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Archiv für die 'Buchrezension' Kategorie

BUCHREZENSION: Michael A. Martin/Andy Mangels: Eine neue Ära Star Trek – TITAN 1.

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. Oktober 2011

Michael A. Martin/Andy Mangels
Eine neue Ära
Star Trek – TITAN 1

Star Trek – TITAN: Taking Wing, USA, 2008
Cross Cult, Asperg, 11/2008
TB, SF
ISBN 978-3-941248-01-4
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Titelillustration von Cliff Nielsen
4 aufklappbare Farbillustrationen im Innenteil: Übersicht U.S.S. TITAN, entworfen von Sean Tourangeau

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.andymangels.com/
http://stourangeau.deviantart.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Will Riker und Diana Troi sind nach den Ereignissen um den Prätor Shinzon im Romulanischen Imperium endlich auf dem Raumschiff ‚Titan„ angekommen. Will ist stolzer Kapitän dieses Schiffes, und mit Ehrgeizig macht er sich an sein Projekt, so viele unterschiedliche Völker der Föderation an Bord aufzunehmen, wie es nur geht. Dabei gibt es so exotische Wesen wie den Chefarzt Dr. Ree, der stark an einen T-Rex erinnert. Gleichzeitig ist Will immer noch davon überzeugt, dass er es schaffen kann, Christine Vale zu überzeugen, als sein Erster Offizier an Bord zu kommen. Schließlich kann er sie umstimmen, und nun könnte es eigentlich losgehen in Regionen des Weltalls, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Leider machen ihm die Ereignisse im Romulanischen Imperium einen Strich durch die Rechnung. Durch den Tod Shinzons und der von ihm zuvor eingeleiteten Vernichtung des gesamten romulanischen Senats blieb ein gewaltiges Macht-Vakuum zurück. Seither gibt es verschiedene Gruppen auf Romulus, die dies auszunutzen gedenken. Durch die Uneinigkeit scheint ein Bürgerkrieg vorprogrammiert, der jene Welt in ein Chaos zu stürzen droht. Die Remaner melden sich ebenfalls und verlangen nach der Anerkennung und Hilfe, die ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Immerhin wurden sie über Generationen von den Rhiannsu versklavt.

Captain Picard wäre für die diplomatischen Verhandlungen hervorragen geeignet. Da aber Shinzon der Klon des Captains war, lehnen die Romulaner Verhandlungen mit dem Oberhaupt der Besatzung des Raumschiffs ‚Enterprise„ kategorisch ab. Admiral Akaar informiert Riker darüber, dass er ausgewählt wurde, die Besprechungen zu führen. Donatra, die romulanische Kapitänin der ‚Valdore„, ist damit mehr als einverstanden. Sie war dabei, als die ‚Enterprise„ Shinzon aufgehalten hat und der Androide Data sein Leben ließ, um Rhiannsu als Föderationsmitglieder und vor allem die Erde zu retten.

Als ob diese Situation für Will nicht schon verzwickt genug wäre, erfährt er, dass zwei Vulkanier auf Romulus verschwunden sind. Dabei handelt es sich um Botschafter Spock und Tuvok, dem ehemaligen Besatzungsmitglied der ‚Voyager„. Ein Glück, dass Riker ein gutes Händchen bei der Auswahl seiner Schiffsbesatzung hatte. So wagt er es, die ‚Titan„ mitten in ein Abenteuer zu stürzen, dessen Ausgang sehr ungewiss ist. Captain William Thomas Riker hat sich endlich für ein eigenes Kommando endschieden. Viele Jahre schien es so, als ob der mit allen Wassern gewaschene, smarte Mann die Seite als Erster Offizier von Picard und die ‚Enterprise„ mit all seinen Freunden nicht verlassen wolle. Vor allem seine Heirat mit Diana Troi, seiner großen Liebe, scheint bewirkt zu haben, dass er reifer und gesetzter wurde. Als Captain muss er meistens an Bord des Schiffes bleiben und kann sich nicht mehr einfach so in ein Abenteuer stürzen. Das Leiten der Außeneinsätze muss er nun seinem Ersten Offizier Christine Vale überlassen.

Seine Mannschaft besteht aus den vielfältigsten Bewohnern der zur Starfleet gehörenden Planeten. In einigen Fällen handelt es sich um Wesen, deren Sternensysteme der Starfleet noch skeptisch gegenüberstehen. Diese so unterschiedlichen Kreaturen müssen sich nun zusammenraufen und lernen, einander zu vertrauen. Nach den Ereignissen im Kinofilm „Nemesis“ ist es nur logisch, das romulanische Imperium endlich näher in Augenschein zu nehmen. Dabei wenden sich die Autoren nicht nur losen Fäden des „Star Trek“-Universums zu und weben sie in ihre Story ein. Populäre Protagonisten wie Botschafter Spock oder Tuvok sind das Salz in der Suppe.

Mit einem überraschenden Cliffhanger am Ende des Bandes gelingt den Autoren ein großartiger Schachzug. Damit wird gewährleistet, dass die ‚Titan„ endlich ihre Forschungsarbeit aufnehmen kann und dies in Welten, die wirklich nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Ein nettes Extra bekommen die Fans auch zu sehen: die Ausklappseiten, auf denen die ‚Titan„ in mehreren Ansichten zu sehen ist. Dieses neue Raumschiff wurde von Sean Tourangeau entworfen. Poket Book rief einen Wettbewerb aus, bei dem die Fans aufgefordert wurden, die neue ‚Titan„ zu entwerfen. Die Entwürfe mussten dann bis zum 15.08.2005 an den Verlag Simon & Schuster geschickt werden. Leider durften nur US-Amerikaner und Kanadier teilnehmen.

Alt-Fans und Neugierige können sich beruhigt auf diesen Band einlassen, fährt er doch dank der guten Recherchearbeit der Autoren wunderbar im Fahrwasser des „Star Trek“-Styles. Action ist reichlich vorhanden, und auch das Miteinander der Besatzungsmitglieder und ihrer Familien an Bord der ‚Titan„ wird nicht außer Acht gelassen worden. Ein rundum gelungener Spaß für alle, die es lieben, die Weiten des Alls zu erforschen – und das ist ja bekanntlich endlos.

Copyright © 2011 by Petra Weddehage (PW)

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BUCHREZENSION: Kôji Suzuki The Ring III – Loop. Das Buch zum 3. Teil der Horrorfilmreihe!

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Oktober 2011

Kôji Suzuki
The Ring III – Loop

(sfbentry)
Originaltitel: Loop (Tokio : Kadokawa Shoten Publishing Co., Ltd. 1998)
Übersetzung: Kristiana Ruhl
Deutsche Erstausgabe: Juli 2004 (Wilhelm Heyne Verlag/Allgemeine Reihe Nr. 01/14007)
315 S.
ISBN-13: 978-3-453-87805-1

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Das geschieht:

Die Welt irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: Das ringförmige MHCV-Virus löst den Erreger der Aids-Pest als unheilbaren Massenkiller Nr. 1 ab. Vor allem in Nordamerika und Japan erkranken die Menschen an einer neuen Sorte Krebs, der sich trotz fortgeschrittener Heilungsmethoden nicht stoppen lässt.

Auch die Eltern des Medizinstudenten Kaoru Futami aus Tokio sind betroffen. Der erst 20-Jährige sucht verzweifelt nach Rettung. Eine Reihe mysteriöser Zufälle führt ihn auf die Spur des bizarren „Loop“-Projekts. Vier Jahrzehnte zuvor hatten Forscher in den Vereinigten Staaten und Japan mehr als 1,2 Millionen Computer zusammengeschaltet, um eine Simulation künstlichen Lebens zu erschaffen. Das Experiment glückte zunächst und schuf eine Welt, die zum Spiegelbild der Realität wurde. Bevölkert wurde der „Loop“ von ‚Menschen‘, die nie ahnten, dass sie nur im Inneren einer digitalen Matrix existierten.

Das „Loop“-Projekt scheiterte, als eine virtuelle Epidemie ihre Bewohner befiel und aussterben ließ. Das Grauen trug die Gestalt einer jungen Frau namens Sadako Yamamura, die es mit Hilfe eines trickreich verseuchten Videobandes in die künstliche Welt brachte. Schließlich bestand der „Loop“ nur noch aus Yamamura-Kopien und starb schließlich aus. Das Projekt wurde abgebrochen, sein Schöpfer, der Amerikaner Christopher Eliott, zog sich in die wissenschaftliche Emigration zurück.

Doch ist der „Loop“ wirklich ‚tot‘? Kaoru kommt der Verdacht, dass der „Ring“-Virus gar nicht Ergebnis einer natürlichen Mutation ist, sondern ursprünglich aus dem „Loop“ kam. Wenn dem so ist, müssten sich in den Unterlagen des Projekts Hinweise auf seine Bekämpfung finden lassen. Kaoru macht sich deshalb auf in die USA. In der Wüste New Mexicos muss er feststellen, dass die Hoffnung für die Menschheit in einer bizarren Verschmelzung von Realität und Simulation liegt …

Eine ganz neue Geschichte

Erfolge in Serie unterliegen wie die Protagonisten unserer Geschichte einem Fluch: Sie verlieren an Wirkung und schwächen sich zur Routine ab. „Ring II – Spiral“ bestätigte diese alte Binsenweisheit aufs Bedauerlichste. Das drosselt die Erwartungen, die sich an eine weitere Fortsetzung knüpfen. Überraschung: „Ring III – Loop“ ist ein sauber geplotteter und flott geschriebener Lesespaß, der den allzu routinierten Vorgänger glatt vergessen lässt. Tatsächlich ist der dritte Roman der „Ring“-Reihe womöglich der beste. Dafür gibt es mehrere Gründe.

So gefällt vor allem Suzukis Bereitschaft, sich von den Wurzeln seiner Saga zu lösen. „Ring“ begann als Gruselgeschichte um eine ermordete, von den Toten rächend auferstehende Geisterfrau, die sich der (zum Zeitpunkt ihres Erscheinens) modernen Technik bediente, um Schrecken und Tod über ihre Opfer zu bringen. Später löste Science Fiction den Horror ab: Sadako Yamamura outete sich als personifizierte Inkarnation eines intelligent gewordenen Virus‘, der sich die Menschenwelt untertan machen wollte.

Dies lesen und sich fragen, wie es noch weitergehen könnte, lag nahe. Verfasser Suzuki ließ sich vier Jahre Zeit. Ihm gelang es in der Tat, eine logische Fortsetzung für seine Geschichte zu finden. Das muss an dieser Stelle betont werden, denn Suzuki ist ein Opfer der Zeit geworden: „Loop“ scheint aufgrund zahlreicher inhaltlicher Parallelen eine Imitation der Hollywood-Blockbuster-Trilogie “Matrix” zu sein. Tatsächlich ist es höchstens umgekehrt, denn „Ring III“ war früher da. Haben sich eher die Wachowski-Brüder ‚inspirieren‘ lassen …?

Der „Ring“ bleibt unberechenbar

Wobei die Idee der simulierten zweiten Realität ohnehin ein alter Hut der Science Fiction ist. Daniel F. Galouye hat mit „Simulacron-3“ (dt. „Welt am Draht“/„Simulacron-Drei“) 1964 sicherlich DEN (verfilmten) Klassiker geschaffen. Der von der Kritik verehrte Philip K. Dick hat die Idee gleich mehrfach kongenial durchgespielt, vielleicht am effektvollsten 1969 in „Ubik“ (dt. „Ubik“).

Suzuki hat also das Rad nicht erfunden, aber er weiß es im Rahmen seiner Möglichkeiten geschickt rollen zu lassen. Selbstverständlich könnte man mäkeln – über den allzu kunstlosen Erzählstil, die nur scheinbar dreidimensionalen Figuren, über die unnötige Reise in die USA, die vollständige Entzauberung des Yamamura-Mythos’ … Doch was ist die „Ring“-Saga eigentlich? Doch ‚nur‘ Unterhaltungs-Handwerk, eine spannende Geschichte, die hier mutig eine neue Wendung nimmt und nicht nur ihre gelungene Fortsetzung, sondern auch eine zufriedenstellende Auflösung erfährt.

Dass „Ring III“ in der Zukunft spielt, wird übrigens nur am Rande deutlich. Science Fiction kommt höchstens ins Spiel, wenn Suzuki (halbwegs) glaubhaft Technobabbel kreiert, wo virtuelle Welten oder Klone geschaffen werden. Politisch und gesellschaftlich hat sich sonst offenbar auf der Erde nichts Gravierendes getan.

Drama mit neuen Figuren

Es klang bereits an: Von liebgewonnenen Figuren der „Ring“-Folgen 1 und 2 müssen wir uns verabschieden. Ein Trostpflaster schenkt uns der Verfasser jedoch: Der allzu neugierige Journalist Asakawa, die böse Sadako Yamamura sowie der zynische Ryuji Takayami tauchen in einer ausführlichen Rückblende auf, die (da war Suzuki im zweiten Teil wesentlich ungeschickter) nicht einfach eine Nacherzählung der Vorgeschichte ist, sondern diese gleichzeitig des besseren Verständnisses wegen und zur Erinnerung erzählt und gleichzeitig in ihren neuen, veränderten Handlungsrahmen stellt.

Ansonsten treffen wir – nicht ohne Grund, wie wir schließlich erfahren – in der Person des Kaoru Futami die typische „Ring“-Hauptfigur wieder: Der junge Mann ist eigentlich nur neugierig (bzw. in diesem Fall wissbegierig), ein Jedermann, der eher zufällig in das bedrohliche Geschehen verwickelt wird und dabei mächtig einstecken muss. Eine unglückliche Liebesgeschichte gehört ebenfalls zum Plot, während es dieses Mal keinen guten Freund an der Seite des Helden gibt.

Die japanische Welt ist dem westlichen Leser in „Ring III“ nur mehr bedingt fremd. Suzuki hat seine Geschichte ‚globalisiert‘, lässt sie auf vielen Seiten sogar in den USA spielen. Nur noch selten finden sich die interessanten Eigenheiten der japanischen Gesellschaft. Weiterhin Unzufriedenheit dürfte bei den weiblichen Lesern die traditionelle asiatische Unterwürfigkeit der auftretenden Frauen hervorrufen.

Christopher Eliott zieht als ebenso weiser wie undurchsichtiger Gottvater aus dem Hintergrund die Fäden. Wie er seinen ‚Sohn‘ zur Rettung der Welt schickt, weist durchaus Parallelen zur biblischen Geschichte auf, was zweifellos beabsichtigt ist und immer noch dazu taugt, die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen und der Kritik Vielschichtigkeit vorzugaukeln.

Autor

Kôji Suzuki, der „Stephen King aus Japan“ (ein Etikett der Werbestrategen) wurde 1957 in Hamamatsu (Präfektur Shizuoka) geboren. Bereits in jungen Jahren begann er zu schreiben und gewann 1990 als Absolvent der Keio University in Tokio einen (japanischen) „Fantasy Novel Award“ für seinen Roman „Rakuen“, was aber seiner dümpelnden Karriere kaum Auftrieb gab. Das änderte sich erst, als Suzuki 1991 die Welt der Phantastik um ein verfluchtes Videoband bereicherte: Die „Ring“-Saga war geboren. Aus einem Geheimtipp wurde Gruselvolkes Eigentum, als Regisseur Hideo Nakata 1998 den Roman verfilmte. Trotz vieler Veränderungen wurde „Ring“ zum Erfolg, der selbstverständlich mehrfach fortgesetzt wurde sowie die übliche verwässerte Hollywood-Interpretation erfuhr.

Suzuki selbst erweiterte den „Ring“-Erstling zur Romantrilogie, der er noch einen vierten Band mit Kurzgeschichten folgen ließ. Acht Millionen Exemplare soll er inzwischen verkauft haben, was zweifellos auch der geschickten Vermarktung zu verdanken ist: Suzukis Werke sind als Buch, Film und Manga quasi allgegenwärtig.

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Die „Ring“-Saga von Kôji Suzuki

(1991) The Ring (The Ring) – Heyne TB Nr. 01/13741
(1995) The Ring II – Spiral (The Ring II: Rasen) – Heyne TB Nr. 01/13918
(1998) The Ring III – Loop (The Ring III: Loop) – Heyne TB Nr. 01/14007
(1999) The Ring 0 – Birthday (The Ring 0: Birthday) – Heyne TB Nr. 01/14132

[md]

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BUCHREZENSION: Tom Veitch/Cam Kennedy/Jim Baikie – Star Wars Essentials 2: Das Dunkle Imperium II.

Erstellt von Detlef Hedderich am 2. Oktober 2011

Tom Veitch/Cam Kennedy/Jim Baikie
Star Wars Essentials 2: Das Dunkle Imperium II

Star Wars Dark Empire 2
(c) Lucasfilm Ltd., USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 2007
PB, Comic, SF
ISBN 978-3-86607-345-6
Aus dem Amerikanischen von Uwe Anton
Titelillustration und Zeichnungen von Cam Kennedy, Jim Baikie, Tsuneo Sander

www.paninicomics.de
www.lucasart.com
www.starwars.com
www.hollywoodcomics.com/veitch.html
http://lambiek.net/artists/b/baikie_jim.htm
http://sandaworld.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Nachdem Luke dem Klon von Imperator Palpatine entkommen konnte, ist ihm klar, dass er seine Suche nach neuen Jedi beginnen muss. Darum strengt er eine Widerbelebung des Jedi-Ordens an.

Da es Palpatine nicht gelungen ist, sich Luke Skywalkers zu bemächtigen, gerät ein neues Opfer in sein Visier: der ungeborenen Sohn Anakin von Han Solo und Leia Organa Solo. Die Freunde versuchen nun alles, um Leia vor dem Zugriff des Imperators zu schützen. Diese ist aber keine zarte Pflanze, die bei einer leichten Berührung eingeht, und setzt sich selber tatkräftig zur Wehr. Palpatine, der dachte, ein leichtes Spiel mit ihr zu haben, wird bald eines Besseren belehrt. Ein alter Bekannter des Ehepaars Solo taucht ebenfalls auf. Boba Fett will endlich das Kopfgeld für Han Solo einstreichen. Wie schön, dass sich Leia in der Nähe ihres Mannes aufhält! Ihr Kopfgeld ist ebenfalls beträchtlich hoch, tötete sie doch einst Jabba the Hutt.

Die Ereignisse in diesem Comic spielen wenige Jahre nach „Episode VI“. Der Kinofilm lief auch unter dem Titel „Die Rückkehr der Jedi Ritter“. Er erzählt die Geschichte von Luke, Leia, Han Solo, Chewbacca und den beliebten Droiden C3PO und R2D2, die nun ihre Fortsetzung findet. Die Hauptfiguren sind während der vergangenen Jahre zu einer Familie zusammengewachsen. Han Solo und Leia haben geheiratet und sind mittlerweile Eltern dreier Kinder. Luke beginnt mit der Suche nach Wesen, die die Kräfte der Jedi in sich tragen. Er weiß, will er der Galaxis Frieden bringen und sie auch verteidigen können, muss er andere finden, die die Macht in sich tragen.

Die Zeichnungen werden ebenso wie im ersten Band konsequent umgesetzt und unterstützen die Geschichte gelungen. Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Die Ähnlichkeit der Protagonisten zu ihren Vorbildern ist beträchtlich. Man meint, Carry Fischer und Harrison Ford sowie Mark Hamil immer wieder zu bewundern, wie sie neue Abenteuer bestehen. Möge die Macht mit ihnen sein! Fans des „Star Wars“-Universums dürfen sich freuen, dass Panini in Form der „Essentials“-Reihe lang vergriffene Comic-Hefte erneut veröffentlicht. Auch Neueinsteiger werden der Magie dieser Storys erliegen. SF gepaart mit einer Macht, die praktisch mit Zauberei gleichzusetzten ist, ist immer wieder reizvoll und wird jeden Phantastik-Freund begeistern.

Copyright © 2011 Petra Weddehage (PW)

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ZUM SFBASAR.DE-PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Tom Veitch/Cam Kennedy/Jim Baikie – Star Wars Essentials 2: Das Dunkle Imperium II.

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BUCHREZENSION: Kôji Suzuki – The Ring. Das Buch zum 1. Teil der Horrorfilmreihe!

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

Kôji Suzuki
The Ring

(sfbentry)
Originaltitel: Ring (Tokio : Kadokawa Shoten Publishing Co., Ltd. 1991)
Übersetzung: N. N.
Deutsche Erstausgabe: 2002 (Wilhelm Heyne Verlag/Allgemeine Reihe Nr. 01/13741)
301 S.
ISBN-13: 978-3-453-86679-9

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Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

Tokio 1989: Journalist Asakawa Kazuyuki stolpert durch einen Zufall über die Story seines Lebens. Ein Taxifahrer erzählt ihm von einem jungen Mann, der vor seinen Augen wie vom Blitz getroffen starb. Das gleiche Schicksal hat jüngst eine Nichte Kazuyukis getroffen – sie fand ihr Ende sogar in genau dieser Nacht. Ebenso traf es zwei weitere Jugendliche. Sie alle fürchteten sich offenbar zu Tode, und sie alle kannten sich!

Der Journalist ermittelt, dass sich das Quartett in der Woche vor dem Ende in einer Ferienhauskolonie an der Küste eingemietet hatte. Kazuyuki schaut sich um in der kleinen Hütte, kann aber nur ein unscheinbares Videoband entdecken, das er sich selbstverständlich sogleich anschaut. Der Inhalt: eine Folge wirrer aber beängstigender Sequenzen, gefolgt von der Warnung, der Zuschauer sei binnen einer Woche tot, wenn er nicht … Genau an dieser entscheidenden Stelle bricht das Video ab.

Kazuyuki ist beeindruckt, zumal er spürt, dass die gerade vernommene Drohung keineswegs leer ist. In seiner Not sucht er die Hilfe seines alten Freundes Ryuji Takahama, der ein genialer Philosoph und Gelehrter ist, welcher in seiner Freizeit gern junge Frauen vergewaltigt. Auch dieser betrachtet das Video und sitzt nun mit im Boot. Eine Woche bleiben ihm und Kazuyuki sich zu retten. Letzterer gerät in Panik, als er entdecken muss, dass seine neugierige Gattin heimlich den Rekorder in Gang gesetzt hat und dabei die Baby-Tochter auf dem Schoß hielt … Der Fluch wird auch diese beiden treffen, wenn Kazuyuki nicht vor Ablauf der Frist des Rätsels Lösung findet.

Die unbarmherzig tickende Uhr im Nacken kommen Kazuyuki und Takahama der unglaublichen Geschichte der Sadako Yamamura auf die Spur. Das Drama um die hellseherisch begabte, aber vom Unglück verfolgte Frau liegt schon Jahrzehnte zurück, aber was ihr geschah, rechtfertigt durchaus einen Hass auf die Menschheit, den selbst der Tod nicht beenden kann …

Geist im Wettlauf mit der Werbung

Es war einmal … ein eigentlich gutes Mädchen, das die Schlechtigkeit der Welt in eine böse Hexe verwandelte, die einfach nicht endgültig unter die Erde zu bringen ist; weil sie sich in Japan nicht ausgelastet fühlt, wechselt sie manchmal in die USA, wo sie das alte Spiel mit neuen Pechvögeln treibt.

Der (inzwischen abgeklungene) Rummel um die „Ring“-Romane und vor allem Filme war und ist vor allem ein Produkt der Werbung und der Medien. Wie immer stürzen sich ihre Vertreter wie die Geier darauf, was leichte Beute zu sein scheint und viel, viel Geld einbringen könnte. In diesem Fall war es die in Japan zum Horror-Tipp heranwachsende Geschichte eines verwünschten Videobandes, das den Kern zum Untergang der Menschheit beinhalten könnte. Die „Ring“-Saga ist inzwischen (welches Unwort!) ‚Kult‘ geworden und bewegt sich weiter auf die Endstation „moderner Mythos“ zu. Ist er erreicht (womöglich ist dies längst geschehen), läuft die „Ring“-Welt (und das Franchise-Geschäft) à la „Star Trek“ erst einmal von allein.

Dabei fragt man sich, was den „Ring“ so besonders werden ließ. Objektiv betrachtet lesen wir ‚nur‘ einen gut geschriebenen Gruselroman. Der Schauplatz mag uns europäischen Lesern etwas fremd sein, aber die Geschichte ist es sicher nicht. Rächender Spuk, verwunschene Grabstätten, tödliche Flüche: Das ist wahrlich wenig originell.

Simpel aber konsequent

Aber es sind Elemente des Horrors, die immer funktionieren, wenn man sie nur zu mischen weiß. Das gelingt Verfasser Suzuki sicherlich. Er geht ganz einfach vor (was stets eine gute Idee ist) und legt „Ring“ über weite Strecken fast dokumentarisch an. Die Suche nach der Geschichte hinter dem Videoband füllt viele Seiten. Wir verfolgen eine simple Suche, die immer wieder in Sackgassen endet, hier und da ein Puzzlesteinchen zum anderen trägt, bis sich schließlich das Gesamtbild fügt. Solche Detektiv-Geschichten fesseln immer; sie sind sogar interessanter als das Ergebnis, das zwangsläufig enttäuschen muss: Noch ein böser Geist, der einen Dreh gefunden hat, es seinen Peinigern heimzuzahlen. Wäre da nicht Suzukis Gag, dem eigentlichen Spuk einen apokalyptischen Beifahrer aufzusatteln, hätte der „Ring“-Mythos wohl kaum eine Chance gehabt sich zu entwickeln.

Offen muss bleiben, was denn Suzuki zum „japanischen Stephen King“ machen soll. Anscheinend reicht es heute bereits, einen handwerklich sauber gedrechselten Horror-Roman vorzulegen, um mit diesem Ehrentitel versehen zu werden. Die ‚Qualität‘ der meisten Genre-Geschichten legt diesen Verdacht jedenfalls nahe.

Grusel mit realer Wurzel

In Japan gab es wie in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen regelrechten Siegeszug des Okkultismus. Suzuki hat sich für seinen „Ring“ reichlich aus dieser Geschichte bedient, was ihre Stimmigkeit sicherlich unterstützt. Sogar für Sadako Yamamura gibt es eine historische Vorlage. Und wer glaubt, dass es ungebräuchlich ist, sich in einen Vulkan zu stürzen, darf sich wundern: Mehr als 300 Personen haben sich im Laufe der Zeit in den Krater des Mihara geworfen.

Erstaunen erregt beim westlichen Leser die noch heute offensichtlich ausgeprägte japanische Affinität zur Welt der Geister. Der erwähnte Mr. King hätte viele hundert Seiten mit Text füllen müssen, bis seine aufgeklärten Landsleute begriffen und akzeptiert hätten, dass es irgendwo spukt. Kazuyuki und seine Gefährten, Kinder des aufgeklärten 20. Jahrhunderts, wissen sofort, dass es umgeht, und stellen sich darauf ein. Das irritiert bei der Lektüre, aber es beschleunigt natürlich aufs Tempo – „Ring“ ist ein Roman ohne Langatmigkeit.

Spuk in einer exotischen Kultur

Japaner sind anders … Diese drei Worte bilden eventuell den Schlüssel zu einer Kritik, die man im Zusammenhang mit dem „Ring“-Roman immer wieder finden kann: Alle Beteiligten des Spektakels seien im Grunde ziemlich unsympathisch. Das trifft nicht nur auf den Feierabend-Frauenschänder Takahama zu (Dieses Detail ließ Hollywood bei der US-„Ring“-Verfilmung von 2002 besonders schleunigst unter den Tisch fallen), sondern fast noch mehr auf Asakawa Kazuyuki. Er deckt nicht nur seinen kriminellen Freund, er ist auch sonst ein seltsamer Zeitgenosse. Seine Familie liebe er über alle Maßen, behauptet er mehr als einmal. Trotzdem ist er so gut wie niemals zu Hause bei Weib und Kind, selbst wenn er nicht von Dämonen gejagt wird. Niemand scheint dies für ungewöhnlich zu halten; besagtes Weib übrigens auch nicht. Die Arbeit geht halt vor im Land der aufgehenden Sonne!

Die liebe Gattin hinterlässt ohnehin – es sei an dieser Stelle politisch unkorrekt ausgesprochen – einen ziemlich trantütigen Eindruck. Dass Kazuyuki so um ihr Schicksal besorgt ist, kann man ihm kaum nachfühlen. Seinen Kumpel Takahama scheint er jedenfalls öfter (und lieber) zu sehen als die eigene Ehefrau.

Sehr gut hat Suzuki begriffen, dass er mit seinem Gespenst geizen muss. Sadako Yamamura greift niemals direkt in die Handlung ein. Wir erfahren nur Bruchstücke über ihr Leben, die uns aus den Mündern Dritter erreichen; ein kluger Kunstgriff, denn nichts ernüchtert in einer Horrorgeschichte normalerweise stärker als der Auftritt des Monsters, das unter Umständen auch noch langatmig seine Beweggründe erörtert. Sadako bleibt mysteriös, tragisch – und bösartig.

Autor

Kôji Suzuki, der „Stephen King aus Japan“ (ein Etikett der Werbestrategen) wurde 1957 in Hamamatsu (Präfektur Shizuoka) geboren. Bereits in jungen Jahren begann er zu schreiben und gewann 1990 als Absolvent der Keio University in Tokio einen (japanischen) „Fantasy Novel Award“ für seinen Roman „Rakuen“, was aber seiner dümpelnden Karriere kaum Auftrieb gab. Das änderte sich erst, als Suzuki 1991 die Welt der Phantastik um ein verfluchtes Videoband bereicherte: Die „Ring“-Saga war geboren. Aus einem Geheimtipp wurde Gruselvolkes Eigentum, als Regisseur Hideo Nakata 1998 den Roman verfilmte. Trotz vieler Veränderungen wurde „Ring“ zum Erfolg, der selbstverständlich mehrfach fortgesetzt wurde sowie die übliche verwässerte Hollywood-Interpretation erfuhr.

Suzuki selbst erweiterte den „Ring“-Erstling zur Romantrilogie, der er noch einen vierten Band mit Kurzgeschichten folgen ließ. Acht Millionen Exemplare soll er inzwischen verkauft haben, was zweifellos auch der geschickten Vermarktung zu verdanken ist: Suzukis Werke sind als Buch, Film und Manga quasi allgegenwärtig.

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de

Die „Ring“-Saga von Kôji Suzuki

(1991) The Ring (The Ring) – Heyne TB Nr. 01/13741
(1995) The Ring II – Spiral (The Ring II: Rasen) – Heyne TB Nr. 01/13918
(1998) The Ring III – Loop (The Ring III: Loop) – Heyne TB Nr. 01/14007
(1999) The Ring 0 – Birthday (The Ring 0: Birthday) – Heyne TB Nr. 01/14132

[md]

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BUCHREZENION: John De Lancie/Peter David – Ich, Q. (STAR TREK – THE NEXT GENERATION)

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

John De Lancie/Peter David
Ich, Q

(sfbentry)
Originaltitel: I, Q (New York : Pocket Books/Simon & Schuster, Inc. 1999)
Übersetzt von Andreas Brandhorst
Deutsche Erstausgabe: November 2000 (Wilhelm Heyne Verlag/SF 06/5768 = Star Trek – The Next Generation 68)
280 Seiten
ISBN-13: 978-3-453-17937-0

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

Ein mächtiger, an ein Schwarzes Loch erinnernder Mahlstrom tut sich auf, verschlingt Raum und Zeit gleichermaßen und zieht selbst weit voneinander entfernte Orte in Mitleidenschaft. Ganze Planeten werden vom Sog erfasst, ihre Bewohner an einen unbekannten Ort verschleppt, den Hieronymus Bosch (oder Tine Wittler) geschaffen haben könnte.

Drei sehr bekannte Persönlichkeiten geraten ebenfalls in den Bann des Phänomens. Captain Jean-Luc Picard gönnt sich einen erholsamen Urlaubstag auf dem Holo-Deck der „Enterprise“. Der Androide Data leistet ihm Gesellschaft, als eine unbekannte Kraft ihn und den Captain plötzlich in einen dunklen Abgrund zu ziehen droht. Am anderen Ende des Universums unternimmt Q, das scheinbar allmächtige Wesen aus dem gleichnamigen Kontinuum, mit seiner Familie einen Ausflug. Als sich der Mahlstrom auch hier auftut, kann Q trotz seiner gottähnlichen Macht weder seine ‚Frau‘ noch seinen ‚Sohn‘ davor bewahren, entführt zu werden. Ihm gelingt es lediglich, Picard und Data zu retten.

Wieder einmal sind sie vereint: der spöttische, überhebliche, sprunghafte Q und Picard, der vielleicht einzige Mensch, für den Q so etwas wie Respekt aufbringt. Im Q-Kontinuum sucht das Trio Zuflucht. Dort erfährt es, dass die anderen Qs über das Phänomen Bescheid wissen: Es naht das Ende der Welt, die ihr entropisches Endstadium erreicht hat.

Die Qs, die alle Wunder des Universums längst gesehen haben, fiebern diesem Ereignis und dem Abenteuer des eigenen Todes entgegen – bis auf Q, den ewigen Rebellen. Er will seine Familie retten und dem Schicksal Sand ins Getriebe werfen. Zu seinem Ärger muss sich Picard an der Seite des ungeliebten Störenfrieds gesellen, denn natürlich gedenkt auch er die Welt zu retten. Gemeinsam macht sich das Trio auf den Weg hinab in den Mahlstrom, wo freilich selbst Qs Allmacht nichts mehr ausrichten kann, er eine alte Feindin aus dem M-Kontinuum entdeckt und sogar auf Gott (der tatsächlich eine Frau ist) trifft …

Ein Franchise treibt Blüten

„Star Trek“ ist für Schauspieler ein Segen und ein Fluch gleichzeitig. Der Erfolg von bisher fünf Fernsehserien (plus Kinofilme, plus Zeichentrickserie …) hat einen modernen Mythos geschaffen, der weltweit eine ganze Industrie trägt und dessen Anhänger nach Millionen zählen. Wer hier einen Auftritt absolvieren kann, wird von den Fans als Teil des „Star-Trek“-Universums vereinnahmt und verehrt.

Das kann von Vorteil sein, denn viele Jahrzehnte “Star Trek” haben schlüssig bewiesen, dass selbst eine Hauptrolle keineswegs das Sprungbrett für eine echte Karriere bedeuten muss. Irgendwie sind sie irgendwann alle zurückgekehrt in die Welt der Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Quadranten, wenn es ‚draußen‘ mit dem Starruhm nicht recht klappte.

John De Lancie dürfte dem „Star-Trek“-Franchise dankbar sein; dies verrät schon der Blick auf die Liste der Filme und TV-Shows, in denen er üblicherweise auftritt (falls dies überhaupt jemals aufgefallen ist). Bereits in der ersten Episode der „Next Generation“ trat er als Q auf und kehrte mehrmals zurück, prägte dem großen Finale sein Zeichen auf und trieb später auf „Deep Space Nine“ und auf der „Voyager“ sein Unwesen. Der große Erfolg war nicht nur guten Drehbüchern zu verdanken, sondern auch und in erster Linie John De Lancie, der Q geformt und zu der Kultfigur gemacht hat, die ihm Lohn und (Gnaden-) Brot – siehe oben – auf den „Star-Trek“-Conventions sichert und immer sichern wird.

Ein Q kommt selten allein zu Wort

Zum Brot hat man gern auch ein wenig Butter, muss sich De Lancie gedacht haben, als er 1999 und noch viele Jahre vor dem „Star-Trek“-Reboot daran ging, seine Q-Popularität literarisch auszuschlachten. Dabei ist die Frage, in welchem Maße oder ob überhaupt er an „Ich, Q“ mitgeschrieben hat, absolut nebensächlich: Allein auf den Namen kam es an, wie schon William Shatner eindrucksvoll bewiesen hat. Ein Q-Roman, verfasst von Q: Das ist ein Pfund, mit dem sich auf dem heiß umkämpften Buchmarkt wuchern lässt. Wenn man dem verheißungsvollen Jungautor (oder ‚Ideenlieferanten‘) einen alten Hasen (hier Peter David) an die Seite stellt und gut dafür bezahlt, sich auf dem Titelblatt mit dem zweiten Rang zu begnügen, ist ein neuer Bestseller eigentlich schon geboren.

Gibt es unter solchen Voraussetzungen noch etwas Wesentliches zum Roman „Ich, Q“ zu sagen? Nun, der originellste Einfall blieb zweifellos dem Titel vorbehalten. Im Original ist das Wortspiel „I(ntelligenz) Q(uotient)“ – „I, Q“ – natürlich schöner als in der Übersetzung. Ansonsten erzählt das Buch zur Kultfigur die „Star-Trek“-übliche Geschichte vom seltsamen, noch nie da gewesenen Raumwunder, hinter dessen Kulissen bald die bekannte und seichte TV-Dramaturgie sichtbar wird.

Auf der Haben-Seite steht ein „Star-Trek“-Roman ohne „Enterprise“ und die seit Jahren wie auf Schienen agierenden Kommandocrew um Jean-Luc Picard. Weil dort seit Jahr und Tag die im Fernsehen vorgeprägten Rollen mit bitterem Ernst geboten werden, ist man froh, wenn auf diesen Schauplatz einmal verzichtet wird. Ganz mochten die Autoren freilich nicht auf bekannte Gesichter verzichten. Picard musste mit auf die Odyssee, weil er sich im Fernsehen immer so schön mit Q gestritten hat, und Data ist ohnehin ein Liebling des Publikums. In „Ich, Q“ müssen sich allerdings beide mit simplen Statistenrollen begnügen. Ihre Präsenz soll dem unsicheren Leser signalisieren, dass er sich noch immer im „Star-Trek“-Universum befindet.

Was hat uns Q zu sagen?

Das ‚Besondere‘ an „Ich, Q“ ist – wie der Titel ja bereits andeutet – die Person des Erzählers. Q übernimmt diese Rolle, und er tut es so, wie wir es aufgrund seiner TV-Persönlichkeit erwarten: aus- und abschweifend, respektlos, ohne besondere Rücksicht auf erzählerische Konventionen. Das hätte amüsant werden können, doch leider wird schon nach kurze Lektüre klar: Q ist nur ‚kultig‘, wenn er seine kurzen Gastauftritte im Fernsehen gibt. Ist man gezwungen, ihn länger zu ertragen, lösen sich sein erfrischend anarchisches Wesen und seine angedeutete (Fast-) Allmacht rasch in Nichts, endlose Schwadronaden und flache Kalauer auf.

Das Dilemma des Autorduos De Lancie/David erwies sich als unlösbar: Wie stellen wir ein gottähnliches Wesen dar, wenn wir doch ganz von dieser Welt sind und unsere ebenso ‚normalen‘ (lesenden) Zeitgenossen ihren Spaß daran finden sollen? Peter David gehört zu den absoluten Spitzenkräften jener Hausmannschaft die das Franchise zuverlässig mit handwerklich soliden und in den „Star-Trek“-Kanon eingepassten Geschichten beliefert. Er weiß, wie man auch eine Geschichte, die ‚nur‘ unterhalten (und möglichst viel Geld einbringen) soll, mit Schwung und Witz erzählt. Aber auch er ist mit „Ich, Q“, sichtlich ratlos geblieben. Seine Kunst blitzt immer wieder auf, aber es dominiert leider die unfreiwillige Entzauberung des geschwätzigen Q, der besser in seinem Kontinuum geblieben wäre. Und John De Lancie hat seinem Alter Ego keinen Dienst erwiesen.

[md]

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BUCHREZENSION: John A. Keel – The Mothman Prophecies. Tödliche Visionen. (2001 von Mark Pellington mit Richard Gere in Szene gesetzt!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

John A. Keel
The Mothman Prophecies – Tödliche Visionen

(sfbentry)
Originaltitel: The Mothman Prophecies (New York : Tor 1975/1991/2001)
Übersetzung: Kristiana Ruhl
Deutsche Erstausgabe: 2002 (Wilhelm Heyne Verlag/Allgemeine Reihe Nr. 01/20103)
301 S.
ISBN-13: 978-3-453-21511-5

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Sie kommen! Sie kommen!

Gar grausig klabautert’s im winterlichen Westvirginia – der Mottenmann geht um! Wir schreiben das Jahr 1967, als brave US-Bürger schlichten Geistes (böse Zungen nennen sie „Hinterwäldler“) aus dem kleinen Städtchen Point Pleasant die Öffentlichkeit alarmieren: Gespenstisches Ungeziefer treibt sein Unwesen dort, wo die Täler tief sind und die durchschnittliche Hirnstromkurve flach verläuft. Über zwei Meter groß ist die Kreatur, die des Nachts und in der Dämmerung auf grauhäutigen Schwingen durch die Lüfte gaukelt, dabei „quiekt wie eine große Maus“ (Zeugin Mrs. Malette, S. 75) oder mit roten, grässlich leuchtenden Riesenaugen durch Speisekammerfenster späht.

Was sie damit bezweckt, bleibt unklar. Möglicherweise ist der Mottenmann die Vorhut einer Invasion aus dem All; es kämen aber auch eine andere Dimension oder die Hölle in Frage. Auf jeden Fall munkelt es auch außerhalb von Point Pleasant seltsam in Virginias Bergen, wie der eilends aus New York herbeigeeilte Journalist und UFO-Spezialist John A. Keel feststellt: Mysteriöses Ungetier bricht durch die Wälder, leutselige Raumschiffpiloten halten Schwätzchen mit perplexen Einheimischen, und dann sind da noch die roboterhaften „Männer in Schwarz“, die sich überall und nirgendwo ebenso unauffällig wie ungeschickt angeblich im Auftrag der Regierung danach erkundigen, ob denn das Erdenvolk schon reif sei für Besuch aus anderen Welten.

Obwohl Geister und Außerirdische in Legionsstärke Point Pleasant und Umgebung heimsuchen und gestandene Bürger, die ihn an die Brennpunkte des Spuks begleiten, schreiend die Flucht ergreifen, sobald es hinter einem Busch raschelt, will dem wackeren Forscher aus der großen Stadt keine eigene Sichtung gelingen. Keel muss sich immerhin mit unerklärlichen Kälte- und Angstgefühlen herumschlagen, für die er sachkundig x-dimensionale Kälte- und Angststrahler verantwortlich macht. Wieso diese in öder Landschaft zum Einsatz kommen, weiß er sich (und dem Leser) allerdings auch nicht recht zu erklären.

Wo ist nur der verflixte Mottenmann?

Währenddessen schlägt der Mottenmann an anderer Stelle wieder zu. Der einzige Faktor, der alle Manifestationen eint, ist das generelle Versagen oder die Abwesenheit von Fotoapparaten. So bleibt denen, die dem flatterhaften Geist in die glühenden Augen blicken, stets nur die rasende Flucht im voll ausgefahrenen Wagen, während der Mottenmann fliegend & spielend Schritt hält und boshaft erst kurz vor Erreichen der nächsten Polizeistation abdreht. Aber Keel lässt sich nicht entmutigen. Unverdrossen befragt er ‚Zeugen‘, deren Verhalten und Äußerungen zumindest im deutschen Leser die Frage aufkeimen lässt, wie lange die Geschwisterehe in Amerikas schönen Südstaaten 1967 bereits verboten war.

Auch Keel bleibt lange skeptisch aber wachsam, und das zahlt sich aus, als plötzlich des Mottenmannes wundersame Gespielen höchst gesprächig werden und mit düsteren Prognosen über die nahe Zukunft der irdischen Zivilisation aufwarten. Diese sind leider nicht nur vage, sondern werden nicht selten telepathisch durchgegeben, was die Umsetzung schwierig gestaltet, da allerlei dümmlich Menschenvolk sich nach Kräften bemüht, eigene Heilsbotschaften der herzlich naiven Art in die (seltsam nach Hollywood schmeckende) übernatürliche Suppe zu rühren.

Als dann eintrifft, was (irgendwie) prophezeit wurde, ist die eigentliche Warnung längst untergegangen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, denn in manchen Nächten, in denen die Sonnenflecken, die Anti-Alien-Strahlen des geheimen CIA-Kampfsatelliten „Debilia IV“ und der Alkoholpegel der Bevölkerung sich in einem fein austarierten Gleichgewicht befinden, fliegt über Point Pleasure noch heute der Mottenmann …

Gegen Dummheit kämpfen selbst Aliens vergeblich

Bereit, liebe Leser, für eine Reise ins Hirn der Finsternis, der Heimat jener Zeitgenossen, die der mit der Gabe (oder dem Fluch) der Vernunft geschlagene Realist gewöhnlich nicht ganz grundlos meidet? Dann sitzen Sie hier richtig neben John A. Keel, dem Mottenmann und Indrid Cold, dem Botschafter vom Nudisten-Planeten Lanulos, auf unserer Fahrt in die Twilight Zone. Ja, zwischen Himmel und Erde spielt sich wahrlich einiges ab, das sich mit normaler Schulweisheit nicht erklären lässt – und falls doch, dann wollen es die Männer und Frauen, die Keel uns hier vorstellt, ganz sicher zuletzt wissen.

Das ist der Schluss, der sich nach der Lektüre dieses Science-Fiction-Horror-Spektakels (das ein Sachbuch zu nennen Ihr Rezensent sich verbissen weigert) aufdrängt: Da draußen in dieser feindseligen Welt gibt es nicht nur die Selbsttäuschung, sondern auch eine große Zahl von Menschen, die ohne UFOs, Geister und Phantome ihr Dasein nicht bewältigen könnten. Sie sind psychisch aus dem Lot oder schlicht dämlich oder vegetieren im sozialen Abseits, bis der Mottenmann in einer seiner vielen Inkarnationen erscheint und ihnen endlich ein wenig Beachtung und Warhols sprichwörtliche fünf Minuten im Scheinwerferlicht beschert.

Wissenschaft, die Unwissen schafft

Der gesunde Menschenverstand richtet auf diesem glatten Parkett wenig aus. John Keel legt in „The Mothman Prophecies“ eine Vielzahl von ‚Beweisen‘ für übernatürliches Treiben auf dieser Welt vor, die den Skeptiker verzweifelt den Kopf schütteln lassen. Hörensagen, Wunschdenken, Irrtum, offener Betrug: Die Liste lässt sich problemlos fortsetzen; sie erfasst alle Schattierungen jenes Schattenreiches, das den Fragenden vom Gläubigen trennt.

Keels Erinnerungen an ein für ihn und die Seinen denkwürdiges Jahr 1967 stellt sich objektiv als wüstes Durcheinander schlecht oder gar nicht belegter Pseudo-Berichte, einseitiger Interpretationen, Schmähtiraden, wirrer Thesen und weitschweifiger Anekdoten dar, durch das nicht einmal der titelgebende Mottenmann trotz seiner Augenfarbe einen roten Faden zu legen vermag. Von Point Pleasant geht es munter quer durch die USA und dann weiter durch Raum und auch Zeit in eine mystische Vergangenheit, zu der Historikern, Archäologen und anderen Spielverderbern kein Zutritt gewährt wird. Selbstverständlich werfen wir einen Blick in die geheimen Archive und Versuchsstationen der notorisch gegen das ‚die Wahrheit‘ begehrende Volk verschworenen Regierung und steigen schließlich hinauf zur Wolke Sieben, wo die von Keel zusammengesponnene „kosmisch-extradimensionale Zentralintelligenz“ aus unerfindlichen Gründen rund um die Uhr damit beschäftigt ist, die Menschheit mit übersinnlichen Schattenspielen auf Kindergarten-Niveau zu piesacken.

Autor im Teufelskreis der Selbsttäuschung

Lange wird man nicht schlau, wie John Keel selbst zum Mottenmann und seinen nebulösen Kumpanen steht. Er hat sich der ‚wissenschaftlichen‘ Untersuchung unerklärlicher Phänomene verschrieben, und geht ihnen seit Jahrzehnten nach, was ihm große finanzielle und auch persönliche Opfer abverlangte. Keel ist ein weit gereister Mann, der Augen und Ohren stets offengehalten hat. Er kennt seine Pappenheimer und weiß durchaus, dass primär Humbug und Wirrnis das Schattenreich dominieren, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist. Mit ironischem Witz legt er zunächst offen, wie sich die geistig Armen ihre Mottenmänner selbst erschaffen.

Aber dann wird deutlich, dass Keel selbst tief im Sumpf des Dubiosen steckt. Die UFO- und Spiritisten-Szene zerfällt in ein verworrenes Geflecht vieler Fraktionen, die sich jeweils im Besitz der absoluten Wahrheit wähnen und Gegner in den eigenen Reihen womöglich noch erbitterter bekämpfen als die üblichen Spötter und Zweifler von ‚draußen‘. Die Fronten liegen nicht fest, sondern verändern sich ständig, wenn neue Bündnisse geschlossen werden oder alte rettungslos zerfallen, während die Splittergruppen sich anderen Gruppen anschließen.

John Keel hat seine eigene Wahrheit gefunden und glaubt fest an überirdischen Besuch. Letztlich schießt er sich als potenzieller Sachbuch-Autor selbst ins Abseits, wenn er im Brustton der Überzeugung von Begegnungen der ganz besonderen Art berichtet: „Anfang Juni 1967 empfing Mary Hyre [aus Point Pleasant] den ersten von einer langen Reihe seltsamer Besucher … ‚Er kam immer näher‘, berichtete sie. ‚Seine komischen Augen starrten mich fast hypnotisch an.‘ … Einmal klingelte das Telefon, und während sie das Gespräch führte, nahm der kleine Mann einen Kugelschreiber von ihrem Schreibtisch und untersuchte ihn staunend, als ob er noch nie einen Kugelschreiber gesehen hätte. ‘Sie können ihn haben, wenn Sie wollen‘, bot sie an. Er reagierte mit einem lauten, auffälligen Lachen, das einem Gackern ähnelte. Dann rannte er in die Nacht hinaus und verschwand hinter einer Ecke. Am nächsten Tag fragte Mary Hyre bei der Polizei nach, ob irgendwelche Personen mit psychischen Schäden vermisst würden. Die Antwort war negativ.“ (S. 105/106)

Wie man Unfug durch Hörensagen ‚beweist‘

An eine Selbstanzeige hat die gute Frau offenbar nicht gedacht, aber unabhängig davon führt Keel aus dem Zusammenhang gerissene, bedeutungsfreie Schnurren wie diese laufend als ‚Beweise‘ dafür an, dass die Außerirdischen unter uns sind. Hand aufs Herz, liebe Leser: Würden Sie Mary Hyres angeblichen Besucher für den Repräsentanten einer extraterrestrischen Supermacht halten, dem es gelang, Lichtjahre durch den Kosmos zu reisen, nur um sich dann am Ziel der Reise wie ein Volltrottel aufzuführen? Aber für Keel und seine Jünger ist jede Abweichung von der menschlichen Verhaltensnorm mit dem Beweis für buchstäbliche Weltfremdheit identisch.

Gleichzeitig entwickelt er jedoch die einleuchtende These, nach der Phantome wie der Mottenmann und seine galaktischen Spießgesellen von den Menschen selbst als Projektionen des Geistes in die Welt geworfen werden. Wenn’s so funktioniert, so Keel weiter, lässt sich die Flut umher tölpelnder Außerirdischer und erbärmlich animierter Geistwesen sehr leicht dadurch erklären, dass es hauptsächlich Spinner und Schwachköpfe sind, die sie sich ausdenken. Damit hat er den gewiss klügsten Gedanken seiner gesamten Laufbahn in klare Worte gefasst. Schade, dass er ihn für sich selbst nie gelten lässt! Denn nur John Keels Studien des Mysteriösen sind stets über alle Zweifel erhaben. Dabei erkennt selbst der Amateur, dass Keel Ende der 1960er Jahre die Grenze zum Verfolgungswahn definitiv überschritten hatte. Es ist verrückt: In einem eigenen Kapitel skizziert er Keel die Mechanismen, die Paranoia entstehen lassen und sie nähren. Wiederum beschreibt er haargenau auch sich selbst – und erneut scheint er es nicht zu merken.

Variable Prophezeiungen verhindern Irrtümer

Natürlich lösen sich auch die „tödlichen Visionen“ des deutschen Untertitels bei näherer Betrachtung in Luft auf. Sie bilden ein völlig aus der Luft gegriffenes Bündel obskurer Unkereien, die alles und nichts ankündigen: Wirklich großen Visionen zeichnen sich seit jeher durch Verschwommenheit aus, sodass sich alle möglichen Ereignisse nachträglich auf sie beziehen lassen. So sitzt Keel im Dezember 1967 erwartungsvoll vor dem Fernseher, weil die Zeichen angeblich einen landesweiten Stromausfall prophezeien. Als stattdessen die Brücke von Point Pleasant einstürzt und viele Menschen in einen grausamen Tod reißt, disponiert er sogleich um: Plötzlich passen die von ihm ‚erkannten‘ Vorzeichen exakt zu dieser Katastrophe!

Aus dem Gesagten wird deutlich, dass „The Mothman Prophecies“, das Buch, wenig bis überhaupt nichts mit dem gleichnamigen Film zu tun hat, den Regisseur Mark Pellington 2001 mit Richard Gere als John Keel (hier John Klein geheißen) in Szene gesetzt hat. Hollywood zahlte allein für den Mottenmann-Plot, der sich zu einem modernen Us-Mythos entwickelt hat und somit für sich selbst im Kino Werbung fliegt. „The Mothman Prophecies“, der Film, ist freilich ein zäher Langweiler, der sich beim Versuch, Keels sinnfreie aber immerhin kunterbunte und unterhaltsame Vorlage in eine halbwegs logische Abfolge zu zwingen, selbst ein Bein stellt. Es bleibt einfach nichts übrig vom Mottenmann außer einer interessante aber bedrückenden Lektion in moderner Massenhysterie.

[md]

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BUCHREZENION: Philip MacDonald – Die Totenliste. (Verfilmt 1963 mit George C. Scott von Meisterregisseur John Huston!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

Philip MacDonald
Die Totenliste

(sfbentry)
Originaltitel: The List of Adrian Messenger (New York : Doubleday 1959)
Übersetzung: Georg Kahn-Ackermann
Deutsche Erstausgabe: 1961 (Kurt Desch Verlag/Die Mitternachtsbücher Nr. 101)
172 S.
[keine ISBN]
Letzte Neuauflage: 1983 (Wilhelm Heyne Verlag/Heyne Crime Classic Nr. 2066)
186 S.
ISBN-13: 978-3-453-10669-7

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Das geschieht:

Eine Liste mit zehn Namen umfasst Engländer aus allen gesellschaftlichen Schichten vom Landarbeiter bis zum Adligen, Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Warum übergibt Adrian Messenger, der viel gelesene Romane über große Verbrechen schreibt, diese Liste seinem Kriegskameraden und Freund George Firth, Leiter des „Criminal Investigation Department“ von Scotland Yard, und bittet ihn eindringlich Nachforschungen über den Verbleib der Männer anstellen zu lassen? Einer Gräueltat sei er auf der Spur, mehr lässt sich Messenger nicht entlocken. Nun wird er auf ewig schweigen: Den Absturz des Flugzeugs, das ihn zu weiteren Recherchen in die USA bringen soll, überlebt er nur kurze Zeit. Mit ihm im Wasser des Atlantik treibt der einzige Überlebende: Raoul St. Denis ist ein Journalist, der Messengers letzte, im Delirium gestammelten Worte überliefert.

Inzwischen hat Firth herausgefunden, dass acht der aufgelisteten Männer bei merkwürdigen ‚Unfällen‘ ums Leben gekommen sind. Ein weiterer ist spurlos verschwunden, nur der letzte scheint sich guter Gesundheit zu erfreuen. Ist Jonathan Slattery aus Twickenham ein Glückspilz oder der Mörder? Firth setzt Anthony Gethryn, seinen Spezialisten für delikate Ermittlungen, auf die Sache an. Dieser setzt mit der ihm eigenen Beharrlichkeit die winzigen Bruchstücke eines möglichen Falls zusammen. Was dabei Stück für Stück zu Tage tritt, ist eine lange Kette niederträchtigster Verbrechen. Verrat, Massen- und Serienmord bilden nur die schlimmsten Taten des kriminellen, aber genialen Psychopathen, der von seinen ratlosen Verfolgern „Mr. Smith-Brown-Jones“ genannt wird. Viel zu lange kann dieser unter Gethryns Augen sein teuflisches Spiel fortsetzen. Schlimmer noch: Die Liste des Adrian Messenger ist nicht vollständig; es fehlen die Namen einiger Zeitgenossen, die der Mörder unbeirrt auslöschen wird, wenn ihm Gethryn nicht endlich auf die Schliche kommt 

Kleine Ursache – serienmörderische Wirkung

Ein Stück Papier mit zehn Namen – mehr braucht ein fähiger Autor nicht, um einen spannenden Thriller zu schreiben. Die Neugier des Lesers ist sofort geweckt: Wieso sterben die Männer der Messenger-Liste wie die Fliegen? Welches Geheimnis teilen sie? Wird es gelingen, der Mordserie ein Ende zu machen?

„Die Totenliste“ empfiehlt sich als später Vertreter des „Rätselkrimis“, der das „Goldene Zeitalter“ des Kriminalromans zwischen dem I. und II. Weltkrieg prägte. Philip MacDonald gehört zu den bedeutenden Vertretern dieses Genres. Mit „Die Totenliste“ kehrt er noch einmal in diese Ära zurück, ohne freilich auszublenden, dass sich die Zeiten inzwischen geändert hatten. Unmögliche Morde an altersstarrsinnigen Erbonkeln in verschlossenen Räumen waren nicht mehr zeitgemäß. In den 1940er und 50er Jahren hatte man ganz andere Dimensionen der Bösartigkeit kennen gelernt. So ist „Mr. Smith-Brown-Jones“ kein Krimineller mit Sportsgeist mehr, sondern ein irrer aber eiskalter Psychopath, der zur Verwirklichung seines Plans Menschen in Serie mordet und nicht davor zurückschreckt, Züge entgleisen zu lassen und Flugzeuge zu sprengen.

Cover der dt. Erstausgabe (Sammlung md)

Rätsel mit Tempo

Smith-Brown-Jones Mordodyssee und die verzweifelten Ermittlungsbemühungen seines Gegners Gethryn schildert MacDonald in zwei parallelen Handlungssträngen, die mit enormem Tempo vorangetrieben werden. Es lässt sich verfolgen, wie sich Gejagter und Jäger immer näher kommen, bis sich die beiden Stränge im großen Finale treffen.

MacDonald ist ein glänzender Handwerker, was bei einem Mann, der mehr als 40 Drehbücher für Film und Fernsehen verfasste, nicht wundert. Er schafft es sogar, hinter der schwungvollen Geschichte einen hanebüchenen Plot zu verstecken. Hier ist „Die  Totenliste“ eindeutig das Spätprodukt einer versunkenen Epoche. Die Auflösung soll dieser Stelle nicht verraten werden, aber es ist kein langes Nachdenken nötig um zu erkennen, dass der Mörder einen irrwitzigen Aufwand für ein grundsätzlich sinnloses Verbrechen treibt. Andererseits ist dies womöglich nur ein weiterer Aspekt seines Wahns. Was freilich wichtiger ist: Die Story ist absolut unrealistisch, aber dem Verfasser gelingt es vorzüglich, sie uns zu verkaufen. Solange wir lesen, kümmern wir uns nicht um die Logik, sondern lassen uns unterhalten. Dem strengen Kritiker mag dies nicht genug sein, wir Leser sagen: Gute Arbeit, Mr. MacDonald!

Der Fall zählt – und nur der Fall

Die klassischen „Whodunit“-Krimis sind nicht für ausgefeilte Figurenzeichnungen bekannt. Im Vordergrund steht das kriminalistische Rätsel. Wie wurde die Untat begangen? Der Detektiv wirkt als „deus ex machina“ mit aufgesetzten Marotten, die seinen Unterhaltungswert steigern. Das hat er in der Regel auch bitter nötig, weil menschliche Züge ihm weitgehend fremd sind. Anthony Gethryn fällt eindeutig in diese Kategorie. Er ist ein Spürhund, ganz Job, nur ansatzweise Mensch – oder gar Mann.

Eine Liebesgeschichte gibt es zwar durchaus. MacDonald fügt sie seinem Garn allerdings eher pflichtschuldig hinzu. St. Denis soll als feuriger Franzose auftreten, der um die schöne, nur vorgeblich kühle Jocelyn Messenger buhlt. Da sprühen keine Funken, sondern dominieren stumpfe Klischees. Die Männer sind nur sie selbst, wenn sie unter sich bleiben. Über allem schwebt die typische „Old Boys“-Atmosphäre kameradschaftlicher Verbundenheit. Man hat denselben gesellschaftlichen Hintergrund, hat studiert, im Krieg wacker fürs Vaterland gekämpft. Das verbindet, nur das zählt wirklich.

Wer nicht dazu gehört, hat Pech gehabt. Unserem Bösewicht ist es so ergangen. Man hat ihm vorenthalten, was er ersehnt und meint als Geburtsrecht für sich beanspruchen zu können. Darüber ist er buchstäblich verrückt geworden. MacDonald hält sich klugerweise mit entsprechenden Szenen zurück. Smith-Brown-Jones kontrolliert sich streng und organisiert seine Mordattacken vorbildlich. Darunter lauert stets der Wahnsinn, kein kriminalistischer Sportsgeist mehr, wie ihn die Widersacher von Sherlock Holmes, Hercule Poirot oder Gideon Fell an der Tag legten.

Der Film zum Buch

Meisterregisseur John Huston (u. a. „Der Malteser Falke“, „Der Schatz der Sierra Madre“, „African Queen“) verfilmte „Die Totenliste“ 1963 mit George C. Scott in der Gethryn-Rolle. Es entstand ein etwas konfuses, aber flottes B-Movie von zeitlosem Unterhaltungswert. Von der zeitgenössischen Werbung sehr herausgestellt wurde ein kurioser, jedoch leicht verunglückter Gag: Große Stars (Robert Mitchum, Burt Lancaster, Tony Curtis, Frank Sinatra) absolvierten kurze Gastauftritte. Sie wurden im Gesicht ausgiebig mit Latex überzogen sowie verkleidet und durften sich in einer dem Film angehängten Sequenz demaskieren, damit man sie wenigstens nachträglich identifizieren konnte. Den Vogel schoss wie so oft Kirk Douglas ab, der als unheimlicher Mörder gleich in vier Rollen nicht zu erkennen war.

Autor

Philip MacDonald wurde 1899 in eine Familie berühmter Literaten geboren. Sein Vater Ronald war Schriftsteller und Theaterstückverfasser, sein Großvater der berühmte schottische Dichter und Autor George MacDonald (1824-1905). Bis er selbst zur Feder griff, folgte Philip treulich den Konventionen seiner Zeit. Nach seiner Schulzeit ging er zum Militär und wurde Kavallerist. Als solcher wurde er einberufen und erlebte den I. Weltkrieg auf den Schlachtfeldern des fernen Mesopotamien. Ins Zivilleben zurückgekehrt begann er zu schreiben. Die ersten beiden Bücher entstanden als Kooperation zwischen Sohn und Vater MacDonald, wobei ersterer das Pseudonym „Oliver Fleming“ wählte.

Schon diese ersten beiden Werke („Ambrotox and Limping Dick“ und „The Spandau Quit“) waren Thriller im Stile eines John Buchan. Dann entdeckte MacDonald den klassischen Puzzle-Krimi als Genre. 1924 debütierte er solo mit „The Rasp“. Hier erblickte bereits der ehemalige Geheimdienstmann und Gentleman-Ermittler Colonel Anthony Ruthven Gethryn, der noch in vielen weiteren Romanen die Hauptfigur wurde, das Licht der literarischen Welt. MacDonald war so erfolgreich, dass er 1931 als Drehbuchautor nach Hollywood gehen konnte. In den nächsten beiden Jahren entstand als Nebenprodukt seiner Filmarbeit der Hauptteil seiner Werke, die indes oft unter dem Schreibtempo ihres Verfassers litten.

Mit dem II. Weltkrieg endete MacDonalds schriftstellerische Karriere bzw. verlagerte sich gänzlich auf die Filmarbeit. Mehr als 40 Kino- und TV-Filme schrieb er, darunter viele Routinestreifen der „Mr. Moto“- und „Charlie Chan“-Serien. Er lieferte aber auch die Story zum John-Ford-Klassiker „The Lost Patrol“ (1934) und arbeitete am Drehbuch zu Alfred Hitchcocks Meisterwerk „Rebecca“ (1940) mit. Ende der 1950er Jahre gab MacDonald das Schreiben auf. Mit seinen Kurzgeschichten war er zuletzt sehr erfolgreich gewesen: 1953 und 1956 zeichneten ihn die „Mystery Writers of America“ mit einem „Edgar Allan Poe Award“ aus. Sein letztes Werk wurde 1959 „The List of Adrian Messenger“, gleichzeitig der Abschied für Major Gethryn. Philip MacDonald starb 1981.

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BUCHREZENSION: Roman Sander (Hg.) – Holmes und der Kannibale. Buchanthologie mit Abenteuern der bekannten Filmfigur!

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

Roman Sander (Hg.)
Holmes und der Kannibale

(sfbentry)
Originalausgabe = dt. Erstausgabe (Paperback): Juni 2005 (Blitz Verlag/Sherlock Holmes Criminal Bibliothek 2)
189 S.
Übersetzer: Martin Baresch, J. Eden
ISBN-13: 978-3-89840-212-5

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Inhalt

Fünf moderne Erzählungen um das klassische Gespann Sherlock Holmes und Dr. Watson:

- Gary Lovisi: Holmes und der Kannibale (The Loss of the British Bark Sophy Anderson, 1992), S. 7-57: Im winterlichen London des Jahres 1887 verfolgen Holmes & Watson einen Menschen fressenden Serienmörder, der als Schiffbrüchiger auf den Geschmack gekommen ist.

- Gary Lovisi: Mycrofts großes Spiel (Mycroft’s Great Game, 2003), S. 59-95: Im Frühjahr des Jahres 1891 sieht sich Mycroft Holmes zum Wohle des britischen Empire gezwungen, seinen Bruder Sherlock auf eine falsche Fährte zu locken, die diesen ausgerechnet in die Arme seiner Erzfeinde laufen lässt.

- Barrie Roberts: Das Rätsel des Addleton-Fluches (The Mystery of the Addleton Curse, 1997), S. 97-129: Ein altes Grab birgt ein wahrlich strahlendes Geheimnis, das Unglück und Tod über den bringt, der es aufzudecken wagt; erst Sherlock Holmes, der nicht an das Übernatürliche glaubt, kommt dem Rätsel auf die Spur.

- Martin Baresch: Das späte Geständnis im Mordfall Mary Watson (2003), S. 131-157: Im Frühsommer des Jahres 1912 wird Sherlock Holmes in seinem Altersruhesitz in Sussex von der lange verdrängten Wahrheit überfallen, dass die Mary, die geliebte Gattin seines Gefährten Dr. Watson von zwanzig Jahren einem Mord zum Opfer fiel, in den beide Freunde verwickelt sein könnten.

- Geoffrey Landis: Die einzigartigen Verhaltensmuster der Wespen (The Singular Habits of Wasps, 1994), S. 159-186: Im Frühjahr 1888 treibt in den Gassen von Whitechapel Jack the Ripper sein Unwesen, den Sherlock Holmes als wahrlich unmenschliche Geißel der Menschheit entlarvt.

(Storynachweis: S. 187; Die Autoren: S. 188/89)

Sherlock Holmes reloaded

Arthur Conan Doyle hätte sich gewundert – und geärgert. In einer der hier versammelten ‚neuen‘ Geschichten lässt ihn der Verfasser persönlich auftreten und erklären, ihm seien seine historischen Werke stets wichtiger gewesen als die Holmes-Storys, die er eher als (einträgliche) Gedankenspielereien betrachte. Dies entspricht der Wirklichkeit, doch leider (oder glücklicherweise) war und ist das Publikum störrisch und urteilt nach eigenem Ermessen. So liest heute kaum mehr jemand Doyles Lieblingsbücher, während Sherlock Holmes triumphiert.

Er ist ohnehin auf seinen geistigen Vater schon lange nicht mehr angewiesen. Noch zu Doyles Lebzeiten entstanden die ersten Holmes-Pastichés im Stil des Meisters. Nach 1930 nahm deren Zahl beständig zu. Doyles Geschichten vom Meisterdetektiv sind formal wie inhaltlich recht einfach strukturiert und leicht nachzuahmen (oder zu parodieren). Ehrfürchtig oder spottlustig versuchten sich auf der ganzen Welt Autoren an Sherlock Holmes. Bemerkenswertes und Eigenartiges entstand dabei – Holmes-Geschichten, die das Original übertrafen, es geschickt oder plump imitierten, mit ihm spielten und den starren Formeln neues Leben einhauchten.

Nur keine falsche Ehrfurcht vor dem Original!

In „Holmes und der Kannibale“ finden wir sämtliche Varianten. Gary Lovisi belegt mit den beiden ersten Storys das Wider und Für einer Holmes-Nachschöpfung. Die Titelgeschichte ist Doyle pur: die fast ängstliche Rekonstruktion einer Erzählung à la „Der Vampir von Sussex“, die Holmes auf das (vermeintlich) Übernatürliche, auf jeden Fall aber viktorianisch Erschröckliche treffen lassen. „Holmes und der Kannibale“ soll wirken wie Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben. Ob dies Lovisi, dem Verfasser, gelungen ist, muss offen bleiben. Der Übersetzer war seiner Aufgabe jedenfalls nur zum Teil gewachsen – das Bemühen ums nostalgisch Altmodische bleibt allzu spürbar in der steifen Mischung aus Altem und Neuem.

Lovisi selbst belegt, wie man es besser macht: „Mycrofts großes Spiel“, einerseits die flotte und gelungene Neuinterpretation einiger zentraler Holmes-Klassiker, ist andererseits keine Geschichte, die Doyle selbst hätte schreiben können und wollen. Sie entstand in wissender Rückschau auf die historischen Verhältnisse um 1890. Doyle hätte Mycroft niemals als skrupellosen Zweckpolitiker dargestellt, der planmäßig illegale und unehrenhafte Methoden zur Sicherung des Empires einsetzt und sogar seinen Bruder betrügt. Doyle glaubte fest an die Rechtmäßigkeit des Systems (dessen Schattenseiten ihm freilich nicht fremd waren).

Ungewohnte Töne im Holmes-Kanon

Außerdem hielt sich Doyle an einen strengen moralischen Kodex. Nicht von ungefähr ließ er Holmes nie gegen Jack the Ripper antreten, obwohl die beiden schließlich Zeitgenossen waren. Dies blieb Doyles Nachfolgern überlassen. In diesem Band ist es Geoffrey Landis, der sich des Ripper-Motivs bedient – freilich auf recht unerwartete Weise. (Michael Dibdin zeigte da 1978 weniger Zurückhaltung und identifizierte in „The Last Sherlock Holmes Story“ – dt. „Der letzte Sherlock-Holmes-Roman“ – den völlig wahnsinnig gewordenen Meisterdetektiv selbst als Ripper …)

Auch „Das Rätsel des Addleton-Fluches“ würde ohne die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft als Story nicht funktionieren. Der Leser der Jetztzeit kennt schon nach wenigen Seiten die Lösung des Rätsels. Nun liegt der eigentliche Reiz darin zu beobachten, wie Sherlock Holmes in Unkenntnis der Fakten die Indizien zu einem Bild zusammensetzt, das ihn nachvollziehbar logisch darauf schließen lässt, was sich in dem alten Grab verbirgt. Darüber hinaus wartet „Das Rätsel des Addleton-Fluches“ mit einer hübschen Schaueratmosphäre in winterlicher Mooreinöde auf, die schon den „Hund der Baskervilles“ eindrucksvoll zur Geltung brachte.

Meisterdetektiv in erstaunlichen Begegnungen

Mit Martin Baresch (der auch zwei der hier besprochenen Geschichten übersetzte) versuchte sich ein deutscher Autor an Sherlock Holmes. „Das späte Geständnis im Mordfall Mary Watson“ kann sich sehen bzw. lesen lassen, auch wenn die Auflösung der (unnötig) kompliziert verschachtelten Handlung nur bedingt gerecht wird. Schon die Prämisse stimmt nachdenklich: Ausgerechnet Sherlock Holmes soll einen Nervenschock erlitten haben, der sich erst nach zwei Jahrzehnten zu lösen beginnt? Zwar geht es um den Mord an Watsons Ehefrau, den unter anderen Verdächtigen auch Holmes selbst begangen haben könnte. Dennoch ist ihm in seiner wechselvollen Karriere wesentlich Schlimmeres ohne gravierende Folgen zugestoßen. Mycroft Holmes und Arthur Conan Doyle werden eher schlecht als recht in den Plot gezwungen. Und schließlich: Ist Watson wirklich so tumb, dass er sich beim Anblick seiner von Bienen zerstochenen Gattin mit der Diagnose „Lungenkollaps“ zufrieden gegeben hätte?

Geoffrey Landis lässt jede Ehrfurcht vor den alten Formen fahren. „Die einzigartigen Verhaltensmuster der Wespen“ ist pure Spielerei, welche die Regeln der kriminalistischen Deduktion außen vor lässt und Holmes & Watson in eine Science-Fiction-Invasion außerirdischer „Schlupfwespen“ geraten lässt. Bei der wilden, blutigen Jagd, in der Holmes unfreiwillig die Rolle von Jack the Ripper übernehmen muss, werden unsere Helden von einem angehenden jungen Schriftsteller namens H. G. Wells unterstützt, der seine Erfahrungen 1897 in einen Romanbestseller namens „Krieg der Welten“ einfließen lassen wird – ein hübscher Gag am Rande, der die pseudohistorische Relevanz, die vielen Neo-Doyles sehr wichtig ist, zusätzlich ad absurdum führt.

Anmerkung

Normalerweise versorgt der Blitz Verlag ein einschlägiges Publikum mit SF- und Horrortrash, Zwischen diesem liebenswerten Unfug verstecken sich einige Reihen, die nicht nur anspruchsvoller wirken, sondern es sogar sind. Die „Sherlock Holmes Criminal Bibliothek“ bzw. „Sherlock Holmes Hardcover“ präsentieren ausschließlich neue Holmes-Romane und Story-Sammlungen. Das Layout ist hübsch nostalgisch, der Kaufpreis beläuft günstig. Unter diesen Umständen kann der Sherlock-Holmes-Fan praktisch nichts falsch machen, wenn er hier zugreift.

[md]

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BUCH- und DVD-REZENSION: Patrick Carman – Das Grauen der Nacht. Skeleton Creek 2. (Buch und DVD mit Filmszenen zum Roman!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

Patrick Carman
Das Grauen der Nacht
Skeleton Creek 2

Ghost in the Machine – Ryan´s Journal, USA, 2009
cbj-Verlag, München, 02/2011
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, Mystery, Urban Fantasy, Krimi
ISBN 978-3-570-13881-6
Aus dem Amerikanischen von Gerold Anrich und Martina Instinsky-Anrich
Umschlaggestaltung: schwecke.mueller Werbeagentur GmbH
Vignetten von N. N.
Autorenfoto von Matthew McKern
Extra: 1 DVD, bearbeitet von carthago media projects, Hamburg

www.cbj-verlag.de
www.patrickcarman.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Im verschlafenen Städtchen „Skeleton Creek“ leben die langjährigen Freunde Ryan und Sarah. Dem Mädchen gelingt es immer wieder, Ryan in die absurdesten Abenteuer zu verstricken. Nach den Ereignissen im Bagger, bei dem Ryan sich einen komplizierten Beinbruch zuzog, wird ihm der Umgang mit Sarah verboten. Doch die beiden sind schon seit Jahren gut befreundet und lassen sich so ein Verbot natürlich nicht gefallen.

Sie entwickeln einen guten Plan, um trotz der Bespitzelung ihrer Eltern den Kontakt zueinander zu halten. Tatsächlich werden sogar ihre Handys und Internetaktivitäten überprüft. Selbst vor Beobachtern in Form seiner Freunde schreckt Ryans Vater nicht zurück. Gut, dass es ‚den blauen Stein„ gibt, einen geheimen Ort, an dem Nachrichten unbemerkt ausgetauscht werden können. Ryan weiß nun, dass sein Vater Mitglied der Totenkopfbande ist und überprüft jeden einzelnen von ihnen mit Hilfe des Internets. Sarah versteckt ihre Kamera und erhält so immer mehr Hinweise, dass etwas im Gange ist. Nur was …?

Als Sarah sich entschließt, nachts zwei Orte aufzusuchen, um Kameras zu verstecken, wird Ryan klar, dass er sie nicht alleine auf Spurensuche schicken kann. Er will Sarah um jeden Preis helfen. Auch wenn sein Bein ein gewaltiges Handicap ist, zwingt er sich, seiner Freundin beizustehen. Die Geschichte wird in schriftlicher Form von Ryan erzählt. So wirkt das Buch mit seinen Linien und Kritzeleien wie ein normales Schulheft. Darin schreibt er alles auf, was ihm wichtig erscheint. Ryan ist der Tüftler, einer der Ideen hat und sie konsequent bis zum Ende durchdenkt.

Ganz im Gegensatz dazu steht Sarah. Das agile, quirlige Mädchen schafft es immer wieder, Ryan mitzureißen und ihn in die Bredouille zu reiten. Mit ihrer Videokamera zeichnet sie ihre Erlebnisse und Nachforschungen auf. Dies bekommt der Leser anhand einer DVD präsentiert. So erfährt man, was es mit dem Bagger auf sich hat und wieso die Totenkopfbande so interessant für die beiden Teenager ist.

Das Cover mit dem Schutzumschlag weist einen blauen Hintergrund auf. Darauf sind Totenköpfe abgebildet. Einige Szenen des Videos dienen dazu, das Cover interessant in Szene zu setzten. Die DVD sorgt für Gänsehaut-Garantie! Ganz im Stil von „Blair-Witch-Projekt“ oder „Cloverfield“ gibt es viele interessante Szenen zu sehen. Die Schauspieler sind echte Menschen und keine am Computer generierten Wesen. Eine wackelige Kameraführung sowie grobe Schnitte unterstreichen, wie nah an der Realität diese Art von Film gedreht wurde: Wer kennt nicht die Familienfeiern mit Kommentaren von Onkeln, Tanten und diversen Freunden? Dies ist vergleichbar, nur viel gruseliger. So wirken die Szenen absolut lebensecht.

Die Kombination aus Buch und CD wirkt erfrischend und beweist die einfallsreiche Genialität des Autors. Zudem zeigt sich bei dieser Serie, dass der Autor Patrick Carman als Entwickler von Webseiten, Lernprogrammen und Brettspielen seine Kreativität voll ausleben konnte. Der zweite Teil um die Geheimnisse des ehemaligen Goldgräberdorfes „Skeleton Creek“ sorgt für Spaß, Spannung und jede Menge Action. Am Ende des Buches lassen verschiedene Hinweise darauf schließen, dass immer noch genug Geheimnisse übrig sind, um eine Fortsetzung zu schreiben. Hoffentlich wieder mit einer DVD.

Copyright © 2011 Petra Weddehage (PW)

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BUCHREZENSION: Ellery Queen – Chinesische Mandarinen. (Bereits 1937 von Ralph Staub unter dem Titel „The Mandarin Mystery“ verfilmt!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. September 2011

Ellery Queen
Chinesische Mandarinen

(sfbentry)
Originaltitel: The Chinese Orange Mystery. A Problem in Deduction (New York : Frederick A. Stokes Company 1934)
Übersetzung: Hans Herdegen
Deutsche Erstausgabe: 1935 (Wilhelm Goldmann Verlag/Goldmanns Detektiv-Romane)
225 S.
[keine ISBN]
Weitere Ausgaben:
Neuausgabe: 1951 (Wilhelm Goldmann Verlag/Goldmanns Kriminal-Romane)
216 S.
[keine ISBN]
Als Taschenbuch: 1958 (Wilhelm Goldmann Verlag/Goldmanns Taschen-Krimi Nr. 137)
201 Seiten
[keine ISBN]
TB-Neuausgabe: 1981 (unter dem Titel „Das Rätsel der chinesischen Mandarine“) (Ullstein Verlag/Ullstein Krimi Nr. 10116)
Übersetzung: Sabine Hammer
155 Seiten
ISBN-13: 978-3-548-10116-3

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de (Goldmann-Ausgabe)
Titel bei Amazon.de (Ullstein-Ausgabe)

Das geschieht:

Standesgemäß residiert Familie Kirk, die zum gesellschaftlichen Adel der Stadt New York zählt, im 22. Stock des Nobel-Hotels „Chancellor“. Vater Hugh gilt als renommierter Philologe, Sohn Donald ist ein bekannter Sammler kostbarer Briefmarken und Edelsteine. Außerdem führt er zusammen mit seinem Geschäftspartner Felix Berne den „Mandarin“-Verlag, der sich auf die Herausgabe teurer Kunstbücher spezialisiert hat. Schwester Marcella ist einfach nur eine Zierde ihres Geschlechts und wird bald den smarten und reichen Glenn Macgowan heiraten.

Als sich eines Tages ein unbekannter Herr vorstellt, hält Donald Kirks Privatsekretär James Osborne ihn für einen Sammler oder Verkäufer und setzt ihn in einen Warteraum. Als Kirk heimkehrt, finde er besagten Raum von innen fest verschlossen. Als die Tür endlich geöffnet ist, liegt dahinter der Fremde: tot, erschlagen mit einem Schürhaken. Seltsamerweise wurde ihm die Kleidung aus- und dann verkehrt herum wieder angezogen. Gestohlen wurde nichts.

Zufällig wird Kirk von einem alten Freund begleitet. Ellery Queen, der bekannte Kriminalschriftsteller und Amateurdetektiv, übernimmt mit dem Einverständnis seines Vaters, Inspektor Richard Queen von der Kriminalpolizei New York, den Fall.

Der Mörder gehört ins Umfeld der Kirks. Zu den bereits genannten Verdächtigen gesellen sich noch drei Frauen: Mary Diversey, Dr. Kirks Krankenschwester, Jo Temple, eine Schriftstellerin, die mit Kirk jr. und Berne ins Geschäft zu kommen hofft, und Irene Llewes, eine europäische Lebedame, die sich für Donald zu interessieren scheint. Sie alle haben etwas zu verbergen, wie Queen im Laufe seiner Ermittlungen herausfindet. Wer war der Tote, was wollte er, warum hat man ihn so zugerichtet? Dies muss etwas zu bedeuten haben, doch bis Queen des Rätsels erstaunliche Lösung findet, gibt es noch viele Turbulenzen …

Ein weiterer Mord im verschlossenen Raum

Klassischer geht’s sicherlich nicht: An einem recht isolierten Ort ereignet sich ein eigentlich unmöglich zu realisierender Mord; die Zahl der Verdächtigen ist überschaubar, und eine/r muss es gewesen sein. Ein typischer Rätsel-Krimi aus der guten, alten Zeit also – aus der „Goldenen Ära“ des Genres, die den Zweiten Weltkrieg in dieser Reinheit nicht lange überleben sollte.

Die grundsätzlichen Konstanten (siehe oben) stehen fest, nun kommt es auf das Talent des Verfassers an, die Handlung so zu variieren, dass sie das Interesse des Publikums findet. Ellery Queen bedient sich der üblichen Methode: Er reichert das Geschehen durch möglichst bizarre Elemente an.

Da ist natürlich vor allem der Mord selbst. Dass er in einem Raum stattfindet, der von innen verriegelt wurde, ist quasi eine Selbstverständlichkeit. Dies reicht aber noch nicht – im Zimmer selbst geht es reichlich seltsam zu. Man darf sich keineswegs an der Unwahrscheinlichkeit der Konstellation stören. Sie gehört zum „Whodunit“ und schließt die schnöde Realität des Alltags vorsätzlich aus. Der Spaß am ‚schönen‘ Mord steht im Mittelpunkt. Dabei bleiben die Autoren der „Goldenen Ära“ stets fair. Auch Queen macht da keine Ausnahme: Er legt alle Indizien pflichtgetreu seinen Lesern vor. Sie haben folglich theoretisch die Chance, gemeinsam mit dem Detektiv den Fall zu lösen oder ihn womöglich sogar zu übertrumpfen.

Praktisch wird das allerdings wohl nicht geschehen. Queen müsste es als Niederlage werten von seinem Publikum ‚geschlagen‘ zu werden, das eigentlich lieber überrascht werden möchte. Dafür ist jeder Trick recht und billig. Also konstruiert Queen ein vielteiliges Mordkomplott, das zwar höchst unterhaltsam, aber hochkompliziert und letztlich schwer nachvollziehbar ist. Es wird gelöst, doch man muss in Sachen Logik recht große Zugeständnisse machen.

Die Personen-Pyramide des Rätsel-Krimis

Die Riege der Darsteller gliedert sich in drei Gruppen. Da haben wir zunächst den genialen Detektiv und seinen treuen Gehilfen. Ellery Queen ist ein dandyhafter, lebenslustiger Sherlock Holmes, sein Vater Richard allerdings nur bedingt Dr. Watson. Zwar überlässt er seinem Sohn die Initiative, aber er hält ihn doch an der langen Leine, bleibt selbst aktiv und vermittelt zwischen Detektiv und Polizei.

Gruppe Zwei umfasst natürlich die Verdächtigen. Sie sind uns aus anderen Krimis ihrer Art ebenfalls längst bekannt: scheinbar normale Zeitgenossen, die indes düstere oder peinliche Geheimnisse hüten, doppelte Identitäten offenbaren und sämtlich irgendwie miteinander verbandelt oder verfeindet sind.

Außerdem haben wir noch das typische Krimi-Fußvolk. Das sind hier Inspektor Queens Untergebene, die für ihn und Ellery die polizeiliche Drecksarbeit leisten, die notwendig aber nicht unbedingt unterhaltsam für die Leser ist, sowie im Haushalt der Kirks allerlei Butler, Köche und Diener, die ebenfalls recht anonym ihren diversen Tätigkeiten nachgehen und ihren Auftritt jeweils haben, wenn es gewisse Tatbestände zu klären gilt.

Sie arbeiten indes alle redlich in dem Bemühen zusammen, den langen Weg bis zur Auflösung des Rätsels möglichst geistreich zu gestalten. Dabei sind sie so erfolgreich, dass „Chinesische Mandarinen“ viele Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung seinen Unterhaltungswert nicht nur behalten hat, sondern durch das Element der Nostalgie eine glanzvolle Patina erhalten hat.

Der Film zum Buch

„The Chinese Orange Mystery“ wurde bereits 1937 unter dem Titel „The Mandarin Mystery“ verfilmt. Unter der Regie des Routiniers Ralph Staub (1899-1969) entstand ein typisches B-Movie, das in den Kinos vor dem eigentlichen Hauptfilm lief: professionell, aber kostengünstig und meist in Serie heruntergekurbelt, selten länger als eine Stunde laufend. Eddie Quillan (1907-1993) spielt Ellery Queen und gilt als fürchterliche Fehlbesetzung. Auch sonst hält die Kritik wenig von diesem Streifen, der von den Columbia-Studios um des Profits willen auf ‚witzig‘ getrimmt wurde. (Interessante Entdeckung am Rande: Wade Boteler, der den Inspektor Richard Queen mimt, starb 1943 im Alter von 55 Jahren an einer Herzattacke, was nicht wundert, listet sein Lebenslauf doch 419 Filme auf, in denen er in 25 Jahren mitgespielt hat!)

Autoren

Mehr als vier Jahrzehnte umspannt die Karriere der Vettern Frederic Dannay (alias Daniel Nathan, 1905-1982) und Manfred Bennington Lee (alias Manford Lepofsky, 1905-1971), die 1928 im Rahmen eines Wettbewerbs mit „The Roman Hat Mystery“ als Kriminalroman-Autoren debütierten. Dieses war auch das erste Abenteuer des Gentleman-Ermittlers Ellery Queen, dem noch 25 weitere folgen sollten.

Dabei half die Fähigkeit, die Leserschaft mit den damals beliebten, möglichst vertrackten Kriminalplots angenehm zu verwirren. Ein Schlüssel zum Erfolg war aber auch das Pseudonym. Ursprünglich hatten es Dannay und Lee erfunden, weil dies eine Bedingung des besagten Wettbewerbs war. Ohne Absicht hatten sie damit den Stein der Weisen gefunden: Das Publikum verinnerlichte sogleich die scheinbare Identität des ‚realen‘ Schriftstellers Ellery Queen mit dem Amateur-Detektiv Ellery Queen, der sich wiederum seinen Lebensunterhalt als Autor von Kriminalromanen verdient!

In den späteren Jahren verbarg das Markenzeichen Queen zudem, dass hinter den Kulissen zunehmend andere Verfasser tätig wurden. Lee wurde Anfang der 1960er Jahre schwer krank und litt an einer Schreibblockade, Dannay gingen allmählich die Ideen aus, während die Leser nach neuen Abenteuern verlangten. Daher wurden viele der neuen Romane unter der mehr oder weniger straffen Aufsicht der Cousins von Ghostwritern geschrieben.

Wer sich über Ellery Queen – den (fiktiven) Detektiv wie das (reale) Autoren-Duo – informieren möchte, stößt im Internet auf eine wahre Flut einschlägiger Websites, die ihrerseits eindrucksvoll vom Status dieses Krimihelden künden. Vielleicht die schönste findet sich hier: eine Fundgrube für alle möglichen und unmöglichen Queenarien.

Anmerkung

„Chinesische Mandarinen“ gehört zu den Ellery Queen-Romanen, die nie eine adäquate, d. h. neu übersetzte Neuauflage erfuhren. Bis dies (hoffentlich) geschieht, sollte der Krimifreund auf die Ausgabe/n des Goldmann-Verlags zurückgreifen. Diese ist – keine Selbstverständlich auf dem deutschen Krimi-Buchmarkt der Vergangenheit – ungekürzt und die Übersetzung, obwohl schon tüchtig angejahrt, immer noch erstaunlich lesbar. Die jüngere Ullstein-Ausgabe stützt sich hingegen auf eine Neuübersetzung, aber die deutliche Differenz in der Seitenzahl deutet darauf hin, dass hier wieder einmal das Original zusammengestutzt wurde.

[md]

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