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Archiv für die 'FSK18 & k.J.' Kategorie

PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 2 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: LADY BLOOD (DVD)

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. März 2010

cover_lady-bloodLADY BLOOD
(Starttermin: ab 12.03.2010 im Verleih und im Handel)

Regie: Jean–Marc Vincent
Darsteller: Emmanuelle Escourrou, Philippe Nahon, Shirley Bousquet u. a.

Yanka, die als junge Frau einst Schreckliches durchmachen musste, hat ihr Leben inzwischen im Griff: Sie ist verheiratet, hat eine süße Tochter und arbeitet als Polizistin. Die dunklen Schatten ihrer Jugend scheinen überwunden. Doch plötzlich passiert Merkwürdiges in der Stadt. Eine übel zugerichtete Leiche nach der anderen wird aufgefunden und während alle Welt an das Werk eines wahnsinnigen Serienmörders glaubt, hat Yanka einen schrecklichen Verdacht: Die Dämonen ihrer Vergangenheit sind zurückgekehrt, um sie zu jagen!

.

FSK: 18
DVD-Extras: Trailershow
Bestellnummer: 70034
EAN-Code: 4041658700344

TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Lady Blood
Produktionsland + -jahr: Frankreich, 2008
Genre: Horror
Ton: Deutsch DD 5.1 + 2.0, Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1
Laufzeit: ca. 90 Min.

Titel bei Amazon.de (DVD)

Preisrätsel/Gewinnspiel 2 x 1 -DVD:
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden:
Was ist Yanka, die als junge Frau einst Schreckliches durchmachen musste, von Beruf? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald dreissig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! ACHTUNG: BEI FSK 18 TITELN PRÜFEN WIR DAS ALTER DER TEILNEHMER!

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Aliens vs. Predator 2 [Extended Version]

Erstellt von Michael Drewniok am 5. März 2010

avp2Aliens vs. Predator 2 [Extended Version]

Originaltitel: AVP: Aliens vs. Predator – Requiem (USA 2007)
Regie: Colin Strause u. Greg Strause
Drehbuch: Shane Salerno
Kamera: Daniel C. Pearl
Schnitt: Dan Zimmerman
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Steven Pasquale (Dallas Howard), Reiko Aylesworth (Kelly O’Brien), John Ortiz (Sheriff Eddie Morales), Johnny Lewis (Ricky Howard), Ariel Gade (Molly), Kristen Hager (Jesse), Sam Trammell (Tim), David Paetkau (Dale), Chelah Horsdal (Darcy), Meshach Peters (Curtis), Matt Ward (Mark), Robert Joy (Colonel Stevens), Françoise Yip (Ms. Yutani) uva.
Label/Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 30.08.2008 (Century3 Cinedition)
EAN: 4010232043214 (Kauf-DVD/Century3 Cinedition)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Ungarisch)
Untertitel: Deutsch/Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Ungarisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 97 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Predator „Scar“ hat bei seinem letzten Jagdausflug auf den Planeten Erde nicht nur den Tod gefunden, ihm wurde auch von einem schlauen Alien ein Embryo eingepflanzt, was Scars trauernder Gefährte, der seine Leiche bergen kam, leider erst bemerkte, als der ungebetene Gast durch das Raumschiff zu geistern begann: kein Alien-„Warrior“, sondern ein „PredAlien“, ein genetischer Mischling, die Intelligenz und Kampfkraft beider Spezies vereint. Die Kreatur bezwingt auch den zweiten Predator. Bei diesem Kampf stürzt das Raumschiff über der Erde ab und schlägt nahe der Kleinstadt Gunnison im US-Staat Colorado auf. Während der Predator noch eine Alarmbotschaft funken kann, bevor er seinen Verletzungen erliegt, fällt das PredAlien bereits über die ahnungslosen Menschen her, die es frisst oder als lebende Brutkammern für seinen Nachwuchs verschleppt: Das Wesen schafft sich eine Armee säureblütiger „Warriors“, mit deren Unterstützung es die Erde erobern will.

Während sich auf dem fernen Planeten der Predatoren ein „Cleaner“ auf den Weg macht, der das PredAlien ausschalten und alle Spuren seiner Übeltaten verwischen soll, bevor die US-Regierung Wind davon bekommt, versucht auf der Erde Dallas Howard nach drei Knastjahren wieder Fuß in seiner Heimatstadt Gunnison zu fassen. Er hat genug vom kleinkriminellen Dasein und will auch seinen jüngeren Bruder Ricky zügeln, bevor dieser ebenfalls in Schwierigkeiten gerät. Am anderen Ende der Stadt buhlt Soldatin Kelly O’Brien nach ihrer Rückkehr aus dem Iran um die Gunst ihrer fremdelnden Tochter.

Als der ‚neue‘ Predator in Gunnison eintrifft, eskaliert die Situation. Überall kriechen bereits Aliens herum, die der außerirdische Jäger mit brachialer Gewalt bekämpft. Wer ihm dabei in die Quere kommt, findet auch als Mensch ein böses Ende. Sheriff Morales ist überfordert, die Nationalgarde zieht auf – und wird ausgelöscht. Nun rückt die Armee an, aber der misstrauische Dallas hegt den Verdacht, dass diese die Eindämmung der Alien-Seuche per Atombombe plant. Durch die brennende und von Monstern wimmelnde Stadt schlägt sich eine kleine Gruppe zum Krankenhaus durch, auf dessen Dach ein rettender Hubschrauber steht …

Sie kommen einfach immer wieder …

Manche Dinge sollte man als Zuschauer erst einmal ruhen lassen. In diesem Fall zahlte sich Geduld sogar doppelt aus (obwohl der hier zu besprechende Film dadurch nicht besser wurde). So entging Ihr Rezensent nicht nur der von der Werbung zusätzlich und planmäßig geschürten Erwartung, die sich auf die Wiederkehr der Paarung Predator & Alien richtete, sondern blieb auch von einer filmischen Rumpf-Fassung verschont, die für den Durchlauf im Kino auf Tempo und Lärm getrimmt wurde und knapp zehn Minuten kürzer war als der „Director’s Cut“, den die Strause-Brüder nicht einfach aus zunächst in der Schnittraum-Mülltonne gelandeten Resten (die es im digitalen Zeitalter wohl ohnehin nicht mehr gibt) zusammenklittern mussten, sondern mit zum Teil neu gedrehten Szenen zu ihrer Version eines ‚richtigen‘ AvP-Spektakels aufwerten durften.

Das war bitter nötig, denn obwohl das erste Gipfeltreffen („Alien vs. Predator“) 2004 für Einnahmen in erfreulicher Höhe gesorgt hatte, waren die echten Fans wenig begeistert von dem weichgespülten Effektgewitter, das in eine banale Story gebettet wurde und geradezu vorsätzlich zwei Mythen dekonstruierte. Vor allem die Aliens waren zu Sandsäcken der Predatoren heruntergekommen; die elegante, unheimliche Präsenz und Widerstandskraft, die sie in ihrer ‚eigenen‘ Serie auszeichneten, waren kaum mehr spürbar.

Leider ging der Auftrag für eine Fortsetzung an zwei Regisseure, die sich im phantastischen Film zwar bestens auskennen und entschlossen waren, die Doppelserie ihren Ursprünge wieder näherzubringen (was die Tilgung von Widersprüchen und Fehlern, die oft nur tief in die Materie eingeweihten Fans aufgefallen waren, durchaus einschloss), jedoch wie Paul W. S. Andersen (Regisseur und Drehbuchautor von „AvP 1“) eindeutig auf der Seite der Predatoren standen. Das brachte einen Film hervor, der die „Predator“-Fraktion zufriedenstimmen und die Fans der „Aliens“ verärgern wird, die in „AvP 2“ tüchtiger verdroschen werden als je zuvor.

Was wollen sie eigentlich?

Dies passt zu einem Film, dessen Primärzweck aus Produzentensicht in der Generierung neuerlicher Einnahmen bestand, während die Regie an zwei Männer ging, die jederzeit die Optik einer gut erzählten Story vorzogen. Die Geschehnisse, mit denen wir in der „Extended Version“ nunmehr 97 Minuten konfrontiert werden, sind entweder simpel oder hanebüchen; in der Regel treffen beide Eigenschaften zu.

Nicht einmal das ständige Action- und Effekt-Feuerwerk kann brennende Fragen verhindern: Wieso übernimmt ein Alien-Embryo neuerdings Informationen des Wirtes in seinen genetischen Bauplan? Von „Alien“ bis „Aliens 3“ war davon keine Rede gewesen, und in „Aliens – Die Wiedergeburt“ musste im Labor kräftig nachgeholfen werden. Das PredAlien produziert nur Aliens der bekannten „Warrior“-Gestalt; sehr merkwürdig. Sind „Warriors“ Mischwesen aus Menschen und einer weiteren, noch unbekannten Alien-Spezies? Warum informiert der abgestürzte Predator nur einen einzigen Gefährten? Ist die Invasion der Erde – die ja offenkundig verhindert werden soll – keine Aufgabe, die besser ein Predatoren-Team erledigen könnte?

Noch übler als den Aliens ergeht es der kopfstarken Schar der menschlichen Darsteller. Bevor diese sich endlich zusammenraufen, zerstreuen sie sich über ganz Gunnison und erleben episodenhafte Abenteuer. Als sie dann eine Gruppe bilden, fällt ihnen nur ein, zurück in die Stadt und zum Krankenhaus zu flüchten, wo ein rettender Hubschrauber steht. Niemals greifen die menschlichen Figuren planvoll oder bestimmend in das Geschehen ein. Sie werden entweder vom Predator oder vom PredAlien oder von den Alien-Kriegern hin und her gescheucht.

Darsteller als Monsterfutter

Dies mochte sich offenbar kein renommierter Schauspieler antun. Außerdem waren große Namen im Budget – das die Strause-Brüder lieber in eindrucksvolle Effekte investierten – nicht vorgesehen. Ewige Nebenrollen-Inhaber und Schwerarbeiter in den Minen der TV-Industrie bilden deshalb das Darstellerfeld. Es wird ergänzt von kanadischen Mimen, die in den letzten Jahren ihr Glück kaum fassen können: Weil der Dollar jenseits der US-Nordgrenze mehr wert ist als in Hollywood, entstehen Filme, die in den USA spielen, tatsächlich oft in Kanada. Als „AvP 2“ gedreht wurde, waren dort sogar soviele Produktionen zu Gast, dass die Schauspieler knapp wurden.

Aus dem Gewimmel der Haupt- und Nebenfiguren, die in der Mehrzahl bloßes Monsterfutter darstellen, ragt beim besten Willen niemand heraus. Die Charaktere verkörpern Klischees. Aus dem Rahmen fallen höchstens die wenigen Verstöße gegen scheinbar zementierte Normen. So haben die Strauses kein Problem damit, einen Alien-„Chestbuster“ aus der Brust eines Kindes brechen zu lassen. Überrascht wird der Zuschauer auch durch den unerwarteten Tod einer Hauptdarstellerin: Solches Bürsten gegen den Strich hätten die Strauses sich öfter gestatten sollen.

Mit einem Epilog, der den gewagten Bruch mit der Handlung riskiert, gelingt den Strauses das (grundsätzlich überflüssige) Kunststück, die „AvP“-Filme mit der vierteiligen „Alien“-Saga zu verknüpfen. Damit melden die beiden Regisseure ihren Anspruch auf eine Fortsetzung von „AvP 2“ an. Aufgrund der für das produzierende Studio enttäuschenden Einnahmen an den Kinokassen sah es damit lange schlecht aus, doch auf DVD und Blu-ray konnte „AvP 2“ diesen Einbruch wettmachen, sodass es wohl weitergehen wird.

Anmerkung

Ich weise darauf hin, dass sich mein Beitrag auf die von den Strauses angefertigte „Extended Version“ von „AvP 2“ bezieht. Deren Veröffentlichungsgeschichte ist hierzulande ein wenig kompliziert. Während die um mehr als sieben Minuten erweiterte Fassung als normale Einzel-DVD ihren Weg in die Videotheken fand, schwoll sie im Verkauf zur (ebenso pompös wie sinnfrei) betitelten „Century3 Cinedition“ an. In diesem Schuber stecken drei DVDs mit Kino-Version, „Extended Version“ und Extras.

Die Blu-ray-Fassung umfasst zwar die Extras der dritten „Century3“-DVD, beinhaltet aber nur die verkürzte Kino-Version; die „Extended Version“ ist also gar nicht als Blu-ray zu erwerben! Sehr merkwürdig …

DVD-Features

Um dem Käufer eine Fülle von Hintergrundinfos vorzugaukeln, wurde auf bewährte Art das „Making-of“ in zahlreiche Kapitelchen zerhäckselt, die sich insgesamt aber doch zu knapp anderthalb Stunden addieren. Erfreut registriert der Zuschauer auch die Abwesenheit sinnleeren Promotion-‚Interviews‘, in denen sich die Befragten gegenseitig über den grünen Klee lügen.

Viel Mühe haben sich die Regisseure Colin und Greg Strause sowie Produzent John Davis mit ihren Kommentaren gegeben, die deshalb (und weil sie deutsch untertitelt sind) eine besondere Erwähnung verdienen. Jenseits spätpubertärer Anwandlungen, mit denen die Strauses vermutlich ihre Nähe zur Mehrheit des Zielpublikums unter Beweis stellen wollen, geben sie interessante Einblicke in die Entstehung von „AvP 2“, die einen ständigen Kampf zwischen Anspruch und Produktionsrealität verraten. Zu beinahe jeder Szene wissen die drei Kommentatoren etwas zu sagen, wobei sie Informationen und Anekdoten geschickt mischen.

Etwas trockener im Vortrag aber deutlich informationslastiger ist der Kommentar von Tom Woodruff Jr. und Alec Gillis, die für das Design der Spezialeffekte zuständig waren. Sie haben viel zu sagen über den Arbeitsalltag von Spezialisten, die bewährte Tricktechnik mit moderner CGI-Wundern kombinieren und dabei stets mindestens ein Auge auf den Termin- und den Budgetplan werfen müssen.

Im Internet treiben die Monster aus dem All hier ihr Unwesen.

[md]

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Final Destination 4

Erstellt von Michael Drewniok am 26. Februar 2010

final-destination-4Final Destination 4

Originaltitel: The Final Destination (USA 2009)
Regie: David R. Ellis
Drehbuch: Eric Bress
Kamera: Glen MacPherson
Schnitt: Mark Stevens
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Bobby Campo (Nick O’Bannon), Shantel VanSanten (Lori Milligan), Nick Zano (Hunt Wynorski), Haley Webb (Janet Cunningham), Mykelti Williamson (George Lanter), Krista Allen (Samantha Lane), Andrew Fiscella (Andy Kewzer), Justin Welborn (Carter Daniels), Stephanie Honore (Nadia Monroy), Lara Grice (Cynthia Daniels), Jackson Walker (Jonathan Grove) uva.
Label: New Line Home Entertainment
Vertrieb: Warner Home Video
Erscheinungsdatum: 08.01.2010 (DVD) bzw. 22.01.2010 (Blu-ray u. Blu-ray Steelbook)
EAN: 5051890011008 (DVD) bzw. 5051890012210 (Blu-ray) bzw. 5051890012227 (Blu-ray-Steelbook)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch)
Untertitel: Deutsch/Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Holländisch, Russisch, Polnisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 79 min. (Blu-ray: 82 min.)
FSK: 18

Das geschieht:

Von ihren dummen aber netten Freunden wurden Nick und Lori zu einem Autorennen mitgenommen. Während die Rennwagen ihre Kreise ziehen, überfällt Nick eine Vision, die ihm zeigt, wie aufgrund eines fatalen Unfalls die meisten Tribünengäste ein grässliches Ende finden; auch ihn und Lori erwischt es. Erschrocken kann Nick seine Freunde sowie einige aufgeschreckte Besucher ins Freie locken, bevor sich der Unfall tatsächlich ereignet.

Weder Nick noch die von ihm geretteten Personen werden ihrer verschonten Leben froh, denn es ereilen sie in exakt jener Reihenfolge, in der Nick sie sterben sah, bizarre Tode. Lori recherchiert und findet im Internet Hinweise auf mindestens drei ähnliche Unfallserien in den letzten zehn Jahren: Offenbar holt sich der Sensenmann jene Opfer, die ihm aufgrund einer Vision entwischten, nachträglich und unerbittlich. Nur derjenige Kandidat kann ihm endgültig von der Schippe springen, dem es gelingt, seine Attacken auszuhebeln und so die Kette zu durchbrechen. Allerdings ist es möglich, dass der Tod daraufhin einfach die nächste Nummer auf seiner Liste ins Visier nimmt.

Trotzdem versuchen Nick und Lori den Aufstand gegen das Schicksal. Leider fällt es sowohl den potenziellen Opfern als auch ihren Freunden – die wie gesagt dumm sind – schwer, der Theorie vom düpierten Tod Glauben zu schenken, sodass dieser leichtes Spiel hat und sich die Jagd nach den flüchtigen Seelen durch den Einsatz einfallsreich sabotierter Abschleppwagen, Autowaschanlagen, Saugpumpen, Nagelpistolen u. a. zu Mordinstrumenten mutierender Gerätschaften unterhaltsamer gestalten kann …

Der Fluch des Erfolgs: Franchise-Wiedergänger

Wer sich nach der Sichtung von „Final Destination 4“ (hier von nun an als „FD4“ abgekürzt) die Frage stellen sollte, wieso dieser Film gedreht wurde, obwohl er sowohl inhaltlich als auch formal missraten ist, darf sich glücklich schätzen: Ihm (oder ihr) wurde soeben eine wichtige Lektion erteilt: Qualität oder wenigstens Unterhaltung zählen in Hollywood nicht einmal als sekundäre Tugenden. Beim Verb – also „zählen“ – können wir bleiben, doch damit verbinden müssen wir das Geräusch klingender Münzen.

Selbst Regisseur David Ellis gibt offen zu, dass es keine Existenzberechtigung für jenen Film gibt, den er nichtsdestotrotz selbst gedreht hat. Da „FD4“ bei einem überschaubaren Budget weltweit mehr als 150 Mio. Dollar eingespielt hat, sollte man dem Originaltitel, der „The Final Destination“ ankündigt, keineswegs Glauben schenken: Es wird weitergehen – blutiger und einfallsloser denn je.

Alles wie immer, nur ein bisschen schneller

Die Krux liegt im denkbar begrenzten Potenzial des Grund-Plots: Der Tod schnappt sich jene, die ihm zufällig entkommen. Was im „Final-Destination“-Original von 2000 neu war und gut umgesetzt wurde, war bereits mit „Final Destination 2“ (2003) ausgereizt. 2006 zeigte „Final Destination 3“, wohin das Franchise die Serie zu lenken gedachte: Möglichst groteske Mordszenarien sollten für Unterhaltung sorgen, während die Story mehr und mehr in den Hintergrund geriet. Während in den ersten beiden Teilen der mysteriöse Totengräber Bludworth einen Zugang zum übernatürlichen Hintergrund-Geschehen darzustellen schien, wurde dieser Strang inzwischen endgültig gekappt: Wer da wieso im Hintergrund entwichene Seelen einsammelt, ist für das Franchise unwichtig oder sogar störend. Stattdessen wird der Status quo zementiert.

Der besteht wie gesagt aus einer Steigerung in den Todessequenzen. Weil diese das zentrale Element der „Final-Destination“-Filme darstellen, wurde ihre Zahl für „FD4“ erhöht und die Schraube in Sachen Drastik noch einmal einige Umdrehungen angezogen. Weil gleichzeitig die Story entfiel, konnten Darsteller in zweistelliger Zahl binnen 79 Minuten zerquetscht, verbrannt, aufgespießt oder anderweitig umgebracht werden; oft sterben sie sogar mehrfach bzw. auf unterschiedliche Weisen gleichzeitig.

Tiefe Bilder für einen flachen Film

Noch nie lief ein „Final-Destination“-Film so kurz. Länger würden freilich selbst geduldige (oder anspruchslose) Zuschauer nicht ertragen, mit welchen faulen Tricks ihnen das Eintrittsgeld aus den Taschen gezogen wird. Im Kino mag dies noch funktionieren, weil die 3-D-Effekte des 21. Jahrhunderts inzwischen genossen werden können; anders als bisher stellen die an den Kino-Kassen ausgeteilten Papp-und-Plastik-Brillen keine Garanten für kollektiven Kopfschmerz mehr dar. Weil seit dem letzten Hochschwappen der 3-D-Mode wieder einige Jahrzehnte vergangen sind, vermögen sich die jüngeren Generationen außerdem für eine Weile wieder an spitzen Gegenständen erfreuen, die nicht nur simpel Körper durchbohren, sondern dabei tief in den Zuschauersaal ragen oder fliegen. Von diesem Effekt wird im 3-D-Kino seit jeher (über-) reichlich Gebrauch gemacht.

Leider erledigt sich dieses Vergnügen vor dem heimischen TV-Schirm. Dort müssen wir uns mit der altmodischen Simpel-Variante der 3-D-Technik begnügen und wie Anno 1953 – in diesem Jahr startete die erste Welle dreidimensionaler Filme – anaglyph in die Röhre schauen. Wer auf scharfen und farbtreuen Seh-Spaß verzichten kann, wird in die Raumtiefe reichende Bilder immerhin erahnen können. Ansonsten sei auf die traditionelle aber augenfreundliche 2-D-Fassung verwiesen.

„Denn alles Fleisch ist wie Gras“

Was bereits der Apostel Petrus wusste, wird in „FD4“ ausdrucksstark illustriert. Mit viel Energie betreiben Regisseur Ellis und Drehbuchautor Eric Bress im Bund mit einem Heer engagierten Spezialeffektler die möglichst variationsreiche Zerwirkung des menschlichen Körpers. Sie gilt als (inzwischen vielfach kopiertes) Markenzeichen der „Final-Destination“-Serie und unterliegt als solches dem üblichen Fortsetzungs-Fluch: Von Folge zu Folge müssen die Metzeleien sich steigern, während das Budget sinkt.

Der ehemalige Stuntman Ellis weiß, wie man Zerstörung bildgewaltig inszeniert. Da er dies bereits in „Final Destination 2“ getan hat, darf man eine gewisse Routine voraussetzen. Doch wie sich bald zeigt, unterliegt sogar das absurde Sterben einem Abnutzungseffekt. Die Tode der vier „FD“-Teile folgen einem bestimmten Muster. Das ist auch in der x-ten Variante recht lustig anzuschauen, aber es langweilt trotzdem, weil das Grundprinzip unverändert bleibt. Ellis versucht durchaus den Ausbruch; so verwandeln sich die makabren Unfälle, die dem Titelvorspann unterlegt werden, in Zeichentrick-Sequenzen; die Opfer verwandeln sich digital in medizinische Skelett-Modelle, deren Knochen die Verletzungen widerspiegeln, die beispielsweise eine durch den Schädel dringende Stahlstange verursacht. Diese Idee wird in der finalen Szene eindrucksvoll aufgegriffen.

Effekte ohne Logik

Doch das war’s denn auch in Sachen Einfallsreichtum. Die Todes-Szenen sind oft nur leicht veränderte Neuauflagen aus den drei Vorgängerfilmen. Der Effekt der puren, auf Überwältigung basierenden Überraschung – bestes Beispiel ist Georges abruptes Ende im Straßenverkehr – sorgt manchmal für einen gewissen Ausgleich. Wieder faszinierend ist auch die Vorbereitung der Unfall-Debakel, die als Kette murphyscher Zufälle sorgfältig aufgebaut werden und oft einen gänzlich unerwarteten Verlauf nehmen.

Der liebevollen Ankündigung folgen indes immer wieder miserabel umgesetzte Höhepunkte. So wurden beim Zusammenbruch der Rennplatz-Tribüne allzu offensichtlich Schaumstoff-Betonteile eingesetzt. Wo selbst das zu gefährlich war, griff die Regie zum scheinbaren Wundermittel CGI – ein gefährlicher Weg, wenn das Budget nicht ausreicht, die richtig gute aber eben teure Digital-Technik aufzufahren. Hier kann das längst geschulte Zuschauerauge viel zu oft den Trick identifizieren.

Auch die Logik wird um des Effektes willen allzu sträflich ignoriert. Welches Krankenhaus wird eine riesige, tonnenschwere Wasserwanne nicht im Keller, sondern in einem der oberen Stockwerke und über einem normalen Krankenzimmer aufstellen? Nur eines in Hollywood, das garantieren will, dass besagte Wanne durch die spannplattendünne Decke bricht und auf einem Patienten landet. (Nebenbei: Woher kommen eigentlich die Wasserfluten außerhalb der Wanne, die nur aus einem einzigen und mickrigen Hahn gefüllt wird?) Wie kann man innerhalb eines Autos ertrinken, wenn es ausreicht, eine Tür nur einen Zentimeter weit zu öffnen, um das einströmende Wasser abfließen zu lassen? Welche Swimmingpool-Pumpe saugt so stark, dass sie einem Menschen die Innereien aus dem Leib reißen könnte? Welche Sprinkleranlage kann mit simplem Wasser brennende Chemikalien löschen?

Einen richtig kapitalen Bock schießen Ellis und Bress, wenn sie Nick nach der ersten Vision, die ihm den Tod auf der Rennbahn enthüllt, in der zweiten Filmhälfte (und nachdem er bisher die sich anschließenden Einzel-Tode nur bruchstückhaft voraussehen konnte) noch einmal detailfroh in Farbe und Dolby-Sound visionieren lassen: Dies ist nicht nur ein Bruch mit der ohnehin fragwürdigen Handlungslogik, sondern auch ein offensichtlicher Vorwand, um die verbliebenen Hauptfiguren noch einmal umbringen zu können. Kurz darauf sind sie wieder lebendig, als sei nichts geschehen – und genau das trifft zu, und Ellis konnte erneut einige Filmminuten quasi drehbuchfrei hinter sich bringen.

Projektionsflächen für spektakuläre Tode

Da die Methoden des Todes die Zuschauer in die „FD“-Filme locken, muss in die Darstellung lebender Menschen wenig Sorgfalt investiert werden. Selten wurde dies so konsequent realisiert wie in „FD4“: Absolute No-Names wurden für flüchtig skizzierte Rollen angeheuert. Wir erfahren nichts über die Figuren, deren Ende uns deshalb absolut kalt lässt. Sie sind nur Kanonenfutter, das in den Sterbe-Szenen verheizt wird.

Wer sind Nick O‘Bannon und Lori Milligan? Sie sind noch recht jung, aber keine Studenten mehr, sondern anscheinend berufstätig; wenn man ihre geräumige und eindrucksvoll eingerichtete Wohnung betrachtet, verdienen sie ausgesprochen gut. Nie sieht man sie jedoch arbeiten oder auch nur über ihre Jobs reden. Überhaupt erfährt man nichts von ihnen. Nie und nimmer kann man sich den farblosen Nick oder die fade Lori als Streiter gegen Tod & Schicksal vorstellen. Den debilen Hunt und die hirnlose Janet hätte der Tod schon lange vor dem verhängnisvollen Tag auf der Rennbahn aus dem Spiel des Lebens streichen müssen. Für die übrigen Rollen gilt dasselbe harsche Urteil. Immerhin kriegt sie der Schnitter schließlich doch am Wickel; es wäre schön, wenn er seine Sense nunmehr dort einsetzen würd, wo bereits erste Triebe der Spezies „FD5“ aufkeimen …

DVD-Features

In letzter Zeit mehren sich die Zeichen für das nahe Ende der DVD-Ära. Gern würden Film-Produzenten, Händler und Verleih-Firmen die Kundschaft auf das technisch hochwertigere und vor allem profitablere Medium drängen. Ein Weg ist die Streichung von DVD-Features, die nur auf die Blu-ray-Version gebrannt werden.

In unserem Fall muss sich auch der Besitzer der Doppel-DVD-Fassung mit neun nicht verwendete Filmszenen begnügen, die insgesamt etwa acht Minuten laufen, während auf der Blu-ray das übliche Infotainment-Bündel aus Interviews und Blicken hinter die Kamera zu finden ist. Für Sehfaule gibt es außerdem eine endgültig von der lästigen Handlung befreite Reihung der hübsch-hässlichen Todesszenen.

Im Internet gibt es folgende (informationsdünne) Website.

[md]

Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray-Steelbook)

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Evil Ground – Fluch der Vergangenheit

Erstellt von Michael Drewniok am 18. Februar 2010

evil-groundEvil Ground – Fluch der Vergangenheit

Originaltitel: Hallowed Ground (USA 2007)
Regie u. Drehbuch: David Benullo
Kamera: Keith J. Duggan
Schnitt: Yale Kozinski
Musik: Neil Acree
Darsteller: Jaimie Alexander (Elizabeth Chambers), Brian McNamara (Sheriff O’Connor), Nick Chinlund (Jonas Hathaway), Hudson Leick (Sarah Austin), Chloe Grace Moretz (Sabrina), Ned Vaughn (Deputy Mark Simmons), Jim Cody Williams (Earl), Ethan Phillips (Prediger), Tamara Clatterbuck (Kellnerin), Dan Warner (Officer Chandler), Ryan Honey (Sabrinas Vater), Walter Phelan (Vogelscheuche) u. a.
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sunfilm Entertainment
Erscheinungsdatum: 08.01.2010 (Kauf-DVD)
EAN: 4041658222907 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 83 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Die Beziehungen zwischen den Provinzstädtchen Hope und Liberty sind etwas angespannt, seit die Einwohner von Liberty 1896 entdecken mussten, wo die vielen rätselhaft verschwundenen Mitbürger gelandet waren: Der irrsinnige Prediger Jonas Hathaway hatte sie im Bund mit den ihm hörigen Männern und Frauen von Hope lebendig an Kreuze schlagen und diese in den riesigen Maisfeldern um die Stadt aufstellen lassen; mit diesen Menschenopfern wollte er die Ernte sichern.

Von den wütenden Bürgern aus Liberty wurde Hathaway gekreuzigt und verbrannt, doch sein Geist blieb in der Erde lebendig, in der man seine verkohlten Überreste verscharrte, und wartet auf die Chance zur Wiedergeburt. Auch im 21. Jahrhundert blieben die Menschen in Hope ihrem Prediger und der Opfer-Tradition treu. Außerdem hält man die Augen nach einer passenden Kandidatin auf, in deren Baby Hathaways Geist fahren soll.

Die junge Elizabeth Chambers, die ein Motorschaden in Hope festsetzt, soll diese Rolle übernehmen. Erst vor fünf Wochen hat sie ihr Kind verloren und steht deshalb dem Plan denkbar ablehnend gegenüber. Der Reporterin Sarah Austin ist es inzwischen versehentlich gelungen, Hathaway aus seinem Grab zu beschwören. Er hat die Gestalt einer Vogelscheuche übernommen, die nun auf der Suche nach Liz – und nebenbei nicht in den Inkarnations-Plan eingeweihte Hope-Bürger niedermetzelnd – durch die Nacht schleicht.

Weil der Sheriff und seine Deputys mit der im Horrorfilm der B-Kategorie üblichen Begriffsstutzigkeit geschlagen und bald tot sind, muss Liz sich selbst ihrer Haut wehren, was schwer ist, da überall Hathaways Schergen lauern und es plötzlich auch ein kleines Mädchen zu retten gilt. Bis zum Morgengrauen gilt es durchzuhalten, denn erst dann muss der Geist des Predigers unverrichteter Dinge zurück in sein Grab …

Gottes Strafe für allzu vergnügungssüchtige Zuschauer?

Man muss den Prediger Hathaway korrigieren: Diese Welt ist weniger ein Ort des Bösen als des Blöden! Der Preis für diese Erkenntnis ist für die Unglücklichen, die an diesen Film geraten, leider identisch mit der Strafe für dessen Sichtung: Sie verlieren auf unerfreuliche Weise anderthalb Stunden ihres Lebens, die sich zudem subjektiv wie eine Ewigkeit hinziehen. Anders ausgedrückt: „Evil Ground“ gehört definitiv zu den Filmen, die niemand sehen will. Trotzdem werden sie immer wieder gedreht. Sie entstehen für Versender, deren Programmhunger unersättlich ist. Billig müssen solche Streifen bleiben, nicht über 90 Minuten lang sein und für eine Inhaltsangabe taugen, die möglichst viele Zuschauer lockt.

Zugegeben: Theoretisch klingt die Story gar nicht schlecht. Mumien und Monster bedrohen seit jeher angstvolle Mitmenschen, und auch Vogelscheuchen tragen ihren Teil zum unterhaltsamen Verderben bei. Sie sind sogar prädestiniert als Angstfiguren, wie sie vor allem in der Dämmerung viel zu menschenähnlich in alten Kleidern und mit gesenktem ‚Köpfen‘, doch ohne Gesichter trügerisch still auf galgen- oder kreuzähnlichen Gestellen hängen oder stecken und auf unvorsichtige Zeitgenossen zu warten scheinen, die sich ihnen nähern …

Praktisch wirft die Vogelscheuche kaum Schwierigkeiten auf, denn hinter ihrer Maske kann sich ein Darsteller gut und kostengünstig verbergen. Einige Strohhalme schauen aus Ärmeln und Hosenbeinen heraus – fertig! Die Gestaltung der Hathaway-Scheuche gibt denn auch keinen Grund zum Tadel. Leider muss sie durch eine krude Variante des „Kinder des Zorns“-Plots hetzen, die mit viel zu gut abgehangenen Horror-Standards versetzt und verseucht ist. An keiner Stelle darf der frustrierte Zuschauer eine Überraschung entdecken. Sollte er zwischenzeitlich einnicken, ist es erschreckend einfach, nach dem Wecken (weil der empörte Sitznachbar nicht allein leiden will) den Anschluss an die Handlung zu finden.

Kamera! Licht! Action! – Drehbuch?

Fast möchte man David Benullo in Schutz nehmen. Welcher Nachwuchs-Filmer würde ein Angebot ausschlagen, das eigene Drehbuch in bewegte Bilder umzusetzen? Womöglich löste der Verstand durchaus Alarm ob der Tatsache aus, dass für „Evil Ground“ nur ein Budget von 1,5 Mio. Dollar zur Verfügung stand, doch Debütant Benullo nahm die Herausforderung an bzw. erlag der Versuchung.

Hochmut kommt vor dem Fall, heißt ein zur Binsenweisheit verkommenes Sprichwort, dessen Treffsicherheit sich freilich nicht leugnen lässt. Zumindest der Zuschauer weiß schnell, dass Benullos Drehbuch keineswegs über 90 Minuten trägt, aber hat auch der Regisseur seine Lektion begriffen? Regie beinhaltet die stringente Umsetzung einer tauglichen Geschichte und erfordert die Führung von Schauspielern, die der Handlung buchstäblich Leben einhauchen – oder einhauchen könnten, wenn sie nicht wie in unserem Fall vom eigenen Regisseur in Zusammenarbeit mit dem Kameramann sabotiert werden. Man kann nur als Selbstschutz (aber trotzdem voller Schmerz) die Augen schließen, wenn beispielsweise offenbart wird, was Benullo unter einer Verfolgungsjagd versteht: Nach seinem Startschuss beginnen die Darsteller der spinnerten Sekten-Bürger, plan- und sinnlos kreuz und quer durch das Maisfeld zu stolpern, das die hauptsächliche Kulisse darstellt: Der Slapstick der Stummfilm-Ära ist offensichtlich noch sehr lebendig!

Man hätte ja auch etwas Anständiges lernen können …

Ist dies der Gedanke, der den Darstellern kollektiv durch die Köpfe schoss, als sie endlich merkten, in welchen Film ein böses Schicksal (oder ihr Agent) sie geschickt hatte? Irgendwie tragisch mutet es an, dass keineswegs die in Filmen dieser Güteklasse üblichen Null-Mimen vor die Kamera traten. Jung-Schauspielerin Jamie Alexander wirkt durchaus überzeugend in ihrer Klischee-Rolle als flüchtender Baby-Ofen. Hudson Leick gefällt als hübsche aber überdrehte Reporter-Blondine. Für wenige Augenblicke des Vergnügens kann sie sorgen, wenn sie Liz mit unguter Intensität und manischem Grinsen die Gruselgeschichte vom kreuzigungsgeilen Prediger Hathaway erzählt. Viel zu früh ereilt sie ein – natürlich – schlecht in Szene gesetztes Ende. Heimisch dürfte sich Tamara Clatterbuck – sie heißt wirklich so – gefühlt haben; ihre Laufbahn begann 1988 mit dem Horror-Heuler „Hobgoblins“, der vielleicht noch bescheuerter als „Evil Ground“ geraten ist.

Absolut profillos bleiben die männlichen Darsteller. Als Sheriff O’Connor ist Brian McNamara entweder überfordert, bewusstlos oder vom Teufel besessen. Nick Cinlund bemüht sich vergeblich, der ausgelaugten Rolle des fanatischen Priesters Leben einzuhauchen. Im Gedächtnis bleibt höchstens Jim Cody Williams als jovialer Tankwart Earl, dem in einer der durchweg gruselig misslungenen ‚komischen‘ Episoden versehendlich eine Hand ans Kreuz genagelt wird. Glücklich darf sich Walter Phelan schätzen – er muss zwar unter der Maske der Vogelscheuche schwitzen, bleibt aber wenigstens unerkannt.

Faule Tricks sind keine Spezialeffekte!

Wird die Ödnis der Handlung wenigstens durch blutige Ekeleien aufgelockert? Wer bisher hierher gelesen hat, wird bereits ahnen, dass dies eine rhetorische Frage ist. Die entsprechenden Effekte sind budgetbedingt lächerlich geraten und werden obendrein so ungeschickt inszeniert, dass jeglicher Schreck verpufft.

Der stellt sich allerdings ein, wenn CGI-Technik zum Einsatz kommt. Es fällt schwer zu entscheiden, welche Bilder nachhaltiger jede Grusel-Stimmung töten. Sind es die künstlichen, der Erdschwerkraft trotzenden Flammen oder die grausig schlecht ‚animierten‘ Cartoon-Krähen, die jenem Komitee gemeldet gehören, das alljährlich die „Goldene Himbeeren“ für die miserabelsten Leistungen im Filmgeschäft verteilt?

Bleibt abschließend die Frage, wieso „Evil Ground“ eine „FSK-18“-Einstufung erfuhr. Selbst den verbohrtesten Saubermännern und –frauen dieser Zensurbehörde kann die Dürftigkeit der zudem zahlenarmen Splattereien nicht entgangen sein; die kaum Video-Standard erreichende Bildqualität sorgt für das Verschwimmen letzter Details. So mag das Label, in dessen Programm diese Gurke geriet, dreist und verzweifelt die Flucht nach vorn er- und zu einem alten Trick gegriffen haben: Was erst „ab 18“ freigegeben ist, zieht zumindest den noch unerfahrenen Zuschauer magisch an. Bis sich im Kreis der potenziellen Käufer herumgesprochen hat, welches Kasperle-Theater „Evil Ground“ darstellt, hat man hoffentlich die Gewinnzone erreicht!

Anmerkung

„Hallowed Ground“ lautet der Originaltitel dieses Streifens. Korrekt übersetzt bedeutet dies „Heiliger Boden“, was im Kontext der Handlung seinen Sinn ergibt. Für die deutsche Fassung zermarterten sich offenbar die üblichen Verdächtigen, d. h. haargegelte Marketing-Spezialisten, ihre Zwergenhirne, verwarfen allzu deutsche = uncoole Titel und kreierten das denglisch-moderne „Evil Ground“. Müll bleibt indes Müll, auch wenn man ihn nett verpackt …

DVD-Features

Das geplagte Publikum darf dankbar sein: Nachdem es bereits dem Irrglauben verfiel, dass „Evil Ground“ das Anschauen lohnt, bleibt es von Extras zum Hauptfilm vollständig verschont; vermutlich wollten alle Beteiligten dieses trübe Kapitel ihres Lebens möglichst rasch hinter sich lassen …

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Downloading Nancy

Erstellt von Michael Drewniok am 11. Februar 2010

downloading-nancyDownloading Nancy

Originaltitel: Downloading Nancy (USA 2008)
Regie: Johan Renck
Drehbuch: Pamela Cumings u. Lee Ross
Kamera: Christopher Doyle
Schnitt: Henrik Hanson u. Johan Söderberg
Musik: Krister Linder
Darsteller: Maria Bello (Nancy Stockwell), Jason Patric (Louis Farwell), Rufus Sewell (Albert Stockwell), Amy Brenneman (Carol), David Brown (Billy Ringel), Michael Nyqvist (Stan) u. a.
Label: Senator Home Entertainment
Vertrieb: Universum Film
Erscheinungsdatum: 16.12.2009 (Leih-DVD) bzw. 15.01.2010 (Kauf-DVD)
EAN: 4013575566693 (Leih-DVD) bzw. 0886974374695 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 98 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Nancy Stockwell ist eine schöne Frau, die mit ihrem beruflich erfolgreichen Gatten Albert ein wohlhabendes Leben führt. Hinter dieser Fassade tun sich jedoch Abgründe auf. Albert ist ein gefühlskalter, auf das Golfspiel fixierter Reinlichkeitsfanatiker, der nicht erkennt bzw. nicht erkennen will, wie unglücklich Nancy ist. Nicht einmal das Wissen um ihre zahlreichen Sitzungen mit der Psychologin Carol nimmt Albert zum Anlass, sich mit seiner Ehefrau auszusprechen, die sich mit Rasierklingen schneidet, um überhaupt noch etwas zu fühlen.

Längst hat sich Nancy so tief ins seelische Aus gesteuert, dass sie den spektakulären Ausstieg aus einem ihr unerträglich gewordenen Leben plant. Über das Internet, das ihre einzige Verbindung mit der Außenwelt darstellt, hat sie Louis kennengelernt, der in einschlägigen Chatrooms als „Schmerzensmann“ auftritt. Mit ihm schließt Nancy einen Pakt. Sie liefert sich Louis und seinen sadistischen Neigungen aus, um sich schließlich von ihm umbringen zu lassen.

Eines Tages ist es soweit. Nancy verlässt Albert, der ratlos und von der Situation überfordert zurückbleibt. Sie wird nicht zurückkehren, aber auch für Louis sind nach der Begegnung mit der zutiefst verstörten Frau die Tage als „Schmerzensmann“ vorüber: Die Realität holt ihn ein, sodass er sich Nancy letztem Wunsch nicht verschließen kann und Albert mit einer Botschaft in seinem leeren Haus aufsucht …

Keine Hoffnung, kein Ausweg

Für die Randbereiche der menschlichen Psyche gibt es im Kino seit jeher zwei  Darstellungsweisen. Da haben wir einerseits den Horror, der offen, d. h. blutig und dabei unterhaltsam das Wirken & Würgen geisteskranker Serienkiller, durchgeknallter Wissenschaftler oder anderweitig irrer Metzelbolde in Szene setzt, wobei gleichzeitiger Popcorn-Verzehr, Getränkegenuss und freudiges Gejohle durchaus nicht fehl am Platze wirken.

Auf der anderen Seite stehen Filme wie „Downloading Nancy“, die sich dem Phänomen der (Selbst-) Zerstörung ernsthaft und quasi dokumentarisch widmen. Auch hier wird gelitten und gestorben, aber das zu beobachten ist nicht vergnüglich, sondern weckt das Unbehagen des Zuschauers, der sich wie ein Voyeur vorkommt. Man könnte sagen, dass diese Filme in Form und Inhalt der Realität ein wenig zu nahe kommen.

„Nach einer wahren Begebenheit“ heißt es auch im Nachspann von „Downloading Nancy“. Was in der Regel nur ein Trick ist, um billige Zusatz-Werbung für einen Film zu machen, wirkt hier authentisch, weil in den letzten Jahren tatsächlich Fälle belegt sind, in denen verzweifelte Menschen ihren Mörder per Internet suchten – und fanden.

Wer so konsequent ist wie Regisseur Johan Renck, der sich streng auf das Drama dreier verlorener Menschen konzentriert, ohne Konzessionen an ein Publikum zu machen, das in Mainstream-Dramen mit im Drehbuch eigens vorgesehenen Momenten der Entspannung rechnen kann, darf auf einen Blockbuster nicht hoffen. Tatsächlich ertrugen nicht einmal das sich gern intellektuell gebende Publikum des „Sundance Film Festivals“ die Uraufführung von „Downloading Nancy“; Hauptdarsteller Rufus Sewell beobachtete, wie die Zuschauer scharenweise den Kinosaal verließen.

Jenseits des Punktes der Wiederkehr

In der Tat ist „Downloading Nancy“ kein vergnügliches Erlebnis. Dabei gibt es keinerlei Brutalitäten zu besichtigen. Es sind Darstellerkunst und inszenatorisches Geschick, die den Rasierklingenschnitt in ein Bein oder einen Arm zum blanken, weil wiederum realistischen Horror anschwellen lassen. Auch sonst spiegelt jede Szene nur Verlassenheit, Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit wider. Die Bilder sind ausgewaschen und entbehren jeglicher Farbigkeit. Dazu spielt die Handlung im neuenglischen Winter, der besonders düster, eisig und unwirtlich wirkt.

Gemütlichkeit ist auch innerhalb bewohnter Mauern ein Fremdwort. Das Sprechzimmer der Psychiaterin ist eine schäbig möblierte, enge, fensterlose Kammer. Feiern finden in gesichtslosen Hotelkavernen statt. Das Haus der Stockwells ist kein Heim, sondern ein Gefängnis, dessen männlicher Bewohner jegliche ‚Beschädigung‘ durch Schmutz oder Knautschflecken vermeidet. Scheußlich gemusterte, unbequeme Polstermöbel werden mit glatten, kalten Plastikbezügen ‚geschützt‘. Die Depression nimmt Gestalt an.

Die Menschen fügen sich nahtlos in diese Umgebungen ein. Wenn Albert auflebt, dann nur in seinem zum Golfclub umgebauten Keller, in dem er meist völlig allein ist. Wenn seine ‚Freunde‘ Billy und Stan auftauchen, verödet die Unterhaltung in Allgemeinplätzen, denn zu sagen hat man sich im Grunde nichts.

Des Dreiecks mörderische Seite

Doch wo nicht mehr gesprochen wird, kann die Dunkelheit einziehen. Albert sieht genau, dass Nancy sich quält. Er lässt es geschehen. Damit wird er mitschuldig bzw. hauptverantwortlich für ihren Tod. Das ist die Lektion, die ihm Nancy sehr erfolgreich zu erteilen vermag. Ähnlich wird es vermutlich Carol geschehen. Renck ist abermals kompromisslos: Die Therapiegespräche mit Nancy werden zum pagageienhaften Nachplappern angelernten Fachwissens, das immer hektischer wird, je mehr Carol bewusst wird, dass sie Nancys Verzweiflung nichts entgegenzusetzen hat. Anders als Albert will Carol helfen, doch sie kann es nicht, denn über diesen Punkt ist Nancy hinaus: für eine Psychologin eine unerträgliche Erkenntnis und das Eingeständnis einer Niederlage.

Nachdem sie selbst, ihr Partner und die Medizin versagt haben, sieht Nancy nur im Tod eine Erlösung. Den will sie sich aber nicht selbst geben: Sie möchte schmerzvoll sterben, denn Schmerz ist das einzige Gefühl, das sie noch spürt. Das bringt Louis ins Spiel. Er könnte als Figur der Bösewicht dieses Dramas werden, aber diese simple Charakterisierung gestattet Renck nicht. Louis ist keineswegs der kontrollierte, eiskalte „Schmerzensmann“, zum dem er sich stilisiert. Stück für Stück zerbricht diese Fassade im Zusammensein mit Nancy und offenbart einen Menschen, den das Leben mindestens ebenso verletzt hat wie sein ‚Opfer‘, das Louis‘ Liebesbekundungen brutal zurückweist und auf ‚Vertragserfüllung‘ besteht.

Denn Nancy ist in ihrer erbarmungslosen Selbstzerstörung ein gefährlicher Mensch. Carol erlebt es, als ihre Patientin sie attackiert, aber Louis, der ihr länger ausgesetzt ist, wird von Nancy zerstört. Selbst im Tod manipuliert sie ihn weiter und bringt ihn dazu, sich Albert auszuliefern, um ihm ihre letzte Botschaft auszurichten.

Der Herausforderung gewachsen sein

Johan Renck ist kein in den USA aufgewachsener und dort ins Filmgeschäft gekommener Regisseur. Er wurde in Schweden geboren und lebt noch heute in Stockholm. So kann Renck durchaus als ‚europäischer‘ Filmemacher gelten, was in der Kritikerwelt identisch ist mit dem Drang zur unbequemen und unzensierten, sprich: hollywoodfernen Filmkunst.

Zumindest an den Kinokassen konnte Renck diesem Ruf problemlos entsprechen: „Downloading Nancy“ spielte bei Produktionskosten von 3 Mio. Dollar praktisch keinen Cent ein. Der Stoff erwies sich für ein breites Publikum als zu starker Tobak. Zwar wird mancher von der Kritik heiß geliebter ‚Kunstfilm‘ für den Zuschauer mit Fug und Recht als Aufforderung zur Kinoflucht verstanden. Auf „Downloading Nancy“ trifft dies nicht zu, denn dieser Film ist das Werk eines Regisseurs, der sein Thema im Griff hat.

Das verdankt Renck einem ausgewogenen Drehbuch sowie Schauspielern, die ihre schwierigen Rollen außerordentlich überzeugend mit depressivem Leben erfüllen. Vor allen anderen ist natürlich Maria Bello zu nennen, die nicht zum ersten Mal in ihrer Karriere keineswegs davor zurückscheut, buchstäblich alles zu geben. Nie augenrollend & Schaum spuckend irrsinnig, sondern entweder erloschen oder blindwütig, oft beides im sekundenschnellen Wechsel, Mitleid erregend aber nie sympathisch, ist Nancy die Verkörperung des Lebensekels. Obwohl Bello selbst ohne Make-up, in schmuckloser Kleidung und gefilmt in fahlem Licht eine schöne Frau bleibt, ist sie selbst nackt kein erotischer Anblick – auch über diese Phase ist Nancy längst hinaus; sie sorgt lieber dafür, dass Louis im Baumarkt eine Hacke kauft, mit der er später ihre Leiche besser zerteilen kann.

Unterhaltung muss nicht unterhaltsam sein

Rufus Sewell gibt einen gleichermaßen abscheulichen wie jämmerlichen Albert. Vom seelischen Bankrott trennen ihn nur seine Obsession für Golf und eine Gefühlsarmut, die ihn problemfrei funktionieren lässt. Sewell gibt der undankbaren Rolle eine düstere Größe in seinem von Nancy über Louis in Gang gesetzten Erkenntnis- und Reifeprozess, den er womöglich nicht überstehen wird.

Auch Jason Patric ist fabelhaft als Sadist und Lustmörder, der sich seinen eigentlichen Bedürfnissen stellen muss. Menschen zu verletzen ist einfacher als sich mit ihnen zu verständigen. Als Louis dies vergisst, ist es um ihn geschehen. Patric meistert eine schwierige Doppelrolle, denn ist er zunächst Nancys Fährmann in den Tod, muss er später zum Neustarter für Alberts tief verschüttetes Gefühlsleben werden. Louis redet nicht, er handelt, und er geht dabei ähnlich rücksichtslos vor wie Nancy.

„Downloading Nancy“ bietet die Möglichkeit, sich einen Film nicht nur ‚anzuschauen‘, sondern sich auf ihn einzulassen. Auch die Gabe, das Leere und Niederschmetternde darzustellen und vorstellbar zu machen, verdient Anerkennung. Wie eigentlich immer sollte nur die Geschichte zählen, und die ist zwar traurig, wird aber wunderbar erzählt.

DVD-Features

„Downloading Nancy“ ist ein Film, für den ein „Making-Of“ als verkappter Werbe-Trailer eher kontraproduktiv wäre. Echte Hintergrundinfos – z. B. über die realen Ereignisse, die das Drehbuch inspirierten – wären hilfreich. Da dafür ein gewisser Aufwand getrieben werden müsste, der für Kassengift-Filme als nicht lohnend erachtet wird, fallen folgerichtig sämtliche Features ersatzlos weg.

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The Devil’s Tomb – Welcome to Hell!

Erstellt von Michael Drewniok am 4. Februar 2010

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Originaltitel: The Devil’s Tomb (USA 2009)
Regie: Jason Connery
Drehbuch: Keith Kjornes
Kamera: Thomas L. Callaway
Schnitt: Chris Conlee
Musik: Bill Brown
Darsteller: Cuba Gooding Jr. (Mack), Taryn Manning (Doc), Valerie Cruz (Dr. Elissa Cardell), Franky G (Hammer), Zack Ward (Nickels), Henry Rollins (Fulton), Jason London (Hicks), Stephanie Jacobsen (Yoshi), Brandon Fobbs (Click), Weston Blakesley (Vater Jacoby), Bill Moseley (Prof. Duncan), Ray Winstone (Blakeley), Ron Perlman (Wesley), Sarah Ann Morris (Sharon) u. a.
Label: Splendid Entertainment
Vertrieb: WVG Medien GmbH
Erscheinungsdatum: 25.09.2009 (Kauf-DVD u. Blu-ray) bzw. 30.04.2010 (Steelbook)
EAN: 4013549873932 (Kauf-DVD) bzw. 4013549273930 (Kauf-Blu-ray) bzw. 4013549973939 (Steelbook)
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 87 min. (Blu-ray: 91 min.)
FSK: 18

Das geschieht:

Irgendwo in der Wüste des Nahen Ostens haben US-amerikanische Inspektionsteams immer noch keine Massenvernichtungswaffen, sondern stattdessen noch Schlimmeres gefunden: einen Nephilim, Nachkomme einer Menschenfrau und eines Engels aus dem Kreis um Luzifer – ein Mischwesen von großer Macht und Bosheit, das Gott vorsichtshalber in einem unterirdischen Grab gefangen setzte. Das will der Nephilim, nach Jahrtausenden quicklebendig, verständlicherweise verlassen, um endlich wieder Böses über die Welt zu bringen.

Professor Wesley und einige vom Vatikan geschickte Wissenschaftler sollten dies verhindern. Dass bei dieser selbstverständlich streng geheimen Mission etwas schiefgelaufen ist, weiß der Geheimdienst CIA, als der Kontakt zur unterirdischen Bunkeranlage, die um das Grab herum errichtet wurde, plötzlich abreißt. Agentin Elissa Cardell soll nach dem Rechten sehen. Weil dabei mit unschönen Zwischenfällen zu rechnen ist, werden ihr einige Söldner zur Seite gestellt.

Zusammen mit Anführer Mack und seiner gemischtgeschlechtlichen Truppe große Worte & Feuer spuckender Troubleshooter geht es per Helikopter zum Einsatzort, wo man die nächsten sechs Stunden auf sich gestellt sein wird. Im Bunkerinneren finden die Besucher überall Spuren heftiger Kämpfe, dann die ersten blutigen Leichen und schließlich einen von Eiterblasen übersäten Priester, der Unverständliches brabbelt und die Neuankömmlinge unauffällig mit grünem Schleim zu bespucken versucht.

Während die Truppe sich zur Bunkersohle durchkämpft, wird sie von Visionen vergangener Fehlentscheidungen sowie zombiehaft entstellten Geistlichen und Wissenschaftlern heimgesucht, die auch heftigem Beschuss standhalten. Am Ziel angekommen, rückt Agentin Cardell endlich mit der ganzen Wahrheit heraus über  den Einsatz. Ein Überleben des Teams ist nicht vorgesehen, doch sowohl Mack und seine Leute als auch der Nephilim haben andere Pläne …

Der Teufel holt wieder den Zuschauer

Keine Idee und kaum Geld zu haben ist für entschlossene Filmemacher noch nie ein Hindernis gewesen. Diejenigen unter ihnen, die ihrer Liebe zum Medium trotz aller damit einhergehenden Einschränkungen und Schwierigkeiten zumindest Ausdruck verleihen können, dürfen unserer Vergebung gewiss sein: Dies ist der „Ed-Wood-Effekt“.

Alle anderen, deren Blick eher auf das Einspielergebnis gerichtet ist, müssen wir ertragen. Manchmal riskieren wir einen Blick und werden verdienterweise mit dem Verlust von anderthalb Stunden kostbarer Lebenszeit bestraft. Selten haben wir halbwegs Glück; dann geraten wir an ein zwar verkorkstes aber immerhin mit dem ehrlichen (und einzigen) Willen zur Unterhaltung entstandenes Werk wie „The Devil’s Tomb“.

Aufgepasst: Dies ist die wohlwollende Beurteilung eines Films, der in jeder Sekunde zeigt, was er ist – ein nicht für die große Leinwand, sondern für den Bildschirm produziertes Produkt, das mit möglichst wenig Aufwand möglichst hohen Gewinn einspielen soll. Dass dabei ein gewisser Unterhaltungsfaktor gewahrt bleibt, verdankt das Publikum einer zwar unterforderten aber mit ihrem Job vertrauten Darstellerschar sowie einem Regisseur, der geschickt jede der wenigen ihm zur Verfügung stellenden Dollarmünzen dort einsetzte, wo er am besten zur Geltung kam, wobei das Drehbuch freilich ausdrücklich ausgespart blieb.

Mit ernster Miene den Blödsinn blühen lassen

Der B-Film ist die Brutstätte handfesten Schwachsinns. Zeit und Geld sind knapp, und das lässt – manchmal durchaus vorteilhaft – die Skrupel schwinden. Eine Geschichte wird auf ihre blanken Knochen reduziert, dem eine bunte Flickendecke in Gestalt bewährter Handlungselemente und gerade aktueller Reizthemen übergeworfen wird. In unserem Fall haben wir einerseits die uralte Story vom zufällig geweckten Wüstenteufel (siehe „Der Exorzist“), die andererseits mit den Verschwörungstheorien eines Dan Brown gekreuzt wurde. Ohne Hemmungen wird die ‚Anwesenheit‘ der USA im Nahen Osten genutzt. Im 21. Jahrhundert wirkt die versprengte und von jeder Hilfe isolierte Gruppe – unverzichtbares Element in jedem zweiten Drehbuch der Filmgeschichte – zeitlos. Dass sich dahinter ausschließlich klassische (oder verbrauchte) Strukturen erkennen lassen, stört zunächst nur den älteren bzw. damit vertrauten Zuschauer.

Nachdem unsere Geschichte auf kargem Wüstenboden ihren Anfang nahm, geht sie unter die Erde bzw. in einen Bunker, der höchstens als digitaler 3-D-Plan eindrucksvoll wirkt. Tatsächlich sehen wir nur düstere Kammern oder enge, mit Kisten, Fässern und anderem Gerümpel vollgestellte Gänge, die sich unvermittelt zu mehrstöckigen Hallen voller Maschinen weiten, mit denen sich eine Kleinstadt versorgen ließe. Solche seltsamen Anlagen wird man in der Realität mit gutem Grund nicht finden; sie sind nur sinnvoll, wenn es darum geht, eine Darstellergruppe in hinterlistige Fallen zu locken und auf diese Weise auszudünnen.

Blut ist gut, Action noch besser

Da sich die Story vom geheimen Menschenkrieg gegen Gottes gefallene Engel nicht einmal logisch trinken lässt und die dramaturgisch eingeschnittenen Sündenqualen diverser Figuren höchstens den Tatbestand der Publikumsverdummung erfüllen, vergisst man beides besser und konzentriert sich auf den mit viel Geschrei und noch mehr Ballereien begleiteten Vorstoß von Mack & Co. in die Eingeweide des teuflischen Bunkers.

„Alien“ und Agatha Christie („Zehn kleine Negerlein“) lassen grüßen, wenn sich die Schergen des Nephilims nach und nach unsere Helden greifen. Jeder stirbt anders; der gemeinsame Faktor ist die Scheußlichkeit des Endes. Blut und Eingeweide werden verspritzt, und es ist schön, dass Regisseur Connery – ja, es ist Seans Sohn, der sich hinter der Kamera ein zweites Standbein in der Filmindustrie schaffen möchte – begriffen hat, dass er seine Zuschauer wenigstens in dieser Hinsicht nicht enttäuschen darf. Zum Blut kommen Schleim, Eiter und Speichel, und auch hieran wird keineswegs gespart. (Was auf die CGI-Effekte leider nicht zutrifft.)

Da verzeiht man dem Drehbuchautor Keith Kjornes beinahe die Penetranz, mit der er darauf besteht, dass tausendfach bewährte Söldnerprofis sich plötzlich wie Idioten benehmen und ständig ihre Posten verlassen, um mysteriösen Geräuschen hinterherzulaufen. In unguter Erinnerung bleiben jedoch das schwächliche Finale, die lieblose Auflösung der Story sowie eine letzte Szene, die „The Devil’s Tomb“ wie den Pilotfilm zu einer geplanten TV-Serie wirken lassen, deren Zustandekommen in der Tat den Beweis für teuflische Präsenz böte!

Der Pakt mit dem (launischen) Teufel

Schauspieler für einen Film wie diesem anzuheuern, um sie in Söldner-Rollen zu pressen, könnte man als kritischen Kommentar betrachten. Bloß: Wer könnte im Zusammenhang mit „The Devil’s Tomb“ in den Verdacht solcher Feinsinnigkeit geraten? Der Zusammenhang ist also keine Absicht und wird höchstens von diesem gar schlauen Rezensenten bemerkt (oder konstruiert.)

Dem zynischen Betrachter bleibt das Vergnügen, die Darstellerriegen von B-Movies auf bekannte Namen zu sichten. Dass Cuba Gooding Jr., in dessen Arbeitsliste sich Filme wie “Jerry Maguire – Spiel des Lebens” (1996), „Instinkt“ (1999) oder „Sie nennen ihn Radio“ (2003) finden und der einen „Oscar“ gewann (für „Jerry Maguire“), 2009 als Hollywood-Action-Söldner Mack in „The Devil’s Tomb“ auftritt, sagt durchaus etwas über den aktuellen Status seiner Karriere aus. Dem Zuschauer, der Wert darauf legen sollte, erwartet ein Rollenspiel, das zwar reine, in einschlägigen Klischees erstickte Routine, aber nicht das erwartete Knattermimen ist, mit dem B-Movie-Helden ansonsten gern aufwarten.

Das holen Goodings Kollegen nach. Auch sie haben in ihrer Mehrheit in respektablen Kino- und TV-Produktionen gearbeitet, finden aber hier keinen Ausweg aus dem Prokrustes-Bett, in das sie Kjornes und Connery zwingen. Also ergeben sie sich in ihre Schicksale und geben den buchstäblich hammerharten Quoten-Hispano (nur echt mit Kopftuch!), den dummen aber fröhlichen Kumpel oder den (zudem schwarzen) Computer-Nerd.

Für die zunächst im Kampfanzug steckenden Darstellerinnen findet sich zuverlässig ein Bunker-Plätzchen, um diesen abzulegen und ein wenig Haut zu zeigen. Den obligatorischen B-Movie-Busen serviert dieses Mal Ex-Model Holly Weber, die auf diese Weise schon zahlreichen Filmdurchschnitt veredelte; sie hat sich an den strategischen Stellen so ausgiebig mit Silikon stopfen lassen, dass sie in einem Horrorfilm wie „The Devil’s Tomb“ perfekt besetzt wirkt.

Auch Ron Perlman, der ‚Gaststar‘, verdient sich seine Gage – viel kann es nicht gewesen sein – im Halbschlaf. Wir sehen ihn anfangs in einer Videoaufzeichnung wirres Zeug reden und im Finale – ebenfalls Unfug verbreitend – vom Teufel besessen. Ausgerechnet ihn, der durch seine einprägsame Physiognomie bekannt ist, für die Winz-Rolle des Dr. Wesley zu engagieren, ergibt keinen Sinn und ist als reines Namedropping zu werten. Auf dem Cover wird Perlmans Teilnahme denn auch prominent herausgestellt.

Blieb noch ein Aspekt ohne Berücksichtigung? Ach ja: Über die Musik von Bill Brown lässt sich lobend erwähnen, dass sich der Zuschauer schon während des Films an keine einzige Note erinnern kann. So etwas wünscht man sich öfter!

DVD-Features

In ihrem Audiokommentar tauschen Regisseur Connery und Hauptdarsteller Gooding Anekdoten von den Dreharbeiten aus. Dies lässt sich den Kommentaren derer entnehmen, die hineingehört haben, wozu dieser Rezensent, der schon den Hauptfilm bis zum Ende durchgehalten hatte, ehrlich gesagt keine Lust mehr verspürte.

Das Anschauen sind diverse Outtakes und alternativen Szene bis auf eine Ausnahme definitiv nicht wert: Stellte man sich bisher die Frage, wieso Mack während eines früheren Einsatzes seinen Vorgesetzten erschoss, wird durch die erweiterte Szene deutlich, dass Mack so handelte, um einen mörderischen Fehler zu vertuschen. Diese schmutzige Falte im Charakter der Hauptfigur macht ihn interessant aber nicht heldenhaft, weshalb sie geändert und verharmlost wurde.

[md]

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Boogeyman 3

Erstellt von Michael Drewniok am 14. Januar 2010

boogeyman_3Boogeyman 3

Originaltitel: Boogeyman 3 (USA 2009)
Regie: Gary Jones
Drehbuch: Brian Sieve
Kamera: Lorenzo Senatore
Schnitt: John Quinn
Musik: Joseph LoDuca
Darsteller: Erin Cahill (Sarah), Chuck Hittinger (David), Mimi Michaels (Lindsey), Matt Rippy (Dr. Kane), Nikki Sanderson (Audrey), WB Alexander (Lukas), Elyes Gabel (Ben), George Maguire (Jeremy), Jayne Wisener (Amy), Kate Maberly (Jennifer), Richie Mantaliev (Brandon), Galina Talkington (Katie), Niky Sotirov/Vladimir Yosifov (Boogeyman) u. a.
Label: Ufa Home Entertainment
Vertrieb: Universum Film
Erscheinungsdatum: 03.07.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 0886973833490 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Englisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 91 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Gerade hat der böse “Boogeyman”, der in Wandschränken und anderen dunklen Winkeln auf seine Opfer – am liebsten Teenies beiderlei Geschlechts – lauert, den Psychiater Dr. Mitchell Allen unter die Friedhofserde gebracht (s. “Boogeyman 2 – Wenn die Nacht dein Feind wird”, 2007), da spukt er schon – wieso auch immer – dessen Töchterlein Audrey hinterher. Die studiert an einer nordkalifornischen Provinz-Universität und ist mit freundlichen aber plapperdummen Freunden geschlagen, sodass der Boogeyman seine Attacken fortsetzen kann, bis Audrey schließlich in ihrer Studentenbude an einem Ledergürtel baumelt.

Depressionsbedingter Selbstmord nach dem tragischen Tod des Vaters lautet das fachmännische Urteil, dem nur Freundin Sarah widerspricht, die noch mitbekam, wie der Boogeyman die arme Audrey würgte. Dummerweise hat sich Sarahs Mutter im Vorjahr erhängt, woraufhin ihre Tochter diverse Monate im Sanatorium verbringen musste. Deshalb ergeht es ihr nun wie Audrey: Niemand glaubt ihr, was dem Boogeyman die Möglichkeit gibt, im Studentenwohnheim seinem Job nachzugehen und Haschköpfe, Möchtegern-Rocker u. a. Sonderlinge zu killen, deren Verschwinden außer Sarah niemand zu interessieren scheint.

Während die ständig warnende aber nicht ernst genommene Sarah schließlich im Kerker des Campus-Sicherheitsdienstes landet, setzt der Boogeyman zum Hauptangriff an. Zuvor hat er Sarah netterweise im Rahmen einer Vision davon in Kenntnis gesetzt, dass er sämtlichen Bewohnern des Wohnheims ein blutiges Ende bereiten will. Nachdem Sarah wieder frei ist sowie die schmelzende Schar ihrer Freunde endlich begriffen hat, was vor- bzw. umgeht, geht es dem Finsterling hinterher, der freilich trotz seiner intellektuellen Beschränktheit den studentischen Widersachern eindeutig über ist …

Blasser Buhmann im bulgarischen Exil

Über die Existenz so manchen Franchises lässt sich nur rätseln. Schon der erste “Boogeyman”-Film von 2005 war weder originell noch ausgesprochen unterhaltsam, sondern nur erfolgreich. Das genügte, um ihn in eine Kuh zu verwandeln, die gemolken wird, bis sie wirklich keinen einzigen Tropfen Blut mehr hergibt; kein Wunder, dass der Boogeyman so miserabel gelaunt ist! Der Strahl wird zudem schon deutlich dünner. Das spiegelt sich im Budget wider. 2005 lag es noch bei 20 Mio. Dollar. 2009 mussten dürftige 3 Mio. reichen. Deshalb wanderte die Produktion nach Bulgarien aus, wo – Regisseur Gary Jones spricht es aus – der Dollar noch wesentlich mehr wert ist als in Hollywood.

Trotzdem wandelt “Boogeyman 3″ konstant am Rande des Zusammenbruchs. Die Story wurde praktisch unverändert vom zweiten Teil übernommen. Statt ein Sanatorium teeniefrei zu meucheln, buht sich der Boogeyman dieses Mal durch ein Studentenwohnheim. Nur jeweils ein Teenie ist in der Lage, den Schwarzen Mann beim Würgen zu sichten, während die Nebendarsteller blind und blöd abwarten, bis sie an die Reihe kommen und gedrosselt, in Stücke gesäbelt, in winzige Koffer gezerrt oder sonstwie so kunstvoll gemordet werden, wie es das Winz-Budget zulässt. Das geschieht alle fünf bis sieben Minuten, wodurch die Zuschauer recht regelmäßig aus ihrem verdienten Schlummer gerissen werden.

Das Drehbuch setzt sich nur aus Klischees und Dummheiten zusammen. Da ist rein gar nichts Neues zu sichten. Der chronische Geldmangel sorgt außerhalb der Metzel-Szenen erst recht für Langeweile. Es wird geredet, gerannt und geschrien. Meist sieht man keinen Grund dafür und mag sich auch keinen ausdenken; “Boogeyman 3″ gehört zu jenen Filmen, denen der Zuschauer, der allzu offensichtlich nur ausgenommen werden soll, keinerlei Zugeständnisse machen mag.

Job ist Job, und irgendwann ist auch das geschafft!

Bei einem 3-Millionen-Dollar-Budget darf der Regisseur an Stars nicht einmal denken. Stattdessen muss er grabenkriegsgestählte Profis rekrutieren, was in unserem Fall TV-Darsteller sind, die ihre Szenen möglichst rasch und glatt spielen. Sogar für eine “direct-to-DVD”-Produktion lassen sie sich anheuern, weil sich die Teilnahme an einem Spielfilm im Lebenslauf besser macht als das Mimen von Nebenrolle 8 in einer von tausend Folgen “CSI” oder “Desperate Housewifes”.

Schauspielerische Begabung muss nicht unbedingt unter Beweis gestellt werden. Für die Darsteller spricht, wenn sie – unabhängig vom Geschlecht – einen gut entwickelten Oberkörper mitbringen, der in einem Horrorfilm dieser Qualitätsstufe mindestens einmal zu entblößen ist. Darstellerinnen rettet davor nur, wenn sie genug Prominenz (und einen tüchtigen Agenten) in die Waagschale werfen können, um sich solcher Zurschaustellung entziehen. Erin Cahill kann es, Nikki Sanderson nicht. Weitere blanke Busen tragen diverse in Bulgarien angeheuerte und namenlos bleibende Statistinnen zu Filmmarkte.

Für den “Boogeyman-3″-Job wird ansonsten nur noch eine gewisse Fitness verlangt. Die Darsteller müssen schnell laufen, die Darstellerinnen zusätzlich tüchtig schreien können. Ansonsten genügen zwei oder drei Gesichtsausdrücke, um problemlos über die Runden zu kommen. Die Rollen sind pure Klischees: die brave Heldin, ihr gutmütiger Freund, der Quoten-Schwarze, der unkonventionelle Freigeist und seine geile aber nette Freundin, der Nerd usw. Dazu kommt ein ‘erwachsener’ aber faktisch total vernagelter Doktor, der psychologisch wirkende Binsenweisheiten absondert, bis ihn endlich die gerechte Strafe in Gestalt des Boogeyman ereilt.

Fantastik ohne Geld geht einfach nicht

“Boogeyman 3″ sollte in Deutschland ursprünglich ab 18 Jahren freigegeben werden. Zur seltenen Abwechslung muss man sich den Film im dafür zuständigen Gremium jedoch sorgfältig angeschaut haben, denn die FSK wurde auf 16 Jahre herabgestuft. Für die Hardcore-Fans des Splatter-Genres ist das gleichbedeutend mit einem Todesurteil, legt es doch nahe, dass Blut und Gekröse eher moderat verspritzt werden. Das trifft in der Tat zu, doch bilden weder böser Wille noch ein Kotau vor der Zensur die Ursachen. Die Wahrheit ist ebenso simpel wie traurig: Für anständige Metzel-Effekte war kein Geld da.

Noch am besten funktionieren die ‘handgemachten’ Tricks. Masken, Blutbeutel, falsche Gliedmaßen: Sie mögen inzwischen altmodisch sein, aber sie erfüllen ihren Zweck. Billige CGI-Effekte sind dagegen kontraproduktiv. Als solche überdeutlich erkennbar, zerstören sie hier jede Illusion.

Falls noch Reste einer unheimlichen Stimmung verblieben sein sollten, werden sie durch aufdringliche Klangeffekte endgültig zerstört. Plumpe Dröhn- und Buh!-Attacken sollen den Zuschauer zusammenzucken lassen, wo ansonsten das schläfrig Angesehene kein Erschrecken hergibt. Dem Boogeyman wird eine Soundkulisse unterlegt, die lächerlich ist. Er spricht kein Wort, aber lacht ebenso blechern wie dreckig, wenn er wieder einmal böse war.

Woher kommt dieser Buhmann überhaupt? Die Darsteller versuchen sich an einer Erklärung, aber sie tun sich nicht grundlos schwer damit. Wenn ich das ratlose Gestammel korrekt entwirre, ‘lebt’ der Boogeyman durch diejenigen Menschen, die an ihn glauben. Je größer ihre Zahl ist, desto mächtiger wird er. Wieso zeigt er sich dann immer nur einem Pechvogel, statt seine Opfer effizient gemeinschaftlich zu erschrecken? Als der Film endet, ist der Boogeyman keinen Schritt weiter: Er drückt sich noch immer in den Wandschränken karg bekleideter Studentinnen herum. Schrecklich ist deshalb höchstens die Vorstellung, dass er im nächsten Teil der Serie ebenso tumb weitertückt wie bisher.

DVD-Features

Dass sich das “Boogeyman”-Franchise dreist an die “Final-Destination”-Serie hängt, wird durch die DVD-Extras zum Hauptfilm und hier besonders durch die Featurette “Deconstruction the Deaths” noch hervorgehoben. Die eigentliche Story ist nur Gerüst für eine Parade blutig-’lustiger’ Morde, die aufgrund des Schmal-Budgets in “Boogeyman 3″ darauf angewiesen sind, vom Regisseur (der aussieht und sich kleidet wie George Lucas’ bisher verschwundener Zwillingsbruder) und den Darstellern schöngeredet zu werden.

Ähnliches gilt für den Buhmann selbst, dem die Featurette “Creating the Boogeyman” gewidmet ist. Die Maske ist im Entwurf durchaus eindrucksvoll, doch mit der realen Umsetzung hapert es mächtig. Dazu trägt der Boogeyman anscheinend Mortitia Addams’ abgelegtes Lumpen-Kostüm. Dargestellt wird er von zwei bulgarischen Stuntmen.

US-Amerikaner fühlen sich im Ausland unbehaglicher als auf dem Mond. Die Featurette “Boogeyman in Bulgaria” zeigt die nervösen Darsteller auf ihrer Reise nach Bulgarien. Allerdings gefällt es ihnen dort schließlich so gut, dass Hauptdarstellerin Erin Cahill nach Drehschluss zu einem gemeinschaftlichen Besäufnis einlädt.

Irgendwo hatte Cutter John Quinn wohl noch zwei geschnittene Szenen gespeichert, die nun ohne Kommentar unter den Extras auftauchen. Sie sind völlig belanglos, aber das trifft ja auf viele Szenen zu, die im fertigen Film verblieben.

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Stump the Band

Erstellt von Michael Drewniok am 12. Januar 2010

stump-the-bandStump the Band

Originaltitel: Stump the Band (USA 2006)
Regie: William Holmes u. JoJo Henrickson
Drehbuch: JoJo Henrickson (nach einer Story von Fletcher Rhoden)
Kamera: Jose Luis Rios
Schnitt: JoJo Henrickson
Musik: Robbie Rist
Darsteller: Courtney Bean (Tammy), Becky Boxer (Joan), Dominique Davalos (Kim), Brittney Startzman (Elaine), Ellen Fox (Nikki), JoJo Henrickson (Nigel), Larry Wyatt (Coach), Dave Berges (Daniel), Jake Harmes (Billy), Charles Klausmeyer (Einarmiger Mann), Brandon Tesar (Kiel), Carl Ciarfalio (Guido), Danny Cooksey (Little Joe) uva.
Label/Vertrieb: Sunfilm Entertainment
Erscheinungsdatum: 16.10.2009
EAN: 4041658700283
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 84 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Irgendwo in der Provinz des US-Staats Wisconsin rackert sich eine Frauen-Rockband in schmierigen Bars und ähnlich unerfreulichen Etablissements ab. Auf den großen Durchbruch mussten Kim, Joan, Elaine und Tammy bisher vergeblich warten, worüber sie sich mit viel Sex & Rock’n’Roll trösten, während sie mit Manager Nigel, Roadie Nikki und Fahrer Kiel im uralten Van von Auftritt zu Auftritt eilen.

Weil es zum nächsten Ziel Mal besonders weit durch tiefe Wälder geht, ist die Gruppe froh, als ihnen an einer Tankstelle eine Abkürzung gewiesen wird. Leider ist Kiel nicht der Hellste; in tiefer Nacht kommt er von der schmalen Straße ab. Man strandet mitten in der Wildnis. Niemand weiß, wo man ist, der Wagen springt nicht mehr an, die Handys bleiben ohne Empfang.

Schon auf sie gewartet haben allerdings der gar nicht freundliche Tankwart Daniel und sein schwachsinniger Spießgeselle Billy. Freudig nehmen sie die Gunst der Stunde wahr und eröffnen die Jagd auf die fünf schönen Frauen. Sie wollen sie fangen und dem Schuhhändler “Coach” bringen. Der lebt seinen intensiven Fußfetischismus aus, indem er Daniel und Billy Frauen in die Falle locken und in sein abgelegenes Haus verschleppen lässt. Dort hackt er ihnen mit seiner doppelschneidigen Axt die Füße ab, die er anschließend – sorgfältig nach Größe geordnet – in Schuhkartons hortet. Seine Opfer interessieren ihn fußlos nicht mehr, wovon seine Schergen anstößig profitieren.

Das Killer-Team hat sich über die Jahre perfekt aufeinander eingespielt. Deshalb sieht es schlecht für die Frauen aus. Kiel und Nigel werden schnell ausgeschaltet, und bald kann Coach ein erstes Mal die Axt schwingen. Aber er hat die Rocker-Girls unterschätzt, und außerdem lauert im Wald jemand, der eine alte Rechnung mit Coach zu begleichen hat. Der Kampf beginnt – Pardon wird nicht gegeben …

Auf diesem Mist soll der Erfolg wachsen

Normalerweise verdienen sich die Männer und Frauen der in North Hollywood ansässigen Firma “Compost Productions” ihren Lebensunterhalt, indem sie hoffnungsfrohe Nachwuchs-Schauspieler dafür zahlen lassen, sie in repräsentativen Spielszenen zu filmen, die anschließend hoffentlich interessierten Studios als Referenz gezeigt werden können. Doch wie in Hollywood üblich, wollen die Compostler eigentlich selbst ‘richtige’ Filme drehen. Mit “Stump the Band” erfüllten sie sich ihren Traum, der zu diesem Zeitpunkt gut gereift war. Regisseur William Holmes erzählt im “Making Of”, dass er die Story beinahe ein Jahrzehnt in seinem Hirn wälzte. Letztlich musste er JoJo Henrickson zu Hilfe holen, um aus der Idee ein funktionstüchtiges Drehbuch zu entwickeln.

Der unter diversen Mühen fertiggestellte Film wirft die Frage auf, was das Paar die ganzen Jahre tatsächlich getrieben hat: “Stump the Band” ist ein völlig typischer, d. h. ideenarmer, überhaupt nicht origineller und billig heruntergekurbelter Backwood-Slasher, der die mit diesem Genre verbundenen Klischees in voller Bandbreite bedient. Hübsche Frauen in den Fängen vertierter Hinterwäldler, ein bisschen Nacktheit, die in den USA nur angedeutet werden darf, weshalb man auf sittlich unbedenkliche Folter- und Metzel-Szenen ausweicht: Die Masche hat sich bewährt und kommt auch hier zum Tragen.

Weshalb “Stump the Band” nüchtern betrachtet als weiterer jener Schnellschüsse abgetan werden könnte, die Hollywood in Salven auf ahnungs- und wehrlose Zuschauer abzufeuern pflegt. Das Drehbuch ist keinen Schuss Pulver wert, das Minimal-Budget und die daraus erwachsenen Unzulänglichkeiten werden allzu offensichtlich, und die Darsteller haben die Kunst des Schauspiels höchstens per Fernstudium (und oft gar nicht) erlernt.

Humor hilft eigentlich immer

Was “Stump the Band” indes von den unzähligen filmischen Grausamkeiten der B- und C-Kategorie trennt, mit denen sich vor allem der Horrorfan malträtiert sieht, ist ein unerwarteter Enthusiasmus, der das laue Geschehen mit Leben füllt. Unabhängig davon, ob die in Szene gesetzten Scherze witzig sind, hilft es dem Film, dass er zwar seine Zuschauer, aber sich niemals ernst nimmt. “Stump the Band” bietet natürlich keinen feinsinnigen Humor. Selbst grobe Gags werden jedoch so unverfroren dargeboten, dass man unwillkürlich grinsen muss.

Darüber hinaus sorgen skurrile und schamlos durchgespielte Einfälle für jene Momente, die Filmroutine zum gelungenen Spaß aufwerten. Larry Wyatt gibt als perverser “Coach” dem Schauspieler-Affen kräftig Zucker. Einen Fußfetischisten als Serienkiller gab es bisher nicht. Wyatt legt sich mit todernster Miene ins Zeug und scheut keine Peinlichkeit. Ohne Furcht vor Lächerlichkeit agiert auch Jake Harmes als Billy, der “dog boy”, der nicht spricht, sondern nur bellt und in den Wald geworfene Schuhe apportiert.

Mit vollem Körpereinsatz mimen die weiblichen Darsteller. Diese Aussage ist durchaus doppeldeutig gemeint, denn selbstverständlich beinhaltet “Stomp the Band” die für den Horrorfilm der B-Stufe obligatorische Nacktszene. An Erotik ist freilich nicht zu denken, wenn man beobachtet, wie sich die vier Frauen hüllenlos und todesmutig in einen ‘Teich’ stürzen, der eindeutig ein schlammiger, stinkender Pfuhl ist. Im “Making Of” wird dies vom Regisseur bestätigt und durch Drehort-Bilder bestätigt, die im Betrachter kaltes Grausen aufsteigen lassen; mit Recht bedankt sich William Holmes noch einmal ausdrücklich bei seinen vier Hauptdarstellerinnen, die dieses höllische Bad nicht nur auf sich nahmen, sondern im Inneren des Drecktümpels sogar das Schauspielen nicht vergaßen.

Falls sie nicht baden, haben in diesem Film ohnehin die Frauen die Hosen an. “Stump the Band” gehört zu den raren Streifen, die ihre Darstellerinnen nicht auf geile Metzel-Schnecken reduzieren, sondern ihnen Persönlichkeiten zubilligen. (Wobei auch hilft, dass die Darstellerinnen zum Zeitpunkt des Drehs zwischen 30 und 40 Jahre alt. also keine kleinen Mädchen mehr waren.) Unsere vier Musikerinnen sind zwar recht proletarisch im Denken und Handeln, aber sie haben das Sagen, und trotz oder sogar wegen ihrer Ruppigkeit wirken zumindest drei von ihnen sympathisch. (Dazu und zu Nr. 4 Näheres weiter unten.) An ihrem Schicksal nimmt man Anteil, statt ungeduldig darauf zu warten, dass sie des Coaches Axt trifft.

Filmdreh als Abenteuer

Der chronische Geldmangel einer Produktion wie “Stump the Band” lässt ‘richtige’ Schauspieler von einem Engagement Abstand nehmen. Zurück bleiben die Hoffnungsvollen und die Verzweifelten, die sich in einem Karriereloch befinden. Letztere in ihrem Unglück zu beobachten ist wenig unterhaltsam. Glücklicherweise scheinen die Darsteller von “Stump the Band” keine besonderen Ambitionen auf eine Hollywood-Starkarriere zu haben.

Schauspielerische Präzisionsarbeit darf man von diesen Neulingen und Laien nicht erwarten. Sie schlagen sich immerhin wacker. Erfreulicherweise schließt das die Hauptdarstellerinnen ein – mit einer Ausnahme: Courtney Bean spielt die Nervensäge Tammy allzu überzeugend. Man hasst sie schnell, und sie will einfach nicht sterben, obwohl sie zwischenzeitlich sogar in Coaches Keller landet. Selbst Beans Originalstimme klingt so grässlich wie das Kratzen von Fingernägeln auf einer Schiefertafel. Welcher Ungeist trieb Holmes & Henrickson dazu, ausgerechnet sie so prominent zu besetzen? Wenigstens fügt sich Bean harmonisch in die Rockmusik-Auftritte der Band ein. Die Musik ist zwar Geschmackssache, doch die Mädels legen sich glaubhaft ins Zeug.

“Stump the Band” verfügt themennah über einen ausgesprochen rockigen Soundtrack. Der fügt sich nicht immer glücklich zu den Szenen, denen er unterlegt wurde, und auch der musikalische Laie bemerkt, dass Talent wohl nicht unbedingt erforderlich war, um einen Song in diesem Film zu platzieren. Manchmal passen Bild und Musik freilich sehr gut zusammen, und dann haben wir wieder einen dieser Momente, in denen “Stump the Band” einfach Spaß verbreitet.

Wie viel Grausen gibt’s für einen Dollar?

Wer genau hinschaut, wird in dem Gewirr der Nebendarsteller immer wieder dieselben Gesichter erkennen. Geld war knapp bei dieser “Compost”-Produktion, sodass auch Mitglieder der Crew im Schutz unterschiedlicher Verkleidungen gleich mehrfach zum Einsatz kamen. Sogar für das Anmieten des Vans, mit dem unsere Band durch die Provinz schaukelt, war kein Geld da. Regisseur Holmes ‘lieh’ sich den Wagen seiner Gattin. Als Stuntman Carl Ciarfalio (der auch den Mafioso Guido gibt) diesen im Eifer des Gefechts in ein Gebüsch krachen lässt (s. “Making Of”), ist Holmes’ Angst vor ehelichen Vergeltungsmaßnahmen sichtlich groß.

Es gibt digitale Effekte in “Stump the Band”, aber sie bleiben in der Minderzahl – gut so, denn sie sind mittelmäßig bis sauschlecht. Ansonsten wird mit Körper- und Kopf-Abgüssen, Schweinedärmen und viel Kunstblut gearbeitet. Weil dieser Film garantiert keine Millionengewinne einbringen wird, legten sich die Macher keine Zügel an und schrieben richtig fiese Effekte ins Drehbuch. In “Stump the Band” fliegen Frauenfüße, Augäpfel und Arme so hemmungslos durch die Luft, dass selbst die notorisch humorlose FSK den Spaßfaktor dieses Films begriff und von Zensurschnitten absah. Ohnehin sorgen die Budgetbeschränkungen dafür, dass die Zahl der Schnetzeleien beschränkt bleibt.

Das alles adelt “Stump the Band” nicht zum Kultfilm. Doch wenn man die Grenzen bedenkt, die den Machern dieses Films gesteckt waren, und ihre manchmal pfiffigen Auswege berücksichtigt, muss man anerkennen, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Arbeit abgeliefert haben, die man sich anschauen kann, ohne sich allzu sehr um 90 Minuten Spiel- und Lebenszeit betrogen zu fühlen.

DVD-Features

Mit viel Liebe zum Detail haben die Macher von “Stump the Band” die Dreharbeiten dokumentarisch begleitet. Was man sich vor und hinter der Kamera gedacht hat, lässt sich dem 27-minütigen, sehr informativen und unterhaltsamen Beitrag “Behind the Scenes” entnehmen. Improvisation hieß an allen Drehorten das Gebot der Stunde, woraus niemand einen Hehl macht, wie überhaupt die ansteckend gute Laune der bei der Arbeit Gefilmten und Interviewten verdeutlicht, was ein “Making Of” jenseits verlagerter Filmwerbung sein kann.

Eine kurze Sammlung von Szenen, die es so nicht in den Film schafften, wird durch diverse “Outtakes” ergänzt, die dokumentieren, was während eines Drehs schiefgehen kann. Besonders erheiternd wirkt eine Sequenz, in der Darsteller Charles Klausmeyer im Vordergrund aus Leibeskräften mit den Dämonen seiner Seele ringt, während im Hintergrund ein sich unbeobachtet wähnendes Mitglied der Crew gegen einen Torpfosten pinkelt.

Sehr inhaltsreich ist schließlich die Website zum Film geraten.

Viele aus “Stump the Band” bekannte Gesichter findet man auch auf der “Compost Productions”-Website wieder.

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Preisrätsel/Gewinnspiel 5 x 1 DVD
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden:
Wie heisst der schwachsinnige Spießgeselle von Tankwart Daniel? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 30 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Die 5 Gewinner lauten: Wolf Strunk, Gerd Brake, Mika Bücherheim, Ingolf Schmalz, Karin Sauer, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Open Graves – Der Einsatz ist dein Leben

Erstellt von Michael Drewniok am 7. Januar 2010

open-gravesOpen Graves – Der Einsatz ist dein Leben

Originaltitel: Open Graves (USA/Spanien 2009)
Regie: Álvaro de Armiñán
Drehbuch: Bruce A. Taylor u. Roderick Taylor
Kamera: Iosu Intxaustegui
Schnitt: Mercedes Cantero
Musik: Fernando Ortí Salvador
Darsteller: Eliza Dushku (Erica), Mike Vogel (Jason), Jose Casasús (Novio),
Boris Martinez (Pablo), Ander Pardo (Miguel), Iman Nazemzadeh (Tomàs), Naike Rivelli (Elena), Lindsay Caroline Robba (Lisa), Gary Piquer (Detective Izar), Alex O’Dogherty (Malek) u. a.
Label/Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 08.12.2009 (Leih-DVD) bzw. 21.01.2010 (Kauf-DVD u. -Blu-ray)
EAN: 4006680047676 (Leih- u. Kauf-DVD) bzw. 4006680047799 (Leih- u. Kauf-Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 85 min. (Blu-ray: 88 min.)
FSK: 18

Das geschieht:

Mamba Mosamba war eine böse Hexe, die Ende des 15. Jahrhunderts der Spanischen Inquisition zum Opfer fiel. Ihr Erbe ist ein Brettspiel, das aus ihren Knochen und ihrer Haut gefertigt wurde: Wer es spielt und gewinnt, dem wird ein Wunsch erfüllt. Die übrigen Pechvögel, denen das Schicksal eine der Unglückskarten des Spiels zuweist, erleiden allerdings den dort mit blumigen Worten umschriebenen, stets äußerst grässlichen Tod.

Der jeweils letzte Gewinner einer Runde muss das Mamba-Spiel weitergeben, damit sich besagter Wunsch erfüllt. Malek, den ein Unfall beide Beine gekostet hat, wählt skrupellos den US-amerikanischen Studenten Jason aus, der sich ahnungslos in seinen Kramladen irgendwo an der nordspanischen Küste verirrt. Begeistert über das vermeintliche Schnäppchen, lädt Jason am Abend fünf Freunde sowie seine neue Freundin Erica ein, mit ihm Mamba zu spielen. Das Unheil lässt nicht auf sich warten: Spät der Nacht stürzt Verlierer Pablo beim Pinkeln von einer Klippe und wird nach harter Felslandung lebendig von Krabben zerfleischt.

Ähnlich bizarr sterben weitere Teilnehmer der Spielrunde, während Erica und Jason allmählich die Zusammenhänge dämmern. Während sie versuchen, der Hexe Mamba in den toten Arm zu fallen, werden sie vom Polizisten Izar verfolgt, der Wind von dem Spiel bekommen hat. Der verzweifelte Mann hat Frau und Kind verloren und will mit dem Tod um ihre Rückkehr spielen. Um das Spiel an sich zu bringen, ist er zu jedem Schandtat bereit, womit er Erica und Jason zusätzlich in tödliche Bedrängnis bringt …

Gruseltrip ins Billig-Ausland

In Europa dreht Hollywood seit jeher gern Filme. Dort sind die Kosten niedriger, die Gewerkschaften (so es sie denn gibt) milder, und Steuern lassen sich durch den Film-Tourismus auch noch sparen. US-geschmackskompatible Schauspieler lassen sich zum Drehort transportieren, als Statisten sind die Einheimischen brauchbar, und hält sich die Exotik in schicklichen Grenzen, findet sie sogar der Durchschnitts-Amerikaner reizvoll. Für “Open Graves” mussten sich die temporären Film-Emigranten nicht einmal ins Reich des Bösen – den ehemaligen Ostblock – wagen, sondern konnten sich im sonnigen Spanien tummeln, das einige Ähnlichkeit mit dem Sonnenstaat Kalifornien hat.

Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, denn “Open Graves” macht bemerkenswert wenig Gebrauch vom Lokalkolorit der spanischen Schauplätze. Mit ein bisschen mehr Geld in der Tasche wäre man offensichtlich lieber am kalifornischen Strand geblieben; der Arbeitstitel “Surfer Horror” unterstützt diese These.

Vor Ort heuerte man Álvaro de Armiñán, der zuvor nur als Regie-Assistent oder “Second-Unit”-Regisseur gearbeitet hatte, als Regie-Söldner an. 6,5 Mio. Dollar durfte er ausgeben; ein Taschengeld für Hollywood und für das gewünschte Filmprojekt faktisch zu wenig.

Das Drehbuch dürfte nur einen kleinen Posten der Kostenaufstellung gebildet haben, denn das Vater-Sohn-Gespann Roderick und Bruce Taylor mischt schamlos die zündenden Momente aus den “Final-Destination”-Filmen mit Elementen des modernen Effekt-Klassikers “Jumanji”. Zusätzlich orientiert man sich am “Witchboard”-Trash der 1980er und 90er Jahre. Unterm Strich ergibt dies ein B-Movie ohne eigene Ideen aber mit Fehlern, welche die gesamte Filmgeschichte abdecken und die nicht nur wiederholt, sondern oft sogar übertroffen werden. Dazu kommen eine handwerklich kompetente aber träge Regie und Darsteller, die sich anscheinend im Urlaub wähnten, den sie spürbar ungern zwischendurch für einen Szenendreh unterbrachen.

Missglückte Morde = zuverlässiger Zuschauerverdruss

Auch die beliebte “Final-Destination”-Serie lebt primär von ihren aufwändig zelebrierten Morden. Sie bilden die Perlen einer Kette, deren Schnur – die eigentliche Handlung – das Anschauen ansonsten nicht wert ist. Freilich profitiert besagte Serie von der Erkenntnis, dass man dem Zuschauer geben sollte, was der Zuschauer verlangt. Die Metzeleien sind deshalb nicht nur einfallsreich ausgedacht, sondern auch detailfroh inszeniert. Bis zum nächsten Tiefschlag des Schicksals hält das Publikum deshalb ohne Murren durch.

Mit diesem Pfund kann “Open Graves” nicht wuchern. Ein kluger Regisseur einigt sich dem Drehbuchautor und zeigt, was finanztechnisch überzeugend zu realisieren ist. Falscher Ehrgeiz schadet ebenso wie der Glaube, CGI werde es schon richten. Wer kam auf den Gedanken, ein Filmchen wie “Open Graves” mit Spezialeffekten zu überfrachten, die den Budgetrahmen deutlich sprengen bzw. diesem angepasst werden mussten? Eine digitale Libelle gelingt noch hervorragend, aber ebenso ehrgeizig wie lächerlich getrickste Riesenschlangen und Krabben verderben dem üblichen Leidtragenden – dem Zuschauer – jeglichen Spaß.

Immerhin geht es erfreulich drastisch zur Sache, wie es sich gehört, wenn der Tod zum unterhaltsamen Selbstzweck gerinnt. Sogar der Zensor behielt dieses Mal die Schere im Halfter, sodass die Anblicke ausgestochener Augen, krachend zerdrückter Brustkörbe oder lichterloh brennender Autofahrerinnen ihre politisch unkorrekten Reize entfalten dürfen.

Wir machen mit – aber nicht gern!

Sommerdreh in Spanien? Da horchen in Hollywood vom Starruhm bisher verschont gebliebene Darsteller auf, und das Drehbuch wird nicht allzu sorgfältig gelesen. Wer sich für einen Film wie “Open Graves” einfangen lässt, ist bisher ohnehin nicht wählerisch gewesen, hangelt sich nicht selten von einer TV-Gastrolle zur nächsten und verdingt sich für obskure “Direct-to-DVD”-Produktionen. Hauptdarstellerin Eliza Dushkus ‘Ruhm’ basiert auf ihrer Rolle in dem modernen Backwood-Slasher “Wrong Turn” (dem Original!) sowie auf ihren Auftritten als “Faith” in den Horror-Trash-TV-Serien “Buffy” und “Angel”.

Dushku kann durchaus schauspielern, wie sie u. a. 2008 in “The Alphabet Killer” unter Beweis stellte, aber sie zehrt auch vom Ruhm ihrer Grusel-Vergangenheit und profitiert von ihrer möglicherweise naturgeschenkten Oberweite, die auch Álvaro de Armiñán gern ins rechte Licht rückt. (‘Richtige’ Nackedeien gibt es übrigens nicht; auch die Pin-up-Fotosession im Holzlager eines heruntergekommenen Sägewerkes lässt aufgrund der ungelenken Darbietung von “Model” Lindsay Caroline Robba keine erotischen Funken sprühen.)

Mit Mike Vogel (dem “Andy” aus Texas Chainsaw Massacre”, Version 2003) übernahm ein absolut profillos bleibender Darsteller die männliche Hauptrolle. Jason ist kein Held, den das weibliche Publikum nebenbei anhimmeln könnten, sondern ein Trottel, dem der Zuschauer von Anfang an nur eine Chance zubilligt, den Hexenfluch zu bannen: Die Drehbuchautoren müssen das Denken für ihn übernehmen. Wenigstens setzt Vogel durch seine Dämlichkeit den einzigen guten Einfall der Taylors glaubhaft um: Wenn du dem Teufel einen Wunsch abschwatzt, denke sehr gut nach, denn er nimmt dich wörtlich und lacht auf diese Weise womöglich doch als Letzter … Was hoffentlich nicht so oft geschieht bzw. ihn ablenkt, damit er zukünftig Übeltäter, die solche Filmchen wie “Open Graves” über diese Welt bringen, viel öfter holen kann!

DVD-Features

Die ‘Extras’ zum Hauptfilm beschränken sich auf einen endlosen Trailer, der sämtliche sehenswerte Szenen skrupellos verbrennt, und eine mit Fahrstuhlmusik untermalte Foto-Show, bei der sich der Betrachter selbst zusammenreimen muss, was ihm da gezeigt wird.

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Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

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Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens

Erstellt von Michael Drewniok am 31. Dezember 2009

haunted-hill-2Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens

Originaltitel: Return to House on Haunted Hill (USA 2007)
Regie: Víctor García
Drehbuch: William Massa
Kamera: Lorenzo Senatore
Schnitt: Robert Malina
Musik: Frederik Wiedmann
Darsteller: Amanda Righetti (Ariel Wolfe), Tom Riley (Paul), Steven Pacey (Dr. Richard Hammer), Erik Palladino (Desmond Niles), Cerina Vincent (Michelle), Andrew Lee Potts (Kyle), Kalita Rainford (Harue), Gil Kolirin (Norris), Andrew Pleavin (Samuel), Chucky Venice (Warren), Jeffrey Combs (Dr. Richard Vannacutt), Stilyana Mitkova (Saras Geist) uva.
Label/Vertrieb: Warner Brothers Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 11.10.2007 (Kauf-DVD)
EAN: 7321925007664 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Ungarisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Ungarisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 78 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Acht Jahre sind seit der verhängnisvollen Party vergangen, zu der Stephen Price im verrufenen Haus des nur körperlich toten Irrenarztes und Sadisten Dr. Vannacutt einlud. Zwei Menschen entkamen dem nächtlichen Gemetzel der wütenden Geister, die dort umgehen. Sara Wolfe blieb vom Haus besessen, was sich ungünstig auf ihre psychische Verfassung auswirkte. Schwester Ariel, eine erfolgreiche Redakteurin, hat deshalb den Kontakt schon vor langer Zeit abgebrochen.

Sie reagiert auch nicht, als Sara sie mit Anrufen und Mails bombardiert und um Hilfe bittet. Kurz darauf ist Sara tot; sie soll Selbstmord begangen haben. Die geschockte Ariel sucht in der Wohnung der Schwester nach Hinweisen. Stattdessen findet sie Dr. Richard Hammer, einen Archäologen, der mit Sara in Kontakt stand. Beide vermuteten, dass Vannacutt eine mittelalterliche Statue des Dämonen Baphomet in seinem Haus hütete, der ihn nach und nach in seinen unheilvollen Bann zog. Diese Figur will Hammer unbedingt bergen.

Ariel verweigert zunächst jede Mitarbeit, aber daheim findet sie das Tagebuch von Dr. Vannacutt, das Sara kurz vor ihrem Tod in die Post gegeben hat. Leider hat Desmond Niles, ein skrupelloser Kunsträuber, dies ebenfalls erfahren. Mit seiner Bande zwingt er, der zudem Saras Mörder ist, Ariel und ihren Freund Paul, ihn in das verlassene Haus auf dem Hügel zu begleiten. Dort suchen bereits Hammer und zwei seiner Studenten nach der Statue. Das Treffen der Gruppen verläuft nicht harmonisch, doch das wird nebensächlich, als sich das Haus hermetisch gegen die Außenwelt abriegelt, seine ‘Gäste’ auf diese Weise einsperrt und ihnen mordlüsterne Geister auf die Hälse hetzt …

Zweiter Aufguss – mit Wirkungsverstärker

Franchises und Pilze teilen mindestens zwei Eigenschaften: Sie schießen aus dem Boden, und sie gedeihen am besten in einem Mistbeet. Das ist einer der Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, wenn man mit einem Film wie “Haunted Hill 2″ konfrontiert wird. Schon das ‘Original’ von 1999 war das Remake eines Mini-Kult-Thrillers von 1958 (dt. “Das Haus auf dem Geisterhügel”). Die Geschichte vom verfluchten Irrenhaus wurde 1999 auserzählt. Es gab keinen Grund, sie wieder aufzugreifen.

Acht Jahre später machte sich erwähnter Mistbeet-Effekt bemerkbar. Wo “The Butterfly Effect”, “Donnie Darko” u. a. nie für eine Fortsetzung vorgesehene Filme in Serie gehen, ist sicherlich auch Platz für ein “Haunted House 2″, so müssen die zumindest im Bereich der Profitmaximierung kreativen Köpfe hinter diesem Streifen sich gedacht haben. Vorsichtshalber hielten sie das Budget kurz und realisierten die Rückkehr ins Hügel-Haus als “Direct-to-DVD”-Produktion. Um noch mehr zu sparen, heuerte man nicht nur Schauspieler der Kategorien B und C an (dazu unten mehr), sondern drehte in Budapest, wo die Arbeitslöhne sogar noch niedriger liegen als in Kanada.

Wenig Geld wurde außerdem für das Drehbuch ausgegeben; tatsächlich erzählte man die Original-Story einfach noch einmal und verschnitt sie mit einem törichten Gangster-Garn. Weil es keinen echten Grund für eine Rückkehr ins Geisterhaus gab, konstruierte man einen: Plötzlich summt eine Dämonen-Statue als Dynamo des Bösen im Bauch des Hauses. Die muss gesucht werden, während die Darstellerschar durch düstere Flure tappt, sich streitet und stetig dezimiert wird. Auch daran lassen sich geistlose Fortsetzungen erkennen: Die Morde geraten deutlich spektakulärer und blutiger, um auf diese Weise Unterhaltsamkeit vorzugaukeln. Keine Sorge; routiniert aber lieblos eingesetzte CGI-Technik mildert das aus dem Gemetzel erwachsende Grauen, das jederzeit als Produkt der digitalen Trickkiste erkennbar ist.

Das Haus hält’s aus

Wenn es etwas gibt, das den Zuschauer vor Tiefschlaf oder Wutanfällen bewahrt, so ist es die bemerkenswerte Kulisse des Hügel-Hauses. Zwar ist die einst blühende Filmindustrie Osteuropas heute nur noch ein Schatten ihrer selbst, aber dort findet man weiterhin Kulissenbauer und Ausstatter, die mit beschränkten Mitteln förmlich zaubern können. Dass “Haunted Hill 2″ eine Billig-Produktion ist, sieht man ihr niemals an. Das Haus ersteht in schauerlicher Pracht nicht nur auf, sondern beeindruckt mit 1999 nicht gesehenen und gruseligen Winkeln. Die Beleuchtung ist ausgefeilt, die Tonspur verblüfft durch allerlei akustische Tricks.

Noch ein Vorteil: Nach gerade einmal 78 Minuten ist der Spuk vorüber. “Haunted Hill 2″ präsentiert seine Geschichte in der gebotenen Eile, die keine Zeit für Fragen nach der Handlungslogik lässt oder Langeweile aufkommen lässt. Dazu kommt das erfrischende Fehlen politisch korrekter Zurückhaltung, die ein Film dieser Preisklasse, der seine Kosten auf jeden Fall einspielen wird, nicht nötig hat. Einige Übeltaten des Dr. Vannacutt fallen daher recht rabiat aus. Schade nur, dass es manchmal schwerfällt, sich beim Anblick toter aber spastisch zuckender Krankenschwestern oder rauchender Ofenmenschen daran zu erinnern, dass wir uns auf dem “Haunted Hill” und nicht im zweiten Teil von “Silent Hill” befinden.

Zum guten Ton des schlechten Films gehört schließlich der Anblick einiger nackter Busen, zu denen sich hier sogar einige blanke Hinterteile gesellen. Der kundige Zuschauer erkennt auch am Fehlen von Silikonverstärkungen, dass nicht in den USA gedreht wurde.

Wo ist Famke, wenn man sie braucht?

Wer sich als Schauspieler in einen Film wie diesen locken lässt, weiß wahrscheinlich, worauf er und sie sich einlassen. Die nuancenreiche Wiedergabe feinsinniger Gefühle ist es nicht, was der Arbeitgeber fordert. Bescheiden ließe sich aus Zuschauersicht dagegen einwenden, dass gute Darsteller auch einen weniger gelungenen Film adeln – wer erinnert sich nicht an Famke Janssens gut gelaunte Darstellung eines lupenreinen Miststücks im ersten “House on Haunted Hill” -, doch das wird sich unter Produzenten wohl nie herumsprechen.

Also müssen wir Zeugen dessen sein, was Mimen wie Amanda Righetti, Tom Riley oder Cerina Vincent für Schauspiel halten. Die übrigen Darsteller schließen sich dem kollegial an. Andrew Lee Potts gibt wieder den trotteligen Nerd, als welcher er bereits durch diverse “Primeval”-Staffeln geisterte und dort ebenso wenig lustig war wie hier. (Er scheint sogar dasselbe bescheuerte Hütchen zu tragen!)

Wieder einmal am besten zieht sich der in jeder Rolle unverwüstliche Jeffrey Combs aus der Affäre, was dieses Mal gar nicht einfach ist. Während Dr. Vannacutt im ersten Teil eher schemenhaft sein Unwesen trieb, muss er hier oft ins allzu helle Kamera-Licht treten. Dafür entschädigen einige Splattereien, die der mehrfache “Re-Animator” persönlich und stilvoll über die Bühne bringt.

Bleibt abschließend die bange Frage: War’s das jetzt? Darauf hoffen wir vorsichtshalber nicht, zeigt doch die Schlussszene, wie die Baphomet-Statue aus der Regenrinne des Hügel-Hauses direkt vor die Füße zweier Strandwanderer purzelt …

DVD-Features

Während der Hauptfilm optisch und akustisch überzeugen kann, bleiben die Extras enttäuschend überschaubar. Erstaunlicherweise fehlt das sonst übliche “Making-Of”, das gern als zusätzliche Werbeplattform missbraucht wird. Hier ist es durch eine seltsame Interview-Runde mit dem Titel “Die Darsteller auf dem Beichtstuhl” ersetzt. Während die Schauspieler in ihren Rollen bleiben, geben sie darüber Auskunft, was sie auf den “Haunted Hill” führte. Als Dr. Richard Hammer hält Steven Pacey darüber hinaus ein dreiminütiges (und daher wenig aussagekräftiges) Referat über Ursprung und Geschichte des Baphomet.

Vier zusätzliche Szenen erinnern an ein Feature, über das nur die ‘interaktive’ Blue-ray-Fassung verfügt, von der es keine deutsche Version gibt: An diversen Filmstellen kann sich der Zuschauer in das Geschehen einklinken und dessen Fortsetzung beeinflussen. Dafür wurden Sequenzen erweitert bzw. zusätzlich gedreht, die indes den Hauptstrom der Story nicht wirklich beeinflussen.

Zu unguter Letzt trägt die Heavy-Metal-Gruppe Mushroomhead – optisch wie stimmlich eine unglückliche Mischung aus Kiss und Marilyn Manson – ihren angeblichen Hit “Simple Survival” vor; der Clip wurde mit Szenen aus “Haunted Hill 2″ verschnitten, denn das Stück gehört zum Soundtrack dieses Films.

[md]

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