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Archiv für die 'Dokumentation' Kategorie

China will Siegeszug von «Avatar» stoppen!

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. Januar 2010

Peking (dpa) – Trotz des starken Besucheransturms darf die Mehrheit der Kinos in China den Film «Avatar – Aufbruch nach Pandora» ab Freitag nicht mehr zeigen. Kinos in Peking berichteten, lediglich in Lichtspieltheatern mit 3D-Technologie könnte der bisher erfolgreichste Film in China noch gesehen werden.

Inwieweit der Siegeszug des prämierten Hollywood-Streifens in China aus ideologischen Gründen oder wegen seiner starken Konkurrenz für heimische Filme gestoppt werden soll, blieb unklar.

Der Science-Fiction hat bei Chinesen einen Nerv getroffen, weil sich viele durch die Geschichte über die gewaltsame Vertreibung eines Volkes an das Schicksal ihrer eigenen Familien erinnert fühlen, die zwangsweise ihre Häuser für neue Immobilienprojekte verlassen müssen. China hat 1700 Lichtspieltheater mit mehr als 4000 einzelnen Kinosälen, von denen aber nur gut 500 dreidimensional ausgelegte Filme zeigen können.

Chinas Propagandabehörden wollten «Avatar» vorzeitig auslaufen lassen, «weil er die Besucher an Zwangsumsiedlungen denken lässt und möglicherweise Gewalt auslösen könnte», berichtete die Hongkonger Zeitung «Apple Daily». Auch nehme der ausländische Film heimischen Produktionen die Einnahmen weg. «Avatar» wird von Samstag an durch den chinesischen Streifen «Konfuzius» ersetzt, mit dem traditionelle Werte des Philosophen propagiert werden sollen.

Die bekannte Kolumnistin Hung Huang beschrieb in der «China Daily», warum sich viele Chinesen mit dem Na’vi-Volk in dem Fantasie- Film identifizieren und sprach von einem «sozialen Phänomen». «All die zwangsweisen Umsiedlungen alter Nachbarschaften in China machen uns heute zu den einzigen Erdenbürgern, die wirklich das Leid der Na’vi nachempfinden können.»

Der berühmte Blogger Han Han meinte: «Für Zuschauer in anderen Ländern ist eine solche brutale Räumung jenseits ihrer Vorstellungskraft. Es kann nur auf einem anderen Planeten oder in China stattfinden.» Selbst die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua schrieb, viele Kinogänger sähen in dem Film «eine erfolgreiche Schlacht gegen eine Zwangsräumung». In dem Drama fänden Chinesen «einen bekannten sozialen Konflikt» wieder – erzwungene Abrisse durch Immobilienunternehmen und Stadtverwaltungen.

«Ich frage mich, ob James Cameron heimlich in China gelebt hat, bevor ihm eine solchen Idee für die Geschichte von “Avatar” kam, wenngleich mit einem vielversprechenden Ende», zitierte die Staatsagentur einen Blogger. Offen zitierte Xinhua auch den Kommentar eines Internetnutzers: «Wenn in China ein Immobilienunternehmen ein Stück Land haben will, müssen die Bewohner weichen – wenn sie sich weigern, greift das Immobilienunternehmen zu Gewalt.»

In den ersten acht Tagen hatte «Avatar» in China bereits die Rekordsumme von 300 Millionen Yuan (30 Millionen Euro) eingespielt. Ob das erklärte Ziel von 500 Millionen Yuan nach dem weitgehenden Rückzug noch erreicht werden kann, ist ungewiss. Der Film hatte eigentlich über die wichtige Ferienzeit zum chinesischen Neujahrsfest noch bis Ende Februar in den Kinos laufen sollen.

«Avatar» hatte in der Nacht zum Montag den Golden Globe als bester Film des Jahres gewonnen. Auch wurde sein Regisseur James Cameron von der Vereinigung der Auslandspresse in Hollywood ausgezeichnet.

avatar

Fitzpatrick, Lisa
Avatar

James Cameron – Die Entdeckung einer neuen Dimension
Vorwort von Landau, John. Übersetzt von Kretschmer. Einführung von Jackson, Peter. Nachwort von Cameron, James
Verlag :      Knesebeck
Website: http://www.knesebeck-verlag.de
ISBN :      978-3-86873-189-7
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 34,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      108 S., 120 farb. abb. – 25,4 x 30,0 cm
Erschienen :      11.2009
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Willi will’s Wissen – Vorfahrt für die Feuerwehr! / Wer rennt, wenn’s brennt?

Erstellt von Redaktion am 16. Dezember 2009

Bei Amazon.deWilli will’s Wissen – Vorfahrt für die Feuerwehr! / Wer rennt, wenn’s brennt?

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: Universal
Spieldauer: 50 Minuten

Eine weitere Doppelfolge mit dem Reporter Willi Weitzel, diesmal mit den Episoden „Vorfahrt für die Feuerwehr!“ und „Wer rennt, wenn’s brennt?“. Jede Episode hat eine ungefähre Spielzeit von fünfundzwanzig Minuten, was für Kinder eine optimale Länge ist.

In „Vorfahrt für die Feuerwehr!“ trifft Willi auf die Mannschaften der Wasserrettung und der Höhenrettung. Für Willi erst einmal verwunderlich, hatte er doch eigentlich die klassische Feuerwehr vor Augen. Doch nach der ersten kurzen Verblüffung legt Willi gewohnt neugierig los, um mehr über die Arbeit der Feuerwehr zu erfahren.

Gutgelaunt hilft Willi bei der Rettung einer Person, die mit ihrem Auto in einem eisigen See versenkt wurde. Obwohl er ein wenig Angst hat und das Wasser eisig kalt ist, hilft Willi tapfer mit. Natürlich ist keine echte Person in Gefahr, immerhin handelt es sich nur um eine Übung. Trotzdem ist die Rettung spannend inszeniert.

Kaum aus dem Wasser findet der nächste Einsatz in luftiger Höhe statt. Allerdings nicht in den Bergen, sondern in der Innenstadt. Hier greift die Höhenrettung ein und führt mittels Kletterausrüstung eine Rettungsmission durch. Das ist ebenfalls sehr spannend und packend. Vor allem wird den Zuschauern eindringlich vermittelt, dass die Feuerwehr mehr Aufgaben erfüllt, als nur Feuer zu löschen.

Darum dreht sich alles in der zweite Episode dieser DVD: „Wer rennt, wenn’s brennt?“.Hier ruht der Fokus auf der klassischen Arbeit der Feuerwehr. Dazu begleitet Willi Feuerwehrschüler bei ihren Übungen und nimmt daran teil, um am eigenen Leib zu erfahren, was genau hinter der Arbeit steckt. Aber Willi sieht sich auch genau den Fuhrpark der Feuerwehr an, nimmt das HLF unter die Lupe – das Hilfs-Lösch-Fahrzeug – und schaut auch in der Schlauchwerkstatt vorbei. Der Blick hinter die Kulissen zeigt somit neben den prominenten Brennpunkten auch, dass Feuerwehrleute einen harten Job erledigen und Dinge zu ihrem Aufgabenbereich gehören, die man sich im ersten Moment kaum vorstellen kann.

Die beiden Episoden der DVD wurden thematisch passend ausgewählt. Im Mittelpunkt steht die spannende und auch anstrengende Arbeit der Feuerwehr. Um mehr über das Thema zu erfahren, übernimmt Willi Weitzel die Rolle seines jungen Publikums. Stets gut gelaunt, fröhlich grinsend und unheimlich neugierig, mischt er gerne mit. Das er dabei großen Spaß hat, sieht man ihm einfach an und ist ebenfalls fröhlich bei der Sache. Sehr gut ist vor allem, dass Willi auch mal Mist baut oder Angst hat. Somit können sich die Kinder sehr gut mit ihm identifizieren, macht es Willi zu einem von ihnen. Das ist einfach klasse!

Die Qualität der DVD ist gut. Der deutsche Ton liegt in sauberem Dolby Digital 2.0 vor, das Bild kommt in 4:3 oder 16:9 daher. Allerdings kann das Bildformat nicht manuell ausgewählt werden. Leider gibt es kein Bonusmaterial, was sehr Schade ist. Hier wurden einfach zwei passende Episoden aus dem großen Pool der „Willi will’s wissen“-Reihe zusammengepackt und müssen für sich selbst sprechen. Glücklicherweise gelingt das hervorragend, wird aber dem Medium DVD nur wenig gerecht. Trotzdem eine empfehlenswerte Sache, die auch Erwachsenen Spaß macht.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

“Willi will’s Wissen – Vorfahrt für die Feuerwehr! / Wer rennt, wenn’s brennt?” bei Amazon.de

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Willi will’s Wissen – Und die Kuh sagt muh dazu! / Wer kriegt das Brot gebacken?

Erstellt von Redaktion am 16. Dezember 2009

Bei Amazon.deWilli will’s Wissen – Und die Kuh sagt muh dazu! / Wer kriegt das Brot gebacken?

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: Universal
Spieldauer: 50 Minuten

Willi Weitzel ist wieder unterwegs und kümmert sich um das Thema Lebensmittel in den Episoden „Und die Kuh sagt Muh dazu!“ und „Wer kriegt das Brot gebacken?“. Bei der Reihe „Willi will’s wissen“ handelt es sich um eine Serie aus dem öffentlich rechtlichen Rundfunk. Jede einzelne Episode läuft fünfundzwanzig Minuten, in denen Willi als Reporter und Vertreter der Kinder Produktionsabläufe, Berufsbilder und auch schwierige Themen angeht.

In der ersten Folge „Und die Kuh sagt Muh dazu!“ dreht sich alles um Milchprodukte. Willi ist zu Gast bei der Milchbäuerin Maria, die auch gleichzeitig die bayerische Milchkönigin ist. Sie führt Willi auf ihrem Bauernhof herum, zeigt ihm die Kühe und erklärt auch, ab wann ein Rind tatsächlich als Kuh gilt. Auch die Kälberzucht wird angesprochen. Besonders witzig ist, dass Willi ein Kuhkostüm anzieht und sich zum Melken meldet. Anschließend verfolgt Willi die Milchtanklastwagen bis hin zur Fabrik, in der aus der Milch Joghurt hergestellt wird.Willi nutzt die Gelegenheit und versucht seinen eigenen Joghurt herzustellen. Danach besucht er eine Eisdiele und macht selber Vanille- und Schokoladeneis. Auch hier hat Willi viele neugierige Fragen die auch Kinder stellen würden.

Die nächste Episode ist „Wer kriegt das Brot gebacken“ und Willi versucht herauszufinden, wer denn nun eigentlich das Brot backt, das bei ihm auf den Tisch kommt. Er fängt natürlich ganz von vorne an und besucht erst einmal einen Getreidebauern, untersucht die Unterschiede von Weizen und Roggen, ist bei der Ernte dabei und erfährt, wie man die Spreu vom Weizen trennt. Willi begleitet das Korn dann zum Müller und ist auch mit neugierigen Fragen zur Hand. Sobald aus dem Getreide Mehl wurde ist die nächste Station eine Bäckerei. Hier wird aus dem Mehl lockeres und duftendes Brot. Willi versucht sich selbst ebenfalls an einem Brot, allerdings ohne Sauerteig. Das geht natürlich schief und zeigt, dass Willi auch gerne ausprobiert und keine Scheu vor einem Misserfolg hat. Auch der Verkauf des Brots ist für Willi ein Thema, um das er sich kümmert.

Willi Weitzel ist ein freundlicher und stets grinsender Kerl, der gutgelaunt als Vertreter der Kinder Auftritt und an ihrer Stelle unzählige Fragen stellt, seine Nase überall hineinsteckt und auch gerne mal Hand anlegt, um die ein oder andere Sache auszuprobieren. Willi ist nahe an seinem jungen Publikum und sorgt dafür, das die Kinder auf einfache Art und Weise mehr von der Welt erfahren.

Die DVD ist mit FSK ab 0 Jahre versehen und als Bildformat steht 4:3 und 16:9 zur Verfügung. Letzteres Format ist vorgegeben. Das TV-Format kann kurioserweise nicht ausgewählt werden. Der Ton liegt in Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor. Andere Sprachen oder Untertitel gibt es keine. Bild und Ton sind von guter Qualität.

„Willi will’s Wissen – Und die Kuh sagt muh dazu! / Wer kriegt das Brot gebacken?“ ist unterhaltsam, informativ und kindgerecht – sehr empfehlenswert!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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El Violin

Erstellt von Redaktion am 14. Dezember 2009

Bei Amazon.deEl Violin
Die Violine (deutsch)
The Violin (englisch)

Mexiko 2006
FSK: ab 12 Jahren
Format: 35mm. s/w
Länge: 98 Minuten
Ton: Dolby Digital
Originalsprache: Spanisch
Untertitel: Deutsch

Produktion: Cámara Carnal Films,(2006); Ángeles Castro; Hugo Rodríguez; Francisco Vargas Quevedo
Co-Produktion: FIDECINE-MÉXICO (Fondo de Inversión y Estímulos al Cine); Centro de Capacitación Cinematográfica, A.C.
Regie und Drehbuch: Francisco Vargas Quevedo
Kamera: Martín Boege, Oscar Hijuelos
Musik: Armando Rosas, Cuauhtémoc Tavira
Schnitt: Ricardo Garfias, Francisco Vargas Quevedo
Darsteller: Ángel Tavira (Don Plutarco), Dagoberto Gama (El Capitán), Gerardo Taracena (Genaro), Fermín Martínez (El Teniente), Mario Garibaldi (Lucio), Silverio Palacios (Jefe Rebelde), Justo Martinez (Hacendado)

„El Violin“ ist die Geschichte einer kleinen Familie, die sich einem Regime widersetzt und dafür bitter zahlen muss. Gleichzeitig ist der Film eine Metapher für die Hoffnung und den ewigen Kampf gegen die Unterdrückung. Da aber zwei Seiten der Medaille beleuchtet werden könnte man auch sagen, es ist eine Metapher für den Kampf gegen die ewig Gestrigen und ein Aufruf den Widerstand bis ins letzte Glied zu vernichten, da seine Ideologie ansonsten überlebt und für weitere Unruhen sorgt. Ob Regisseur Francisco Vargas Quevedo diese Botschaft übermitteln wollte ist fraglich. Ohne Frage hat er aber mit „El Violin“ einen Film gedreht, der neutral und zeitlich unabhängig erzählt wird.

Die Familie Hidalgo hat sich dem Kampf gegen ein brutales Militärregime verschrieben. Diese Brutalität wird schon zu Beginn des Films thematisiert, denn die Militärs foltern ihre Gefangenen und es wird eine Vergewaltigung gezeigt. Zu einem späteren Zeitpunkt kommt eine Erschießung hinzu und wirft die Frage auf, ob der Film tatsächlich eine Freigabe ab 12 Jahren verdient. Ein FSK „ab 16 Jahren“ wäre angebrachter. Es sind zwar wenige, aber dafür um so eindringlichere Gewaltaufnahmen.

Im Mittelpunkt des Films stehen drei Generationen der Hidalgos. Da wäre der einhändige Großvater und Violinenspieler Plutarco (Ángel Tavira), sein Sohn Genaro (Gerardo Taracena) und Enkel Lucio (Mario Garibaldi). Es gibt noch eine Mutter und eine Schwester, doch werden diese im Film nur am Rande erwähnt und haben keine eigene Rolle.

Während die männlichen Mitglieder der Familie als Musiker auftreten, ziehen sie unauffällig umher und helfen dem Widerstand – sie pflegen Kontakte und kaufen Waffen. Als sie nach einem ihrer Ausflüge zurückkehren beobachten sie, wie das Militär ihr Dorf stürmt und die Rebellen festnimmt. Genaros Frau und Tochter werden verschleppt und El Capitán (Dagoberto Gama) hält das Dorf von nun an besetzt.

Oberstes Ziel ist die Befreiung der Dorfbewohner, doch dem Widerstand mangelt es an Munition. Die wurde im Dorf versteckt, aber scheinbar gibt es keine Möglichkeit an die begehrten Patronen heranzukommen. Da zieht Plutarco mit seiner Violine los, um zu helfen. Natürlich wird der alte Mann erwischt. Doch er hat Glück, denn El Capitán findet Gefallen an der Musik und bittet Plutarco ihn zu unterhalten. Dieser nutzt die Gelegenheit und birgt einen Teil der Munition. Zufälligerweise belauscht er auch vertrauliche Informationen, die er sofort an den Widerstand weitergibt. Doch es stellt sich die Frage, ob El Capitán dem Violinenspieler tatsächlich vertraut oder ob der erfahrene Soldat aus ärmlichen Verhältnissen mit seinem musizierenden Gast nur spielt …

„El Violin“ wurde von Francisco Vargas Quevedo zuerst als Dokumentation gedreht, dann als Kurzfilm zusammengestellt und schlussendlich als vollwertiger Film herausgebracht. Diese drei Stufen der Entwicklung sieht man dem mexikanischen Streifen auch an. Die Aufnahmen sind meist unruhig, was an der Handkamera liegt. Es gibt nur wenig Dialog und oftmals stehen dokumentarische Aufnahmen und Einstellungen im Zentrum, die militärische Aktionen oder einfache Landschaftsbilder zeigen. Zusammengenommen sorgt das für einen stillen, aber um so eindringlicheren Stil. Da viel mit Gesten und Gesichtsspiel gearbeitet wird, erzeugt der Film eine sehr bedrückende und spannende Atmosphäre, die zum Ende hin eine gelungene Krisis findet.

Als weiteres Stilmittel setzt Regisseur Francisco Vargas Quevedo auf eine Darstellung in Schwarzweiß. So kann sich der Blick des Zuschauers auf das Wesentlich konzentrieren, ohne von einem Farbspektakel abgelenkt zu werden. Die Landschaftsfotografien sind zwar noch immer prägender Teil des Films, halten sich aber im Hintergrund. Zusätzlich sorgt diese Wahl der Farben für einige pointierte Aufnahmen, die an Scherenschnitte erinnern und sehr bewegend wirken. „El Violin“ ist ein Film der leisen Töne und der besinnlichen Augenblicke.

Töne sind auch das zentrale Element des Films und Plutarcos Violine ist auch das Instrument, das im Titel enthalten ist. Obwohl der alte Mann seine rechte, seine starke Hand verlor, spielt er trotz seiner Behinderung weiterhin Violine. Er verdient damit seinen Lebensunterhalt. Plutarco erfreut die Menschen die ihm lauschen und er setzt die Musik als Werkzeug ein, um  El Capitán zu beeinflussen. Das Spiel der Violine verbindet hier zwei Männer, die sehr unterschiedlich sind. Doch in der Musik finden sie eine gemeinsame Basis, können Umgang miteinander pflegen. Aber gleichzeitig ist die Kluft zu tief und die Brücke zu fragil, als dass die Musik für eine dauerhafte Bindung sorgen könnte. Der Bruch ist somit nur eine Frage der Zeit, die gemeinsame Basis eine Farce, um schlussendlich die eigenen Ziele zu erreichen. Und somit ist auch die Violine nur ein profanes Werkzeug, das zwar verzaubern kann, aber schlussendlich mit Dreck beworfen wird und der Gewalt weicht.

Die atmosphärischen Bilder und die drastische Handlung muss man Revue passieren lassen, benötigen Zeit zur Reflektion. „El Violin“ ein sehr nachdenklich stimmender Film, in dem sich mehr als eine Botschaft verbirgt. Was davon Quevedos Absicht war und was durch Zufall entstand, sei dahingestellt und dem Regisseur gegönnt. Die vielen Auszeichnungen legen ebenfalls Zeugnis darüber ab, wie der Film national und international aufs Publikum wirkt. Mehr als dreißig Preise konnte „El Violin“ international auf sich vereinen. Unter anderem war der Film 2007 auch Gewinner der “Perspektive”, des Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte. Bedauerlich ist allerdings, dass Frauen nur schwach oder schlussendlich als Opfer vorkommen – die Männer dominieren alleine die Handlung. Schade.

Die deutsche Umsetzung von „El Violin“ ist gelungen. Es wurde auf eine Synchronisation verzichtet. Stattdessen liegt die Originaltonspur mit deutschem Untertitel vor. Wahlweise gibt es auch Spanisch ohne Untertitel. Da der Film mit wenig Dialog auskommt, gibt es auch entsprechend wenig Text. Auffallend ist dabei, dass im Untertitel stets von der Geige gesprochen wird. Das ist auf den ersten Blick richtig, doch der Begriff Violine wäre sicherlich präziser gewesen, denn bereits Wolfgang Amadeus Mozarts Vater Leopold sagte seinerzeit: „(…) Aus diesem erhelt, daß das Wort Geige ein allgemeines Wort ist, welches alle Arten von Geiginstrumenten in sich einschließet; und daß es folglich nur von einem Mißbrauche herrühret, wenn man die Violin platterdings die Geige nennet. (…)“.

Die auf der DVD vorhanden Features sind keine echten Dreingaben, sondern vielmehr ein Trailer und Werbung in eigener Sache. Die Texttafeln zu Francisco Vargas Quevedo sind zwar halbwegs informativ, bieten aber tatsächlich keine Neuheiten und sind in ihrer Darbietung eindeutig veraltet.

Im Ganzen betrachtet ist „El Violin“ ein gelungener und tiefsinniger Film aus Mexiko, der vor allem in seiner künstlerischen Darstellung zu überzeugen weiß. Abseits von Action- und Geldkino eine Oase der Filmkunst und Nachdenklichkeit. Sehr empfehlenswert!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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Willi will’s Wissen – Wo zeigen Pferde, was sie können? / Wer fängt die wilde Pferdeherde?

Erstellt von Redaktion am 5. Dezember 2009

Bei Amazon.deWilli will’s Wissen – Wo zeigen Pferde, was sie können? / Wer fängt die wilde Pferdeherde?

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universal
Spieldauer: 50 Minuten

Willi Weitzel (mit bürgerlichem Namen übrigens Helmar Rudolf Willi Weitzel) ist erneut unterwegs, um gutgelaunt und humorvoll die Welt zu erkunden. Auf der DVD „Willi will’s Wissen – Wo zeigen Pferde, was sie können? / Wer fängt die wilde Pferdeherde?“ geschieht das erneut mittels zwei thematisch passender Folgen. Diesmal dreht sich alles um die Pferde. Dabei ist zu beachten, dass entgegen der üblichen FSK der Reihe „ohne Altersbeschränkung“ eine höhere FSK angegeben ist. Das liegt an dem etwas anspruchsvollerem Thema in „Wer fängt die wilde Pferdeherde?“.

Reporter Willi Weitzel (seit 2008 selbst Vater einer Tochter) treibt sich in „Wo zeigen Pferde, was sie können?“ auf dem aachener CHIO herum, dem größten Pferdeturnier der Welt. Springreiten, Dressurreiten, Vierspänner, Hufschmiede, Europameister, eine echte Prinzessin und vieles mehr gibt es da zu sehen – und wer Willi kennt weiß, der will alles sehen und am liebsten überall mitmachen. So auch hier. Dabei geht er ziemlich forsch an die Sache heran und ist schnell mit vielen Leuten auf Du-und-Du, um einen Blick hinter die Kulissen des Turniers zu werfen. Das ist sehr spannend inszeniert und vor allem für Kinder richtig klasse, besonders wenn sie Pferde lieben. Aber das gilt ja für die gesamte DVD. Die Folge „Wo zeigen Pferde, was sie können?“ wurde vom CHIO 2006 übrigens mit dem silbernen Pferd ausgezeichnet. Also eine weitere Besonderheit dieser DVD.

„Wer fängt die wilde Pferdeherde?“ ist die zweite der fünfundzwanzigminütigen Folgen der Silberscheibe und der Grund für die diesmal angehobene FSK. Überhaupt gibt es mehrere Überraschungen, denn wer weiß schon, dass es in Deutschland noch eine echte Wildpferdherde in freier Wildbahn gibt? Wohl nur die Wenigsten. Im Merfelder Bruch bei Dülmen lebt diese Herde. Zwar in relativer Freiheit, aber dennoch vom Menschen bewacht und geleitet. Und Willi setzt sich über längere Zeit auf die Spur dieser Herde, um alles möglichst ganz genau und aus erster Hand zu erfahren. Seine Beobachtungen werden jedoch durch den Besuch eines Gestüts aufgelockert.

Auf einem Landgestüt in Warendorf dreht sich alles um die Pferdezucht. Willi sieht sich alles ganz genau an und lernt auch den Zuchthengst Florestan kennen, der Vater von über fünftausend Fohlen ist. Wie das funktioniert, dass schaut sich Willi ebenfalls ganz genau an. Hier sollten Eltern vielleicht erst einmal ohne Kinder einen Blick auf die DVD werfen, denn die Folge geht tatsächlich ziemlich ins Detail und das könnte – trotz kindgerechter Aufmachung – den ein oder anderen Elternteil schlussendlich doch peinlich berühren. Für Kinder ist es jedenfalls ein faszinierendes Thema und gibt Antworten auf die Frage, wo denn die kleinen Pferde herkommen. Allerdings fällt diese Antwort in modernen Zeiten sehr nüchtern und wenig romantisch aus. Somit ist die Episode auch zeitgerecht.

„Wo zeigen Pferde, was sie können? / Wer fängt die wilde Pferdeherde?“ ist auf Grund der Thematik und dem Umgang damit eine der schönsten DVDs der Reihe „Willi will’s Wissen“, einer Kinder-Doku-Serie, die im Auftrag des Bayerischen Rundfunks produziert wurde. Mittels der von Universal produzierten DVD-Reihe können die kleinen Zuschauer nun unabhängig vom Fernsehen und deren Zeiten ihre Lieblingsfolgen angucken, und bei Bedarf einfach die schönsten Stellen nochmals anwählen. Das Medium eignet sich auch hervorragend, um im Pausenmodus die neugierigen Fragen der lieben Kleinen sofort zu beantworten.

Leider mangelt es auch „Willi will’s Wissen – Wo zeigen Pferde, was sie können? / Wer fängt die wilde Pferdeherde?“ an Bonusmaterial, in heutigen Zeiten eigentlich die Norm für das Medium DVD. Das wird jedoch mittels der durchdachten Themenzusammenstellung kompensiert. Somit bekommt man eine gut gemachte DVD, die unterhält und informiert. Einfach schick!

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Willi will’s Wissen – Sicher hin und her im Straßenverkehr! / Was findet statt im Stadtverkehr?

Erstellt von Redaktion am 4. Dezember 2009

Bei Amazon.deWilli will’s Wissen – Sicher hin und her im Straßenverkehr! / Was findet statt im Stadtverkehr?

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: Universal
Spieldauer: 50 Minuten

Kindgerechter Journalismus und eine anhaltende Fröhlichkeit sind die Markenzeichen von Willi Weitzel, dem Star der Kinder-Doku-Reihe „Willi will’s wissen“. Der ehemalige Theologiestudent und ausgebildete Hauptschullehrer behandelt in jeder Folge der Reihe ein anderes Thema, stellt neugierige Fragen und mischt auch gerne ordentlich mit. Dabei sind die von ihm behandelten Themen stets spannend aufbereitet und werden unterhaltsam an den kleinen Zuschauer gebracht. So auch auf der DVD „Sicher hin und her im Straßenverkehr! / Was findet statt im Stadtverkehr?“, die wieder mit zwei passenden Folgen von „Willi will’s wissen“ aufwartet.

Zentraler Punkt ist diesmal der Straßenverkehr. Für Kinder zwar ein spannendes, aber auch ein leidiges Thema. Immerhin packen die Erwachsenen dieses heiße und empfindliche Eisen gerne mit erhobenem Zeigefinger an, mahnen vor der Gefährlichkeit der Straße, erinnern an die schlimmen Dinge die passieren können und überfordern schlussendlich die Kleinen damit. Auch Reporter Willi geht diese Themen an, doch von einer ganz anderen Seite. Er und seine Redaktion bereiten das Thema spannend auf und stacheln die Neugierde der Kinder an. Dadurch begreifen die kleinen Zuschauer ganz von selbst, worauf sie achten müssen und wo die Gefahren lauern. Die Art der Verpackung beeinflusst die Art der Informationsaufnahme. Um diese Spannung zu erzeugen bringt Willi neben bekannten Eckpunkten auch neue Bereiche ins Spiel, an die manch Kind niemals gedacht hätte und nun doch gebannt vor dem Bildschirm sitzt.

So erfährt Willi von der Bedeutung der Ampelsignale und auch, wie wichtig die richtige Sichtbarkeit im Straßenverkehr ist. Eindrucksvoll zeigt er auf, was es mit dem toten Winkel auf sich hat und nimmt sogar an einem Fahrsicherheitstraining des ADAC teil. Immerhin müssen auch die Erwachsenen im Straßenverkehr Vorsicht walten lassen und bekommen die Ein oder Andere offene Frage beantwortet. Sehr schön umgesetzt ist Willi Weitzels Teilnahme an einer Fahrprüfung. Da er sich selber den kritischen und dennoch freundlichen Blicken der durchführenden Polizisten stellt, nimmt er den Kindern die Angst vor diesem wichtigen Abschnitt im Leben eines jeden Grundschülers. Willi macht auch mit und Willi macht auch Fehler – das kommt an.

Das gilt auch für Willis Blick hinter die Kulissen des Münchner Verkehrs, der als Beispiel für sämtliche Großstädte Deutschlands herhalten kann. Die Augen haben sich an den alltäglichen Verkehr der deutschen Innenstädte gewöhnt und niemand hinterfragt mehr, was im Hintergrund eigentlich geschieht. Doch genau da setzt Willi Weitzel an und springt in die Bresche. Er zeigt auf, das für fahrende und parkende Autos feste Regeln gelten. Wer die missachtet bekommt einen Strafzettel oder wird abgeschleppt. Die Verkehrspolizei bemüht sich hier redlich Willi Rede und Antwort zu stehen. Geduldig unterstützen sie die Dreharbeiten und tragen mit dazu bei, dass die Aufmachung des Themas mal wieder stimmt.

Neben der täglichen Arbeit der Verkehrspolizei nehmen auch andere Menschen am Straßenverkehr teil und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Und so sitzt Willi Abends in einem Taxi und horcht Taxifahrer Fonsi aus, um alles übers Taxifahren herauszufinden und wo man überhaupt ein Taxi rufen kann. Anschließend setzt sich Kinderreporter Willi ans Steuer der Tram – natürlich nur in Begleitung eines Trambahnfahrlehrers. Mit sechzig Sachen heizt Willi dann über die Schienen durch den Verkehr. Das macht richtig Laune!

„Willi will’s wissen – Sicher hin und her im Straßenverkehr! / Was findet statt im Stadtverkehr?“ ist mal wieder eine gelungene Doppel-DVD der beliebten Reihe. Die zwei thematisch passenden Folgen von jeweils fünfundzwanzig Minuten Länge haben genau das richtige Format für Kinder, doch auch Erwachsene dürfen ruhig mal einen Blick riskieren. Immerhin ist der Straßenverkehr auch ein Thema, mit dem Mamis und Papis tagtäglich konfrontiert werden. Leider gibt es auf der DVD keine Sonderausstattung, der Zuschauer muss also auf Bonusmaterial verzichten. Dafür ist die handwerkliche Qualität ordentlich, gibt es ein gutes Bild und guten Ton. Eine runde Sache für den heimischen DVD-Player.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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Willi will’s Wissen – Wie himmlisch klingt die Weihnachtszeit? / Wie kommt man froh ins neue Jahr?

Erstellt von Redaktion am 1. Dezember 2009

Bei Amazon.deWilli will’s Wissen – Wie himmlisch klingt die Weihnachtszeit? / Wie kommt man froh ins neue Jahr?

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: Universal
Spieldauer: 50 Minuten

Rechtzeitig zu Weihnachten 2009 erschien eine weitere DVD aus der Reihe „Willi will’s wissen“, die durch den KI.KA der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten in Deutschland bei Kindern einen großen Bekanntheitsgrad hat. Star der Reihe ist Willi Weitzel, der auch durch „Willis VIPs“ und „Willis Quiz Quark Club“ bekannt ist. Im März 2009 gelang ihm mit „Willi und die Wunder dieser Welt“ sogar der Sprung auf die deutsche Kinoleinwand. Eine bemerkenswerte Karriere. Markenzeichen von Willi Weitzel sind seine sympathische Art, sein offenes Wesen und der Umstand, dass ihm kaum jemand sein Alter ansieht. Immerhin ist er Jahrgang 1972. In der Reihe „Willi will’s wissen“ ist er als Reporter und Vertreter der Kinder unterwegs, um die alltäglichen Rätsel dieser Welt zu lösen. So auch diesmal.

Auf der DVD befinden sich zwei Folgen der Reihe, die thematisch zur Weihnachtszeit passen: „Wie himmlisch klingt die Weihnachtszeit?“ und „Wie kommt man froh ins neue Jahr?“. Beide Folgen haben eine ungefähre Spieldauer von fünfundzwanzig Minuten und weisen somit für Kinder eine gute Länge auf. Das Bild liegt im Format 16:9 vor und ist weitgehend in Ordnung. Allerdings kommt es in einigen Szenen zu Flimmereffekten, da Willi einen Pullover mit feinem Streifenmuster trägt. In einigen seltenen Szenen wirkt das Bild stellenweise auch etwas überbelichtet und zwar dann, wenn die Kamera frontal auf eine Lichtquelle hält. Da die Reihe aber einen Dokumentationscharakter hat, ist das kein Problem.

In „Wie himmlisch klingt die Weihnachtszeit?“ macht sich Willi Weitzel auf den Weg und reist ins Erzgebirge. Hier besucht er Instrumentenbauer und erkundigt sich bei einem Pfarrer, was es eigentlich mit den Engeln auf sich hat, die auf vielen Weihnachtsmotiven zu sehen sind. Anschließend geht es ins Vogtland, eine Engelstrompete bauen und das Geheimnis der Holzpyramiden enträtseln, die ebenfalls Bestandteil Weihnachtens sind. Die Folge ist sehr besinnlich und ruhig, dem Thema mehr als angemessen. Spannend ist vor allem, dass Dinge näher betrachtet werden die zum jährlichen Weihnachtsrummel gehören, um deren Herkunft oder Bedeutung nur wenige wirklich wissen.

„Wie kommt man froh ins neue Jahr?“ ist dagegen viel lauter, denn hier dreht sich alles um Silvester. Bereits Monate zuvor hat Willi einen Feuerwerker besucht und zeigt auf, wie laut, spaßig und gefährlich Feuerwerkskörper sein können. Dabei wird der mahnend erhobene Zeigefinger vermieden, doch um so eindringlicher die Hinweise vorsichtig mit den Sprengkörpern zu sein. Willi Weitzel gibt den Kindern stets das Gefühl einer von ihnen zu sein – und das kommt an.

Willi prüft auch die Sicherheit von Sprengkörpern. Er besucht dazu die Bundesanstalt für Materialprüfung und fährt anschließend in eine Sektkellerei, um auch hier seine neugierigen Fragen zu stellen. Das gipfelt dann in einem spaßigen Sektkorkenweitschießen Aber die Krönung ist natürlich das Feuerwerk, dass Willi schlussendlich mit den Feuerwerkern abbrennt. Kawumm!

Erneut sorgt die Reihe „Willi will’s wissen“ für kindgerechte und unterhaltsame Informationen, die auch für Erwachsene noch die ein oder andere Überraschung bereithalten. Die sympathische Art Willis ist dabei der Dreh- und Angelpunkt der Reihe, denn er vermeidet besserwisserische Attitüden, steckt seine Nase überall hinein und ist sich für keine Frage zu Schade. Dadurch wirkt er glaubhaft und wird vom kleinen Publikum mit offenen Armen angenommen. Das ist vor allem beim Thema Feuerwerkskörper wichtig, da hier auch auf die Gefährlichkeit der Sprengkörper hingewiesen wird.

Einziges Manko der DVD ist – wie bei allen DVDs der Reihe – die Tatsache, dass kein Bonusmaterial vorhanden ist. Das ist sehr Schade, denn einige Out-takes oder persönliche Worte von Willi Weitzel wären sicherlich ganz nett gewesen. Doch es ist nur ein kleines Manko, denn trotzdem bleibt die Silberscheibe eine klare Empfehlung. Hier verbinden sich seriöse Berichterstattung, investigativer Journalismus, informative Unterhaltung und kindgerechte Aufmachung.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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Yellowstone – Legendäre Wildnis

Erstellt von Redaktion am 29. September 2009

Bei Amazon.deYellowstone – Legendäre Wildnis

Label: polyband Medien GmbH
Vertrieb: WVG Medien
FSK: Info-Programm gemäß § 14 JuSchG
System: DVD
Sprache: Deutsch DD 5.1/Englisch DD 5.1
Bildformat/Ton: 1:1,78/16:9
Mehrkanalton: Dolby Digital 5.1
DVD-Features: Featurette
Laufzeit: 135 Min.

Der Yellowstone-Nationalpark wurde 1872 gegründet und ist der älteste Nationalpark der Welt. Er ist Teil der Rocky Mountains und ein Ort der Extreme. In der BBC-Dokumentation „Yellowstone – Legendäre Wildnis“ dreht sich nun alles um die Flora und Fauna des Nationalparks. In drei Folgen – jeweils fünfundvierzig Minuten lang – werden dem Zuschauer fantastische Bilder gezeigt. Dabei besitzt jede Folge ein Kernthema.

Den Auftakt macht „Feuer und Eis“, hier wird der Nationalpark überwiegend in seinem Winterkleid gezeigt. Dabei wird auch auf die klimatischen und geographischen Besonderheiten eingegangen, die für extreme Winter sorgen. Vor allem die Tierwelt hat mit den Unbillen der Natur zu kämpfen. Besonders faszinierend sind dabei die Wölfe, die in Yellowstone leben und die Könige des Winters sind.

„Leben auf dem Vulkan“ ist die die zweite Folge auf der DVD und zeigt eindrucksvoll das Tier- und Pflanzenleben im Frühling und im Sommer. Dabei werden überraschende Einblicke gewährt, die man so kaum vermutet hätte. Besonders packend ist das Leben der Bären in Yellowstone und wie diese pelzigen Riesen selbst einer Geröllhalde noch etwas abgewinnen können.

In der abschließenden Folge „Zeit des Wandels“ konzentrieren sich die Macher vollends auf den Herbst und die Ereignisse, die dann das Leben im Park prägen. Der Zuschauer erfährt sehr eindrucksvoll, wie sich die Tiere auf den nahenden Winter vorbereiten oder aufbrechen, um Yellowstone zu verlassen. Hier kommt auch zum ersten Mal der Mensch ins Bild, der außerhalb des Nationalparks eine große Gefahr für die wandernde Tierwelt darstellt – denn diese hat ja keine Ahnung, dass sie ein geschütztes Gebiet verlässt. Dieser Abschnitt der Dokumentation ist spannend und traurig zugleich, denn die Eingriffe des Menschen in den Lebensraum der Tiere ist dramatisch.

Das Produktionsteam um die beiden Autoren und Regisseure Nathan Budd und Andrew Murray hat ganze Arbeit geleistet und herrliche Bilde eingefangen. Neben detailverliebten Nahaufnahmen gibt es epochale Landschaftsbilder, dynamische Tierbeobachtungen und farbenprächtige Aufnahmen von Pflanzen. Der Yellowstone-Nationalpark hat Einiges zu bieten und die Kameraleute John Aitchison, Spehen de Vere, Jeff Hogan, John Shier und Paul D. Stewart gaben sich redlich Mühe, wunderbare Aufnahmen zu machen. Schnell wird klar, wie anstrengend und zeitraubend die Aufnahmen gewesen sein müssen.

Besonders die Flugaufnahmen von Peter Davis sind hervorzuheben, die majestätisch anmuten und einem schier den Atem rauben. Imposante Felswände und Bergspitzen, einsame Spuren im Schnee, sich windende Flussläufe – man kommt kaum aus dem Staunen heraus. Was ebenfalls Staunen lässt, ist der exzellente Ton. Für den sind Mike Kasic, Jonny Crew und Tim Owens verantwortlich. Man glaubt beinahe, man würde sich tatsächlich nur wenige Zentimeter neben den Tieren befinden oder gar an einem der Bäche Yellowstones liegen. Sicherlich trägt auch die Tonmischung von Tim Bolt dazu bei.

Neben Ton und Bild, ist es aber auch die Musik die begeistert. Imposant, klassisch und mächtig rundet sie die Dokumentation ab, erinnert zeitweise sogar an prominente Soundtracks wie „Der Herr der Ringe“. Immerhin stammt die Musik von Edmund Butt, der mit seinen Soundtracks vor allem in TV-Serien vertreten ist. Als Beispiel mag die TV-Reihe „Merlin“ dienen oder auch die Serie „Life on Mars“. In „Yellowstone – Legendäre Wildnis“ sorgt vor allem seine Musik für die richtigen Emotionen.

Für die deutsche Bearbeitung zeigt sich Heinz Leger verantwortlich und als Sprecher agiert souverän Otto Clemens. Die ausdrucksstarke und einprägsame Stimme des Wiener Schauspielers und Sprecher führt durch die ganze Dokumentation und kleidet die spannenden Bilder in fesselnde Worte. Sehr gelungen umgesetzt.

Auch technisch ist die DVD sehr gut ausgestattet. Das Bild ist exzellent und farbenprächtig. Der Ton liegt in Deutsch und  Englisch vor, jeweils in Dolby Digital 5.1. Leider gibt es keinen Untertitel für Hörgeschädigte.

Bei den Extras auf der DVD wurde ein wenig geknausert. So gibt es eine kleine Sammlung an Trailern, in denen weitere Dokumentationen vorgestellt werden. Wirklich spannend sind aber nur die drei kurzen Reportagen, über die Leute, die bei den Dreharbeiten mitgeholfen haben. Porträtiert werden dabei Jeff Henry und Mike Kasic. Henry wird auch der Snowman genannt und ist im Winter dafür verantwortlich die Dächer der Parkgebäude zu räumen. Was auf den ersten Blick harmlos klingt, ist Tatsächlich eine gefährliche Arbeit. Kasic hat sich dagegen den Spitznamen Fishman verdient. Bewaffnet mit Taucherbrille und Schwimmflossen springt er ins Wasser, folgt der Strömung und spielt mit den Forellen. Beide Porträts sind sehr spannend gestaltet und lassen ein wenig auch Kritik an der aktuellen Klimasituation durchblicken.

Die dritte Mini-Reportage dreht sich dagegen um die Geysir-Gucker – Menschen, deren Hobby und Lebensaufgabe es ist, die Geysiere des Yellowstone-Nationalparks zu beobachten und Meldung zu machen, sobald sich etwas regt.

„Yellowstone – Legendäre Wildnis“ ist eine klasse, aufschlussreiche und auch bildgewaltige Dokumentation in drei Teilen. Die DVD wird der Doku vollkommen gerecht und ist eine klare Empfehlung!

(Günther Lietz)

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Inspector Barnaby – Super Sleuth

Erstellt von Redaktion am 29. September 2009

Bei Amazon.deInspector Barnaby – Super Sleuth
Dokumentation

edel motion
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Bildseitenformat: 16:9
Laufzeit: 55 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Die britische Krimiserie „Inspector Barnaby“ der BBC läuft in mehr als zweihundert Ländern sehr erfolgreich. Natürlich hungern die unzähligen Fans der Serie somit auch nach Hintergrundwissen. Mit „Inspector Barnaby – Super Sleuth“ soll dieser Hunger gestillt werden. Die Dokumentation bewirbt sich dabei auf der Rückseite des DVD-Covers selbst als „außergewöhnlich“. Außergewöhnlich ist aber nur die dreiste Benutzung dieses Wortes.

„Inspector Barnaby“ basiert auf den Romanen der 1931 in Nuneaton geborenen Kriminalautorin Caroline Graham. Vier ihrer Romane wurden adaptiert, alle weiteren Folgen nur in ihrem Sinne und dem typischen englischen Landschaftsstil. Sämtliche Kriminalfälle spielen in der fiktiven Grafschaft Midsomer und überzeugen vor allem durch ihre schrulligen Charaktere und der liebevollen Darstellung des englischen Landlebens.

Eine dermaßen erfolgreiche Serie, in der scheinbar alle in England lebenden Darsteller bereits ihren Auftritt hatten, sollte genug Stoff für eine spannende Dokumentation hergeben. Macht sie eigentlich auch, aber hier wurde das Ziel leider verfehlt. „Inspector Barnaby – Super Sleuth“ wirkt wie ein lieblos zusammengestückelter Flickenteppich. Die Interviews mit den Beteiligten sind ziemlich nichtssagend, zusätzlich werden einige Informationen mehrmals wiederholt und es ist offensichtlich, dass die Dokumentation fürs Fernsehen produziert wurde. Die Trennung der einzelnen Kapitel für den Einbau von Werbung ist nämlich klar erkennbar. Um weitere Zeit zu schinden, gibt es dann noch bekannte Ausschnitte aus der Reihe, die ziemlich nichtssagend sind.

Zugegeben, der ein oder andere Informationsschnippsel ist neu, doch im Ganzen rechtfertigt das keinesfalls den Begriff „Dokumentation“. Da stellt man sich doch etwas anderes vor. „Inspector Barnaby – Super Sleuth“ wirkt eher wie ein Werbetrailer, der beinahe eine Stunde andauert. Eine Stunde Zeit, die man lieber in einen der spannenden Fälle von Barnaby investiert. Die sind nämlich wirklich gute Unterhaltung.

Auf der Rückseite der DVD steht „(…)machen die Doku zu einem echten Muss für Fans.“. Das stimmt auch. Fans werden die DVD ihrer Sammlung zufügen wollen – ungehindert des geringen Informationsgehalts und des zeitschindenden Aufbaus. Allen anderen seien die DVD-Boxen zu „Inspector Barnaby“ empfohlen.

(Günther Lietz)

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Fidel Castro – Das Ende Einer Ära

Erstellt von Redaktion am 29. September 2009

Bei Amazon.deFidel Castro – Das Ende Einer Ära

Autorin, Produzentin, Regisseurin: Adriana Bosch
Label: edel motion
Laufzeit: ca. 120 min
Sprache: Deutsch / Englisch
FSK: Info-Programm

1959 wurde auf Kuba der Diktator Fulgencio Batista durch eine Revolution gestürzt, die von Fidel Castro Ruz und seinen Untergebenen angeführt wurde. Anlässlich dieses fünfzigjährigen Jubiläums, veröffentlicht edel motion die zweistündige ZDF/arte-Dokumentation „Fidel Castro – Das Ende einer Ära“ auf DVD. Buch, Produktion und Regie lagen dabei alleine in der Hand von Adriana Bosch.

Im Zentrum der Doku steht natürlich der „Máximo Líder“ Fidel Castro selbst, doch von seiner Geburt an, bis hin zu seinem durch Krankheit bedingten Abschied aus der Politik, wurde er von unterschiedlichen Menschen begleitet, die ihn auch prägten. Das wird besonders durch die geraffte Darstellung von Castros Leben und Wirken deutlich.

Seine Geburt, Kindheit und Jugend zeigen schon einen willensstarken Charakter, der später zu einem unbeugsamen und starrsinnigen Mann wird, der sich mit den USA ein großes, scheinbar übermächtiges Feindbild aufbaut. David gegen Goliath – so mutet es an. Doch Castro hat die USA nicht bezwungen, aber er hat allen Erschwernissen zum Trotz Widerstand geleistet. Fidel Castro und sein Regime haben selbst die Sowjetunion überlebt.

Adriana Bosch hat ganze Arbeit geleistet, um Fidel Castro und sein Leben zu porträtieren. Gespickt mit unzähligen Archivaufnahmen, alten Fotos und Interviews von Zeitzeugen, zeichnet sie den Lebensweg des Mannes nach, der das moderne Kuba  prägte und auch der Welt trotzig seinen Stempel aufdrückte. Um Objektivität bemüht zeigt Frau Bosch auf, warum Castro als dermaßen polarisierende Persönlichkeit gilt. Sieg und Niederlage, Ehre und Schande, Genialität und Dummheit, Liebe und Hass – all diese Dinge vereinbart Fidel Castro in sich. Dabei wird auch gezeigt, wie Castro im Laufe der Historie sich selbst und seine Ideale verliert und schlussendlich neu definiert.

Großes hat er geleistet, Schlimmes hat er getan. Fidel Castro ist ein Mann der Widersprüche. Zusammen mit Ernesto “Che” Guevara hat er das neue Kuba geformt, seinen Freund schlussendlich still und heimlich ans Messer geliefert und ihn dann als Nationalheld vor den Propagandakarren gespannt. Castro hat Weltpolitiker gespielt, sich im Beistand der Sowjetunion gesonnt und alterte nach deren Zusammenbruch sichtbar. Zigarre, Stiefel und Uniform – so kennen ihn die Leute, so wird er geliebt, so wird er gehasst. Noch zu Lebzeiten ein Mythos, den Adriana Bosch unter die Lupe nimmt. Und das gelingt ihr außerordentlich gut.

Akribisch hat sie Bildmaterial zusammengetragen und Interviews mit Zeitzeugen geführt. Dazu gehören unter anderem Castro-Gegner wie dessen Tochter Alina Fernández oder Castros ehemalige Weggefährten. Das alles gibt ein scheinbar objektives und um Neutralität bemühtes Bild, lässt den Zuschauer sich seine eigene Meinung bilden. Trotzdem überwiegen die harten Aufnahmen, Fotos und Eindrücke: Hinrichtungen, Folter, Mord und Elend. Dem gegenüber steht jedoch auch Hoffnung, Freude und Erlösung – Fakten und Gefühle in einem Hexenkessel der Widersprüche.

Adriana Bosch setzt aus dem gesammelten Material eine faszinierende Gesamtheit zusammen. Dazu ein leiser, kubanischer Sound, der die Dokumentation begleitet, aufgebrochen von Originaltonaufnahmen. Und da gibt es tatsächlich den einzigen Haken an der Sache. Souverän führt ein Sprecher deutschsprachig durch die ganze Dokumentation, doch es gibt viele englische und spanische Tonspuren. Diese werden weder übersetzt, noch gibt es einen Untertitel. Der Zuschauer hat also keine Ahnung, was da gerade gesprochen wird – außer er ist des Englischen und Spanischen mächtig. Das hier eine Übersetzung fehlt ist sehr Schade, vor allem da oft Bezug auf das Gesagte genommen wird. Überhaupt fehlt die Möglichkeit einen Untertitel einblenden zu können.

Sehr positiv ist dagegen, dass der Sound in gutem Raumklang (5.1) daherkommt und mit kleinen Klangspielereien aufwartet. So kommen Nebengeräusche schon mal von den Seiten oder von hinten. Und das, obwohl der Ton angeblich nur in Dolby Digital 2.0 Stereo vorliegt. Auch die Bildqualität ist ziemlich gut, wobei man bei den Archivaufnahmen natürlich einige Abstriche machen muss.

„Fidel Castro – Das Ende einer Ära“ ist eine gelungene und spannende Dokumentation, die zu informieren und auch zu überraschen weiß. Adriana Bosch hat hier hervorragende Arbeit geleistet und das Bild eines Mannes gezeichnet, das man sich ansehen sollte.

(Günther Lietz)

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