Wenn man sich zuerst einmal anschaut wer hinter der Serie “Divine Gate” steckt, dann lässt das schon vor Freude mit der Zunge schnalzen. Studio Pierrot (“Naruto”, “Tokyo Ghoul”) ist keine unbekannte Größe und auch Regisseur Noriyuki Abe hat sich mit “Black Butler” und “Bleach” seine Sporen verdient. Da kann “Divine Gate” ja nur gut sein, oder…?

Grundlegend geht es in der Serie darum, dass sich das Wünsche erfüllende Divine Gate öffnete. Dadurch verband sich eine mystische Welt mit der Menschenwelt. Einige Menschen verfügten plötzlich über außergewöhnliche Kräfte und Chaos brach aus. Das World Council brachte die Ordnung zurück und das Divine Gate geriet in Vergessenheit. Seitdem werden spezielle Kinder in der Akademie in übernatürlichen Fähigkeiten ausgebildet. Diese Kinder versuchen das Divine Gate zu erreichen, um mit ihren Wünschen die Welt zu verändern.

Soweit die grundlegende Geschichte. Im Bereich der Animes ist man einige haarsträubende Stories gewöhnt. Aber “Divine Gate” kommt mit einem besonders fetten wtf daher. Ein Ding das Wünsche erfüllen kann gerät in Vergessenheit? Alleine schon der Gedanke an ein solch ultimatives Ding, dass die Welt nur in Chaos stürzte, aber dann konnte das jemand in Ordnung bringen? Da waren wohl sehr viele Leute zu doof zum Wünschen oder die Macher zu beschränkt, um den menschlichen Geist auszuloten. Und am Ende läuft es dann doch wieder auf ein paar emotional geschädigte Teenager hinaus, die das Japano-Hogwarts besuchen und die Welt zu retten versuchen.

“Divine Gate – Vol. 1” behandelt in drei Episoden erst einmal den Beginn der Geschichte. Und dieser Anfang ist ziemlich verwirrend, da kein ordentlicher Faden, an dem sich die Handlung entlangziehen kann. Es kommen die typischen Klischees bei den Figuren zum Tragen, es gibt eine gemeinsame Mission, um zu erkennen wie wichtig Zusammenarbeit ist (und um die Figuren zusammenzuschweißen) und dann auch noch der obligatorische Rückblick, um für vermeintliche Charaktertiefe zu sorgen.

Nein, gelungen ist das alles nicht. Um einen Haken auszuwerfen und dann Fans an Land zu ziehen, dafür reicht “Divine Gate – Vol. 1” nicht aus. Hier dürften wohl nur die hartgesottenen Animefans am Ball bleiben und hoffen, dass sich das nach hinten raus ändert. Kleiner Spoiler: Nein, passiert nicht. Wenigstens sind die Zeichnungen modern und weitgehend gelungen, ebenso weiß die deutsche Synchronisation zu gefallen. Alles andere fällt aber, leider, gewaltig ab – unter anderem auch einige Animationen. Wahrscheinlich gab es von Seiten Noriyuki Abes und Studio Pierrot eine Vision wohin die konfuse Story führen soll, aber vermittelt bekommen sie diese nicht. Aber bereits der Auftakt zeigt ja, wohin der Hase läuft und anschließend tot im Pfeffer liegt.

Unterm Strich eine Serie für Hartgesottene, die einfach alles schauen oder nicht verstehen, dass der Kaiser nackt ist.

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Bildmaterial © CGungHo Online Entertainment,Inc./Divine Gate World Council

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Divine Gate – Vol. 1

Regisseur: Noriyuki Abe
Format: Limited Edition
Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Nipponart (AV Visionen)
Erscheinungstermin: 31. März 2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 75 Minuten