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Archiv für Februar, 2010

Pünktlich zum Filmstart von »Boxhagener Platz« am 4. März 2010 erscheint im Ullstein Taschenbuchverlag eine Sonderausgabe zum Film.

Erstellt von Detlef Hedderich am 28. Februar 2010

1968 in Ostberlin: Studentenunruhen und sexuelle Revolution im Westen, Panzer in Prag. Und auf dem Ostberliner „Boxhagener Platz“ erleben Oma Otti (Gudrun Ritter) und ihr zwölfjähriger Enkel Holger (Samuel Schneider) ihre ganz eigenen Abenteuer.

Otti hat schon fünf Ehemänner ins Grab gebracht und dem sechsten geht es auch nicht mehr so gut, als sie Avancen von Altnazi Fisch-Winkler (Horst Krause) und dem ehemaligen Spartakuskämpfer Karl Wegner (Michael Gwisdek) erhält.

Otti verliebt sich in Karl und plötzlich ist Fisch-Winkler tot.

Holger avanciert zum Hobbydetektiv und lernt dabei einiges über die Liebe, die 68er Revolte und wie man mit „revolutionären“ Geheimnissen Frauen rumkriegt. Bis Holger einen Fehler begeht, der ausgerechnet Karl in Gefahr bringt…

Der vielfach preisgekrönte und am Boxhagener Platz aufgewachsene Berliner Regisseur Matti Geschonneck drehte vom 19. März bis Anfang Mai 2009 in Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Berlin-Babelsberg die Romanverfilmung BOXHAGENER PLATZ, nach dem hoch gelobten Debüt von Torsten Schulz, der auch das Drehbuch verfasste.

Vor der Kamera von Martin Langer sind zu sehen: Gudrun Ritter (Antikörper, Coming Out), Michael Gwisdek (Der Baader Meinhof Komplex, Good Bye Lenin!), Jürgen Vogel (Die Welle, Emmas Glück), Meret Becker (Urlaub vom Leben, Kleine Haie), Horst Krause (Schultze gets the blues), Ingeborg Westphal (Der rote Kakadu), Claudia Geisler (Lichter), Milan Peschel (Netto, Free Rainer), Hans-Uwe Bauer (Das Leben der Anderen) sowie der 14 jährige Samuel Schneider in seiner ersten Kinorolle.

Weitere Informationen unter: www.pandorafilm.de

Torsten Schulz
Boxhagener Platz


Verlag :      Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN :      978-3-548-28150-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      7,95 Eur[D] / 8,20 Eur[A] / 14,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 208 S.
Erschienen :      03.2010
Aus der Reihe :      Ullstein Taschenbuch
Ullstein Belletristik 28150

Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Klappentext: Ostberlin 1968, Boxhagener Platz: Fünf Männer hat Oma Otti schon überlebt, dem sechsten geht es auch nicht gut – kein Wunder, dass sie sich schon mal umsieht. Ihr Enkel Holger bemüht sich unterdessen, den Mord an Fisch-Winkler aufzuklären: Eifersucht? Oder ein Komplott aus dem Westen? Verfilmt von Matti Geschonneck mit Jürgen Vogel, Meret Becker, Milan Peschel, Michael Gwisdek u.a.

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Stargate Universe – Pilotfilm

Erstellt von Redaktion am 27. Februar 2010

stargate-universeStargate Universe – Pilotfilm
Episode 1: Die Destiny; Episode 2: Führungskampf auf der Destiny

Originaltitel: Air, part 1+2
Produktionsland: Kanada
Produktionsjahr: 2009
Länge: 42 Minuten pro Episode
Produktion: Brad Wright, Robert C. Cooper
Idee: Brad Wright, Robert C. Cooper
Musik: Joel Goldsmith
Erstausstrahlung: 2. Oktober 2009 (Vereinigte Staaten) auf Syfy

Darsteller: Robert Carlyle (Dr. Nicholas Rush), Louis Ferreira (Colonel Everett Young), Brian J. Smith (Lieutenant Matthew Scott), Elyse Levesque (Chloe Armstrong), David Blue (Eli Wallace), Alaina Huffman (Lieutenant Tamara Johansen), Jamil Walker Smith (Sergeant Ronald Greer), Ming-Na (Camile Wray), Lou Diamond Phillips (Colonel David Telford)

Nach „Stargate – Kommando-SG1“ und „Stargate Atlantis“ kommt mit „Stargate Universe“ die nun dritte Serie auf den Markt, die im direkten Zusammenhang mit dem erfolgreichen Kinofilm „Stargate“ (Roland Emmerich, 1994) steht. Und erneut stehen natürlich die Sternentore der Antiker-Rasse im Mittelpunkt der Serie.

In „Stargate – Kommando-SG1“ richtete sich der Fokus auf das Erkunden neuer Welten und den Krieg gegen die Goa’uld, anschließend auf den Kampf gegen die Ori. In „Stargate Atlantis“, einem Ableger der Ur-Serie, leben die Menschen in der Stadt Atlantis und kämpfen gegen eine Art Vampirrasse, die Wraith genannt wird. Die Sternentore, Atlantis und die Wraith sind ein Erbe der Antiker. Diese Rasse spielt auch in „Stargate Universe“ eine wichtige Rolle.

In der Serie geht es nun darum, dass sich eine Gruppe von Menschen auf der Ikarus-Basis einfindet, die sich tief im Weltraum befindet. Hier versucht Doktor Nicholas Rush (Robert Carlyle) das Rätsel um das neunte Chevron zu lösen. Sollte es ihm gelingen, wäre es möglich neuartige Koordinaten anzuwählen. Um Hilfe beim Lösen des Rätsels zu bekommen, baut Rush Teile der Aufgabenstellung in ein Onlinespiel ein. Eli Wallace (David Blue) löst im Spiel das Rätsel und wird zwangsrekrutiert.

Auf der Ikarus-Basis arbeitet er nun mit Rush zusammen und lernt auch andere Besucher kennen. Darunter die Senatorentochter Chloe Armstrong (Elyse Levesque) und ihren Vater oder auch die IOA-Mitarbeiterin Camile Wray (Ming-Na). Als die Station plötzlich angegriffen wird wählt Rush zur Evakuierung mittels Chevron Neun eine Adresse an. Anstatt auf der Erde landen die Flüchtlinge auf einem alten Raumschiff der Antiker, der Destiny.

Das Raumschiff ist schwer beschädigt, die Energiereserven beinahe erschöpft und Nicholas Rush kocht sein ganz eigenes Süppchen. Einer Rückkehr zur Erde scheint unmöglich. So müssen sich Militär und Zivilisten arrangieren, um zu überleben. Doch zuvor sind einige Opfer nötig …

Das klingt nun erst einmal sehr spannend und leidlich innovativ, doch im Grunde genommen wärmt „Stargate Universe“ altbackene Themen und Serien auf. Allen voran „Star Trek: Voyager“, gemischt mit den üblichen Verzierungen aus „Stargate – Kommando SG-1“ und „Stargate Atlantis“. Klingt übel, ist es leider auch.

Die Ähnlichkeiten zu „Star Trek Voyager“ sind dabei besonders groß. Die erste Parallele ist, dass die Flüchtlinge an Bord eines Raumschiffs zu überleben versuchen. Ihr vorrangiges Ziel ist dabei die Rückkehr zur Erde, stets im Kampf um wichtige Ressourcen und am Erkunden von fremden Planeten. Immerhin ist die Destiny ein beschädigtes Schiff der Antiker mit einem programmierten Kurs, den niemand ändern kann. Ziel des Schiffs ist es Planeten abzuklappern, auf denen ein anderes programmierttes Schiff Stargates deponierte. Die Destiny stoppt in Nähe der Stargates den Flug und dann läuft ein Countdown. Innerhalb einer bestimmten Zeit kann die Besatzung nun die jeweiligen Planeten erkunden. Außerdem erkennt das Schiff die Bedürfnisse der Mannschaft und stoppt auch, um Nahrung, Wasser, Ersatzteile und Energie zu besorgen. Das ist jedenfalls ganz grob die Handlung. Da die Serie an ein jüngeres Publikum adressiert ist, wird die Zielgruppe mit ein wenig Glück die Ähnlichkeit zu „Star Trek“ übersehen.

„Stargate Universe“ hat es sich zur Aufgabe gemacht einen anderen Stil an den Tag zu legen, als die beiden Vorgänger-Serien. Das gelingt auch, denn wo „Stargate – Kommando SG-1“ mit Charme überzeugte und „Stargate Atlantis“ Action präsentierte, bietet sich „Stargate Universe“ als liebloses Stückwerk an. Vor allem der Humor ist auf der Strecke geblieben. Zwar wird die alte Garde (Richard Dean Anderson, Amanda Tapping und Michael Shanks) in einigen Szenen bemüht, aber sie sind zu keinem Zeitpunkt für die Handlung wichtig. Bei Anderson als Jack O’Neill ist der Zuschauer höchstens erschrocken darüber, wie mollig der Schauspieler geworden ist. Und das war es auch schon – von seinem Auftritt bleiben nur die zusätzlichen Kilos in Erinnerung. Tapping steht plappernd auf der Brücke eines Raumschiffs (ebenfalls in Anlehnung an die Serie und um die Fans zu erfreuen ist es die „Hammond“) und Shanks darf als Daniel Jackson auf einer DVD plaudern. Alles zu vernachlässigen. Wichtiger ist die neue Besetzung und die damit verbundenen neuen Charaktere. Und die sind Großteils einfach nur langweilig.

Neuer Star und Ansprechpartner fürs junge Publikum ist David Blue als Eli Wallace. Eli ist das, was Neudeutsch als Nerd bekannt ist, ein Außenseiter, ein Sonderling, ein dicker Typ der Computerspiele zockt und mittels Headset soziale Kontakte pflegt. Klischee pur oder einfach nur Alltag us-amerikanischer Teenager – das kann sich jeder aussuchen. Jedenfalls geschieht mit Eli genau das, wovon jugendliche Fans der Serie träumen: Er spielt ein Onlinespiel, ist dabei unschlagbar, es klingelt an der Türe und dann wird er in den Weltraum gebeamt, weil nur er alleine ein Rätsel lösen kann, das für alle anderen zu schwer ist. Genau, die Hoffnung der Welt sitzt mit dickem Hintern vor dem Computer und steuert Pixelmännchen durch die virtuelle Gegend. Die Zeiten ändern sich halt und mit ihnen auch die Helden.

Glücklicherweise gibt es neben dem dicken Zivilisten auch ein paar kernige Militärs, die ebenfalls mitmischen. Gut trainiert und mit gestähltem Körper sorgen sie für die Sicherheit. Und nebenbei erfüllen sie auch sämtliche Klischees. Da gibt es den etwas überforderten Soldaten, der ein Verhältnis mit einer Kameradin hat, der aufsässige schwarze Marine der schnell die Waffe anlegt und der erfahrene Kommandant, der aber leider an einer schlimmen Krankheit leidet. Fürs schicke Ambiente sorgt da nun die junge Tochter des Senators und auch die clevere Sanitäterin, die eigentlich in der Uni sitzen sollte. Witzigerweise ist es gerade nun Alaina Huffman als Lieutenant Tamara Johansen, die hier sehr überzeugend spielt. Sie vermag als eher stille Sanitäterin – und medizinische Leiterin in spe – sämtliche Emotionen abzuklappern, die solch eine dramatische Situation mit sich bringt. Da ihre Dialoge eher spärlich sind, muss sie halt anderweitig überzeugen. Um zu zeigen wie offen und tolerant die neue Serie ist, gibt es sogar eine Vorzeigelesbe. Diese Rolle übernimmt Ming-Na (verheiratet und Mutter zweier Kinder).

Um die ganze Sache besonders mysteriös zu gestalten, gibt Robert Carlyle einen sehr geheimnisvollen Dr. Nicholas Rush zum Besten. Serien wie „Battlestar Galactica“ (Dr. Gaius Baltar) und „LOST“ (Benjamin „Ben“ Linus) zeigen ja, wie ein undurchsichtiger Charakter angelegt werden muss. Ist er nun böse, ist er nun gut, ist er vertrauenswürdig, ist er ein Verräter, sind seine Handlungen nachvollziehbar, gar verständlich? Während Figuren wie Dr. Gaius Baltar und Benjamin Linus originell und authentisch wirken, ist Nicholas Rush ein Stückwerk – wie „Stargate Universe“ an sich.

Der Pilotfilm setzt sich aus zwei Episoden zusammen, die im deutschen unterschiedliche Titel haben, im englischen aber treffender „Air, part 1+2“ heißen. Das im Piloten keine große Charakterentwicklung gezeigt werden kann, ist verständlich. Aber die reine Konzentration auf die Hauptfiguren der Serie ist misslungen. Die Figuren wirken unterkühlt, es gibt keine Bindung und die Rollen wirken konstruiert. Das die Handlung so offensichtlich einer anderen Serie entlehnt wurde und aufgesetzte Cameo-Auftritte um die Gunst der Fans buhlen, macht es nur schlechter, aber keinesfalls besser. Allerdings füllt „Stargate Universe“ eine Lücke, denn es gibt derzeit keine wirklich große Science-Fiction-Serie aus Amerika. Und die britischen Serien haben leider – und zu Unrecht – den Beigeschmack einer Randgruppe. Das nutzt das neue Stargate-Ziehkind weidlich aus und generiert konkurrenzlos Zuschauer. Einen Vorteil hat dieser grottige Start auf jeden Fall: Es kann nur besser werden …

Copyright © 2010 by Günther Lietz

“Stargate” bei Booklooker.de

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Final Destination 4

Erstellt von Michael Drewniok am 26. Februar 2010

final-destination-4Final Destination 4

Originaltitel: The Final Destination (USA 2009)
Regie: David R. Ellis
Drehbuch: Eric Bress
Kamera: Glen MacPherson
Schnitt: Mark Stevens
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Bobby Campo (Nick O’Bannon), Shantel VanSanten (Lori Milligan), Nick Zano (Hunt Wynorski), Haley Webb (Janet Cunningham), Mykelti Williamson (George Lanter), Krista Allen (Samantha Lane), Andrew Fiscella (Andy Kewzer), Justin Welborn (Carter Daniels), Stephanie Honore (Nadia Monroy), Lara Grice (Cynthia Daniels), Jackson Walker (Jonathan Grove) uva.
Label: New Line Home Entertainment
Vertrieb: Warner Home Video
Erscheinungsdatum: 08.01.2010 (DVD) bzw. 22.01.2010 (Blu-ray u. Blu-ray Steelbook)
EAN: 5051890011008 (DVD) bzw. 5051890012210 (Blu-ray) bzw. 5051890012227 (Blu-ray-Steelbook)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch)
Untertitel: Deutsch/Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Holländisch, Russisch, Polnisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 79 min. (Blu-ray: 82 min.)
FSK: 18

Das geschieht:

Von ihren dummen aber netten Freunden wurden Nick und Lori zu einem Autorennen mitgenommen. Während die Rennwagen ihre Kreise ziehen, überfällt Nick eine Vision, die ihm zeigt, wie aufgrund eines fatalen Unfalls die meisten Tribünengäste ein grässliches Ende finden; auch ihn und Lori erwischt es. Erschrocken kann Nick seine Freunde sowie einige aufgeschreckte Besucher ins Freie locken, bevor sich der Unfall tatsächlich ereignet.

Weder Nick noch die von ihm geretteten Personen werden ihrer verschonten Leben froh, denn es ereilen sie in exakt jener Reihenfolge, in der Nick sie sterben sah, bizarre Tode. Lori recherchiert und findet im Internet Hinweise auf mindestens drei ähnliche Unfallserien in den letzten zehn Jahren: Offenbar holt sich der Sensenmann jene Opfer, die ihm aufgrund einer Vision entwischten, nachträglich und unerbittlich. Nur derjenige Kandidat kann ihm endgültig von der Schippe springen, dem es gelingt, seine Attacken auszuhebeln und so die Kette zu durchbrechen. Allerdings ist es möglich, dass der Tod daraufhin einfach die nächste Nummer auf seiner Liste ins Visier nimmt.

Trotzdem versuchen Nick und Lori den Aufstand gegen das Schicksal. Leider fällt es sowohl den potenziellen Opfern als auch ihren Freunden – die wie gesagt dumm sind – schwer, der Theorie vom düpierten Tod Glauben zu schenken, sodass dieser leichtes Spiel hat und sich die Jagd nach den flüchtigen Seelen durch den Einsatz einfallsreich sabotierter Abschleppwagen, Autowaschanlagen, Saugpumpen, Nagelpistolen u. a. zu Mordinstrumenten mutierender Gerätschaften unterhaltsamer gestalten kann …

Der Fluch des Erfolgs: Franchise-Wiedergänger

Wer sich nach der Sichtung von „Final Destination 4“ (hier von nun an als „FD4“ abgekürzt) die Frage stellen sollte, wieso dieser Film gedreht wurde, obwohl er sowohl inhaltlich als auch formal missraten ist, darf sich glücklich schätzen: Ihm (oder ihr) wurde soeben eine wichtige Lektion erteilt: Qualität oder wenigstens Unterhaltung zählen in Hollywood nicht einmal als sekundäre Tugenden. Beim Verb – also „zählen“ – können wir bleiben, doch damit verbinden müssen wir das Geräusch klingender Münzen.

Selbst Regisseur David Ellis gibt offen zu, dass es keine Existenzberechtigung für jenen Film gibt, den er nichtsdestotrotz selbst gedreht hat. Da „FD4“ bei einem überschaubaren Budget weltweit mehr als 150 Mio. Dollar eingespielt hat, sollte man dem Originaltitel, der „The Final Destination“ ankündigt, keineswegs Glauben schenken: Es wird weitergehen – blutiger und einfallsloser denn je.

Alles wie immer, nur ein bisschen schneller

Die Krux liegt im denkbar begrenzten Potenzial des Grund-Plots: Der Tod schnappt sich jene, die ihm zufällig entkommen. Was im „Final-Destination“-Original von 2000 neu war und gut umgesetzt wurde, war bereits mit „Final Destination 2“ (2003) ausgereizt. 2006 zeigte „Final Destination 3“, wohin das Franchise die Serie zu lenken gedachte: Möglichst groteske Mordszenarien sollten für Unterhaltung sorgen, während die Story mehr und mehr in den Hintergrund geriet. Während in den ersten beiden Teilen der mysteriöse Totengräber Bludworth einen Zugang zum übernatürlichen Hintergrund-Geschehen darzustellen schien, wurde dieser Strang inzwischen endgültig gekappt: Wer da wieso im Hintergrund entwichene Seelen einsammelt, ist für das Franchise unwichtig oder sogar störend. Stattdessen wird der Status quo zementiert.

Der besteht wie gesagt aus einer Steigerung in den Todessequenzen. Weil diese das zentrale Element der „Final-Destination“-Filme darstellen, wurde ihre Zahl für „FD4“ erhöht und die Schraube in Sachen Drastik noch einmal einige Umdrehungen angezogen. Weil gleichzeitig die Story entfiel, konnten Darsteller in zweistelliger Zahl binnen 79 Minuten zerquetscht, verbrannt, aufgespießt oder anderweitig umgebracht werden; oft sterben sie sogar mehrfach bzw. auf unterschiedliche Weisen gleichzeitig.

Tiefe Bilder für einen flachen Film

Noch nie lief ein „Final-Destination“-Film so kurz. Länger würden freilich selbst geduldige (oder anspruchslose) Zuschauer nicht ertragen, mit welchen faulen Tricks ihnen das Eintrittsgeld aus den Taschen gezogen wird. Im Kino mag dies noch funktionieren, weil die 3-D-Effekte des 21. Jahrhunderts inzwischen genossen werden können; anders als bisher stellen die an den Kino-Kassen ausgeteilten Papp-und-Plastik-Brillen keine Garanten für kollektiven Kopfschmerz mehr dar. Weil seit dem letzten Hochschwappen der 3-D-Mode wieder einige Jahrzehnte vergangen sind, vermögen sich die jüngeren Generationen außerdem für eine Weile wieder an spitzen Gegenständen erfreuen, die nicht nur simpel Körper durchbohren, sondern dabei tief in den Zuschauersaal ragen oder fliegen. Von diesem Effekt wird im 3-D-Kino seit jeher (über-) reichlich Gebrauch gemacht.

Leider erledigt sich dieses Vergnügen vor dem heimischen TV-Schirm. Dort müssen wir uns mit der altmodischen Simpel-Variante der 3-D-Technik begnügen und wie Anno 1953 – in diesem Jahr startete die erste Welle dreidimensionaler Filme – anaglyph in die Röhre schauen. Wer auf scharfen und farbtreuen Seh-Spaß verzichten kann, wird in die Raumtiefe reichende Bilder immerhin erahnen können. Ansonsten sei auf die traditionelle aber augenfreundliche 2-D-Fassung verwiesen.

„Denn alles Fleisch ist wie Gras“

Was bereits der Apostel Petrus wusste, wird in „FD4“ ausdrucksstark illustriert. Mit viel Energie betreiben Regisseur Ellis und Drehbuchautor Eric Bress im Bund mit einem Heer engagierten Spezialeffektler die möglichst variationsreiche Zerwirkung des menschlichen Körpers. Sie gilt als (inzwischen vielfach kopiertes) Markenzeichen der „Final-Destination“-Serie und unterliegt als solches dem üblichen Fortsetzungs-Fluch: Von Folge zu Folge müssen die Metzeleien sich steigern, während das Budget sinkt.

Der ehemalige Stuntman Ellis weiß, wie man Zerstörung bildgewaltig inszeniert. Da er dies bereits in „Final Destination 2“ getan hat, darf man eine gewisse Routine voraussetzen. Doch wie sich bald zeigt, unterliegt sogar das absurde Sterben einem Abnutzungseffekt. Die Tode der vier „FD“-Teile folgen einem bestimmten Muster. Das ist auch in der x-ten Variante recht lustig anzuschauen, aber es langweilt trotzdem, weil das Grundprinzip unverändert bleibt. Ellis versucht durchaus den Ausbruch; so verwandeln sich die makabren Unfälle, die dem Titelvorspann unterlegt werden, in Zeichentrick-Sequenzen; die Opfer verwandeln sich digital in medizinische Skelett-Modelle, deren Knochen die Verletzungen widerspiegeln, die beispielsweise eine durch den Schädel dringende Stahlstange verursacht. Diese Idee wird in der finalen Szene eindrucksvoll aufgegriffen.

Effekte ohne Logik

Doch das war’s denn auch in Sachen Einfallsreichtum. Die Todes-Szenen sind oft nur leicht veränderte Neuauflagen aus den drei Vorgängerfilmen. Der Effekt der puren, auf Überwältigung basierenden Überraschung – bestes Beispiel ist Georges abruptes Ende im Straßenverkehr – sorgt manchmal für einen gewissen Ausgleich. Wieder faszinierend ist auch die Vorbereitung der Unfall-Debakel, die als Kette murphyscher Zufälle sorgfältig aufgebaut werden und oft einen gänzlich unerwarteten Verlauf nehmen.

Der liebevollen Ankündigung folgen indes immer wieder miserabel umgesetzte Höhepunkte. So wurden beim Zusammenbruch der Rennplatz-Tribüne allzu offensichtlich Schaumstoff-Betonteile eingesetzt. Wo selbst das zu gefährlich war, griff die Regie zum scheinbaren Wundermittel CGI – ein gefährlicher Weg, wenn das Budget nicht ausreicht, die richtig gute aber eben teure Digital-Technik aufzufahren. Hier kann das längst geschulte Zuschauerauge viel zu oft den Trick identifizieren.

Auch die Logik wird um des Effektes willen allzu sträflich ignoriert. Welches Krankenhaus wird eine riesige, tonnenschwere Wasserwanne nicht im Keller, sondern in einem der oberen Stockwerke und über einem normalen Krankenzimmer aufstellen? Nur eines in Hollywood, das garantieren will, dass besagte Wanne durch die spannplattendünne Decke bricht und auf einem Patienten landet. (Nebenbei: Woher kommen eigentlich die Wasserfluten außerhalb der Wanne, die nur aus einem einzigen und mickrigen Hahn gefüllt wird?) Wie kann man innerhalb eines Autos ertrinken, wenn es ausreicht, eine Tür nur einen Zentimeter weit zu öffnen, um das einströmende Wasser abfließen zu lassen? Welche Swimmingpool-Pumpe saugt so stark, dass sie einem Menschen die Innereien aus dem Leib reißen könnte? Welche Sprinkleranlage kann mit simplem Wasser brennende Chemikalien löschen?

Einen richtig kapitalen Bock schießen Ellis und Bress, wenn sie Nick nach der ersten Vision, die ihm den Tod auf der Rennbahn enthüllt, in der zweiten Filmhälfte (und nachdem er bisher die sich anschließenden Einzel-Tode nur bruchstückhaft voraussehen konnte) noch einmal detailfroh in Farbe und Dolby-Sound visionieren lassen: Dies ist nicht nur ein Bruch mit der ohnehin fragwürdigen Handlungslogik, sondern auch ein offensichtlicher Vorwand, um die verbliebenen Hauptfiguren noch einmal umbringen zu können. Kurz darauf sind sie wieder lebendig, als sei nichts geschehen – und genau das trifft zu, und Ellis konnte erneut einige Filmminuten quasi drehbuchfrei hinter sich bringen.

Projektionsflächen für spektakuläre Tode

Da die Methoden des Todes die Zuschauer in die „FD“-Filme locken, muss in die Darstellung lebender Menschen wenig Sorgfalt investiert werden. Selten wurde dies so konsequent realisiert wie in „FD4“: Absolute No-Names wurden für flüchtig skizzierte Rollen angeheuert. Wir erfahren nichts über die Figuren, deren Ende uns deshalb absolut kalt lässt. Sie sind nur Kanonenfutter, das in den Sterbe-Szenen verheizt wird.

Wer sind Nick O‘Bannon und Lori Milligan? Sie sind noch recht jung, aber keine Studenten mehr, sondern anscheinend berufstätig; wenn man ihre geräumige und eindrucksvoll eingerichtete Wohnung betrachtet, verdienen sie ausgesprochen gut. Nie sieht man sie jedoch arbeiten oder auch nur über ihre Jobs reden. Überhaupt erfährt man nichts von ihnen. Nie und nimmer kann man sich den farblosen Nick oder die fade Lori als Streiter gegen Tod & Schicksal vorstellen. Den debilen Hunt und die hirnlose Janet hätte der Tod schon lange vor dem verhängnisvollen Tag auf der Rennbahn aus dem Spiel des Lebens streichen müssen. Für die übrigen Rollen gilt dasselbe harsche Urteil. Immerhin kriegt sie der Schnitter schließlich doch am Wickel; es wäre schön, wenn er seine Sense nunmehr dort einsetzen würd, wo bereits erste Triebe der Spezies „FD5“ aufkeimen …

DVD-Features

In letzter Zeit mehren sich die Zeichen für das nahe Ende der DVD-Ära. Gern würden Film-Produzenten, Händler und Verleih-Firmen die Kundschaft auf das technisch hochwertigere und vor allem profitablere Medium drängen. Ein Weg ist die Streichung von DVD-Features, die nur auf die Blu-ray-Version gebrannt werden.

In unserem Fall muss sich auch der Besitzer der Doppel-DVD-Fassung mit neun nicht verwendete Filmszenen begnügen, die insgesamt etwa acht Minuten laufen, während auf der Blu-ray das übliche Infotainment-Bündel aus Interviews und Blicken hinter die Kamera zu finden ist. Für Sehfaule gibt es außerdem eine endgültig von der lästigen Handlung befreite Reihung der hübsch-hässlichen Todesszenen.

Im Internet gibt es folgende (informationsdünne) Website.

[md]

Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray-Steelbook)

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Percy Jackson – Diebe im Olymp

Erstellt von Redaktion am 26. Februar 2010

Percy JacksonPercy Jackson – Diebe im Olymp

Originaltitel: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief
Produktionsland: USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2010
Länge: 120 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Chris Columbus
Drehbuch: Craig Titley
Roman: Rick Riordan
Produktion: Chris Columbus, Michael Barnathan, Karen Rosenfelt
Musik: Christophe Beck

Darsteller: Logan Lerman (Percy Jackson), Brandon T. Jackson (Grover Underwood), Alexandra Daddario (Annabeth Chase),Jake Abel (Luke Castellan), Pierce Brosnan (Chiron), Kevin McKidd (Poseidon), Sean Bean (Zeus), Steve Coogan (Hades), Rosario Dawson (Persephone), Catherine Keener (Sally Jackson), Uma Thurman (Medusa)

Die Herrschaft von Harry Potter neigt sich langsam dem Ende zu und so wird es Zeit einen Nachfolger auf den Thron zu bringen. Spätestens mit dem voraussichtlich 2011 erscheinenden letzten Film der Potter-Reihe sollte der Prinz etabliert sein, um das Zepter aus der Hand des Königs zu nehmen. Percy Jackson dürfte aber ein Dreizack reichen, denn immerhin ist er Poseidons Sohn.

Aus der Feder von Rick Riordan stammen die Bestsellergeschichten des jungen Percys, der eines Tages entdeckt, dass er ein ganz besonderer Junge ist. Auf Grund seiner Abstammung genießt er fortan eine besondere Ausbildung und erlebt mit seinen Freunden gefährliche Abenteuer – die mit seiner Abstammung in Verbindung stehen. In seinem ersten Abenteuer muss Harry, Verzeihung, Percy (Logan Lerman), den gestohlenen Herrscherblitz zurückbringen. Ansonsten hauen die Götter des Olymps – allen voran Zeus – die Welt in Stücke. Zu allem Übel hat Hades Percys Mutter Sally (Catherine Keener) entführt und die muss gerettet werden.

Zusammen mit der süßen Kämpferin Annabeth Chase (Alexandra Daddario) – Tochter der Athene und ebenfalls eine Halbgöttin – und dem schwarzen Satyr Grover Underwood (Brandon T. Jackson) muss Percy erst einmal Zauberperlen suchen, dann in die Unterwelt reisen, dort die Mutter retten und anschließen auf dem Olymp Zeus von seiner Unschuld überzeugen. Der Film geht beinahe zwei Stunden, also ist dafür doch eigentlich genug Zeit …

So wie die Romanreihe, so ist auch der Film von Mister Harry Potter inspiriert. Und zwar sehr stark. Um Nägel mit Köpfen zu machen haben sich die Studiobosse dann auch Chris Columbus ins Boot geholt. Der hat seinerzeit die ersten beiden „Harry Potter“-Filme gedreht und weiß also genau, um was es geht. Und Columbus liefert auch genau das, was bestellt wurde: Kindertaugliche Massenunterhaltung nach Schema Potter. Um es auf den Punkt zu bringen: Das ist unterhaltsam, leidlich spannend, aber irgendwie schon mal dagewesen und austauschbar. Allerdings werden nun Sagengestalten und griechische Mythen bemüht, anstatt altenglische Mauern und britisches Zauberwerk. Egal, Hauptsache der Film weiß zu unterhalten.

Und das gelingt ihm auch. Chris Columbus vertrödelt keine unnötige Zeit mit ausgefeilten Dialogen und langweiliger Charakterentwicklung. Er gibt sofort Gas. Die platten Dialoge erklären die wichtigsten Zusammenhänge, dann folgt eine Szene nach der anderen. Selbst der vermeintliche Tod von Percys Mutter ist nur eine Sekunde der Besinnung wert, dann geht es weiter: Ab durch die USA, im Stile eines Roadmovies und genau so aufgemacht wie ein modernes Videospiel.

Glücklicherweise rast Percy zusammen mit seinen Freunden durch die Gegend und es ergibt sich dann doch die ein oder andere Szene, in der Schauspieler miteinander agieren. So deutet sich zwischen Percy und Hermine – Verzeihung – Annabeth, eine kleine Liebschaft an, während der drollige Juniorbeschützer Ron – Verzeihung – Rover, für den ein oder anderen Gag gut ist. Rover wird übrigens vom Komiker Brandon T. Jackson gespielt. Die Rolle ist einfach angelegt: Plappernder Schwarzer mit blöden Sprüchen, der von einem Problem ins Andere trudelt. Da fühlt sich der Zuschauer an die guten alten achtziger Jahre erinnert. Wenigstens macht Alexandra Daddario als Annabeth eine gute Figur und den lieben Percy heiß. Aber keine Bange, Percy wurde zwar um fünf Jahre für den Streifen gealtert (im Buch beginnen die Abenteuer als der Junge elf ist), aber dennoch bleibt alles sehr züchtig und in geordneten Bahnen. Okay, typisch amerikanisch gibt es zwar keinen Kuss, aber heftige Actionszenen und Kampfsequenzen, in denen der ein oder andere Darsteller schon mal ein wenig blutig aufgeschlitzt wird. Ja, so sieht verfilmte Doppelmoral aus.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ hält für die jugendlichen Zuschauer aber auch wichtige Weisheiten bereit. So sind Drogen einfach Kacke und niemand sollte einfach etwas Essen, das einfach so angeboten wird. Genau das geschieht nämlich im verlotterten Las Vegas und der heiße Drogenrausch entpuppt sich schon bald als große Gefahr, während im bunten Hintergrund Lady Gagas „Pokerface“ aus den Boxen dringt. Wenigstens hat der Film stellenweise einen guten Score.

Etliche Abenteuer und abgeschlagene Köpfe später rettet das lustige Trio die liebe Mutter von Percy. Schon erwähnt? Die Alleinerziehende hat sich natürlich nur wegen Percy mit einem stinkenden Säufer eingelassen, der seine Frau und den Stiefsohn wie Dreck behandelt. Daran können sich alle jungen männlichen Legastheniker die unter ADS leiden klammern, vielleicht ist ihr Vater ja auch ein Gott. Mehr jugendlicher Außenseiter geht einfach nicht.

Jedenfalls weiß der Film die Hoffnung zu bedienen. Um nun aus der Unterwelt zu fliehen (die fleißig zur Hölle christianisiert wurde, aber mit dem Eingang in Hollywood Ironie zeigt) muss leider einer zurückbleiben. Und wen trifft es? Natürlich den Schwarzen! Und jahrelang haben die Zuschauer geglaubt diese dunklen Klischee-Zeiten seien vorbei – Chris Columbus belehrt seine Zuschauer mit einem Griff in die Mottenkiste aber eines Schlechteren.

Auch die Spezialeffekte haben bessere Zeiten gesehen. Sie bewegen sich zwar über TV-Niveau, aber Kino-Standard sieht heutzutage einfach anders aus. Vor allem Pierce Brosnan als Zentaure ist einfach nur grottig umgesetzt. Es bleibt sowieso ein Rätsel, warum er und Uma Thurman in diesem Streifen mitspielen. Schauspielerische Leistung zeigt jedenfalls keiner von beiden.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ ist leidlich unterhaltsame Massenware, die vor allem das jüngere Publikum ansprechen dürfte, da es einfache Teenie-Action ohne Experimente ist.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Percy Jackson von Carlsen bei Buch24.de:
“Percy Jackson 01. Diebe im Olymp”
“Percy Jackson 02. Im Bann des Zyklopen”
“Percy Jackson 03. Der Fluch des Titanen”

“Percy Jackson” bei Booklooker.de

Abgelegt unter Abenteuer, Action, Familie, Fantasy, Kinder, Kino, Komödie, Mystery | Keine Kommentare »

In meinem Himmel

Erstellt von Redaktion am 25. Februar 2010

In meinem HimmelIn meinem Himmel

Originaltitel: The Lovely Bones
Produktionsland: Vereinigte Staaten
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: 135 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Peter Jackson
Buch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson
Roman: Alice Sebold

Produktion: Peter Jackson, Carolynne Cunningham, Fran Walsh
Musik: Brian Eno
Kamera: Andrew Lesnie
Schnitt: Jabez Olssen

Darsteller: Saoirse Ronan (Susie Salmon), Mark Wahlberg (Jack Salmon), Rachel Weisz (Abigail Salmon), Stanley Tucci (George Harvey), Susan Sarandon (Grandma Lynn), Jake Abel (Brian Nelson), Rose McIver (Lindsey Salmon)

Mit „In meinem Himmel“ hat sich der bekannte Regisseur Peter Jackson (“The Frighteners”, “Der Herr der Ringe”, “Heavenly Creatures”) an die Verfilmung des gleichnamigen Romans aus der Feder von Alice Sebold gewagt. Der Name Jackson wiegt dabei schwer und seine letzten Projekte lassen ein weiteres filmisches Schwergewicht erwarten. Vor allem die Herausforderung so schwerer Themen wie Vergewaltigung, Kindesmord und Trauer zu bewältigen werfen die Frage auf, wie Peter Jackson das alles in einem Film unterbringen will.

Anfang der siebziger Jahre lebt Susie Salmon (Saoirse Ronan) in einer kleinen amerikanischen Gemeinde. Alles ist friedlich und die erste große Liebe hat die vierzehnjährige in ihren Bann geschlagen. Doch bevor Susie sich mit ihrem großen Schwarm trifft, stößt sie nach der Schule mit Nachbar George Harvey (Stanley Tucci) zusammen. Der hat schon länger ein Auge auf das Mädchen geworfen und eine Kinderfalle gebaut. Da lockt er Susie hinein und bringt sie bei ihrem Fluchtversuch um.

Susie ist nun in einer Zwischenwelt gefangen. Sie kann ihre Lieben daheim beobachten, aber keinen Einfluss nehmen. In ihrem Himmel lernt sie ein Mädchen namens Holly Golightly (Holly Golightly ist der Name einer Musikerin und auch der Name der Hauptfigur in Truman Capotes Roman “Frühstück bei Tiffany”) kennen, erfährt mehr über diese neue und farbige Welt, erfährt auch mehr über ihren Mörder.

Der kommt in der Realität nämlich ungeschoren davon, während Susies Familie an dem Drama zu zerbrechen droht. Vater Jack (Mark Wahlberg) verdächtigt alle Menschen in seinem Umfeld, Mutter Abigail (Rachel Weisz) nimmt Reißaus in die Weinberge und nur Oma Lynn (Susan Sarandon) hält die Stellung. Und Harvey späht schon sein nächstes Opfer aus: Susies Schwester Lindsey (Rose McIver) …

Peter Jacksons Verfilmung nur an der Romanvorlage zu messen, wäre sicherlich unfair. Immerhin konzentriert sich das Buch auf die Vergewaltigung und den Mord an Susie, beschäftigt sich mit der Trauerbewältigung und der Charakterentwicklung. Alice Sebold spricht die Emotionen ihrer Leser an, schildert eindringlich das Grauen und den Umgang damit. Aber Jackson hat sich selbst den Roman ausgesucht und so muss er sich wenigstens den Vergleich mit den Kernthemen gefallen lassen. Und hier scheitert der Regisseur kläglich.

Das sich ein Film zwangsweise wenig auf die Charakterentwicklung konzentrieren kann ist verständlich. Die Zeit ist sehr bemessen, doch Jacksons Figuren werden kaum behandelt. Einzig Susie erfährt eine Entwicklung, alle anderen Figuren werden einfach abgehandelt. Kommt es zu Szenen, in denen es in die Tiefe gehen könnte, bleiben diese gewollt kurz und Peter Jackson wechselt zu einem opulenten Bild. Mark Wahlberg und Rachel Weisz bekommen gar keine Möglichkeit sich zu profilieren. Einzig Susan Sarandon bekommt Zeit zum Spielen eingeräumt. Diese wird dann genutzt um ein paar Lacher zu ernten und dem Film weiter die Ernsthaftigkeit zu entziehen.

Die tiefgehenden Gefühle und das Drama des Romans einzufangen misslingt dem Film. Jackson blendet die Vergewaltigung Susies vollständig aus, reißt den Mord nur an, verlässt sich auf einige Symbole, um darauf hinzuweisen. Gut für all diejenigen, die diese Symbole erkennen und zu deuten wissen. Doch die Bildpracht von Susies Zwischenwelt gibt sich alle Mühe, sämtliche dezente Symbolik zu übertünchen, zu übermalen. Peter Jackson hat in den CGI-Farbeimer gegriffen und sich ordentlich bedient.

Anstatt eines erschütternden Dramas schreibt er nun parallel eine Kriminalgeschichte und eine Mysterystory. Bevor er sich in der einen Geschichte verfängt, wechselt er dann schnell mal hinüber und lässt auch gerne Parallelmontagen ablaufen. Die sind vor allem zu Schluss nervig und deplatziert, wenn Susies Mörder die zerstückelten Reste seines Opfer verschwinden lassen will und gleichzeitig eine unschuldige Kussszene abgehandelt wird. Das wirkt zu keinem Zeitpunkt dramatisch oder traurig, sondern einfach nur aufgesetzt. Zudem entzieht die jeweils eine Einstellung der anderen Einstellung die Substanz.

Personen und Handlung sind bei Jackson also zu vernachlässigen. Selbst Bösewicht, Kinderschänder und Mörder George Harvey wirkt zwar schaurig, aber keineswegs böse. Das wird wohl an FSK 12 liegen. So kommen zwar viele Leute in den Genuss des Films, aber der Film ist einfach zu weichgezeichnet und am Romanthema vorbei. Jackson verlässt sich lieber auf das was er kann: CGI-Effekte.

So inszeniert er opulent Susies Himmel, erinnert damit beinahe an die Farbenpracht von „Hinter dem Horizont“ (1998), ohne dessen Originalität zu erreichen. Denn durch Thema, Farbenpracht und Effekte kommt schnell der Verdacht auf, Jackson hätte sich an dessen Bildgestaltung fleißig bedient. Die Ähnlichkeiten sind jedenfalls auffallend und beide Filme sind stellenweise kitschig zu nennen. Dabei ging Regisseur Vincent Ward in seinem Streifen wenigstens keine großen Kompromisse ein.

Einziger Lichtblick in Jacksons „In meinem Himmel“ ist Saoirse Ronan (“Abbitte”, “City of Ember”), die trotz ihrer jungen Jahre (Jahrgang 1994) eine schauspielerische Glanzleistung zeigt. Ihr wird natürlich auch der größte Raum geboten und den nutzt sie gut aus. Schade nur, dass sie hier regelrecht verheizt wird. Sie und Stanley Tucci („Undercover Blues – Ein absolut cooles Trio“) wurden dann auch für Filmpreise nominiert, wobei diese Nominierungen bei Tucci ein Rätsel bleiben. Sein Harvey ist und bleibt ein farbloses Etwas, ohne Persönlichkeit, ohne Ausstrahlung.

„In meinem Himmel“ ist an sich unterhaltsam, hinterlässt aber keine Spuren und auch keine nachhaltigen Erinnerungen. Einzig Saoirse Ronan bleibt haften und die abschließende Erkenntnis, dass auch ein großer Regisseur kleine Haufen macht.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Goldmann-Taschenbuch “In meinem Himmel” bei Buch24.de

“In meinem Himmel” bei Booklooker.de

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Sherlock Holmes

Erstellt von Redaktion am 24. Februar 2010

Sherlock HolmesSherlock Holmes
USA 2009, 128 Minuten

Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Michael Robert Johnson, Anthony Peckham, Simon Kinberg, Lionel Wigram, Michael Robert Johnson
Musik: Hans Zimmer
Produktionsdesign: Sarah Greenwood
Director of Photography: Philippe Rousselot
Montage: James Herbert

Darsteller: Robert Downey Jr. (Sherlock Holmes), Jude Law (Dr. John Watson), Rachel McAdams (Irene Adler), Mark Strong (Lord Blackwood), Eddie Marsan (Inspektor Lestrade), Robert Maillet (Dredger), Geraldine James (Mrs. Hudson), Kelly Reilly (Mary Morstan), William Houston (Constable Clark), Hans Matheson (Lord Coward), James Fox (Sir Thomas), William Hope (Botschafter Standish), Clive Russell (Captain Tanner)

Es gibt etliche Sherlock-Holmes-Verfilmungen und das Bild des Pfeife rauchenden Detektivs mit kariertem Mantel und Mütze hat sich eingeprägt. Mit einer enormen Beobachtungsgabe und seinem Verstand legt er jedem Gauner das Handwerk. Guy Ritchie (“Bube, Dame, König, grAs”, “Snatch – Schweine und Diamanten”) hat sich nun an eine Neuauflage des Themas gemacht und präsentiert einen ganz anderen Holmes – ein Holmes, der mit bekannten Klischees bricht. Und das ist genau richtig.

Denn tatsächlich ist Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes stets nur frei interpretiert worden. Und dieses Recht nimmt sich auch Guy Ritchie heraus, um einen ganz anderen Film-Holmes zu präsentieren als bis dato bekannt. Und Ritchies Adaption ist viel näher an der Romanvorlage dran, als alle anderen Verfilmungen zuvor. Denn Holmes war ein Supermann seiner Zeit – geistig und körperlich. Selbst den Mordversuch durch seinen Erfinder überlebte Holmes einst, gestärkt durch seine ihn liebende Leserschaft. Richtig gelesen, Doyle hat seinen Helden schlussendlich gehasst und wollte ihn sterben lassen.

Guy Ritchie hat sich nun den Stoff geschnappt und in ein modernes Kinoformat gesteckt. Was nun auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aussieht, ist ein rasant inszenierter und unterhaltsamer Kinofilm, der gleichzeitig die Atmosphäre des viktorianischen Englands einfängt. Doch worum geht es überhaupt?

Nun, Mister Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und sein teurer Freund Doktor John Watson (Jude Law) stellen den Kultisten Lord Blackwood (Mark Strong) just in jenem Augenblick, in dem dieser einen Ritualmord begehen will. Blackwood wird zum Tode verurteilt, verlangt kurz zuvor nach einem Gespräch mit Holmes. Ihm verkündet der Lord, dass Holmes nur ein Mittel zum Zweck sei und noch weitere Morde geschehen werden. Blackwood wird gehängt und für Holmes ist die Sache erledigt. Der hat nämlich ganz andere Probleme.

Busenfreund Watson hat vor zu heiraten und die Wohngemeinschaft zu verlassen. Für Holmes eine Katastrophe, denn nur wenige Menschen kommen mit seiner exzentrischen Lebensweise zurecht. Glücklicherweise taucht Holmes alte Liebe Irene Adler (Rachel McAdams) auf – eine Meisterdiebin – und es gehen Gerüchte um, dass Blackwood wiederauferstanden sei. Nun wird Holmes Neugierde geweckt. Zugleich hofft er auch mit seinem neuen Fall Watson von der Heirat abzuhalten. Aber der hält an seinen Plänen fest, was zu Streit zwischen den beiden Männern führt.

Trotzdem ermitteln sie und plötzlich gibt es zwischen Irene und Blackwoods Auferstehung einen Zusammenhang.Es dreht sich nun alles um einen geheimnisvollen Orden, Rituale, das Schicksal des ganzen Empires und schlussendlich einen mysteriösen Mann, der sogar Irene Angst einjagt …

Diese ganze Geschichte steckt nun in einem Korsett aus Action, Humor und Spannung. Guy Ritchie brennt ein wahres Feuerwerk an originellen alten Ideen ab. Erneut ein Widerspruch, der auf der Leinwand einfach gelungen ist. Denn Ritchie bedient sich an bekannten Elementen des modernen Actionfilms, setzt diese aber leicht verändert in Szene und verpasst der Sache ihren ganz eigenen Stil – der vor allem durch den altertümlich schmutzig-punkigen Stil Londons und der wunderbaren klassisch modernen Musik von Hans Zimmer geprägt wird. Überhaupt ist der Score von Zimmer grandios passend, kommt oftmals mit einer instrumentalen Reduzierung daher, anstatt auf orchestrale Gigantomanie zu bauen.

Wie der gesamte Film, so sind auch die Hauptrollen detailliert ausgearbeitet und überzeugen durch liebevolle Kleinigkeiten die am Rande zu bemerken sind, ohne die Szenerie zu dominieren oder gar aufgesetzt zu wirken. Sei es nun die Drogensucht Holmes oder die Kriegsverletzung von Watson. Bemerkenswert auch die düstere Mystery-Anspielung auf den us-amerikanischen Schriftsteller Edgar Allan Poe (in Wort und Bild, denn es fällt der Name und fliegt der Rabe) und anderen Kleinigkeiten, die zwar Zufall, aber ebenso Absicht sein können (wie die Frage nachdem Doktor, die mit „Wer?“ beantwortet wird und auch als Anspielung auf die viktorianischen Abenteuer aus „Doctor Who“ gesehen werden kann). Guy Ritchie hat hier einen verspielten Actionfilm geschaffen, an dem er sich austoben konnte.

Bemerkenswert sind dabei vor allem Robert Downey Jr. (als Sherlock Holmes) und Jude Law (als Doktor John Watson). Beide spielen ihre Rollen perfekt, gehen darin regelrecht auf. Im körperlichen Spiel fließen Winzigkeiten der Persönlichkeit nebensächlich ein und lassen die Figuren somit authentisch wirken. Aber vor allem im witzig spritzigen Dialog brillieren beide Männer, fesseln mit Wortgefechten oder überraschenden Hieben auf die Nase – ohne es sich krumm zu nehmen. Eine wahre Männerfreundschaft eben. Diese wurde von allzu kritischen Beobachtern gerne mal als homoerotische Verbindung gewertet, wird aber von Ritchie gekontert, da er beiden Männern eine Beziehung gönnt. Holmes hat eine Liebschaft hinter sich, Watson wird bald heiraten. Das sollte alle Missverständnisse aus dem Weg räumen.

Obwohl Law ausgezeichnet spielt, ist es vor allem Downey Jr. der den Film als Holmes überstrahlt. Seine Interpretation der Rolle ist außergewöhnlich, er kreiert sozusagen einen einmaligen Charakter. Das ist zuletzt Johnny Depp als Jack Sparrow in „Fluch der Karibik“ geglückt und war für das Genre ein Glücksgriff. Mit Sherlock Holmes wird erneut ein Ausnahmecharakter in die Kinowelt entlassen und es bleibt zu hoffen, dass die Fortsetzung – der Cliffhanger des Films deutet ja darauf hin – mit einem ebenso starken Robert Downey Jr. punkten wird.

Was Guy Ritchie sehr gut gelingt, ist es die analytischen Fähigkeiten und die Assoziationen des Detektivs für den Zuschauer sichtbar zu machen. Das geschieht mittels schnellen Zwischenschnitten, Rückblenden und Vorschauen. Diese Stilmittel werden genau im richtigen Umfang eingesetzt, beantworten zum Ende hin die offenen Fragen. So geht der körperlich fitte Holmes im voraus einen Boxkampf durch und weiß genau, wie er seinen Gegner ausschalten muss. Oder auch gut gefilmt: Die Verfolgungsszene Irene Adlers, die in der Rückblende explosionsartig an Umfang zunimmt. Einfach und gut gemacht, sehr eindrucksvoll.

Ein wahrer Held braucht natürlich auch einen Schurken. Der wird von Mark Strong als Lord Blackwood gegeben. Allerdings verpasst Strong seiner Rolle dermaßen viel unterkühlte düstere Boshaftigkeit, dass er beinahe schon zu verhalten bleibt und ein wenig farblos vor sich hindümpelt. Dadurch wirkt Blackwood eher harmlos und scheint für Holmes keine echte Herausforderung zu sein. Zwar muss der gute Sherlock das Empire retten, aber sich keineswegs mit einem Verbrechergenie messen. Auch die Einflechtung okkulter Riten durch den Lord machen aus der Rolle keine persönliche Herausforderung für Holmes. Absicht oder Zufall? Bedrohlicher wirkt da nämlich eher der Mann im Hintergrund, der einige Fäden zieht und ein ebenso brillantes Genie ist wie Sherlock Holmes. Er dürfte der nächste, wahre Oberschurke sein, dem sich Holmes stellen muss. Mag sein, dass Ritchie vorher keinen Widersacher installieren wollte, an dem sich die Fortsetzung dann messen lassen müsste.

Auch die weibliche Besetzung agiert ein wenig limitiert und kühl. Dem Film ist die niedrige FSK 12 anzumerken. So werden Actionsequenzen niemals vollends ausgelotet, der Tod zum Ende hin ausgeblendet und müssen auch die Damen mit ihren vorhandenen Reizen leider geizen. Und das, obwohl die fabelhafte Rachel McAdams eine sehr passable Irene Adler gibt. Ein wenig mehr Blut, ein wenig mehr Erotik und ein etwas persönlicher Gegner – der Film wäre perfekt.

So bleibt eine hervorragende Adaption des Stoffes, die näher an der Vorlage ist als die meisten anderen Umsetzungen zuvor. Sauber inszenierte Action, klasse Musik, zwei geniale Hauptdarsteller, augenzwinkernde Einlagen und eine wunderbare Atmosphäre überzeugen auf ganzer Linie. „Sherlock Holmes“ ist ein sehr unterhaltsamer Spielfilm und gehört mit zum Besten, was Guy Ritchie jemals auf die Leinwand gebracht hat.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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DVD-START: EDGE OF LOVE mit Keira Knightley ab 26. Februar neu auf DVD und Blu-ray

Erstellt von Detlef Hedderich am 22. Februar 2010

EDGE OF LOVE

WAS VON DER LIEBE BLEIBT

Die Fashion-Ikonen Keira Knightley („Stolz und Vorurteil“) und Sienna Miller („G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“) in einem gefühlvollen Drama über Liebe, Freundschaft und Verlangen.

Ab 26. Februar 2010 neu auf DVD und Blu-ray Disc!

„Großes Kino“ Der Spiegel
„Bringt die Leinwand zum Glühen“ Brigitte

Zum Inhalt:

edge-of-loveEine zufällige Begegnung im Londoner Kriegs-Alltag 1944: Die junge Vera Phillips trifft in einer Bar ihre Jugendliebe Dylan Thomas wieder. Auf den ersten Blick scheinen sie sich erneut zu verlieben, doch Dylan, ein charismatischer Dichter und Bohemian, ist mittlerweile mit der extravaganten und abenteuerlustigen Caitlin verheiratet. Als das Ehepaar aus Wohnungsnot mit Vera zusammenzieht, entspinnt sich eine spannungsgeladene „Ménage à Trois“, bei der die beiden Frauen nicht nur ihre tiefe Seelenverwandschaft entdecken – Caitlin und Vera werden zu Freundinnen zwischen Verlangen und Vertrauen. Als Vera einen jungen Offizier heiratet, gerät ihre Gefühlswelt endgültig in stürmische Gefilde. Und schließlich steht sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens – zwischen den Männern in ihrem Leben und der Freundin, die sie liebt.

„Edge of Love“ ist die Geschichte einer tiefen, wundervollen Freundschaft. Zwischen Eifersucht und Verrat, zwischen Verlangen und Schuld entwirft Regisseur John Maybury ein bezwingendes und leidenschaftliches Panorama der Gefühle. Mit preisgekrönten Schauspielern wie Keira Knightley („Abbitte“), Sienna Miller („Casanova“) und Cillian Murphy („Unterwegs nach Cold Mountain“) sowie einer liebevoll-detailfreudigen Ausstattung gelang ihm nicht nur das Sittenbild einer Epoche, sondern ein Blick in die Seele zweier Frauen. „Edge of Love“ feierte im Juli 2009 seinen bundesweiten Kinostart.

Weitere Informationen zum Film finden Sie unter: www.edge-of-love.de

Extras:

Originaltrailer, Audiokommentar von Regisseur John Maybury & Darsteller Matthew Rhys, Making of (ca. 10 Minuten), Gag Reel (ca. 5 Minuten), geschnittene Szenen (ca. 8 Minuten)

Regie John Maybury („The Jacket”, „Love is the Devil – Study for a Portrait of Francis Bacon”)

Darsteller Keira Knightley („Stolz und Vorurteil“, „Abbitte“),

Sienna Miller („G. I. Joe – Geheimakte Cobra”),

Cillian Murphy („The Dark Knight”, „Red Eye – Nachtflug in den Tod”),

Matthew Rhys („Love and Other Disasters“)

Filmlänge DVD: ca. 110 Minuten; Blu-ray: ca. 114 Minuten

Bildformat 1.85:1 (16:9)

Tonformat DVD: DTS, Dolby Digital 5.1; Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1

Sprachen Deutsch, Englisch (Untertitel: Deutsch)

26. Februar 2010

OT/Produktionsj. The Edge of Love – England 2008

FSK ab 12 Jahren

Blu-ray Disc
Empf. V
K: € 19,99
Bestellnummer
DBM000008D

EAN-Nummer 4020628974596
Bei Libri
Bei booklooker.de (Blu-ray)

DVD
Empf. VK
: € 14,99
Bestellnummer DVM000548D
E
AN-Nummer 4020628974633
Bei Libri
Bei booklooker.de (DVD)

“Edge of Love” bei Booklooker.de

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Das Haus der Dämonen (DVD)

Erstellt von Michael Drewniok am 19. Februar 2010

haus-der-daemonenDas Haus der Dämonen

Originaltitel: The Haunting in Connecticut (USA/Kanada 2008)
Regie: Peter Cornwell
Drehbuch: Adam Simon u. Tim Metcalfe
Kamera: Adam Swica
Schnitt: Tom Elkins
Musik: Robert J. Kral
Darsteller: Virginia Madsen (Sara Campbell), Kyle Gallner (Matthew Campbell), Martin Donovan (Peter Campbell), Ty Wood (Billy Campbell), Erik Berg (Jonah), Elias Koteas (Reverend Popescu), Amanda Crew (Wendy), Sophi Knight (Mary), John Bluethner (Ramsey Aickman), D. W. Brown (Dr. Brooks), John B. Lowe (Mr. Sinclair) u. a.
Label: Falcom Media
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 12.11.2009 (Leih-DVD) bzw. 10.12.2009 (Kauf-DVD u. Blu-ray)
EAN: 4048317359004 (Leih- u. Kauf-DVD) bzw. 4048317459001 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 98 min. (Blu-ray: 103 min.)
FSK: 16

Das geschieht:

Wir schreiben das Jahr 1987. Das Leben meint es nicht gut mit Sara Campbell: Geld ist knapp, Gatte Peter liebäugelt mit der Flasche, kürzlich sind die Nichten Wendy und Mary vor den Eltern zu ihnen geflohen, und jetzt leidet Matt, der älteste Sohn, unter einer Krebserkrankung, die ihn schnell und tückisch umbringt. Einzige Hoffnung ist eine kaum erprobte Therapie, die jedoch nur im weit entfernten Connecticut angeboten wird.

In ihrer Not beschließen die Campbells, unweit des Krankenhauses, in dem Matt behandelt wird, möglichst kostengünstig ein Haus zu mieten. Leider erweist sich das einzige Gebäude in ihrer Preisklasse als ehemaliges Bestattungsinstitut, dessen Balsamierungskeller nie richtig ausgeräumt wurde. Außerdem war Dr. Aickman, der frühere Hausherr, ein Satanist und Totenbeschwörer, der makabres Schindluder mit den ihm anvertrauten Leichen trieb.

Das muss zunächst vor allem Matt erkennen, dessen Krankheit ihn empfänglich für jene übersinnlichen Schwingungen macht, die das alte Haus erfüllen. Bald wird er aus dem Jenseits als Bezugsperson für widerlich anzusehende Geister angepeilt, unter denen sich einer sogar namentlich vorstellt: Jonah war einst Aickmans Star-Medium, doch als der Doktor es mit seinen nekromantischen Eskapaden übertrieb, wurde Jonah unfreiwillig derjenige, der die Geister, die sein Herr rief, über das Haus brachte.

Den Campbells wird bald Angst & Bange: Türen schlagen, Lampen knistern, Schatten huschen durch die Gänge, während “Buh!”-Musik ertönt und dem armen Matt der hässlich angekokelte Jonah im Nacken sitzt. Glücklicherweise hängt im Krankenhaus am Tropf neben ihm Reverend Popescu, ein Fachmann für das Übernatürliche. Im Bund mit Mutter Sara und Cousine Wendy nimmt Matt den Kampf gegen die Plagegeister auf, die daraufhin in Sachen Dämonenspuk tüchtig aufdrehen …

Spuk für Gläubige & unterhaltungswillige Skeptiker

“Nach einer wahren Begebenheit”: Die Verwendung dieses Prädikats kündet von der erstaunlichen Risikobereitschaft einer Produktionsfirma, die darauf hofft, durch die Nacherzählung einer echten Besessenheit noch einigen neugierigen Zuschauern mehr das sauer verdiente Geld aus der Tasche zu locken. Oder glaubt man sich auf das Wissen stützen zu können, dass weit mehr Menschen an störende Besuche aus dem Jenseits glauben, als sie öffentlich zugeben möchten?

Die Faktendecke ist ebenso bekannt wie fadenscheinig: 1986 zog die recht dysfunktionale Familie Snedeker ins Städtchen Southington, US-Staat Connecticut, und dort in das alte Hallahan-Haus, das sich als ehemaliges Bestattungsinstitut entpuppte. Diese Tatsache drückte zwar den Mietpreis, hatte aber zuvor nie für Aufregung der nun bald laut werdenden und von den Medien begierig aufgegriffenen Art gesorgt: Nach Auskunft der Eltern Carmen und Allen Snedeker, deren Aussagen von ihren Kindern und den ebenfalls eingezogenen Nichten bekräftigt wurden, trieben Poltergeister und/oder Dämonen ihr Unwesen in dem alten Gemäuer. Sie machten nachts Lärm, stahlen Kruzifixe und gingen schließlich erst Carmen und dann sogar Al an die Unterwäsche.

Mit den Medien erschienen ‘Parapsychologen’. Unter ihnen: die selbst ernannten Top-Geisterjäger Ed und Lorraine Warren, die u. a. schon die Geheimnisse des Amityville-Spukhauses (nicht) gelüftet hatten, sowie der Buchautor Ray Garton, der ein zum Bestseller gewordenes ‘Sachbuch’ über die Heimsuchung der Snedekers schrieb, für das er sich heute so schämt, dass er nicht mehr damit in Verbindung gebracht werden möchte.

Nach zweieinhalb angeblich turbulenten Jahren zogen die Snedekers um, und in Southington kehrte (angeblich nach einem Exorzismus) schlagartig Ruhe ein. (Sieht man von der Invasion zahlreicher Geister-Touristen ab, die einen Blick auf das berüchtigte Spukhaus werfen wollten – und wollen.) Carmen Snedeker – inzwischen geschieden – ist heute als “Geist(er)führerin” tätig.

Medienspuk hilft filmischem Durchschnitt

Diese Vorgeschichte macht aus dem Hallahan-Institut beim besten Willen kein zweites Amityville-Haus. Aber es bedarf nur einiger Dreistigkeit im Umgang mit der Wahrheit sowie der Arbeit zweiter routinierter Drehbuchautoren, um ein wenig Schwung in die Geschichte von der “Heimsuchung in Connecticut” zu bringen.

Macht man so etwas richtig, kann man sogar auf Ideen verzichten. Genau das zeichnet “Das Haus der Dämonen” denn auch aus: Adam Simon und Tim Metcalfe tun exakt das, was sie im Interview lächelnd leugnen, und klauben aus der Geschichte des Spukhaus-Films diejenigen Elemente hervor, die schon früher funktioniert haben. Der erfahrene Zuschauer mag sich den Spaß machen und die Titel der auf diese Weise ‘ausgeschlachteten” Filme auflisten. Zwar ist solches Ausborgen ein traditionsreiches Vorgehen in Hollywood, doch die Gleichgültigkeit, mit der selbst junge Regisseure und Drehbuchautoren den Zuschauer mit Mittelmaß abspeisen, wirkt trotzdem erschütternd. Es gibt nicht einmal (bis auf die für den Horrorfilm immer nützliche Abwesenheit von Handys) einen guten Grund dafür, die Geschichte 1987 spielen zu lassen.

Womit keineswegs gesagt ist, dass dieser Film nicht unterhalten kann oder handwerklich schlecht geraten ist. Hollywood stößt sauber aus dem Klischeeblech gestanzten Durchschnitt quasi fabrikmäßig aus. “Das Haus der Dämonen” ist zwar bar jedes originellen Einfalls, wurde aber flott und kundig inszeniert, routiniert gespielt und anständig getrickst.

Routinejob für echte Schauspieler

Manchmal ist das Glück auch mit dem nicht ganz so Tüchtigen. In unserem Fall beinhaltet das die Entscheidung, für die Hauptrolle der Sara Campbell eine echte und richtig gute Schauspielerin zu engagieren: Virginia Madsen ist eine Veteranin ihres Metiers und immer noch gut im Geschäft. In Hollywood, dem Mikrokosmos des Jugendwahns und der plastischen Chirurgie, wo ein Darsteller-Jahr etwa zehn Lebensjahren entspricht, ist das keine Selbstverständlichkeit, zumal Madsen zumindest im Hüftbereich keine Konzessionen an zwar ungeschriebene aber mehr oder weniger zementierte Regeln macht.

Die Sara Campbell spielt Madsen ohne Probleme und überzeugend, was besondere Anerkennung verdient, weil eine solche Rolle – in der Not religiös gewordenes Muttertier hält im Alleingang Problemfamilie auf Kurs und nimmt es auch noch mit Geistern auf – sehr schnell ins übertrieben Lächerliche abrutschen kann, wovor Madsen sie bewahrt.

Kyle Gallner profitiert von der Krankheit, die er mimen muss. Das mag zynisch klingen, doch da auch er trotz seiner Jugend ein erfahrener Schauspieler und seine Rolle sorgfältig ausgearbeitet ist, kann er recht gelassen den bleichen Todeskandidaten geben.

Weniger vom Glück & vom Drehbuch begünstigt sind die übrigen Darsteller. Martin Donovan fällt als hart geprüfter und für zu weich befundener Vater einmal in die Wodka-Flasche, aber nachdem Clan-Chefin Sara ihm dafür mächtig den Kopf gewaschen hat, findet er umgehend in die Nebenrolle des treusorgenden aber selten anwesenden Ernährers zurück.

Donovan kann sich noch glücklich schätzen, wie der arme Elias Koteas erfahren musste. Einmal abgesehen von der ziemlich geringen Chance, über einen Dämonen-Kundler und Exorzisten quasi zu stolpern, wirkt Koteas in der ausgelaugten Rolle des leicht überforderten aber in der Krise glaubensstarken Priesters (und unter seinem lächerlichen Pepita-Hütchen) eher von allen Geistern verlassen.

Überstunden für die Kulissenbauer

Obwohl “Das Haus der Dämonen” in Connecticut spielt, wich das Drehteam in das kostengünstigere Filmland Kanada aus. In der Provinz Manitoba ließ sich im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets das Hallahan-Haus weitgehend originalgetreu nachbauen. Das Innere entstand im Filmatelier; es entspricht allen Klischees eines verwunschenen Hauses, was dieses Mal durchaus anerkennend gemeint ist.

Auch die Filmtricks sind gut geraten. Altmodische aber eindringliche Prothesen- und Maskentricks werden durch dosierte CGI-Hexereien ergänzt aber nicht verdrängt. Da auch möglichst junge Zuschauer für das Werk bezahlen sollen, hielten sich die Tricktechniker etwas zurück. So wirken die seit immerhin sechzig Jahren in den Wänden des Hauses verwesenden Leichen erstaunlich frisch.

Traurig aber heute üblich ist jene Bearbeitung, der sich darauf richtet, die sorgfältig in Szene gesetzten Unheimlichkeiten nachträglich zu entschärfen. Damit die rächenden Geister nicht gar zu gruselig wirken, wurden sie für die Kinofassung künstlich ‘entfärbt’. Auf diese Weise verschwanden jugendgefährdende Blutflecken, die erst in der “Uncut”-Edition wieder rot zurückkehren. Solche Absurditäten sollte der Zuschauer mit Humor nehmen, da Ärger oder Grübeleien über die ‘Logik’, die hinter solchen Entscheidungen stecken mag, ohnehin zwecklos bleiben.

DVD-Features

An Extras wurde lobenswerterweise nicht gespart. Freilich sind die meisten Features recht obskur. Immerhin beginnt es konventionell: mit einem “Making-Of” zum Hauptfilm (“Zwei tote Jungen”), das man gesehen haben muss, weil es erstaunlich ist, wie viel Unfug sich in nur einer Viertelstunde verzapfen lässt! Jenseits der lästigen aber üblichen gegenseitigen Lobhudeleien – wie der Zufall so spielte, sind sich nur die Besten ihrer Branchen und gleichzeitig liebeswertesten Menschen dieses Planeten auf dem Set begegnet – entblöden sich die interviewten Darsteller, Drehbuchautoren und sonstige Mitarbeiter nicht, von ‘unheimlichen’ Vorfällen während der Filmarbeit zu munkeln: Mysteriöse Geräusche ertönten, der Fernseher sprang in der Nacht plötzlich an, es wurde schlagartig kalt in einer Ecke der Abstellkammer; die Peinlichkeiten wollen kein Ende nehmen.

Unter dem Titel “Bloße Einbildung? Was steckt hinter paranormalen Erscheinungen?” dürfen Para-Psychologen u. a. ‘Experten’ 13 (!) Minuten düster und unter sorgfältiger Umgehung nachprüfbarer Fakten über Geister und sonstige Repräsentanten jener Welt schwadronieren, die sich (nach Ansicht des Rezensenten) primär dort einstellen, wo die ärztlich verordnete Einnahme hilfreicher Psychopharmaka verweigert bzw. durch die Selbstkur mit Hilfe hochprozentiger Alkoholika ersetzt wird.

Dazu passt eine zweiteilige ‘Dokumentation’ (“Ein wahr gewordener Albtraum: Erneuerte Nachforschungen”), in der viele jener Zeitgenossen, die es 1986 ins wahre Haus der Dämonen verschlug, noch einmal ihre oft erprobten Geschichten erzählen dürfen. Eingeleitet wird dies durch eine Erklärung, aus der hervorgeht, dass sich die Firma Lionsgate, die “Das Haus der Dämonen” vertreibt, keineswegs mit den nun folgenden Aussagen identifiziert, was sehr bezeichnend und schnell auch verständlich ist: Diverse Mitglieder der Familie Snedeker sowie die ‘Geisterforscherin’ Lorraine Warren kochen den abgestandenen Brei vom Spuk im Hallahan-Haus auf, während die ehemaligen (und aktuellen) Nachbarn von keinerlei Auffälligkeiten, sondern höchstens von mentalen Dachschäden der Snedekers berichten.

Von allgemeinem Interesse ist endlich der Beitrag “‘Memento Mori’: Die Geschichte der postmortalen Photographie”, die wohl als wissenschaftliches Feigenblatt für die anderen Features dient. Stanley Burns, ein ausgewiesener Experte für das Thema, berichtet elf Minuten über die Tradition der US-amerikanischen Gedenk-Fotografie des 19. Jahrhunderts: Trauernde Eltern, Familienangehörige oder Freunde ließen sich mit ihren verstorbenen Kindern, Brüdern usw., die dafür möglichst ‘lebensecht’ hergerichtet wurden, fotografieren.

Die Features werden durch sechs “deleted scenes” abgerundet, deren Tilgung Regisseur Peter Cornwell per Audio-Kommentar erläutert.

Hier ist “Das Haus der Dämonen” im Internet präsent.

P. S.: “A Haunting in Connecticut” spielte weltweit 76,5 Mio. Dollar ein – eine stolze Summe, die eine gesunde Gewinnmarge garantierte. Die Folge ist typisch für Hollywood: Man sieht sich 2010 in “The Haunting in Georgia”!

[md]

Titel bei booklooker.de (DVD)
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Preisrätsel/Gewinnspiel 5 x 1 -DVD:
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden:
In welchem Jahr spielt die Geschichte des Films? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald dreissig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Gewonnen haben: Caroline Schleich, Mark Käumlin, René Rösner-Jansen, Werner Koblechner und Ulrich weber. Herzlichen Glückwunsch!

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Evil Ground – Fluch der Vergangenheit

Erstellt von Michael Drewniok am 18. Februar 2010

evil-groundEvil Ground – Fluch der Vergangenheit

Originaltitel: Hallowed Ground (USA 2007)
Regie u. Drehbuch: David Benullo
Kamera: Keith J. Duggan
Schnitt: Yale Kozinski
Musik: Neil Acree
Darsteller: Jaimie Alexander (Elizabeth Chambers), Brian McNamara (Sheriff O’Connor), Nick Chinlund (Jonas Hathaway), Hudson Leick (Sarah Austin), Chloe Grace Moretz (Sabrina), Ned Vaughn (Deputy Mark Simmons), Jim Cody Williams (Earl), Ethan Phillips (Prediger), Tamara Clatterbuck (Kellnerin), Dan Warner (Officer Chandler), Ryan Honey (Sabrinas Vater), Walter Phelan (Vogelscheuche) u. a.
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sunfilm Entertainment
Erscheinungsdatum: 08.01.2010 (Kauf-DVD)
EAN: 4041658222907 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 83 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Die Beziehungen zwischen den Provinzstädtchen Hope und Liberty sind etwas angespannt, seit die Einwohner von Liberty 1896 entdecken mussten, wo die vielen rätselhaft verschwundenen Mitbürger gelandet waren: Der irrsinnige Prediger Jonas Hathaway hatte sie im Bund mit den ihm hörigen Männern und Frauen von Hope lebendig an Kreuze schlagen und diese in den riesigen Maisfeldern um die Stadt aufstellen lassen; mit diesen Menschenopfern wollte er die Ernte sichern.

Von den wütenden Bürgern aus Liberty wurde Hathaway gekreuzigt und verbrannt, doch sein Geist blieb in der Erde lebendig, in der man seine verkohlten Überreste verscharrte, und wartet auf die Chance zur Wiedergeburt. Auch im 21. Jahrhundert blieben die Menschen in Hope ihrem Prediger und der Opfer-Tradition treu. Außerdem hält man die Augen nach einer passenden Kandidatin auf, in deren Baby Hathaways Geist fahren soll.

Die junge Elizabeth Chambers, die ein Motorschaden in Hope festsetzt, soll diese Rolle übernehmen. Erst vor fünf Wochen hat sie ihr Kind verloren und steht deshalb dem Plan denkbar ablehnend gegenüber. Der Reporterin Sarah Austin ist es inzwischen versehentlich gelungen, Hathaway aus seinem Grab zu beschwören. Er hat die Gestalt einer Vogelscheuche übernommen, die nun auf der Suche nach Liz – und nebenbei nicht in den Inkarnations-Plan eingeweihte Hope-Bürger niedermetzelnd – durch die Nacht schleicht.

Weil der Sheriff und seine Deputys mit der im Horrorfilm der B-Kategorie üblichen Begriffsstutzigkeit geschlagen und bald tot sind, muss Liz sich selbst ihrer Haut wehren, was schwer ist, da überall Hathaways Schergen lauern und es plötzlich auch ein kleines Mädchen zu retten gilt. Bis zum Morgengrauen gilt es durchzuhalten, denn erst dann muss der Geist des Predigers unverrichteter Dinge zurück in sein Grab …

Gottes Strafe für allzu vergnügungssüchtige Zuschauer?

Man muss den Prediger Hathaway korrigieren: Diese Welt ist weniger ein Ort des Bösen als des Blöden! Der Preis für diese Erkenntnis ist für die Unglücklichen, die an diesen Film geraten, leider identisch mit der Strafe für dessen Sichtung: Sie verlieren auf unerfreuliche Weise anderthalb Stunden ihres Lebens, die sich zudem subjektiv wie eine Ewigkeit hinziehen. Anders ausgedrückt: „Evil Ground“ gehört definitiv zu den Filmen, die niemand sehen will. Trotzdem werden sie immer wieder gedreht. Sie entstehen für Versender, deren Programmhunger unersättlich ist. Billig müssen solche Streifen bleiben, nicht über 90 Minuten lang sein und für eine Inhaltsangabe taugen, die möglichst viele Zuschauer lockt.

Zugegeben: Theoretisch klingt die Story gar nicht schlecht. Mumien und Monster bedrohen seit jeher angstvolle Mitmenschen, und auch Vogelscheuchen tragen ihren Teil zum unterhaltsamen Verderben bei. Sie sind sogar prädestiniert als Angstfiguren, wie sie vor allem in der Dämmerung viel zu menschenähnlich in alten Kleidern und mit gesenktem ‚Köpfen‘, doch ohne Gesichter trügerisch still auf galgen- oder kreuzähnlichen Gestellen hängen oder stecken und auf unvorsichtige Zeitgenossen zu warten scheinen, die sich ihnen nähern …

Praktisch wirft die Vogelscheuche kaum Schwierigkeiten auf, denn hinter ihrer Maske kann sich ein Darsteller gut und kostengünstig verbergen. Einige Strohhalme schauen aus Ärmeln und Hosenbeinen heraus – fertig! Die Gestaltung der Hathaway-Scheuche gibt denn auch keinen Grund zum Tadel. Leider muss sie durch eine krude Variante des „Kinder des Zorns“-Plots hetzen, die mit viel zu gut abgehangenen Horror-Standards versetzt und verseucht ist. An keiner Stelle darf der frustrierte Zuschauer eine Überraschung entdecken. Sollte er zwischenzeitlich einnicken, ist es erschreckend einfach, nach dem Wecken (weil der empörte Sitznachbar nicht allein leiden will) den Anschluss an die Handlung zu finden.

Kamera! Licht! Action! – Drehbuch?

Fast möchte man David Benullo in Schutz nehmen. Welcher Nachwuchs-Filmer würde ein Angebot ausschlagen, das eigene Drehbuch in bewegte Bilder umzusetzen? Womöglich löste der Verstand durchaus Alarm ob der Tatsache aus, dass für „Evil Ground“ nur ein Budget von 1,5 Mio. Dollar zur Verfügung stand, doch Debütant Benullo nahm die Herausforderung an bzw. erlag der Versuchung.

Hochmut kommt vor dem Fall, heißt ein zur Binsenweisheit verkommenes Sprichwort, dessen Treffsicherheit sich freilich nicht leugnen lässt. Zumindest der Zuschauer weiß schnell, dass Benullos Drehbuch keineswegs über 90 Minuten trägt, aber hat auch der Regisseur seine Lektion begriffen? Regie beinhaltet die stringente Umsetzung einer tauglichen Geschichte und erfordert die Führung von Schauspielern, die der Handlung buchstäblich Leben einhauchen – oder einhauchen könnten, wenn sie nicht wie in unserem Fall vom eigenen Regisseur in Zusammenarbeit mit dem Kameramann sabotiert werden. Man kann nur als Selbstschutz (aber trotzdem voller Schmerz) die Augen schließen, wenn beispielsweise offenbart wird, was Benullo unter einer Verfolgungsjagd versteht: Nach seinem Startschuss beginnen die Darsteller der spinnerten Sekten-Bürger, plan- und sinnlos kreuz und quer durch das Maisfeld zu stolpern, das die hauptsächliche Kulisse darstellt: Der Slapstick der Stummfilm-Ära ist offensichtlich noch sehr lebendig!

Man hätte ja auch etwas Anständiges lernen können …

Ist dies der Gedanke, der den Darstellern kollektiv durch die Köpfe schoss, als sie endlich merkten, in welchen Film ein böses Schicksal (oder ihr Agent) sie geschickt hatte? Irgendwie tragisch mutet es an, dass keineswegs die in Filmen dieser Güteklasse üblichen Null-Mimen vor die Kamera traten. Jung-Schauspielerin Jamie Alexander wirkt durchaus überzeugend in ihrer Klischee-Rolle als flüchtender Baby-Ofen. Hudson Leick gefällt als hübsche aber überdrehte Reporter-Blondine. Für wenige Augenblicke des Vergnügens kann sie sorgen, wenn sie Liz mit unguter Intensität und manischem Grinsen die Gruselgeschichte vom kreuzigungsgeilen Prediger Hathaway erzählt. Viel zu früh ereilt sie ein – natürlich – schlecht in Szene gesetztes Ende. Heimisch dürfte sich Tamara Clatterbuck – sie heißt wirklich so – gefühlt haben; ihre Laufbahn begann 1988 mit dem Horror-Heuler „Hobgoblins“, der vielleicht noch bescheuerter als „Evil Ground“ geraten ist.

Absolut profillos bleiben die männlichen Darsteller. Als Sheriff O’Connor ist Brian McNamara entweder überfordert, bewusstlos oder vom Teufel besessen. Nick Cinlund bemüht sich vergeblich, der ausgelaugten Rolle des fanatischen Priesters Leben einzuhauchen. Im Gedächtnis bleibt höchstens Jim Cody Williams als jovialer Tankwart Earl, dem in einer der durchweg gruselig misslungenen ‚komischen‘ Episoden versehendlich eine Hand ans Kreuz genagelt wird. Glücklich darf sich Walter Phelan schätzen – er muss zwar unter der Maske der Vogelscheuche schwitzen, bleibt aber wenigstens unerkannt.

Faule Tricks sind keine Spezialeffekte!

Wird die Ödnis der Handlung wenigstens durch blutige Ekeleien aufgelockert? Wer bisher hierher gelesen hat, wird bereits ahnen, dass dies eine rhetorische Frage ist. Die entsprechenden Effekte sind budgetbedingt lächerlich geraten und werden obendrein so ungeschickt inszeniert, dass jeglicher Schreck verpufft.

Der stellt sich allerdings ein, wenn CGI-Technik zum Einsatz kommt. Es fällt schwer zu entscheiden, welche Bilder nachhaltiger jede Grusel-Stimmung töten. Sind es die künstlichen, der Erdschwerkraft trotzenden Flammen oder die grausig schlecht ‚animierten‘ Cartoon-Krähen, die jenem Komitee gemeldet gehören, das alljährlich die „Goldene Himbeeren“ für die miserabelsten Leistungen im Filmgeschäft verteilt?

Bleibt abschließend die Frage, wieso „Evil Ground“ eine „FSK-18“-Einstufung erfuhr. Selbst den verbohrtesten Saubermännern und –frauen dieser Zensurbehörde kann die Dürftigkeit der zudem zahlenarmen Splattereien nicht entgangen sein; die kaum Video-Standard erreichende Bildqualität sorgt für das Verschwimmen letzter Details. So mag das Label, in dessen Programm diese Gurke geriet, dreist und verzweifelt die Flucht nach vorn er- und zu einem alten Trick gegriffen haben: Was erst „ab 18“ freigegeben ist, zieht zumindest den noch unerfahrenen Zuschauer magisch an. Bis sich im Kreis der potenziellen Käufer herumgesprochen hat, welches Kasperle-Theater „Evil Ground“ darstellt, hat man hoffentlich die Gewinnzone erreicht!

Anmerkung

„Hallowed Ground“ lautet der Originaltitel dieses Streifens. Korrekt übersetzt bedeutet dies „Heiliger Boden“, was im Kontext der Handlung seinen Sinn ergibt. Für die deutsche Fassung zermarterten sich offenbar die üblichen Verdächtigen, d. h. haargegelte Marketing-Spezialisten, ihre Zwergenhirne, verwarfen allzu deutsche = uncoole Titel und kreierten das denglisch-moderne „Evil Ground“. Müll bleibt indes Müll, auch wenn man ihn nett verpackt …

DVD-Features

Das geplagte Publikum darf dankbar sein: Nachdem es bereits dem Irrglauben verfiel, dass „Evil Ground“ das Anschauen lohnt, bleibt es von Extras zum Hauptfilm vollständig verschont; vermutlich wollten alle Beteiligten dieses trübe Kapitel ihres Lebens möglichst rasch hinter sich lassen …

[md]

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Lisa Fitzpatrick “Avatar” (Hardcover aus dem Knesebeck-Verlag)

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. Februar 2010

Avatar
Fitzpatrick, Lisa

James Cameron – Die Entdeckung einer neuen Dimension
Vorwort von Landau, John. Übersetzt von Kretschmer. Einführung von Jackson, Peter. Nachwort von Cameron, James
Verlag : Knesebeck
Website: http://www.knesebeck-verlag.de
ISBN : 978-3-86873-189-7
Einband : gebunden
Preisinfo : 19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 34,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang : 108 S., 120 farb. abb. – 25,4 x 30,0 cm
Erschienen : 11.2009
Titel bei buch24.de

Am 17. Dezember 2009 hat James Camerons neues Meisterwerk Avatar – Aufbruch nach Pandora, weltweit die Kinosäle erobert! Der Film, der in revolutionärer 3D-Technik gedreht wurde, entführt uns auf einen fremden Planeten jenseits der Grenzen unserer Vorstellungskraft. Gemeinsam mit dem Protagonisten, Ex-Soldat Jake Sully, taucht der Zuschauer ein in eine fantastische Welt exotischer Lebensformen und geht auf eine Reise voller Gefahren und Entdeckungen.

Das offizielle Begleitbuch zum Film bietet einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen dieses epischen Fantasy-Abenteuers. Anhand von über 100 exklusiven Filmbildern, Zeichnungen, Entwürfen und Skizzen wird der faszinierende Entwicklungsprozess, der hinter der Erschaffung der einzigartigen Landschaften, atemberaubenden Luftschlachten und fantastischen Geschöpfe steht, verdeutlicht. Interviews mit Art Direktoren, Visual Effect Designern, Zeichnern und Kostümdesignern zeigen die kreativen und technischen Herausforderungen hinter Avatar.

Die Aufgabe zum Preisrätsel 3 x 1 Exemplar:

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Warum wollten Chinas Propagandabehörden «Avatar» vorzeitig in China auslaufen lassen und nicht weiter in den Kinos zeigen? (Die Antwort dazu findet sich auf unserer Homepage!) Sobald 20 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 3 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Vanessa Pafferath, Yannica Östlind, Natalie Qulitz. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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