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Archiv für Januar, 2010

Boogeyman 3

Erstellt von Michael Drewniok am 14. Januar 2010

boogeyman_3Boogeyman 3

Originaltitel: Boogeyman 3 (USA 2009)
Regie: Gary Jones
Drehbuch: Brian Sieve
Kamera: Lorenzo Senatore
Schnitt: John Quinn
Musik: Joseph LoDuca
Darsteller: Erin Cahill (Sarah), Chuck Hittinger (David), Mimi Michaels (Lindsey), Matt Rippy (Dr. Kane), Nikki Sanderson (Audrey), WB Alexander (Lukas), Elyes Gabel (Ben), George Maguire (Jeremy), Jayne Wisener (Amy), Kate Maberly (Jennifer), Richie Mantaliev (Brandon), Galina Talkington (Katie), Niky Sotirov/Vladimir Yosifov (Boogeyman) u. a.
Label: Ufa Home Entertainment
Vertrieb: Universum Film
Erscheinungsdatum: 03.07.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 0886973833490 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Englisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 91 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Gerade hat der böse “Boogeyman”, der in Wandschränken und anderen dunklen Winkeln auf seine Opfer – am liebsten Teenies beiderlei Geschlechts – lauert, den Psychiater Dr. Mitchell Allen unter die Friedhofserde gebracht (s. “Boogeyman 2 – Wenn die Nacht dein Feind wird”, 2007), da spukt er schon – wieso auch immer – dessen Töchterlein Audrey hinterher. Die studiert an einer nordkalifornischen Provinz-Universität und ist mit freundlichen aber plapperdummen Freunden geschlagen, sodass der Boogeyman seine Attacken fortsetzen kann, bis Audrey schließlich in ihrer Studentenbude an einem Ledergürtel baumelt.

Depressionsbedingter Selbstmord nach dem tragischen Tod des Vaters lautet das fachmännische Urteil, dem nur Freundin Sarah widerspricht, die noch mitbekam, wie der Boogeyman die arme Audrey würgte. Dummerweise hat sich Sarahs Mutter im Vorjahr erhängt, woraufhin ihre Tochter diverse Monate im Sanatorium verbringen musste. Deshalb ergeht es ihr nun wie Audrey: Niemand glaubt ihr, was dem Boogeyman die Möglichkeit gibt, im Studentenwohnheim seinem Job nachzugehen und Haschköpfe, Möchtegern-Rocker u. a. Sonderlinge zu killen, deren Verschwinden außer Sarah niemand zu interessieren scheint.

Während die ständig warnende aber nicht ernst genommene Sarah schließlich im Kerker des Campus-Sicherheitsdienstes landet, setzt der Boogeyman zum Hauptangriff an. Zuvor hat er Sarah netterweise im Rahmen einer Vision davon in Kenntnis gesetzt, dass er sämtlichen Bewohnern des Wohnheims ein blutiges Ende bereiten will. Nachdem Sarah wieder frei ist sowie die schmelzende Schar ihrer Freunde endlich begriffen hat, was vor- bzw. umgeht, geht es dem Finsterling hinterher, der freilich trotz seiner intellektuellen Beschränktheit den studentischen Widersachern eindeutig über ist …

Blasser Buhmann im bulgarischen Exil

Über die Existenz so manchen Franchises lässt sich nur rätseln. Schon der erste “Boogeyman”-Film von 2005 war weder originell noch ausgesprochen unterhaltsam, sondern nur erfolgreich. Das genügte, um ihn in eine Kuh zu verwandeln, die gemolken wird, bis sie wirklich keinen einzigen Tropfen Blut mehr hergibt; kein Wunder, dass der Boogeyman so miserabel gelaunt ist! Der Strahl wird zudem schon deutlich dünner. Das spiegelt sich im Budget wider. 2005 lag es noch bei 20 Mio. Dollar. 2009 mussten dürftige 3 Mio. reichen. Deshalb wanderte die Produktion nach Bulgarien aus, wo – Regisseur Gary Jones spricht es aus – der Dollar noch wesentlich mehr wert ist als in Hollywood.

Trotzdem wandelt “Boogeyman 3″ konstant am Rande des Zusammenbruchs. Die Story wurde praktisch unverändert vom zweiten Teil übernommen. Statt ein Sanatorium teeniefrei zu meucheln, buht sich der Boogeyman dieses Mal durch ein Studentenwohnheim. Nur jeweils ein Teenie ist in der Lage, den Schwarzen Mann beim Würgen zu sichten, während die Nebendarsteller blind und blöd abwarten, bis sie an die Reihe kommen und gedrosselt, in Stücke gesäbelt, in winzige Koffer gezerrt oder sonstwie so kunstvoll gemordet werden, wie es das Winz-Budget zulässt. Das geschieht alle fünf bis sieben Minuten, wodurch die Zuschauer recht regelmäßig aus ihrem verdienten Schlummer gerissen werden.

Das Drehbuch setzt sich nur aus Klischees und Dummheiten zusammen. Da ist rein gar nichts Neues zu sichten. Der chronische Geldmangel sorgt außerhalb der Metzel-Szenen erst recht für Langeweile. Es wird geredet, gerannt und geschrien. Meist sieht man keinen Grund dafür und mag sich auch keinen ausdenken; “Boogeyman 3″ gehört zu jenen Filmen, denen der Zuschauer, der allzu offensichtlich nur ausgenommen werden soll, keinerlei Zugeständnisse machen mag.

Job ist Job, und irgendwann ist auch das geschafft!

Bei einem 3-Millionen-Dollar-Budget darf der Regisseur an Stars nicht einmal denken. Stattdessen muss er grabenkriegsgestählte Profis rekrutieren, was in unserem Fall TV-Darsteller sind, die ihre Szenen möglichst rasch und glatt spielen. Sogar für eine “direct-to-DVD”-Produktion lassen sie sich anheuern, weil sich die Teilnahme an einem Spielfilm im Lebenslauf besser macht als das Mimen von Nebenrolle 8 in einer von tausend Folgen “CSI” oder “Desperate Housewifes”.

Schauspielerische Begabung muss nicht unbedingt unter Beweis gestellt werden. Für die Darsteller spricht, wenn sie – unabhängig vom Geschlecht – einen gut entwickelten Oberkörper mitbringen, der in einem Horrorfilm dieser Qualitätsstufe mindestens einmal zu entblößen ist. Darstellerinnen rettet davor nur, wenn sie genug Prominenz (und einen tüchtigen Agenten) in die Waagschale werfen können, um sich solcher Zurschaustellung entziehen. Erin Cahill kann es, Nikki Sanderson nicht. Weitere blanke Busen tragen diverse in Bulgarien angeheuerte und namenlos bleibende Statistinnen zu Filmmarkte.

Für den “Boogeyman-3″-Job wird ansonsten nur noch eine gewisse Fitness verlangt. Die Darsteller müssen schnell laufen, die Darstellerinnen zusätzlich tüchtig schreien können. Ansonsten genügen zwei oder drei Gesichtsausdrücke, um problemlos über die Runden zu kommen. Die Rollen sind pure Klischees: die brave Heldin, ihr gutmütiger Freund, der Quoten-Schwarze, der unkonventionelle Freigeist und seine geile aber nette Freundin, der Nerd usw. Dazu kommt ein ‘erwachsener’ aber faktisch total vernagelter Doktor, der psychologisch wirkende Binsenweisheiten absondert, bis ihn endlich die gerechte Strafe in Gestalt des Boogeyman ereilt.

Fantastik ohne Geld geht einfach nicht

“Boogeyman 3″ sollte in Deutschland ursprünglich ab 18 Jahren freigegeben werden. Zur seltenen Abwechslung muss man sich den Film im dafür zuständigen Gremium jedoch sorgfältig angeschaut haben, denn die FSK wurde auf 16 Jahre herabgestuft. Für die Hardcore-Fans des Splatter-Genres ist das gleichbedeutend mit einem Todesurteil, legt es doch nahe, dass Blut und Gekröse eher moderat verspritzt werden. Das trifft in der Tat zu, doch bilden weder böser Wille noch ein Kotau vor der Zensur die Ursachen. Die Wahrheit ist ebenso simpel wie traurig: Für anständige Metzel-Effekte war kein Geld da.

Noch am besten funktionieren die ‘handgemachten’ Tricks. Masken, Blutbeutel, falsche Gliedmaßen: Sie mögen inzwischen altmodisch sein, aber sie erfüllen ihren Zweck. Billige CGI-Effekte sind dagegen kontraproduktiv. Als solche überdeutlich erkennbar, zerstören sie hier jede Illusion.

Falls noch Reste einer unheimlichen Stimmung verblieben sein sollten, werden sie durch aufdringliche Klangeffekte endgültig zerstört. Plumpe Dröhn- und Buh!-Attacken sollen den Zuschauer zusammenzucken lassen, wo ansonsten das schläfrig Angesehene kein Erschrecken hergibt. Dem Boogeyman wird eine Soundkulisse unterlegt, die lächerlich ist. Er spricht kein Wort, aber lacht ebenso blechern wie dreckig, wenn er wieder einmal böse war.

Woher kommt dieser Buhmann überhaupt? Die Darsteller versuchen sich an einer Erklärung, aber sie tun sich nicht grundlos schwer damit. Wenn ich das ratlose Gestammel korrekt entwirre, ‘lebt’ der Boogeyman durch diejenigen Menschen, die an ihn glauben. Je größer ihre Zahl ist, desto mächtiger wird er. Wieso zeigt er sich dann immer nur einem Pechvogel, statt seine Opfer effizient gemeinschaftlich zu erschrecken? Als der Film endet, ist der Boogeyman keinen Schritt weiter: Er drückt sich noch immer in den Wandschränken karg bekleideter Studentinnen herum. Schrecklich ist deshalb höchstens die Vorstellung, dass er im nächsten Teil der Serie ebenso tumb weitertückt wie bisher.

DVD-Features

Dass sich das “Boogeyman”-Franchise dreist an die “Final-Destination”-Serie hängt, wird durch die DVD-Extras zum Hauptfilm und hier besonders durch die Featurette “Deconstruction the Deaths” noch hervorgehoben. Die eigentliche Story ist nur Gerüst für eine Parade blutig-’lustiger’ Morde, die aufgrund des Schmal-Budgets in “Boogeyman 3″ darauf angewiesen sind, vom Regisseur (der aussieht und sich kleidet wie George Lucas’ bisher verschwundener Zwillingsbruder) und den Darstellern schöngeredet zu werden.

Ähnliches gilt für den Buhmann selbst, dem die Featurette “Creating the Boogeyman” gewidmet ist. Die Maske ist im Entwurf durchaus eindrucksvoll, doch mit der realen Umsetzung hapert es mächtig. Dazu trägt der Boogeyman anscheinend Mortitia Addams’ abgelegtes Lumpen-Kostüm. Dargestellt wird er von zwei bulgarischen Stuntmen.

US-Amerikaner fühlen sich im Ausland unbehaglicher als auf dem Mond. Die Featurette “Boogeyman in Bulgaria” zeigt die nervösen Darsteller auf ihrer Reise nach Bulgarien. Allerdings gefällt es ihnen dort schließlich so gut, dass Hauptdarstellerin Erin Cahill nach Drehschluss zu einem gemeinschaftlichen Besäufnis einlädt.

Irgendwo hatte Cutter John Quinn wohl noch zwei geschnittene Szenen gespeichert, die nun ohne Kommentar unter den Extras auftauchen. Sie sind völlig belanglos, aber das trifft ja auf viele Szenen zu, die im fertigen Film verblieben.

[md]

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 2 x 1 (KOSTENLOSES!) Exemplar: “EVIL GROUND” ab 08.01.2010 im Verleih und im Handel

Erstellt von Detlef Hedderich am 13. Januar 2010

cover_evil_ground_dvdEVIL GROUND
(ab 08.01.2010 im Verleih und im Handel)

Regie: David Benullo
Darsteller: Jamie Alexander, Ethan Phillips, Brian McNamara  u. a.

Im Jahr 1896 nageln die Einwohner von Hope Menschen an Kreuze, auf dass sie als lebende Vogelscheuchen die Krähen von den Feldern fernhalten. Als die Menschen der Nachbarstadt Liberty davon erfahren, ziehen sie los, um den Prediger, der diesem Treiben vorsteht, auf dieselbe Art und Weise den Garaus zu machen. Mehr als ein Jahrhundert später verschlägt es Liz nach Hope. Ihr Wagen ist liegen geblieben und nun sitzt sie in einer Stadt fest, in der die Menschen den Geist der Vogelscheuche anbeten. Dieser wird lebendig und sucht nach neuen Opfern.

TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Hallowed Ground
Produktionsland + -jahr: USA, 2008
Genre: Horror
Ton: Deutsch:  DTS + Dolby Digital 5.1, Englisch:  Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 16:9 / 1:1,85
Laufzeit: ca. 92 Min.
FSK: 18
DVD-Extras: Trailer
Bestellnummer:22290
EAN-Code: 4041658222907

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Preisrätsel/Gewinnspiel 2 x 1 DVD EVIL GROUND
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden:
In welchem Jahr nageln die Einwohner von Hope Menschen an Kreuze? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Hugo Brake, Uthe Kratz, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Stump the Band

Erstellt von Michael Drewniok am 12. Januar 2010

stump-the-bandStump the Band

Originaltitel: Stump the Band (USA 2006)
Regie: William Holmes u. JoJo Henrickson
Drehbuch: JoJo Henrickson (nach einer Story von Fletcher Rhoden)
Kamera: Jose Luis Rios
Schnitt: JoJo Henrickson
Musik: Robbie Rist
Darsteller: Courtney Bean (Tammy), Becky Boxer (Joan), Dominique Davalos (Kim), Brittney Startzman (Elaine), Ellen Fox (Nikki), JoJo Henrickson (Nigel), Larry Wyatt (Coach), Dave Berges (Daniel), Jake Harmes (Billy), Charles Klausmeyer (Einarmiger Mann), Brandon Tesar (Kiel), Carl Ciarfalio (Guido), Danny Cooksey (Little Joe) uva.
Label/Vertrieb: Sunfilm Entertainment
Erscheinungsdatum: 16.10.2009
EAN: 4041658700283
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 84 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Irgendwo in der Provinz des US-Staats Wisconsin rackert sich eine Frauen-Rockband in schmierigen Bars und ähnlich unerfreulichen Etablissements ab. Auf den großen Durchbruch mussten Kim, Joan, Elaine und Tammy bisher vergeblich warten, worüber sie sich mit viel Sex & Rock’n’Roll trösten, während sie mit Manager Nigel, Roadie Nikki und Fahrer Kiel im uralten Van von Auftritt zu Auftritt eilen.

Weil es zum nächsten Ziel Mal besonders weit durch tiefe Wälder geht, ist die Gruppe froh, als ihnen an einer Tankstelle eine Abkürzung gewiesen wird. Leider ist Kiel nicht der Hellste; in tiefer Nacht kommt er von der schmalen Straße ab. Man strandet mitten in der Wildnis. Niemand weiß, wo man ist, der Wagen springt nicht mehr an, die Handys bleiben ohne Empfang.

Schon auf sie gewartet haben allerdings der gar nicht freundliche Tankwart Daniel und sein schwachsinniger Spießgeselle Billy. Freudig nehmen sie die Gunst der Stunde wahr und eröffnen die Jagd auf die fünf schönen Frauen. Sie wollen sie fangen und dem Schuhhändler “Coach” bringen. Der lebt seinen intensiven Fußfetischismus aus, indem er Daniel und Billy Frauen in die Falle locken und in sein abgelegenes Haus verschleppen lässt. Dort hackt er ihnen mit seiner doppelschneidigen Axt die Füße ab, die er anschließend – sorgfältig nach Größe geordnet – in Schuhkartons hortet. Seine Opfer interessieren ihn fußlos nicht mehr, wovon seine Schergen anstößig profitieren.

Das Killer-Team hat sich über die Jahre perfekt aufeinander eingespielt. Deshalb sieht es schlecht für die Frauen aus. Kiel und Nigel werden schnell ausgeschaltet, und bald kann Coach ein erstes Mal die Axt schwingen. Aber er hat die Rocker-Girls unterschätzt, und außerdem lauert im Wald jemand, der eine alte Rechnung mit Coach zu begleichen hat. Der Kampf beginnt – Pardon wird nicht gegeben …

Auf diesem Mist soll der Erfolg wachsen

Normalerweise verdienen sich die Männer und Frauen der in North Hollywood ansässigen Firma “Compost Productions” ihren Lebensunterhalt, indem sie hoffnungsfrohe Nachwuchs-Schauspieler dafür zahlen lassen, sie in repräsentativen Spielszenen zu filmen, die anschließend hoffentlich interessierten Studios als Referenz gezeigt werden können. Doch wie in Hollywood üblich, wollen die Compostler eigentlich selbst ‘richtige’ Filme drehen. Mit “Stump the Band” erfüllten sie sich ihren Traum, der zu diesem Zeitpunkt gut gereift war. Regisseur William Holmes erzählt im “Making Of”, dass er die Story beinahe ein Jahrzehnt in seinem Hirn wälzte. Letztlich musste er JoJo Henrickson zu Hilfe holen, um aus der Idee ein funktionstüchtiges Drehbuch zu entwickeln.

Der unter diversen Mühen fertiggestellte Film wirft die Frage auf, was das Paar die ganzen Jahre tatsächlich getrieben hat: “Stump the Band” ist ein völlig typischer, d. h. ideenarmer, überhaupt nicht origineller und billig heruntergekurbelter Backwood-Slasher, der die mit diesem Genre verbundenen Klischees in voller Bandbreite bedient. Hübsche Frauen in den Fängen vertierter Hinterwäldler, ein bisschen Nacktheit, die in den USA nur angedeutet werden darf, weshalb man auf sittlich unbedenkliche Folter- und Metzel-Szenen ausweicht: Die Masche hat sich bewährt und kommt auch hier zum Tragen.

Weshalb “Stump the Band” nüchtern betrachtet als weiterer jener Schnellschüsse abgetan werden könnte, die Hollywood in Salven auf ahnungs- und wehrlose Zuschauer abzufeuern pflegt. Das Drehbuch ist keinen Schuss Pulver wert, das Minimal-Budget und die daraus erwachsenen Unzulänglichkeiten werden allzu offensichtlich, und die Darsteller haben die Kunst des Schauspiels höchstens per Fernstudium (und oft gar nicht) erlernt.

Humor hilft eigentlich immer

Was “Stump the Band” indes von den unzähligen filmischen Grausamkeiten der B- und C-Kategorie trennt, mit denen sich vor allem der Horrorfan malträtiert sieht, ist ein unerwarteter Enthusiasmus, der das laue Geschehen mit Leben füllt. Unabhängig davon, ob die in Szene gesetzten Scherze witzig sind, hilft es dem Film, dass er zwar seine Zuschauer, aber sich niemals ernst nimmt. “Stump the Band” bietet natürlich keinen feinsinnigen Humor. Selbst grobe Gags werden jedoch so unverfroren dargeboten, dass man unwillkürlich grinsen muss.

Darüber hinaus sorgen skurrile und schamlos durchgespielte Einfälle für jene Momente, die Filmroutine zum gelungenen Spaß aufwerten. Larry Wyatt gibt als perverser “Coach” dem Schauspieler-Affen kräftig Zucker. Einen Fußfetischisten als Serienkiller gab es bisher nicht. Wyatt legt sich mit todernster Miene ins Zeug und scheut keine Peinlichkeit. Ohne Furcht vor Lächerlichkeit agiert auch Jake Harmes als Billy, der “dog boy”, der nicht spricht, sondern nur bellt und in den Wald geworfene Schuhe apportiert.

Mit vollem Körpereinsatz mimen die weiblichen Darsteller. Diese Aussage ist durchaus doppeldeutig gemeint, denn selbstverständlich beinhaltet “Stomp the Band” die für den Horrorfilm der B-Stufe obligatorische Nacktszene. An Erotik ist freilich nicht zu denken, wenn man beobachtet, wie sich die vier Frauen hüllenlos und todesmutig in einen ‘Teich’ stürzen, der eindeutig ein schlammiger, stinkender Pfuhl ist. Im “Making Of” wird dies vom Regisseur bestätigt und durch Drehort-Bilder bestätigt, die im Betrachter kaltes Grausen aufsteigen lassen; mit Recht bedankt sich William Holmes noch einmal ausdrücklich bei seinen vier Hauptdarstellerinnen, die dieses höllische Bad nicht nur auf sich nahmen, sondern im Inneren des Drecktümpels sogar das Schauspielen nicht vergaßen.

Falls sie nicht baden, haben in diesem Film ohnehin die Frauen die Hosen an. “Stump the Band” gehört zu den raren Streifen, die ihre Darstellerinnen nicht auf geile Metzel-Schnecken reduzieren, sondern ihnen Persönlichkeiten zubilligen. (Wobei auch hilft, dass die Darstellerinnen zum Zeitpunkt des Drehs zwischen 30 und 40 Jahre alt. also keine kleinen Mädchen mehr waren.) Unsere vier Musikerinnen sind zwar recht proletarisch im Denken und Handeln, aber sie haben das Sagen, und trotz oder sogar wegen ihrer Ruppigkeit wirken zumindest drei von ihnen sympathisch. (Dazu und zu Nr. 4 Näheres weiter unten.) An ihrem Schicksal nimmt man Anteil, statt ungeduldig darauf zu warten, dass sie des Coaches Axt trifft.

Filmdreh als Abenteuer

Der chronische Geldmangel einer Produktion wie “Stump the Band” lässt ‘richtige’ Schauspieler von einem Engagement Abstand nehmen. Zurück bleiben die Hoffnungsvollen und die Verzweifelten, die sich in einem Karriereloch befinden. Letztere in ihrem Unglück zu beobachten ist wenig unterhaltsam. Glücklicherweise scheinen die Darsteller von “Stump the Band” keine besonderen Ambitionen auf eine Hollywood-Starkarriere zu haben.

Schauspielerische Präzisionsarbeit darf man von diesen Neulingen und Laien nicht erwarten. Sie schlagen sich immerhin wacker. Erfreulicherweise schließt das die Hauptdarstellerinnen ein – mit einer Ausnahme: Courtney Bean spielt die Nervensäge Tammy allzu überzeugend. Man hasst sie schnell, und sie will einfach nicht sterben, obwohl sie zwischenzeitlich sogar in Coaches Keller landet. Selbst Beans Originalstimme klingt so grässlich wie das Kratzen von Fingernägeln auf einer Schiefertafel. Welcher Ungeist trieb Holmes & Henrickson dazu, ausgerechnet sie so prominent zu besetzen? Wenigstens fügt sich Bean harmonisch in die Rockmusik-Auftritte der Band ein. Die Musik ist zwar Geschmackssache, doch die Mädels legen sich glaubhaft ins Zeug.

“Stump the Band” verfügt themennah über einen ausgesprochen rockigen Soundtrack. Der fügt sich nicht immer glücklich zu den Szenen, denen er unterlegt wurde, und auch der musikalische Laie bemerkt, dass Talent wohl nicht unbedingt erforderlich war, um einen Song in diesem Film zu platzieren. Manchmal passen Bild und Musik freilich sehr gut zusammen, und dann haben wir wieder einen dieser Momente, in denen “Stump the Band” einfach Spaß verbreitet.

Wie viel Grausen gibt’s für einen Dollar?

Wer genau hinschaut, wird in dem Gewirr der Nebendarsteller immer wieder dieselben Gesichter erkennen. Geld war knapp bei dieser “Compost”-Produktion, sodass auch Mitglieder der Crew im Schutz unterschiedlicher Verkleidungen gleich mehrfach zum Einsatz kamen. Sogar für das Anmieten des Vans, mit dem unsere Band durch die Provinz schaukelt, war kein Geld da. Regisseur Holmes ‘lieh’ sich den Wagen seiner Gattin. Als Stuntman Carl Ciarfalio (der auch den Mafioso Guido gibt) diesen im Eifer des Gefechts in ein Gebüsch krachen lässt (s. “Making Of”), ist Holmes’ Angst vor ehelichen Vergeltungsmaßnahmen sichtlich groß.

Es gibt digitale Effekte in “Stump the Band”, aber sie bleiben in der Minderzahl – gut so, denn sie sind mittelmäßig bis sauschlecht. Ansonsten wird mit Körper- und Kopf-Abgüssen, Schweinedärmen und viel Kunstblut gearbeitet. Weil dieser Film garantiert keine Millionengewinne einbringen wird, legten sich die Macher keine Zügel an und schrieben richtig fiese Effekte ins Drehbuch. In “Stump the Band” fliegen Frauenfüße, Augäpfel und Arme so hemmungslos durch die Luft, dass selbst die notorisch humorlose FSK den Spaßfaktor dieses Films begriff und von Zensurschnitten absah. Ohnehin sorgen die Budgetbeschränkungen dafür, dass die Zahl der Schnetzeleien beschränkt bleibt.

Das alles adelt “Stump the Band” nicht zum Kultfilm. Doch wenn man die Grenzen bedenkt, die den Machern dieses Films gesteckt waren, und ihre manchmal pfiffigen Auswege berücksichtigt, muss man anerkennen, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Arbeit abgeliefert haben, die man sich anschauen kann, ohne sich allzu sehr um 90 Minuten Spiel- und Lebenszeit betrogen zu fühlen.

DVD-Features

Mit viel Liebe zum Detail haben die Macher von “Stump the Band” die Dreharbeiten dokumentarisch begleitet. Was man sich vor und hinter der Kamera gedacht hat, lässt sich dem 27-minütigen, sehr informativen und unterhaltsamen Beitrag “Behind the Scenes” entnehmen. Improvisation hieß an allen Drehorten das Gebot der Stunde, woraus niemand einen Hehl macht, wie überhaupt die ansteckend gute Laune der bei der Arbeit Gefilmten und Interviewten verdeutlicht, was ein “Making Of” jenseits verlagerter Filmwerbung sein kann.

Eine kurze Sammlung von Szenen, die es so nicht in den Film schafften, wird durch diverse “Outtakes” ergänzt, die dokumentieren, was während eines Drehs schiefgehen kann. Besonders erheiternd wirkt eine Sequenz, in der Darsteller Charles Klausmeyer im Vordergrund aus Leibeskräften mit den Dämonen seiner Seele ringt, während im Hintergrund ein sich unbeobachtet wähnendes Mitglied der Crew gegen einen Torpfosten pinkelt.

Sehr inhaltsreich ist schließlich die Website zum Film geraten.

Viele aus “Stump the Band” bekannte Gesichter findet man auch auf der “Compost Productions”-Website wieder.

[md]

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Preisrätsel/Gewinnspiel 5 x 1 DVD
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden:
Wie heisst der schwachsinnige Spießgeselle von Tankwart Daniel? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 30 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Die 5 Gewinner lauten: Wolf Strunk, Gerd Brake, Mika Bücherheim, Ingolf Schmalz, Karin Sauer, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 2 x 1 (KOSTENLOSES!) Exemplar: “TOMMY UND DAS COOLE MULI” ab 08.01.2010 im Verleih und im Handel

Erstellt von Detlef Hedderich am 11. Januar 2010

cover_tommy-und-das-coole-muli_kleinTOMMY UND DAS COOLE MULI
(ab 08.01.2010 im Verleih und im Handel)

Regie: Andrew Stevens
Darsteller: Kevin Sorbo, Grant Barker, Ice-T (Stimme)

Tommys Vater muss als Soldat in den Irak. Darum liegt es an seiner Mutter, die Familie zusammenzuhalten. Und mehr noch: Sie muss verhindern, dass der gierige Dodge Davis sich ihren Besitz unter den Nagel reißt. Doch um das Haus zu retten, gibt es nur einen Weg: Tommy muss ein Pferderennen gewinnen. Und das mit einem alten Klepper. Aber es ist nicht nur ein altes Maultier, das er reitet. Es ist ein besonderes Tier, das mit Tommy spricht. Und es macht unverständlich klar, dass Verlieren keine Option ist!

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Tommy and the cool MuleProduktionsland + -jahr: USA, 2008
Genre: Komödie

Ton: Deutsch:  DTS + Dolby Digital 5.1, Englisch:  Dolby Digital 5.1

Bild: 16:9 / 1:1,85

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: 6

Extras: Making-OfBestellnummer: 22374

EAN-Code DVD: 4041658223744

Titel bei Amazon.de

Preisrätsel/Gewinnspiel 2 x 1 DVD “TOMMY UND DAS COOLE MULI”
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden:
Wo war Tommys Vater als Soldat? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Daniel Schacht, Wolfgang Ochner, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Das Buch zum Film: Darren Shan: Mitternachtszirkus – “Willkommen in der Welt der Vampire”

Erstellt von Detlef Hedderich am 11. Januar 2010

Shan, Darren
Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire

Das Buch zum Film
Übersetzt von Orgaß, Katharina / Jung, Gerald
Verlag :      Droemer Knaur
ISBN :      978-3-426-28334-9
Einband :      gebunden
Preisinfo :      9,95 Eur[D] / 10,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      544 S. – 19,0 x 12,5 cm
Erschienen :      01.12.2009
9,95 Eur[D]

Ich ließ den Blick noch einmal an dem gruseligen Gebäude hinaufwandern und schluckte. Es sah genauso aus wie die Häuser in den Horrorfilmen. Wir blickten uns an und wussten beide, dass wir schreckliche Angst hatten, aber wenigstens waren wir zusammen. Gehen wir rein?, fragte Steve. Darren ist ein ganz normaler Teenager, bis zu dem Tag, als ein geheimnisvoller Mitternachtszirkus in die Stadt kommt. Seine nächtliche Vorstellung hat ungeahnte Folgen, denn Darren muss ein großes Opfer bringen – und zum Halbvampir werden! An der Seite seines neuen Lehrmeisters Mr. Crepsley entdeckt Darren eine dunkle, unheimliche, faszinierende Welt, findet neue Freunde und muss sich ungeahnten Abenteuern stellen … Dieses Buch enthält die ersten drei Abenteuer von Darren Shans dunkler Vampirsaga: DER MITTERNACHTSZIRKUSDIE FREUNDE DER NACHTDIE DUNKLE STADT.

Titel bei buch24.de
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Filmbuch: “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” von Jon J. Muth & Fritz Lang nach dem Drehbuch des gleichnamigen Filmklassikers

Erstellt von Detlef Hedderich am 9. Januar 2010

m-eine-stadt-sucht-einen-morderJon J. Muth & Fritz Lang
M – Eine Stadt sucht einen Mörder

M, USA, 2008
Nach dem Drehbuch des Filmklassikers „M – Eine Stadt sucht einen Mörder
von Fritz Lang und Thea von Harbou (1931)
Cross Cult, Ludwigsburg, 6/2009
HC, Graphic Novel im Comicformat, Krimi, Drama
ISBN 9783941248205

Aus dem Amerikanischen von Jochen Ecke
Titelillustration und Zeichnungen von John J. Muth

www.cross-cult.de
www.jonjmuth.com/

Fritz Lang war in mehr als nur einer Hinsicht ein visionärer Pionier und Filmemacher. Nach dem utopischen SF-Klassiker „Metropolis“ entstand nur ein paar Jahre später und als einer der ersten deutschen Tonfilme „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, in dem er den Mythos vom schwarzen Mann real machte. Nicht länger waren brutale Serienkiller nur der Realität und der Sensationspresse vorbehalten, sie bekamen auch im Kino durch den jungen Peter Lorre erstmals Gesicht und Stimme. Und der 1931 veröffentlichte Film überschritt ein weiteres Tabu: Erstmals waren Kinder die Opfer von Besessenheit und Gier. Eine bedrückende graue Stimmung liegt über einer europäischen Großstadt, irgendwann gegen Ende der 1920er Jahre. Allein die Kinder versuchen, sich durch Spiele aufzumuntern, aber ihre Lieder schrecken die Erwachsenen noch mehr auf. Konnte man seinen Nachwuchs zuvor noch damit erschrecken, dass der ‚Schwarze Mann’ kommen und sie holen würde, so ist das inzwischen bittere Realität geworden.

In der letzten Zeit sind immer wieder Kinder spurlos verschwunden, und es wird sogar gemunkelt, dass man ihre Leichen gefunden habe. Genaueres weiß man aber nicht, da die Polizei nichts nach außen dringen lässt. Dort ist man selbst ratlos, denn mit einem solchen Fall ist man bisher noch nicht konfrontiert worden. Zwar klappert man die üblichen Verdächtigen ab und zieht in den zwielichtigen Vierteln mehr Razzien als sonst durch, aber finden können sie keinen Schuldigen. Da sie sich zu sehr bedrängt fühlen und nur noch möchten, dass wieder Ruhe einkehrt, kommen die Diebe, Bettler und sonstigen Verbrecher zusammen, denn in diesem Fall ist man sich einig. Man will den Außenseiter finden, der diese Morde begeht. Und so entwickelt die Unterwelt einen ausgeklügelten Plan, um den wahren Mörder zu finden. Tatsächlich gelingt es einem Taschendieb, einen unauffälligen jungen Mann bei frischer Tat zu beobachten und zu markieren. Und so beginnt die Hetzjagd auf den von nun an mit einem „M“ gebrandmarkten Unbekannten…

Wer den Film gesehen hat, kann feststellen, wie genau sich Jon J. Muth an das Drehbuch und die Bildsprache des Films gehalten hat. Schon alleine die fotorealistischen Zeichnungen atmen die Atmosphäre, die der Film auf heutige Zuschauer haben dürfte. Leicht vergilbt und unscharf werfen sie einen Blick auf eine unwirkliche und fremde, graue Welt der Angst und Depression, spielen wie die Schwarz-Weiß-Filme mit Licht und Schatten und entwickeln eine ganz eigene Bildsprache. Die Geschehnisse nehmen einen sehr ruhigen und fast schon unspektakulären Verlauf, tatsächlich aber kommt es nicht auf die Action an, sondern eher auf die intensive und eindringliche Atmosphäre, die zeigt, wie sich die Stimmung von Fassungslosigkeit und Angst schließlich in Wut verwandelt und am Ende sogar die Polizei zum Retter des Schuldigen macht.

Wie der Film ist auch die Graphic Novel ein eher schweres Kaliber. Sie arbeitet mit unterschwelligen Hinweisen, stellt Moral und Gerechtigkeit in Frage und überlässt es dem Zuschauer, ob er den Mörder als Bestie oder als Opfer der Umstände sehen möchte. Die Atmosphäre der Depression in den frühen 1930er kommt sehr gut zum Tragen, ebenso wie die Hilflosigkeit der Menschen, die zum ersten Mal mit einem solchen Verbrechen konfrontiert werden. Und auch der moderne Leser kann sich fragen, wie er sich in diesem Falle verhalten würde, denn man kommt sehr schnell dazu, sich mit den Jägern zu solidarisieren.

Ergänzt wird der Band noch durch Essays zum Thema, das später nur ein weiteres Mal in „Es geschah am helllichten Tag“ aufgegriffen wurde, zu dem Film, seiner Entstehungsgeschichte und seiner Wirkung auf die Zuschauer und die Umsetzung in die Graphic Novel. Das macht „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ zu einer Geschichte, die gerade in der heutigen Zeit, in der immer offener über Kindesmissbrauch und Mord durch männliche Straftäter berichtet wird, aktueller ist denn je.

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amazon.de:
M – Eine Stadt sucht einen Mörder

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Filmhörspiel: Donna Woolfolk Cross – “Die Päpstin” Nach dem Drehbuch zum gleichnamigen Kinofilm!

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. Januar 2010

Die PäpstinDonna Woolfolk Cross
Die Päpstin

Pope Joan, USA, 1996
Nach dem Drehbuch zum gleichnamigen Kinofilm „Die Päpstin“ von
Heinrich Hadding und Sönke Wortmann, Hörspielbearbeitung von Astrid Göpfrich
Constantin Film, München/Der Hörverlag, München, 10/2009
2 CDs im Juwel-Case, Historical
ISBN 9783867175234
Laufzeit: ca. 163 Min.
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Neuhaus
Mit den originalen Synchronsprechern Johanna Wokalek, Michael Lott, Hartmut Neugebauer
Reinhard Brock, Jördis Triebel, Peter Fricke u. v. a.
Musik von Marcel Barsotti/Universal Publishing Production Music GmbH
Titel- und Szenenfotos von Constantin Film Production GmbH
1 Booklet à 4 Seiten

www.hoerverlag.de
www.die-paepstin.de/

In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts ringen weltliche und kirchliche Fürsten um die Macht, fallen die Normannen vom Norden und die Sarazenen aus dem Süden in Europa ein; Intrigen, Verrat und Mord gehören zum Alltag. Das Leben der einfachen Menschen ist hart und entbehrungsreich. Die Ausübung heidnischer Bräuche, die im Volk noch verwurzelt sind, wird schwer bestraft. Mädchen und Frauen haben praktisch keinerlei Rechte, sie sind Eigentum der Männer und kaum mehr wert als Sklaven. Johanna, ein kluges und wissbegieriges Mädchen, wächst in einem Dorf als die Tochter des Priesters und einer bekehrten Normannin heran. Während der ehrgeizige Vater ihre Brüder unterrichtet, damit sie die Lateinschule besuchen dürfen, lernt Johanna heimlich mit ihnen. Sie ist es dann auch, die nach dem Tod des ältesten Bruders die Aufmerksamkeit eines aufgeschlossenen Lehrers erregt, der sie – und nicht den zweiten Bruder – als Schüler für die Lehranstalt empfiehlt.

Obwohl ein Traum für Johanna wahr wird, muss sie auch die Schattenseiten ihres Erfolgs erfahren: Der Lehrer, die anderen Schüler, sogar ihr Bruder beneiden sie um ihr Können und schikanieren sie. Im Haus von Markgraf Gerold findet sie freundliche Aufnahme, doch von seiner hochmütigen Gemahlin Richild wird sie mit Argwohn beobachtet. Als Johanna zu einer jungen Frau herangereift ist, verlieben sie und Gerold sich ineinander, doch der Graf muss in den Krieg ziehen, und Richild nutzt die Gelegenheit, um den verhassten Schützling ihres Mannes zu verheiraten. Ein großes Unglück verhilft Johanna zur Flucht, und sie schlägt sich von nun an als Mann verkleidet durch. In einem Kloster kann sie ihre Studien fortsetzen, muss aber erneut fliehen, als ihr Geheimnis kurz vor der Aufdeckung steht. Schließlich gelangt Johanna nach Rom, wo sie schon bald zum Vertrauten des Papstes und noch höher aufsteigt …

Die Meinungen sind geteilt: Während sich kirchentreue Historiker weigern, Hinweise auf die Existenz einer Päpstin anzuerkennen, sind sich andere sicher, dass genug Indizien vorhanden sind, die dafür sprechen – und irgendwoher muss der Mythos, der auf einer Aufzeichnung aus dem 13. Jahrhundert beruht, schließlich gekommen sein. Tatsächlich wurden Schriften schon immer gern gefälscht oder vernichtet, und gerade die Texte über ‚das dunklen Mittelalter’ stammen nicht von Zeitgenossen sondern von späteren Verfassern. Es ist durchaus denkbar, dass es eine Frau in entsprechender Position gegeben hat, deren Name dann, wie im vorliegenden Hörspiel, von den Geschichtsschreibern getilgt wurde, so wie zuvor schon die Kirchenfürsten den Kanon der Bibelbücher festlegten und alle Schriften zu Apokryphen erklärten, die im Widerspruch zu den von ihnen befürworteten Lehren standen, die hinterfragten und Zweifel säten. Dazu zählen auch alle Bücher, in denen Frauen eine tragende Rolle, auch als Jünger und Apostel, spielen, denn der Kirche lag nichts daran, eine Gleichstellung der Geschlechter zuzulassen und die Vormachtstellung des Mannes zu gefährden.

So blieben auch Bildung und Besitz über Jahrhunderte hinweg der Frau verwehrt, um sie in Unwissenheit und Abhängigkeit des Mannes zu halten. Die Einrichtung von höheren Töchterschulen und Studienplätzen (die auch nicht jedem Mädchen und jeder jungen Frau offen standen) sowie das Wahlrecht und eine Reform der Rechtsprechung sind in den westlichen Ländern Phänomene der letzten zweihundert Jahre. Selbst heute noch ist die Gleichberechtigung in vielen Bereichen bloß eine schöne Theorie und in anderen Regionen der Erde so etwas wie Ketzerei. Freilich hat es überall und in allen Zeiten mutige und intelligente Frauen gegeben, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten und darüber hinaus mehr erreichten als ihre Zeitgenossinnen, doch sind das Ausnahmen, und viele von ihnen scheiterten letztendlich. Nicht immer war und ist die Sturheit der Männer daran schuld, denn statt einander zu unterstützen, fallen sich Frauen aus purem Neid immer wieder gegenseitig in den Rücken und zerstören sich dadurch selber vieles.

Donna Woolfolk Cross hat die Handlung ihres Romans geschickt aufgebaut und sich alles zunutze gemacht, was ihre Leser interessiert, fasziniert, erschüttert oder aufbringt. Zum einen bettet sie ihre Geschichte in belegte Fakten, so dass ein realistischer, atmosphärisch dichter Hintergrund entsteht. Viele Protagonistenhaben haben wirklich gelebt, angeblich auch Johanna von Ingelheim, und die Übrigen orientieren sich an gängigen Archetypen: der strenge Dorfpriester, die Mutter mit den verbotenen Geschichten über heidnische Götter, der aufgeschlossene bzw. engstirnige Lehrer, der freundliche Markgraf und spätere Liebhaber, die arrogante und eifersüchtige Gemahlin, die dankbare Familie usw.

Johanna, die Heldin, ragt aus der Masse heraus, denn sie ist für ihre Zeit überaus emanzipiert (wie so viele Protagonistinnen historischer und phantastisch-historischer Romane) und lädt die moderne Leserin zur Identifikation ein. Mit Johanna zusammen begegnet man vielen Menschen, den freundlichen und hilfsbereiten, aber auch den unverbesserlichen Ignoranten, die alle ihren Teil dazu beitragen, dass sie sich immer weiter entwickelt. Zum anderen holt sich die Autorin Anleihen von starken Frauen der Geschichte, die gegen ihr Los aufbegehrten. Dabei lässt sie Johanna Ungerechtigkeiten, Demütigungen und viel Schreckliches erleben, so dass man Anteil nimmt an ihrem Leid und sich mit ihr über all die kleinen und größeren Erfolge freut, da sie sich einfach nicht unterkriegen lässt. Eine große Portion Glück ist natürlich auch immer dabei, und dass sie schließlich Päpstin wird – der Titel nimmt den Höhepunkt ohnehin vorweg -, kommt dann in Hinblick auf die einflussreichen Konkurrenten auch recht glücklich. Natürlich kann Johanna diesen Erfolg nicht festhalten, und erwartungsgemäß tief ist ihr Fall.

Die Rahmenhandlung glättet die letzten kleinen Ungereimtheiten und nimmt wieder Bezug auf die Ausgangsfrage, ob es wirklich eine Päpstin gegeben hat oder nicht. Eine plausible Lösung wird angeboten, aber ohne konkrete Beweise wird die Frau auf dem Papststuhl weiterhin ein Mythos bleiben, der noch einige Romane nach sich ziehen mag, die wie auch schon „Sakrileg“ & Co. am Nimbus der katholischen Kirche zu kratzen versuchen. „Die Päpstin“ ist ein massentaugliches Spektakel – egal ob als Buch, Film oder Hörspiel. Die Themen (Kirchengeschichte, das Bild der Frau, verbotenes Wissen) beschäftigen, die dramatische Umsetzung bewegt; romantisch, spannend und tragisch ist es auch. Donna Woolfolk Cross trifft damit haargenau den Nerv des breiten Publikums.

Das Hörspiel folgt der Filmvorgabe und wartet mit den Originalstimmen der dt. Synchronisation und mit der Filmmusik auf. Man muss weder den Film gesehen, noch das Buch gelesen haben, um sich in die Geschichte, die hier vorgetragen wird, hineinversetzen zu können. Das Hörspiel gibt die Handlung gelungen wieder und liefert fast drei Stunden gute Unterhaltung – den Fans von Monumentalfilmen und Historicals allgemein und denen der kirchenkritischen Unterhaltungsliteratur insbesondere. Und wer mag, der darf weiterhin spekulieren, was Wahrheit und Fiktion ist, was die Kirche verschweigt und was sich phantasiereiche Dichter vor Jahrhunderten bloß ausdachten… Das Hörspiel ist kurzweilig und sein Geld wert. Allein das Booklet hätte umfangreicher ausfallen und entsprechende Hintergrundinformationen zum Thema beinhalten dürfen.

Irene Salzmann (IS)

Titel bei Amazon.de:
Die Päpstin

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL 2 x 1 (KOSTENLOSES) Exemplar “HOUSE” ab 18.12.09 im Verleih auf DVD + Blu-ray und am 08.01.2010 im Handel

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. Januar 2010

cover_dvd_houseHOUSE
(ab 18.12.09 im Verleih auf DVD + Blu-ray und am 08.01.2010 im Handel)
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Regie: Robby Benson
Darsteller: Michael Madsen, Leslie Easterbrook, Bill Moseley u. a.

Jack und Stefanie, ein junges Paar, haben auf einer einsamen Landstraße eine Autopanne und suchen vor dem Regen Schutz in einem alten Landhotel. Das alte Haus wird von einer bedrohlichen Frau und ihrem irrsinnigen Sohn geleitet. Bis auf ein weiteres gestrandetes Paar gibt es keine weiteren Gäste. Die  vier müssen nicht nur gegen grauenhafte Visionen aus Ihrer Vergangenheit  kämpfen, sondern stehen auch einem maskierten Psychopathen gegenüber, der ein brutales Spiel mit ihnen spielt. Bis Sonnenaufgang muss einer sterben, dann können die anderen drei gehen. Falls nicht, müssen alle ihr Leben auf bestialische Weise verlieren.

TECHNISCHE DATEN:
Originaltitel: House
Produktionsland + -jahr: USA, 2008
Genre: Horror-Thriller
Ton DVD: Deutsch:  DD 5.1, Englisch:  DD 5.1Ton BD: Deutsch:  DD 5.1 / DTS HD MA 5.1, Englisch:  DD 5.1 / DTS HD MA 5.1Untertitel: DeutschBild DVD: 1:1.85Bild BD: 1:1.85 / 1080p
Laufzeit: ca. 96 Min. (DVD), ca.99 Min. (BD)
FSK: 16DVD-Extras: tbd

Bestellnummer BD: 59075

EAN-Code BD: 4041658590754
Titel bei Amazon.de
Bestellnummer DVD: 50075
EAN-Code DVD: 4041658500753

Titel bei Amazon.de
PREISRÄTSEL: 2 x 1 DVD
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wie heisst das junge Paar,  das auf einer einsamen Landstraße eine Autopanne hat? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Nadine Schotola, Isabelle Simjang, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Open Graves – Der Einsatz ist dein Leben

Erstellt von Michael Drewniok am 7. Januar 2010

open-gravesOpen Graves – Der Einsatz ist dein Leben

Originaltitel: Open Graves (USA/Spanien 2009)
Regie: Álvaro de Armiñán
Drehbuch: Bruce A. Taylor u. Roderick Taylor
Kamera: Iosu Intxaustegui
Schnitt: Mercedes Cantero
Musik: Fernando Ortí Salvador
Darsteller: Eliza Dushku (Erica), Mike Vogel (Jason), Jose Casasús (Novio),
Boris Martinez (Pablo), Ander Pardo (Miguel), Iman Nazemzadeh (Tomàs), Naike Rivelli (Elena), Lindsay Caroline Robba (Lisa), Gary Piquer (Detective Izar), Alex O’Dogherty (Malek) u. a.
Label/Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 08.12.2009 (Leih-DVD) bzw. 21.01.2010 (Kauf-DVD u. -Blu-ray)
EAN: 4006680047676 (Leih- u. Kauf-DVD) bzw. 4006680047799 (Leih- u. Kauf-Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 85 min. (Blu-ray: 88 min.)
FSK: 18

Das geschieht:

Mamba Mosamba war eine böse Hexe, die Ende des 15. Jahrhunderts der Spanischen Inquisition zum Opfer fiel. Ihr Erbe ist ein Brettspiel, das aus ihren Knochen und ihrer Haut gefertigt wurde: Wer es spielt und gewinnt, dem wird ein Wunsch erfüllt. Die übrigen Pechvögel, denen das Schicksal eine der Unglückskarten des Spiels zuweist, erleiden allerdings den dort mit blumigen Worten umschriebenen, stets äußerst grässlichen Tod.

Der jeweils letzte Gewinner einer Runde muss das Mamba-Spiel weitergeben, damit sich besagter Wunsch erfüllt. Malek, den ein Unfall beide Beine gekostet hat, wählt skrupellos den US-amerikanischen Studenten Jason aus, der sich ahnungslos in seinen Kramladen irgendwo an der nordspanischen Küste verirrt. Begeistert über das vermeintliche Schnäppchen, lädt Jason am Abend fünf Freunde sowie seine neue Freundin Erica ein, mit ihm Mamba zu spielen. Das Unheil lässt nicht auf sich warten: Spät der Nacht stürzt Verlierer Pablo beim Pinkeln von einer Klippe und wird nach harter Felslandung lebendig von Krabben zerfleischt.

Ähnlich bizarr sterben weitere Teilnehmer der Spielrunde, während Erica und Jason allmählich die Zusammenhänge dämmern. Während sie versuchen, der Hexe Mamba in den toten Arm zu fallen, werden sie vom Polizisten Izar verfolgt, der Wind von dem Spiel bekommen hat. Der verzweifelte Mann hat Frau und Kind verloren und will mit dem Tod um ihre Rückkehr spielen. Um das Spiel an sich zu bringen, ist er zu jedem Schandtat bereit, womit er Erica und Jason zusätzlich in tödliche Bedrängnis bringt …

Gruseltrip ins Billig-Ausland

In Europa dreht Hollywood seit jeher gern Filme. Dort sind die Kosten niedriger, die Gewerkschaften (so es sie denn gibt) milder, und Steuern lassen sich durch den Film-Tourismus auch noch sparen. US-geschmackskompatible Schauspieler lassen sich zum Drehort transportieren, als Statisten sind die Einheimischen brauchbar, und hält sich die Exotik in schicklichen Grenzen, findet sie sogar der Durchschnitts-Amerikaner reizvoll. Für “Open Graves” mussten sich die temporären Film-Emigranten nicht einmal ins Reich des Bösen – den ehemaligen Ostblock – wagen, sondern konnten sich im sonnigen Spanien tummeln, das einige Ähnlichkeit mit dem Sonnenstaat Kalifornien hat.

Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, denn “Open Graves” macht bemerkenswert wenig Gebrauch vom Lokalkolorit der spanischen Schauplätze. Mit ein bisschen mehr Geld in der Tasche wäre man offensichtlich lieber am kalifornischen Strand geblieben; der Arbeitstitel “Surfer Horror” unterstützt diese These.

Vor Ort heuerte man Álvaro de Armiñán, der zuvor nur als Regie-Assistent oder “Second-Unit”-Regisseur gearbeitet hatte, als Regie-Söldner an. 6,5 Mio. Dollar durfte er ausgeben; ein Taschengeld für Hollywood und für das gewünschte Filmprojekt faktisch zu wenig.

Das Drehbuch dürfte nur einen kleinen Posten der Kostenaufstellung gebildet haben, denn das Vater-Sohn-Gespann Roderick und Bruce Taylor mischt schamlos die zündenden Momente aus den “Final-Destination”-Filmen mit Elementen des modernen Effekt-Klassikers “Jumanji”. Zusätzlich orientiert man sich am “Witchboard”-Trash der 1980er und 90er Jahre. Unterm Strich ergibt dies ein B-Movie ohne eigene Ideen aber mit Fehlern, welche die gesamte Filmgeschichte abdecken und die nicht nur wiederholt, sondern oft sogar übertroffen werden. Dazu kommen eine handwerklich kompetente aber träge Regie und Darsteller, die sich anscheinend im Urlaub wähnten, den sie spürbar ungern zwischendurch für einen Szenendreh unterbrachen.

Missglückte Morde = zuverlässiger Zuschauerverdruss

Auch die beliebte “Final-Destination”-Serie lebt primär von ihren aufwändig zelebrierten Morden. Sie bilden die Perlen einer Kette, deren Schnur – die eigentliche Handlung – das Anschauen ansonsten nicht wert ist. Freilich profitiert besagte Serie von der Erkenntnis, dass man dem Zuschauer geben sollte, was der Zuschauer verlangt. Die Metzeleien sind deshalb nicht nur einfallsreich ausgedacht, sondern auch detailfroh inszeniert. Bis zum nächsten Tiefschlag des Schicksals hält das Publikum deshalb ohne Murren durch.

Mit diesem Pfund kann “Open Graves” nicht wuchern. Ein kluger Regisseur einigt sich dem Drehbuchautor und zeigt, was finanztechnisch überzeugend zu realisieren ist. Falscher Ehrgeiz schadet ebenso wie der Glaube, CGI werde es schon richten. Wer kam auf den Gedanken, ein Filmchen wie “Open Graves” mit Spezialeffekten zu überfrachten, die den Budgetrahmen deutlich sprengen bzw. diesem angepasst werden mussten? Eine digitale Libelle gelingt noch hervorragend, aber ebenso ehrgeizig wie lächerlich getrickste Riesenschlangen und Krabben verderben dem üblichen Leidtragenden – dem Zuschauer – jeglichen Spaß.

Immerhin geht es erfreulich drastisch zur Sache, wie es sich gehört, wenn der Tod zum unterhaltsamen Selbstzweck gerinnt. Sogar der Zensor behielt dieses Mal die Schere im Halfter, sodass die Anblicke ausgestochener Augen, krachend zerdrückter Brustkörbe oder lichterloh brennender Autofahrerinnen ihre politisch unkorrekten Reize entfalten dürfen.

Wir machen mit – aber nicht gern!

Sommerdreh in Spanien? Da horchen in Hollywood vom Starruhm bisher verschont gebliebene Darsteller auf, und das Drehbuch wird nicht allzu sorgfältig gelesen. Wer sich für einen Film wie “Open Graves” einfangen lässt, ist bisher ohnehin nicht wählerisch gewesen, hangelt sich nicht selten von einer TV-Gastrolle zur nächsten und verdingt sich für obskure “Direct-to-DVD”-Produktionen. Hauptdarstellerin Eliza Dushkus ‘Ruhm’ basiert auf ihrer Rolle in dem modernen Backwood-Slasher “Wrong Turn” (dem Original!) sowie auf ihren Auftritten als “Faith” in den Horror-Trash-TV-Serien “Buffy” und “Angel”.

Dushku kann durchaus schauspielern, wie sie u. a. 2008 in “The Alphabet Killer” unter Beweis stellte, aber sie zehrt auch vom Ruhm ihrer Grusel-Vergangenheit und profitiert von ihrer möglicherweise naturgeschenkten Oberweite, die auch Álvaro de Armiñán gern ins rechte Licht rückt. (‘Richtige’ Nackedeien gibt es übrigens nicht; auch die Pin-up-Fotosession im Holzlager eines heruntergekommenen Sägewerkes lässt aufgrund der ungelenken Darbietung von “Model” Lindsay Caroline Robba keine erotischen Funken sprühen.)

Mit Mike Vogel (dem “Andy” aus Texas Chainsaw Massacre”, Version 2003) übernahm ein absolut profillos bleibender Darsteller die männliche Hauptrolle. Jason ist kein Held, den das weibliche Publikum nebenbei anhimmeln könnten, sondern ein Trottel, dem der Zuschauer von Anfang an nur eine Chance zubilligt, den Hexenfluch zu bannen: Die Drehbuchautoren müssen das Denken für ihn übernehmen. Wenigstens setzt Vogel durch seine Dämlichkeit den einzigen guten Einfall der Taylors glaubhaft um: Wenn du dem Teufel einen Wunsch abschwatzt, denke sehr gut nach, denn er nimmt dich wörtlich und lacht auf diese Weise womöglich doch als Letzter … Was hoffentlich nicht so oft geschieht bzw. ihn ablenkt, damit er zukünftig Übeltäter, die solche Filmchen wie “Open Graves” über diese Welt bringen, viel öfter holen kann!

DVD-Features

Die ‘Extras’ zum Hauptfilm beschränken sich auf einen endlosen Trailer, der sämtliche sehenswerte Szenen skrupellos verbrennt, und eine mit Fahrstuhlmusik untermalte Foto-Show, bei der sich der Betrachter selbst zusammenreimen muss, was ihm da gezeigt wird.

[md]

Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: Torchwood Staffelbox (1-3)

Erstellt von Günther Lietz am 4. Januar 2010

torchwood-boxIn Zusammenarbeit mit Polyband verlosen wir eine Torchwood-Staffelbox (Staffel 1-3).

Torchwood ist unkonventionelle Science-Fiction der BBC, eine Serie die sich stetig weiterentwickelt und Spuren hinterlässt. Sex, Drogen, Action und Gewalt sind fester Bestandteil der Geschichten. Unsere Rezensionen zu Staffel 1 und Staffel 2 gehen tiefer ins Detail und auch die dritte Staffel ist ein Hingucker und zeigt, dass Dramen auch auf dem Bildschirm funktionieren. Torchwood ist ein Knaller!

Um die Box in den Händen zu halten, muss eine einfache Frage in unserem Preisrätsel beantwortet werden: Wie lautet der Name des unsterblichen Anführers Torchwoods?

A) Captain Jack Harkness
B) Commander Jim Hastings

Den richtigen Lösungsbuchstaben in eine E-Mail packen und als Betreff Torchwood eintragen. Die eigene Anschrift unbedingt angeben. Die E-Mail-Adresse fürs Preisrätsel lautet:
torchwood@filmbesprechungen.de.

Sämtliche E-Mails werden von uns nach Beendigung des Preisrätsels gelöscht. Der Gewinner wird unter allen richtigen Einsendern ausgelost. Die Torchwood-Staffelbox (Staffel 1-3) wird von der Pressestelle versandt. Herzlichen Dank dafür! Einsendeschluss ist 23:59 Uhr am 31. 12. 2009. Sobald das neue Jahr beginnt endet unser Preisrätsel und eine Gewinnerin oder ein Gewinner beginnt das neue Jahr mit Torchwood. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen und sämtliche Angaben sind ohne Gewähr.

“Torchwood-Staffel-Box (Staffel 1-3)” bei Amazon.de

Das Preisrätsel ist beendet. Der Gewinner ist: Christian Hoffmann! Herzlichen Glückwunsch!

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