK: 12 (freigegeben ab 12 Jahren)
Genre: Thriller / TV Serie
Laufzeit: 550 Min. (5 Episoden)
Regie: Mikkel Serup, Martin Schmidt
Darsteller: Cecilie Stenspil, Soren Vejby, Andre Babikian
Originaltitel: The Protectors (2008)
Sprache: Deutsch
Bild: Widescreen
Bonus: Rollenprofile der 3 Hauptdarsteller
www.pspr.de

Vorwort

Personenschützer, Bodyguards, Leibwächter – eben Protectors – sind nach landläufiger Meinung diejenigen Menschen, welche die ihnen anvertrauten VIP´s mit dem eigenen Leben schützen sollen. Ehemalige Polizisten, Soldaten, Special Forces jeder Coloeur zählen zu diesem Personenkreis. Sie setzen unter Umständen ihr eigenes Leben bewusst aufs Spiel, um den Schutzbefohlenen mit allen Mitteln das Leben zu retten. Selbstverständlich sind dazu nur die Härtesten, die Zähesten, die Bestausgebildeten, schlussendlich die Konsequentesten geeignet: Man muss bereit sein zu sterben, um andere zu retten.

Zur Handlung

Wie es nun bei einem Serienstart üblich ist, befasst sich auch die 1.Folge der dänischen Thrillerreihe „Protectors – Auf Leben und Tod“ mit der Einführung der Hauptdarsteller, leider tritt dabei die Handlung des ersten Auftrages ein wenig in den Hintergrund. Der junge Personenschützer Ibro kommt bei einem Einsatz ums Leben, indem er sich schützend vor den dänischen Verteidigungsminister wirft. Doch der aus Jugoslawien stammende Vater Ibro´s macht den Minister für den Tod seines Sohnes verantwortlich und entführt als ersten Schritt die Geliebte des Ministers…

In Folge 2 ernennt der Ministerpräsident eine im Iran geborene Dänin zur neuen Kultusministerin. Sofort ist der Spezialeinheit Protectors klar, dass die Frau mit Anfeindungen von radikalen Muslimen rechnen muss. Doch die Gefahr der dänischen Rechtsextremen ist weitaus konkreter. Denn sie verstecken sich in den Reihen der Bevölkerung und der politischen Opposition.

An dieser Stelle soll noch die Folge 3 erwähnt werden, denn um die Palette der offensichtlichsten Gefahrenquellen zu komplettieren, dürfen islamische Terroristen natürlich nicht fehlen. „Angeregt“ durch den Anschlag auf das amerikanische World-Trade-Center vom 9. September 2001, versuchen sich zwei Islamisten an einem Bombenanschlag mit einem Stadtbus, der die Route eines politischen Besuches kreuzt.

Fazit

Vielleicht sind wir in unseren Geschmack schon zu geprägt von der Dominanz amerikanischer Agententhriller und es dauert eine ganze Weile, bis man sich auf eine völlig anders gestrickte Stimmung einlässt. Möglicherweise war die kalte Jahreszeit (Januar), in dem die erste Folge spielt bewusst gewählt, ich vermute aber eher, dass dies Zufall oder ein Kokettieren mit dem Klischee des nordischen Landesklimas war. Blasse, trübe, Kälte vermittelnde Szenen passen perfekt zu den gleichermaßen – noch – farblosen Darstellern. Erst nach und nach, überaus still inszeniert, gewinnen die Protagonisten nur zögernd sprichwörtlich an Farbe.

Jasmina el Murad, eine in Ägypten geborene junge Frau, Rasmus Poulsen, ein an das Gute im Menschen glaubender Polizist und Jonas Michaelsen, ein jüdischer Däne, der als Gegenpart zu seinem Kollegen überzeugt ist, das jeder Mensch von Natur aus schlecht ist, schaffen das „harte“ Training des dänischen Geheimdienstes, dem die Proctector-Einheit unterstellt ist. Und hier macht sich der nächste Unterschied zu Amerika überdeutlich bemerkbar: Die Szenen, welche das Auswahltraining zeigen, haben leider Pfadfinderniveau, als dass sie eine Eliteeinheit formen könnten. Jasmina trampelt eher durch den Parcours, als dass sie nennenswerte körperliche Leistung zeigt, auch die beiden Männer zeigen nichts, was sie für ihre knallharte Aufgabe prädestiniert. Da war die Trainingssequenz aus „Die Wildgänse kommen“ (GB, 1978) realistischer – und glaubhafter.

Trotzdem findet man aber schnell Gefallen an der „kühlen“ Stimmung. Kein aufgeregtes Herumschreien, keine planlose, nur reagierende, statt agierende Hyperaktivität á la Hollywood, keine markigen und zitatwürdigen Sprüche, wie sie Bruce Willis, Jan Claude van Damme oder irgendein James-Bond-Darsteller ins Drehbuch geschrieben bekommt.
Kühl – aber nicht cool – entwickelt sich erst leise, dann immer angespannter eine bedrohliche Situation. Die Handlungsträger sammeln Puzzlestücke ein, und blicken nicht gleich von Anfang an voll durch, wie dies angloamerikanische Agenten stets vermitteln.
Mit einiger Sicherheit kann man davon ausgehen, dass der Agenten-Alltag eher dieser dänischen Variante nahe kommt. Langeweile, harmlos erscheinende Personen und Bilder, die sich bei näherer Betrachtung als der sprichwörtliche Todesbote entpuppen können.

Alles in allem eine überraschend angenehme Serie, die aber gegen den oben erwähnten Standardgeschmack sich nur schwer wird behaupten können. Ich würde die DVD gerade deswegen der Fernsehausstrahlung vorziehen, da keinerlei Werbeunterbrechung die aufgebaute Stimmung zerstören kann. Auch die Länge von ca. 110 min. pro Folge lässt dafür genügend Zeit. Was die Dänen aber noch lernen müssen, ist es, der Handlung eine Wendung, etwas Unerwartetes, nicht Vorhersehbares zu geben. Denn dann müssten sich die Amis eine Scheibe abschneiden, und ihr Panikgeplärr endlich auf den Müll werfen. Denn Lautstärke hat nicht unbedingt etwas mit Qualität zu tun. Denn das haben die Dänen auf jeden Fall verstanden.

Die DVD-Edition der Staffel 1 umfasst 5 DVD´s mit 5 Episoden der Serie. Ein kleines Booklet stellt die drei Hauptfiguren in ihren Rollen vor.

Copyright © 2009 Werner Karl

“Protectors – Auf Leben und Tod” bei Amazon.de

Preisrätsel/Gewinnspiel 6 x 1 DVD-Box Staffel 1 (je 5 DVDs): “Protectors – Auf Leben und Tod” bei Amazon.de
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: In welchem Land wurde
Jasmina el Murad geboren? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel”  und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald  30 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Die Gewinner lauten: Thomas Köllner, Bernd Kepura, Andrea Schmitt, Tom Bietz, Susanne Koy und Anja Schmieder. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Willi will’s Wissen – Vorfahrt für die Feuerwehr! / Wer rennt, wenn’s brennt?

Erstellt von Redaktion am 16. Dezember 2009

Bei Amazon.deWilli will’s Wissen – Vorfahrt für die Feuerwehr! / Wer rennt, wenn’s brennt?

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: Universal
Spieldauer: 50 Minuten

Eine weitere Doppelfolge mit dem Reporter Willi Weitzel, diesmal mit den Episoden „Vorfahrt für die Feuerwehr!“ und „Wer rennt, wenn’s brennt?“. Jede Episode hat eine ungefähre Spielzeit von fünfundzwanzig Minuten, was für Kinder eine optimale Länge ist.

In „Vorfahrt für die Feuerwehr!“ trifft Willi auf die Mannschaften der Wasserrettung und der Höhenrettung. Für Willi erst einmal verwunderlich, hatte er doch eigentlich die klassische Feuerwehr vor Augen. Doch nach der ersten kurzen Verblüffung legt Willi gewohnt neugierig los, um mehr über die Arbeit der Feuerwehr zu erfahren.

Gutgelaunt hilft Willi bei der Rettung einer Person, die mit ihrem Auto in einem eisigen See versenkt wurde. Obwohl er ein wenig Angst hat und das Wasser eisig kalt ist, hilft Willi tapfer mit. Natürlich ist keine echte Person in Gefahr, immerhin handelt es sich nur um eine Übung. Trotzdem ist die Rettung spannend inszeniert.

Kaum aus dem Wasser findet der nächste Einsatz in luftiger Höhe statt. Allerdings nicht in den Bergen, sondern in der Innenstadt. Hier greift die Höhenrettung ein und führt mittels Kletterausrüstung eine Rettungsmission durch. Das ist ebenfalls sehr spannend und packend. Vor allem wird den Zuschauern eindringlich vermittelt, dass die Feuerwehr mehr Aufgaben erfüllt, als nur Feuer zu löschen.

Darum dreht sich alles in der zweite Episode dieser DVD: „Wer rennt, wenn’s brennt?“.Hier ruht der Fokus auf der klassischen Arbeit der Feuerwehr. Dazu begleitet Willi Feuerwehrschüler bei ihren Übungen und nimmt daran teil, um am eigenen Leib zu erfahren, was genau hinter der Arbeit steckt. Aber Willi sieht sich auch genau den Fuhrpark der Feuerwehr an, nimmt das HLF unter die Lupe – das Hilfs-Lösch-Fahrzeug – und schaut auch in der Schlauchwerkstatt vorbei. Der Blick hinter die Kulissen zeigt somit neben den prominenten Brennpunkten auch, dass Feuerwehrleute einen harten Job erledigen und Dinge zu ihrem Aufgabenbereich gehören, die man sich im ersten Moment kaum vorstellen kann.

Die beiden Episoden der DVD wurden thematisch passend ausgewählt. Im Mittelpunkt steht die spannende und auch anstrengende Arbeit der Feuerwehr. Um mehr über das Thema zu erfahren, übernimmt Willi Weitzel die Rolle seines jungen Publikums. Stets gut gelaunt, fröhlich grinsend und unheimlich neugierig, mischt er gerne mit. Das er dabei großen Spaß hat, sieht man ihm einfach an und ist ebenfalls fröhlich bei der Sache. Sehr gut ist vor allem, dass Willi auch mal Mist baut oder Angst hat. Somit können sich die Kinder sehr gut mit ihm identifizieren, macht es Willi zu einem von ihnen. Das ist einfach klasse!

Die Qualität der DVD ist gut. Der deutsche Ton liegt in sauberem Dolby Digital 2.0 vor, das Bild kommt in 4:3 oder 16:9 daher. Allerdings kann das Bildformat nicht manuell ausgewählt werden. Leider gibt es kein Bonusmaterial, was sehr Schade ist. Hier wurden einfach zwei passende Episoden aus dem großen Pool der „Willi will’s wissen“-Reihe zusammengepackt und müssen für sich selbst sprechen. Glücklicherweise gelingt das hervorragend, wird aber dem Medium DVD nur wenig gerecht. Trotzdem eine empfehlenswerte Sache, die auch Erwachsenen Spaß macht.

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Willi will’s Wissen – Und die Kuh sagt muh dazu! / Wer kriegt das Brot gebacken?

Erstellt von Redaktion am 16. Dezember 2009

Bei Amazon.deWilli will’s Wissen – Und die Kuh sagt muh dazu! / Wer kriegt das Brot gebacken?

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: Universal
Spieldauer: 50 Minuten

Willi Weitzel ist wieder unterwegs und kümmert sich um das Thema Lebensmittel in den Episoden „Und die Kuh sagt Muh dazu!“ und „Wer kriegt das Brot gebacken?“. Bei der Reihe „Willi will’s wissen“ handelt es sich um eine Serie aus dem öffentlich rechtlichen Rundfunk. Jede einzelne Episode läuft fünfundzwanzig Minuten, in denen Willi als Reporter und Vertreter der Kinder Produktionsabläufe, Berufsbilder und auch schwierige Themen angeht.

In der ersten Folge „Und die Kuh sagt Muh dazu!“ dreht sich alles um Milchprodukte. Willi ist zu Gast bei der Milchbäuerin Maria, die auch gleichzeitig die bayerische Milchkönigin ist. Sie führt Willi auf ihrem Bauernhof herum, zeigt ihm die Kühe und erklärt auch, ab wann ein Rind tatsächlich als Kuh gilt. Auch die Kälberzucht wird angesprochen. Besonders witzig ist, dass Willi ein Kuhkostüm anzieht und sich zum Melken meldet. Anschließend verfolgt Willi die Milchtanklastwagen bis hin zur Fabrik, in der aus der Milch Joghurt hergestellt wird.Willi nutzt die Gelegenheit und versucht seinen eigenen Joghurt herzustellen. Danach besucht er eine Eisdiele und macht selber Vanille- und Schokoladeneis. Auch hier hat Willi viele neugierige Fragen die auch Kinder stellen würden.

Die nächste Episode ist „Wer kriegt das Brot gebacken“ und Willi versucht herauszufinden, wer denn nun eigentlich das Brot backt, das bei ihm auf den Tisch kommt. Er fängt natürlich ganz von vorne an und besucht erst einmal einen Getreidebauern, untersucht die Unterschiede von Weizen und Roggen, ist bei der Ernte dabei und erfährt, wie man die Spreu vom Weizen trennt. Willi begleitet das Korn dann zum Müller und ist auch mit neugierigen Fragen zur Hand. Sobald aus dem Getreide Mehl wurde ist die nächste Station eine Bäckerei. Hier wird aus dem Mehl lockeres und duftendes Brot. Willi versucht sich selbst ebenfalls an einem Brot, allerdings ohne Sauerteig. Das geht natürlich schief und zeigt, dass Willi auch gerne ausprobiert und keine Scheu vor einem Misserfolg hat. Auch der Verkauf des Brots ist für Willi ein Thema, um das er sich kümmert.

Willi Weitzel ist ein freundlicher und stets grinsender Kerl, der gutgelaunt als Vertreter der Kinder Auftritt und an ihrer Stelle unzählige Fragen stellt, seine Nase überall hineinsteckt und auch gerne mal Hand anlegt, um die ein oder andere Sache auszuprobieren. Willi ist nahe an seinem jungen Publikum und sorgt dafür, das die Kinder auf einfache Art und Weise mehr von der Welt erfahren.

Die DVD ist mit FSK ab 0 Jahre versehen und als Bildformat steht 4:3 und 16:9 zur Verfügung. Letzteres Format ist vorgegeben. Das TV-Format kann kurioserweise nicht ausgewählt werden. Der Ton liegt in Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor. Andere Sprachen oder Untertitel gibt es keine. Bild und Ton sind von guter Qualität.

„Willi will’s Wissen – Und die Kuh sagt muh dazu! / Wer kriegt das Brot gebacken?“ ist unterhaltsam, informativ und kindgerecht – sehr empfehlenswert!

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A PERFECT GETAWAY ab 15. Januar 2010 auf DVD und Blu-ray im Handel

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Dezember 2009

a-perfect-getawayWas als romantischer Liebesurlaub beginnt, entwickelt sich schnell zu einem mörderischen Katz- und Maus-Spiel: In dem Survival-Thriller A PERFECT GETAWAY begibt sich Action-Ikone Milla Jovovich („Das fünfte Element“, „Resident Evil“) an der Seite von Steve Zahn („Sahara”, „Bandidas”) auf eine verhängnisvolle Reise in die exotische Wildnis Hawaiis. Wem kann man auf der Insel trauen und wer plant ein teuflisches Spiel? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Atemberaubende Bilder, nervenzerreißende Spannung und ein großartiger Cast machen A PERFECT GETAWAY zu einem MUSS für alle Fans packender Thriller-Unterhaltung.

Inhalt von A PERFECT GETAWAY:
Cliff (Steve Zahn) und Cydney (Milla Jovovich) verbringen ihre Flitterwochen mit einem Wanderurlaub durch die hawaiianische Wildnis. Gleich zu Beginn wird der Trip von einem grausamen Ereignis überschattet: Ein Pärchen wurde auf einer Nachbarinsel während ihrer Hochzeitsreise umgebracht. Cliff und Cydney begegnen unterwegs dem zwielichtigen Pärchen Kale (Chris Hemsworth) und Cleo (Marley Shelton). Doch zum Glück tauchen gerade noch rechtzeitig Nick (Timothy Olyphant) und seine Freundin Gina (Kiele Sanchez) auf. Cliff und Cydney beschließen, von nun an gemeinsam mit den beiden lebenslustigen Abenteurern die Reise fortzusetzen. Doch nach und nach reift in Cliff der Verdacht, dass vielleicht der Messer schwingende Elitesoldat Nick und seine Freundin die Killer sein könnten…

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Torchwood – Staffel 3 – Kinder der Erde

Erstellt von Redaktion am 15. Dezember 2009

Bei Amazon.deTorchwood Staffel 3
Kinder der Erde

Darsteller: John Barrowman, Eve Miles, Gareth David-Lloyd
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl DVDs: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 300 Minuten

Mit der dritten Staffel der britischen Serie „Torchwood“ gehen die Produzenten der BBC neue Wege, um eine spannende und dramatische Geschichte zu erzählen. Die gesamte Staffel umfasst gerade einmal fünf Episoden von jeweils sechzig Minuten Länge. Im TV wurden die Folgen meistens an fünf zusammenhängenden Tagen ausgestrahlt, denn jede einzelne Folge erzählt auch einen Tag der Geschichte. Und die hat es in sich.

Die Spezialeinheit Torchwood 3 aus Cardiff musste einige schwere Schläge einstecken und betrauert noch immer den Verlust wichtiger Mitglieder. Jack (John Barrowman), Ianto (Gareth David-Lloyd) und Gwen ( Eve Miles) versuchen dennoch ihre Arbeit so gut wie möglich zu erledigen. Da bemerken sie Anzeichen, dass eine neue Bedrohung die gesamte Welt in Gefahr bringt. Die Kinder der Erde halten alle zur gleichen Zeit inne und künden anschließend davon, dass jemand kommt.

Jack und sein Team bieten der Regierung ihre Hilfe an, ahnungslos, dass sie sich damit genau in die Höhle des Löwen wagen. Denn die Regierung hat andere Pläne, will die Sünden der Vergangenheit vertuschen – mit allen Mitteln. Und so wird die geheime Zentrale Torchwoods in Cardiff zerstört und der unsterbliche Captain Jack Harkness vernichtet. Ianto Jones und Gwen Cooper können dem Anschlag nur knapp entkommen und werden fortan von Killern gejagt.

Der Einstieg in die dritte Staffel kommt ziemlich heftig daher. Da neue Figuren eingebracht werden, schreitet die Handlung zuerst ein wenig langsam voran, gewinnt aber zügig an Fahrt und ist dann unaufhaltsam. Dabei haben die Autoren und Produzenten keine Scheu vor Nachhaltigkeit und konsequenten Entscheidungen. Wichtige Charaktere sterben, ganze Gebäude werden dem Erdboden gleichgemacht und die Welt weiß um die Bedrohung der Kinder. Das verändert somit auch die Kulisse, in der die Serie spielt. Niemand dreht nach Abschluss einer Folge alles auf Anfang. Dinge die geschehen haben Auswirkungen auf zukünftige Ereignisse. Diese übergreifende und nachhaltige Handlung macht die Serie somit zu etwas Besonderem, denn niemand geht faule Kompromisse ein. Das ist atemberaubend.

Nur fünf Episoden für eine ganze Staffel sorgt dafür, dass die Handlung sehr gestrafft wird und sich vollständig auf das Wesentliche konzentriert. Das wäre zum Einen die packende Geschichte, in der brutale Außerirdische eine scheinbar unmögliche Forderung stellen. Dazu gehören auch Intrigen, Verrat und falsche Eitelkeiten, schlussendlich Angst und niedere Instinkte. „Torchwood – Kinder der Erde“ bietet eine heftige Geschichte und dazugehörige Szenen. Denn neben der zunehmenden Action, kommen auch starke und blutige Spezialeffekte vor.

Ein weiteres Element der Geschichte ist der Einblick in das Leben der Hauptfiguren. Ihre Gefühle, Motivationen und Handlungen werden nachvollziehbar erklärt. Der Zuschauer erfährt mehr von den Charakteren und es gelingt „Torchwood“ eine tiefe Verbindung zwischen Zuschauer und Charakteren herzustellen. Das steigert vor allem die Dramatik der Staffel, bis hin zu ihrer Krisis. Keiner der Charaktere kommt unbeschadet aus der Serie, einige Figuren werden in ihren Grundfesten erschüttert.

Das betrifft vor allem Jack, der strahlende Held der Serie. In „Torchwood – Kinder der Erde“ bekennt er sich zu seiner Liebe zu Ianto und lernt der Zuschauer Jacks Tochter und Enkel kennen, erfährt, warum sich seine Angehörigen von ihm distanzierten und erlebt mit, wie Jack einen Schicksalsschlag nach dem Anderen hinnehmen muss – und wie er unpopuläre Entscheidungen traf und trifft. Politische Korrektheit findet hier übrigens keine Beachtung. Die Geschichte und die Personen stehen im Vordergrund – mit allen Konsequenzen. Und so ist das Ende der Serie, der Höhepunkt der Geschichte, auch gleichzeitig der Augenblick, in dem man seinen Augen misstraut und kaum nachvollziehen kann, wie ein Held dermaßen zerstört wird, nein, sich selber dermaßen zerstört. Ist bereits der Verrat der englischen Regierung erschütternd, der Entschluss der Weltregierungen unfassbar und die Motivation der Aliens überraschend abschreckend, so ist die Auflösung des Spannungsbogens nachhaltig grausam.

Auch die darstellerische Qualität hat in der dritten Staffel angezogen. Die Schauspieler genießen eindeutig mehr Freiheit ihre Figuren zu gestalten und nutzen dies auch aus. Vor allem die Liebesbeziehung zwischen Jack und Ianto wird stark in Szene gesetzt. Dabei wird die Homosexualität zwar thematisiert, ist aber keineswegs grundlegendes Thema der Geschichte. John Barrowman und Gareth David-Lloyd spielen die gleichgeschlechtliche Liebe unterschwellig aus und stellen sie als die Normalität dar, die sie in einer modernen Gesellschaft auch ist. Damit gehen sie einen wohltuend anderen Weg als manch offene Serie, in der die Homosexualität dermaßen normal dargestellt werden will, so dass sie nur noch aufgesetzt wirkt. Auch hier steckt „Torchwood“ neue Grenzen.

Tricktechnisch bietet die Serie viele Szenen vom Feinsten, vor allem der zerstörte Körper von Jack wird eklig imposant vorgeführt. Das gilt auch für die Actionsequenzen, die pointiert eingesetzt werden. Zusammengesetzt ergibt das eine überzeugende Mischung, die einfach Spaß macht.

Die dritte Staffel der Serie kommt auf insgesamt zwei DVDs daher. Leider gibt es beim Bonusmaterial Abstriche und nur ein überschaubares Making-of. Das ist glücklicherweise sehr gelungen und informativ. Die Einblicke hinter die Kulissen sind unterhaltsam, könnten aber umfassender sein.

„Torchwood – Kinder der Erde“ ist die sehr gelungene Fortsetzung dieser außergewöhnlichen Serie und ein Garant für gute Unterhaltung. Die DVD-Box wird der Sache mehr als gerecht. Leider liegt die deutsche Tonspur nur in Dolby Digital 2.0 vor, im Englischen jedoch in Dolby Digital 5.1. Da die deutsche Synchronisation sehr gelungen ist, macht sie dieses Manko ein wenig wett. Unter dem Strich also eine klare Empfehlung!

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El Violin

Erstellt von Redaktion am 14. Dezember 2009

Bei Amazon.deEl Violin
Die Violine (deutsch)
The Violin (englisch)

Mexiko 2006
FSK: ab 12 Jahren
Format: 35mm. s/w
Länge: 98 Minuten
Ton: Dolby Digital
Originalsprache: Spanisch
Untertitel: Deutsch

Produktion: Cámara Carnal Films,(2006); Ángeles Castro; Hugo Rodríguez; Francisco Vargas Quevedo
Co-Produktion: FIDECINE-MÉXICO (Fondo de Inversión y Estímulos al Cine); Centro de Capacitación Cinematográfica, A.C.
Regie und Drehbuch: Francisco Vargas Quevedo
Kamera: Martín Boege, Oscar Hijuelos
Musik: Armando Rosas, Cuauhtémoc Tavira
Schnitt: Ricardo Garfias, Francisco Vargas Quevedo
Darsteller: Ángel Tavira (Don Plutarco), Dagoberto Gama (El Capitán), Gerardo Taracena (Genaro), Fermín Martínez (El Teniente), Mario Garibaldi (Lucio), Silverio Palacios (Jefe Rebelde), Justo Martinez (Hacendado)

„El Violin“ ist die Geschichte einer kleinen Familie, die sich einem Regime widersetzt und dafür bitter zahlen muss. Gleichzeitig ist der Film eine Metapher für die Hoffnung und den ewigen Kampf gegen die Unterdrückung. Da aber zwei Seiten der Medaille beleuchtet werden könnte man auch sagen, es ist eine Metapher für den Kampf gegen die ewig Gestrigen und ein Aufruf den Widerstand bis ins letzte Glied zu vernichten, da seine Ideologie ansonsten überlebt und für weitere Unruhen sorgt. Ob Regisseur Francisco Vargas Quevedo diese Botschaft übermitteln wollte ist fraglich. Ohne Frage hat er aber mit „El Violin“ einen Film gedreht, der neutral und zeitlich unabhängig erzählt wird.

Die Familie Hidalgo hat sich dem Kampf gegen ein brutales Militärregime verschrieben. Diese Brutalität wird schon zu Beginn des Films thematisiert, denn die Militärs foltern ihre Gefangenen und es wird eine Vergewaltigung gezeigt. Zu einem späteren Zeitpunkt kommt eine Erschießung hinzu und wirft die Frage auf, ob der Film tatsächlich eine Freigabe ab 12 Jahren verdient. Ein FSK „ab 16 Jahren“ wäre angebrachter. Es sind zwar wenige, aber dafür um so eindringlichere Gewaltaufnahmen.

Im Mittelpunkt des Films stehen drei Generationen der Hidalgos. Da wäre der einhändige Großvater und Violinenspieler Plutarco (Ángel Tavira), sein Sohn Genaro (Gerardo Taracena) und Enkel Lucio (Mario Garibaldi). Es gibt noch eine Mutter und eine Schwester, doch werden diese im Film nur am Rande erwähnt und haben keine eigene Rolle.

Während die männlichen Mitglieder der Familie als Musiker auftreten, ziehen sie unauffällig umher und helfen dem Widerstand – sie pflegen Kontakte und kaufen Waffen. Als sie nach einem ihrer Ausflüge zurückkehren beobachten sie, wie das Militär ihr Dorf stürmt und die Rebellen festnimmt. Genaros Frau und Tochter werden verschleppt und El Capitán (Dagoberto Gama) hält das Dorf von nun an besetzt.

Oberstes Ziel ist die Befreiung der Dorfbewohner, doch dem Widerstand mangelt es an Munition. Die wurde im Dorf versteckt, aber scheinbar gibt es keine Möglichkeit an die begehrten Patronen heranzukommen. Da zieht Plutarco mit seiner Violine los, um zu helfen. Natürlich wird der alte Mann erwischt. Doch er hat Glück, denn El Capitán findet Gefallen an der Musik und bittet Plutarco ihn zu unterhalten. Dieser nutzt die Gelegenheit und birgt einen Teil der Munition. Zufälligerweise belauscht er auch vertrauliche Informationen, die er sofort an den Widerstand weitergibt. Doch es stellt sich die Frage, ob El Capitán dem Violinenspieler tatsächlich vertraut oder ob der erfahrene Soldat aus ärmlichen Verhältnissen mit seinem musizierenden Gast nur spielt …

„El Violin“ wurde von Francisco Vargas Quevedo zuerst als Dokumentation gedreht, dann als Kurzfilm zusammengestellt und schlussendlich als vollwertiger Film herausgebracht. Diese drei Stufen der Entwicklung sieht man dem mexikanischen Streifen auch an. Die Aufnahmen sind meist unruhig, was an der Handkamera liegt. Es gibt nur wenig Dialog und oftmals stehen dokumentarische Aufnahmen und Einstellungen im Zentrum, die militärische Aktionen oder einfache Landschaftsbilder zeigen. Zusammengenommen sorgt das für einen stillen, aber um so eindringlicheren Stil. Da viel mit Gesten und Gesichtsspiel gearbeitet wird, erzeugt der Film eine sehr bedrückende und spannende Atmosphäre, die zum Ende hin eine gelungene Krisis findet.

Als weiteres Stilmittel setzt Regisseur Francisco Vargas Quevedo auf eine Darstellung in Schwarzweiß. So kann sich der Blick des Zuschauers auf das Wesentlich konzentrieren, ohne von einem Farbspektakel abgelenkt zu werden. Die Landschaftsfotografien sind zwar noch immer prägender Teil des Films, halten sich aber im Hintergrund. Zusätzlich sorgt diese Wahl der Farben für einige pointierte Aufnahmen, die an Scherenschnitte erinnern und sehr bewegend wirken. „El Violin“ ist ein Film der leisen Töne und der besinnlichen Augenblicke.

Töne sind auch das zentrale Element des Films und Plutarcos Violine ist auch das Instrument, das im Titel enthalten ist. Obwohl der alte Mann seine rechte, seine starke Hand verlor, spielt er trotz seiner Behinderung weiterhin Violine. Er verdient damit seinen Lebensunterhalt. Plutarco erfreut die Menschen die ihm lauschen und er setzt die Musik als Werkzeug ein, um  El Capitán zu beeinflussen. Das Spiel der Violine verbindet hier zwei Männer, die sehr unterschiedlich sind. Doch in der Musik finden sie eine gemeinsame Basis, können Umgang miteinander pflegen. Aber gleichzeitig ist die Kluft zu tief und die Brücke zu fragil, als dass die Musik für eine dauerhafte Bindung sorgen könnte. Der Bruch ist somit nur eine Frage der Zeit, die gemeinsame Basis eine Farce, um schlussendlich die eigenen Ziele zu erreichen. Und somit ist auch die Violine nur ein profanes Werkzeug, das zwar verzaubern kann, aber schlussendlich mit Dreck beworfen wird und der Gewalt weicht.

Die atmosphärischen Bilder und die drastische Handlung muss man Revue passieren lassen, benötigen Zeit zur Reflektion. „El Violin“ ein sehr nachdenklich stimmender Film, in dem sich mehr als eine Botschaft verbirgt. Was davon Quevedos Absicht war und was durch Zufall entstand, sei dahingestellt und dem Regisseur gegönnt. Die vielen Auszeichnungen legen ebenfalls Zeugnis darüber ab, wie der Film national und international aufs Publikum wirkt. Mehr als dreißig Preise konnte „El Violin“ international auf sich vereinen. Unter anderem war der Film 2007 auch Gewinner der “Perspektive”, des Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte. Bedauerlich ist allerdings, dass Frauen nur schwach oder schlussendlich als Opfer vorkommen – die Männer dominieren alleine die Handlung. Schade.

Die deutsche Umsetzung von „El Violin“ ist gelungen. Es wurde auf eine Synchronisation verzichtet. Stattdessen liegt die Originaltonspur mit deutschem Untertitel vor. Wahlweise gibt es auch Spanisch ohne Untertitel. Da der Film mit wenig Dialog auskommt, gibt es auch entsprechend wenig Text. Auffallend ist dabei, dass im Untertitel stets von der Geige gesprochen wird. Das ist auf den ersten Blick richtig, doch der Begriff Violine wäre sicherlich präziser gewesen, denn bereits Wolfgang Amadeus Mozarts Vater Leopold sagte seinerzeit: „(…) Aus diesem erhelt, daß das Wort Geige ein allgemeines Wort ist, welches alle Arten von Geiginstrumenten in sich einschließet; und daß es folglich nur von einem Mißbrauche herrühret, wenn man die Violin platterdings die Geige nennet. (…)“.

Die auf der DVD vorhanden Features sind keine echten Dreingaben, sondern vielmehr ein Trailer und Werbung in eigener Sache. Die Texttafeln zu Francisco Vargas Quevedo sind zwar halbwegs informativ, bieten aber tatsächlich keine Neuheiten und sind in ihrer Darbietung eindeutig veraltet.

Im Ganzen betrachtet ist „El Violin“ ein gelungener und tiefsinniger Film aus Mexiko, der vor allem in seiner künstlerischen Darstellung zu überzeugen weiß. Abseits von Action- und Geldkino eine Oase der Filmkunst und Nachdenklichkeit. Sehr empfehlenswert!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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Masada

Erstellt von Redaktion am 11. Dezember 2009

masadaMasada

Originaltitel: Masada
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1981
Länge: 360 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Boris Sagal
Drehbuch: Joel Oliansky
Produktion: George Eckstein
Musik: Jerry Goldsmith, Morton Stevens
Kamera: Paul Lohmann
Schnitt: Edwin F. England, Peter Kirby

Besetzung: Peter O’Toole, Peter Strauss, Barbara Carrera, Nigel Davenport, Alan Feinstein, Giulia Pagano, Anthony Quayle, Denis Quilley, Paul L. Smith, Anthony Valentine, Timothy West, David Warner, George Peter Innes, David Opatoshu, Richard Pierson, Jack Watson, Joseph Wiseman

Anfang der 80er Jahre machte sich Regisseur Boris Sagal daran, einen bekannten Mythos zu verfilmen. Ihm stand ein Budget von zwanzig Millionen Dollar und die Unterstützung der israelischen Armee zur Verfügung. Heute ist der Mythos um Masada entzaubert und Israel würde keine Soldaten mehr zur Unterstützung der Dreharbeiten entsenden. Dabei sind es gerade die Soldaten, die diese Mini-Serie eröffnen. Es sind junge Rekruten, die auf der Festung Masada ihren Eid ablegen und sich an die damaligen Ereignisse zurückerinnern. Die Nutzung Masadas – als patriotischer Schauplatz für den Fahneneid – ist aber seit Anfang der 90er Jahre ebenfalls nur noch Geschichte.

Die von ABC produzierte Serie wirkt im ersten Augenblick wie ein sorgfältig recherchierter Historienfilm. Doch tatsächlich ist vieleFiktion oder wurde im Nachhinein als falsche Überlieferung enttarnt. Ein historisch korrektes Epos ist „Masada“ auf keinen Fall.

Basierend auf dem Roman „The Antagonists“, von Ernest K. Gann, findet die Geschichte in acht Episoden statt. Sie beginnt damit, dass sich jüdische Rebellen auf dem Felsplateau Masada verschanzen, eine scheinbar uneinnehmbare Festung. Der Anführer der Rebellen, Eleasar ben Ja’ir (Peter Strauss), fühlt sich von Flavius Silva (Peter O’Toole) hintergangen. Dieser versprach dem Juden in Rom ein Wort beim Kaiser Vespasian (Timothy West) einzulegen. Doch Silva kehrt als Legat und Eroberer zurück. Die Politik zwingt Cäsar hart durchzugreifen.

Silvas Aufgabe ist es nun, die Festung Masada zu erobern und die Überlegenheit Roms zu demonstrieren. Da kommt der Römer Rubrius Gallus (Anthony Quayle) auf die Idee, eine Rampe zu errichten und auf ihr mit einem Belagerungsturm zur Festungsmauer hinaufzufahren. Der Plan wird in die Tat umgesetzt, doch Eleasar und seine Leute bekämpfen die Römer mit allen Mitteln. Also setzt Silva jüdische Sklaven ein. Wie erhofft haben die Juden Skrupel ihre Landsleute anzugreifen und sehen beinahe tatenlos dem Bau der Rampe zu. Als die Römer schließlich mit ihrem Turm die Mauer zum Einsturz bringen, entschließen sich die Rebellen zu einer schrecklichen Tat …

Obwohl die Verfilmung des Masada-Mythos voll historischer Fehler steckt, handelt es sich bei „Masada“ um eine sehr schön verfilmte Serie in historischem Gewand. Boris Sagal drehte an historischen Orten, setzte tausende von Statisten für die Dreharbeiten ein, trotzte Sandstürmen und extremer Hitze. Er ließ die Festung nahe des Originals nachbauen, ebenso Rampe und Turm. Auch die Lager der Römer wurden errichtet, um das Lagerleben und die Belagerung so getreu wie möglich zu inszenieren. Alleine diese Materialschlacht und Detailverliebtheit verdient Bewunderung. Material und Details spiegeln sich nun auch in vielen Einstellungen und Kamerafahrten wieder. Es ist imposant wie die Historie plötzlich zum Leben erwacht und sich derart lebendig präsentiert.

Ebenso überzeugend wie Land und Requisite, ist auch die Riege der Darsteller. Allen voran Peter O’Toole in der Rolle des Flavius Silva und Peter Strauss als Eleasar ben Ja’ir. Und hier zeigt sich ein kleines Übel der exzellenten Besetzung. O’Toole und Strauss dominieren die Serie, ziehen den Fokus stets auf sich. Sie sind sozusagen die leuchtende Sonne, um die alle anderen Planeten kreisen. Natürlich, denn im Grunde dreht sich auch alles um den Konflikt zwischen Judäa und Rom, zwischen Silva und Eleasar. Doch dabei nehmen diese beiden Männern allen anderen Darstellern beinahe den Raum zum Atmen. Ihr Spiel ist einfach brillant, ausgefeilt und authentisch. Sie spielen nicht, sie sind!

Diese erstklassige Leistung ist kaum zu übertreffen. Und so versinkt das ebenfalls sehr gute Spiel von Schauspielern wie Timothy West, Anthony Quayle und Barbara Carrera beinahe in Bedeutungslosigkeit. Doch gerade Barbara Carrera ist zu erwähnen, sind die weiblichen Rollen in der Serie doch streng limitiert. Um so wichtiger ihre Rolle als Sheva, die Geliebte von Silva. Ihr emotionales Spiel im Dialog mit Peter O’Toole gehört zu den Glanzlichtern der Serie, ebenso wie O’Tooles Dialoge mit Strauss. Hier werden schauspielerische Bestleistungen gezeigt. Kein Wunder, dass „Masada“ einst etliche Preise und Nominierungen erhielt.

Nach all den Jahren erscheint nun die TV-Fassung von „Masada“ auf DVD im Digi-Pack und beiliegendem Booklet. Das Booklet ist schön gestaltet und bebildert, der Text scheint aber einfach – ohne Quellenangabe – bei Wikipedia herauskopiert worden zu sein.

Die DVDs sehen schön aus. Auf beiden Datenträgern sind jeweils vier Episoden enthalten. Bonusmaterial ist leider keines vorhanden. Die TV-Fassung kommt übrigens in der Originalsynchronisation daher. 1981 gab es nämlich eine auf knapp über einhundertzwanzig Minuten zusammengeschnittene Kinofassung von „Masada“, mit anderen Synchronsprechern. In der Box findet sich aber die deutsche TV-Synchronisation.

Technisch ist „Masada“ leider unterdurchschnittlich zu nennen. Das Bild liegt im TV-Format 4:3 vor, weist Rauschen und manchmal auch schwammige Szenen auf. Der im Filmt enthaltene billige Trick mit der brennenden Festungsmauer kommt hier besonders schäbig zur Geltung, da moderne Geräte jedes Detail entlarven. Ein Remaster von „Masada“ hätte den DVDs gutgetan. Da hat die Produktion leider geschludert.

Das gilt auch für den Ton. Zugegeben, 1981 wurden TV-Serien üblicherweise in Mono abgedreht, doch gibt es heutzutage Möglichkeiten Dolby Digital 1.0 ein wenig zu verbessern. So bekommt der Zuschauer tatsächlich das Original zu Gesicht, mit all den sichtbaren und hörbaren Spuren vergangener Jahre. Das ist bedauerlich.

Der Ton liegt in zwei Spuren vor. Einmal die etwas bessere deutsche Tonspur und die geräuschintensivere englische Tonspur. Da die Synchronisation sehr gelungen ist, bleibt es schlussendlich Geschmackssache, was  zu bevorzugen ist. Leider gibt es keinen Untertitel.

„Masada“ ist eine spannende Serie, die eindrucksvoll das Leben der Legionäre und Juden der damaligen Zeit zeigt darstellt. Natürlich stellenweise mit Abstrichen, aber dennoch eindrucksvoll. Leider bietet die DVD nur wenig der Möglichkeiten, die dieses Medium eigentlich besitzt. So kommen Bild und Ton schlecht daher. Trotzdem ist die Box eine Empfehlung, vor allem durch das großartige Schauspiel von O’Toole und Strauss.

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