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Archiv für die 'Buch zur TV-Serie' Kategorie

Die kulinarischen Abenteuer in Österreich von Sarah Wiener (Buch + DVD)

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. Dezember 2011

Sarah Wiener – Die kulinarischen Abenteuer in Österreich
FSK ohne Altersbeschränkung.
2 DVD(s).

EAN: 4029759071402
Libri: 8589950
FSK ohne Altersbeschränkung.
Laufzeit ca. 466 Minuten.
2 DVD(s).
EDEL

November 2011 – DVD-Video

Sarah Wiener ist eine der bekanntesten Köchinnen Deutschlands. Als Gründerin und Frontfrau der Sarah Wiener GmbH in Berlin und Hamburg leitet sie mehrere Restaurants sowie einen internationalen Event-Cateringservice und ist Autorin zahlreicher Kochbücher. Als erste prominente Köchin setzte sie sich öffentlich für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und das Ernährungsbewusstsein in moralischer und ökologischer Hinsicht ein. So gründete sie unter anderem eine eigene Stiftung und ist Schirmherrin verschiedener Organisationen.

In der 10-teiligen Arte-Serie “Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Österreich” kehrt sie nach vielen Jahren in Deutschland zurück nach Österreich, in ihre Heimat. Das Land ihrer Kindheit hat sich verändert. Aus stillen Bergtälern sind flotte Skiressorts geworden, vergessene Dörfer am Eisernen Vorhang sind zurückgekehrt in die Mitte Europas – und auch die Küche ist eine andere geworden.

Die TV-Serie gibt es jetzt auf 2 DVDs inkl. Kochbuch und exklusives Bonusmaterial zum Nachkochen.

INFORMATIONEN:
Längst gibt es in Österreich mehr zu entdecken als Wiener Schnitzel und Palatschinken. Zeit also, sich auf die Suche nach den Wurzeln der österreichischen Küche zu machen, nach Köchen und Landwirten, Winzern und Gärtnern, die sich nicht nur auf die Tradition besinnen, sondern sie auch
neu zu interpretieren wissen.

Wie gelingt die berühmte Sachertorte, was bedeutet eigentlich „blanchieren“ und wie bleibt das Fleisch beim Kochen schmackhaft und zart? In kurzen Bonusvideos verrät Sarah Wiener Tipps und Tricks bei der Zubereitung der Gerichte und wirft außerdem einen ganz persönlichen
Blick auf ihre Heimatstadt Wien.

TECHNISCHE DATEN:
Vertrieb: edel motion Germany
Inhalt: 2 DVDs  + Buch mit Rezepten und Tipps
Laufzeit: ca. 450 min.
FSK: Keine Altersangabe
Bildformat: PAL 16:9 Widescreen
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch
Format: 2 x  DVD9
Ländercode: 0
Bonusmaterial: 30 min. (Interviews, Hinter den Kulissen)

DIE STATIONEN DER REISE IM ÜBERBLICK:

Folge 1: Die Wiener Schwestern
Rezepte:     Pochiertes Ei auf lauwarmem Essiggemüse mit Estragon-Sabayon
Tafelspitz mit Semmelkrenkruste und Babygemüse

Folge 2: Das Gold der Steiermark
Rezepte:     Maibock im Kranewittenschmalz gegart mit zusammgelegten Knödel und karamellisierten Fischbacher Grubenkraut
Kernöl Kletzennudel mit Schafjoghurt

Folge 3: Federn lassen in Niederösterreich
Rezepte:     Lackierte Entenbrust mit heißen scharfen Marillen und Erdäpfel-Mohnnudeln
Marillenknödel

Folge 4: Borstenvieh und Burgenland
Rezepte:    Pannonischer Fischeintopf – Halászlé
Burgenländisches Bratfleisch

Folge 5: Die Kunst der Tiroler Brezen
Rezepte:    Tiroler Brezensuppe
Rüben-Schlutzer mit Speck und Mangold?

Folge 6: Hopfen und Wels in Oberösterreich
Rezepte:    Biersuppe mit gefüllten Erdäpfelknödeln, gerösteten Schwarzbrotcroutons und Bachkresse
Donauwaller auf Eferdinger Schmorgurken

Folge 7: Nachwuchs in Vorarlberg
Rezepte:     Bergkäse-Riebel Taler und Lamm in Latschenkiefer-Sauce
Halbgefrorenes vom Sig mit Röstzwetschkende

Folge 8: Salzburger Klassiker
Rezepte:     Gebratene Fasanenbrust und gefülltes Fasanenhaxerl mit Petersilienknöderl und Herbsttrompeten
Salzburger Nockerln

Folge 9: Wiener Früchte
Rezepte:    Biskuitroulade mit Altwiener Kaffeecreme und Hagebuttenmarmelade
Sachertorte
Traminerstrudel

Folge 10: Der Kärntner Kaviar
Rezepte:    Kärtner Kirchtagssuppe
Kärntner Kaasnudeln mit Saiblingskaviar und Gurkensalat

BIOGRAFIE:

DIE FRÜHEREN JAHRE
Sarah Wiener, 1962 in Halle (Westfalen) geboren, ist die Tochter des österreichischen Schriftstellers und Jazzmusikers Oswald Wiener und der bildenden Künstlerin Lore Heuermann. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte die österreichische Staatsbürgerin in Wien.

1986 zog sie nach Berlin, wo ihr Vater mit dem Exil und dem AxBax zwei bekannte Künstlerrestaurants führte. Ihre Passion für das Kochen entdeckte sie in der Küche des Exil, das zum Sprungbrett ihrer eigenen Karriere wurde. Hier fertigte sie unter anderem Backwerk und Kuchen, die dann die Grundlagen ihres ersten eigenen Unternehmens wurden. Bevor sie damit diverse Cafés belieferte, kochte sie  fast zwei Jahre lang jeden Tag für die Mitarbeiter einer renommierte Werbeagentur im Berliner Westend.

DIE UNTERNEHMERIN
1990 gründete die Jungunternehmerin “Sarah Wieners Tracking Catering”, einen europaweiten Catering-Service für Film- und Fernsehproduktionen. Was mit einem Gasherd in einem umgebauten NVA-Wagen und Edelgeschirr vom Flohmarkt begann, entpuppte sich bald als Erfolgskonzept, das auch die Großen der Branche begeisterte. Neun Jahre später eröffnete sie im
Zentrum Berlins ihr erstes Restaurant, Das Speisezimmer. Seit 2003 führt sie das Museums-Restaurant im Hamburger Bahnhof. Das Konzept – die Kombination von Kunst und gutem Essen – ging auf. Heute findet man Sarah Wiener und ihr Team auch mit dem KAFFEEHAUS im Museum für Kommunikation. 2004 wurde die Sarah Wiener GmbH in Hamburg und Berlin gegründet. Neben den drei Berliner Restaurants betreibt das Unternehmen ein internationales Event-Catering. Auch im Auftrag verschiedener Firmen ist Sarah Wiener für den guten Geschmack zuständig. Neben dem Restaurant ‚Gottlieb‘ des Kundencenters im Werk Bremen der Daimler AG, betreibt Sarah Wiener nun auch seit 2011 die Gastronomie des Mercedes Benz Museums in Stuttgart. Das ehemalige One-Woman-Unternehmen beschäftigt mittlerweile über 160 Mitarbeiter. Kochkunst mit Haltung, die Verbindung von kulinarischem Genuss mit Werten, wie Nachhaltigkeit, Transparenz und Achtsamk! eit gegenüber Natur und Kultur sind es, was Sarah Wiener und ihr Unternehmen
einzigartig machen.

IN ZAHLEN
2010 Umbau des Restaurants DAS SPEISEZIMMER; Erweiterung um DIE KÜCHE
2009 Eröffnung DAS KAFFEEHAUS im Museum für Kommunikation
2004 Gründung der Sarah Wiener GmbH
2003 Eröffnung Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof
1999 Eröffnung des ersten Restaurants Das Speisezimmer
1990 Gründung des Sarah Wiener Tracking Catering
1986 Gründung Sarah Wieners Mehlspeisen
1962 in Halle / Westfalen geboren

IN DEN MEDIEN
2011 Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in England (arte)
2010 Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Österreich (arte)
2010 Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in den Alpen (arte)
2009 Sarah Wiener und die Küchenkinder (arte)
2007 Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener durch Italien (arte)
2007 Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener durch Frankreich (arte)
2006 Länder –Menschen –Abenteuer (SWR) seit 2004 Kochen bei Kerner / Lanz kocht (ZDF)
2004 Living-history-Reihe „Abenteuer 1900 –Leben im Gutshaus? (ARD)

AUSZEICHNUNGEN
2010 Bildungsbotschafterin Didacta
2008 Flair de Parfum (Preis der Wirtschaftskammer Wien)
2008 Les trophées de l’éspritalimentaire / French Food Spirit Award für die arte Serie Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener (Frankreich)
2008 Woman of Exception Award (Schweiz)
2008TrophéeGourmet –Ehrentrophée (Österreich)
2008 „Goldene Cloche? (österreichischer Gastronomiepreis)
2007 Orden ONE 100 -Beste Szeneköchin (Deutschland)
2006 Herforder Preis (Deutscher Gastronomiepreis)

KOCHBÜCHER
2011 Herdhelden, Mein ganz persönliches Österreich-Kochbuch
2009 La Dolce Wiener
2008 Frau am Herd –Natürlich, fantasievoll, köstlich
2008 Meine kulinarische Reise durch Frankreich –Eine Liebeserklärung mit Rezepten
2007 Das große Sarah Wiener Kochbuch
2006 Sarah Wieners Mediterrane Küche
2004 Kochen mit Sarah Wiener

KOCHBUCH-DVDs:
2009 Die Kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener Staffel 3
2008 Die Kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener Staffel 2
2007 Die Kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener Staffel 1

PRODUKTE
Die Sarah Wiener Messerserie der Manufaktur Pott
Gemeinsam mit der Firma Pott hat Sarah ihre eigene Messer Serie entwickelt. Handgemacht ist am besten. Das gilt für Krautstrudel wie für Kochmesser. Pott steht nicht nur für gutes Design, sondern auch für traditionelle Fertigung. Jedes Sarah Wiener Messer wird in 90 manuellen Arbeitsschritten gefertigt. Aus den besten Materialien.
Neben den handgefertigten Messern vertreibt Sarah Wiener in ihrem Online-Shop alles, was das Herz rund um die Köstlichkeiten dieser Welt begehrt. Profiköche oder welche, die es gerne werden möchten, Kochfeen und Kartoffelheldinnen, Küchenkümmerer, aber auch Männer, die gerne am
Herd stehen, finden dort alle Sarah Wiener Kochbücher, individuell gestaltete Schürzen, die Kitchenmanagement-Vorratsdosen aus Emaille von RIESS, unterschiedlichste Bio-Öle, aber auch CD´s und DVD´s.

SOZIALES ENGAGEMENT
Initiatorin, Gründerin und Frontfrau der Sarah Wiener Stiftung – Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen (seit 2007)
seit 2011 Botschafterin der BIO-Brotbox Hamburg
seit 2010 Bio-Botschafterin des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz (BMELV)
seit 2008 Schirmherrin der Berberfrauenkooperation zur Gewinnung von Arganölin Marokko
seit 2007 Schirmherrin des Fördervereins für den Bundesverband Frauenberatungsstellen
und Frauennotrufe
seit 2007 Schirmherrin der von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ins Leben
gerufenen Naturallianz
seit 2007 Schirmherrin „Haushalt ohne Genfood?
seit 2006 Schirmherrin des Tierzuchtfond für artgemäße Tierzucht

Titel bei Libri.de (DVD)

Preisrätsel / Gewinnspiel 1 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD-BOX: Um den Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wie viele Folgen beinhaltet die vorliegende BOX und wie heißen sie? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 100 Mails eingegangen sind, wird unter diesen Einsendern der Gewinner mit der richtigen Antwort ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWINNER IST: Gunda Schwarzenburg. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN! VIELEN DANK!

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BUCHREZENSION: Joyce Reardon (Hg.): Das Tagebuch der Ellen Rimbauer. Mein Leben auf Rose Red. „The Diary of Ellen Rimbauer“ entstand 2002 als Buch zum Film bzw. zur TV-Miniserie „Rose Red“.

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. Oktober 2011

Joyce Reardon (Hg.)
Das Tagebuch der Ellen Rimbauer
Mein Leben auf Rose Red

(sfbentry)
Originaltitel: The Diary of Ellen Rimbauer (New York : Hyperion 2002)
Übersetzung: Antje Görnig
Deutsche Erstausgabe (geb.): August 2002 (Vgs Verlagsgesellschaft)
345 S.
ISBN-10: 3-8025-2942-1
Als Taschenbuch: September 2004 (Piper Verlag Nr. 26561)
345 S.
ISBN-13: 978-3-492-26561-4

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

Das 20. Jahrhundert ist noch jung, als John Rimbauer, sagenhaft reicher Industriemagnat und begehrtester Junggeselle der Stadt Seattle, die junge Ellen freit. Die naive Frau erkennt nicht, dass Rimbauer vor allem die Mutter eines männlichen Erben sucht und ansonsten sein Lotterleben voller Huren, Glücksspiel und Brachialkapitalismen fortzusetzen gedenkt. Schnell ist Ellen kreuzunglücklich.

Der Bruch erfolgt auf einer Weltreise im Jahre 1908. John steckt Ellen in Afrika mit der Syphilis an. Nur mühsam, unter Qualen und mit der Hilfe der heil- und zauberkundigen Sukeena überlebt Ellen das Leiden. Nun ist das Maß voll: Da eine Trennung in dieser Zeit nicht in Frage kommt, wird sie John auf andere Weise strafen. „Rose Red“, der feudale Wohnsitz der Rimbauers, soll nach ihrem Willen niemals fertig gestellt werden. Ewig wird Ellen die Bauarbeiten fortsetzen lassen und Johns Vermögen schmälern.

So geschieht es, aber Rose Red ist auch sonst ein verfluchter Ort. Erbaut über einem Indianerfriedhof, zieht das Böse in seine Mauern. Es findet seine Nahrung in dem stillen aber erbarmungslosen Ehekrieg der Rimbauers. Rose Red fordert mehr und mehr Opfer, die in seinen endlosen Hallen, Korridoren und Zimmerfluchten verschwinden. Ihre Geister verstärken den unguten Einfluss des stetig wachsenden, ständig gefährlicher werdenden Hauses, das schließlich auch nicht vor Ellen, seiner stillen Verbündeten, und ihrer Familie Halt macht.

Das herauszufinden ist freilich einer späteren Generation vorbehalten. Anfang des 21. Jahrhunderts stößt die Parapsychologin Dr. Joyce Reardon auf das Tagebuch der Ellen Rimbauer. Seine Lektüre wird zum Anlass einer Expedition in das schon lange verlassene Rose Red, um vor Ort die angeblich übernatürlichen Phänomene zu studieren. Freilich liest Dr. Reardon nicht gründlich genug, aber das ist eine andere Geschichte …

Ein Rosenkrieg der übernatürlichen Art

„Das Tagebuch der Ellen Rimbauer“ weist zwei zentrale Handlungsstränge auf. Da ist das Porträt einer Frau, die sich vom wohl behüteten Mädchen über die enttäuschte Ehefrau zur verbitterten, gefährlichen und wahnsinnigen Hüterin ihres verfluchten und verhassten Hauses entwickelt. Der Autor entwirft in der ersten Buchhälfte ein Bild, das der historischen Realität nahe kommt: Die Frau eines vermögenden und mächtigen Mannes ist dessen Eigentum. Eine Scheidung ist in den Gesellschaftskreisen, in denen die Rimbauers verkehren, unmöglich.

Repressionen betreffen selbstverständlich nur die Ehefrau. Diskretion ist die einzige Bedingung, die der Gatte zu erfüllen hat. Also kann sich John Rimbauer weiterhin seinen Ausschweifungen hingeben. Er muss keine Vorwürfe fürchten – höchstens seitens seiner Frau, die ihm jedoch ausgeliefert ist und indirekt erheblichen Schaden durch seine Eskapaden leidet: Rimbauer infiziert Ellen mit einer normalerweise tödlichen Krankheit.

Geisterjagd mit angezogener Bremse

Diesen Leidensweg breitet der Verfasser in Vertretung der angeblichen Autorin Ellen Rimbauer in Tagebuchform auf. Recht behäbig und allzu sehr den Duktus der Ära imitierend wird die Handlung in Gang gesetzt. Die heimische Tragödie der Ellen Rimbauer und das Grauen von Rose Red sollen nur allmählich zwischen den Zeilen aufscheinen, um später umso intensiver über die Leser hereinzubrechen. Dies ist löblich, scheitert aber in der Umsetzung. Das „Tagebuch“ irritiert in seiner Mischung aus historischem Gesellschafts- und Gruselroman. Zumal ist es gar nicht Ellen ist, deren Schmerz und Wut das Grauen weckt – das existiert offenbar aus sich heraus.

Aber auch der Horror von Rose Red – der zweite Handlungsstrang – kann nur bedingt überzeugen. Stattdessen beobachten wir die Fahrten einer Rummelplatz-Geisterbahn, die ihren Gästen mit uralten Buh!-Tricks einen Schrecken einjagen möchte. So vielversprechend die Idee geklungen haben mag, einen Zeitzeugen von den unerklärlichen Ereignissen, die beobachtet aber nicht verstanden werden, berichten zu lassen; die Umsetzung ist einfach zu altbacken. Nur in wenigen Szenen und besonders zum Finale hin geht die Rechnung auf, zumal endlich das Tempo anzieht und das Phantastische obsiegt.

Figuren eines Dramas

Im Vergleich zur TV-Serie weist das „Tagebuch“ die deutlich bessere Figurenzeichnung auf. Ellen Rimbauer als Opfer, das zur Täterin und wieder zum Opfer wird, tritt aus ihren Worten hervor. Wir lernen viel über das Dasein im Goldenen Käfig, in den Frauen wie sie vor gerade einem Jahrhundert gezwungen wurden. Erst langsam, dann immer schnell verfällt Ellen dem bösen Zauber des Hauses, lässt sich von ihm korrumpieren, nutzt seine Macht zur Rache am übermächtigen Ehemann – und bemerkt viel zu spät, dass für Rose Red nur die eigenen Bedürfnisse zählen. Letztlich vernichtet das Haus alle, die sich in seinen Bann ziehen lassen.

Sogar Ellens Seelengefährtin Sukeena, die aus ihrer afrikanischen Heimat einen reichen Schatz zauberischen Wissens mitgebracht hat, ist Rose Red nicht gewachsen. Sukeena ist Vertraute, Stütze und schließlich Geliebte von Ellen Rimbauer. Für sie gelten die unsichtbaren gesellschaftlichen Schranken nicht, die Ellen in ihrem Elend halten. So kann Sukeena Nachforschungen anstellen und kommt dem Geheimnis von Rose Red nahe genug, um sich sicher zu fühlen; eine fatale Fehleinschätzung, obwohl es zunächst das weltliche Gesetz in Gestalt der von John Rimbauer geschmierten Polizei von Seattle ist, die ihr härter zusetzt als das verfluchte Haus. John kann bezwungen werden, ihre Herrin mag Sukeena nicht verlassen. So muss auch sie eines Tages den Preis bezahlen, den Rose Red von seinen Bewohnern fordert.

Böser Mann & böses Haus

John Rimbauer bildet die dritte Seite des unheiligen Quadrats. Zunächst scheint er der eindimensionale Bösewicht in diesem Spiel zu sein: ein machtgieriger, rücksichtsloser Zeitgenosse, den Vermögen und sozialer Status quasi außerhalb jedes Gesetzes stellen. Doch der Autor schaut hinter diese Fassade. Zum Vorschein kommt ein durchaus gutherziger, aber charakterschwacher, gehemmter und gestörter Mensch, der eine jämmerliche Gestalt abgibt und dies auch weiß, was ihn wiederum noch unberechenbarer macht.

Rose Red schließlich vervollständigt besagtes Quadrat, denn dieses Haus verfügt in der Tat über eine Persönlichkeit. Ob diese sich selbst entwickelt oder die Summe der Geister aller Verschwundenen darstellt, bleibt offen. Rose Red verfügt jedenfalls über einen eigenen Willen und diabolische Intelligenz. Nur der eigene Nutzen zählt für dieses Haus, das locken, täuschen und morden kann, um seinen Willen durchzusetzen. Eine Erklärung zur Herkunft von Rose Red wird nicht gegeben: die richtige Entscheidung, da dieses Nichtwissen einen der nicht gerade zahlreichen gelungenen Aspekte der Geschichte darstellt.

Die Realität ist wesentlich interessanter

Inspiriert wurde die Story übrigens von einer durchaus wahren Geschichte. Rose Red ist die dramatisch überhöhte Kopie von Winchester Mansion in San José, Kalifornien. Sarah Winchester, die psychisch labile Erbin eines gewaltigen Vermögens, ließ es 1884 errichten. Weil die Erfindung ihres Vaters – das Winchester-Repetiergewehr – bekanntlich für Tod und Verderben steht, lebte sie in dem Wahn, sie werde von den Geistern der durch diese Waffe Gestorbenen verfolgt. Um sie zu verwirren, ließ sie ihr Haus permanent vergrößern und mit Blindgängen, im Nichts endenden Treppen und Fenstern im Inneren des Gebäudes einen wahren Irrgarten auf unzähligen Ebenen anlegen. 38 Jahre dauerten die Bauarbeiten; sie wurde erst nach Winchesters Tod eingestellt. Als „Winchester Mystery House“ ist ihre bizarre Schöpfung mit seinen (schätzungsweise) 160 Räumen heute eine beliebte Touristenattraktion (vgl. Website). Gespukt hat es hier allerdings nie.

„Rose Red“ im Film

„The Diary of Ellen Rimbauer“ entstand 2002 als Buch zum Film bzw. zur TV-Miniserie „Rose Red“. Stephen King, der Meister der phantastischen Literatur, verfasste ein Originaldrehbuch, welches er jedoch nicht zum Roman ausarbeitete. Stattdessen wurde der Auftrag das „Tagebuch“ zu schreiben an einen anderen Verfasser vergeben.

„Rose Red“, der Film, entpuppt sich als vierstündiger Langweiler der schlimmen Sorte. Wie fast alle Stephen-King-TV-Verfilmungen ist auch diese mit guten Schauspielern besetzt, prachtvoll ausgestattet und eindrucksvoll getrickst. Die dünne Story wird aber ausgewalzt bis zur Unerträglichkeit, allzu brav und bieder verfilmt, die Story lässt völlig kalt und langweilt bald schrecklich. Der Erfolg in Gestalt von guten Quoten stellte sich trotzdem ein, und das „Tagebuch“ wurde ein Bestseller. Das führte zu der Kuriosität, dass 2003 nunmehr das „Tagebuch“ selbst verfilmt wurde. „The Diary of Ellen Rimbauer“ dauert nur 120 Minuten, wurde aber, weil dynamischer und weniger weichgespült, von der Kritik etwas freundlicher aufgenommen als „Rose Red“.

Autor

Natürlich gibt es weder eine Ellen Rimbauer, die dieses Tagebuch schrieb, noch eine Dr. Joyce Reardon, die es auswertete und später veröffentlichte. Viel spekuliert wurde über die wahre Verfasserin oder den Verfasser. Gab die TV-Miniserie einen Hinweis? Stephen King hatte das Drehbuch geschrieben. Da lag es – den Wunsch zum Vater des Gedankens machend – nahe, den Gruselmeister auch für das Buch zur Serie namhaft zu machen. Schließlich schrieb er jahrelang als „Richard Bachman“.

Spekulationsförderlich halbherzig leugnete der Verlag diese den Verkauf ankurbelnde Fama. So ganz falsch lagen die King-Fans ja auch nicht: Der eigentliche Autor ist ein enger Freund des Bestseller-Fabrikanten aus Maine. Ridley Pearson macht auf seiner Website kein Geheimnis daraus, diese Auftragsarbeit übernommen zu haben.

Pearson, geboren 1953 und aufgewachsen in Riverside im US-Staat Connecticut, gehört zur nicht gerade kopfstarken Gruppe von Kriminal-Schriftstellern, die den Zuspruch des Publikums ebenso wie das Wohlwollen der Kritik für sich in Anspruch nehmen können. Gelobt wird vor allem die Krimiserie um das Polizistenduo Lou Boldt und Daphne Matthews, die seit vielen Jahren ihr hohes Niveau halten kann.

[md]

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de

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BUCHREZENSION: Michael A. Martin/Andy Mangels: Eine neue Ära Star Trek – TITAN 1.

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. Oktober 2011

Michael A. Martin/Andy Mangels
Eine neue Ära
Star Trek – TITAN 1

Star Trek – TITAN: Taking Wing, USA, 2008
Cross Cult, Asperg, 11/2008
TB, SF
ISBN 978-3-941248-01-4
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Titelillustration von Cliff Nielsen
4 aufklappbare Farbillustrationen im Innenteil: Übersicht U.S.S. TITAN, entworfen von Sean Tourangeau

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.andymangels.com/
http://stourangeau.deviantart.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Will Riker und Diana Troi sind nach den Ereignissen um den Prätor Shinzon im Romulanischen Imperium endlich auf dem Raumschiff ‚Titan„ angekommen. Will ist stolzer Kapitän dieses Schiffes, und mit Ehrgeizig macht er sich an sein Projekt, so viele unterschiedliche Völker der Föderation an Bord aufzunehmen, wie es nur geht. Dabei gibt es so exotische Wesen wie den Chefarzt Dr. Ree, der stark an einen T-Rex erinnert. Gleichzeitig ist Will immer noch davon überzeugt, dass er es schaffen kann, Christine Vale zu überzeugen, als sein Erster Offizier an Bord zu kommen. Schließlich kann er sie umstimmen, und nun könnte es eigentlich losgehen in Regionen des Weltalls, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Leider machen ihm die Ereignisse im Romulanischen Imperium einen Strich durch die Rechnung. Durch den Tod Shinzons und der von ihm zuvor eingeleiteten Vernichtung des gesamten romulanischen Senats blieb ein gewaltiges Macht-Vakuum zurück. Seither gibt es verschiedene Gruppen auf Romulus, die dies auszunutzen gedenken. Durch die Uneinigkeit scheint ein Bürgerkrieg vorprogrammiert, der jene Welt in ein Chaos zu stürzen droht. Die Remaner melden sich ebenfalls und verlangen nach der Anerkennung und Hilfe, die ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Immerhin wurden sie über Generationen von den Rhiannsu versklavt.

Captain Picard wäre für die diplomatischen Verhandlungen hervorragen geeignet. Da aber Shinzon der Klon des Captains war, lehnen die Romulaner Verhandlungen mit dem Oberhaupt der Besatzung des Raumschiffs ‚Enterprise„ kategorisch ab. Admiral Akaar informiert Riker darüber, dass er ausgewählt wurde, die Besprechungen zu führen. Donatra, die romulanische Kapitänin der ‚Valdore„, ist damit mehr als einverstanden. Sie war dabei, als die ‚Enterprise„ Shinzon aufgehalten hat und der Androide Data sein Leben ließ, um Rhiannsu als Föderationsmitglieder und vor allem die Erde zu retten.

Als ob diese Situation für Will nicht schon verzwickt genug wäre, erfährt er, dass zwei Vulkanier auf Romulus verschwunden sind. Dabei handelt es sich um Botschafter Spock und Tuvok, dem ehemaligen Besatzungsmitglied der ‚Voyager„. Ein Glück, dass Riker ein gutes Händchen bei der Auswahl seiner Schiffsbesatzung hatte. So wagt er es, die ‚Titan„ mitten in ein Abenteuer zu stürzen, dessen Ausgang sehr ungewiss ist. Captain William Thomas Riker hat sich endlich für ein eigenes Kommando endschieden. Viele Jahre schien es so, als ob der mit allen Wassern gewaschene, smarte Mann die Seite als Erster Offizier von Picard und die ‚Enterprise„ mit all seinen Freunden nicht verlassen wolle. Vor allem seine Heirat mit Diana Troi, seiner großen Liebe, scheint bewirkt zu haben, dass er reifer und gesetzter wurde. Als Captain muss er meistens an Bord des Schiffes bleiben und kann sich nicht mehr einfach so in ein Abenteuer stürzen. Das Leiten der Außeneinsätze muss er nun seinem Ersten Offizier Christine Vale überlassen.

Seine Mannschaft besteht aus den vielfältigsten Bewohnern der zur Starfleet gehörenden Planeten. In einigen Fällen handelt es sich um Wesen, deren Sternensysteme der Starfleet noch skeptisch gegenüberstehen. Diese so unterschiedlichen Kreaturen müssen sich nun zusammenraufen und lernen, einander zu vertrauen. Nach den Ereignissen im Kinofilm „Nemesis“ ist es nur logisch, das romulanische Imperium endlich näher in Augenschein zu nehmen. Dabei wenden sich die Autoren nicht nur losen Fäden des „Star Trek“-Universums zu und weben sie in ihre Story ein. Populäre Protagonisten wie Botschafter Spock oder Tuvok sind das Salz in der Suppe.

Mit einem überraschenden Cliffhanger am Ende des Bandes gelingt den Autoren ein großartiger Schachzug. Damit wird gewährleistet, dass die ‚Titan„ endlich ihre Forschungsarbeit aufnehmen kann und dies in Welten, die wirklich nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Ein nettes Extra bekommen die Fans auch zu sehen: die Ausklappseiten, auf denen die ‚Titan„ in mehreren Ansichten zu sehen ist. Dieses neue Raumschiff wurde von Sean Tourangeau entworfen. Poket Book rief einen Wettbewerb aus, bei dem die Fans aufgefordert wurden, die neue ‚Titan„ zu entwerfen. Die Entwürfe mussten dann bis zum 15.08.2005 an den Verlag Simon & Schuster geschickt werden. Leider durften nur US-Amerikaner und Kanadier teilnehmen.

Alt-Fans und Neugierige können sich beruhigt auf diesen Band einlassen, fährt er doch dank der guten Recherchearbeit der Autoren wunderbar im Fahrwasser des „Star Trek“-Styles. Action ist reichlich vorhanden, und auch das Miteinander der Besatzungsmitglieder und ihrer Familien an Bord der ‚Titan„ wird nicht außer Acht gelassen worden. Ein rundum gelungener Spaß für alle, die es lieben, die Weiten des Alls zu erforschen – und das ist ja bekanntlich endlos.

Copyright © 2011 by Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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BUCHREZENION: John De Lancie/Peter David – Ich, Q. (STAR TREK – THE NEXT GENERATION)

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

John De Lancie/Peter David
Ich, Q

(sfbentry)
Originaltitel: I, Q (New York : Pocket Books/Simon & Schuster, Inc. 1999)
Übersetzt von Andreas Brandhorst
Deutsche Erstausgabe: November 2000 (Wilhelm Heyne Verlag/SF 06/5768 = Star Trek – The Next Generation 68)
280 Seiten
ISBN-13: 978-3-453-17937-0

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

Ein mächtiger, an ein Schwarzes Loch erinnernder Mahlstrom tut sich auf, verschlingt Raum und Zeit gleichermaßen und zieht selbst weit voneinander entfernte Orte in Mitleidenschaft. Ganze Planeten werden vom Sog erfasst, ihre Bewohner an einen unbekannten Ort verschleppt, den Hieronymus Bosch (oder Tine Wittler) geschaffen haben könnte.

Drei sehr bekannte Persönlichkeiten geraten ebenfalls in den Bann des Phänomens. Captain Jean-Luc Picard gönnt sich einen erholsamen Urlaubstag auf dem Holo-Deck der „Enterprise“. Der Androide Data leistet ihm Gesellschaft, als eine unbekannte Kraft ihn und den Captain plötzlich in einen dunklen Abgrund zu ziehen droht. Am anderen Ende des Universums unternimmt Q, das scheinbar allmächtige Wesen aus dem gleichnamigen Kontinuum, mit seiner Familie einen Ausflug. Als sich der Mahlstrom auch hier auftut, kann Q trotz seiner gottähnlichen Macht weder seine ‚Frau‘ noch seinen ‚Sohn‘ davor bewahren, entführt zu werden. Ihm gelingt es lediglich, Picard und Data zu retten.

Wieder einmal sind sie vereint: der spöttische, überhebliche, sprunghafte Q und Picard, der vielleicht einzige Mensch, für den Q so etwas wie Respekt aufbringt. Im Q-Kontinuum sucht das Trio Zuflucht. Dort erfährt es, dass die anderen Qs über das Phänomen Bescheid wissen: Es naht das Ende der Welt, die ihr entropisches Endstadium erreicht hat.

Die Qs, die alle Wunder des Universums längst gesehen haben, fiebern diesem Ereignis und dem Abenteuer des eigenen Todes entgegen – bis auf Q, den ewigen Rebellen. Er will seine Familie retten und dem Schicksal Sand ins Getriebe werfen. Zu seinem Ärger muss sich Picard an der Seite des ungeliebten Störenfrieds gesellen, denn natürlich gedenkt auch er die Welt zu retten. Gemeinsam macht sich das Trio auf den Weg hinab in den Mahlstrom, wo freilich selbst Qs Allmacht nichts mehr ausrichten kann, er eine alte Feindin aus dem M-Kontinuum entdeckt und sogar auf Gott (der tatsächlich eine Frau ist) trifft …

Ein Franchise treibt Blüten

„Star Trek“ ist für Schauspieler ein Segen und ein Fluch gleichzeitig. Der Erfolg von bisher fünf Fernsehserien (plus Kinofilme, plus Zeichentrickserie …) hat einen modernen Mythos geschaffen, der weltweit eine ganze Industrie trägt und dessen Anhänger nach Millionen zählen. Wer hier einen Auftritt absolvieren kann, wird von den Fans als Teil des „Star-Trek“-Universums vereinnahmt und verehrt.

Das kann von Vorteil sein, denn viele Jahrzehnte “Star Trek” haben schlüssig bewiesen, dass selbst eine Hauptrolle keineswegs das Sprungbrett für eine echte Karriere bedeuten muss. Irgendwie sind sie irgendwann alle zurückgekehrt in die Welt der Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Quadranten, wenn es ‚draußen‘ mit dem Starruhm nicht recht klappte.

John De Lancie dürfte dem „Star-Trek“-Franchise dankbar sein; dies verrät schon der Blick auf die Liste der Filme und TV-Shows, in denen er üblicherweise auftritt (falls dies überhaupt jemals aufgefallen ist). Bereits in der ersten Episode der „Next Generation“ trat er als Q auf und kehrte mehrmals zurück, prägte dem großen Finale sein Zeichen auf und trieb später auf „Deep Space Nine“ und auf der „Voyager“ sein Unwesen. Der große Erfolg war nicht nur guten Drehbüchern zu verdanken, sondern auch und in erster Linie John De Lancie, der Q geformt und zu der Kultfigur gemacht hat, die ihm Lohn und (Gnaden-) Brot – siehe oben – auf den „Star-Trek“-Conventions sichert und immer sichern wird.

Ein Q kommt selten allein zu Wort

Zum Brot hat man gern auch ein wenig Butter, muss sich De Lancie gedacht haben, als er 1999 und noch viele Jahre vor dem „Star-Trek“-Reboot daran ging, seine Q-Popularität literarisch auszuschlachten. Dabei ist die Frage, in welchem Maße oder ob überhaupt er an „Ich, Q“ mitgeschrieben hat, absolut nebensächlich: Allein auf den Namen kam es an, wie schon William Shatner eindrucksvoll bewiesen hat. Ein Q-Roman, verfasst von Q: Das ist ein Pfund, mit dem sich auf dem heiß umkämpften Buchmarkt wuchern lässt. Wenn man dem verheißungsvollen Jungautor (oder ‚Ideenlieferanten‘) einen alten Hasen (hier Peter David) an die Seite stellt und gut dafür bezahlt, sich auf dem Titelblatt mit dem zweiten Rang zu begnügen, ist ein neuer Bestseller eigentlich schon geboren.

Gibt es unter solchen Voraussetzungen noch etwas Wesentliches zum Roman „Ich, Q“ zu sagen? Nun, der originellste Einfall blieb zweifellos dem Titel vorbehalten. Im Original ist das Wortspiel „I(ntelligenz) Q(uotient)“ – „I, Q“ – natürlich schöner als in der Übersetzung. Ansonsten erzählt das Buch zur Kultfigur die „Star-Trek“-übliche Geschichte vom seltsamen, noch nie da gewesenen Raumwunder, hinter dessen Kulissen bald die bekannte und seichte TV-Dramaturgie sichtbar wird.

Auf der Haben-Seite steht ein „Star-Trek“-Roman ohne „Enterprise“ und die seit Jahren wie auf Schienen agierenden Kommandocrew um Jean-Luc Picard. Weil dort seit Jahr und Tag die im Fernsehen vorgeprägten Rollen mit bitterem Ernst geboten werden, ist man froh, wenn auf diesen Schauplatz einmal verzichtet wird. Ganz mochten die Autoren freilich nicht auf bekannte Gesichter verzichten. Picard musste mit auf die Odyssee, weil er sich im Fernsehen immer so schön mit Q gestritten hat, und Data ist ohnehin ein Liebling des Publikums. In „Ich, Q“ müssen sich allerdings beide mit simplen Statistenrollen begnügen. Ihre Präsenz soll dem unsicheren Leser signalisieren, dass er sich noch immer im „Star-Trek“-Universum befindet.

Was hat uns Q zu sagen?

Das ‚Besondere‘ an „Ich, Q“ ist – wie der Titel ja bereits andeutet – die Person des Erzählers. Q übernimmt diese Rolle, und er tut es so, wie wir es aufgrund seiner TV-Persönlichkeit erwarten: aus- und abschweifend, respektlos, ohne besondere Rücksicht auf erzählerische Konventionen. Das hätte amüsant werden können, doch leider wird schon nach kurze Lektüre klar: Q ist nur ‚kultig‘, wenn er seine kurzen Gastauftritte im Fernsehen gibt. Ist man gezwungen, ihn länger zu ertragen, lösen sich sein erfrischend anarchisches Wesen und seine angedeutete (Fast-) Allmacht rasch in Nichts, endlose Schwadronaden und flache Kalauer auf.

Das Dilemma des Autorduos De Lancie/David erwies sich als unlösbar: Wie stellen wir ein gottähnliches Wesen dar, wenn wir doch ganz von dieser Welt sind und unsere ebenso ‚normalen‘ (lesenden) Zeitgenossen ihren Spaß daran finden sollen? Peter David gehört zu den absoluten Spitzenkräften jener Hausmannschaft die das Franchise zuverlässig mit handwerklich soliden und in den „Star-Trek“-Kanon eingepassten Geschichten beliefert. Er weiß, wie man auch eine Geschichte, die ‚nur‘ unterhalten (und möglichst viel Geld einbringen) soll, mit Schwung und Witz erzählt. Aber auch er ist mit „Ich, Q“, sichtlich ratlos geblieben. Seine Kunst blitzt immer wieder auf, aber es dominiert leider die unfreiwillige Entzauberung des geschwätzigen Q, der besser in seinem Kontinuum geblieben wäre. Und John De Lancie hat seinem Alter Ego keinen Dienst erwiesen.

[md]

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BUCHREZENSION: Andreas Neumann – Sir John jagt den Hexer. Siegfried Schürenberg und die Edgar-Wallace-Filme

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

Andreas Neumann
Sir John jagt den Hexer
Siegfried Schürenberg und die Edgar-Wallace-Filme

(sfbentry)
Deutsche Erstausgabe: Dezember 2005 (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)
224 S.
ca. 340 s/w und farbige Abbildungen
ISBN-13: 978-3-89602-473-2

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Zum Inhalt:

Siegfried Schürenberg (1900-1993) gehörte nie zu den Stars des deutschen Theaters, Films und Fernsehens. Schauspieler wie ihn nennt man Charakterdarsteller; sie stellen ihre Arbeit in den Dienst der erzählten Geschichte und tragen eher unauffällig ihren dennoch gewichtigen Teil dazu bei, diese möglichst unterhaltsam ablaufen zu lassen. Die Rollen sind meist klein aber so prägnant, dass sie dem Publikum lange im Gedächtnis bleiben.

Manchmal gelingt es einem Charakterdarsteller über solche Rollen, aus dem zweiten Glied hervorzutreten. Schürenberg kam in der Rolle des kauzigen „Sir John von Scotland Yard“ zu spätem Ruhm, als in den 1960er Jahren die deutschen Edgar-Wallace-Filme in Serie gedreht wurden. Der Künstler war darüber hinaus als Theaterschauspieler tätig. Sicherlich ebenso wichtig ist sein Wirken als Synchronsprecher. Erst recht unsichtbar lieh er seine sonore Stimme zahlreichen US-Schauspielern und sprach u. a. für Clark Gable in der deutschen Fassung des Klassikers „Vom Winde verweht“.

Andreas Neumann lernte Siegfried Schürenberg kennen, nachdem dieser sich 1974 zur Ruhe gesetzt hatte. Aus dem Fan wurde ein Fachmann, der sein Wissen schließlich in diese Biografie einfließen ließ. „Sir John jagt den Hexer“ arbeitet Leben und Werk des Darstellers chronologisch auf, wobei das Hauptgewicht auf der Schauspielertätigkeit liegt und sich hier auf die Jahre konzentriert, in denen Schürenberg besagten Sir John mimte. Die Bekanntschaft mit dem Rialto-Produzenten Horst Wendlandt öffnete dem Verfasser die Tür zu einer wichtigen Quelle der deutschen Filmgeschichte und vor allem zu einem bemerkenswerten Fotoarchiv, aus dem Neumann mit sichtlicher Freude und Gewinn für seine Leser schöpft. Mehr als 300 s/w-Fotos illustrieren den Text; zwischen den Seiten 112 und 113 gibt es eine 32-seitige Farbfotostrecke. Ein umfangreicher Anhang mit kommentierten Listen der Theaterauftritte, Kino- und Fernsehfilme, den Synchronsprechrollen und geplanten aber nicht zu Stande gekommenen Filme Schürenbergs runden zusammen mit einem Literaturverzeichnis das Werk ab.

Kein Gesicht hinter der Maske

Wer ist Siegfried Schürenberg? In der Welt des Films geschieht es oft, dass ein Darsteller als Person hinter einer Rolle quasi verschwindet, die womöglich zur Rolle seines Lebens wird. Auch in diesem Fall wird die Reaktion auf die einleitende Frage vermutlich meist ein Kopfschütteln sein, während ein Bild Schürenbergs als Sir John selbst bei jüngeren Zeitgenossen eine Aha-Reaktion auslöst. Zwar sind die Edgar-Wallace-Filme der späten 1950er bis frühen 1970er Jahre längst passé, doch so zahlreich waren sie und erfolgreich, dass die Erinnerung nur verblasst aber nicht verschwunden ist. Außerdem bilden diese Filme einen Grundstock, auf den die meisten deutschen TV-Sender ungern verzichten würden. Ständig werden sie wiederholt und durchaus gern gesehen, denn sie bieten nostalgisch angestaubtes, gut gemachtes Handwerk, das weiterhin seinen vorgesehenen Zweck erfüllt: zu unterhalten.

Siegfried Schürenberg war ein wichtiges (aber kein unverzichtbares, wie er selbst feststellen musste) Element dieser Wallace-Serie. Diese Tatsache ist wichtig, denn sie prägt Andreas Neumanns Werk entscheidend: Der Informationsfluss wird erst dann zur Flut, als er die Schürenberg-Biografie zur Wallace-Schau erweitern kann; hier betritt Neumann sicheren Boden, denn er kann sich auf Sekundärliteratur sowie eigene Quellen stützen.

Informationsbasis mit Löchern

Schürenberg selbst war ein schwieriger bzw. unzugänglicher Mensch. Autor Neumann schildert, wie er als junger Mann den Schauspieler in seinen letzten Lebensjahren kennen lernte. Es entstand eine Freundschaft, doch es blieb eine Distanz, die nicht durch den Altersunterschied allein zu erklären ist. Schürenberg schwieg sich über Privates offenbar grundsätzlich aus, was für einen Biografen misslich ist.

Die Eckdaten von Schürenbergs Leben und vor allem seine Arbeiten für Theater, Film und Synchronstudios lassen sich recherchieren. Es bleiben jedoch Fragen. So fällt Schürenbergs frühe Karriere in die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur, die den deutschen Film und das Theater keineswegs aussparte. Wer so gut beschäftigt war wie er, hat sich mit dem Regime zumindest arrangiert und wurde umgekehrt von ihm akzeptiert. Und was hat Schürenberg gewusst oder gedacht, als jüdische Kollegen und Kolleginnen verschwanden? Geäußert hat er sich dazu nie, weder öffentlich noch seinem Biografen gegenüber. Ebenso stellt sich die Frage nach dem wahren Wesen des nach außen so beherrscht und distinguiert wirkenden Mannes, der viermal verheiratet war.

Neumann ist sich des Dilemmas durchaus bewusst und spricht es offen an: Die Faktendecke des Schürenberg Charakterbildes ist dünn. Lücken bleiben, was einerseits die richtige Entscheidung ist, denn der Verfasser verkneift sich in der Regel nachträgliche Interpretationen. Andererseits hätte ein erfahrener Biograf wohl intensiver nachgeforscht, andere Quellen gesucht und offen gelegt, wo Neumann an der Oberfläche bleibt.

Film als Job

Fragt sich indes, ob jemand eine ‚vollständige‘ Biografie Schürenbergs überhaupt lesen möchte. So bemerkenswert war dessen Leben nicht. Es wurde von einer (Film-) Arbeit überragt, die Neumann sehr richtig als exemplarisch für einen deutschen kontinuierlich aktiven Schauspieler darstellt. Vom Theater der Weimarer Republik über den Nazifilm, das Kunterbunt-Kino der Wirtschaftswunderjahre, die „Euro-Pudding“-Coproduktionen der 1960er Jahre bis zum Zusammenbruch von „Papas Kino“ im Lümmel-Lederhosen-Sumpf der 1970er Jahre spannt sich Schürenbergs Karriere. Als Repräsentant professionell und fließbandmäßig gefertigter Unterhaltung ist Schürenberg interessant und vor allem darstellbar. In diesem Umfeld war er gut gebucht und trotzdem nur ein kleiner Fisch, den seine Produzenten in den Teich zurückwarfen, wenn er nicht ‚funktionierte‘ oder zu viel Geld verlangte.

In solchen Passagen liest sich „Sir John jagt den Hexer“ außerordentlich spannend. Der Autor schreibt sachlich und sachkundig, lockert die Fakten mit Anekdoten auf, ohne sich in ihnen zu verlieren. Ins Auge stechen natürlich die zahlreichen Fotos, darunter seltene Privataufnahmen, aber auch selten oder nie gesehene Standfotos, Plakate, Porträtaufnahmen, Schnappschüsse von Dreharbeiten, ausnahmslos hervorragend reproduziert auf gutem Kunstdruckpapier.

Wenn auch der Mensch Siegfried Schürenberg nach der Lektüre kaum vertrauter geworden ist, so kann man sich ein umfassendes Bild von einem hochprofessionellen Schauspieler machen, der ohne seinen Fan und Freund Andreas Neumann definitiv im Reich der vergessenen Darsteller von Gestern verschollen geblieben wäre. Insofern trägt der Verfasser einen wichtigen Mosaikstein zum Gesamtbild der deutschen Filmgeschichte bei. Das macht „Sir John jagt den Hexer“ zu einem Filmbuch, mit dem auch der Fachmann zufrieden sein kann, zumal es angesichts seiner Ausstattung erfreulich kostengünstig geraten ist.

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BUCHREZENSION: Kevin David Anderson/Sam Stall – Die Nacht der lebenden Trekkies.

Erstellt von Detlef Hedderich am 28. August 2011

Kevin David Anderson/Sam Stall
Die Nacht der lebenden Trekkies

(sfbentry)
Originaltitel: Night of the Living Trekkies (Philadelphia : Quirk Books 2010)
Übersetzung: Ronald M. Hahn
Deutsche Erstausgabe: August 2011 (Wilhelm Heyne Verlag/TB Nr. 52855)
301 S.
ISBN-13: 978-3-453-52855-0
Als eBook: August 2011 (Wilhelm Heyne Verlag)
ISBN-13: 978-3-641-06522-5

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Das geschieht:

Nachdem er in Afghanistan mit seinen Männern in einen Hinterhalt geriet, ist Ex-Soldat Jim Pike mit den Nerven am Ende. Längst ist er aus dem Militärdienst ausgeschieden; nie wieder will er Verantwortung übernehmen und hat deshalb als Mädchen für alles im Botany Bay Hotel in Houston, US-Staat Texas, angeheuert, wo er wie erhofft eine ruhige Kugel schieben kann.

Aktuell geht es im Hotel freilich turbulenter als sonst zu. Es wurde für den „Golf-Con“, eine „Star-Trek“-Convention, gemietet. 3000 Wochenendgäste werden erwartet, von denen die meisten in den Kostümen und Masken ihrer Lieblings-TV-Serie/n auftauchen werden.

Während die ersten Gäste eintreffen, braut sich nicht weit entfernt Unheil zusammen: In einer geheimen Militärbasis kommen außerirdische, ungemein aggressive Parasiten frei, die Menschen befallen, töten und in Zombies verwandeln, die dem Willen einer Kollektiv-Intelligenz unterworfen sind. Ihr Primärziel ist die Schaffung neuer Wirtskörper und damit die Ausbreitung der Kreatur, die sich im infizierten Körper durch die Ausbildung eines dritten Auges bemerkbar macht. Die Untoten ‚vermehren‘ sich bzw. übertragen den Parasiten, indem sie ihre Opfer beißen.

Schnell wird Houston von Zombies überrannt. Auch im Botany Bay Hotel merkt man, dass etwas Ungewöhnliches vorgeht. Da die Besucher einer Convention sich schon normalerweise merkwürdig verhalten, dauert es eine Weile, bis sich der Verdacht zur Gewissheit verdichtet. Bald treiben Zombies auf den Gängen und in den Zimmern ihr Unwesen. Pike muss alte Soldatentugenden wiederbeleben, zumal irgendwo in dem riesigen Hotel seine jüngere Schwester Rayna steckt. Zusammen mit einigen Gefährten und bewaffnet mit klingonischen und vulkanischen Hieb- und Stichwaffen nimmt Pike den Kampf gegen die Untoten entschlossen auf …

Der Untote als ultimativer Eindringling

Gibt es eigentlich langweiligere Ungeheuer als Zombies? In der klassischen Romero-Version sind sie langsam und dumm, aber selbst besser zu Fuß bleiben sie hässlich, gefräßig und stur. Vor allem in der reinen Masse werden sie gefährlich, während man sie einzeln durch das gezielte Zertrümmern des Schädels ausschalten kann.

Damit sind die beiden Eckpfeiler des typischen Menschen-gegen-Zombie-Dramas definiert. Sie stehen eng zusammen, denn im Grunde dreht es sich darum, dass Partei II – die Zombies – Partei I – die Menschen – fressen will, was Partei I zu verhindern und Partei II zu dezimieren versucht. Dabei kommen Waffen jeder Art und Größe ins Spiel und zum Einsatz, was den ohnehin hohen Ekel-Faktor noch einmal nach oben treibt.

Hauptsächlich sind Zombies attraktiv, weil sie tot sind. Je nachdem, wie lange dies der Fall ist oder wie arg sie vor ihrer Wiederkehr verletzt wurden, sehen sie hübsch hässlich aus: verwesende Mumien, denen in der Regel Körperteile fehlen. Als wandelndes Memento Mori erinnert der Zombie den Menschen daran, wie es ihm nach dem Tod ergehen wird. Normalerweise schützt ein möglichst tiefes Grab vor der unmittelbaren Erkenntnis. Diese Grenze überschreitet der Untote, der sich um die Wahrung persönlicher Distanz nicht schert.

Zombie-Dienst nach Vorschrift

Darin erschöpft sich freilich das Potenzial der Untoten. Wer wüsste dies besser als George A. Romero, der ihnen in (bisher) sechs Filmen ein Denkmal gesetzt und ihre Untiefen ausgelotet hat? Daher steht fest, dass er spätestens in „Dawn of the Dead“ und damit bereits im zweiten Teil dieses Sextetts alles Relevante zum Thema gesagt hatte; hinzu kam nur noch die angedeutete, aber nie wirklich ausgeführte intellektuelle Wiedergeburt der Zombies.

Stattdessen torkeln, stöhnen und beißen sie sich bis auf den heutigen Tag tumb durch alle Medien der modernen Unterhaltung. Aktuell sind sie wieder ganz groß da. Ihre natürlich vorgegebenen Limitierungen – Leichen sind einfach nicht lebhaft – konnten sie nicht überwinden. Vor genau diesem Dilemma stehen auch Kevin D. Anderson und Sam Stall, die nunmehr Zombies durch Texas toben lassen. Ihnen kamen exakt zwei Einfälle, um dem daraus resultierenden Gemetzel ein wenig Würze zu verleihen.

So sind diese Zombies außerirdischer Natur. Ihre Hirne werden von einem Kollektiv-Parasiten telepathisch zusammengeschaltet, was die Untoten als Schwarm funktionieren lässt. Nach außen wird dies – wenig logisch – durch ein drittes Auge symbolisiert, das den Zombies aus der Schulter oder dem Schädel wächst. Originell ist das nicht, und die Umsetzung erregt zusätzliches Stirnrunzeln, da sich die kollektive Intelligenz mal raffiniert und dann wieder stockdämlich verhält.

Untot aber im Kostüm

Idee Nr. 2 besteht darin, die Welt der Zombies mit den unendlichen Weiten des „Star-Trek“-Franchises in Kontakt zu bringen. Nicht einmal auf den ersten Blick mutet diese Vereinigung originell an. Was haben Trekkies und Zombies miteinander zu tun? Überhaupt nichts, was zu beweisen Anderson & Stall sicherlich unfreiwillig gelingt.

Faktisch spielt „Star Trek“ ohnehin keine Rolle – kaum verwunderlich, da das mächtige Franchise, dem nicht Originalität, sondern ausschließlich eine ausgeglichene Bilanz am Herzen liegt, eine konsequente Paarung sicherlich nicht geduldet hätte. Folgerichtig ist der „Golf-Con“ in Houston eine Veranstaltung ohne Beteiligung von „Star-Trek“-Darstellern. Die „Panels“ mit entsprechenden Auftritten sind jedoch das Salz in der Convention-Suppe. Dort darf selbst der Statist, der in der „klassischen“ Folge Nr. XY für zwei Sekunden die dritte Leiche links neben Captain Kirk mimte, auf eine Einladung als Ehrengast hoffen.

Was nicht passt, wird nicht passend gemacht

Somit geht es um ganz normale Zeitgenossen, die sich gern kostümieren und dabei von Zombies überfallen werden. Durchaus kenntnisreich wirken zwar die Blicke hinter die Kulissen einer Convention. Für Anderson & Stall (sowie ihre Verlage in den USA und in Deutschland) scheint jedoch die „Star Trek“/Zombie-Kombination DIE Sensation zu sein. Sie negieren, dass die Zombies so wie hier beschrieben auch den Jahreskongress einer Versicherungsgesellschaft sprengen könnten.

Die Handlung hat jedenfalls mit dem „Star-Trek“-Ambiente kaum jemals zu tun und bedarf seiner auch gar nicht: Menschen und Untote jagen einander auf die weiter oben beschriebene Weise durch ein Hotel. Dass sie „Star-Trek“-Kostüme tragen, ist zumindest den Zombies herzlich gleichgültig, und Splatter wird nicht faszinierender, weil die Opfer die Fantasie-Uniformen bekannter Fantasie-Figuren tragen. Nicht einmal der Titel ergibt einen (witzigen) Sinn: Anders als „Die Nacht der lebenden Toten“ bedeutet „Die Nacht der lebenden Trekkies“ überhaupt nichts. „Die Nacht der untoten Trekkies“ wäre einleuchtender gewesen. (Oder gelten Trekkies per se als lebende Tote?)

Die üblichen Verdächtigen

Ebenso aufgesetzt ist die „Star-Trek“-Affinität der Figuren. Unter den Kostümen und Masken kommen simple Archetypen zum Vorschein: der gebrochene aber in der Krise zu sich zurückfindende Held (Pike), die schöne (und leichtbekleidete) Frau an seiner Seite (Lea), die kleine Schwester als Objekt einer gefährlichen Rettung (Rayna), der schmucke aber schurkische Feigling/Verräter (Matt), der vom Fußabtreter zum Helden mutierende Nerd (Gary) sowie eine lange Kette weiterer bekannter Klischee-Gestalten.

Jim Pike, der gleich zwei „Star-Trek“-Helden (James T. Kirk und Christopher Pike) verkörpert, soll dem simplen Hit-&-Run-Geschehen Tiefe verleihen, indem er die bunte Convention-Welt der grau(sam)en Realität – hier symbolisiert durch das Reizwort „Afghanistan“, das zumindest den US-Leser nicht kaltlässt – gegenüberstellt. Auf dem Weg zurück zu Verantwortung und Heldentum zitiert Pike hin und wieder Grundwahrheiten aus Gene Roddenberrys hinterlassenem Schatz bedeutungsarmer Binsenweisheiten: Lerne mit „Star Trek“ für das Leben, soll dies wohl suggerieren.

Um „Die Nacht der lebenden Trekkies“ zutreffend charakterisieren zu können, muss man das hohle Werbe-Getöse („Die ultimative Star-Trek-Parodie“) ignorieren sowie die Handlung von ihrer Maske trennen. Es bleibt ein ganz normaler, überraschungsarmer aber – immer dies ist eine Überraschung – routiniert geschriebener Horror-Roman.

Autoren

Um die Frage zu beantworten, ob Sam Stall ein „Autor“ ist, müsste dieser Titel präziser definiert werden. Er schreibt jene Bücher, die auf den Sonderverkaufs- und Ramschtischen im Eingangsbereich moderner Buch-Supermärkte ausliegen. Man liest sie eigentlich nicht, da sich ihr Informationsgehalt in engen Grenzen hält, sondern kauft sie als hoffentlich witziges (und kostengünstiges) Verlegenheitsgeschenk für Kollegen, die man kaum kennt, oder Verwandte, die man nicht mag. Von dieser Einweg-Literatur (über Hunde, Katzen, weise Schimpfworte, verhasste Idole oder die Cafeteria-Kultur des US-Staates Indiana) produziert Stall mehrere Titel jährlich.

Website

Kevin David Anderson schreibt seit 2003 phantastische, gern ‚lustige‘ Kurzgeschichten, die in diversen Magazinen sowie online erschienen sind. „Night of the Living Trekkies“ ist sein erster Roman.

Website

Zu „Night of the Living Trekkies“ gibt es auf Youtube einen „NOTLT”-Video Trailer. Er ist auch nicht sehr komisch, wirkt aber erstaunlich professionell.

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BUCHREZENSION: Max Allan Collins: Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben. Der Roman zur erfolgreichen TV-Serie: “BONES” – Created by Hart Henson!

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. August 2011

Max Allan Collins
Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben

(sfbentry)
Originaltitel: Bones – Buried Deep (New York : Pocket Books, a division of Simon & Schuster, Inc. 2006)
Übersetzung: Patricia Woitynek
Deutsche Erstausgabe: Januar 2007 (Blanvalet Verlag/TB Nr. 36737)
287 S.
ISBN-13: 978-3-442-36737-5

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Das geschieht:

In diesen heißen Herbsttagen hält sich Special Agent Seeley Booth vom FBI in Chicago auf, wo er hofft, endlich den Fall Gianelli zum Abschluss zu bringen. Vater Raymond und Sohn Vincent üben seit vielen Jahren ihr mafiöses Terrorregime aus, ohne dass sie jemals zur Rechenschaft gezogen werden konnten. Nun hat sie ausgerechnet Stewart Musetti, ihr Auftragskiller, verraten und sich den Behörden gestellt. Booth und seine Kollegen haben sich allerdings zu früh gefreut: Aus seinem angeblich geheimen Versteck verschwindet Musetti mitsamt den vier FBI-Männern, die ihn beschützen sollten, spurlos.

Nun wird Booth der Fall auch noch entzogen, denn ein Unbekannter legte ein ‚Geschenk‘ ausgerechnet vor dem FBI-Büro in Chicago ab: ein Skelett, dessen Knochen sorgfältig mit Draht fixiert wurden. Sind dies die Überreste des Überläufers Musetti? Booth will sicher gehen und fordert Dr. Temperance „Bones“ Brennan an. Die berühmte Anthropologin arbeitet für das Jeffersonian Museum in Washington, D. C., und hat dem FBI und Booth schon mehrfach hilfreich zur Seite gestanden.

Auch dieses Mal kann sie helfen, obwohl ihre Untersuchung für Schrecken und Missmut sorgt: Das Skelett setzt sich aus den Knochen von mindestens vier Menschen zusammen, die in einem Zeitraum von vier Jahrzehnten starben! Der potenzielle Mörder schickt einen Brief, in dem er sich seiner Taten brüstet und das FBI auffordert ihn zu fangen. Er erhöht den Einsatz, indem er wenig später einen weiteren Skelett-Bausatz auslegt.

Dann kann ein Serienmörder gefasst werden, unter dessen Haus sich viele Leichen finden. So gilt dieser Fall als abgeschlossen, doch dann taucht ein drittes Skelett auf. Nichts ist wirklich geklärt, es gibt immer noch mehrere offene Fälle, von denen einer bis in die Ära des legendären Chicagoer Gangsterbosses Al Capone zurückreicht …

Typischer Fall mit Perspektiven

Die TV-Serie „Bones – Die Knochenjägerin“ gehört zu jenen heute sehr beliebten Pathologen-Krimis, die ihr Stück vom „CSI“-Kuchen zu ergattern suchen, indem sie die Schraube in Sachen Mord & Totschlag noch einige Umdrehen anziehen. Nie sind es einfach ‚nur‘ Leichen, die Temperance Brennan auf den Untersuchungstisch gelegt werden. Stets ist etwas seltsam oder bizarr, sehr gern präsentieren sich die Überreste optisch spektakulär, d. h. sind scheußlich anzusehen.

An das aus dem Fernsehen bekannte Schema hält sich Autor Collins, der abermals einen überdurchschnittlichen Roman zu einer TV-Serie vorlegt (statt eigenständige Werke zu verfassen). Wie es seine Art ist, kupfert er nicht die Vorlagen ab, sondern erweitert das vor allem in der Figurenzeichnung stereotype Bild (s. u.) durch eigene Ergänzungen, die auch der Story gut stehen.

Schon der Prolog stimmt auf eine mysteriöse Geschichte ein. Er führt zurück in die Jahre des II. Weltkriegs, die Chicago weiterhin als Hort des organisierten Verbrechens zeigen, das einst Al Capone in die Stadt gebracht hatte. Collins profitiert hier von seinen Recherchen zu einer eigenen Serie historischer Krimis um den Privatdetektiv Nate Heller, die sicherlich zum Besten gehören, was das Genre zu bieten hat.

Knochen-Puzzle auf fester Erklärungs-Basis

Der Forderung nach möglichst kniffligen Mordfällen leistet der Autor Folge, indem er einen Serienmörder ins Spiel bringt, der Skelettpuzzles fabriziert. Damit sind ideale Voraussetzungen für den Auftritt von „Bones“ Brennan gegeben, die zwar ständig darüber schimpft, dass man sie von dringlichen Eigenforschungen abhält, um sogleich mit Feuereifer an den Ermittlungen teilzunehmen.

Die Plots der TV-Serie zeichnen sich nicht durch besonderen Realismus aus, was der Unterhaltsamkeit wenig Abbruch tut. Collins bleibt auch hier in der Spur, ist jedoch Profi genug, die Gesetze der kriminalistischen Logik zu wahren. Das Ergebnis ist ein Roman, der als Krimi wesentlich überzeugender wirkt als die meisten Fernseh-Episoden. Dabei setzt uns Collins ziemlich starken Tobak vor, der die Grenze zum reinen Horror mehr als einmal schrammt. Vor allem die finale Abrechnung mit dem Mörder lässt an Schauerlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Figur über drei Ecken

Max Allan Collins präsentiert mit „Bones“ Brennan eine Figur, die nicht seinem Hirn entsprungen ist. Das ist für ihn, der schon mehrere TV-Serien für Romane adaptiert hat, nicht neu, doch dieses Mal klinkt er sich in eine Reihe ein, die bereits in Buchform Bestseller-Geschichte geschrieben hat. Temperance Brennan ist eine Schöpfung der Schriftstellerin Kathy Reichs und als solche seit 1997 auf den Buchmärkten der westlichen Welt omnipräsent. Während Collins einen „Bones“-Romane zur Fernsehserie schreibt, verfasst Reichs selbst weiterhin eigenständige Brennan-Abenteuer.

Das ermöglicht den Vergleich zwischen beiden Versionen, was spannend ist, da sowohl Reichs als auch Collins zu den Großen des Genres Kriminalroman gehören. Allerdings ist die Gegenüberstellung schwierig. Die Temperance Brennan der Reichs-Romane ist mit „Bones“ aus dem Fernsehen nicht wirklich identisch. Literatur und Film/Fernsehen sind unterschiedliche Medien mit eigenen Regeln. „Bones“ ist daher eine deutlich simplifizierte Brennan-Version. Auch sie wird von diversen Selbstzweifeln und Problemen geplagt, doch diese bleiben der spannenden Handlung, die möglichst viele Zuschauer bannen soll, eindeutig untergeordnet.

An dieses Konzept hält sich Collins, und zumindest dieser Rezensent hält das für eine gute Entscheidung, denn Kathy Reichs ist nicht die psychologisch begabte Verfasserin, für die sie sich hält. Sie stürzt die Ur-Brennan in Irrungen & Wirrungen, die in dieser Intensität einfach langweilen, weil sie nie das Niveau einer Seifenoper übersteigen. Collins hält sich an das zuschauerkompatible Modell der „Bones“-Brennan und gibt ihm nur dort Tiefe, wo es die Handlung fördert.

Bones und Booth

Allerdings zwingt ihn das Korsett der TV-Vorlage an anderer Stelle zu Kompromissen. Eine Grundkonstante der „Bones“-Serie ist die Konzentration auf das Paar Booth und Brennan. Ihr Verhältnis lässt sich mit dem alten Sprichwort „Was sich liebt, das neckt sich“ erschöpfend beschreiben. Tatsächlich werden entsprechende Pseudo-Gags und dramatische Verwicklungen zahlreich und oft plump eingesetzt. Collins arbeitet die Wesenszüge der beiden Hauptpersonen wesentlich behutsamer heraus und kann auf diese Weise einigen Schaden ausbügeln, den diese in ihren Fernseh-Inkarnationen nahmen.

Auch in einem anderen Punkt konnte sich Collins den Fallstricken der Vorlage entziehen: „Tief begraben“ spielt während oder kurz nach der 1. Serienstaffel in Chicago und damit weit entfernt von Brennans Forschungszentrale in Washington. Nur am Rande tauchen deshalb die klischeehaft überzeichneten Sidekicks der Serie – die kupplerische Angela Montenegro, der verschwörungssüchtige Jack Hodgins, der Genietrottel Zack Addy und der pompöse Museumsleiter Goodman – auf. Dem Roman kommt das auf jeden Fall zugute. „Tief begraben“ setzt als Thriller zwar trotzdem keine Maßstäbe. Dennoch ist dieses Buch nicht nur für den „Bones“-Fan, sondern auch für den ‚normalen‘ Krimifreund lesbar, weil spannend, planvoll konstruiert und mit routinierter Meisterschaft geschrieben.

Autor

Max Allan Collins wurde 1948 in Muscatine, US-Staat Iowa, geboren. Er entwickelte wie viele Kinder ein ausgeprägtes Interesse an Comics, entdeckte aber auch generell seine Liebe zur Populärkultur: zum Thriller, zur Musik, zum Fernsehen und für den Film. In den ersten beiden Jahren als Student arbeitete Collins als Reporter. Ab 1971 unterrichtete er Englisch an einem College. 1977 gab er dies auf und etablierte sich als freier Schriftsteller. Sechs Jahre zuvor hatte er seinen ersten Roman verkaufen können: „Bait Money“ (dt. „Köder für Nolan“) wurde zugleich das Debüt seines ersten Serienhelden Nolan, der als professioneller Dieb ständig mit der Polizei wie mit der Unterwelt in Konflikt gerät.

1975 schuf Collins seine bisher bekannteste und erfolgreichste Figur. Ursprünglich war der Privatdetektiv Nathan Heller als Held einer Comic-Serie geplant, die jedoch ihre Premiere nicht mehr erlebte. Die aufwändigen Recherchen versetzten den Schriftsteller in die Lage, Heller 1983 mit „True Detective“ (dt. „Chicago 1933“) einen ebenso voluminösen wie eindrucksvollen ersten Auftritt zu verschaffen. Wie selten zuvor im Genre gelang Collins die Einbettung des klassischen Schnüfflers in das historische Umfeld der frühen 1930er Jahre.

Im Comic-Bereich feierte Collins erste Erfolge als Texter für den Klassiker „Dick Tracy“, der seit 1931 läuft. Collins führte die Serie an ihre Ursprünge zurück und zu neuem Ansehen. Er textete auch für „Batman“ und schuf mit dem Zeichner Terry Beatty die erfolgreiche Comic-Serie „Ms. Tree“ um eine weibliche Privatdetektivin.

1990 entdeckte Collins ein neues Betätigungsfeld: Als „Dick-Tracy“-Spezialist wurde er engagiert, das Buch zum Film von und mit Warren Beatty zu verfassen. Auch zwei Fortsetzungen flossen aus seiner Feder. Der Damm war gebrochen, seitdem schreibt Collins (unterstützt von Co-Autoren, im vorgestellten Buch ist es Matthew V. Clemens) immer wieder „tie-ins“, die gegenüber den allzu oft minderwertigen, weil als Nebenprodukt zum Film produzierten Romanen weniger talentierter bzw. inspirierter Kollegen durch ihre sorgfältige Machart und ihre Lesbarkeit auffallen.

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BUCHREZENSION: Tom Veitch/Cam Kennedy – Das Dunkle Imperium I. Star Wars Essentials 1.

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. Juni 2011

Tom Veitch/Cam Kennedy
Das Dunkle Imperium I
Star Wars Essentials 1

Star Wars Dark Empire 1, USA, 2003
(c) Lucasfilm Ltd., USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 03/2007
PB, Comic, SF
ISBN 978-3-86607-344-9
Aus dem Amerikanischen von Uwe Anton
Titelillustration und Zeichnungen von Cam Kennedy, Mark Zug

www.paninicomics.de
www.lucasart.com
www.starwars.com
www.hollywoodcomics.com/veitch.html
www.markzug.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Nur wenige Jahre nach der Zerstörung des zweiten Todessterns haben sich imperiale Splittergruppen zusammengefunden und das neue Imperium gegründet. Auf Seiten der Allianz kämpft der große Held der Rebellion: Luke Skywalker. Eines Tages begegnet er einem Albtraum, den er längst hinter sich gelassen glaubte. Es ist niemand Geringeres als der Klon von Imperator Palpatine. Diesen gelüstet nach einem unverbrauchten, jungen Körper – und er begehrt den von Luke. Der junge Jedi lässt sich scheinbar auf das Spiel des Imperators ein und lernt von ihm, wie er die Dunkle Seite der Macht nutzen kann. Leia, ebenfalls mit der Macht vertraut, spürt, dass ihr Bruder die Kontrolle verliert. Eine uralte Prophezeiung weist ihr den Weg des Lichts.

Sechs Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ wird die Geschichte um Leia, Luke, Han und Chewie weiter erzählt. Leia und Luke wissen, dass sie immer über die Macht miteinander verbunden sind. Die Geschwister hatten Zeit, sich besser kennen zu lernen. Auch der smarte Ex-Schmuggler Han Solo ist erwachsen geworden. Er hat seine Prinzessin in den Hafen der Ehe geführt, und sie haben ein Zwillingspärchen, die Kinder Jacen und Jaina. Das bedeutet aber keinesfalls, dass es nun langweilig im Leben des zum General aufgestiegenen Han Solo wird. Die Action ist immer noch da, wo der Millennium Falke ist. Die neue Story der „Star Wars“-Helden geht munter weiter und ist gewohnt dynamisch und mit Gefahren gespickt. Der Wortwitz kommt dabei ebenso zum Tragen wie die dramatischen Momente. Interessante Wendungen geben der Geschichte immer wieder einen neuen Verlauf.

Die Zeichnungen sind ganz im Stil der 1980er gehalten, als man noch selber ran ans Zeichenbrett musste und nicht der Computer die meiste Arbeit übernahm. Die Figuren haben zwar große Ähnlichkeit mit den bekannten Protagonisten aus den Kinofilmen, aber auch hier geht es vor allem um die optischen Highlights. Zu nennen sind die interessanten Frisuren der Prinzessin; von Affenschaukeln bis zur kunstvollen Steckfrisur ist fast alles vorhanden. Viele Zeichnungen wurden in den Farben Rot, Grün oder Blau gehalten. Das kann man mit dem Licht der Umgebung erklären wie z. B. dem künstlichen eines Raumhafens oder dem warmen, wenn das Cockpit eines Piloten beim Flug in die Strahlen einer Sonne getaucht wird. Lukes Kleidung wurde sehr dunkel gezeichnet. Auf diese Weise erinnert er stark an seinen verstorbenen Vater Darth Vader.

Fans, die wissen wollen, wie es mit dem „Krieg der Sterne“ nach dem letzten Kinofilm der ersten Trilogie weiter geht, werden erfreut sein, dass Story und Zeichnungen kaum Wünsche offen lassen. Mit der Neuauflage der Comic-Klassiker in Form der „Star Wars Essentials“-Reihe geht Panini auf die Wünsche der Sammler ein, die nun ihre Collection ergänzen können. Bücherwürmer, die nicht genug von Luke, Han und Leia bekommen können, werden an diesen Comics sehr großen Spaß haben.

Copyright © 2011 by Petra Weddehage (PW)

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BUCHREZENSION: David Mack – Verlorene Seelen. Star Trek: Destiny 3.

Erstellt von Detlef Hedderich am 11. April 2011

David Mack
Verlorene Seelen
Star Trek: Destiny 3

Star Trek – Destiny: Lost Souls, USA, 2010
Cross Cult, Asperg, 10/2010
TB, Science Fiction
ISBN 978-3-941248-85-4
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Titelbild von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.davidmack.pro/
www.paramount.com/

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Die Lage im Alpha-Quadranten spitzt sich im dritten Band der neuen Romanserie „Star Trek: Destiny“ zu: Noch immer sind die Borg auf dem Vormarsch, und diesmal scheint nichts und niemand sie aufhalten zu können. Die bekannten Zivilisationen kämpfen nur mehr noch um ihr Leben, und langsam macht sich Resignation breit. Wenn es jetzt noch Rettung geben soll, dann muss ein Wunder geschehen. Das wissen auch Ezri Dax und Jean-Luc Picard, die mit ihren Schiffen immer noch an vorderster Front stehen und nach Lösungen suchen. Vor allem der Captain der Enterprise hat viel zu verlieren.

Da kehrt überraschend Captain Riker mit der U.S.S. Titan zurück. An Bord befindet sich ein Hoffnungsschimmer: Captain Hernandez aus dem 22. Jahrhundert, die lange Jahre bei dem zivilisatorisch und technisch hochstehenden Volk der Caeliar gelebt hat und nun hofft, den Menschen und anderen Völkern der Föderation helfen zu können. Sie hat der Titan die Flucht aus dem Machtbereich ihrer Retter ermöglicht, auch wenn die Crew dafür ihr Außenteam zurücklassen mussten. Aber vielleicht ist das die letzte Hoffnung für Deanna Troi und ihr ungeborenes Kind, die beide im Sterben liegen.

Riker leidet schwer darunter, sie verlassen zu haben, aber nun konzentriert auch er sich mit den anderen auf die Krise und den letzten Kampf gegen die Borg. Denn Captain Hernandez hat einen überraschenden Vorschlag. Dank der Veränderungen an ihrem Körper kann sie sich den kybernetisch-physischen Wesen anpassen und zu einer Königin werden, die das Volk zu kontrollieren vermag. So bereitet man sie als Köder vor. Der Plan gelingt, enthüllt aber auch eine schreckliche Wahrheit, mit der niemand gerechnet hat, nicht einmal die Caeliar. Captain Hernandez erkennt Zusammenhänge und Verbindungen zu dem Zwischenfall, den sie mit ihrem Schiff ausgelöst hat, und Ereignissen, die bald siebentausend Jahre zurückliegen. Sie lassen die Borg plötzlich in einem ganz anderen Licht dastehen.

Kann es eine lebensbejahende Lösung für den Krieg geben, der die Galaxis auszulöschen droht? David Mack bejaht dies und demonstriert in seinem Roman auch, wie das vonstatten gehen kann. Nun führt er die Fäden, die er in den anderen Bänden ausgelegt hat, gelungen zusammen und zeigt, wie die einzelnen Ereignisse und Handlungsebenen miteinander verbunden sind und wer welche Auswirkungen verursacht hat. Dabei bleibt er seinem Stil und der inhaltlichen Richtung treu, die sich sehr stark an die Direktiven von Gene Roddenberry anlehnen. Die wissenschaftlichen Erklärungen wirken im Kontext glaubwürdig und sind nachvollziehbar, offensichtliche Logikfehler gibt es keine.

Dennoch verliert die Geschichte nicht an Spannung. Dadurch, dass er sich bewusst auf die Menschen konzentriert und die Geschehnisse aus der Sicht von Einzelschicksalen erzählt, bleibt auch der Zuschauer nahe an der Dramatik und fiebert mit. Obwohl der Autor von Schauplatz zu Schauplatz springt, kommt man nicht durcheinander, da man sich die Personen sehr gut einprägt und problemlos wiedererkennt. Tatsächlich läuft das Kopfkino an und entführt mehrere Stunden in eine andere Welt, weil man den Roman nicht aus der Hand legen kann, der am Ende auch noch mit einem netten Twist aufwartet.

Alles in allem ist „Verlorene Seelen“ ein angemessener Abschluss der Trilogie „Star Trek: Destiny“, da alle Fragen angemessen, intelligent und stimmungsvoll beantwortet werden, die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden ist. Setting und Figuren entsprechen ebenfalls dem Bild, das man aus der TV-Serie kennt. Fans und ‚normale‘ SF-Leser werden jedenfalls gleichermaßen zufrieden sein.

Copyright © 2011 by Christel Scheja (CS)

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BUCHREZENSION: Frag doch mal … die Maus! Spannende Fragen, mausschlaue Antworten: Mein superdickes Mauswissen. (Zur TV-Reihe „Die Sendung mit der Maus“ im sonntäglichen Vormittags-Programm der ARD!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 11. April 2011

I. Schmitt-Menzel (Hrsg.)
Frag doch mal … die Maus!
Spannende Fragen, mausschlaue Antworten: Mein superdickes Mauswissen

cbj-Verlag, München, 1. Auflage: 03/2011
HC, Kinderbuch, Sachbuch, Natur & Tier, Wissenschaft & Technik, Geschichte & Kultur
ISBN 978-3-570-15307-9
Titelgestaltung von schwecke.mueller unter Verwendung von Illustrationen
von Johann Brandstetter, Hauke Kock, Susanne Bräuning und Harald Vorbrugg
Texte und Illustrationen im Innenteil von verschiedenen Autoren und Künstlern

www.cbj-verlag.de
www.wdr.de
www.wdrmaus.de/
www.johann-brandstetter.com/
www.haukekock.de/
www.mauschristoph.de/
www.sylvia-englert.de/
www.mm-mai.de
www.gabineumayer.de
www.roland-rosenstock.de
www.wilfried-gebhard.de
www.guenterjakobs.de
www.lorenzoorlandi.it/

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Vierzig Jahre alt ist „Die Sendung mit der Maus“ (erste Ausstrahlung: am 7. März 1971) und erfreut immer noch Groß und Klein im sonntäglichen Vormittags-Programm der ARD. Tatsächlich ist das Durchschnittsalter höher, als man bei einer Kindersendung meinen mag: Es liegt bei 46 Jahre (Quelle: www.focus.de)! Das bedeutet, dass viele Zuschauer der ersten Stunde noch immer dabei sind und die Freude an der vielseitigen Sendung an Kinder und Enkel weiter gegeben haben.

In all den Jahren hat „Die Sendung mit der Maus“ (www.wdrmaus.de/) viele Preise gewonnen und auch den einen oder anderen Spin Off erfahren wie „Die Sendung mit dem Elefanten“ (http://www.wdrmaus.de/elefantenseite/) oder „Shawn das Schaf“ (www.shaunthesheep.com/), und auch „Käptn Blaubär und Hein Blöd“ www.wdrmaus.de/kaeptnblaubaerseite/) von Walter Moers kennt praktisch jeder.

Im cbj-Verlag (www.cbj-verlag.de/diemaus) sind bereits mehrere „Frag doch mal … die Maus“-Bücher für Vorschul- und Grundschulkinder erschienen, darunter auch der vorliegende Sonderband, der eine Menge Grundschulwissen aus verschiedenen Bereichen vermittelt:

Unter „Fragen und Antworten … für clevere Techniker“ wird z. B. kurz und präzise mit Kind gerechten Formulierungen erklärt, aus wie vielen Teilen ein Auto besteht und warum man nicht von einem Flugzeugklo eingesaugt wird.

„… für neugierige Weltenforscher“ schildert das Leben auf einer Burg, erläutert, warum die Indianer Indianer heißen, berichtet über das gar nicht so romantische Leben der Piraten und gibt Auskunft über Mumien und Pyramiden.

Auch ein Kapitel „… für zukünftige Profi-Fußballer“, in dem man u. a. erfährt, wie ein Fußball gemacht wird, ist zu finden.

In „… für scharfsinnige Wissenschaftler“ erhält man Antworten auf Fragen, die sich mit dem Urknall, der Farbe des Himmels und den Dinosauriern beschäftigen.

„… für mutige Entdecker“ befasst sich mit Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan und Marco Polo.
„… für wissbegierige Naturforscher“ ist an jene adressiert, die wissen wollen, wie es in der Tiefsee ausschaut und warum es in der Wüste so heiß ist.
„… für Denker und Philosophen“ erzählt beispielsweise von Buddha.
„… für alle Tierliebhaber“ ist gewiss für jene interessant, die wissen wollen, warum Giraffen einen so langen Hals haben, warum Wale singen und welches Tier am lautesten schreit.

Man merkt den Rubriken an, dass bestimmte Sachgebiete für die meisten Kinder interessanter sind als andere und hier einige Fragen mehr beantwortet werden. Reizvoll sind nach wie vor bestimmte Themen, mit denen sich schon vor vierzig Jahren Kindergarten- und Schulkinder gern auseinandersetzten, z. B. der Weltraum, Dinosaurier, Mumien. Alle Texte sind sehr liebevoll ausgearbeitet und mit passenden, sehr schönen Illustrationen versehen, die die Informationen auflockern und veranschaulichen. Das spricht kleine und sogar große Leser (die schnell mal einige Antworten brauchen, um ihren Kindern einen Sachverhalt verständlich erklären zu können) gleichermaßen an.

Vierzig Jahre alt – und aktuell wie eh und je: „Die Sendung mit der Maus“ ist wirklich eine tolle Idee in Wort und Bild, im Fernsehen und im Buch. Jungen Lesern wird auf unterhaltsame Weise Wissen vermittelt, und auch Erwachsene werden gern einen Blick in die schön gestalteten, informativen „Frag doch mal … die Maus“-Bücher werfen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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