Verleih: Fox
Land/Jahr: USA 2008
Regie: M. Night Shyamalan
Darsteller: Mark Wahlberg, Zooey Deschanel, John Leguizamo
Kinostart: 12. Juni 2008

Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Regie: M. Night Shyamalan
Drehbuch: M. Night Shyamalan

Produktionsfirmen: 20th Century Fox, Blinding Edge Pictures, UTV Motion Pictures
Produzenten: Barry Mendel, Sam Mercer, M. Night Shyamalan

Kamera: Tak Fujimoto
Schnitt: Conrad Buff IV
Musik: James Newton Howard
Produktionsdesign: Jeannine Claudia Oppewall
Kostüme: Betsy Heimann

Der Film startet ganz harmlos in einem Park, in dem zwei Frauen auf einer Bank sitzen und in ihre Bücher vertieft sind. “An welcher stelle war ich gerade?” – nach einer sehr ausführlichen Antwort hört man entfernt einen Schrei. Auf die Frage ob sie das auch gehört hätte fragt die erste Frau nur erneut “An welcher stelle war ich gerade?” und schaut ausdruckslos nach vorne.

Verwundert schaut sich ihre Freundin um … irgendwie scheint die Zeit um sie herum stehen geblieben zu sein, denn alle Menschen stehen auf der Stelle. Während man sich noch fragt was eigentlich los ist, nimmt die immer noch ausdruckslos blickende Freundin ihre (große) Haarnadel und setzt sie an ihrem Hals an – Schnitt!

Gleiche Stadt – nur ein paar Meter weiter an einer Baustelle – erzählt ein Bauarbeiter einen schweinischen Witz, als das Lachen von einem Einschlag hinter der Gruppe übertönt wird. Als sich die Arbeiter der Einschlagstelle nähern wird die Vermutung Gewissheit: Ein Kollege ist abgestürzt. Noch während der Notarzt verständigt wird gibt es einen weiteren Einschlag, knapp darauf noch einen. Der eben noch heitere Witzeerzähler schaut mit Tränen in den Augen nach oben, wo seine Restlichen Kollegen auf dem Weg in Tiefe sind …

Ein guter, überraschender, aber auch schockierender Anfang – wann hat man schließlich schon so viele individuelle Selbstmorde gesehen?

Medien und Regierung sind machtlos – keiner weiß wo es herkommt, was es ist oder was man dagegen tun kann. Sicher ist nur: Es gibt drei Symptome. Sprachliche Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit und das abschalten des stärksten aller menschlichen Triebe – dem Selbsterhaltungstrieb.

Die erste Vermutung ist natürlich ein Terroranschlag, doch als nach und nach immer kleinere Städte und auch Dörfer auch davon betroffen sind wird diese Theorie verworfen.

Das Damoklesschwert der Ungewissheit (was löst dieses ”Happening” aus) hängt lange Zeit in der Luft. Doch auch nachdem diese Fragen geklärt ist, schafft es Shyamalan gekonnt, die Spannung aufrecht zu erhalten, denn diese Bedrohung ist kein Monster aus einer Märchenwelt oder nur ein Schreckgespenst – sie ist erschreckend präsenter als alles bisher Bekannte.

Die Handlung in “The Happening” spinnt sich, ähnlich wie in “Signs”, um eine kleine unbedeutende Gruppe, die in dieser sich zuspitzenden Lage nur das versucht was alle versuchen – zu überleben. Der Protagonist Elliot (Mark Wahlberg), ein Naturkundelehrer und seine Frau Alama (Zooey Deschanel) fliehen zusammen mit Elliots Lehrerkollegen Julian (John Leguizamo) und dessen Tochter mit dem Zug vor diesen tödlichen Phänomenen. Doch der Zug erreicht sein Ziel nicht …

So schafft es M. Night Shyamalan die Ereignisse aus der Sicht von “ganz normalen Leuten” zu zeigen, mit denen sich der Zuschauer schnell identifizieren kann. Sicher sind hier keine weltverändernden Heldentaten zu erwarten, noch hochgreifende Dialoge – und das ist auch gut so. Denn der eigentliche Star des Films ist und bleibt das “Happening”.

Für hartgesottene Horror/Splatter-Konsumenten sind diese Selbstmorde doch eine andere Qualität, man spürt ein großes Maß an Hilfslosigkeit. Was würde man selber machen? Ein weiterer Aspekt, der das Unbehagen weiter schürt ist, dass Menschengruppen das ”Happening” anziehen. So gibt es keine Sicherheit in der Gruppe – man ist auf sich alleine gestellt.

Alles in allem ist ”The Happening” ein gelungener Film, der den Zuschauer durch ein ungewönliches Setting – die Selbstmorde und die ständige Gefahr – die ganze Zeit über in seinen Bann ziehen kann. Danke Mr. Shyamalan – absolut empfehlenswert, wenn man sich auf die Situation einstellen kann!

Anmerkung
Laut Schnitteberichte.com ist die deutsche Kinofassung 60 Sekunden kürzer als das Original.

(c) 2009 by Björn Scheyer

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Besprechung auch erschienen bei Fantasyfreaks.de