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Archiv für die 'Drama' Kategorie

Paris Express

Erstellt von Detlef Hedderich am 6. März 2012

Paris Express
FSK freigegeben ab 12 Jahren.
Sprachen: Deutsch Französisch.
DVD-Video

EAN: 0886979859593
Libri: 3597156
FSK freigegeben ab 12 Jahren.
Laufzeit ca. 95 Minuten.
Sprachen: Deutsch Französisch.
Produktionsjahr: 2010.
Regie: Herve Renoh
Mit Géraldine Nakache, Catalina Denis
Universum Film GmbH

Februar 2012 – DVD-Video

Inhaltsverzeichnis

- Making Of
- Featurette “Pli Express”
- Fake Trailer
- Trailer

Sam – Ein Mann mit Mission! Sam ist Bote für einen Kurierdienst, der mit seinem zweirädrigen Gefährt alle Regeln des Straßenverkehrs in Paris missachtet, um seine Fracht möglichst schnell beim Kunden abzuliefern. Doch so sehr er sich bemüht, bekommt er weder Lob noch einen Bonus von seinem Chef. Außerdem erwischt sein Vater, beruflich Polizist, ihn bei jedem Verkehrsverstoß. Seine Freundin Nadja verlässt sich auf ihn, besonders an dem Tag, an dem ihre Schwester heiratet und er sie begleiten soll. Allerdings muss er ausgerechnet heute eine wichtige Lieferung machen, die sich bald als die schwierigste und gefährlichste seines Lebens entpuppt…

Titel bei Libri.de (DVD)

Preisrätsel / Gewinnspiel 2 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD: Um einen Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Sam ist Bote für einen Kurierdienst, welchen Job hat sein Vater? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 200 Mails eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner mit der richtigen Antwort ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWONNEN HAT: Manfred Hasselberg und Carolin Grashoff. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND UNSEREM SPONSOREN!

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Die Rache der Wanderhure

Erstellt von J. Schäfer am 29. Februar 2012

Die Rache der Wanderhure


Darsteller:  Alexandra Neldel, Bert Tischendorf, Johannes Krisch, Götz Otto,Esther Schweins,Julian Weigend
Regie:  Hansjörg Thurn
Drehbuch:  Dirk Salomon, Thomas Wesskamp

DVD Facts
Bildformat  1,78:1 (16:9 anamorph)
Tonformat  DD 5.1
Sprache   Deutsch
Prod.-Jahr:  2011
FSK  Ab 12 Jahren
Genre:  TV-Movie
Laufzeit:  ca. 120 Min.
Universum Film GmbH

Extras:
- Making of
- Musikvideo zum Titelsong von Nolween Leroy

Titel bei Libri.de

Verkaufsstart  29.02.2012

Die Story:

Die Fortsetzung “Die Rache der Wanderhure” beruht aufden Motiven des Romans “Die Kastellanin” des Bestseller-Duos Iny Lorentz und bietet noch mehr Abenteuer,Action und Leidenschaft als der erste Teil “Die Wanderhure”.Marie, Michel und Tochter Trudi genießen ihr Familienglück – bis Michelfür König Sigismund gegen die Hussiten in den Krieg ziehen muss. AlsMarie die Nachricht von seinem Tod erhält, kann und will sie es nichtglauben; zu stark ist das Band ihrer großen Liebe, sie spürt, Michel lebt.Ihr bleiben jedoch nur 10 Tage Zeit, Michel zu finden, sonst wird sie nachdem Gesetz mit einem anderen Mann zwangsverheiratet oder verliertalles. Im Kampf um ihre Familie, die politischen Machthaber geschicktfür sich nutzend, folgt Marie Michels Spur ins Feindesland – um ihn dortan der Seite einer anderen Frau zu finden. Marie jedoch würde niemalskampflos aufgeben und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – undgegen einen übermächtigen Feind, der seine eigenen Pläne mit Marieverfolgt…

Meine Meinung:

Die Rache der Wanderhure ist eine gelungene Fortsetzungsgeschichte, die uns in eine Zeit mitnimmt, in der das Konzept “Rechte für Frauen” bzw. “Menschenrechte” noch gar nicht erfunden wurden. So kommt es zum Beispiel vor, dass über den Kopf von Anwesenden hinweg entschieden wurde, dass die kürzlich verwitwete Marie wieder zu heiraten hätte. Man merkt bei dem Film ganz schnell, dass die handelnden Charaktere eher Figuren in einem überdimensioniertem Schachspiel sind, und auch als solche ohne Bedenken geopfert werden können. Besonders gefallen hat mir bei dem Film, dass einzelne Charaktere ihr Bild über die natürliche Ordnung überdenken mussten und sich andere Kulturen annäherten bzw. sogar von ihnen lernten. Nicht so gut gefallen hat mir der Zeitrahmen, in dem die ganze Geschichte sich abgespielt haben soll, denn ein Großteil der Suche von Marie nach Michel soll innerhalb von 7 Tagen geschehen sein. Allerdings hat Michel sich in diesen 7 Tagen von einer schweren Kopfwunde erholt, einen kulturübergreifende Freundschaft geschlossen, das Herz der Prinzessin des Nachbarlandes gewinnt und noch vieles mehr.

Mein Fazit:

Abgesehen von dem Kritikpunkt bezüglich der Zeitspanne eine sehr gute deutsche Produktion, der einen schönen Fernsehabend für MAnn und Frau verspricht.

[JS]

Titel bei Libri.de

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Tartarus

Erstellt von Michael Drewniok am 23. Februar 2012

Tartarus

Originaltitel: Tartarus (Österreich 2010)
Regie u. Schnitt: Stefan Müller
Drehbuch: Martin Kroissenbrunner u. Stefan Müller
Kamera: Martin Schneider
Musik: Matthias Erb
Darsteller: Martin Kroissenbrunner (Veith Schartl), Moritz Thate (Jakob Trimm), Ines Gruber (Mirabell Kranzler), Leopold F.J. Keber (Dr. Heinrich Kranzler), Stefanie Kammerhofer (Josepha), Peter Kolb (Kaufmann), Gunde Fürpass (Kellnerin), Christine Vrijs (Hohenzinnerin), Gwendolin Barnard (Johanna Hohenzinner), Stefan Schnuderl (Zigeuner), Marian Cencic (Alien) u. a.
Label/Vertrieb: Schroeder Media
Erscheinungsdatum: 20.11.2011
EAN: 9120027347429 (DVD) bzw. 9120027347412 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Deutsch)
Untertitel: Englisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 105 min. (Blu-ray: 111 min.)
FSK: 16

Titel bei Libri.de (DVD)
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Das geschieht:

Im Oktober 1813 wurde bei Leipzig die Völkerschlacht geschlagen. Die verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden besiegten Napoleon Bonaparte und verjagten die Franzosen aus Deutschland. Jeder sechste von 600.000 Soldaten musste sein Leben lassen. Veith Schartl, ein Österreicher, und sein Kamerad und Freund, der Preuße Jakob Trimm, sind dem Gemetzel entronnen. Sie sehnen sich nach Frieden, den sie nach der Demobilisierung in Pahlbach finden wollen. Dort hat Veith von seinen Großeltern eine tief im Wald gelegene Hütte geerbt.

Die beiden noch in Uniform und gut bewaffnet in Pahlbach eintreffenden Männer werden misstrauisch empfangen. Noch ahnen die Freunde nicht, dass die Dörfler etwas zu verheimlichen haben. Nachdem sie ihre Nachbarn, den Arzt Dr. Kranzler und seine junge Schwester Mirabell, begrüßt haben, finden Veith und Jakob die Hütte in gutem Zustand.

Am folgenden Morgen zieht sich freilich eine Blutspur in den Wald. Dort finden die Freunde ein zerstörtes Lager und einen tödlich verletzten Zigeuner; seine Frau bleibt verschwunden. In der nächsten Nacht versuchen groteske Kreaturen in die Hütte einzudringen. Sie werden mit Flintenschüssen vertrieben. Jakob erkennt eine Taktik: Die Wesen sind intelligent und fordern etwas von den Neuankömmlingen. Es sind Frauen, die von Pahlbacher Bürgern sorgfältig bewacht werden. Nicht in die Dorfgemeinschaft integrierte Frauen haben weniger Glück: Sie werden den Kreaturen, die dafür Ehefrauen und Töchter ungeschoren lassen, als Opfer gebracht.

Entsetzt wollen Jakob und Veith dem bzw. den Wesen ein Ende bereiten. Sie müssen ihren Schlupfwinkel finden und sie dort ausräuchern. Da Ihre Gegner schlau sind, müssen die Kameraden ihnen eine Falle stellen, wenn sie sich verraten sollen. Doch jede Falle benötigt einen Köder – einen weiblichen Köder in diesem Fall …

Mancher Kampf endet niemals

Der „tartaros“ ist in der griechischen Mythologie ein Ort der Unterwelt. Dort liegt er sogar noch hinter dem ohnehin finsteren Hades; er bleibt jenen zu Lebzeiten kriminellen Pechvögeln vorbehalten, die nach ihrem Tod besonders grausam und bis in alle Ewigkeit bestraft werden. In der Bibel bezeichnet der Tartarus einen tief unter der Erde gelegenen Ort, an den die unter Luzifer aufständisch gewordenen Engel verbannt wurden. Ein trostloser Ort der Strafe, eine Hölle und ein Abgrund, in den man ohne Hoffnung auf Rettung und Erlösung gestürzt wird: Im gleichnamigen Film ist der Tartarus eine Berggrotte, in deren Düsternis Wesen aus dem Weltall hausen. Wer sich dort hineinwagt, wird nicht mehr zurückkehren, da diese Teufel hier besonders wachsam sind.

„Tartarus“ ist außerdem ein Symbol für tiefe menschliche Verzweiflung. Jakob Trimm kam zwar gesund zurück, aber er kann den Krieg und die darin gesehenen und begangenen Gräuel nicht vergessen. Vor allem in der Nacht liegt er wach und kehrt im Geiste auf das Schlachtfeld zurück. Jakob ist in einem persönlichen Abgrund gefangen. Deshalb stürzt er sich mit durchaus selbstmörderischem Elan in den neuerlichen Kampf: Endlich muss er nicht mehr denken, sondern kann wieder handeln!

Großes Kino für kleines Geld

In einem Prolog zur eigentlichen Handlung sehen wir das Schiff der Aliens durch das Sonnensystem schlingern, bevor es in die Atmosphäre der Erde eindringt: So beginnen viele Science-Fiction-Geschichten. Allerdings findet die Invasion meist in der Gegenwart statt. Die Zuschauer finden sich problemlos zurecht, und viele (Außen-) Kulissen existieren bereits.

„Tartarus“ spielt Anno 1813. Wie Regisseur Stefan Müller beweist, ist es nicht unbedingt (finanzieller) Aufwand, der das Publikum mit Land und Leuten dieser Vergangenheit vertraut werden lässt. Sein Budget war geradezu lächerlich gering, unter 40.000 Euro soll es betragen haben. Die Dreharbeiten gestalteten sich deshalb schwierig. Sie begannen im Oktober 2007, mussten mehrfach unterbrochen und konnten kamen erst im Mai 2008 abgeschlossen werden.

Schon die Schöpfer klassischer Horror- und Mystery-Filme wussten scheinbar unüberwindliche Barrieren zu überwinden. Das Zaubermittel heißt „Einfallsreichtum“; es fordert allerdings das Hirn stärker als die Geldbörse und gilt deshalb vor allem dem Mainstream-Kino als allerletzter Ausweg. Wenn man es versteht, die richtigen Knöpfe im Hirn des Zuschauers zu drücken, genügen Andeutungen. Die Vorstellungskraft übernimmt den Rest und ergänzt individuell und wirkungsmächtig die nur scheinbaren Lücken. Unterstützend wirkt in unserem Fall eine klangstarke musikalische Untermalung, die sich in den Dienst der Handlung stellt.

Die trügerische Heimat

Stefan Müller und Martin Kroissenbrunner mussten einen soliden Ankerpunkt für ihre Geschichte finden. Sie fanden ihn in der Topografie einer Landschaft, die ebenso urwüchsig wie idyllisch und unwirtlich ist. Was zunächst paradox klingt, wird von Müller – gut unterstützt von Kameramann Martin Schneider – in entsprechende Bilder gesetzt, die darüber hinaus verdeutlichen, wie reich Mitteleuropa an ‚mystischen‘ Orten – hier vor allem die Lurgrotte in Semriach, eine fünf Kilometer lange Wasserhöhle, oder der allein durch Schmelzwasser gespeiste Grüne See in Tragöß – ist. Man muss sie nur finden und gebührend einsetzen.

Auch die Jahreszeit ist klug gewählt. Der Herbst geht in den Höhenlagen bereits früh in den Winter über. Das Licht ist matt und flüchtig, es wird von tiefen Schatten begrenzt. Die Nächte sind finster und werden durch Laternen und Fackeln nur notdürftig erleuchtet. Feuchter Schnee und Schlamm prägen den waldreichen Schauplatz, dem nachträglich die meisten Farbtöne entzogen wurden. Es dominieren die ‚Farben‘ Grau und Braun; nur selten gestattet die Kamera den Einzug ‚warmer‘ Farbtöne. Grün kommt nur als kränklicher, fast radioaktiver Schimmer vor, der die Anwesenheit der Aliens signalisiert.

Vor und hinter dem Spiegel

Das Leben ist hart und hat die Menschen geprägt. Selbst Veith Schartl, der in Pahlbach geboren wurde, gilt als Fremdling – ein gefährlicher Status, der ihn und natürlich auch den „Preußen“ Jakob Trimm zum idealen Sündenbock macht. So bleiben die Freunde allein in ihrem Kampf gegen die Aliens. Niemand hält es für nötig, sie zu warnen; womöglich hofft man, die Wesen würden erst einmal sie schnappen und die Bürger verschonen.

Die Gefahr wird umso akuter, je stärker die Gefährten aufeinander angewiesen sind. „Tartarus“ ist auch die Geschichte einer Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird. Ein intensiv gespieltes und schlicht aber eindringlich in Szene gesetztes Gespräch bringt an den Tag, wie unterschiedlich Veith und Jakob sind. Der eine ist ein Gegenwartsmensch, der Schreckliches erlebt hat und es überwinden kann, der andere bleibt ein Gefangener seiner Erinnerungen.

Man halte Veith deshalb nicht für einen fröhlichen Simpel. „Tartarus“ geht auch in der Figurenzeichnung eigene Wege. Als ein erster Versuch scheitert, die Höhle der Monster zu entdecken, ist es Veith, der nüchtern eine weitere Frau als Köder für eine neue Falle fängt. Er liegt völlig richtig damit, dass nur so der Schlupfwinkel gefunden werden kann, aber er nimmt den Tod auch dieser Frau in Kauf. So etwas würde Hollywood in einer möglichen Neuverfilmung zuerst eliminieren.

Drehbuchautor Martin Kroissenbrunner als Veith und Moritz Thate als Jakob überzeugen als wesensfremde Freunde. Gerade deshalb ergänzen sie einander. Jakob übernimmt dabei die Rolle des Grüblers und Denkers, der die Aliens als ‚Nachbarn‘ nicht einfach hinnimmt und sich mit ihnen arrangiert, sondern ihnen bewusst die Stirn bietet. Dabei geht er analytisch vor. Überhaupt spielt Aberglaube als Element der Handlung in „Tartarus“ keine Rolle. Die Kirche bleibt außen vor, pragmatisches Denken ersetzt die keineswegs vermisste Hexenjagd auf die beiden Fremden im Dorf.

Auch Aliens können irren

Vielleicht hätten die Kreaturen aus dem All besser einen anderen Landepunkt als ausgerechnet die Steiermark angesteuert. Freilich konnten sie trotz Hightech nicht ahnen, dass hier anderthalb Jahrhunderte später DER Alien-Killer überhaupt geboren würde: Arnold Schwarzenegger! Zudem scheinen diese Außerirdischen nicht übermäßig intelligent zu sein. Jakob Trimm durchschaut ihre Motive schnell. Schließlich hat auch Veith begriffen: „Das sind Viecher, die denken. Aber wisst ihr was? Das sind wir auch … und wir denken besser!“ So wird der von ihm organisierte Kampf der Pahlbacher Bauern gegen die Kreaturen wohl siegreich enden; jedenfalls sind keine späteren Fälle von Frauenraub durch Außerirdische in der Steiermark belegt …

Die „Viecher“ lassen sich möglichst selten sehen. Natürlich ist dies einerseits dem Budget geschuldet. Es gehört andererseits zum Konzept dieses Films: Was man nicht sieht, sondern höchstens ahnt, ist erschreckender als das Grauen im Licht. Wie richtig die Filmemacher damit liegen, zeigen jene Szenen, in denen die Kreaturen sich zeigen. Sie sind nur kurz und scheinen vor allem einen Kompromiss zwischen Konzeptreinheit und dem Verlangen nach ‚sichtbaren‘ Ungeheuern darzustellen. Trotzdem sind sie kontraproduktiv. Die „Viecher“ sind sichtlich Film-Monster, sie sind Modelle oder digital erschaffen. Anders ausgedrückt: Sie sind so künstlich, dass der Zuschauer es nicht ausblenden kann wie die manchmal allzu deutlich werdende Erkenntnis, dass „Pahlbach“ eine für diesen Film geschaffene Kulisse ist, die sich aus Häusern und Plätzen verschiedener Freilicht- und Bauernmuseen zusammensetzt.

Nicht jeder Schuss ist ein Treffer

„Tartarus“ funktioniert stets dort am besten, wo Müller und Kroissenbrunner von der Film-Norm abweichen. Wo sie sich auf Klischees stützen, werden die fadenscheinigen Stellen der Geschichte deutlicher. Wieso sind Aliens auf die ‚Geburtshilfe‘ von Menschenfrauen angewiesen? Warum setzen sie keinen fixen ‚Opferplatz‘ fest, statt immer wieder suchend durch den Nachtwald dorthin zu stolpern, wo die nächste Frau angebunden liegen könnte? Wie schafft es Veith, die bisher so feigen Bürger quasi auf Zuruf für seinen Feldzug gegen die „Viecher“ zu rekrutieren? Wie gelingt es besagten Bürgern, ihre Gewänder stets fleckenlos weiß zu halten?

Zudem schwelgt „Tartarus“ passagenweise allzu ausführlich in schönen Bildern. Ein wenig mehr Tempo könnte dem Film nicht schaden. Auf der anderen Seite holpert die Handlung in den ‚Action-Szenen‘ deutlich. Ebenfalls auffällig: Gegen Kroissenbrunner und Thate fallen die übrigen Darsteller deutlich ab. Nichtsdestotrotz ist „Tartarus“ interessant und unterhaltsam – ein Beleg dafür, dass der phantastische Film sehr gut in Europa verwurzelt sein kann, wenn man ihn nicht den Garagenfilmern oder dem Privatfernsehen überlässt.

DVD-Features

„Tartarus“ ist ein Film, der zwar ohne viel Geld aber dafür unter umso größerem Verbrauch von Hirnschmalz sowie mit viel Idealismus entstand. Dies spiegelt ein „Making of“ in Tagebuchform wider, das sich nicht in endlosem Eigenlob als Ergänzung zur Werbung erschöpft, sondern tatsächlich über die Entstehung eines Filmes Auskunft gibt, der unter den geschilderten Bedingungen eigentlich nicht hätte gelingen dürfen.

Hinzu kommen einige Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben.

Zum Film gibt es diese Website.

[md]

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Collapse of the Living Dead

Erstellt von Michael Drewniok am 5. Januar 2012

Collapse of the Living Dead

Originaltitel: Collapse (USA 2010)
Regie: Jason Bolinger u. Mike Saunders
Drehbuch: Mike Saunders
Kamera: Jenny Stolte
Schnitt: Jason Bolinger u. Mike Saunders
Musik: Jason Bolinger u. Vincent Gillioz
Darsteller: Chris Mulkey (Robert Morgan), Karen Landry (Molly Morgan), Travis Slade Reinders (Will Morgan), Linnea Quigley (Mrs. Bell), Angela Dezen (Dana), Michael Cornelison (Dr. McFarland), Clint Curtis (Sheriff Rhodes), Mike Tweeton (Hank), Ray H. Thompson (Mr. Linn), Justin Marxen (Edgar Hennenlotter), Ethan Henry (Deputy Cooper), Troy Hollatz (Bob) uva.
Label: Savoy-Film
Vertrieb: Intergroove Media GmbH
Erscheinungsdatum: 15.12.2011 (Verleih-DVD) bzw. 27.01.2012 (Kauf-DVD/Blu-ray)
EAN: 807297083897 (DVD) bzw. 807297083996 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 88 min. (Blu-ray: 91 min.)
FSK: 18


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Das geschieht:

Um die Morgans steht es schlecht. Vater Chris, Mutter Molly und Sohn Travis bewohnen und bewirtschaften eine kleine Farm im US-Mittelwesten. Vor einem halben Jahr starb die Tochter, was Molly an den Rand des Wahnsinns trieb, der seither mit schweren Medikamenten nur mühsam in Schach gehalten wird. Travis hasst die niedergedrückte Stimmung auf der Farm und meidet die Schule. Verzweifelt versucht Robert die Familie zusammenzuhalten.

Schon damit überfordert, sitzt ihm auch die Bank im Nacken. Die Wirtschaftskrise hat längst die Provinz erreicht. Die Morgans stehen so tief in der Kreide, dass eine Zwangsräumung droht – eine Ankündigung, die Robert vor Molly und Travis geheim gehalten hat. Nun kündigt noch Knecht Hank, der schon lange keinen Lohn mehr bekam. Das Kartenhaus steht vor dem Einsturz.

Doch als ein Scherge der Bank auf der Morgan-Farm erscheint, will er kein Geld, sondern Menschenfleisch: In der 15 Meilen entfernten Stadt – und offenbar nicht nur dort – ist eine Zombie-Seuche ausgebrochen. Travis wird gebissen und von Robert vorsichtshalber isoliert, während er sich mit Karen im Haupthaus der Farm verbarrikadiert.

Die Stromversorgung fällt aus, die Vorräte gehen zur Neige. Da Hilfe von außen nicht kommt, will Robert in die zombieverseuchte Stadt fahren, um Nachschub zu organisieren. Er plündert den wohlgefüllten Waffenschrank, was sich auszahlt, denn in der Tat lauern die Untoten überall. Robert schießt um sich und kann trotzdem nur knapp entkommen. Hastig tritt er den Rückzug auf die Farm an, während ein breiter Strom von Zombies ihm folgt – oder ist alles ganz anders? Hat es einen Grund, dass die wenigen Überlebenden, auf die Robert stößt, so seltsam reagieren und mehr Angst vor ihm als vor den Untoten zu haben scheinen …?

Ein Pfund Fleisch aus des Farmers Körper

Wie bespricht man einen Film, den eine einzige aber zugegeben originelle Idee vor dem verdienten Absinken in die Tiefen des Trash-Tümpels bewahrt, ohne genau diese Idee unerwähnt zu lassen? Faktisch ist es zumindest diesem Rezensenten unmöglich, womit er freilich nicht allein steht: In jeder längeren Besprechung von „Collapse“ wird die Spoiler-Katze aus dem Sack gelassen.

Wenigstens kann man sich dabei auf den Regisseur und Drehbuchautor berufen, der die Handlung bereits in der zweiten Filmhälfte ‚kippen‘ lässt und damit nicht erst bis zum Finale wartet. Zudem leidet „Collapse“ nicht unter der Enthüllung, was einerseits für besagte Idee spricht, andererseits jedoch damit zu begründen ist, dass dieser Film trotz seines besonderen Ansatzes kümmerlich geraten ist. Der Einfall ist gut, die Umsetzung ist es nicht.

Bleiben wir noch bei der Idee: Die Feindschaft zwischen Bank und Farmer ist in den USA nicht nur historisch, sondern geradezu klassisch. Sie geht primär auf die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre zurück, als finanziell ruinierte Farmer ihre Heime und Äcker verloren, weil sie den Banken vorgeschossene Kredite nicht zurückzahlen konnten. Erst das daraus resultierende Elend und drohende Unruhen führten dazu, dass in den USA wenigstens ansatzweise ein Sozialstaat eingerichtet wurde. Die Erinnerung an den arbeitsfaulen, herzlosen Banker im weißen Hemd und Anzug, der mit dem Sheriff kommt, um den Farmer und seine Familie zu vertreiben, blieb jedoch präsent.

Der Schock geht tief, denn auch für Robert Morgan ist seine Farm nicht nur Arbeitsplatz, sondern die eigene, von den Vorfahren seit gefühlten Urzeiten bearbeitete Scholle. Deshalb fühlt er sich wie Shakespeares Antonio, dem im „Kaufmann von Venedig“ der Geldverleiher Shylock ein Pfund Fleisch aus dem Körper schneiden will, als er in Zahlungsverzug gerät.

Die Farm: Heimat, Festung – Gefängnis

Zur empfundenen Gnadenlosigkeit der Bank, die um der Bilanz willen Existenzen vernichtet, kommt die Bedrohung der Familie. „Vom gefällten Baum machen alle Kleinholz“, lautet ein amerikanisches Sprichwort. Genauso sieht es Robert: Er hat beinahe alles verloren, sogar eine Tochter ist ihm gestorben. Verliert er die Farm, hat er als auch Ehemann und Vater endgültig versagt. Diese Haltung ist ihm unerträglich und erzeugt jenen Stress, der ihn schon längst hat in den Wahnsinn abgleiten lassen, als die Filmhandlung einsetzt.

Saunders ist zuzugestehen, dass er die diesbezügliche Fährte zwar legt, gleichzeitig aber geschickt verwischt. Mollys Labilität hat einen unvermuteten Grund, und Roberts Beharren gegenüber dem Arzt, dem Sheriff oder dem Banker, dass daheim „alles in Ordnung“ sei, bekommt erst schleichend und dann immer schneller einen unguten Unterton: Da liegt mehr im Argen als Trauer, allgemeine Sprachlosigkeit oder Geldnot.

Doch die Morgan-Farm gleicht einem Schiff, und Robert ist der Kapitän. Sein Wort ist Gesetz. Schwierigkeiten werden innerhalb der Familie geklärt, nach außen wird geschwiegen. Die räumliche Entfernung zur Stadt steigert die Isolation, die seit jeher zur idealen Brutstätte für Irrsinn werden kann

Die Welt wird im Wahnsinn verständlich

Irgendwann muss die überstrapazierte Psyche zerbrechen. Robert interpretiert die Welt, die sich gegen ihn verschworen hat, auf eine bizarre aber ihm leichter begreifbare Weise um: Seine Feinde verwandeln sich von Blutsaugern in Menschenfresser. Gegen sie kann er wehren, denn wie es sich für den Nachfahren von Pionieren gehört, rosten zwar Traktor und Familienlimousine, nicht aber die in eindrucksvoller Zahl gesammelten und gut gepflegten Handfeuerwaffen und Schrotflinten. Im 21. Jahrhundert ist ein Indianerüberfall zwar unwahrscheinlich, doch Robert ist bereit!

Dass man ihm den Zerfall seines Geistes abnimmt, liegt vor allem am Darsteller Chris Mulkey. Er gehört zu jenen viel beschäftigten Mimen, die jährlich bis zu sechs Rollen annehmen, dabei weder TV-Routine noch B- und C-Movies scheuen und in der Regel trotzdem grundsolide Arbeit abliefern. Mit seinem von Pockennarben gezeichneten Gesicht eignet sich Mulkey gut als Parade-Bösewicht, den er deshalb oft gibt. Dieser Schublade entschlüpft er offensichtlich gern.

Das Regie-Duo Bolinger & Saunders konnte nicht nur Mulkey, sondern auch seine tatsächliche Ehefrau Karen Landry anheuern. Sie tragen das Drama darstellerisch, wobei es ihnen gelingt, die ‚Drehung‘ zu vermitteln, die erforderlich ist, um das Geschehen, das wir zunächst nur aus Roberts Sicht verfolgen, in die Realität zu überführen, in der Molly sich als womöglich stärkerer Teil des Paares erweist.

Nicht nur die Psyche wird fadenscheinig

Damit endet leider die kurze Liste der Pluspunkte. Saunders, der auch als Regisseur und Autor stolz seinen in Kindertagen erhaltenen Spitznamen „Insane Mike“ konserviert, mag wohl ein Querdenker sein. Ein Unterhaltungstalent ist er dagegen nicht. Nur Robert und Molly Morgan schrieb er profilstarke Rollen auf die Leiber, auch dabei geizte er nicht mit Klischees, die Mulkey und Landry ausbügeln müssen.

Für routinierte Schauspieler war ansonsten kein Geld mehr da. Ausgerechnet zwei verdiente Veteranen des billigen Gruselfilms (Linnea Quigley,  Michael Cornelison) versteckte Saunders in überflüssigen Nebenrollen. Stattdessen stellte er Anfänger und Laiendarsteller en masse ein. „Collapse“ entstand u. a. in der Kleinstadt West Branch, US-Staat Iowa, deren filmbegeisterte Bürger sich gleich im Familienbund als Zombies verpflichten ließen. Sie schlurfen durch das Bild, wie sie es im Kino gesehen haben, und unter der dünnen Schminke wird deutlich, dass sie sich das Grinsen kaum verbeißen können.

Grundsätzlich bringt Saunders die beiden Handlungsstränge nicht zusammen. Vor allem im Zombie-Teil gehen nur  dreibeinige Pferde mit ihm durch. Er vernachlässigt den Zwischenton, sondern wähnt sich in einem ‚richtigen‘ Horrorfilm. Dies führt zu den üblichen Mustern und sorgt für mindestens tausendfach (und oft besser) gesehene Halsbisse und Kopfschüsse. Wo dem Effektzauberer mehr als die tagesüblichen zwei Budget-Dollar in die Hände gerieten, ließ er seinem Ehrgeiz freien Lauf und kreierte echte Splatter-Szenen, die in dem ansonsten amateurhaften Streifen unvorteilhaft auffallen.

Farmer-Grusel als Bauern-Theater

Denn Anfänger wähnt man jederzeit am Werk. Begeisterung ist kein Ersatz für Talent oder handwerkliches Geschick. Die Dialoge sind dürftig oder dumm. Der Kameramann scheint mit dem Boden verwachsen zu sein, der Cutter nur einen Arm zu haben. Mit-Regisseur Bolinger versucht sich auch am Soundtrack; einen Job, den er erst recht nicht meistert. Das Drehbuch schlägt der Logik seltsame Schnippchen: Wieso ist die Stadt zunächst zombieleer, als Robert dort erscheint? Halten die Untoten ein kollektives Nickerchen, während sie auf Besucher = Frischfleisch warten? Ohnehin scheinen sie bei Bedarf aus dem Boden zu wachsen.

Zombietum macht sich bei Saunders in erster Linie durch zerfetzte Kleider bemerkbar. Alle Zombies sind sorgfältig und auf eine Weise zerlumpt, die absolut ratlos in der Frage lässt, wie sie schon nach wenigen untoten Stunden in diesen Zustand geraten konnten. Sie jagen ohnehin kaum Angst ein; aufgrund des sorgfältig beachteten Schlurfgangs sind diese Kreaturen so langsam, dass ihre Opfer ihnen ostentativ und ewig den Rücken zudrehen müssen, damit sie erwischt werden können. Des Zuschauers Blutdruck steigt dabei nur, weil er den betreffenden Darsteller – meist den armen Chris Mulkey – gehetzt nach links und rechts aber demonstrativ nie nach hinten blicken sieht: Spannungsaufbau unterscheidet sich offensichtlich vom Versuch, sein Publikum für dumm zu verkaufen.

Auf dilettantische Weise schleppt sich die Handlung voran. Die finale Auflösung ist zumindest konsequent und recht grimmig, kann aber für die anderthalb Stunden Lebenszeit nicht ersetzen, deren Verlust den Zuschauer weitaus stärker schmerzt als jeder Zombiebiss.

DVD-Features

Die ‚Ausstattung‘ von DVD (und Blu-ray) unterstreicht, dass „Collapse“ zum Auswurf der Filmgeschichte gehört: Mit Trailer und Bildergalerie wird man abgespeist.

Unschuldig sind „Insane Mike“ & Co. übrigens am selten dämlichen deutschen Titel des Films: Was soll denn ein „Collapse of the Living Dead“ sein? „Collapse“ gibt im Original knapp, präzise und unheilverkündend die Richtung der Geschichte vor. Das „… of the Living Dead“ belegt den dreisten Versuch, hierzulande zwar für debil gehaltene aber solvente Zuschauer/Käufer an die Zombie-Angel zu nehmen. Wer sich auf typischen Därme-raus-Horror gefreut hat, dürfte solche Manipulation anschließend mit einer Ächtung des verantwortlichen Labels und seiner Filme ahnden.

[md]

Titel bei Amazon.de (DVD)

Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

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Deep in the Woods – Verschleppt und geschändet

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Dezember 2011

Deep in the Woods – Verschleppt und geschändet

Originaltitel: Au fond des bois.
‘Alamode Film’.
FSK freigegeben ab 16 Jahren.
Trailer

EAN: 4042564129724
Libri: 4028090
Originaltitel: Au fond des bois.
‘Alamode Film’.
FSK freigegeben ab 16 Jahren.
Trailer- Interview mit Benôit Jacquot.
Laufzeit ca. 98 Minuten.
Sprachen: Deutsch Französisch.
Produktionsjahr: 2010.
Regie: Benoit Jacquot
Mit Isild Le Besco, Nahuel Perez Biscayart, Nahuel Perez
AL!VE Ag

18. November 2011 – DVD-Video

Südfrankreich, 1865. Der Wanderer Timothée kommt in ein verschlafenes Dorf.  Er gibt sich taub und stumm. Dr. Hughes gewährt ihm Unterkunft in seinem Haus für Arme und Kranke. Timothée entdeckt die Tochter des Hauses Joséphine und ist von ihrer Schönheit überwältigt. Als Joséphine am nächsten Tag allein ist, schleicht er sich in die Küche, setzt sie in Trance und nutzt sie sexuell schamlos aus. Unter den hypnotischen Einflüssen folgt sie Timothée tief in die Wälder, obwohl sie verängstigt und angewidert scheint. Dort wird sie von ihm vergewaltigt und misshandelt bis Timothée verhaftet und verurteilt wird. Aber wie groß war der hypnotische Einfluss wirklich?

Benôit Jacquots „Deep in the Woods – verschleppt und geschändet“ ist ein beeindruckender Film über Sex, Macht und Abhängigkeit. Isild Le Besco („Ein gutes Herz“, „Sade“) in der Rolle der Joséphine und Nahuel Perez Biscayart als Timothée („Glue“, „The Aura“) zeigen ein Wechselbad der Gefühle zwischen psychischer Abhängigkeit und körperlicher Anziehung. Seine Weltpremiere feierte „Deep in the Woods – Verschleppt und geschändet“ als Eröffnungsfilm auf dem Locarno Filmfestival 2010 und begeisterte dort das Publikum.

Titel bei Libri.de (DVD)

Preisrätsel / Gewinnspiel 2 x 1 (KOSTENLOSE!) DVDs: Um die Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wie viele Episoden sind auf der DVD? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 200 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWINNER IST: Doreen Müller und Kirsten Arnst. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN! VIELEN DANK!

Abgelegt unter Abenteuer, Drama, News, Pressemeldungen, beendete Preisrätsel | 1 Kommentar »

Real Steel

Erstellt von Günther Lietz am 12. Dezember 2011

“Real Steel” – wahrer Stahl – aus dem Helden und ihre boxenden Roboter bestehen, kämpft auch um die Gunst der Zuschauer. Und um die zu gewinnen, haben Regisseur Shawn Levy und seine Drehbuchschreiber alles ausgepackt, was der Hollywoodbaukasten zu bieten hat. Ganz viele bunte Steine ergeben somit einen Film, der komplett auf das Publikum zugeschnitten ist. Die Sache hat nur einen Haken, der Film hat weder Seele noch Herz.

Dabei spricht der Anfang des Streifens eigentlich für ein rührseliges Familiendrama und emotionales Erlebnis. Denn eines Tages erfährt der erfolglose Roboterboxer Charlie Kenton (Hugh Jackman), dass seine Exfrau gestorben ist. Er soll nun zu einem Gerichtstermin kommen, bei dem es um das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn Max (Dakota Goyo) geht. Charlie hat keine echte Bindung zu Max und so ist es für ihn ein Leichtes, das Sorgerecht regelrecht an Max’ Tante zu verhökern. Doch zuvor verbringt Max noch die Ferien bei seinem Vater, denn er nur Charlie nennt.

Eine traurige Geschichte und der Zuschauer kann sich bereits denken, wohin der Weg führt. Charlie, übrigens ein richtiges Arschloch, investiert das Geld in einen neuen Boxroboter und verliert prompt. Auf dem Schrottplatz entdeckt Max nun einen Sparringsroboter namens Atom und bringt die alte Klapperkiste auf Vordermann. Durch den gemeinsamen Boxsport raufen sich Vater und Sohn zusammen, Atom boxt gegen den Champion und alle sind froh und glücklich und so weiter und so fort. Oh, und natürlich gibt es auch noch die gutaussehende Bailey (Evangeline Lilly), mit der Charlie zusammenkommt.

Die Geschichte ist so offensichtlich konstruiert, dass es schmerzt. All die soften Herzschmerzmomente Hollywoods wurden in einen Topf geworfen. Und weil Boxen so brutal ist, verkloppen sich halt Roboter. Das kommt in Zeiten von “Transformers” beim Publikum gut an und sorgt für eine niedrige FSK. Problem an der Sache: Die Transformers haben Persönlichkeit. Die fehlt den boxenden Robotern vollkommen. Es sind und bleiben eiskalte Maschinen.

Allgemein gesagt ist die Roboteridee ziemlich blöde und der Underdog Atom vollkommen unglaubwürdig. Wäre der ein toller Boxer, würde er nicht auf dem Schrottplatz liegen, sondern jeder würde so einen haben. Daran ändert auch die Sache mit der Bewegungssteuerung nichts. Das würde dann auch jeder machen. Absoluter Schwachsinn. Es geht hier einfach nur darum eine alte und rostige Blechdose zu haben, um den Mitleidbonus abzuräumen. Wie der restliche Film, ist eindeutig erkennbar, dass “Real Steel” am Reißbrett erschaffen wurde. Der Film ist vollkommen nach Blockbusterlehrbuch gestaltet und das ist ihm stets anzumerken. Die Macher haben vergessen, dass Film auch Kunst ist. Aber das Zielpublikum lässt trotzdem die Kasse klingeln, denn es läuft so viel Mist zur besten Sendezeit, dass scheinbar nur die wenigsten noch gute Unterhaltung zu schätzen wissen.

Wenigstens kommt die Vorlage mit Niveau daher. Sie stammt von Richard Matheson und ist seine Science-Fiction Kurzgeschichte “Steel”, die er 1956 verfasste und die vom Fernsehen bereits mehrmals adaptiert wurde. Einmal im Rahmen der Serie “Twilight Zone” 1963 („Ein Halbschwergewicht aus Stahl“) und dann nochmals bei den Simpsons („Häuptling Knock-A-Homer“). Da schlüpfte Homer in einen Kampfroboter, um seinem Sohn Bart zu imponieren. Diese Zeichentrickfolge hat mehr Herz, als es “Real Steel” vermag. Denn da riskiert Daddy Charlie Kenton zu keinem Zeitpunkt sein Leben. Wäre auch zu brutal, um eine niedrige Altersfreigabe zu bekommen. In „Ein Halbschwergewicht aus Stahl“ bleibt der Loser-Roboter übrigens ein Loser-Roboter und somit die Story glaubhaft. Und das tanzende Duo Atom und Max stammt übrigens aus „Häuptling Knock-A-Homer“ – und die Story ist wirklich rührend und tiefsinnig.

“Real Steel” wird auch gerne mit den Stallone-Streifen “Rocky” oder “Over the Top” verglichen, fährt dabei aber keine Punkte ein. Um ehrlich zu sein, der Levy-Streifen orientiert sich eigentlich gar nicht an diesen beiden bekannten Kinohits, sondern nutzt einfach nur die gleichen Elemente, um dann aber auf ganzer Linie zu versagen.

Das Einzige was “Real Steel” am versumpfen in die Bedeutungslosigkeit hindert, sind die Darsteller. Allen voran Hugh Jackman, der für “Real Steel” eifrig seinen Kredit als markiger und kantiger Typ wegknabbert. Noch ein oder zwei Streifen dieser Art und seine bisherigen Verdienste sind dahin. Er ist jedenfalls der Bremsklotz, der “Real Steel” daran hindert über die Klippe zu rauschen. Sein Spiel ist hervorragend und voller Spielfreude. Jackman geht richtig mit und haucht dem Film wenigstens etwas Leben ein.

Etwas fürs Auge, aber dennoch gefangen in einer klinisch reinen Liebesbeziehung, kommt Evangeline Lilly als Bailey Tallet daher. Lilly ist eine grandiose Schauspielerin und war einer der Gründe, um in den letzten Jahren den Serienhit „LOST“ einzuschalten. Allerdings hat sie in “Real Steel” leider nichts mehr mit der starken und zähen Kate aus „LOST“ gemeinsam. Im Gegenteil, die Frau wird als Schauspielerin regelrecht demontiert und verkommt zum Mechanikerfrauchen, dass in einem Loch ausharrt, bis das Arschloch wieder auftaucht und sie dann gnädig zurücknimmt. Schwache Leistung von Lilly, die viel mehr kann, aber vom Drehbuch ausgebremst wird.

Mehr Raum bekommt dagegen Kinderstar Dakota Goyo der den Max spielt. Der Junge kann was, keine Frage, aber in “Real Steel” ist er einfach nur penetrant, naseweis und altklug. Er hat einfach zu viel Zeit auf dem Bildschirm und wirkt kaum kindlich, stellt dafür aber eine coole Figur dar, der alle kleinen Jungs nacheifern können. “Real steel? Real shit! Goyos Rolle befördert soviel Hollywoodzucker in den Streifen, dass es schon eklig wird.

Was bleibt also unterm Strich? Ein Film der mehr sein könnte als er schlussendlich ist. Zu sehr auf Hollywood getrimmt, zu sehr auf Vater-Sohn-Drama gestimmt, als das es glaubhaft und unterhaltsam wäre. Trotzdem weiß der Film stellenweise zu unterhalten, vor allem in den ersten fünf Minuten. Von solch einem Jackman hätte es mehr bedurft, einem Jackman, der wirklich was riskiert, mit einer starken Bailey und einer glaubhaften Kinderfigur an seiner Seite. “Real Steel” ist unteres Mittelfeld, aber immerhin noch im Spiel.

Copyright © 2011 by Günther Lietz

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Real Steel

Originaltitel: Real Steel
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Indien (2011)
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Shawn Levy
Drehbuch: John Gatins, Dan Gilroy (Geschichte), Jeremy Leven (Geschichte)
Produktion: Shawn Levy, Susan Montford, Don Murphy
Musik: Danny Elfman
Kamera: Mauro Fiore
Schnitt: Dean Zimmerman

Darsteller: Hugh Jackman (Charlie Kenton), Dakota Goyo (Max Kenton), Evangeline Lilly (Bailey Tallet), Kevin Durand (Ricky), Anthony Mackie (Finn), James Rebhorn (Marvin), Hope Davis (Debra), Olga Fonda (Farra Lemcova), Karl Yune (Tak Mashido)

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Trust – Die Spur führt ins Netz

Erstellt von J. Schäfer am 2. Dezember 2011

Trust – Die Spur führt ins Netz
Regie: Ed Cathell III, Boaz Davidson, Danny Dimbort
Mit Clive Owen, Catherine Keener, Liana Liberato

Untertitel: Deutsch.
FSK freigegeben ab 16 Jahren.
Laufzeit ca. 97 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL). Sprachversion: Deutsch, DD 5. 1, Deutsch, DTS 5. 1, Englisch, DD 5. 1.
Sprachen: Deutsch Englisch.
Schnitt: Douglas Crise
Regie: Ed Cathell III, Boaz Davidson, Danny Dimbort
Kamera: Andrzej Sekula Mit Clive Owen, Catherine Keener, Liana Liberato
Extras: Making of (ca. 17 Minuten),Interviews (ca. 13 Minuten), Behind the Scenes (ca. 3 Minuten), Original Kinotrailer
Koch Media Home Entertainment
Produktionsjahr: 2010.

2. Dezember 2011 – DVD-Video

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Zur Story:

Die 14-jährige Annie lernt übers Internet einen Chat-Partner kennen. Er ist ungefähr in ihrem Alter, freundlich, ebenfalls ein Volleyball-Fan und scheint sich wirklich für sie zu interessieren. Die Eltern wissen über diese Bekanntschaft, machen sich darüber aber keine Sorgen, da sie
es für eine Teenie-Schwärmerei halten. Als der Fremde Annie ein Treffen vorschlägt, zögert das Mädchen nicht lange. Doch bei dem Rendezvous muss Annie feststellen, dass Charlie weitaus älter ist als er zunächst behauptet hat. Trotzdem folgt sie ihm in sein Hotelzimmer und erlebt dort
die schlimmsten Stunden ihres Lebens. Als Annies Vater von der schockierenden Tat hört, scheint es nur noch einen Ausweg für ihn zu geben: Rache!

Meine Meinung:

Ein Film, der mit den Ängsten der Eltern von heranwachsenden Kindern spielt, aber auch offen und unverblümt mit dem Thema Kindesmissbrauch und Vergealtigung umgeht. Hier wird sehr deutlich und (meiner Meinung nach) auch sehr gut dargestellt, wie das Internet die wahre Identität einer Person verschleiern kann und wir uns als ahnungsloser User in einem Chatroom nicht mehr sicher sein können, ob unser Gesprächspartner auch wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Des Weiteren hat man hier auch gut sehen können, wie junge Menschen, die ein einem Netz aus Lügen gefangen wurden, manipuliert werden, damit sie genau das tun, was von ihnen verlangt wird. Aber auch die Reaktionen der Eltern, die von der Situation total überfordert sind, wird hier gezeigt. Am Ende muss sich jeder selbst die Frage stellen, wie er oder sie selbst reagiert hätte, wäre die eigene Tochter oder der eigene Sohn betroffen.

Mein Fazit:

Auf  jeden Fall sehenswert, um auf Gefahren im Internet aufmerksam zu machen.

[JS]

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Uncertain Guest – Du bist nicht allein

Erstellt von Michael Drewniok am 1. Dezember 2011

Uncertain Guest – Du bist nicht allein

Originaltitel: El habitante incierto (Spanien 2004)
Regie u. Drehbuch: Guillem Morales
Kamera: Sergi Bartrolí
Schnitt: Joan Manel Vilaseca
Musik: Marc Vaíllo
Darsteller: Andoni Gracia (Félix), Mónica López (Claudia/Vera), Francesc Garrido (Bruno), Agustí Villaronga (Martín), Minnie Marx (Senora Mueller), Pablo Derqui, Violeta Llueca, Xavier Capdet (Polizeibeamte) u. a.
Label/Vertrieb: Koch Media
Erscheinungsdatum: 06.10.2006
EAN: 4020628987947
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Spanisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 109 min.
FSK: 16

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Das geschieht:

Gerade haben sich Félix und seine Lebensgefährtin Vera getrennt. In seinem riesigen Haus lebt der erfolgreiche aber neurotische Architekt nun allein. Die Einsamkeit geht ihm auf die Nerven, zumal er eines Abends eine Dummheit begeht: Er öffnet einem Fremden die Haustür und lässt ihn telefonieren. Als Félix nach einiger Zeit nach ihm schaut, ist der Mann verschwunden.

Aber hat er wirklich das Haus verlassen? Félix zweifelt, denn schon in der folgenden Nacht beunruhigen ihn seltsame Geräusche: Es klingt, als würde jemand verstohlen durch die Räume wandern Zwar kann Félix niemanden finden, doch er gerät zunehmend in Aufregung und alarmiert sogar die Polizei, die allerdings ebenfalls erfolglos sucht.

In seiner Angst sucht Félix erneut die Nähe zu Vera. Da sie ihn durchaus vermisst, geht sie auf seine Avancen ein. Doch als Félix eines Nachts durchdreht, sie beschuldigt, mit dem Eindringling gemeinsame Sache zu machen, und sie versehentlich verletzt, ergreift Vera die Flucht.

Félix verfällt endgültig in Paranoia und Panik. Er beschafft sich eine Waffe. Als er tatsächlich einen Fremden im Haus stellt, schießt er und schließt ihn verletzt auf dem Dachboden ein. Anschließend gibt Félix sein Haus auf und lebt zunächst in seinem Wagen, bis er zufällig die Identität des Eindringlings in Erfahrung bringt: Offenbar handelt es sich um den Archäologen Martín, einen Félix unbekannten Nachbarn. Félix verschafft sich Einlass in dessen Haus. Dort lebt die gelähmte Claudia, die Vera wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Sie vermisst ihren Gatten, der seit einigen Tagen nicht mehr heimgekehrt ist. Fasziniert nistet sich Félix in Claudias Heim ein. Er wird zum unsichtbaren Gast, der sich immer stärker in den Wahn steigert, dass Claudia (zu) ihm gehört …

Die Kunst der unterhaltsamen Überraschung

So selten sind für den altgedienten Filmfreund jene Momente, in denen er überrascht und erstaunt einen Film verfolgt, der ihm etwas Neues bieten kann, dass sie einer Offenbarung gleichkommen. „The Uncertain Guest“ versetzte zumindest diesen Rezensenten in eine beinahe euphorische Stimmung, was doppelt schwierig ist, da er ein Freund stringenter und schlüssiger Handlungen ist.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Guillem Morales zwar eine bizarre Geschichte erzählt, die er jedoch völlig plausibel entwickelt. Dies führt zu der angenehmen Enttäuschung, mit einem Film konfrontiert zu werden, dessen Handlung man nach einer Weile vorauszusagen zu können glaubt, um sich wenig später mit Wendungen konfrontiert zu sehen, mit denen so einfach nicht zu rechnen war.

Zur inhaltlichen Qualität kommt eine formale Umsetzung, die der Geschichte noch im kleinsten Detail zuarbeitet. Das Haus des Architekten Félix ist eine großartige Kulisse und gleichzeitig Spiegelbild seines komplexen und instabilen Charakters. Es gibt unzählige Räume, die viel zu ordentlich eingerichtet sind. Scheinbar solide Wände lassen sich bewegen, was die Übersichtlichkeit Lügen straft, und in der Nacht sorgt die Designer-Beleuchtung nicht für klare Sicht, sondern erzeugt unheimliche Schatten, aus denen sich undefinierbare Geräusche umso deutlicher herausschälen.

Wahnsinn kennt keine Grenzen

Wie ernst kann man eine Geschichte nehmen, die um „Wohnraum-Parasitismus“ kreist – ein Begriff, den Félix selbst in einem Moment rationaler Selbstreflexion prägt? Es stellt sich heraus, dass dies nicht der Punkt ist: Morales erteilt uns eine Lektion über die Tiefen des menschlichen Geistes, in denen sich erschreckende Kreaturen verbergen können.

Wahnsinn ist ein gern eingesetztes Film-Element. In der Regel kommt er freilich plakativ daher; dem Irren steht entweder buchstäblich der Schaum vorm Mund, oder er gibt den genialischen Serienkiller oder Weltenzerstörer. Tatsächlich ist Wahnsinn ein Phänomen, dessen eigentlichen Schrecken ebenfalls Félix in Worte fasst: Das eigene Gehirn lässt ihn im Stich. Es registriert und entschlüsselt nicht, was geschieht, sondern folgt eingebildeten Reizen. Auf diese Weise gehen Realität und Fiktion ineinander über, sie lassen sich nicht mehr differenzieren.

Schon als filmische Reise in den Wahnsinn ist „Uncertain Guest“ ein böser Trip. Doch Morales sorgt für ein zusätzliches Element der Unsicherheit: Versteckt sich womöglich doch ein ‚Untermieter‘ in dem Haus, wo er parallel zu Félix unsichtbar sein Dasein fristet? Die gegenteiligen ‚Erklärungen‘ überzeugen die Polizei oder die ungläubige Vera, aber der Zuschauer zweifelt ebenso wie Félix.

Wahnsinn ist ansteckend

Während wir endlich eine Erklärung für die seltsamen Ereignisse gefunden haben und darauf warten, dass Morales sie in die entsprechende Handlung umsetzt, schlägt diese plötzlich eine völlig neue Richtung ein. Félix tritt die Flucht nach vorn an. Er schaltet seinen unheimlichen Peiniger aus – und verliert darüber endgültig den Verstand. In einem genial eingefädelten Handlungsfaden verwandelt sich Félix in das Pendant seines Verfolgers. Er schleicht sich in das Haus von Martín und Claudia ein und wird selbst zum Wohnraum-Parasiten!

Als solcher verbreitet er Angst und Schrecken wie sein anonymes Gegenstück – und er genießt es. Plötzlich erleben wir aus der Perspektive des Täters mit, was das Opfer vormals erdulden musste, wobei Opfer und Täter nun identisch sind. Die zweite Filmhälfte spiegelt die Ereignisse der ersten wider, was dadurch unterstützt wird, dass sowohl Vera als auch Claudia von Mónica López dargestellt werden.

Wahnsinn steckt voller Überraschungen

Wie kann eine solche Geschichte aufgelöst werden? Morales gelingt das Kunststück. Das letzte Viertel inszeniert er als Kette unerwarteter Twists, die sich keineswegs in spektakulären Effekten und reiner Unterhaltung erschöpfen, sondern subtil eine groteske aber in sich ruhende Story plausibel abrunden.

Dieses Finale soll hier natürlich nicht aufgedeckt werden, zumal man ohnehin sehen muss, um glauben zu können, wie aberwitzig endet, was sieben Menschen das Leben gekostet hat, nachdem Félix erneut zum Opfer der von ihm bedrängten Pechvögel wurde, die ihre eigenen düsteren Geheimnisse hüten. Niemand spielt in diesem Film mit offenen Karten, und Wohnraum-Parasitismus ist offenbar stärker verbreitet als man geahnt hätte …

Für seinen Spielfilm-Erstling wurde Guillem Morales gern mit David Lynch verglichen. „Uncertain Guest“ ist jedoch kein Arthouse-Film, sondern bleibt primär der Unterhaltung verpflichtet. Macht man sich von der Erwartung frei, dass hinter dem merkwürdigen Verhalten der Protagonisten ein ‚Sinn‘ stecken muss, bleiben bei genauer Beobachtung keine Fragen, wenn die Schlusstitel einsetzen. Bis es soweit ist, überlässt Morales nichts dem Zufall, weshalb man sich „Uncertain Guest“ sehr sorgfältig und womöglich mehrfach anschauen sollte. Nebensächliche Handlungen, sinnfreies Reden, sogar Einrichtungsgegenstände im Bildhintergrund ergeben nachträglich einen Sinn bzw. Hinweise auf das eigentliche Geschehen. Da die Figuren nicht schlauer sind als der Zuschauer, wird auch ihnen dies zu spät klar.

Kammerspiel in zwei verwinkelten Häusern

„Uncertain Guest“ ist eine Herausforderung für die Darsteller, die in kleiner Besetzung eine komplexe Handlung stimmig tragen müssen. Die meiste Zeit sehen wir Andoni Gracia als Félix und Mónica López zusammenspielen, an die in ihrer Doppelrolle besondere Ansprüche gestellt werden.

Gracia ist zunächst erschütternd überzeugend als Opfer einer tatsächlichen oder eingebildeten Heimsuchung, während er später erschreckend glaubhaft in der Rolle des Stalkers wirkt. Der psychische Verfall wird nur selten durch entsprechende Ausbrüche ‚verdeutlicht‘, sondern teilt sich in Félix‘ Verhalten und Äußerungen mit, die Paranoia und Misstrauen in einem verhängnisvollen Aufschaukeln zeigen: Der Wahnsinn wohnt – die Realität zeigt es – gern und lange unbemerkt hinter unauffälligen Gesichtszügen.

Das Spiel der Nebenfiguren fügt sich noch in den kleinsten Rollen harmonisch und mit katastrophalen Folgen in das Geschehen ein. Mitleid will sich beim Zuschauer nur selten einstellen. Die Figuren fordern ihr Schicksal durchaus selbst mit heraus. Allerdings schlägt es in der Realität kaum so konsequent und erbarmungslos wie unter Morales‘ Anleitung zu.

An einer ähnlich verwickelten und abrupt kehrtwendenden Geschichte versuchte sich Morales 2010 in „Los ojos de Julia“ (‚dt.‘ „Julia’s Eyes“). Wiederum waren Inszenierung und Schauspiel erlesen, doch dieses Mal zerfiel der Film zu deutlich in zwei Abschnitte. „Uncertain Guest“ bleibt in jeder Hinsicht das bessere Werk.

DVD-Features

Die Extras zum nur als DVD veröffentlichten Film sind karg, doch das knapp viertelstündige „Making-of“ wird der Zuschauer dankbar zur Kenntnis nehmen, werden hier doch wichtige und interessante Hintergrundinformationen gegeben. (Leider fehlt die Antwort auf die Frage, wieso „El habitante incierto“ – „Der ungewisse Gast“ – in Deutschland mit „Uncertain Guest“ ‚übersetzt‘ wird.) Weniger wichtig sind der Trailer zum Film und eine Bildergalerie (ca. 100 Fotos), die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit niemand ansehen wird.

[md]

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Trautes Heim, Glück allein

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. November 2011

Trautes Heim, Glück allein
Untertitel: Deutsch.
Originaltitel: La maison du bonheur.
‘Pierrot Le Fou’.

EAN: 4042564133684
Libri: 7109130
Untertitel: Deutsch.
Originaltitel: La maison du bonheur.
‘Pierrot Le Fou’.
FSK freigegeben ab 6 Jahren.
Making of, Outtakes, Deleted Scenes.
Laufzeit ca. 98 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL). Sprachversion: Deutsch, DD 5. 1, Französisch, DD 5. 1.
Sprachen: Deutsch Französisch.
Produktionsjahr: 2006.
Regie: Dany Boon
Mit Dany Boon, Michèle Laroque, Daniel Prévost
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November 2011 – DVD-Video

Charles Boulin (Dany Boon) ist der größte Geizhals von Paris. Um seine Frau Anne endgültig vom Gegenteil zu überzeugen, sucht er nach einem großen Geschenk zum Hochzeitstag: ein ruhiges Landhaus mit Garten. Aber auch hier zählt jeder Cent. Also nimmt sich Charles einen zwiespältigen Makler und lässt das Haus von zwei stümperhaften, aber billigen Handwerkern renovieren. Es dauert nicht lange und auf der Baustelle herrscht blankes Chaos. Als Charles schließlich noch seinen Job verliert und das Geld knapp wird, nimmt das Unglück seinen Lauf…

- Making of
- Outtakes
- Deleted Scenes

DVD bei Libri.de

blu-ray bei Libri.de

Preisrätsel / Gewinnspiel 2 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD: Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wer ist in dem Film der größte Geizhals von Paris? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 200 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

DIE GEWINNER LAUTEN: Olaf Heil und Christian Geiben. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN! HERZLICHEN DANK!

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Fertile Ground

Erstellt von Michael Drewniok am 29. September 2011

Fertile Ground

Originaltitel: Fertile Ground (USA 2011)
Regie: Adam Gierasch
Drehbuch: Adam Gierasch u. Jace Anderson
Kamera: Yaron Levy
Schnitt: Andrew Cohen
Musik: Joseph Conlan
Darsteller: Leisha Hailey (Emily Weaver), Gale Harold (Nate Weaver/William Weaver), Chelcie Ross (Avery), Jami Bassman (Mary Weaver), Stephanie Brown (Risa), JoNell Kennedy (Brittany McGraw), Douglas Roberts (Dr. Glasgow), Rod McCullough (Sheriff Crane), Kailah Combs (Geistermädchen) u. a.
Label: Senator Home Entertainment
Vertrieb: Universum Film
Erscheinungsdatum: 14.10.2011
EAN: 0886979283992 (DVD) bzw. 0886979284197 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 91 min. (Blu-ray: 95 min.)
FSK: 16

Titel bei Libri.de (DVD)
Titel bei Libri.de (Blu-ray)
Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)
Titel bei Booklooker.de

Das geschieht:

Abermals endet für Emily und Nate Weaver der Versuch, eine Familie zu gründen, in einer Tragödie. Die neuerliche Fehlgeburt und die Nachricht, dass Emily nie mehr wird schwanger werden können, nimmt das Paar als Anlass, die Großstadt New York City zu verlassen, um auf dem ruhigen Land einen Neuanfang zu versuchen. In New Hampshire besitzt Nate noch den alten Familien-Stammsitz – ein 1813 erbautes, schönes, sehr abgeschieden liegendes Haus. Hier wird Nate, ein Kunstmaler an der Schwelle zur Berühmtheit, sein Atelier einrichten, während Emily daran denkt, wieder Modellkleider zu entwerfen.

Die anfängliche Freude trübt sich, als im Garten ein weibliches Skelett entdeckt wird, das dort vor 150 Jahren verscharrt wurde. Offenbar ist hier ein Mord geschehen – längst nicht die einzige Bluttat, die im Weaver-Haus begangen wurde, wie ein örtlicher Historiker den (noch) entgeisterten Neubewohnern mitteilt: Mörder und Selbstmörder haben sich hier förmlich die Haustürklinke in die Hand gegeben.

Vor allem die labile Emily beginnt sich auf die Vergangenheit des Hauses zu fixieren. Sie stöbert im Keller eine Truhe mit dem Nachlass von William und Mary Weaver auf, mit denen der Reigen der Gräueltaten einst begann. Kurz darauf spuken die Geister dieser beiden Vorbewohner bereits durchs Haus. Nur Emily sieht sie, denn Nate hat sich in seinem Atelier vergraben und wird zusehends unzugänglicher. Kurz darauf erfährt Emily von ihrem Arzt, dass sie wider Erwarten wieder schwanger ist. Nate reagiert wenig erfreut; überhaupt scheint er sich in eine andere, unsympathische, gefährliche Person zu verwandeln, vor der Emily sich zu fürchten beginnt.

Dies steigert sich zur Panik, als sie alte Quellen studiert und feststellt, dass jede Frau, die in dem Haus schwanger wurde, spurlos verschwand oder ein blutiges Ende nahm. Kurz darauf ist es soweit: Auch Nate verfällt dem Fluch und verfolgt Emily mit dem wild geschwungenen Gehstock seines Vorfahren …

Noch fruchtbar ist der Schoß, aus dem dies kroch …

Natürlich reizt ein Film, der sich um das Thema Fruchtbarkeit dreht, zu Wortspielen und Sarkasmen, wenn das Ergebnis trotz heftiger Wehen eher kümmerlich ausfällt. In diesem Fall kommt erschwerend hinzu, dass „Fertile Grounds“ unterhaltsam beginnt und die Geschichte sorgfältig entwickelt wird, um dann im Finale umso spektakulärer in Schwachsinn und Unlogik zu zerfallen.

Die Story selbst ist so fern jeglicher Originalität wie das neuenglische New Hampshire entfernt von Iowa, wo „Fertile Ground“ tatsächlich gedreht wurde; dieser US-Staat liegt zwar deutlich weiter im Westen des nordamerikanischen Kontinents, lockt aber mit finanziellen Gaben Filmleute an, die auf den Dollar schauen müssen.

Zu ihnen gehörte Adam Gierasch eindeutig, denn „Fertile Ground“ ist ein Gruselfilm fast ohne Spezialeffekte und spielt überraschend oft bei Tageslicht, womit das Problem überzeugender = kostspieliger Nachtaufnahmen umgangen wird. Dies muss nicht von Nachteil sein, zumal die Story vom Spukhaus besser gedeiht, wenn die Geister nur ansatzweise umgehen. Sie sind unheimlicher, wenn man sie erahnen muss, was auch Gierasch mehrfach unfreiwillig belegt, wenn er die unvermittelte Begegnung von Gespenst und Mensch unter Einsatz dröhnender Musik inszeniert: Solche plumpen Buh!-Effekte verblassen neben Szenen, in denen sich die Welten unmerklich mischen. Schade, dass gleich zwei Drehbuchautoren dies weder aufgefallen, noch ihnen diesbezüglich mehr & Besseres eingefallen ist! (Nebenbei bemerkt: Ich habe noch nie ein ‚Spukhaus‘ von 1813 gesehen, das so gut in Schuss, modern eingerichtet und gemütlich war wie der Weaver-Landsitz, der Geistern ganz sicher keinen fruchtbaren Boden bietet …)

Spukt es noch, oder spinnst du schon?

Wohin Gierasch mit seiner Geschichte wollte, kann sich das Publikum zwar nachträglich zusammenreimen. Das muss es auch, denn der Film lässt den Betrachter spätestens im Finale völlig im Stich. Schon vorher gibt es Momente derartiger Logikferne, dass der Zuschauer lauter schreien mochte als die leicht aus der Fassung zu bringende Emily.

Es gibt zu viele Details, an denen sich der Kritiker aufreiben könnte. Generell ärgert die Nonchalance, mit der Gierasch zwischen Horror- und Psycho-Thriller schwankt. Spukt es im Weaver-Haus, oder ist sehen wir Emily, die langsam dem Wahnsinn verfällt? Dummerweise gibt es Indizien, die mit gleicher Lautstärke für beide Theorien sprechen. Lässt man die übernatürlichen Geschehnisse Revue passieren, bleiben sie nicht selten ausschließlich durch Geistertreiben ‚erklärbar‘. Auch bei gutem Willen bleibt nur eine sehr unbefriedigende Deutung: Es geht in der Tat um im Weaver-Haus, was nur Emily registriert, während sie außerdem den Verstand verliert.

Solche Larifari-Auflösungen hinterlassen großen Ärger, zumal Gierasch lange & erfolgreich vorgibt, seine Zuschauer erwarte ein Feuerwerk überraschender Enthüllungen. Er schürt Erwartungen und erzählt formal ruhig aber mit einem ständig drohenden Unterton. Seine Geschichte gliedert er in Kapitel, deren Titel die sachte Steigerung eines sich entwickelnden Dramas andeuten. Deshalb nimmt man es doppelt übel, wenn Gierasch schließlich offenbart, dass er keine Ahnung hatte, wie er seiner Geistergeschichte ein adäquates Ende geben konnte.

Keine Ahnung von gutem Spuk

Weshalb er nicht einmal davor zurückschreckt, dieses Finale durch ein Gewitter untermalen zu lassen, um wenigstens ein bisschen Gruseldynamik unterstützend ins Feld zu führen. Leider ist dieser Effekt nicht nur abgedroschen, sondern er wird hier von Spezialeffekt-Technikern realisiert, die offenbar niemals ein Gewitter erlebten: Sie stellen es sich jedenfalls als endlose Folge greller Blitzchen vor, denen manchmal ein Donnerschlag folgt.

Nachdem Gierasch die Handlung bisher wohltuend ruhig inszenierte, verfällt er plötzlich in uralte Horror-Klischees, die hier sogar dann fehl am Platze wären, wenn er eine Ahnung hätte, wie man sie spannend in Szene setzt. Mit großem Schlachtmesser muss Emily durch das dunkle Haus schleichen und unerhört schlecht motiviert ein wenig Blut vergießen, um wenigstens die Altersfreigabe von 12 auf 16 Jahre zu hieven.

Dem inspirationslosen ‚Höhepunkt‘ folgt eine ‚tragische‘ Coda, die Emily summend und ein unsichtbares Baby im Arm wiegend in der Gummizelle zeigt. Mit diesem faulen Trick ist das Maß voll bzw. Zuschauers schon viel zu lange strapazierter Geduldsfaden gerissen.

Von fruchtbar zu furchtbar

(Unverdientes) Glück hatte Gierasch mit seiner Hauptdarstellerin. Emily ist der Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte, und Leisha Hailey gibt ihm zerbrechlich aber entschlossen Gestalt. Hat man sich erst von der Furcht befreien können, gleich fiele der Rest der „L-Word“-Clique ins Weaver-Haus ein – Hailey gehörte zur Stammbesetzung dieser TV-Serie –, wirkt sie sehr glaubwürdig als nicht mehr ganz junge Frau, die über ihrem vergeblichen Kinderwunsch geistig zu zerbrechen beginnt. Viele und lange Szenenfolgen bestreitet Hailey allein und erfolgreich. Ohne ihre Leistung wäre „Fertile Ground“ so verdorrt wie das Ahorn-Bäumchen, das die Weavers vor ihr neues Heim pflanzen, wo es im Laufe der Filmzeit aufdringlich symbolisch verdorren kann.

Gale Harold übernimmt zwar eine Doppelrolle. Ihm bleibt dennoch nur die eher undankbare Position des (zumindest anfänglich) verständnisvollen aber letztlich notorisch begriffsstutzigen Gatten, der über seine eigenen Probleme den geistigen Absturz seiner Frau ignoriert; im Finale ereilt ihn dafür die ‚Strafe‘. Karikaturenhaft überspitzt spielen JoNell Kennedy (beste Freundin) oder Stephanie Brown (arrogante Nebenbuhlerin), aber ihre Rollenzeiten bleiben glücklicherweise knapp bemessen. Weitere Darsteller sind hin und wieder anwesend, ohne irgendwelche Eindrücke zu hinterlassen, was auch nicht ihre Aufgabe ist.

Ungeachtet seines Titels bietet „Fertile Grounds“ letztlich nur dürren Durchschnitts-Grusel. Was nach 90 Minuten bleibt, ist ein Zorn, der hilft, die Namen „Adam Gierasch“ (Regie, Drehbuch) und „Jace Anderson“ (Drehbuch) ins Gedächtnis das Zuschauers zu gravieren; ein Wissen, das nützlich ist, um zukünftig Enttäuschungen zu vermeiden, die sich aus dieser trüben Quelle speisen könnten.

DVD-Features

Obwohl nicht nur der Hauptfilm, sondern auch die deutsche Synchronfassung belegen, dass Schmalhans Küchenmeister im Kochstudio „Fertile Grounds“ war, gibt es doch ein zehnminütiges Filmchen, das als „Making Of“ firmiert. Wenn man die üblichen Lobhudeleien ausblendet, bleibt der kurze aber interessante Blick hinter die Kulissen einer Produktion, die mit Zeit und Geld ständig knausern musste und trotzdem handwerklich solide und ansehnlich geraten ist.

[md]

Titel bei Libri.de (DVD)
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