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Archiv für die 'Animation & Trick' Kategorie

Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster – Staffel 1-3

Erstellt von Redaktion am 10. Februar 2010

Bei Libri.dePrimeval: Rückkehr der Urzeitmonster – Staffel 1-3

Produktionsland: Großbritannien
Originalsprache: Englisch
Produktionsjahr: seit 2007

Darsteller: Douglas Henshall, Lucy Brown, Andrew Lee Potts
Regisseure: Jamie Payne, Cilla Ware
Komponist: Dominik Scherrer

Format: PAL, Box-Set
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Episoden: 23 in 3 Staffeln
Spieldauer: 1045 Minuten
Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
Erscheinungstermin: 2009

Neben den us-amerikanischen Science-Fiction-Serien, behaupten sich zunehmend auch Serien aus Großbritannien auf dem internationalen Markt. Der britische Fernsehsender ITV1 schickt seit einigen Jahren „Primeval“ ins Rennen um die Einschaltquoten und liegt damit weit vorne. So erreichten die ersten beiden Staffeln bei ihrer Erstausstrahlung in Großbritannien im Schnitt mehr als sechs Millionen Zuschauer, in Deutschland waren es immerhin mehr als zwei Millionen Menschen, die einschalteten. Deutsche Premiere feierte „Primeval“ auf PRO7 und wurde dann ab Januar 2010 auf Kabel 1 wiederholt. Aus dem Hause Polyband & Toppic Video/WVG stammt nun eine Staffelbox, in der die ersten drei Staffeln enthalten sind. Das macht insgesamt dreiundzwanzig Episoden mit einer Gesamtspieldauer von 1045 Minuten. Stellt sich nur die Frage, wie unterhaltsam diese Minuten sind.

Die erste Staffel der Serie umfasst gerade mal sechs Episoden und ist damit die kürzeste Staffel. Im Zentrum der Handlung steht vor allem die Charaktervorstellung und das zentrale Handlungselement: Die Urzeitmonster, die durch eine Anomalie aus der Vergangenheit in unsere gegenwärtige Welt stolpern. Durch Absicht und Zufall formiert sich hier ein Team, dass im Auftrag der britischen Regierung diese Monster jagt, Schlimmes verhindert und die Anomalien erforscht.

Kopf des Teams ist der Wissenschaftler Nick Cutter (Douglas Henshall). Er ist Evolutionsbiologe und arbeitet zusammen mit seinem Assistenten Stephen Hart (James Murray) an den Vorfällen. Im Verlauf der sechs Episoden kommt heraus, dass die beiden Männer mehr als nur Freundschaft verbindet. Vor allem Cutter erfährt, dass es für ihn eine ganz persönliche Verbindung zu den Anomalien gibt, denn seine verschollene Frau Helen (Juliet Aubrey) scheint in einer dieser Anomalien verschwunden zu sein.

Mehr zufällig schließt sich der junge Student Connor Temple (Andrew-Lee Potts) dem Team an. Er ist etwas ungeschickt, intelligent und über beide Ohren in Abby Maitland (Hannah Spearritt) verliebt, die er in der ersten Episode kennenlernt. Abby ist Tierpflegerin und wird zufällig in die Ermittlungsarbeiten hineingezogen. Dank ihren Fähigkeiten gehört sie schnell zum harten Kern der Truppe. Das Team steht unter der Leitung von Claudia Brown (Lucy Brown), einer Mitarbeiterin des Innenministeriums, die wiederum Sir James Peregrine Lester (Ben Miller) untersteht, einem humorlosen Bürokraten.

Die Aufgabe des Teams ist es nun auffälligen Meldungen nachzugehen und festzustellen, ob es sich um eine Anomalie handelt. Stets entwischt auch ein Bewohner der Urzeit und stellt die Mannschaft vor Probleme. Meistens frisst das Urzeitmonster jemanden auf und muss mit einem Trick wieder in seine eigene Zeit gelockt werden. Im Grunde war es das auch schon.

Die erste Staffel zeichnet sich dadurch aus, dass sie vor allem auf ein junges Publikum zugeschnitten wurde. Die Handlung ist betont episodenhaft und gestückelt. Es gibt unzählige Logikfehler, die zugunsten einer betont lässigen Szenerie in Kauf genommen werden. Hauptsache es sieht gut aus. Dadurch ist die Geschichte flach und auch die Charaktere kommen ohne Tiefe daher. Sehr ärgerlich ist vor allem der monotone Aufbau des Dramas und die stets ähnliche Krisis. In fast jeder Episode fühlt sich der Zuschauer auch an das gute alte Kasperletheater erinnert: Das Krokodil taucht hinter dem Kasper auf, aber er sieht es einfach nicht. Dann dreht sich der Kasper um, aber einen Augenblick vorher ist das Krokodil abgetaucht und steckt woanders seinen Kopf hinaus. Der Kasper dreht sich zurück und wieder ist das Krokodil verschwunden, um plötzlich genau vor der Nase des Kaspers aufzutauchen. Wird der Kasper gegen Cutter oder ein anderes Teammitglied ausgetauscht und das Krokodil gegen ein beliebiges Tier aus der Urzeit, so beschreibt das die meisten der Drehbücher.

Um die jugendliche Lust nach nackter Haut und Teenagerliebe zu bedienen, kommen nun Abby und Connor ins Spiel. Die Rolle der punkigen Tierpflegerin wird dabei von Hannah Spearritt übernommen, die Dank ihres sportlichen Körperbaus jugendlich frisch wirkt. Vor einigen Jahren gehörte sie der Popgruppe „S Club 7“ an, nun versucht sie sich als Schauspielerin. Trotz – oder gerade wegen – der einfach gestrickten Geschichte gelingt ihr das recht gut. Passenderweise ist Abby eine Liebhaberin vom Amphibien. Deswegen schaltet sie ihre Heizung immer hoch, so dass sie in ihrer Wohnung stets knapp bekleidet herumlaufen muss. Bei der Gelegenheit präsentiert sie dann auch ihre knapp verhüllten kecken Brüste und den äußerst knackigen Po.

Connor steht nun stellvertretend für all die Jungs, die nun gerne Abbys Freund wären und die Glückliche mal beglücken würden, aber stets abblitzen. Doch Meter für Meter gräbt sich Connor an seine Auserwählte heran, zieht schlussendlich sogar bei ihr ein und darf – stellvertretend für alle anderen Außenseiter der jugendlichen Gesellschaft – die knackige Abby bewundern. Jetzt muss Connor nur noch ihr Herz erobern.

Es ist leicht zu erkennen, dass „Primeval“ in seichten Gewässern fischt. Es gibt keinen großen Anspruch. Das gilt auch für die von den Machern gelobten Tricks und Special Effects. Diese wurden am Computer generiert und ihre CGI-Herkunft ist offensichtlich. Auch die Action wirkt gekünstelt, ebenso die grundlegende Handlung selbst. Es wirkt stellenweise, als hätten die Produzenten versucht „Stargate SG1“ zu klonen und dabei ist ein Unfall passiert. Trotzdem ist die erste Staffel der Serie stellenweise recht unterhaltsam. Sie gewinnt zum Ende hin sogar an Spannung und Fahrt, denn es kristallisiert sich tatsächlich ein übergreifender Handlungsbogen heraus.

Und mit dem kracht der Zuschauer dann brachial in die zweite Staffel hinein, die nun aus ganzen sieben Episoden besteht. Der Zuschauer hat sich von Claudia Brown verabschieden müssen. Das ist vor allem für Cutter ein Problem, denn immerhin empfand er tiefe Zuneigung für sie. Statt sich nun der Liebe hinzugeben, muss er sich gegen seine Ehefrau durchsetzen. Denn Helen wird nun zum Dreh- und Angelpunkt der Serie.

Die Produzenten haben von der reinen Teenager-Serie Abschied genommen und die Möglichkeiten einer Zeitanomalie genutzt, um „Primeval“ ordentlich umzukrempeln. Cutter kehrt aus der Vergangenheit zurück und lässt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung hinter sich. Doch die Gegenwart hat sich verändert. Es gab nie eine Claudia Brown und das Team hat im sogenannten ARC einen festen Stützpunkt. Von hier aus erforscht die Mannschaft weiterhin die Anomalien, kann jedoch auf mehr Ressourcen zurückgreifen.

Noch immer ist Connor in Abby verknallt, doch es gibt nur einen freundlichen Händedruck oder mal einen Schmatzer auf die Wange. Wenigstens ist Abbys Schwärmerei für Stephen zu den Akten gelegt worden, hat dieser doch was mit Helen am Laufen. Sehr zum Ärger von Cutter. Und der steht vor dem Problem, dass die neue PR-Managerin des ARC Jennifer „Jenny“ Lewis ist und Claudia zum Verwechseln ähnlich sieht. Somit bleibt Lucy Brown der Serie vorerst als Schauspielerin erhalten.

Der durchgehende Handlungsbogen sorgt nun für einen besseren Ablauf der Serie. Einige Logiklücken wurden geschlossen und durch die plötzliche Wendung mittels der veränderten Realität, ist auch das leicht veränderte Verhalten der Charaktere zu erklären. Vor allem der Konflikt zwischen Cutter, Helen und Stephen trägt zu einem runderen und spannenderen Bild bei. Scheinbar wurde auch das Budget der Serie aufgestockt, denn die Kulissen sind größer, abwechslungsreicher und auch die CGI-Effekte haben zugelegt. Man sieht zwar noch immer, dass es Computerwesen sind, aber diesmal wirken sie einfach einen Tick echter. Und endlich wurden der Kasper und das Krokodil in die staubige Kiste gesteckt, in die sie auch hineingehören.

Eine besonders schöne Idee der Drehbuchautoren ist, dass nun auch Kreaturen aus der Zukunft die Gegenwart besuchen. Allerdings gibt es hier keine großen Änderungen, denn diese Kreaturen fressen auch gerne Menschen. Die Handlung wird nun durch Helen besonders vorangetrieben. Sie auch scheint Wissen und Technik aus der Zukunft zu besitzen, das macht neugierig. Doch die Enthüllungen, die lassen auf sich warten. So wie die Figur der Helen in der Serie gewinnt, so gewinnt auch  Juliet Aubrey hinzu. Ihre Darstellung der Helen ist sehr packend und stellenweise gar ergreifend. Auf der einen Seite menschliches Monster, auf der anderen Seite verletzlicher Mensch. Eine sehr glaubhafte Darstellung der Rolle.

Ebenso wie die zweite Staffel, so bringt auch die dritte Staffel einige Veränderungen mit sich. Die Serie wirkt nun noch erwachsener, spielt noch stärker mit den Möglichkeiten und Gefahren der Anomalie. Eine der DVDs kommt sogar mit einem FSK von 16 daher, was sich natürlich auch auf die ganze Box niederschlägt. Merkwürdigerweise sanken in Großbritannien die Einschaltquoten „Primevals“ bei der dritten Staffel auf knapp über vier Millionen ab. Dabei gewinnt die Serie gerade jetzt an Spannung.

Connor und Abby kommen sich endlich näher. Das bedeutet immer weniger Liebeleien unter Jugendlichen. Zwar muss  Hannah Spearritt noch immer ihren knackigen Körper präsentieren, aber endlich wirkt es natürlich. Auch Connors Schüchternheit wirkt passend und ist kein zentraler Bestandteil mehr.

Und erneut hat sich einiges im Team verändert. Durch Tod eines Mitglieds und dem Ausscheiden von Jenny aus dem Dienst, ist der Weg frei für neue Mitglieder. Da wäre erst einmal die Ägyptologin Sarah Page (Laila Rouass). Leider ist ihre Einstiegsfolge auch die dümmste der ganzen dritten Staffel. Es tauchen tatsächlich Urzeitkrokodile auf die das Fressen einstellen, sobald sich die Leute vor ihnen verbeugen. Logische Erklärung: Sie sind es halt alle aus Ägypten gewohnt angebetet zu werden. Was für ein Unsinn. Nun, die Neue im Team braucht halt auch ihr Scheinwerferlicht, um gut dazustehen. Glücklicherweise ist diese Folge nur ein Ausrutscher und Sarah wird tatsächlicher zu einer tragenden Figur mit plausibler Geschichte.

Eine tragende Figur ist auch Helen – immer noch. Sie enthüllt weitere Details aus der Zukunft und dem Zuschauer werden ihre Motive klar, sind sogar nachvollziehbar. Die Szene in der sie ihren eigenen, geliebten Mann erschießt, ist heftig. Doch Helen, gefangen in ihrem eigenen Wahn – ausgelöst durch das Wissen um die Zukunft der Menschheit – sieht einfach keinen anderen Ausweg. Starker Tobak!

Im ganzen positiven Chaos der dritten Staffel, mausert sich Danny Quinn (Jason Flemyng) zum neuen Teamleiter. Er ist risikofreudig und unbesonnen, in vielen Dingen also das Gegenteil von Cutter. Doch das Team kann sich jederzeit auf seine Hartnäckigkeit und seine Loyalität verlassen. Das gilt auch für Captain Becker (Ben Mansfield) der eine Spezialeinheit leitet und zum Schutz des Teams eingeteilt ist. Endlich haben die Drehbuchautoren was gelernt und präsentieren glaubhafte und nachvollziehbare Gründe, warum das Team ohne Waffen und nur mit einem Grinsen gegen menschenfressende Dinosaurier in den Kampf zieht. Wobei, diesmal kommen die Soldaten auch mal zum Zuge. Alles andere wäre nun auch endgültig unglaubwürdig.

Die Handlung ist nun eine wahre Achterbahnfahrt. Zwar sehen die Monster noch immer deutlich nach CGI aus, aber Action und Spannung nehmen dramatisch zu. Es gibt Verfolgungsjagden durch die Zeit, Verrat in den eigenen Reihen, Klonsoldaten, tödliche Liebschaften, knallharte Zweikämpfe, mutierte Menschen, Killer aus der Zukunft und den Plan die gesamte Menschheit auszurotten. Hier wurde das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt. Endlich wird Helens Motiv enthüllt und auch ihr Plan ans Licht gezehrt. Dabei kommen auch viele Spielereien aus der Zukunft vor, die den Anstrich der Science Fiction verstärken. Und schlussendlich präsentieren die Macher einen sehr spannenden Cliffhanger, der Lust auf mehr macht – Lust auf eine Fortsetzung, Lust auf einen Kinofilm.

„Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster“ ist keine Serie die mit einem ausgefeilten Plot überzeugt, erstklassige Tricktechnik bietet oder gar Charaktertiefe. Die Serie bietet einfache Durchschnittskost, gespickt mit peinlichen Ausrutschern und wunderbaren Glanzlichtern. Diese Glanzlichter nehmen zum Ende der Serie immer mehr zu. „Primeval“ ist eine Serie, die mit der Zeit wächst, blüht und gedeiht. Aus einem langweiligen Mauerblümchen entwickelt sich eine schöne Orchidee. Besonders spannend ist dabei, diese Entwicklung mitzuerleben. Das macht schlussendlich den wahren Reiz der Serie aus und erinnert irgendwie an ein Kind: Es wird geboren, wächst auf und steht schlussendlich auf eigenen Beinen. Bleibt zu hoffen, dass „Primeval“ zukünftig dieses erreichte Niveau beibehalten wird. Es wäre Schade, würde die Serie eingehen oder auf dem Altenteil landen.

Die Ausstattung der DVD-Box ist von guter Qualität. Jede Staffel befindet sich in einer eigenen Hülle und diese stecken wiederum in einem schön gestalteten Pappschuber. Leider gibt es keine Wendecover und keinen Überzieher. Dadurch bleibt der Blick auf das grüne FSK-Siegel frei. Schade.

Die Bildqualität ist weitgehend in Ordnung. Kommt es zu CGI-Effekten wirkt es manchmal schwammig. Oft ist das wohl Absicht, um die Computeranimation etwas zu verschleiern. Der Ton liegt in Dolby Digital 2.0 auf Deutsch und Englisch vor. Er ist durchweg sauber und dringt gut aus den Boxen. Bei solch einer Serie wäre aber 5.1 sicherlich besser gewesen. Der Untertitel ist nur in Englisch vorhanden. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gelungen und weist keine Fehler auf. Die Stimmen sind weitgehend passend gewählt. Eine gute Arbeit.

Das Bonusmaterial besteht aus einem Making-of und einem Behind-the-Scenes. Beide Beiträge sind informativ und schön gestaltet, aber leider etwas wenig für eine Box mit diesem Umfang. Hier hätten sich Fans sicherlich mehr erhofft. Das Bonusmaterial ist jedenfalls unterer Standard.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es sich bei „Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster“ um eine ambitionierte  Serie mit vielen und großen Schwächen am Anfang handelt, die aber mit jeder weiteren Staffel einen Qualitätssprung vollführt. Vor allem Staffel Zwei und Staffel Drei trumpfen auf, wobei das vorläufige Serienfinale sehr spannend ist und nach mehr verlangen lässt. Trotz Mängel also eine Empfehlung für die heimischen Abspielgeräte!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Bei Libri.de

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China will Siegeszug von «Avatar» stoppen!

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. Januar 2010

Peking (dpa) – Trotz des starken Besucheransturms darf die Mehrheit der Kinos in China den Film «Avatar – Aufbruch nach Pandora» ab Freitag nicht mehr zeigen. Kinos in Peking berichteten, lediglich in Lichtspieltheatern mit 3D-Technologie könnte der bisher erfolgreichste Film in China noch gesehen werden.

Inwieweit der Siegeszug des prämierten Hollywood-Streifens in China aus ideologischen Gründen oder wegen seiner starken Konkurrenz für heimische Filme gestoppt werden soll, blieb unklar.

Der Science-Fiction hat bei Chinesen einen Nerv getroffen, weil sich viele durch die Geschichte über die gewaltsame Vertreibung eines Volkes an das Schicksal ihrer eigenen Familien erinnert fühlen, die zwangsweise ihre Häuser für neue Immobilienprojekte verlassen müssen. China hat 1700 Lichtspieltheater mit mehr als 4000 einzelnen Kinosälen, von denen aber nur gut 500 dreidimensional ausgelegte Filme zeigen können.

Chinas Propagandabehörden wollten «Avatar» vorzeitig auslaufen lassen, «weil er die Besucher an Zwangsumsiedlungen denken lässt und möglicherweise Gewalt auslösen könnte», berichtete die Hongkonger Zeitung «Apple Daily». Auch nehme der ausländische Film heimischen Produktionen die Einnahmen weg. «Avatar» wird von Samstag an durch den chinesischen Streifen «Konfuzius» ersetzt, mit dem traditionelle Werte des Philosophen propagiert werden sollen.

Die bekannte Kolumnistin Hung Huang beschrieb in der «China Daily», warum sich viele Chinesen mit dem Na’vi-Volk in dem Fantasie- Film identifizieren und sprach von einem «sozialen Phänomen». «All die zwangsweisen Umsiedlungen alter Nachbarschaften in China machen uns heute zu den einzigen Erdenbürgern, die wirklich das Leid der Na’vi nachempfinden können.»

Der berühmte Blogger Han Han meinte: «Für Zuschauer in anderen Ländern ist eine solche brutale Räumung jenseits ihrer Vorstellungskraft. Es kann nur auf einem anderen Planeten oder in China stattfinden.» Selbst die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua schrieb, viele Kinogänger sähen in dem Film «eine erfolgreiche Schlacht gegen eine Zwangsräumung». In dem Drama fänden Chinesen «einen bekannten sozialen Konflikt» wieder – erzwungene Abrisse durch Immobilienunternehmen und Stadtverwaltungen.

«Ich frage mich, ob James Cameron heimlich in China gelebt hat, bevor ihm eine solchen Idee für die Geschichte von “Avatar” kam, wenngleich mit einem vielversprechenden Ende», zitierte die Staatsagentur einen Blogger. Offen zitierte Xinhua auch den Kommentar eines Internetnutzers: «Wenn in China ein Immobilienunternehmen ein Stück Land haben will, müssen die Bewohner weichen – wenn sie sich weigern, greift das Immobilienunternehmen zu Gewalt.»

In den ersten acht Tagen hatte «Avatar» in China bereits die Rekordsumme von 300 Millionen Yuan (30 Millionen Euro) eingespielt. Ob das erklärte Ziel von 500 Millionen Yuan nach dem weitgehenden Rückzug noch erreicht werden kann, ist ungewiss. Der Film hatte eigentlich über die wichtige Ferienzeit zum chinesischen Neujahrsfest noch bis Ende Februar in den Kinos laufen sollen.

«Avatar» hatte in der Nacht zum Montag den Golden Globe als bester Film des Jahres gewonnen. Auch wurde sein Regisseur James Cameron von der Vereinigung der Auslandspresse in Hollywood ausgezeichnet.

avatar

Fitzpatrick, Lisa
Avatar

James Cameron – Die Entdeckung einer neuen Dimension
Vorwort von Landau, John. Übersetzt von Kretschmer. Einführung von Jackson, Peter. Nachwort von Cameron, James
Verlag :      Knesebeck
Website: http://www.knesebeck-verlag.de
ISBN :      978-3-86873-189-7
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 34,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      108 S., 120 farb. abb. – 25,4 x 30,0 cm
Erschienen :      11.2009
Titel bei buch24.de
Titel bei Amazon.de

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The Spirit

Erstellt von Michael Drewniok am 20. August 2009

spiritThe Spirit

Originaltitel: The Spirit (USA 2008)
Regie u. Drehbuch: Frank Miller
Kamera: Bill Pope
Schnitt: Gregory Nussbaum
Musik: David Newman
Darsteller: Gabriel Macht (The Spirit/Denny Colt), Samuel L. Jackson (Octopus), Eva Mendes (Sand Saref), Eric Balfour (Mahmoud), Louis Lombardi (Pathos/Ethos/Logos usw.), Scarlett Johansson (Silken Floss), Sarah Paulson (Ellen Dolan), Dan Lauria (Polizeichef Dolan), Jaime King (Lorelei Rox), Paz Vega (Plaster of Paris), Stana Katic (Morgenstern), Johnny Simmons (junger Denny Colt), Seychelle Gabriel (junge Sand Saref), Frank Miller (Liebowitz) uva.
Label/Vertrieb: SONY Pictures Home Entertainment (www.sphe.de)
Erscheinungsdatum: 18.06.2009 (Leih-DVD) bzw. 16.07.2009 Kauf-DVD)
EAN: 4030521716193 (Leih-DVD) bzw. 4030521518186 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 98 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Nachdem er scheinbar bei einem Einsatz sein Leben ließ, begraben wurde und wiederauferstand, agiert Ex-Cop Denny Colt als leibhaftiger Schutzpatron ’seiner’ Stadt Central City, deren Straßen er des Nachts als maskierter “Spirit” durchstreift und von Strolchen reinigt. Nur Polizeichef Dolan weiß von seiner Doppelexistenz und profitiert davon, da der Spirit auch dort ermitteln und handeln kann, wo der Polizei die Hände gebunden sind.

Aktuell geht der Spirit gegen seine alte Nemesis vor. Der Octopus, ein genialer aber größenwahnsinniger Wissenschaftler und Gangsterkönig, plant den Coup seines Lebens. Er will die Vase mit dem Blut des Herakles stehlen und den Inhalt trinken, der ihm die Kraft und Unsterblichkeit eines Halbgottes verleihen soll. Die berüchtigte Diebin Sand Saref kommt ihm zuvor, aber auch ihr Streich misslingt: Dem Octopus fällt in die Hände, was sie mit Leib und Seele begehrt – das Goldene Vlies der Argonauten.

Octopus und Sand vereinbaren einen Tausch, doch sie misstrauen einander heftig. Außerdem mischt sich der Spirit ein. In Sand Saref erkennt er eine alte Jugendliebe, und der Octopus weiß etwas über die übernatürlichen Kräfte, über die der Spirit seit seinem Wiedererwachen verfügt. Im Hauptquartier des verrückten Octopus’ wird er schon erwartet – vom Hausherrn persönlich, von seiner skrupellosen Assistentin Silken Floss, von vielen schlagkräftigen Klonen und von Plaster of Paris, die grausige Wundertaten mit ihrem Schwert vollbringt …

Eigentlich hätte es gutgehen müssen …

Grundsätzlich standen die Sterne günstig: Mit “The Spirit” gelang Will Eisner (1918-2005) eine der ganz großen Schöpfungen der Comic-Geschichte. Die Geschichten vom ‘untoten’ Verbrecher-Jäger Denny Colt beeindruckten nicht nur durch ihre grandiose Grafik, die zum ersten Mal Stilmittel des Kinos einbezog, sondern fesselten auch durch inhaltliche Qualitäten. Der Spirit war kein Superheld und erst recht nicht unfehlbar. Oft obsiegte er nur mit der Hilfe seiner Freunde oder des Zufalls. Manchmal verschwand er aus seinen eigenen Geschichten, die auch ohne ihn funktionierten. Mehr und mehr wurde der Spirit zum Beobachter (und Eisner zum Chronisten) einer Alltagswelt, deren Menschenschicksale er nur selten positiv beeinflussen konnte. Die Schwarzweiß-Sicht der frühen “Spirit”-Comics wurde schnell durch unzählige Schattierungen von Grau ersetzt. Eisner spielte gekonnt auf einer emotionalen Klaviatur, deren Spektrum simple Spannung ebenso beinhaltete wie Pathos, Melancholie, Humor und Slapstick. In ihrer Gesamtheit addierten sich diese Elemente zur einmaligen Saga des “Spirit”, der über die Jahre nicht alterte, sondern reifte.

Diesem Klassiker widmet sich nunmehr ein Mann, der selbst zu den ganz Großen des Comics gehört. Frank Miller (*1957) ist der Schöpfer moderner Genre-Erfolge wie “Sin City” und “300″. In der Neuinterpretation ‘alter’ Comic-Figuren hat er ebenfalls Maßstäbe gesetzt; mit “The Dark Knight Returns” (1986, dt. “Die Rückkehr des dunklen Ritters”) gelang Miller die Wiedergeburt Batmans, und Ähnliches verdankt ihm der bis dato längst abgehalfterte Superheld Daredevil. Auch im Kino ist Miller kein Neuling; so schrieb er u. a. Drehbücher zu Filmen wie “Robocop 2″ und “Robocop 3″. Auf Einladung von Robert Rodriguez führte er 2005 mit Regie in “Sin City”, einem Thriller, der durch seine innovativen Bilder ebenso gefiel wie durch die starke Story.

Ein Meisterwerk degeneriert zum faden Witz

Also: Ein künstlerisch kreativer, kompromissloser und im Filmgeschäft erfahrener Mann greift ein echtes Meisterwerk auf. Unterstützt wird er auf seinem Regiestuhl von einem Team begeisterter und ungemein fähiger Männer und Frauen, die dank digitaler Technik jede unglaubliche Kulisse realisieren können, sowie von einer Riege enthusiastischer Darsteller, die nicht davor zurückschrecken, fast ausschließlich vor grünen Wänden (“greenscreen”) schauspielern zu müssen, welche die Basis für erst später eingearbeitete Hintergrundbilder bilden.

Aber alle vielversprechenden Ansätze gerinnen binnen 100 Minuten zu einem Fiasko, das der Zuschauer ungläubig und mit zunehmendem Ärger registriert. Wer vom “Spirit” nie zuvor hörte, muss anschließend der Überzeugung sein, einen tumben, prügelfesten Frauenhelden und Slum-Fetischisten kennengelernt zu haben. Will Eisners Spirit ist alles andere als das (s. o.), aber er ist jetzt Frank Millers Spirit geworden.

Was hatte sich der Meister Gedanken gemacht! In seinem Audio-Kommentar und in einem eigenen Feature (“Miller über Miller”) sprudelt er förmlich über, wenn er seine Untaten begründet. Der Spirit war unter Eisner ein Geschöpf seiner Zeit. Jetzt ist er ein Gefangener jenes schicken, stylishen “contemporary noir”, das Miller so liebt. Central City wird zur Stadt zwischen den Zeiten. Die Polizei verwendet Handys und Laptops, aber in ihre Einsätze steuert sie Autos, die in den 1950er Jahren gebaut wurden. Atmosphäre ist alles, was bei Miller stets Dunkelheit und schlechtes Wetter bedeutet.

Ein Superheld namens “Spirit”

Die größte Sünde stellt Millers Versuch dar, den Spirit zu ‘erklären’. Eisner begnügte sich mit Andeutungen und tat gut damit. Miller macht aus dem Spirit, dem niemals übernatürliche Kräfte zugesprochen wurden, einen Superhelden. Wie Batman stürzt er sich unerschrocken von hohen Häusern in tiefe Straßenschluchten und zerplatzt doch nicht auf hartem Pflaster. Man sieht ihn sogar im Laufschritt über Telegrafendrähte hopsen. Dazu trägt er – Millers Zugeständnis an das 21. Jahrhundert – helle Turnschuhe zu dunklem Anzug und Hut, was einfach lächerlich aussieht.

Apropos Batman … Unter Millers Drehbuch-Herrschaft wird der Spirit zum Abziehbild des “Dunklen Ritters”. Schauerlich unvergesslich bleibt des Spirits pompöse Liebeserklärung an Central City, die einmal mehr belegt, dass solche platten Worte im Comic besser aufgehoben sind als im Film.

Aus der Tatsache, dass die Frauen den Spirit lieben, wusste Will Eisner amüsant Funken zu schlagen. Auch der ‘neue’ Denny Colt hat durchaus ein Auge für das schöne Geschlecht, aber er ist vor allem der typische Ritter, der Frauen in Not beisteht und nur schwach zu werden droht, während er im letzten Moment seiner wahren Liebe Ellen Dolan treu bleibt. Die daraus resultierenden Komplikationen bilden ein wichtiges Unterhaltungspotenzial der “Spirit”-Comics.

Miller macht aus dem Spirit auch als “womanizer” einen Superhelden, dem keine Frau widerstehen kann. Jede Glaubwürdigkeit bleibt dabei auf der Strecke. Gabriel Macht bleibt als Held und als Liebhaber anonym und blass unter seiner Maske. “Der Spirit” wird ihm nicht den Durchbruch zum Starruhm bringen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht?

Will Eisner hatte keine Angst davor, seinen ‘Helden’ der Lächerlichkeit preiszugeben. Der Spirit überstand das prächtig, denn er war als Mensch gezeichnet. (Reine Ironie war bereits die ‘Maske’ des Spirits, hinter der jedes Kleinkind Denny Colt erkennen müsste.) So hielt es Eisner auch mit den Frauen und den Gegnern des Spirits, die trotz aller psychischen und physischen Übertreibungen über echte Persönlichkeit verfügten.

Miller versteht offensichtlich Eisners feinen Sinn für einprägsame Schöne & Schurken nicht, denn ihm gerinnen sie zu Witzfiguren. Der Octopus wird zur peinlichen Nervensäge. In den originalen Comics unterstützte Eisner die Wirkung dieser Gestalt, indem er nie ihr wahres Gesicht zeigte, sondern sich darauf beschränkte, die Handschuhe des Bösewichts mit ihrem charakteristischen Dreistrich-Muster ins Bild zu bringen. Samuel L. Jackson, realiter ein guter Schauspieler ist, der sich regelmäßig für Blockbuster anheuern lässt, um seinen A-Star-Status zu wahren, mimt hier einen grinsenden Entertainer, der den Erz-Gauner nur mimt. Der ‘echte’ Octopus ist ganz und gar kein überlebensgroßer Superschurke, der mit lachhaft aufgeblasenen Science-Fiction-Knarren ganze Helikopter-Staffeln unter Feuer nimmt oder Füße mit Menschenköpfen züchtet (sic!). Solche und viele, viele andere Kalauer zerren plump an der Stimmung, die Miller doch so wichtig ist.

Invasion der tollen Frauen

Eisners Galerie der braven und bösen aber immer schönen Frauen ist legendär. Auch ihnen vermochte er per Zeichenstift in ein Leben zu rufen, das sich offenbar nicht auf die Leinwand übertragen lässt. Eva Mendes und Scarlett Johansson kommen leidlich glimpflich als Sand Saref und Silken Floss davon, während um einige Schraubendrehungen bizarrere Figuren wie Lorelei Rox und Plaster of Paris jeden exotischen Zauber vermissen lassen und Jung-Polizistin Morgenstern zu einer weiteren überflüssigen Witzfigur zerfließt.

Überhaupt: Wer die “Spirit”-Comics nicht kennt, wird vergeblich auf eine Auflösung der merkwürdigen ‘Beziehung’ zwischen dem Spirit und der geisterhaften Lorelei warten. Viel wird geredet und erklärt in diesem Film, der außerdem an Rückblenden nicht spart, aber dieser nicht unwichtige Aspekt bleibt außen vor.

Ellen Dolans quasi einzige Funktion bestand ursprünglich darin, den attraktiven Spirit zu erden, der in den prüden 1940er und 50er Jahren seinen potenziellen Erfolg bei den Damen nicht praktisch nutzen durfte. In dieser Funktion ist Ellen im 21. Jahrhundert überflüssig, weshalb sie nach Millers Ansicht einer Neuinterpretation bedarf. Sie wird zur leidvoll Duldenden, die ihren Liebsten als Ärztin zusammenflickt und darauf hofft, dass er eines Tages nur ihr gehören wird. Glücklicherweise bleiben Sarah Paulsons Auftritte überschaubar, und überhaupt hat es Miller so eilig, dass der Zuschauer durch neue Schauwerte & Schlägereien vor dem endgültigen Einschlafen bewahrt bleibt.

Die Frank-Miller-Filmschule

Optisch bietet “The Spirit” seinem Publikum diverse Genüsse, die zeitweilig sogar mit der trübsinnig abgespulten Story versöhnen können. “The Spirit” ist hier die vollendete Synthese zwischen Comic und Film. Die digitale Technik gestattet heute die Erzeugung überzeugender Spezialeffekte, die man bewundern muss. Miller zeichnet auch als Regisseur mit Licht und Schatten und versteht sich auf die Kunst der Andeutung. Scheinbar schwarze Bildflächen zeigen bei näherem Hinschauen verblüffend detaillierte Strukturen. Verfremdungen unterstützen paradoxerweise die Eindeutigkeit des Gezeigten.

Miller selbst hat diese Form der Filmkunst in “Sin City” nicht nur mit entwickelt, sondern bereits zur Vollendung gebracht. “The Spirit” kann dem nur technisch Neues hinzufügen. Die Bilder sind in ihrer Künstlichkeit noch prächtiger geworden. Das kann freilich nicht dauerhaft davon ablenken, dass sie nicht durch eine entsprechende Handlung getragen werden. Andererseits ist dies irgendwie tröstlich – das Sein besitzt noch immer Präferenz vor dem Schein, so hübsch dieser auch glänzen mag.

In unserem Fall kommt die Gewissheit dazu, mit diesem Urteil nicht allein zu stehen. Das vom produzierenden Studio erhoffte “Spirit”-Franchise wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen. Schade nur, dass ausgerechnet der Spirit, eine Comic-Figur, die einen Film ‘verdient’, dort scheitern musste, wo Lachgestalten wie der Hulk, Iron Man oder die Transformers sich durchsetzten. Der Dumme ist in wie meist der Zuschauer.

DVD-Features

Frank Miller ist ein Mann, der gern redet sowie seiner Meinung nach viel zu sagen hat. Dem darf er im Bonus-Bereich dieser DVD ausgiebig frönen. Wer “The Spirit” allerdings gesehen hat, dürfte vermutlich schon nach “Miller über Miller” aufstecken und sich den Audiokommentar des Regisseurs (und der ihm nach dem Mund redenden Produzentin Deborah Del Prete) verkneifen: Miller spricht von seinem “Spirit”-Konzept und seiner Verehrung des (ihm persönlich bekannten) Will Eisner und schwadroniert über die Verpflichtung, die ihm dessen Werk auferlegt … kurz, er listet im Grunde Grundpfeiler einer gelungenen Verfilmung auf, die er sämtlich ignoriert hat.

“Grüne Welt” bietet manchmal tatsächlich einen Blick hinter die (grün eingefärbten) Kulissen und in den Arbeitsalltag eines praktisch erst im Computer entstandenen Films. Eingerahmt werden diese Informationen jedoch durch hektisch montierte ‘Interview’-Fetzen, die nichts als massive Filmwerbung darstellen. Diese fällt so plump aus, dass der Griff zur Vorspultaste automatisch erfolgt.

Ein alternatives Ende wird mit Millerschen Storyboard-Zeichnungen vorgestellt: Der Spirit kann den Octopus nur außer Gefecht setzen, indem er ihn mit bloßen Händen buchstäblich in Stücke reißt. Dies macht deutlich, dass für “The Spirit” ursprünglich eine härtere Gangart vorgesehen war. Aber wäre dieser Film als Splatter unterhaltsamer geraten …?

[md]

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xxxHolic und Tsubasa Reservoir Chronicle (Fanbuch-Edition)

Erstellt von Redaktion am 4. August 2009

Tsutomu Mizushima, Hiroshi Morioka, Koichi Mashimo
Chronicle (Fanbuch-Edition)

xxxHolic und Tsubasa Kuronikuru, Kinofilm-Double Feature, Japan, 2006
Nach den gleichnamigen Mangaserien von Clamp, EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 23.4.2007
2 DVDs, Disc-Set in Amaray-Case mit xxxholic Fanbook in Box, Anime, Fantasy, Mystery, Action, Lauflänge: ca. 60 + 35 Min., gesehen 11/2008 für ca. EUR 40.00
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 16:9, PAL; Regionalcode RC 2
Tonformat: Jap. DD 2.0, Dt. DD 2.0, Fr. DD 2.0
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch, Holländisch, Schwedisch
Extras:116-seitiges, vollfarbiges Fanbook (Softcover)
www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/

Zu den im Ausland bekannten und beliebten Mangaka gehören die Zeichnerinnen der Gruppe Clamp. Inzwischen sind auch in Deutschland sehr viele ihrer Serien erschienen, auch die gerade aktuell in Japan laufenden Reihen „Tsubasa Reservoir Chronicle“ und „xxxholic“. Die Mangas erscheinen hier bei Egmont Manga & Anime.

Obwohl beide noch nicht abgeschlossen sind, wurden sie bereits in Anime-Serien für das japanische Fernsehen umgesetzt, ja, es gelangte sogar ein Double Feature mit zwei aufwendig produzierten Episoden ins Kino. Diese liegen nun auch in Deutschland auf DVD vor. Nach der „Limited Edition“ mit einer Bonus-DVD ist nun die „Fanbuch“-Edition erschienen, die neben den beiden Film-DVDs ein sehr dickes und vollfarbiges Booklet enthält.

„xxxholic“ erzählt den Auftakt der Geschichte um Kimihiro Watanuki und die Hexe der Zeit. Der Oberstufenschüler sucht die Hilfe der geheimnisvollen Wahrsagerin und Esoterikerin Yuuki, weil er nicht mehr ein noch aus weiß. Er kann die Geister um sich herum nicht nur sehen, sie reagieren leider auch auf ihn, und das ist sehr oft ungenehm. Und in der letzten Zeit hat sich dieser Zustand noch verschlimmert.

Die geheimnisvolle Frau erfüllt ihm den Wunsch, sie nicht mehr sehen und ertragen zu müssen, fordert aber auch eine Gegenleistung. Von nun an muss Watanuki den Haushalt für sie führen, kochen, putzen, waschen und bedienen, bis seine Schuld bei ihr abgearbeitet ist. Hin und wieder ist er auch ihr Botenjunge oder muss sie begleiten, so wie bei einer Auktion in einer geheimnisvollen alten Villa. Der junge Mann spürt sehr schnell, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und sie alle in große Gefahr geraten.

Um seine Geliebte Sakura zu retten, die ohne ihre Erinnerungen über kurz oder lang sterben wird, lässt sich der junge Shaolan auf einen Handel mit Yuuki ein. Sie gibt ihm die Möglichkeit, durch die Welten zu reisen und die Federn wieder zu finden, in die sich die Erinnerungen der Prinzessin verwandelt haben. Auch Gefährten, die ihn unterstützen, gesellen sich an seine Seite. Aber der Preis, den er dafür zahlen muss, wird sehr hoch sein – Sakura wird alles, was ihn betrifft, vergessen. Und auch die Jagd nach den Federn gestaltet sich nicht immer einfach, denn diejenigen, die sie gefunden haben, wissen um ihre Macht und geben sie nicht einfach her…

Während der „Tsubasa Chronicle“-Film quasi nur eine Einführung ist, was bei einer Lauflänge von ca. 35 Min. nicht sehr wundert, bekommt man bei dem doppelt so langen zu „xxxholic“ doch einiges mehr geboten. Man erfährt nicht nur, wie Watanuki zu Yuuki kam und welche Bedeutung sein Schulkamerad Domeki für ihn hat, sondern bekommt auch ein grusliges Abenteuer in der alten Villa geliefert.

Das mag daran liegen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die erste Staffel der „Tsubasa Reservoir Chronicle“-Fernsehserie gelaufen war, die von „xxxholic“ aber gerade erst in den Startlöchern stand. Die enge Verbindung zwischen den Serien wird durch kleine Cameo-Auftritte der jeweils anderen Figuren deutlich, und wenn man sich bisher noch nicht dazu überwinden konnte, sich die Boxen der Fernsehserien zuzulegen, kann man durch die Filme einen ersten Eindruck gewinnen und heraus finden, ob Thema und Stil der Serie etwas für einen sind. Denn während „Tsubasa Reservoir Chronicle“ sich eher dem actionreichen Abenteuer mit einer guten Mischung aus Drama und Humor zuwendet, ist „xxxholic“ düstere Dark Fantasy voller böser Anspielungen und mit vielen Geheimnissen, aber wenigen Kämpfen.

Auf jeden Fall bleiben beide Filme dem Motto der Gruppe Clamp treu: Nichts ist so, wie es scheint, es ist weder einfach noch durchschaubar. Oft helfen den Protagonisten nur der gesunde Menschenverstand und ein gerütteltes Maß an Misstrauen, um zu überleben.

Die Qualität der Filme ist naturgemäß höher, da sie für die Leinwand und nicht nur den kleinen Fernsehbildschirm gefertigt wurden – aber man hat den Stil der Serien bewahrt. Während die Figuren von „Tsubasa Chronicle“ rund, weich und ein wenig niedlich sind, dominieren in „xxxholic“ kantige und sehr lang gestreckte Körper, aber auch detailreich, verschnörkelte Details im Hintergrund.

Ein besonderes Schmankerl ist natürlich das Fanbook, das all die Informationen enthält, die man in den Boxen von „xxxholic“ so schmerzlich vermisst. Die Hauptpersonen werden ausführlich vorgestellt, ebenso wie die wichtigsten Handlungsorte. Man erfährt etwas mehr über die Bedeutung, die Marotten und die Macht von Yuuki in beiden Serien, denn die Hexe der Zeit ist eine nicht unbedingt sehr einfache Persönlichkeit.

Das macht die „xxxHolic und Tsubasa Reservoir Chronicle (Fanbuch-Edition)“ durchaus zu einer überlegenswerten Erwerbung, sowohl für die Fans, die sich bereits die Fernsehserien zugelegt haben, als auch diejenigen, die sich erst einmal einen Überblick verschaffen wollen. Beide werden mit spannenden Filmen, interessanten Informationen und einer liebevoll aufgemachten Box belohnt (CS)

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XXXHolic / Tsubasa Chronicle (Fanbuch Edition)

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Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 3 (von 3)

Erstellt von Detlef Hedderich am 12. Juni 2009

Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 3 (von 3)
Regie: Kôichi Mashimo

Tsubasa Kuronikuro, Episoden 19 – 26, Japan, 2005
Vorlage: gleichnamige Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“ von Clamp, erscheint bei EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 29.10.2007
2 DVDs im Disc-Set auf Displays in aufklappbarer Pappbox im offenen Schuber, Anime, Fantasy, Laufzeit: ca. 200 Min. (8 Episoden à 25 Min.), gesehen 2/09 für ca. EUR 50.-
Extras: 36-seitiges vollfarbiges Hardcover-Booklet
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL; Regionalcode RC 2
Sprachen/Tonformat: Japanisch, Deutsch, Französisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch
Dialogbuch: Hiroyuki Kawasaki, Künstlerische Leitung: Shin Watanabe
Musik: Yuki Kajiura

www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/
http://www3.nhk.or.jp/anime/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/works/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/tsubasa_tokyo/
http://kc.kodansha.co.jp/tsubaholi/
http://funimation.com/yuko/

Obwohl sie noch nicht abgeschlossen ist, wurde die Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“. bereits im Jahr 2005 in eine 26-teilige Fernsehserie umgesetzt, zu der es mittlerweile auch eine zweite und dritte Staffel gibt.

In Deutschland erscheint die erste Staffel in drei edel gestalteten Boxen. Jeweils zwei DVDs stecken auf einem aufklappbaren Display. Dazu kommt ein vollfarbiges Hardcover-Booklet, in dem man Informationen zu den Ländern und Figuren erhält, die in den entsprechenden Folgen auftreten. Das dritte Set enthält die abschließenden Folgen19 – 26.

Die Liebe zwischen der jungen Prinzessin Sakura und dem heimatlosen Shaolan hat ein schreckliches Unglück heraufbeschworen. Das Mädchen ist in eine tiefe Ohnmacht versunken, als die Federn ihrer Erinnerung in alle Himmelsrichtungen zerstoben und in den Dimensionen verschwanden.

Auch wenn er dafür das Wertvollste, was er besitzt, opfern muss – nämlich seine Liebe –, beschließt Shaolan, die Erinnerungen wieder zurück zu holen und Sakura zu heilen. So beginnt eine Odyssee durch die Dimensionen. Die Hexe Yuki, die ihm den Weg gewiesen hat, hat auch zwei Begleiter an seine Seite gestellt: den geheimnisvollen Magier Fye und den kriegerischen Kurogane. Das Wesen Mokona ist in der Lage, sie alle von einer Welt in die andere zu versetzen.

Diesmal verschlägt es sie in das Land Outo, das an das Japan der frühen 1920er Jahre erinnert. Da sie noch nicht wissen, wo sie suchen sollen und irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, beschließt Fye, ein Café zu eröffnen, in dem Sakura aushilft, während sich Shaolan und Kurogane als Dämonenjäger verpflichten.
Denn hier sind die Oni Wirklichkeit und streifen auf der Suche nach Opfern nachts durch die Straßen. Die Jäger sind die Einzigen, die Monster und Schattenkreaturen wirklich in Schach halten können.

Doch das ist in der letzten Zeit schwieriger geworden, denn angeblich sei eine neue Art von Oni aufgetaucht, die nicht nur mächtiger ist, sondern sich auch besser tarnen kann. Und jemand scheint die Dämonen zudem zu lenken, da ihre Angriffe Ziel gerichteter geworden sind.

Bei ihren Nachforschungen kommen ihnen immer wieder die Jäger Yuzuriha, Kusanagi, Ryuou und Soma in die Quere. Aber noch gefährlicher wird der geheimnisvolle Seishiro, der Shaolan zu kennen scheint.

Anders als in früheren Serien erbeuten die Helden nicht in einer oder zwei Episoden eine Feder; die Handlung erstreckt sich über mehrere Folgen, und bisher war die Suche nach den Erinnerungen Sakuras jedes Mal anders.

Nicht immer ist das Offensichtliche die Lösung und der Gegner leicht zu besiegen – das zeigt sich kurz vor Schluss, als die Erlebnisse plötzlich durch einen so unerwarteten wie verwirrenden Weltenwechsel relativiert werden. Interessant dabei ist, dass man immer wieder auch eigene Geschichten und Welten einbaut und sich nicht nur an die Themen des Mangas hält.

Das eigentliche Anliegen von Clamp – Figuren aus ihren früheren Erfolgsreihen auftauchen zu lassen -, tritt etwas in den Hintergrund. Bis auf die Hauptfiguren – Sakura und Shaolan stammen zum Beispiel aus „Card Captor Sakura“ – gibt es kaum noch Reminiszenzen an die alten Geschichten. Das kommt der Serie sehr zugute, denn auch als Zuschauer, der sonst nichts weiter von den Künstlerinnen kennt, kann man die Serie genießen.

Immerhin findet sie in der letzten Folge einen versöhnlichen Abschluss, der bis auf die Gewissheit, dass die Suche weiter gehen wird und jemand im Hintergrund noch immer die Fäden zieht, keine weiteren Fragen offen lässt.

Obwohl sich der Stil von Clamp in den letzten Jahren stark verändert hat, so ist man in der Fernsehserie stilistisch einen Mittelweg gegangen und hat eine Brücke von den alten zu den neuen Figuren geschlagen.

Heraus kommt eine unterhaltsame Mischung aus Abenteuer, Romantik, Fantasy und Action, die auch ältere Zuschauer in ihren Bann ziehen kann, da die Geschichte komplexer und interessanter gestaltet ist, als man im ersten Moment denken mag, und die Atmosphäre der Geschichte einfach stimmt.

Genauso gefallen die lebendige Animation, der Detailreichtum der Bilder und die schön gestalteten Figuren. Die Farben sind harmonisch, das Bild klar und die Geräusche und Musik neben den Stimmen sehr gut verständlich. Die Extras sind durch das liebevoll gestaltete Booklet zufrieden stellend, auch wenn man sich vielleicht noch mehr Hintergrundinformationen und eine Episodenübersicht wünschen könnte.
Mit der dritten Box endet die erste Staffel von „Tsubasa Reservoir Chronicle“, einer Fantasy-Serie, die durch ihre gelungene Mischung aus Action, Humor und Romantik junge wie ältere Zuschauer in den Bann schlagen dürfte und Lust auf mehr macht. (CS)

Titel bei Amazon.de
Tsubasa Chronicle, Vol. 03 – Episoden 19-26 (2 DVDs)

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Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 2 (von 3)

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Mai 2009

Kôichi Mashimo
Tsubasa Reservoir Chronicle, Box 2 (von 3)

Tsubasa Kuronikuro, Episoden 9 – 18, Japan, 2005
Vorlage: gleichnamige Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“ von Clamp, erscheint bei EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 29.10.2007
2 DVDs im Disc-Set auf Displays in aufklappbarer Pappbox im offenen Schuber, Anime, Fantasy, Laufzeit: ca. 225 Min. (9 Episoden à 25 Min.), gesehen 2/09 für ca. EUR 50.-
Extras: 36-seitiges vollfarbiges Hardcover-Booklet
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL; Regionalcode RC 2
Sprachen/Tonformat: Japanisch, Deutsch, Französisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch
Dialogbuch: Hiroyuki Kawasaki, Künstlerische Leitung: Shin Watanabe
Musik: Yuki Kajiura

www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/
http://www3.nhk.or.jp/anime/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/works/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/tsubasa_tokyo/
http://kc.kodansha.co.jp/tsubaholi/
http://funimation.com/yuko/

Zum fünfzehnten Jahrestag ihres Bestehens beschloss die Künstlergruppe Clamp eine Serie zu gestalten, in der sie möglichst viele ihrer bisherigen Welten und Figuren auftauchen lassen wollten. So entstand die Idee zu der Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“. Bereits die ersten Teile der Geschichte wurden im Jahr 2005 zur Grundlage einer erfolgreichen 26-teiligen Fernsehserie, die im Jahr 2007 mit einer zweiten Staffel fortgesetzt wurde.

Anime Virtual gibt die erste Staffel der Serie nun in drei edel gestalteten Boxen heraus. Jeweils zwei DVDs mit 8 – 9 Folgen stecken auf einem aufklappbaren Display. Dazu kommt ein vollfarbiges Hardcover-Booklet, in dem man Informationen zu den Ländern und Figuren erhält, die in den entsprechenden Folgen auftreten. Das zweite Set umfasst nun die Folgen 10 – 18.

Im Land Clow entwickelt sich eine verbotene Liebe zwischen der jungen Prinzessin Sakura und Shaolan, dem Adoptiv-Sohn eines Archäologen. Doch dann verändert ein schreckliches Unglück alles. Gerade als das junge Mädchen ihrem Geliebten klar machen will, wie sehr sie für ihn fühlt, beginnt sie, sich zu verwandeln. Die Federn ihrer Flügel zerstieben in alle Himmelsrichtungen und verschwinden. Zurück bleibt nur die in Ohnmacht gefallene Prinzessin. Um ihr zu helfen, lässt sich Shaolan auf einen Handel mit der Hexe Yuki ein. Er opfert das, was ihm am meisten bedeutet, damit Sakura wieder gesund wird – seine Liebe.

Da die verschwundenen Federn einen Teil der Erinnerungen der Prinzessin und damit auch ihre Persönlichkeit bargen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als diese nach und nach wieder zu finden. Doch dazu muss er sich auf eine gefährliche Reise durch die Dimensionen begeben.

Begleitet von dem Magier Fye und dem Krieger Kurogane beginnt Shaolan seine lange Odyssee. Kaum ist das erste Abenteuer überstanden, erweist sich das zweite beinahe als Todesfalle. Denn der Feudalherr, der Sakuras Feder in dieser Welt an sich gebracht hat, kann mit der ihr innewohnenden Magie einen ganzen Landstrich so unter seine Kontrolle bringen und abschirmen, dass niemand von außen zu helfen vermag.

Doch die Helden erklären sich dazu bereit, den schweren Aufstieg zur Festung auf sich zu nehmen und in die mit magischen Fallen ausgestattete Burg einzudringen. Dort lauert ein Gegner, mit dem sie nicht gerechnet haben.

Nach einer kurzen Ruhepause in einer ebenso friedlichen wie geheimnisvollen Dimension, die kleine Wunder für die, die sie sehen wollen, bereit hält, gelangen Sakura, Shaolan, Fye und Kurogane in eine Welt, die an die Erde des 18. Jahrhunderts erinnert.

Dort erzählt man sich die Legende von einer Prinzessin, die eines Tages eine magische Feder fand und damit nur Gutes tun wollte. Allerdings schien genau das Gegenteil einzutreten, denn nicht nur ihre Eltern starben, sondern alle Kinder des nahe gelegenen Dorfes verschwanden. Das ist auch jetzt wieder der Fall, und so stehen die vier Helden vor verschlossenen Türen, als sie die kleine Siedlung erreichen. Da sie Fremde sind, traut man ihnen alles zu.

Nur der Arzt des Dorfes ist offen und freundlich genug, um ihnen beizustehen. Doch kann er ihnen auch helfen, das Rätsel zu lösen?

Sakura und Shaolan sind Figuren, die bereits in „Card Captor Sakura“ die Hauptrollen innehatten. Damals wie heute müssen sie Verlorenes wieder finden, auch wenn es diesmal keine Tarot-Karten sondern Federn sind. Interessanterweise tauchen diesmal auch eigens für den Anime geschaffene Figuren auf, die so noch nicht in Mangas von Clamp erschienen sind. Vermutlich hat man nichts Passendes gefunden, was in die Handlung hätte integriert werden können, oder aber man hat gemerkt, dass es den Zuschauern weniger wichtig ist, alte Figuren wieder zu sehen, als eine gute und spannende Geschichte genießen zu dürfen.

Wenngleich sich der Zeichenstil von Clamp verändert hat, so hat man bei der Fernsehserie doch dafür gesorgt, stilistisch einen Mittelweg zu gehen und eine Brücke von den alten zu den neuen Figuren zu schlagen. Auch haben die heutigen Helden und Schurken nur noch Grundzüge mit den Originalfiguren gemein.

Es kommt den Folgen zu Gute, dass man darauf verzichtet hat, all zu viele Anspielungen und Hinweise einzuarbeiten, so können selbst diejenigen, die kaum etwas von Clamp kennen, der Serie problemlos folgen und werden so vielleicht auch neugierig auf die Geschichten.

Alles ordnet sich der eigentlichen Geschichte unter, die in dieser Box sehr abwechslungsreiche Haken schlägt. Von handfesten Samurai-Ninja-Abentgeuern wechselt man nun zu einer düsteren Schauergeschichte, die manche Überraschungen bietet, die man so nicht erwartet hat. Nicht immer ist das Offensichtliche auch die richtige Antwort.

Mehr als früher schält sich auch heraus, dass die Quest noch einen anderen Zweck verfolgt. Ganz offensichtlich beobachtet jemand außerhalb der Dimensionen die Suche. Auch wenn die Helden davon erfahren, so ist ihnen klar, dass sie keine andere Wahl haben, als ihre Quest fortzusetzen – allein um Sakuras Seelenheil willen.

So entsteht eine angenehmbunte Mischung aus Abenteuer, Romantik, Fantasy und Action, die auch ältere Zuschauer in ihren Bann schlagen kann, da sich im Hintergrund eine komplexere Geschichte entwickelt, als man denkt.

Ebenso wissen die Animation, der Detailreichtum der Bilder und die schön gestalteten Figuren zu gefallen. Die Farben sind harmonisch, das Bild ist klar und der Ton gut verständlich. Die Extras sind durch das liebevoll gestaltete Booklet zufrieden stellend.

Die zweite Box von „Tsubasa Reservoir Chronicle“ bietet die ebenso spannende wie komplexe Fortführung einer gelungenen Fantasy-Serie, die durch ihre ausgewogene Mischung aus Action, Humor und Romantik zu gefallen weiß. (CS)

Titel bei Amazon.de
Tsubasa Chronicle, Vol. 02 (2 DVDs)

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2001 – Odyssee im Weltraum

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. April 2009

2001 – Odyssee im Weltraum (KINOFILM)

- Darsteller: Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester
- Regie: Stanley Kubrick
- FSK: 12
- Musik: Aram Khatschaturian, Richard Strauss
- Buch: Stanley Kubrick, Arthur C. Clarke
- Produktion: Großbritannien 1968
- Label: Kinofilmverleih: Warner
Zusatzinformationen:
O-Titel: 2001: A Space Odyssey
Kategorie: Spielfilm
Genre: Science Fiction
Produktionsfirmen: Hawk-MGM
Produzenten: Stanley Kubrick
Kamera: Geoffrey Unsworth, John Alcott
Schnitt: Ray Lovejoy
Produktionsdesign: Tony Masters, Harry Lange, Ernie Archer
Kostüme: Hardy Amies
Ton: Winston Ryder
Effekte: Stanley Kubrick, Wally Veevers, Douglas Trumbull, Con Pederson, Tom Howard, Colin J. Cantwell, Bryan Loftus, David Osborne, John Jack Malick
Kinostart: 22. Februar 2001 (Wiederauff.)
Erster Start: 1969/00/00
Laufzeit: 149 Min.
Einspielergebnis D: € 706.302 / Bes. (EDI) 106.569
Bes. (FFA) 140.975

Cosmic SF: Ein Fest für Auge und Ohr.
“2001″ ist Stanley Kubricks Vision vom Aufbruch des Menschen zu den Sternen, sein Countdown für die Zukunft. Der Film weiß bis heute noch zu inspirieren, Rätsel zu stellen und durch seine Tricks zu verblüffen. Dabei liefert seine Verschmelzung von Musik und Bewegung eine Vision vom neuen menschlichen Erleben in einem Einstein’schen Universum. Doch Leute wie der Bürokrat Heywood Floyd und sein Rechenknecht HAL-9000 werden diese Zukunft nicht erleben.

Am Anfang war kein Licht. Vier Minuten lang herrscht während der “Ouvertüre” lediglich Finsternis. Nicht einmal Sterne sind zu sehen. Sitze ich im falschen Film? Ist das überhaupt ein Film? Ich stelle mir vor, ich betrachte das Innere des schwarzen Monolithen. Vier Minuten können ganz schön lang sein.

Dann endlich die ersten Signets und Zeilen des Vorspanns. Schau an: MGM war das Studio.

1. Satz der Symphonie.
Am Anfang ist die Erde “wüst und leer”, wie es in der Genesis heißt. Schließlich ein Menschenaffe und seine wenigen Artgenossen, die als friedliche Pflanzenfresser neben Tapiren koexistieren (das wird sich ändern). Diese Sippe ist die von Alphamännchen Mond-Schauer. Seinen Namen erfahren wir aus dem Roman von Arthur C. Clarke, nicht aus dem Film. Die Menschenaffen verständigen sich zwar, aber Sprache würde man das nicht nennen. Eingesetzt wird diese Kommunikation aus Beschwichtigungs-, Droh- und Wutschreien besonders dann, als Mond-Schauers Sippe vom einzigen Wasserloch weit und breit verjagt wird und eine andere, wildere Sippe das Loch übernimmt.

Mond-Schauers Sippe ist ganz klar vom Aussterben bedroht, und die Angst vor dem nächsten Angriff des Leoparden ist in seinen Augen abzulesen. Am nächsten Morgen steht ein schwarzer Monolith von perfekter Glätte aufrecht vor ihm. Ligetis Requiem aus atonalen Stimmen steigert sich bedrohlich. Dem anfänglichen Schrecken weicht die Berührung dieses unnatürlichen – und in der Tat außerirdischen – Objektes. Mond-Schauer und seine Leute wandeln sich von Menschenaffen zu Affenmenschen: Die Entdeckung eines Oberschenkelknochens als Werkzeug und Waffe ist ein Triumph, der mit Richard Strauß’ “Also sprach Zarathustra” gebührend gefeiert wird.

Schon bald triumphiert Mond-Schauer über die Tapire, schmeckt Blut, isst Fleisch und besiegt die feindliche Sippe im Kampf um das Wasserloch, Brudermord inklusive. Die Geschichte der Menschheit ist offensichtlich eine Geschichte der Gewalt, des Mordens – und der dabei eingesetzten Technik. Mond-Schauer wirft sein Werkzeug des Sieges in die Luft, den Knochen.

2. Satz: Vier Millionen Jahre später.
Der Knochen hat sich in eine Raumfähre verwandelt. Heywood Floyd, ein führender Bürokrat der Nationalen Raumfahrtbehörde, befindet sich auf dem PanAm-Flug der “Orion” zur halb fertigen Orbitalstation, die von zwei Satelliten von ferne begleitet wird (einer zeigt die deutsche Flagge!). Neben ihm schwebt sein Füllfederhalter: ein weiterer Knochen. Dieses Ballett der schwebenden Körper im Einsteinschen Raum wird begleitet von einem Walzer: Johanns Strauß’ “An der schönen blauen Donau”. Man kann sich diese Himmels-Körper gut bei einem Tanz um gemeinsame Schwerkraftpunkte vorstellen. Und hin und wieder sehen wir sie in Konjunktion, aufgereiht wie Perlen auf einer Kette.

Auf der Station schlendert Floyd nach dem Sicherheitscheck am Hilton-Hotel und Howard-Johnson-Restaurant vorbei, ruft seine Tochter (Vivian Kubrick) an, wimmelt ein paar neugierige Russen ab und trifft endlich beim Anlass seines Besuchs hier ein: eine Sitzung der Verwalter der amerikanischen Zone des Mondes. Die Amis teilen sich die Mondverwaltung mit den Russen.

Seltsame Dinge gehen auf Luna vor sich, und Floyd muss die Maßnahmen rechtfertigen: In seiner Rede erneuert er die Kontrolle, die seine Behörde ausübt, indem er die Tarngeschichte einer Epidemie und die Nachrichtensperre verteidigt. Aber warum das alles? Floyd fliegt mit dem Mondtransporter “Aries” und zwei Kollegen weiter. Das Ritual des Essens verbindet sie Mond-Schauers Sippe. Der Astrodom der amerikanischen Mondbasis öffnet sich wie eine Blüte. Der Weiterflug führt zum Krater Tycho, wo die Ursache des Aufruhrs und der Anlass für Floyds Reise steht: Es ist eine weitere Ausgabe des schwarzen Monolithen. Der erstaunliche Befund: Er wurde vor vier Millionen Jahren hier verbuddelt, von wem, weiß man nicht. Floyd kann nicht umhin, es Mond-Schauer nachzumachen: Er muss das mysteriöse Objekt berühren. Dieses stößt nicht nur einen schrillen Pfeifton aus, sondern sendet zugleich ein starkes Radiosignal – zum Jupiter. Der Monolith ist ein Wachposten. Wen oder was warnt er?

3. Satz: 18 Monate später.
Die “Discovery”, ein knochenförmiges (was sonst?) Raumschiff, fliegt auf den Riesenplaneten zu. Die Startvorbereitungen waren natürlich wieder mal supergeheim, so dass weder die zwei wachen Piloten David Bowman (Dullea) und Frank Poole (Lockwood) noch die drei im Kälteschlaf eingesargten Wissenschaftler ahnen, was der wahre Grund ihrer Reise ist. Der Einzige, der ihn kennt, ist kein Mensch, sondern ein “Elektronengehirn”, eine künstliche Intelligenz namens HAL-9000. Dem Paar der zwei wachen Piloten entspricht das Zwillingspaar der beiden HAL-9000s, dem an Bord der “Discovery” und dem in Houston bei der NAC. Man ist auf Ausfallsicherheit und Kontrolle bedacht. Entsprechend technisch ist der Jargon, in dem man kommuniziert.

Das nützt aber alles nichts, als HAL Dave Bowman bekannt gibt, dass in 72 Stunden ein Bauteil der Außenantenne zu 100 Prozent und mit absoluter Sicherheit ausfallen werde. Der Grund: “ein menschlicher Irrtum/Fehler”. Eine seltsame Begründung für einen neutralen Computer, der ständig seine Verpflichtetheit gegenüber der “Mission” beteuert. HALs Zwilling kann die Prognose nicht bestätigen. Als auch Bowman an dem ausgebauten Bauteil keine Fehler finden kann und somit HAL widerlegt, überlegen er und Poole, HAL abzuschalten. HAL kann ihre Pläne von ihren Lippen ablesen und ergreift Gegenmaßnahmen.

Beim Wiedereinbau des Bauteils kappt er mit Hilfe der Greifarme des Außenbordmoduls Pooles Luftschlauch, so dass der Astronaut nicht nur erstickt, sondern auch abtreibt. Ein Abfangversuch Bowmans ist zwar erfolgreich, doch HAL weigert sich, das Schleusentor zu öffnen, damit Bowman mit Pooles Leiche an Bord zurückkehren kann. Nach einem extrem riskanten Manöver durch die Notluftschleuse legt Bowman HALs Gedächtnisspeicher lahm. Erstaunt verfolgt er die nun von HAL freigegebene, bislang geheimgehaltene Botschaft von Mission Control, verlesen durch Heywood Floyd: Ziel der Mission war das außerirdische Objekt, das von dessen 4 Mio. Jahre altem Gegenstück im Mondkrater Tycho angefunkt wurde.

4. Satz: Wenige Stunden oder Tage später.
Die gesamte Besatzung außer Bowman ist tot. HAL hatte die Kälteschläfer von den lebenserhaltenden Systemen abgeschnitten. Die Katastrophe des technischen Menschen ist perfekt, die Niederlage vollständig. Was bleibt da noch zu tun?

Bowman hat einen gigantischen schwarzen Monolithen entdeckt, der im System Jupiters und seiner Monde (im Buch ist es der Saturn) seine Gravitationskräfte ausübt und eine Konjunktion der Himmels-Körper herbeiführt. Zarathustra lässt grüßen. Schon Bowmans Versuch, mit einem Außenbordmodul, einem EVA-Pod, in die Nähe des außerirdischen Objekts zu gelangen, verändert die Realität. Wie von einem Schwarzen Loch wird er in ein transdimensionales Sternentor gesaugt, auf einen Trip, der ihn und sein Bewusstsein mächtig durchrüttelt. Die Spezialeffekte sind noch heute spektakulär: seltsame Farben und Formen, sowohl technische als auch organische, erfüllen Bowmans Geist.

Bowmans Kapsel steht plötzlich in einem Schlaf- und Badezimmer, das mit Möbeln und Statuen aus dem 18. Jahrhundert (Louis XVI.) ausgestattet ist. Die Musik hat endlich aufgehört, und man hört nur die Stimmen unsichtbarer außerirdischer Beobachter. Bowmans sieht sich als alten Mann im Raumanzug. Bowman sieht einem noch älteren Mann beim Essen zu: er selbst. Der Esser sieht einem sterbenden Greis auf dem Bett zu. Der Sterbende sieht den Schwarzen Monolithen und zeigt auf ihn. Und der Monolith sieht ein Sternenkind auf dem Bett.

Schlussbild zu den Klängen von “Zarathustra”: Wieder einmal befinden wir uns im kosmischen Ballett-Raum der Himmels-Körper. Da sind die altvertraute Erde und ihr Mond – und plötzlich schiebt sich ein gigantischer weiterer Körper ins Bild: Es ist das Sternenkind in seiner Fruchtblase. Sein Auge betrachtet uns wie HALs rotes Kameraauge.

Am Ende herrscht – wieder mal – Finsternis.
Über den Abspann und weit darüber hinaus erklingt “An der schönen blauen Donau”.
Es wird sehr wenig geredet in diesem Film, und was geredet wird, ist oft nicht der Rede wert. Die Menschen des 21. Jahrhunderts haben verlernt, auf natürliche Weise zu kommunizieren. Sie verständigen sich durch Funksignale von der Missionskontrolle, abgespielte Filmaufnahmen mit Geburtstagsglückwünschen, einem Ferntelefonat. Falls es doch einmal zu einem Mensch-zu-Mensch-Gespräch kommen sollte, was Gott verhüten möge, so endet es an einer Mauer des Schweigens: Zuerst blockiert Heywood Floyd den Versuch des Russen ab, mehr über die “Epidemie” auf dem Mond zu erfahren, dann vergattert er selbst seine Mitbürokraten zu Stillschweigen. Selbst Bowman und Poole dürfen nur funktionieren, wenn sie sich auf knappe Anfragen und Befehle beschränken. Sie haben keine Ahnung, was Sache ist.

Diese Sprachlosigkeit der rationalen Intelligenz findet ihren Kontrast in der umso beredteren Bildsprache und vor allem der Musik. Diese sprachlosen Ausdrucksformen rufen im Zuschauer Bilder aus dem Inneren hervor, wie es etwa ein Gedicht tun würde. Tatsächlich vergehen die letzten 30 Minuten ohne ein einziges gesprochenes Wort, und der Zuschauer kann sich nur helfen, indem er individuell assoziiert. Dass so mancher dabei Schiffbruch erleidet, gehört mit zum “ungelösten Rätsel” (die letzten Worte aus Floyds Videobotschaft an die “Discovery”) , das der Schluss von “2001″ bis heute bildet und mit zur weiteren Wirkung beiträgt.

Der unentrinnbare Konflikt zwischen Mensch und Technik, beziehungsweise Maschine, beginnt schon mit dem Gebrauch des ersten Werkzeugs durch Mond-Schauer und endet erst, als Bowman HALs Speichermodule deaktiviert – der erste Mord (an einem Rivalen) findet sein Echo in einem letzten Mord (an einer intelligenten Maschine). Dazwischen liegt ein Erwachen. Es beginnt, als Bowman keinen Zutritt zur “Discovery” erhält. Er soll sterben wie sein Kollege Poole. Denn HAL hat ja den Menschen an sich als Störfaktor und Bedrohung der Mission ausgemacht. Der Mensch muss kämpfen oder aussterben, abgelöst durch eine Maschinen-Evolution. (Diese hat beispielsweise der Science Fiction-Autor und Physiker Gregory Benford geschildert.)

Das Erwachen und der Mord an HAL führt Bowman zu einer weiteren Stufe des Bewusstseins. Weiterzukommen hilft ihm das Sternentor, das der schwarze Monolith bietet. Durch Stufen der Alterung und des Todes gelangt Bowman – als Vertreter der Menschheit – zu einem Neuanfang: als Sternenkind. Erst jetzt ist der Mensch nicht mehr fremd im Kosmos, sondern ein Teil davon. Und nimmt am Walzer der Himmels-Körper teil. Kubricks Vision von der Zukunft des Menschen kommt sehr deutlich zum Ausdruck.

Mit anderen Mitteln setzt Kubrick hier sein Meisterwerk “Dr. Strangelove” fort. Tatsächlich schlug Drehbuch- und Story-Schreiber Arthur C. Clarke sogar scherzhaft vor, der Film solle “Der Sohn von Strangelove” heißen. Das bezog er auf HAL, die Maschinenintelligenz. Clarke lieferte mit der Story “The Sentinel” (Der Wachtposten”) aus dem Jahr 1948 die literarische Vorlage zu Kubricks Filmsymphonie in vier Sätzen, die ursprünglich “Journey beyond the stars” heißen sollte. Sie wurde zwischen 1964 und 1968 für die damals astronomische Summe von 10,5 Millionen Dollar realisiert. Wobei 4,5 Millionen für die Spezialeffekte und Tricks verbraten wurden- was allerdings zu Kubricks einzigem OSCAR führte, immerhin. Clarke hat das detaillierte Treatment zu seinem gleichnamigen Roman ausgearbeitet, der in zahlreichen Punkten vom Film abweicht. Diese aufzuzählen, würde hier zu weit führen.

Wie immer beansprucht das Ansehen eines Kubrick-Films die Sehgewohnheiten und das Begriffsvermögen des Zuschauers. Bei einem derart visuell ausgerichteten Film wie “2001″ gilt das in umso stärkerem Maße. Manche Ansicht der Planeten-Konjunktionen muss man mehrmals betrachten, um festzustellen, wie der Blickwinkel aussieht. Man stellt verblüfft fest, dass eine extreme Untersicht (Froschperspektive) der Fall ist. Der Blick fällt in fernste Fernen.

Ein andermal verknotet sich das Hirn, wenn die Stewardess an Bord der Mondfähre “Aries” scheinbar in Schwerelosigkeit, nur von Velcrosohlen am Wegschweben gehindert, den Passagieren und Piloten ihr Essen bringt (ein ewiges Ritual, vom Menschenaffen bis zum Raumfahrer). Manche Aufnahmen sind so trickreich gemacht, dass man ein Fachbuch wie etwa “The making of 2001″ von Jerome Agel (1970) und “The Lost Worlds of 2001″ von Clarke (1972, dt. 1983) konsultieren muss, um zu begreifen, wie Kubrick das gemacht hat. Es ist eine ähnliche Faszination, wie sie Hitchcock auf Filmemacher wie Francois Truffaut ausgeübt hat. Dementsprechend beeinflusste “2001″ Regisseure wie Spielberg, der “2001″ als den alles bestimmenden “Urknall” seiner Filmemacher-Generation bezeichnete.

Und was soll dieser Firlefanz, mag sich mancher verwirrte Zuschauer fragen. Ein Film ohne Action, weitgehend ohne Sprache, der in düsterer Musik schwelgt und ganz allgemein die NASA runtermacht! “2001″ verändert unsere Wahrnehmung, lässt uns wie Bowman zu etwas erwachen, wovor uns bislang die technokratische Sprache abgeschirmt hat. Lässt uns das Wunder, das “ungelöste Rätsel” des Kosmos wahrnehmen. Dabei wird uns gleichzeitig vor Augen geführt, dass unsere auf Newton basierende Physik und Optik, ja sogar die Akustik – siehe Ligetis atonale Chöre – nicht mehr ausreicht; sie gehören in einem Einstein’schen Universum zum Erbe des alten Adam à la Mond-Schauer. Und wer in den Weltraum vorstoßen will, kann nicht wie Heywood Floyd Scheuklappen aufsetzen und Maulkörbe verteilen, sondern muss wie Dave Bowman die Augen öffnen und sich vom großen Outdoors verändern lassen. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.

Bild und Ton sind superb, aber irgendwelche Extras praktisch nicht vorhanden. Was hier aus der wichtigen Tonspur herausgeholt wurde, ist schon beeindruckend, aber jede moderne HiFi-Anlage könnte diese Wiedergabequalität für die Musik liefern. Dolby-Surround-Effekte sind nur sehr wenige festzustellen, so etwa beim Kampf um die Wasserstelle im 1. Akt. Da sind Klänge aus dem Off aus den hinteren Lautsprechern zu vernehmen.

Das Bild ist, anders als in SKs drei letzten Filmen, auf Widescreen ausgerichtet, nicht auf Vollbild. Wohl dem, der einen entsprechenden Fernsehschirm besitzt. Der kann dann aber auch sämtliche Breitwandinhalte in vollen Zügen genießen. Dies ist ein Film für die große Kinoleinwand. (…)

Die Diskrepanz zwischen Synchronisation und deutschen Untertiteln ist im Gegensatz zu “Spiel mir das Lied vom Tod” keineswegs groß, sondern geradezu von erstaunlicher Werktreue. Die deutsche Übersetzung ist in ihrer Deutlichkeit oftmals verständlicher und eindeutiger als das Original. Interessant sind die letzten Worte HALs. Im Original singt er einfaches Liebeslied an Daisy, die ihn “crazy” macht. Die deutsche Version ist sogar noch anrührender. HAL singt “Hänschen klein”. Auch die Maschinen-Intelligenz war mal ein “Sternenkind”…

Weil “2001″ ein so ungewöhnlicher langsamer Film ist, beansprucht er die Aufmerksamkeit des hektischen modernen Menschen häufig über Gebühr. Man kann dieses Epos, von der Fahrt des Menschen aus dem Staub zu den Sternen, nicht öfters sehen, allenfalls um Original und deutsche Fassung miteinander zu vergleichen.

Kein nennenswertes Bonusmaterial, geschweige denn ein Kommentar lädt zur Auseinandersetzung mit dem Meisterwerk ein. Man kann nur hoffen, dass sich in dieser Hinsicht noch etwas verbessert und in der Zwischenzeit zu Kubrick-Sachbüchern und Biografien raten. Lediglich Bild und Ton sind vom Feinsten, nachdem sie “restauriert und digital überarbeitet” wurden, wie der Text auf der Verpackung besagt.

PRO: visuell und akustisch überragend, engagiert-kritische Aussage mit hoffnungsvollem Ausblick; OSCAR-prämierte Spezialeffekte von Douglas Trumbull & Co.

KONTRA: Schauspieler und Dialoge sind unwichtig; kaum Action; fehlendes Bonusmaterial.

(c) 2004 by Michael Matzer

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(T)Raumschiff Surprise – Periode 1

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. April 2009

(T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (Special Edition) (DVD)

- Darsteller: Til Schweiger, Rick Kavanian, Anja Kling, Michael “Bully” Herbig, Christian Tramitz, Sky Dumont
- Regie: Michael “Bully” Herbig
- Musik: Stefan Raab und Ralf Wengenmayr
- Buch: Alfons Biedermann, Michael Herbig und Rick Kavania
- Produktion: Deutschland 2004
- Label: Ufa/DVD
Zusatzinformationen:
• DVD Erscheinungstermin: 17. Januar 2005
DVD Features:
• Disc 1: Hauptfilm; Audiokommentar mit Bully und Rick; Isolierte Tonspur ‘Filmmusik’; ‘Super Surprise Mode’, der es ermöglicht, Hintergrundinfos und -Specials; interaktiv während des Films abzurufen
• Disc 2: 50-minütiges Making of; Outtakes; Entfallene Szenen; Featurettes: SFX, H2O2, Die Songs; Premierenspecial; Thesen, Hintergründe, Analysen; Musikvideo ‘Space Taxi’; TV Auftritte, Teaser, Trailer, TV Spots
Für diesen Film liegt eine Rezension vor:
Sternzeit 2004. Filmkritikenlogbuch. Neuer Eintrag von Captain Hamp:

Schluss mit Eierschaukeln – ab ins Kino!
Genau ihr seid es doch, die noch nicht dafür gesorgt haben, dass Michael „Bully“ Herbig seinen umwerfenden Erfolg mit „Der Schuh des Manitu“ wiederholen kann. Dabei sind schon so viele den dezenten Aufforderungen der Werbeindustrie gefolgt – und sorgten dafür, dass mit „(T)raumschiff Surprise – Periode 1“ nun ein deutscher Film in den hiesigen Kinos den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hinlegen konnte. 625.000 Besucher am ersten Spieltag. Zahlen von denen viele Filme während ihrer gesamten Spielzeit nur träumen können. Aber kann man es den zahlreichen Kinogängern verübeln? Wer kann schon von sich behaupten, dass er dem warmen Charme der Crew der Surprise widerstehen kann? Wenn Mr. Spuck zart seine Augenbraue zurechtstreicht oder Captain Kork “dominant“ seine Befehle herausbrüllt – dann ist es (fast) unmöglich sich ein „leichtes“ Lachen zu verkneifen.

Ob man aber unbedingt aus der Sketch-Reihe einen Film machen muss? „Der Schuh des Manitu“ hat doch schon bewiesen, dass man die besten Witzchen nur schwerlich auf Filmlänge ausdehnen kann. Immer wieder gibt es Leerlauf, der einzig mit der Hoffnung auf eine nächste lustige Einzelszene überbrückt werden kann. Aber nach dem exorbitanten Erfolg des „Manitus“ gierten die Zuschauer nach mehr – und hatten die Qual der Wahl. Innerhalb der „Bullyparade“ durften sie das nächste Projekt der bayrischen Komikertruppe bestimmen. Dass hierbei die Wahl auf die warme Truppe des „(T)Raumschiff Suprise“ fallen würde, war wohl offensichtlich. Schon während der TV-Serie waren Mr. Spuck, Captain Kork und Schrotty die Lieblinge der Zuschauer – konnten sogar schon mit ihren Herumschwulereien den Weg auf eine Audio-CD finden als der Großteil der deutschen Bevölkerung noch nicht einmal den Namen „Bully“ buchstabieren konnte.

Die Vorbereitungen für den ersten demokratisch gewählten Film waren demnach getroffen. Der Zuschauer hatte bestimmt und kann nun – zwei Jahre später – das Ergebnis auf der großen Leinwand betrachten. Die ersten vagen Einblicke konnte man zwar schon durch die omnipräsenten Trailer und Teaser erhaschen – und auch das Heißmachen durch die Fernsehsender [Pro Sieben hat wieder die alten „Bullyparade“-Folgen ausgegraben, Christian Tramitz eine eigene Comedy-Show („Tramitz & friends“) beschert und auch auf den anderen Kanälen waren die bayrischen Komiker zugegen] zeigte seine Wirkungen. Voller Ungeduld wartet man auf den 22. Juli 2004 – der Tag, an dem endlich „(T)Raumschiff Suprise“ die deutschen Kinosäle erobern sollte.

Ob diese perfekt ausgeklügelte Werbekampagne mit Hollywood-Ausmaß [so ist „Periode 1“ auch der erste deutsche Film, der mit einem exklusiven Menü bei Fast-Food-Gigant Mc Donald’s geehrt worden ist] nicht aber die Erwartungen in zu hohe Regionen getrieben hat? Irgendwie konnte man nie das ungute Gefühl leugnen, das Bully und seine Mannen nur durch die Dauerwerbung die mangelnde Qualität des Filmes übertünchen wollten…

Freistilschweber
Der Mars macht mobil – und mit ihm kommt die Bedrohung für die Erde: Der fiese Regulator Rogul will den blauen Planeten unterjochen. Die einzige Rettung für die Menschheit ist die Besatzung der Surprise – dumm nur, dass diese sich gerade in der Vorbereitung für die Miss Waikiki Wahl 2304 befindet. Aber unter der Androhung der Urlaubskürzung kann man die drei Raumfahrer sanft überreden ihre Pflicht zu erledigen.

Ihre Aufgabe? Mit einer Zeitmaschine ins Jahr 2004 reisen und die erste Landung eines Aliens auf der Erde verhindern. Hört sich leichter an als es letztlich ist – denn durch einen dummen Zufall landen die Zeitreisenden im finsteren Mittelalter. Und dicht auf ihren Fersen befindet sich Lord Maul, der Sohn des Regulators, der dafür sorgen soll, dass die Surprise’ler scheitern…

Langsam blasen, Mädels
Eine nahezu unmögliche Mission stand bevor: Das Beamen des „(T)Raumschiff Surprise“ von der Mattscheibe auf die Kinoleinwand. Eine schwere Transformation. Zunächst das knappe pointierte Inszenieren der Sketche. Jetzt das gesamte Geschehen um die warmen Surprise’ler auf knapp neunzig Minuten ausdehnen – ohne dass der Spaßfaktor darunter leidet oder dass der gesamte Film wie ein Witzzusammenschnitt wirkt. Der Versuch ist gelungen. Zumindest in Ansätzen.

Denn wäre der Anfang einer Komödie ausschlaggebend für die finale Qualität, wäre das „(T)Raumschiff“ ein Rohrkrepierer der übelsten Sorte. Es werden alte Gags der TV-Auftritte aufgewärmt – und trotz des Recycling-Konzeptes wird zeitgleich krampfhaft versucht, das Altbekannte einer Rundumerneuerung zu unterziehen. Die Surprise wird urplötzlich von zahllosen Crew-Mitgliedern bevölkert [darunter sogar Frauen! Welch schockierende Neuerung!] – und um in bester „Bullyparaden“-Tradition zu schwelgen darf sogleich eines der Besatzungsmitglieder seinen Oneliner in bester Tschechen-Tradition zum Besten geben. Hört sich zwar lustig an – ist es aber nicht. Schließlich haben nur Pavel und Bronko die Lizenz zum Tschecheln.

Auch ansonsten wirken die ersten Minuten schrecklich konstruiert. Einerseits der Versuch eine akzeptable Story aus dem Hut zu zaubern – andererseits das sketchartige Auftreten der Surprise-Crew. Eine Mischung, die leider nicht wirklich harmoniert. Es gibt immer wieder vereinzelte Lacher. Klar, der ständige saubermachende Putzmann bei der Sitzung des Erdenrats ist genauso einer dieser garantierten Lacher wie das „Freistilschweben“ der Surprise’ler. Aber irgendwas fehlt. Aber was? Der Zusammenhang. Genau, es fehlt irgendwie der Zusammenhang. Alles sind Bruchstück, die wohl auf der TV-Bühne gut rüberkommen würden – aber als Film wirken sie nur wie ein lieblos zusammengeflickter Teppich.

Glücklicherweise bleibt das Drehbuch von Bully, Rick Kavanian und Alfons Biedermann [die alle schon an „Manitus Schuh“ mitgeschrieben haben] aber den üblichen Traditionen des Science-Fiction-Genres treu – die kurz eingeführten Bordmitglieder um Mr. Nasi und Miss Borabora dürfen weiter im Weltraum verschimmeln und müssen Platz machen für die voranschreitende Handlung und die wahren Nebenfiguren, von denen knapp zwei sogar das Team um Mister Spuck und Captain Kork erweitern dürfen. Knapp? Ja, knapp. Denn die Erdenprinzessin Metapha kann mal wohl nicht wirklich als Haudegen bezeichnen – sie ist eher als schmuckes weibliches Beiwerk dienlich, das mit Mister Spuck herrlich um die Gunst des einzig wahren Testosteronbolzens Rock Fertig-Aus buhlen kann.

Dass diese beiden Nebenfiguren aber äußerst passend gewählt sind, ist wohl selbstverständlich. Rock ist das genau Gegenteil der Suprise’ler. Männlich, muskulös und äußerst anziehend auf beiderlei Geschlechter. Metapha hingegen? Die darf hier und da mal beweisen, dass man als vom Arbeitsamt vermittelte Prinzessin auch Köpfchen haben darf.

Gegen Rock Fertig-Aus kann das Prinzess’chen aber nur verlieren – denn dieser machohafte Taxifahrer hat wohl die bombastischsten Szenen im gesamten Film. Schon sein erster Auftritt lässt George Lucas vor Neid erbleichen: Mit seinem gelben Taxi [das nur rein zufällig an eine Symbiose zwischen Anakin Skywalkers Pod-Racer und Korben Dallas’ Taxi erinnert] „fährt“ er die Surprise’ler auf die Erde. Und diese Fahrt hat es wirklich in sich. Unter laufendem Beschuss der aufständigen Marsianer kracht es an allen Ecken und Enden. Man fühlt sich wie bei einem Angriff der Rebellen gegen die dunkle Seite der Macht – und ist tierisch verblüfft wie perfekt die Special-Effects dabei gelungen sind. Klar, das ganze wurde stark an das Aussehen der letzten beiden „Star Wars“-Episoden angelegt, aber dies ist wohl typisch für eine Parodie. Ungewöhnlich und umwerfender ist hingegen die erstaunliche Brillanz, in der der Weltraum und die unzähligen Raumschiffe erstrahlen. Die Programmierer von SCANLINE haben wahrlich vortreffliche Arbeit geleistet – vor allem wenn man bedenkt, dass das Filmbudget „gerade“ mal 9 Millionen Euro betragen hat.

Was letztlich aber „(T)Raumschiff Surprise“ von den neuen seelenlosen Special-Effects-Orgien aus Hollywood unterscheidet, ist, dass die Herbig-Produktion keinesfalls die grandiosen Effekte in den Vordergrund stellt. Der Mittelpunkt des ganzen Schabernacks auf der Leinwand sind immer noch Captain Kork, Mister Spuck und Schrotty. Einzig der rasanten Taxi-Fahrt könnte man wohl vorwerfen, dass sie etwas zu lange ausgefallen ist – und unbedingt die großartige Arbeit der Special-Effects-Schmiede beweisen will. Durch das gekonnte Auflockern der effektisierten Situation mit einigen äußerst amüsanten Sprüchen wirkt das energiegeladene Geschehen jedoch nicht derartig ermüdend wie die völlig misslungenen Verfolgungsjagden im „Angriff der „Clownkrieger““.

Wie schon angedeutet hat „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ seine ganz große Stärke in der Vergangenheit. Wenn die Zeitreisenden im Mittelalter [und später auch im Wilden Westen] ankommen, blitzt das komische Talent der „Bullyparaden“-Komiker auf. Es gibt geniale Wortspiele, pointenlosen Humor und absurde Situationen – genau das, was man sich von dem Film eigentlich erwartet hat.

Und nicht nur die humoristische Seite wandelt sich mit dem Verlassen der zukünftigen Zeitebene – auch stilistisch kann der Film in ungewöhnlich hohe Regionen gehoben werden. Die Kamera von Stephan Schuh wird mit verschiedenen Farbfiltern gefüttert [passenderweise ein silbermetallischer für die Mittelalter-Szenen und ein staubigbrauner für die Wild-West-Ereignisse] und die Schnitte von Alexander Dittner wirken herrlich dynamisch beim mittelalterlichen Tjolsten. Alles wirkt erstaunlich professionell, hat nicht mehr den einfacheren [wenn auch sympathischen] Inszenierungsstil des Vorgängers.

Das letzte Geheimnis des „mittelalterlichen“ Erfolges ist scheinbar auch schnell gefunden: Die Darsteller. Vor allem „Manitu“-Bösewicht Sky Dumont kann ein weiteres Mal seine Genialität beweisen. Mit seiner leckenswerten Nasenspitze ist er als Mittelalterkönig William der Letzte ein brillanter Possenreißer und kann mit herrlich sinnlosen Phrasen um sich werfen.

Aber auch die restlichen Darsteller kommen in den „vergangenen“ Tagen zu ihren besten Szenen. Komisch sind die schmachtenden Blicke Michael Herbigs. Als asthmakranker „Sachse“ macht sich Rick Kavanian [neben Lord Maul spielt er auch noch den Borddoktor Pulle und Schrotty] auf die Verfolgung der Zeitreisenden – und beweist ein weiteres Mal, dass er ein unglaubliches Gummigesicht hat. Christian Tramitz hingegen spielt äußerst zurückhaltend – wirkt dafür aber auch am realistischsten – und ist mit seinem leicht dackeligen Blick herrlich eifersüchtig auf Til Schweiger, der erstaunlicherweise mit seinem selbstironischen Auftritt fast alle an die Wand spielt. In Hollywood nahezu gänzlich als Action-Star [„Tomb Raider 2“ und „Driven“] gescheitert, veralbert er jegliche Heldenklischees und darf gar auf einem rosa gekleideten Pferd zum Tjolsten antreten.

Was letztlich nicht unter den Tisch gekehrt werden darf – und zu allem Übel auch noch überwiegend als schrecklich bezeichnet werden muss, ist der Soundtrack. Schon die vorab in die Charts geschossene Single-Auskopplung „Space Taxi“ ist übelster Nervpop, bei dem das Gesinge der Surprise’ler stark auf den Nerven des Zuhörers herumtrampelt und eindeutig den Komponisten erkennen lässt: Stefan Raab. Der Pro Sieben-Talker verlässt seine gewohnten Tonspuren nicht, bietet wieder simpelste arrangierte Musik, die verzweifelt versucht lustig zu sein. Dass aber leider nur wenige Songs trotz großer Namen wie Bootsy Collins oder auch Helge Schneider wirklich zünden [komischerweise ist bei diesen immer Sky Dumont beteiligt!], zeigt ein weiteres Mal die schwindenden Qualitäten Raabs.

Äußerst ärgerlich ist aber, dass dank der nervenden Klamauk-Musik gänzlich die orchestrale Score von Ralf Wengenmayr untergeht. Die ist im Gegensatz zu den Raab Kompositionen nämlich äußerst hörbar – obgleich die Masse der CD-Käufer das wohl anders sehen wird.

Fazit – Schluss mit Eierschaukeln
Ja, „(T)raumschiff Surprise – Periode 1“ ist gesamtbetrachtet wirklich lustig – und somit auch ein würdiger und gleichwertiger Nachfolger für den ersten filmischen Streich der „Bullyparaden“-Komiker. Und ja, wäre da nicht dieser an eklatanter Witzarmut leidende Anfang, wäre das Abenteuer der Sternenfahrer wohl noch um Lichtjahre besser geworden. Aber so muss man als Zuschauer erst zehn gewöhnliche Minuten über sich ergehen lassen, um dann die herrlich dämliche Zeitreise der Surprise’ler genießen zu können. Gespickt mit zahllosen Anspielungen, liebevoller Detailarbeit und garantierter Witzgarantie ist so „(T)raumschiff Surprise – Periode 1“ ein überdurchschnittlicher Kinospaß, der unter Garantie die Kassen millionenfach zum Klingeln bringen wird!

Ob man letztlich trotz der anfänglichen Mängel den Weg ins Kino finden sollte? Wieso denn nicht? „(T)raumschiff Surprise – Periode 1“ ist gute Unterhaltung für einen hitzigen Sommerabend. Gemütlich zurückgelehnt im Kinosessel sitzend, Das Gehirn auf Sparflamme gestellt und befreit über die lockerleichte Unterhaltung auf der Leinwand lachen. Aber ja nicht wundern, dass die Science-Fiction-Episode bei weitem nicht so lustig ist, wie das bunte Treiben in der Vergangenheit…..

Und nicht vergessen: Bis NACH dem Abspann sitzen bleiben!

(c) 2004 by Jens Hamp

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Bee Movie – Das Honigkomplott

Erstellt von Redaktion am 8. April 2009

Bee Movie – Das Honigkomplott

FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 91 Minuten

Regie: Steve Hickner, Simon J. Smith
Sprecher: Bastian Pastewka, Mirjam Weichselbraun, Gerrit Schmidt-Foß

Produktion: USA 2007
Produktionsfirmen: Dreamworks SKG
Produzenten: Jerry Seinfeld, Christina Steinberg

Wenn ein Komiker vom Kaliber Jerry Seinfeld in eine Kanone der Marke DreamWorks gesteckt wird, sollte eigentlich ein dicker Knaller abgeschossen werden. Die Werbestrategen haben dem Publikum diesen Knaller auch versprochen, aber schussendlich gibt es nur ein leises „Ping“ …!

Berry B. Benson ist eine junge Biene und hat gerade ihren Abschluss gemacht. Nun steht die Berufswahl an und die Aussicht bis zum Tode auf eine Arbeit festgelegt zu werden, ängstigt Berry. Um bei der holden Weiblichkeit anzukommen, schneidet er auf und findet sich dadurch bald in der Fliegerstaffel des Bienenvolks wieder. Nun geht es im rasanten Flug durch New York – Pollen organisieren.

Dabei wird Berry von der Staffel getrennt und landet bei der hübschen Floristin Vanessa. Diese rettet die kleine Biene vor dem sicheren Tod und Berry beginnt – entgegen dem Bienengesetz – ein Gespräch mit Vanessa. Schon entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft, die bald auf eine harte Probe gestellt wird.

Berry entdeckt, dass die Menschen die Bienen ausbeuten, um an den Honig zu kommen. Jenes süße Gold, das die Bienen hart erarbeiten. Berry beschließt den Bienen zurückzuholen was ihnen zusteht und zieht vor Gericht. Tatsächlich gewinnt er den Prozess, doch das hat Konsequenzen, mit denen niemand gerechnet hat …

Nun, mit diesem Film sollte man auch nicht rechnen, die Kalkulation wäre niederschmetternd. Nach seiner großartigen Show “Seinfeld” hatte sich der liebe Jerry erst einmal zurückgezogen und auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Nun meldet er sich mit dem Animationsfilm “Bee Movie – Das Honigkomplott” zurück im Geschäft. Dabei verlässt sich Mister Seinfeld auf die erfahrenen Macher von DreamWorks und verpflichtete mit Steve Hickner (“Shrek 4-D”) und Simon J. Smith (“Der Prinz von Ägypten”) zwei erfahrene Animationsveteranen.

Berry wird vom Comedystar selbst vertont, während Renée Zellweger mit rauchiger Stimme Vanessa spricht. Als deutsche Stimmen verpflichtete man Bastian Pastewka und Mirjam Weichselbraun – beide leisten ihre Arbeit zwar gut, passen aber kaum zu den Charakteren. Vor allem Bastian Pastewka scheint die Sprechrolle nur seines Namens wegen bekommen zu haben – Pastewka ist derzeit halt ein Publikumsmagnet.

Die Synchronisation ist auch einer der großen Minuspunkte des Films. Kommt der Humor schon im Original kaum zum Tragen und ist weder roh noch gekocht, so lassen sich die wenigen guten Wortwitze nicht ins Deutsche übertragen. Wenn schon “Bee Movie – Das Honigkomplott”, dann bitte im englischsprachigen Original.

Überhaupt ist der Humor kaum der Rede wert. Er richtet sich vor allem an ein us-amerikanisches, erwachsenes Publikum. Das wird vor allem bei dem Gag mit Larry King deutlich. Zwar taugen die niedlichen Animationen für Kinderaugen, aber generationenübergreifenden Humor gibt es kaum. Auch die Story macht nur wenig her. Scheinbar konnte sich Jerry Seinfeld für keinen Handlungsstrang entscheiden und hat somit versucht, alles in den Honigtopf zu packen. Herausgekommen ist ein bitterer Verschnitt.

Technisch ist der Film in Ordnung, kann sich aber nur mit der Massenware messen. Der Stempel DreamWorks ist verwischt und kaum zu erkennen. Einzig die Flugsequenz – durch den Park – weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. Und was den biologischen Hintergrund eines Bienenvolks angeht … ach, reden wir lieber nicht darüber, es wäre zu traurig.

“Bee Movie – Das Honigkomplott” wurde groß angekündigt und beworben, starke Namen und Personen stehen hinter dem Projekt – doch am Ende fliegt sogar die Biene Maja Mister Berry B. Benson davon. Summ, summ, summ – der Film der ist so dumm!
(Günther Lietz)

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Witchblade – Vol. 01

Erstellt von Redaktion am 8. April 2009

Witchblade – Vol. 01

FSK: ab 16 Jahre
Laufzeit: 100 Minuten

Regie: Yoshimitsu Ohashi
Sprecher: Kordula Leisse, Kirstin Hesse, René Dawn-Claude

Produktion: Japan 2006
Produktionsfirmen: CBC, SKY Perfect Well Think, GDH
Animationsstudio: GONZO

Basierend auf der erfolgreichen Comic-Reihe „Witchblade“ – aus dem Hause Top Cow – kreierte das erfolgreiche Studio Gonzo diesen Anime. Dabei hat die Handlung nur noch wenige Berührungspunkte mit dem Original – doch niemand sagte, dass die Witchblade keine Reise nach Japan unternehmen dürfte.

Und so gerät diese magische Waffe in die Hände von Masane Amaha, einer jungen Frau und Mutter, die sich gegen ihren Willen mit der Witchblade auseinandersetzen muss. Dabei begreift Masane diese Waffe weniger als einen Segen, sondern mehr als einen Fluch.

Den Einstieg in die Serie aus dem Hause PaniniVideo macht die Episode „Beginn“. Sechs Jahre nach dem ein schweres Erdbeben Teile von Tokio verwüstete, kehrt Masane Amaha mit ihrer kleinen Tochter Rihoko in die Stadt zurück. Sie möchte ein neues Leben beginnen. Gleichzeitig ist sie vor der Kinderfürsorge auf der Flucht, die der NSWF (National Scientific Welfare Foundation) unterstellt ist. Doch die Kinderfürsorge erwischt die kleine Familie und setzt Masane unter Druck. Die Situation eskaliert und die junge Mutter sitzt kurz darauf im Gefängnis, wo plötzliche ihre seltsame Tätowierung zur mysteriösen Witchblade erwacht …

Die erste Episode einer neuen Serie beschäftigt sich naturgemäß mit der Einführung der Hauptfiguren. Auch „Witchblade“ bildet hier keine Ausnahme. Vor allem das Geheimnis um Masanes Tätowierung und die Gefährlichkeit der Gegner stehen im Mittelpunkt, doch es wird auch deutlich, dass Masane tatsächlich mit der Erziehung Rihokos überfordert ist. Das spiegelt sich vor allem darin wieder, das Rihoko ihre geliebte Mama regelrecht bemuttert.

In „Zweifel”, der zweiten Episode dieser DVD, vertiefen sich die jeweiligen Beziehungen, die Masane und Rihoko eingegangen sind. Masane gerät an Douji Industries, einem Weltkonzern, der von Direktor Takayama geführt wird. Takayama und sein Sekretär Seagawa zwängen Masane regelrecht einen Handel auf. In der Zwischenzeit flieht Rihoko aus „Marry’s Gallery“, einem kleinen Café, wo sie der junge Journalist Tozawa unterbrachte. Doch auch der Vorsitzende der NSWF kommt ins Spiel: Tasuoki Furumizu, den die Heimkinder nur liebevoll Vater nennen. Auch er scheint ein Interesse an der Witchblade zu haben, die Masane nun als Armreif trägt.

Die Geschichte schlägt jetzt eine etwas härtere Gangart ein. Traten zuvor primär Masanes körperliche Attribute in der Vordergrund – pralle Brüste und ein knackiger Po, die stets gerne gezeigt werden – so kommt nun auch ihr starker Wille zum Vorschein, den auch Rihoko besitzt.

Masane beweist in „Widerstand“ ihren Wert für Douji Industries. Sie erfährt von den X-cons, gefährlichen Mechas, von denen beim großen Beben viele defekte Exemplare verloren gingen und die Jagd auf Menschen machen – und die Witchblade ist in der Lage diese X-cons auszuschalten …

Ist Masane in ihrer normalen Gestalt schon sexy, so sieht man sie in ihrer Kämpfermontur nun mal genauer und kann nur sagen: Heiß! Pralle Titten und ein dicker Arsch, hineingezwängt in einen Hauch aus Nichts. Was auf den ersten Blick unlogisch scheint, ist auf den zweiten Blick doch genau das, was man sich als Zuschauer wünscht: Eine klasse Story, viel Action und noch mehr Erotik.

Mit „Bewegung“ schließt die DVD ab. Masane und Rihoko haben sich endlich wiedergefunden. Die beiden sind auf der Suche nach einer Wohnung, was sich als schwierig erweist. Doch Rihoko hat eine wunderbare Idee. Währenddessen schlägt sich Masane weiter mit den X-cons herum, was auch die Aufmerksamkeit der NSWF auf sich zieht. Und plötzlich tauchen weitere Spielerinnen auf dem Feld auf …

Kaum hat man ein paar Antworten bekommen und die Wogen scheinen etwas geglättet, da bricht ein neuer Wirbelsturm los. Auch die Verwicklungen von “Vater” Tasuoki Furumizu treten immer deutlicher zutage und sorgen für Spannung.

Die Story der Witchblade ist spannend und actionreich. Der Stil weiß zu gefallen, prägt sich ein und setzt den Fokus auf Masane und ihre körperlichen Attribute, die mittels den eindruckvollen Zeichnungen gut zur Geltung kommen. Aber auch die anderen Figuren und die Kulissen sind gelungen in Szene gesetzt. Dazu kommt auch eine Prise Humor, denn manchmal muss man der ein oder anderen Situation wegen einfach schmunzeln, ebenso wie es traurige und nachdenkliche Momente gibt. Allerdings wird emotional noch etwas tief gestapelt.

Die Vertonung ist durchweg gelungen. Passende Stimmen und weitgehende Lippensynchronisation wissen zu überzeugen, auch die Klangkulisse ist – obwohl leicht spartanisch – gut umgesetzt.

Bei den Extra wurde leider gespart. Trailer und ein Musikclip sind eher laue Alibi-Extras. Informativer und ein echtes Glanzlicht ist dagegen das Interview mit Mariko Noto, der japanischen Stimme von Masane. Schade, dass es kein Interview mit der deutschen Stimme gibt.

„Witchblade – Vol. 01“ ist ein gelungener Auftakt zur Serie und macht Lust auf mehr. Empfehlenswert!

(Günther Lietz)

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Witchblade – Vol. 01

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