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Archiv für die 'Historie' Kategorie

The Help

Erstellt von Detlef Hedderich am 13. April 2012

The Help
Tate Taylor, Kathryn Stockett
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch.
FSK ohne Altersbeschränkung. …
DVD-Video

EAN: 8717418340667
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch.
FSK ohne Altersbeschränkung.
Laufzeit ca. 140 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL). Sprachversion: Deutsch, DD 5. 1, Englisch, DD 5. 1, Italienisch, DD 5. 1, Türkisch, DD 5. 1.
Sprachen: Deutsch Englisch Italian Türkisch.
Produktionsjahr: 2011.
Schnitt: Hughes Winborne
Regie: Mohamed Khalaf Al-Mazrouei, Michael Barnathan, Nate Berkus
Kamera: Stephen Goldblatt Mit Emma Stone, Viola Davis, Bryce Dallas Howard
Walt Disney

DVD-Video

Jackson, Mississippi Anfang der 60er Jahre: Als die junge Skeeter (Emma Stone) nach dem College in ihre Heimatstadt zurückkehrt, träumt sie davon Schriftstellerin zu werden. So fasst sie – angetrieben von ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und entgegen aller Konventionen – den Entschluss, afro-amerikanische Frauen zu interviewen, die ihr Leben damit verbracht haben, sich als Hausmädchen um die Kinder der weißen Oberschicht zu kümmern. Doch damit verstößt Skeeter nicht nur gegen den guten Ton, sondern auch gegen das Gesetz, womit sie sich und alle, die ihr geheimes Projekt unterstützen, in Gefahr bringt. Allen voran die gutherzige Aibileen (Viola Davis), die Skeeter als erste für ihr Projekt gewinnen kann, und die resolute Minnie (Octavia Spencer), die mit ihrem vorwitzigen Mundwerk und einzigartigem Schokoladenkuchen für Furore sorgt. Dabei werden Skeeters Freundschaften aus Kindheitstagen auf eine harte Probe gestellt und auch die schwarze Gemeinde steht dem Projekt zunächst mehr als skeptisch gegenüber. Doch nach einem folgenschweren Vorfall sind immer mehr Hausmädchen bereit, Skeeter ihre großartigen, tragischen bis witzigen Lebensgeschichten zu berichten. Jede Veränderung beginnt zunächst mit einem Flüstern, doch die Stimmen werden lauter – und es gibt eine Menge zu erzählen…

- Zusätzliche Szenen mit Einführung von Regisseur Tate Taylor
- Musikvideo “The Living Proof”

2012 – Golden Globes:
- Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer)

2012 – Screen Actors Guild Awards:
- Beste Hauptdarstellerin (Viola Davis)
- Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer)
- Bestes Schauspielensemble

2012 – Oscar:
- Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer)

Titel bei Libri.de (DVD)

Preisrätsel / Gewinnspiel 3 x 1 (KOSTENLOSES PAKET!) Gewinn besteht jeweils aus 1 DVD und jeweils 1 “the Help-Rezeptbuch” mit Beschriftung/Aufkleber ähnlich dem “the Help”-DVD-Motiv (Titel ohne Promoaukleber siehe hier): Um Gewinnpaket zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wie heißt das Musikvideo? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 300 Mails eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner mit der richtigen Antwort ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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Die Potsdamer Garnisonkirche – Geschichte eines preußischen Kulturerbes & Die Geschichte des Infanterie-Regiments Nr. 9

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. März 2012

Das Jahr 2012 steht ganz im Zeichen von Friedrich dem Großen, denn der Preußenkönig feiert seinen 300. Geburtstag. POLAR Film, der Marktführer im Special Interest Segment „Deutsche Zeitgeschichte“ hat aus diesem Anlass ein ganz besonderes DVD/CD-Paket zusammengestellt, das die Zuschauer mit auf eine Reise durch die letzten Jahrhunderte nimmt.

Alle geschichtlich interessierten Zuschauer können mit diesen DVDs und dem einzigartigen Hörbuch das Leben des preußischen Monarchen vor den heimischen Bildschirmen wieder zum Leben erwecken. Erfahren Sie spannende Details und Hintergrundinformationen über eine ganz besondere Ära.

POLAR Film legt größten Wert auf qualitativ hochwertig aufbereitete Produktionen. Das Unternehmen greift daher nicht auf die sattsam bekannten Wochenschau-Ausschnitte und offiziellen Quellen zurück, sondern auf private Filmaufnahmen, die der Zeithistoriker Karl Höffkes über Jahrzehnte hinweg gesammelt und archiviert hat. Auf diese Weise entsteht ein ganz besonderer Blick auf die Geschichte: Historie „von unten“, unverstellt und jenseits der Propaganda.

Über die Eigenproduktionen hinaus arbeitet POLAR Film seit vielen Jahren mit öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten, Privatsendern und namhaften Produktionen im In- und Ausland zusammen. Dokumentationen, wie „Mit der Kamera an der Ostfront“, „Olympiade 1936“ oder „Sommer in Ostpreußen 1942“ sind inzwischen aufgrund ihrer authentischen Darstellung und des einzigartigen Filmmaterials in vielen Sprachen erschienen.

Über POLAR Film:
Die POLAR Film + Medien GmbH wurde 1996 in Dortmund von erfahrenen Filmproduzenten und Marketingexperten gegründet. Seit Anfang 2000 hat das Unternehmen seinen Sitz in Gescher im Münsterland. POLAR Film hat sich als Produzent und Anbieter von Dokumentarfilmen einen Namen gemacht und ist in Deutschland Marktführer im Bereich Zeitgeschichte. Das Unternehmen verfügt über das größte private Archiv mit Zeitzeugeninterviews und historischen Originalfilmaufnahmen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus werden neben eigenen Produktionen auf Video, DVD und Audio-CD auch Videos und DVDs für namhafte TV-Sender produziert und vertrieben.

Die Potsdamer Garnisonkirche – Geschichte eines preußischen Kulturerbes:

Die Hof- und Garnisonkirche galt als die bedeutendste Barockkirche von Potsdam. Errichtet wurde sie unter dem zweiten preußischen König Friedrich Wilhelm I. von 1730 bis 1735. Den königlichen Soldaten diente sie zu Gottesdiensten, dem König Friedrich Wilhelm I. als letzte Ruhestätte. Nach einem nächtlichen Bombenangriff brannte die Kirche am 14. April 1945, wenige Tage vor Kriegsende, vollständig aus. Die Ruine wurde am 23. Juni 1968 auf Beschluss der SED-Führung unter Walter Ulbricht gesprengt und abgetragen. Das weithin sichtbare Wahrzeichen Potsdams und Sinnbild Preußens existierte nicht mehr. Dieser Film erweckt die Garnisonkirche zu neuem Leben.

Laufzeit: 60 Minuten + 10 Minuten Bonusmaterial
Umfang: 1 x DVD5
Bild: 4 : 3
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprachen: Deutsch
FSK: ab 6 Jahren

Titel bei Amazon.de

Die Geschichte des Infanterie-Regiments Nr. 9:

Das 9. Infanterie-Regiment wurde am 1. Januar 1921 als Bestandteil der Reichswehr der Weimarer Republik in Potsdam aufgestellt und unterstand bis zum 14. Oktober 1935 der 3. Division im Wehrkreis III (Berlin). Weil in seinen Reihen viele Adelige dienten, galt es als das exklusivste Regiment der Wehrmacht und wurde intern als Regiment „Graf Neun“ bezeichnet. Von den Stabsoffizieren und Hauptleuten dieses Regiments haben sich die meisten im Verlauf des Krieges dem Widerstand gegen Hitler angeschlossen. Zu ihnen gehörten Henning von Tresckow, Ferdinand Freiherr von Lüninck, Helmut von Gottberg, Axel von dem Bussche und andere.

2 Bonusfilme (Potsdam in Farbe, Potsdam 1929)

Laufzeit: 113 Minuten + 10 Minuten Bonusmaterial (zum Teil in Farbe)
Umfang: 1 x DVD5
Bild: 16 : 9
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprachen: Deutsch
FSK: ab 6 Jahren

Titel bei Amazon.de

Preisrätsel / Gewinnspiel 1 x 2 (KOSTENLOSE!) DVDs (jeweils 1 x beide aufgeführten DVDs plus 1 x Ventaglio Barockfächer Marrone – Notizbuch Groß Flexi Liniert – Paperblanks – Siehe Abbildung unten!): Um das Preisrätselgewinnpaket zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Das 9. Infanterie-Regiment wurde am 1. Januar 1921 als Bestandteil der Reichswehr der Weimarer Republik in Potsdam aufgestellt und unterstand bis zum 14. Oktober 1935 wem genau? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 100 Mails eingegangen sind, wird unter diesen Einsendern der Gewinner mit der richtigen Antwort ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWONNEN HAT: Achim Hartmann. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND UNSEREM SPONSOREN!

Produktbeschreibung
Ventaglio Barockfächer Marrone – Notizbuch Groß Flexi Liniert – Paperblanks. Römischer Fächer-Einband mit der für das italienische Barock typischen Ornamentierung und geometrisch aufgeteiltem Design. – Höhe 230 mm. – Breite 180 mm. – 240 Seiten. – Fadenheftung. – Mit seitlichem Metallbügel Verschluss. – Lesebändchen aus Satin. – Praktische Falt-Innentasche, zum Aufbewahren von Notizen, Fotos etc. Lassen Sie sich inspirieren von der barocken Dekoration und dem Reichtum an Symbolik!

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The Thing

Erstellt von Michael Drewniok am 23. März 2012

The Thing

Originaltitel: The Thing (USA 2011)
Regie: Matthijs van Heijningen Jr.
Drehbuch: Eric Heisserer
Kamera: Michel Abramowicz
Schnitt: Peter Boyle, Julian Clarke, Jono Griffith
Musik: Marco Beltrami
Darsteller: Mary Elizabeth Winstead (Kate Lloyd), Ulrich Thomsen (Dr. Sander Halvorson), Joel Edgerton (Sam Carter), Eric Christian Olsen (Adam Finch), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Jameson), Paul Braunstein (Griggs), Trond Espen Seim (Edvard Wolner), Kim Bubbs (Juliette), Jørgen Langhelle (Lars), Jan Gunnar Røise (Olav), Stig Henrik Hoff (Peder), Kristofer Hivju (Jonas), Jo Adrian Haavind (Henrik), Carsten Bjørnlund (Karl), Jonathan Walker (Colin), Ole Martin Aune Nilsen (Matias)
Label/Vertrieb: Universal Pictures Germany
Erscheinungsdatum: 22.03.2012
EAN: 5050582873573 (DVD) bzw. 5050582873597 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Italienisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 99 min. (Blu-ray: 103 min.)
FSK: 16

Titel bei Libri.de (DVD)
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Das geschieht:

Im kurzen antarktischen Sommer des Jahres 1982 entdecken Mitglieder einer norwegischen Forschungsstation nicht nur ein im Eis verborgenes Raumschiff, sondern auch seinen tiefgefrorenen außerirdischen Insassen. Der geniale aber arrogante Wissenschaftler Dr. Sander Halvorson sucht den Rat der fähigen Paläo-Biologin Kate Lloyd, die er top secret aus den USA einfliegen lässt.

In seiner Ungeduld beschließt Halvorson, das inzwischen geborgene Geschöpf noch in der Station aus dem Eispanzer zu schmelzen, damit er es vor allen anderen Forschern untersuchen kann. Die keineswegs tote, sondern in einer Art Winterstarre befindliche Kreatur erwacht, nutzt umgehend die Gelegenheit und ergreift die Flucht in die Polarnacht. Verwirrt durchsucht das Team die Station. Das Ding aus einer anderen Welt ist nicht ins ewige Eis geflüchtet, sondern lauert versteckt auf seine Verfolger. Der unglückliche Henrik wird scheinbar von ihm gefressen; seine Kameraden setzen das Alien mit Kerosin in Brand.

Halvorson und Kate untersuchen den Kadaver, in dessen Resten sie Henriks Leiche erstaunlich gut erhalten finden: Die Kreatur hatte offenbar damit begonnen, sie erst zu absorbieren und dann zu kopieren. Auf diese Weise wäre ein exaktes Ebenbild von Henrik entstanden, das dem Wesen als ideale Tarnung hätte dienen können.

Genau dies ist bereits geschehen, wie Kate erkennt: Die Kreatur ist in mindestens einer weiteren Inkarnation unter den Stationsbewohnern. Es wartet auf seine Chance, die menschen- und opferleere Antarktis zu verlassen, um sich wie ein Virus weiter verbreiten zu können. Die Station wird unter Quarantäne gestellt. Man sucht nach einer Methode, den unsichtbaren Feind identifizieren, was dieser erfolgreich sabotiert. Misstrauen bricht aus und wird zur Panik: Wer ist noch Mensch, wer schon Alien? Ein mörderischer Kampf auf und schließlich unter dem Eis beginnt …

Wir machen es anders und sind dabei zu erfolgreich

Manche Dinge müssen reifen. Wein gehört ebenso dazu wie jedes Modell der Automobilfirma Ferrari. Filmen ergeht es ähnlich, doch selten gelingt dies einem Streifen so erfolgreich wie der 1982er Version des Science-Fiction-Horror-Klassikers „Who Goes There?“ 1938 hatte John W. Campbell Jr. (1906-1971) unter dem Pseudonym „Don A. Stuart“ das nur novellenlange Werk in der August-Nummer des Magazins „Astounding Stories“ veröffentlicht und großes Aufsehen erregt.

Zwölf Jahre später begannen in Hollywood die Dreharbeiten zu „The Thing from Another World“. Unter dem neuen, eindeutigeren Titel setzte Christian Nyby (1913-1993) unter der unauffälligen aber stetigen Führung seines Auftraggebers Howard Hawks (1896-1977), selbst einer der großen Regisseuren seiner Ära, eine klassische Abenteuergeschichte in Szene, die noch heute spannend unterhalten kann. In einem Punkt musste Hollywood 1951 freilich passen: Die überzeugende Darstellung eines gestaltwandelnden Aliens überforderte die zeitgenössische Tricktechnik bei weitem. Man begnügte sich mit der Andeutung einer Kreatur, die vor allem seltsam aussah und zum Nutzen der Illusion das helle Licht mied.

Drei Jahrzehnte später hatte sich die Filmwelt gewandelt. Zwar steckte die digitale Technik noch tief in den Kinderschuhen. Dafür hatte die klassische Tricktechnik gewaltige Fortschritte erzielt: Sie realisierte nun künstliche, elektrisch und hydraulisch betriebene Monster, die nicht nur lebensgroß sein konnten, sondern dabei zum angenehmen Grausen des Publikums realistisch wirkten. Dies machte sich John Carpenter, 1982 ein Regisseur auf dem Gipfel seiner Karriere, zu Nutze. Er plante Außergewöhnliches – einen hoch budgetierten, prominent besetzten Spielfilm mit lupenreinen Splatter-Effekten. Die waren bisher dem Schmuddel-Kino der Kategorien B und C vorbehalten geblieben.

Carpenter brachte sie ins Mainstream-Kino – nicht als Erster, aber mit einer Konsequenz, die er bereuen sollte. Das Budget ließ die Beschäftigung erstklassiger Effektleute zu, die sich wahrlich ins Zeug legte. „The Thing …“ setzte 1982 Maßstäbe in Sachen Mutation, Blut- & Schleimfontänen. Noch reicher als dem Ding floss der Geifer allerdings Tugendwächtern und Zensoren aus den Maulwinkeln. Mit „The Thing …“ sei zumindest der moralische Untergang der Menschheit besiegelt, versicherten sie, und die üblichen Schar von Bolden bedrängte Carpenter, um ihn als perversen Geisteskranken zu steinigen. Da sich der Film an der Kinokasse nur passabel schlug, waren Carpenters Tage als Regisseur großer Hollywoodfilme vorbei.

Wir machen es anders und doch irgendwie genauso

Noch einmal drei Jahrzehnte später machen Realität und Gewöhnung zumindest die Akzeptanz busenreiner Gewalt in einem Maße möglich, von dem Carpenter 1982 nur träumen konnte. Folgerichtig stieg sein Film bei denen, die ihn sich unbesudelt durch Zensorenhände anschauen konnten, zum Klassiker auf. Dieser Status ist im ideenarmen und das Risiko scheuenden Hollywood des 21. Jahrhunderts zur Garantie für ein Remake oder Reboot geworden.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten war es 2010 soweit: Immerhin 35 Mio. Dollar durften Regisseur Matthijs van Heijningen Jr. und sein Team in ein neues Ding investieren. In sein Langfilm-Debüt setzte der gebürtige Niederländer einigen Ehrgeiz. Ein schlichtes Remake schien weder ihm noch seinem Drehbuchautor Eric Heisserer – selbst ein junger Shooting-Star seiner Zunft – angemessen; der Versuch, Carpenter zu ‚verbessern‘, gleiche der Schandtat, der Mona Lisa einen Schnurbart unter die Nase zu zeichnen, versicherten auch die Produzenten Marc Abraham und Eric Newman fromm. Ihnen schwebe eine Hommage vor, die den Geist des Originals atme und gleichzeitig in die Gegenwart transportiere.

Was gut klingt aber gar nichts bedeuten muss, wie das Ergebnis offenbart: „The Thing“ – selbstbewusst ohne Untertitel oder Nummerierung benannt – spielt zwar einige Tage vor dem Grabenkrieg, den Carpenter in der US-Polarstation „Outpost 31“ entfesselte, erzählt aber über weite Strecken eine identische Geschichte. Wenn es ihn so interessierte, was zuvor in der norwegischen Station geschehen war – so van Heijningen –, wundert es, dass er höchstens variiert und sich erst im letzten Drittel von der Vorlage löst.

Thriller oder Quiz für Film-Nerds?

Oder präziser ausgedrückt: Von beiden Vorlagen. In den kritischen Anmerkungen zu „The Thing“ wird kaum auf die Parallelen zur Version von 1951 eingegangen. Dabei sieht Ulrich Thomsen in der Maske des Sander Halvorson seinem Vorbild Robert Cornthwaite (1917-2006) als Dr. Arthur Carrington bereits optisch erstaunlich ähnlich. In der Schärfe seines Verhaltens hat Halvorson in Carpenters „Thing“ kein Gegenstück.

Was als echtes Remake vielleicht eigene Wege gefunden hätte, bleibt als Prequel und Hommage erst recht gegen Carpenters Version chancenlos. Van Heijningen und Heisserer verwenden viel Hirnschmalz und Umsetzungsaufwand auf das Bemühen, ihr „Thing“ passgerecht vor Carpenters ‚Fortsetzung‘ zu flanschen. Es fehlt ein echter Grund außer dem Spaß an einem konsequenten Retro-Look, die Handlung erneut ins Jahr 1982 zu verlegen. (Die Abwesenheit von Handy und Internet hilft allerdings der Illusion von Isolation.) Ebenso unsinnig ist es, die Norweger-Station möglichst exakt nach den ‚Vorgaben‘ von 1982 zu rekonstruieren: Die Story benötigt mehr Spannung statt Requisite.

Bis sich das Geschehen ins Raumschiff verlagert, glänzt „The Thing“ vor allem als Film-Quiz. Was übernahm man von Carpenter (oder Nyby)? Was wird ‚später‘, d. h. in der Carpenter-Handlung, wieder auftauchen? (Beispielsweise die Axt, die Pilot Carter nach der Zweiteilung eines Aliententakels in einer Holzwand stecken lässt.)

Kalter Film im entsprechenden Ambiente

Dagegen lässt uns das Schicksal der vom Ding terrorisierten Menschen kalt. Die rauen Gesellen von „Outpost 31“ vermochte uns Carpenter deutlich enger als Herz zu legen. Dass Figuren wie Carter und Jameson wie blasse Kopien von MacReady und Childs wirken, ist zusätzlich kontraproduktiv. Während sich Dr. Carringtons Skrupellosigkeit auf seinen übersteigerten Forscherehrgeiz gründete, ist Halvorson nur ein ruhmsüchtiger, feiger Widerling – der klassische Bösewicht, den Regisseur und Autor  für das große Finalgefecht mit der Heldin aufsparen, worüber jeder Zuschauer von ersten Moment an im Bilde ist.

Zwar erspart man uns eine heiße Lovestory im ewigen Eis, doch die Frage, wie man das dabei entstandene Vakuum füllen könnte, überforderte Heisserer offensichtlich. Kate Lloyd ist deutlich zu jung für ihre Rolle und als Ellen-Ripley-Klon nicht annähernd so taff wie das Original. Mit sorgenvoll zerfurchter Miene steht sie immer wieder vor bärtigen Männern und ergeht sich in unheilvollen Andeutungen, denn laut Drehbuch fehlt die Zeit, einfach zu sagen, was vor sich geht; ein Stilmittel, das Heisserer definitiv liebt.

Die erwähnten Bärte – zwischen ihnen tummelt sich als weitere Referenz an die „Ding“-Version von 1951 eine zweite Frau – sehen einander ziemlich ähnlich. Im Kampfgetümmel mit dem Ding kann man sie schwer unterscheiden, was aber kein Manko ist: Sie sind Kanonenfutter, mit denen die Kreatur ihre gorigen Späße treiben kann. Was fehlt, ist jene Verdeutlichung einer um sich greifenden Paranoia, die Carpenter so dramatisch gelang. Unter den Tisch fallen darüber hinaus sämtliche Zwischentöne. Nybys Ding stand 1951 für die Angst vor einer ‚kommunistischen‘ Unterwanderung der USA, Carpenter fand Parallelen zur gerade erst erkannten AIDS-Krankheit, dessen Virus-Erreger sich ähnlich tückisch wie das Ding seiner Opfer bemächtigt.

Mit Rücksicht auf das jüngere/zahlende Publikum

Obwohl das Ding dank der digitalen Technik des 21. Jahrhunderts jede mögliche & unmögliche Gestalt annehmen und Menschen auf erstaunliche vielfältige Weisen fangen kann, geht es dabei beinahe umsichtig vor. Blut fließt kaum, geschweige denn spritzt es. Dieses Mal wird die Konfrontation mit der Zensur ausdrücklich vermieden. Auch die 16-Jährigen dürfen ihr Geld an der Kinokasse deponieren.

Zudem ist das Budget nicht üppig genug, um wirklich überzeugende CGI-Effekte zu ermöglichen. So sieht die Kreatur in ihren zahlreichen Erscheinungsformen immer noch dann am besten aus, wenn sie als Modell realisiert wurde. Tritt sie ins Rampenlicht, wird ihre Künstlichkeit schmerzlich offenbar. Besser leisten Bits & Bytes ihren Job, wenn der Auftritt des Dings kurz bemessen ist, es sich rasch bewegt und sich im Schatten hält. Einige Effekte wie die ‚Verschmelzung‘ von Kreatur und Opfer sind definitiv eindrucksvoll; dies gilt auch für das Konzept des Raumschiffes, das so 1982 keinesfalls hätte gezeigt werden können.

„The Thing“ von 2011 endet immerhin mit einem ‚doppelten‘ Finale: Sehr schön und unaufdringlich findet van Heijningen den Anschluss an Carpenters Vorlage, indem er zwischen die Schlusstitel kurze Sequenzen schneidet, die zwei Überlebende des Norweger-Camps mit der Jagd auf einen weiteren Ableger des Dings beginnen lässt, die kurz darauf (aber 29 Realjahre früher) in „Outpost 31“ tragisch enden wird.

Außerdem lässt er seine weibliche Hauptdarstellerin überleben und das Raumschiff unbeschädigt. (Bei Carpenter wird es von den Norwegern versehentlich zerstört.) Während an eine ‚echte‘ Fortsetzung mit einem allzu deutlich gealterten Kurt Russell kaum zu denken ist, ließe sich hier anschließen. Der Hoffnung auf das Zustandekommen eines Franchises steht allerdings die überwiegend ablehnende Haltung des Zielpublikums entgegen – ein Urteil, das den zwar allzu ehrgeizigen aber handwerklich gelungenen Film ein wenig zu hart trifft. Mancher gefeierte Blockbuster des Kinojahres 2011 ist definitiv misslungener als dieses solide B-Movie. Auf dem DVD/Blu-ray-Markt wird es seinen Weg erfolgreicher gehen.

DVD-Features

Die (geplatzte) Hoffnung auf einen echten Blockbuster spiegelt sich in den reichen Extras wider. Diverse „Unveröffentlichte und Erweiterte Szenen“ werden gezeigt, dazu ein 14-minütiges Feature, das sich filmgerecht nicht um die Schauspieler, sondern um das Ding dreht („The Thing entwickelt sich“). Eine Featurette geht auf die Problematik von Dreharbeiten ein, die „Feuer und Eis“ miteinander kombinieren. Außerdem gibt es einen Audiokommentar von Regisseur Matthijs van Heijningen und Produzent Eric Newman.

[md]

Titel bei Libri.de (DVD)
Titel bei Libri.de (Blu-ray)
Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

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Unterwegs in der Weltgeschichte

Erstellt von Detlef Hedderich am 2. März 2012

Hape Kerkeling Unterwegs in der Weltgeschichte
FSK ohne Altersbeschränkung.
2 DVD(s).
DVD-Video

EAN: 0886979524392
Libri: 7826257
FSK ohne Altersbeschränkung.
Laufzeit ca. 270 Minuten.
Ausgabeformat/Kodierung:Farbe Anamorph 16:9 SDTV 576i (PAL) Produktion:Deutschland 2011 Kinopremiere:14. 12. 2011 Sprachversion: Untertitel:.
2 DVD(s).
Produktionsjahr: 2011.
Mit Gero von Boehm, Hape Kerkeling
Universum Film GmbH

Dezember 2011 – DVD-Video

Deutschlands beliebtester Entertainer, Hape Kerkeling, ist wieder einmal unterwegs. Seine Reise führt ihn diesmal durch die Geschichte der Menschheit. In dieser historischen Dokumentation verbindet Hape Kerkeling mit Hilfe seines einzigartigen Humors und seiner grandiosen Gabe, Charaktere verschiedenster Art darzustellen, Anspruch mit Spaß: Das verspricht Unterhaltung auf höchstem Niveau!

Hape Kerkeling begibt sich auf eine Zeitreise durch 5.000 Jahre Weltgeschichte. Zusammen mit Regisseur Gero von Boehm reist Hape an Orte, die für uns Menschen von besonderer Bedeutung sind und unsere Entwicklung maßgeblich voran getrieben haben. Seine Route führt ihn dabei u.a. in das antike Rom, zur chinesischen Mauer, an die Akropolis und zu den alten Pyramiden in Ägypten. Hape schlüpft, auf seiner abenteuerlichen Reise, selbst in prägende, historische Rollen aus vergangener Zeit (darunter z.B. Kleopatra, Leonardo Da Vinci, Napoleon Bonaparte und Matin Luther) und versucht vor Ort einige der wichtigsten Fragen unserer Zeit zu beantworten.

Titel bei Libri.de

Preisrätsel / Gewinnspiel 2 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD: Um einen Preis zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Welcher Entertainer schlüpft in viele historische Rollen aus vergangener Zeit? Bitte zusätzlich mindestens drei Stück davon nennen!  Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 200 Mails eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner mit der richtigen Antwort ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWONNEN HAT: Sandra Schneider und Dennis Altermann. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND UNSEREM SPONSOREN!

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Die Rache der Wanderhure

Erstellt von J. Schäfer am 29. Februar 2012

Die Rache der Wanderhure


Darsteller:  Alexandra Neldel, Bert Tischendorf, Johannes Krisch, Götz Otto,Esther Schweins,Julian Weigend
Regie:  Hansjörg Thurn
Drehbuch:  Dirk Salomon, Thomas Wesskamp

DVD Facts
Bildformat  1,78:1 (16:9 anamorph)
Tonformat  DD 5.1
Sprache   Deutsch
Prod.-Jahr:  2011
FSK  Ab 12 Jahren
Genre:  TV-Movie
Laufzeit:  ca. 120 Min.
Universum Film GmbH

Extras:
- Making of
- Musikvideo zum Titelsong von Nolween Leroy

Titel bei Libri.de

Verkaufsstart  29.02.2012

Die Story:

Die Fortsetzung “Die Rache der Wanderhure” beruht aufden Motiven des Romans “Die Kastellanin” des Bestseller-Duos Iny Lorentz und bietet noch mehr Abenteuer,Action und Leidenschaft als der erste Teil “Die Wanderhure”.Marie, Michel und Tochter Trudi genießen ihr Familienglück – bis Michelfür König Sigismund gegen die Hussiten in den Krieg ziehen muss. AlsMarie die Nachricht von seinem Tod erhält, kann und will sie es nichtglauben; zu stark ist das Band ihrer großen Liebe, sie spürt, Michel lebt.Ihr bleiben jedoch nur 10 Tage Zeit, Michel zu finden, sonst wird sie nachdem Gesetz mit einem anderen Mann zwangsverheiratet oder verliertalles. Im Kampf um ihre Familie, die politischen Machthaber geschicktfür sich nutzend, folgt Marie Michels Spur ins Feindesland – um ihn dortan der Seite einer anderen Frau zu finden. Marie jedoch würde niemalskampflos aufgeben und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – undgegen einen übermächtigen Feind, der seine eigenen Pläne mit Marieverfolgt…

Meine Meinung:

Die Rache der Wanderhure ist eine gelungene Fortsetzungsgeschichte, die uns in eine Zeit mitnimmt, in der das Konzept “Rechte für Frauen” bzw. “Menschenrechte” noch gar nicht erfunden wurden. So kommt es zum Beispiel vor, dass über den Kopf von Anwesenden hinweg entschieden wurde, dass die kürzlich verwitwete Marie wieder zu heiraten hätte. Man merkt bei dem Film ganz schnell, dass die handelnden Charaktere eher Figuren in einem überdimensioniertem Schachspiel sind, und auch als solche ohne Bedenken geopfert werden können. Besonders gefallen hat mir bei dem Film, dass einzelne Charaktere ihr Bild über die natürliche Ordnung überdenken mussten und sich andere Kulturen annäherten bzw. sogar von ihnen lernten. Nicht so gut gefallen hat mir der Zeitrahmen, in dem die ganze Geschichte sich abgespielt haben soll, denn ein Großteil der Suche von Marie nach Michel soll innerhalb von 7 Tagen geschehen sein. Allerdings hat Michel sich in diesen 7 Tagen von einer schweren Kopfwunde erholt, einen kulturübergreifende Freundschaft geschlossen, das Herz der Prinzessin des Nachbarlandes gewinnt und noch vieles mehr.

Mein Fazit:

Abgesehen von dem Kritikpunkt bezüglich der Zeitspanne eine sehr gute deutsche Produktion, der einen schönen Fernsehabend für MAnn und Frau verspricht.

[JS]

Titel bei Libri.de

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Tartarus

Erstellt von Michael Drewniok am 23. Februar 2012

Tartarus

Originaltitel: Tartarus (Österreich 2010)
Regie u. Schnitt: Stefan Müller
Drehbuch: Martin Kroissenbrunner u. Stefan Müller
Kamera: Martin Schneider
Musik: Matthias Erb
Darsteller: Martin Kroissenbrunner (Veith Schartl), Moritz Thate (Jakob Trimm), Ines Gruber (Mirabell Kranzler), Leopold F.J. Keber (Dr. Heinrich Kranzler), Stefanie Kammerhofer (Josepha), Peter Kolb (Kaufmann), Gunde Fürpass (Kellnerin), Christine Vrijs (Hohenzinnerin), Gwendolin Barnard (Johanna Hohenzinner), Stefan Schnuderl (Zigeuner), Marian Cencic (Alien) u. a.
Label/Vertrieb: Schroeder Media
Erscheinungsdatum: 20.11.2011
EAN: 9120027347429 (DVD) bzw. 9120027347412 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Deutsch)
Untertitel: Englisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 105 min. (Blu-ray: 111 min.)
FSK: 16

Titel bei Libri.de (DVD)
Titel bei Libri.de (Blu-ray)
Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

Das geschieht:

Im Oktober 1813 wurde bei Leipzig die Völkerschlacht geschlagen. Die verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden besiegten Napoleon Bonaparte und verjagten die Franzosen aus Deutschland. Jeder sechste von 600.000 Soldaten musste sein Leben lassen. Veith Schartl, ein Österreicher, und sein Kamerad und Freund, der Preuße Jakob Trimm, sind dem Gemetzel entronnen. Sie sehnen sich nach Frieden, den sie nach der Demobilisierung in Pahlbach finden wollen. Dort hat Veith von seinen Großeltern eine tief im Wald gelegene Hütte geerbt.

Die beiden noch in Uniform und gut bewaffnet in Pahlbach eintreffenden Männer werden misstrauisch empfangen. Noch ahnen die Freunde nicht, dass die Dörfler etwas zu verheimlichen haben. Nachdem sie ihre Nachbarn, den Arzt Dr. Kranzler und seine junge Schwester Mirabell, begrüßt haben, finden Veith und Jakob die Hütte in gutem Zustand.

Am folgenden Morgen zieht sich freilich eine Blutspur in den Wald. Dort finden die Freunde ein zerstörtes Lager und einen tödlich verletzten Zigeuner; seine Frau bleibt verschwunden. In der nächsten Nacht versuchen groteske Kreaturen in die Hütte einzudringen. Sie werden mit Flintenschüssen vertrieben. Jakob erkennt eine Taktik: Die Wesen sind intelligent und fordern etwas von den Neuankömmlingen. Es sind Frauen, die von Pahlbacher Bürgern sorgfältig bewacht werden. Nicht in die Dorfgemeinschaft integrierte Frauen haben weniger Glück: Sie werden den Kreaturen, die dafür Ehefrauen und Töchter ungeschoren lassen, als Opfer gebracht.

Entsetzt wollen Jakob und Veith dem bzw. den Wesen ein Ende bereiten. Sie müssen ihren Schlupfwinkel finden und sie dort ausräuchern. Da Ihre Gegner schlau sind, müssen die Kameraden ihnen eine Falle stellen, wenn sie sich verraten sollen. Doch jede Falle benötigt einen Köder – einen weiblichen Köder in diesem Fall …

Mancher Kampf endet niemals

Der „tartaros“ ist in der griechischen Mythologie ein Ort der Unterwelt. Dort liegt er sogar noch hinter dem ohnehin finsteren Hades; er bleibt jenen zu Lebzeiten kriminellen Pechvögeln vorbehalten, die nach ihrem Tod besonders grausam und bis in alle Ewigkeit bestraft werden. In der Bibel bezeichnet der Tartarus einen tief unter der Erde gelegenen Ort, an den die unter Luzifer aufständisch gewordenen Engel verbannt wurden. Ein trostloser Ort der Strafe, eine Hölle und ein Abgrund, in den man ohne Hoffnung auf Rettung und Erlösung gestürzt wird: Im gleichnamigen Film ist der Tartarus eine Berggrotte, in deren Düsternis Wesen aus dem Weltall hausen. Wer sich dort hineinwagt, wird nicht mehr zurückkehren, da diese Teufel hier besonders wachsam sind.

„Tartarus“ ist außerdem ein Symbol für tiefe menschliche Verzweiflung. Jakob Trimm kam zwar gesund zurück, aber er kann den Krieg und die darin gesehenen und begangenen Gräuel nicht vergessen. Vor allem in der Nacht liegt er wach und kehrt im Geiste auf das Schlachtfeld zurück. Jakob ist in einem persönlichen Abgrund gefangen. Deshalb stürzt er sich mit durchaus selbstmörderischem Elan in den neuerlichen Kampf: Endlich muss er nicht mehr denken, sondern kann wieder handeln!

Großes Kino für kleines Geld

In einem Prolog zur eigentlichen Handlung sehen wir das Schiff der Aliens durch das Sonnensystem schlingern, bevor es in die Atmosphäre der Erde eindringt: So beginnen viele Science-Fiction-Geschichten. Allerdings findet die Invasion meist in der Gegenwart statt. Die Zuschauer finden sich problemlos zurecht, und viele (Außen-) Kulissen existieren bereits.

„Tartarus“ spielt Anno 1813. Wie Regisseur Stefan Müller beweist, ist es nicht unbedingt (finanzieller) Aufwand, der das Publikum mit Land und Leuten dieser Vergangenheit vertraut werden lässt. Sein Budget war geradezu lächerlich gering, unter 40.000 Euro soll es betragen haben. Die Dreharbeiten gestalteten sich deshalb schwierig. Sie begannen im Oktober 2007, mussten mehrfach unterbrochen und konnten kamen erst im Mai 2008 abgeschlossen werden.

Schon die Schöpfer klassischer Horror- und Mystery-Filme wussten scheinbar unüberwindliche Barrieren zu überwinden. Das Zaubermittel heißt „Einfallsreichtum“; es fordert allerdings das Hirn stärker als die Geldbörse und gilt deshalb vor allem dem Mainstream-Kino als allerletzter Ausweg. Wenn man es versteht, die richtigen Knöpfe im Hirn des Zuschauers zu drücken, genügen Andeutungen. Die Vorstellungskraft übernimmt den Rest und ergänzt individuell und wirkungsmächtig die nur scheinbaren Lücken. Unterstützend wirkt in unserem Fall eine klangstarke musikalische Untermalung, die sich in den Dienst der Handlung stellt.

Die trügerische Heimat

Stefan Müller und Martin Kroissenbrunner mussten einen soliden Ankerpunkt für ihre Geschichte finden. Sie fanden ihn in der Topografie einer Landschaft, die ebenso urwüchsig wie idyllisch und unwirtlich ist. Was zunächst paradox klingt, wird von Müller – gut unterstützt von Kameramann Martin Schneider – in entsprechende Bilder gesetzt, die darüber hinaus verdeutlichen, wie reich Mitteleuropa an ‚mystischen‘ Orten – hier vor allem die Lurgrotte in Semriach, eine fünf Kilometer lange Wasserhöhle, oder der allein durch Schmelzwasser gespeiste Grüne See in Tragöß – ist. Man muss sie nur finden und gebührend einsetzen.

Auch die Jahreszeit ist klug gewählt. Der Herbst geht in den Höhenlagen bereits früh in den Winter über. Das Licht ist matt und flüchtig, es wird von tiefen Schatten begrenzt. Die Nächte sind finster und werden durch Laternen und Fackeln nur notdürftig erleuchtet. Feuchter Schnee und Schlamm prägen den waldreichen Schauplatz, dem nachträglich die meisten Farbtöne entzogen wurden. Es dominieren die ‚Farben‘ Grau und Braun; nur selten gestattet die Kamera den Einzug ‚warmer‘ Farbtöne. Grün kommt nur als kränklicher, fast radioaktiver Schimmer vor, der die Anwesenheit der Aliens signalisiert.

Vor und hinter dem Spiegel

Das Leben ist hart und hat die Menschen geprägt. Selbst Veith Schartl, der in Pahlbach geboren wurde, gilt als Fremdling – ein gefährlicher Status, der ihn und natürlich auch den „Preußen“ Jakob Trimm zum idealen Sündenbock macht. So bleiben die Freunde allein in ihrem Kampf gegen die Aliens. Niemand hält es für nötig, sie zu warnen; womöglich hofft man, die Wesen würden erst einmal sie schnappen und die Bürger verschonen.

Die Gefahr wird umso akuter, je stärker die Gefährten aufeinander angewiesen sind. „Tartarus“ ist auch die Geschichte einer Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird. Ein intensiv gespieltes und schlicht aber eindringlich in Szene gesetztes Gespräch bringt an den Tag, wie unterschiedlich Veith und Jakob sind. Der eine ist ein Gegenwartsmensch, der Schreckliches erlebt hat und es überwinden kann, der andere bleibt ein Gefangener seiner Erinnerungen.

Man halte Veith deshalb nicht für einen fröhlichen Simpel. „Tartarus“ geht auch in der Figurenzeichnung eigene Wege. Als ein erster Versuch scheitert, die Höhle der Monster zu entdecken, ist es Veith, der nüchtern eine weitere Frau als Köder für eine neue Falle fängt. Er liegt völlig richtig damit, dass nur so der Schlupfwinkel gefunden werden kann, aber er nimmt den Tod auch dieser Frau in Kauf. So etwas würde Hollywood in einer möglichen Neuverfilmung zuerst eliminieren.

Drehbuchautor Martin Kroissenbrunner als Veith und Moritz Thate als Jakob überzeugen als wesensfremde Freunde. Gerade deshalb ergänzen sie einander. Jakob übernimmt dabei die Rolle des Grüblers und Denkers, der die Aliens als ‚Nachbarn‘ nicht einfach hinnimmt und sich mit ihnen arrangiert, sondern ihnen bewusst die Stirn bietet. Dabei geht er analytisch vor. Überhaupt spielt Aberglaube als Element der Handlung in „Tartarus“ keine Rolle. Die Kirche bleibt außen vor, pragmatisches Denken ersetzt die keineswegs vermisste Hexenjagd auf die beiden Fremden im Dorf.

Auch Aliens können irren

Vielleicht hätten die Kreaturen aus dem All besser einen anderen Landepunkt als ausgerechnet die Steiermark angesteuert. Freilich konnten sie trotz Hightech nicht ahnen, dass hier anderthalb Jahrhunderte später DER Alien-Killer überhaupt geboren würde: Arnold Schwarzenegger! Zudem scheinen diese Außerirdischen nicht übermäßig intelligent zu sein. Jakob Trimm durchschaut ihre Motive schnell. Schließlich hat auch Veith begriffen: „Das sind Viecher, die denken. Aber wisst ihr was? Das sind wir auch … und wir denken besser!“ So wird der von ihm organisierte Kampf der Pahlbacher Bauern gegen die Kreaturen wohl siegreich enden; jedenfalls sind keine späteren Fälle von Frauenraub durch Außerirdische in der Steiermark belegt …

Die „Viecher“ lassen sich möglichst selten sehen. Natürlich ist dies einerseits dem Budget geschuldet. Es gehört andererseits zum Konzept dieses Films: Was man nicht sieht, sondern höchstens ahnt, ist erschreckender als das Grauen im Licht. Wie richtig die Filmemacher damit liegen, zeigen jene Szenen, in denen die Kreaturen sich zeigen. Sie sind nur kurz und scheinen vor allem einen Kompromiss zwischen Konzeptreinheit und dem Verlangen nach ‚sichtbaren‘ Ungeheuern darzustellen. Trotzdem sind sie kontraproduktiv. Die „Viecher“ sind sichtlich Film-Monster, sie sind Modelle oder digital erschaffen. Anders ausgedrückt: Sie sind so künstlich, dass der Zuschauer es nicht ausblenden kann wie die manchmal allzu deutlich werdende Erkenntnis, dass „Pahlbach“ eine für diesen Film geschaffene Kulisse ist, die sich aus Häusern und Plätzen verschiedener Freilicht- und Bauernmuseen zusammensetzt.

Nicht jeder Schuss ist ein Treffer

„Tartarus“ funktioniert stets dort am besten, wo Müller und Kroissenbrunner von der Film-Norm abweichen. Wo sie sich auf Klischees stützen, werden die fadenscheinigen Stellen der Geschichte deutlicher. Wieso sind Aliens auf die ‚Geburtshilfe‘ von Menschenfrauen angewiesen? Warum setzen sie keinen fixen ‚Opferplatz‘ fest, statt immer wieder suchend durch den Nachtwald dorthin zu stolpern, wo die nächste Frau angebunden liegen könnte? Wie schafft es Veith, die bisher so feigen Bürger quasi auf Zuruf für seinen Feldzug gegen die „Viecher“ zu rekrutieren? Wie gelingt es besagten Bürgern, ihre Gewänder stets fleckenlos weiß zu halten?

Zudem schwelgt „Tartarus“ passagenweise allzu ausführlich in schönen Bildern. Ein wenig mehr Tempo könnte dem Film nicht schaden. Auf der anderen Seite holpert die Handlung in den ‚Action-Szenen‘ deutlich. Ebenfalls auffällig: Gegen Kroissenbrunner und Thate fallen die übrigen Darsteller deutlich ab. Nichtsdestotrotz ist „Tartarus“ interessant und unterhaltsam – ein Beleg dafür, dass der phantastische Film sehr gut in Europa verwurzelt sein kann, wenn man ihn nicht den Garagenfilmern oder dem Privatfernsehen überlässt.

DVD-Features

„Tartarus“ ist ein Film, der zwar ohne viel Geld aber dafür unter umso größerem Verbrauch von Hirnschmalz sowie mit viel Idealismus entstand. Dies spiegelt ein „Making of“ in Tagebuchform wider, das sich nicht in endlosem Eigenlob als Ergänzung zur Werbung erschöpft, sondern tatsächlich über die Entstehung eines Filmes Auskunft gibt, der unter den geschilderten Bedingungen eigentlich nicht hätte gelingen dürfen.

Hinzu kommen einige Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben.

Zum Film gibt es diese Website.

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Apollo 18

Erstellt von Michael Drewniok am 16. Februar 2012

Apollo 18

Originaltitel: Apollo 18 (USA 2011)
Regie: Gonzalo López-Gallego
Drehbuch: Brian Miller
Kamera: José David Montero
Schnitt: Patrick Lussier
Darsteller: Warren Christie (Captain Benjamin Anderson), Ryan Robbins (Lieutenant Colonel John Grey), Lloyd Owen (Commander Nathan Walker), Andrew Airlie (Mission Control – nur Stimme), Michael Kopsa (Deputy Secretary of Defense – nur Stimme), Ali Liebert (Nates Freundin)
Label: Senator Home Entertainment
Vertrieb: Universum Film
Erscheinungsdatum: 16.03.2012
EAN: 0886919027297 (DVD) bzw. 0886919027495 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 83 min. (Blu-ray: 87 min.)
FSK: 16

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Das geschieht:

Obwohl die USA ihre Raketenflüge zum Mond 1972 offiziell eingestellt haben, findet ein Jahr später eine streng geheime „Apollo 18“-Mission statt. Wissenschaftler haben eine Schnüffel-Station konstruiert, mit der sich die UdSSR – US-Amerikas zeitgenössischer Schurkenstaat Nr. 1 – ‚von oben‘ aushorchen lässt. Die finanziell klamme NASA erklärt sich bereit, das Gerät auf den Mond zu transportieren. Auch die Astronauten Benjamin Anderson, John Grey und Nathan Walker lassen sich nicht lange bitten, sondern vom Militär für die Mission rekrutieren.

Im Rahmen eines angeblich unbemannten Teststarts gehen die drei Männer auf große Fahrt. Sie haben die Order, mit transportablen Kameras ihre Arbeit zu dokumentieren. Der mehrtägige Flug zum Mond vergeht ohne technische Probleme. Im Orbit des Erdtrabanten eingetroffen, begeben sich Anderson und Walker gut gelaunt in die Landefähre, während Pilot Grey wehmütig in der Kommandokapsel zurückbleibt. Die Landung gelingt, das Peilgerät wird aufgestellt. Doch die Euphorie verfliegt, als seltsame Vorfälle die beiden Mondmänner beunruhigen. Die Funkverbindung zur Erde und zur Kommandokapsel fällt immer wieder aus. Stattdessen malträtieren schrille Störsignale ratlose Ohren. Steine scheinen ihren Platz zu verändern. Die stolz aufgestellt US-Flagge verschwindet.

Aus Sorge wird Furcht, als Anderson und Walker fremde Fußspuren entdecken. Sie folgen ihnen – und stoßen auf eine sowjetrussische Mondlandefähre! Ihr Inneres ist verwüstet und blutverschmiert, die Leiche des Piloten findet Anderson in einem nahen Krater. Aus Mondsteinen schlüpfen krabbenähnliche Kreaturen, die den Männern in die Landefähre folgen und Walker mit einer unbekannten Krankheit infizieren. Ihre Hilferufe werden ignoriert – die Männer erkennen, dass man auf der Erde sehr wohl weiß, dass es feindliches Leben auf dem Mond gibt, und sie als menschliche Versuchskaninchen missbraucht …

Was war dort oben wirklich los?

Sie tanzten nur drei Sommer lang: Nachdem die Astronauten Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin im Rahmen des Unternehmens „Apollo 11“ als erste Menschen den Mond betreten hatten (Juli 1969), folgten sechs weitere Mondfahrten, bevor das Programm mit Apollo 17 (Dezember 1972) aus Kostengründen abgebrochen wurde. Apollo 18 bis 20, obwohl bereits geplant, starteten nie; bis heute ist der Mensch nicht auf den Mond zurückgekehrt.

Schon die erste Mondlandung wurde zum Gottesgeschenk für misstrauische Verschwörungstheoretiker. Bis heute (und obwohl Ex-Astronaut Aldrin einem frechen Zweifler 2002 persönlich in den Hintern trat) wird ihre Realität angezweifelt. Halbwissen und die Verlockung, daraus resultierende Erkenntnislücken mit selbst gestrickten ‚Fakten‘ zu füllen, verbinden sich mit Anschauungen, nach denen der nur vorgeblich mündige aber tatsächlich vorsätzlich dumm gehaltene Bürger hilflos im Würgegriff notorisch komplottierender Politiker, Wirtschaftsführer und Kirchenfürsten zappelt.

Die heute schier grenzenlosen Möglichkeiten, theoretisch beweiswürdiges Quellen- und Filmmaterial auch nachträglich technisch so zu bearbeiten, dass sich seine Aussagen ins Gegenteil verkehren, lassen nicht nur der Fehlinterpretation, sondern auch der Manipulation breiten Raum. Selbst ernannte ‚Fachleute‘ (= Bauernfänger und Spinner) richten sich in entsprechenden Nischen ein, schreiben selbst gezimmerte ‚Beweise‘ voneinander ab und kreieren ein Schattenreich monströser Munkeleien, das den denkenden Menschen, der zufällig in diesen bodenlosen Sumpf gerät, ob des zur Schau gestellten und fanatisch genährten Irrwitzes erschauern lässt.

‚Dokumentiert‘ und trotzdem nicht wahr

Wesentlich erfreulichere Ergebnisse zeitigen die Werke derer, die sich spielerisch in der Grauzone zwischen Wahrheit, Vermutung und Interpretation tummeln. „Apollo 18“ erzählt eine simple Gruselgeschichte. Viele im Genre erfahrene Zuschauer erkannten es und waren trotzdem erbost; offenbar hatten sie etwas erwartet, das ihnen dieser Film nicht geben konnte. War es ein raffinierter Plot, den sie vermissten, oder waren sie unterbewusst der Hoffnung gewesen, durch diese ‚Dokumentation‘ über sensationelle ‚Tatsachen‘ in Kenntnis gesetzt zu werden, die sie auf den eigentlich recht langweiligen Mond projiziert hatten?

Ungeachtet dessen liefern Regisseur Gonzalo López-Gallego und Drehbuchautor Brian Miller gute Arbeit ab. Dies gilt vor allem, wenn man das ehrgeizige Konzept bei gleichzeitig bescheidenem Budget berücksichtigt: „Apollo 18“ präsentiert nicht nur eine funktionierende Spukgeschichte, sondern bietet auch einen großartigen Rückblick auf eine bedeutende aber schon fast vergessene Raumfahrt-Ära.

Man muss sich die doppelte Herausforderung vor Augen führen: für „Apollo 18“ wurde nicht nur die Technik der Jahres 1973 nachgebaut. Diese Kulissen und Requisiten wurden außerdem in einen Film integriert, der optisch und stilistisch zeitgenössische Dokumentarfilme imitiert. Um die selbst gestellte Aufgabe um einen weiteren Grad zu verschärfen, wurden authentische Film- und Tonaufnahmen integriert – dies nicht, um Kosten zu sparen, sondern um den Realitätsfaktor zu unterstreichen: Das in der Regel bruchlose Verschmelzen von Alt und Neu belegt eine Mission, die anders als „Apollo 18“ im Film gelungen ist.

„Konzentration“ könnte ein Schimpfwort geworden sein

Richtet sich der Grimm enttäuschter Zuschauer auf eine Geschichte, die nicht im Hollywood-Stil der aktuellen Marvel-Spektakel, d. h. mit jener drastischen Eindeutigkeit, wie sie beispielsweise die Teletubbies an den Tag legen, aufgesagt wird? Ereignisarm sei „Apollo 18“, wird immer wieder geschimpft. Dabei nimmt sich López-Gallego nur die Zeit, einen Spannungsbogen aufzubauen, den er bereits in Betrieb nimmt, lange bevor die Mond-Krabben ihr Unwesen treiben. Kleine, beinahe unbemerkte Irritationen schleichen sich ein, die an Intensität zunehmen und für Gruselstimmung sorgen. (Für diejenigen im Publikum, deren Aufmerksamkeitsspanne dabei womöglich überschritten wird, richtet der Regisseur zwischendurch hilfreich laserpointerhafte Hinweisstrahlen dorthin, wo sich gerade ein tückischer Mondstein sonst womöglich unbemerkt die Beine ausschüttelt.)

Geschickt setzt López-Gallego die (kunstvoll nachgebildete) Fehlfunktionen einer komplizierten und störanfälligen Technik ein, um die zunehmende Isolierung sowie die daraus resultierenden Irritationen der Astronauten zu verschärfen: Man hat sie ausgebildet, bis sie jeden Schalter in ihrer Kapsel selbst im Tiefschlaf finden und bedienen konnten. Doch die darauf gründende Zuversicht verflüchtigt sich, wenn die Technik ihre Kraft verliert.

Der Schauplatz trägt seinen Teil zur Übertragung dieser Unsicherheit auf die Zuschauer bei. Sie wurden in perfekter Kino-Hightech schon auf unzählige fremde Planeten entführt. Hüpfende Mondsteine dürften sie deshalb nicht wirklich aufregen. Doch López-Gallego gelingt die Entwicklung eines Schreckens, der in der Feststellung wurzelt, dass sich dort, wo nach Auskunft sämtlicher relevanter Informationen kein Leben existiert, eindeutig etwas rührt. Diese Erkenntnis zielt direkt ins Unterbewusstsein. Es nimmt entsprechende Beobachtungen wesentlich aufgeschlossener zur Kenntnis, was allerdings von instinktiven, schwer zu kontrollierenden Ängsten begleitet wird.

Unbekannt/fremd – gefährlich: Panik!

Wenn man die Erzeugung einer entsprechenden Atmosphäre unbestimmten Terrors als López-Gallegos Primärziel erkennt, entfällt ein weiterer Kritikpunkt, der auf die seltene und nie wirklich deutliche Präsenz der kleinen aber fiesen Mond-Monster zielt: Sie dürfen gar nicht öfter zu sehen sein, da sie sonst eine Bedrohlichkeit verlören, die der Zuschauer primär im eigenen Hirn gestaltet. Mit diesem Kniff umgeht López-Gallego ein bekanntes Problem: Selbst das tricktechnisch perfekte Ungeheuer verliert seinen Schrecken, je häufiger und deutlicher es sich blicken lässt. Der Zuschauer arrangiert sich mit seinem Anblick und lernt seine Reaktionen einzuschätzen. Vor allem wird es als Kunstfigur erkennbar, während die Mondwesen und ihre Motive undurchschaubar bleiben.

Nicht jede Frage muss oder sollte beantwortet werden; die Irritation des Publikums ist – wird sie beherrscht – ein starkes Unterhaltungselement. (Wie man es überreizt und damit ein Logikloch gräbt, zeigt uns López-Gallego freilich ebenfalls: Er bzw. Autor Miller hätten wenigstens andeuten sollen, wie das auf dem Mond zurückgebliebene Filmmaterial zurück auf die Erde und dort ins Internet kam.)

Apropos Tricktechnik: Ein wenig Nachsicht sollte der Kritiker generell walten lassen. Natürlich sieht man mehrfach deutlich, dass „Apollo 18“ unter Erdschwerkraft gedreht wurde, selbstverständlich dürfte man im Vakuum des atmosphärelosen Mondes keine Außengeräusche hören. Dass López-Gallego das Phänomen der Schwerelosigkeit bzw. schwächeren Mondschwerkraft durchaus bewusst war, verdeutlicht er durch kurze Momentaufnahmen wie den aus vielen echten Weltall-Dokus berühmten, weil in der Luft schwebenden und kreisenden Kugelschreiber. ‚Verstöße‘ dienen hier der Dramaturgie oder sind dem Budget geschuldet. Wieso wird gerade „Apollo 18“ in dieser Hinsicht gezaust? Weil man eine ‚Dokumentation‘ sieht? Die ‚Fehler‘ sind problemfrei zu ignorieren, wenn man sich auf die Handlung eines Spielfilms konzentriert.

Gefahr ist lunar, Paranoia sehr irdisch

Wer wie ich zumindest vor dem Fernseher ein Zeitgenosse der US-Raumfahrer war, erinnert sich vieler typischer Bilder. Stets im Programm war nach gelungener Landung der Blick auf die Astronauten, die jedoch nicht frei den Jubel genossen, sondern aus der Luke eines kleinen, dickwandigen, ungemütlich wirkenden Kastens winkten: Kaum aus der Landekapsel heraus, mussten sie in Quarantäne, denn wer wusste, was sie sich auf dem Mond eingefangen hatten!

Natürlich nichts, aber bevor man sich dessen sicher war, hatten die Astronauten diese unerfreuliche Prozedur über sich ergehen zu lassen. López-Gallego knüpft abermals an die Realität an und lässt eintreten, was man sich einst als Möglichkeit ausmalte. Die Furcht vor dem Tod aus dem All wird außerdem zum Auslöser eines finalen Gags, der ebenso schlicht wie gelungen ist.

Die wahren Monster hausen ohnehin wie üblich auf der Erde oder kommen von dort. In ihrer Landefähre zittern die beiden Astronauten, weil draußen womöglich ein böser Russe durch die Mondlandschaft schleicht und ihre Wagenburg belagert; der infizierte Walker steht in der Nacht unheilverkündend über dem ahnungslos schlafenden Anderson; schließlich werden die Astronauten von den eigenen Kameraden und von ihrem eigenen Land verraten, missbraucht und in den Tod geschickt: Ein wenig zu spät erinnern sie sich an die 1973 sehr aktuelle Watergate-Affäre, die den US-Präsidenten als Lügner und Verbrecher entlarvte.

So lassen sich hinter der scheinbar selbstgefälligen Spielerei einer „Mockumentary“ durchaus Zwischentöne finden, wenn man sie denn fordert. „Apollo 18“ unterhält aber auch ohne sie problemlos. Von der Seekrankheit erzeugenden Wackelkamera, die in „Cloverfield“ (2008) dem Filmgenuss abträglich war, ist dieses Subgenre inzwischen abgerückt. „Apollo 18“ macht Spaß; seltsam, dass ihn so viele Zuschauer (und Rezensenten) nicht finden konnten.

DVD-Features

Das Bonusmaterial wirkt auf den Überblick reichhaltig, bietet aber keine Überraschungen und wenig Informationen. Das „alternative Ende“ ist eine mehrfach leicht variierte Start- und Absturzsequenz der Mondfähre. Die „deleted scenes“ könnten zum Teil durchaus zum besseren Verständnis der Handlung beitragen. Der Audiokommentar von Regisseur López-Gallego und Cutter Patrick Lussier bezieht sich immer wieder auf einen angeblich nicht toll geratenen Erstschnitt und geht nahtlos in Loblieder auf diejenigen Crewmitglieder über, die für das viel besser geratene Endprodukt verantwortlich sind.

Zum Film gibt es diese Website.

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XX … Unbekannt

Erstellt von Michael Drewniok am 23. Januar 2012

XX … Unbekannt

Originaltitel: X: The Unknown (GB 1956)
Regie: Leslie Norman
Drehbuch: Jimmy Sangster
Kamera: Gerald Gibbs
Schnitt: James Needs
Musik: James Bernard
Darsteller: Dean Jagger (Dr. Adam Royston), Leo McKern (Inspektor McGill), Jameson Clark (Jack Harding), William Lucas (Peter Elliott), Edward Chapman (John Elliott), Peter Hammond (Lieutenant Bannerman), John Harvey (Major Cartwright), Anthony Newley (Lance Corporal „Spider“ Webb), Michael Ripper (Sergeant Harry Grimsdyke), Ian McNaughton (Haggis), Marianne Brauns (Zena), Norman Macowan (Old Tom) uva.
Label: Anolis Entertainment
Vertrieb: e-m-s new media
Erscheinungsdatum: 12.05.2005 (DVD)
EAN: 4020974156608 (DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,33 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 2.0 Mono (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 77 min.
FSK: 16

Titel bei Amazon.de (DVD)

Das geschieht:

Nahe Glasgow bricht auf einem Übungsplatz der Armee eine tiefe Erdspalte auf. Radioaktiver Dampf steigt auf und verbrennt zwei Soldaten. Das Oberkommando steht vor einem Rätsel und wendet sich hilfesuchend an John Elliott, der ein nahes Atomkraftwerk leitet. Elliott schickt Dr. Adam Royston, einen fähigen aber exzentrischen Wissenschaftler, an die Unglücksstelle.

Während Roystons Untersuchungen erfolglos bleiben, beginnt in der Umgebung das Grauen umzugehen. Ein Kind stirbt an radioaktiven Verbrennungen, ein Krankenhaus wird seiner Radium-Vorräte beraubt. Royston entwickelt eine bizarre Theorie: Bewohner aus dem Inneren der Erde sind auf der Suche nach Energie, die für sie Nahrung bedeutet, an die Oberfläche vorgedrungen. Radioaktive Stoffe besitzen den größten ‚Nährwert‘, weshalb die Kreaturen sie auch in der Außenwelt zu finden wissen.

Nur Inspektor McGill, der im Auftrag der Regierung in dem Fall ermittelt, schlägt sich auf Roystons Seite. Die Armee wirft Bomben in den Spalt und füllt ihn mit Beton auf, womit die Angelegenheit für das Militär erledigt ist. Aber die Kreatur – es ist nur eine – existiert. Sie brennt sich buchstäblich durch die Betondecke und begibt sich auf einen neuen Raubzug. Ihr Ziel ist dieses Mal das Elliottsche Atomkraftwerk. Kann es sich an dem dort getesteten Radium laben, muss mit einem enormen Wachstumsschub gerechnet werden. Um das Werk zu erreichen, muss sich das Wesen seinen Weg durch die Stadt Inverness bahnen. Die ahnungslosen Bürger ergreifen die Flucht, das Militär ist machtlos: Mit Feuer oder Schusswaffen kann man einer durch Atomkraft belebten Kreatur nichts anhaben.

Royston plagt sich in seinem privaten Labor mit einem Verfahren, das radioaktiven Stoffen explosionsfrei ihre Energie entziehen soll. Zwar hat es noch nie funktioniert, doch es bleibt keine Wahl: Die Apparaturen müssen dort aufgebaut werden, wo die Kreatur unaufhaltsam ihrem Ziel entgegen wabert …

Unterhaltung benötigt manchmal Nostalgie

„XX … Unbekannt“ ist einer jener Filme, deren Inhaltsangabe die Kinowerbung eher vage hält. Dies leuchtet viele Jahrzehnte nach der Erstaufführung sogar noch stärker ein, obwohl auch der zeitgenössische Zuschauer sich (hoffentlich) seine Gedanken über die in jeder Hinsicht hanebüchene Handlung gemacht hat.

Ein Drehbuch, das den Tatbestand des Schwachsinns erfüllt, ist freilich kein Grund für das Scheitern eines Filmprojektes, das einfach nur unterhalten soll. „XX … Unbekannt“ ist kein Trash: Regisseur und Autor machen sich nicht über die eigene Geschichte lustig, sondern erzählen sie völlig ernst. Die Schauspieler halten sich an dieses Konzept. Ein wenig Humor lockert durchaus die Handlung auf, aber diese Szenen sind tatsächlich humorvoll gemeint und angelegt.

Der Trash-Faktor schimmert unabsichtlich dort durch, wo das knappe Budget und die im Vergleich mit den filmischen Wunderwerken der Gegenwart rudimentäre Tricktechnik der Illusion Grenzen setzt. Gelingt es dem Zuschauer, seinen Spott zu verdrängen und sich diese Sequenzen mit den Augen des zeitgenössischen Publikums anzuschauen, gewinnen sie ihre Bedeutung für das Geschehen, wo sie die Spannung auf altmodische aber gelungene Weise steigern.

Für eine gute Tasse Tee ist immer Zeit!

Eine gewisse Zeitlosigkeit erfährt „XX … Unbekannt“ durch die quasi dokumentarische Inszenierung. Die Handlung wird sorgfältig, aus heutiger Sicht sogar schleppend entwickelt. Trotzdem ist dies kein ‚langsamer‘ Film; so setzt das Geschehen sehr abrupt und mit einem frühen Höhepunkt auf einem Truppenübungsplatz ein. Geändert haben sich seit 1956 Stil und Rezeption: Filme werden heute deutlich schneller geschnitten. Das Publikum hat sich daran gewöhnt und erwartet dieses Tempo. Seine Getragenheit darf man „XX … Unbekannt“ deshalb nicht zum Vorwurf machen.

Bei kaum mehr als 75-minütiger Laufzeit kann sich die Handlung ohnehin keine Pausen gestatten. Sie führt zügig auf ihren Höhepunkt hin. Der Weg fordert erneut die Rücksicht des heutigen Zuschauers. Spannung wurde einst anders gesteigert als heute. Die Kamera schlüpft in die Rolle des Atom-Ungeheuers. So erleben wir die ersten Auftritte des Monsters nur als Reaktion, die sich in entsetzten Gesichtern spiegelt. Es folgt ein entsetzlicher Schrei, der plötzlich abbricht: Diese Pechvögel müssen etwas Grauenvolles gesehen haben – eine Vermutung, die in einer bestimmten Erwartungshaltung gipfelt: Wir freuen uns auf den Moment, wenn auch uns das Ungetüm endlich enthüllt wird!

Als dies geschieht, können wir Zuschauer des 21. Jahrhunderts nur irritiert, enttäuscht, amüsiert oder wütend sein: Die Kreatur entpuppt sich als rhythmisch leuchtender Wackelpudding, der sehr offensichtlich über schräggelegte Miniaturkulissen gleitet. Für das Publikum des Jahres 1956 fehlte die Erfahrung digitaler Wunderwelten.

Science Fiction plus Horror plus Thriller

Mit „The Curse of Frankenstein“ (dt. „Frankensteins Fluch“) begann die britische Produktionsfirma „Hammer“ 1957 den schier endlosen Reigen jener harten, in Farbe gedrehten Horrorfilme, für die sie bekannt und berüchtigt wurde. Doch „Hammer“ existierte schon vor dem II. Weltkrieg. Nach 1945 begann man zunächst mit dem Genre Science Fiction zu experimentieren. 1955 gelang Hammer mit „The Quatermass Xperiment“ (dt. „Schock“) ein schwarzweißer Blockbuster, der zudem in die Geschichte des SF-Films einging.

„XX … Unbekannt“ sollte eigentlich die Fortsetzung werden. Nigel Kneale, der die Figur des Bernard Quatermass erschaffen hatte, wollte sie jedoch für diesen Film nicht freigeben. So wurde aus Quatermass Dr. Adam Royston. Stil und Stimmung blieben indes erhalten. (1957 entstand unter Beteiligung von Kneale „Quatermass 2“/„Feinde aus dem Nichts“.)

Eigentlich sollte Joseph Losey „XX … Unbekannt“ inszenieren. Ein auch filmtechnisch interessanter Film hätte entstehen können, denn Losey zählt zu den Großmeistern der Regie. Während der McCarthy-Ära war er als „Kommunist“ denunziert worden. Losey hatte die USA verlassen und versuchte sich in Europa zu etablieren. Dort setzte er seine Karriere mit vielen bemerkenswerten Regiearbeiten fort. 1956 stand er noch am Anfang. Da „XX … Unbekannt“ nicht nur auf dem britischen Filmmarkt, sondern auch in den US-Kinos Geld einspielen wollte, hätte „Hammer“ gern einen auch jenseits des Atlantiks bekannten Namen engagiert. Der patriotische Dean Jagger wollte allerdings nicht mit dem „Roten“ Losey zusammenarbeiten. Dieser musste Leslie Norman weichen.

Das Grauen kann heimelig sein

Die „gemütliche Apokalypse“ ist eine sehr britische Literaturform. Schon H. G. Wells‘ Klassiker „Krieg der Welten“ (1898) ließ die Invasion vom Mars über eine Inselwelt hereinbrechen, die dem Untergang mit der berühmten „steifen Oberlippe“ und unter Wahrung von Form und Anstand begegnete. Später setzten Autoren wie Robert C. Sherriff, John Wyndham oder John Christopher diese Tradition fort.

„XX … Unbekannt“ ist im ländlichen Schottland angesiedelt. Zwar spielt die Atomkraft eine große Rolle, doch dort, wo sie erforscht wird, scheint die Zeit schon lange stehengeblieben zu sein. Auch die ‚Hightech-Forschung‘ des Dr. Royston spielt sich in einem selbstgebauten Schuppen ab; seine Versuchsapparaturen hat er zum großen Teil offensichtlich aus den Bestandteilen eines Baukastens für Kinder gebastelt.

Der Umgang mit dem Thema Atomkraft und Radioaktivität ist ohnehin einem politischen Zeitgeist geschuldet, der heute das wahre Horror-Element dieses Filmes darstellt. Drehbuchautor Jimmy Sangster und Leslie Norman verschweigen nicht die Gefahren, die mit ihrer Nutzung als Energieträger und vor allem als Waffe verbunden sind. Eine aus dem Kontext fallende Szene zeigt den verzweifelten Vater eines gerade an radioaktiver Vergiftung gestorbenen Kindes, der Royston schwere Vorwürfe macht und ihn als Handlanger einer Forschung anprangert, die sich primär für das Zerstörungspotenzial der Atomkraft interessiert. Royston reagiert betroffen, überwindet dies aber schnell mit dem Hinweis, dass der Vater irre: Nicht Zerstörung, sondern Energiegewinnung sei sein Motiv – ein Argument, dass nach Harrisburg, Tschernobyl oder Fukushima auch nicht mehr stechen kann.

Es kam aus dem Inneren der Erde

Obwohl die Spezialeffekte wie erwähnt der Herausforderung einer überzeugenden Darstellung der umgehenden Kreatur nicht gewachsen sind, holt Kameramann Gerald Gibbs das Beste aus den kümmerlichen Kulissen heraus. Schon als die Erdspalte aufbricht, muss die Fantasie des Zuschauers ihm zu Hilfe kommen. Wenn nichts brennen, explodieren oder durch das Unterholz geistern soll, können die Kulissenbilder überzeugen. Dass in Schwarzweiß gedreht wurde, unterstützt die Glaubwürdigkeit durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten.

In einigen Szenen wird es sogar rabiat, was „XX … Unbekannt“ in Deutschland die an sich lächerliche Freigabe ab erst 16 Jahren beschert. Vor allem den unglücklichen Arzt im Krankenhaus erwischt es hart: Sein Körper bläht sich auf, aus den geschwollenen Fingern spritzt Blut, und schließlich fließt ihm das geschmolzene Fleisch vom Schädel. Generell wird jedoch sehr moderat gesplattert.

Das Atom-Monster wurde schon erwähnt. Es wirkt in der Tat wie ein britischer Bruder des „Blob“, der allerdings erst 1958 in den USA (sowie hierzulande als „Blob – Schrecken ohne Namen“) sein Unwesen trieb. Da unsere radioaktiv im Geigerzähler lustig knatternde Kreatur nur durch die Schwerkraft (bzw. durch Besenstiel-Schubser von unten) ‚bewegt‘ wird, sehen wir sie niemals aktiv nach einem Unglücksraben greifen. Besonders schnell ist sie auch nicht, was ihre Bedrohlichkeit weiter schmälert.

Mutige Männer tun ihren Job

„XX … Unbekannt“ ist ein Film ohne Stars. Sie hätten den Finanzrahmen gesprengt. Man griff auf oft und gern beschäftigte britische Darsteller zurück, die wie üblich einen guten Job leisteten.

Den nun schon mehrfach zur Sprache gebrachten dokumentarischen Aspekt unterstreicht ein Drehbuch, das jegliche Liebesgeschichte ausklammert. Frauen treten nur als Krankenschwestern oder Mütter und am Rande auf. Das weibliche Publikum möge die folgende Zeile überspringen, aber faktisch bekommt der Story der Verzicht auf die übliche Romanze gut. Sie gehört nicht in die Handlung, und sie wird ihr nicht aufgezwungen – eine Konsequenz, die man gern öfter sähe.

Für eine letzte Irritation sorgt das Finale: Natürlich gelingt das riskante Experiment von Dr. Royston. Das Monster verwandelt sich in feuchten Lehm. Plötzlich explodieren seine Reste – eine Reaktion, die den Forscher erschreckt. Leider war wohl das Budget genau jetzt ausgeschöpft. Während der Zuschauer auf den finalen Twist wartet, der gerade angekündigt wurde, bricht der Film einfach ab, und die Schlusstitel beginnen zu laufen – kein glücklicher Ausklang für einen Film, der ansonsten für ein altmodisches aber trotz des Alters bildscharfes Vergnügen sorgt.

DVD-Features

„XX … Unbekannt“ wurde von Anolis Entertainment als 4. Teil der Reihe „British Horror Classics“ veröffentlicht. Da dieser Film 1956 als reines Unterhaltungsprodukt entstand, hielt sich die Zahl der noch aufzufindenden Extras in engen Grenzen. Aufgespielt werden konnten deshalb nur ein Trailer, eine selbstablaufende Galerie mit 14 Szenenfotos sowie ein achtseitiges Filmprogramm aus Dänemark. Hinzu kommt ein vierseitiges Booklet mit Hintergrundinformationen des Filmexperten Uwe Huber.

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Solomon Kane

Erstellt von Michael Drewniok am 12. Januar 2012

Solomon Kane

Originaltitel: Solomon Kane (Frankreich/GB/Tschechische Republik 2009)
Regie u. Drehbuch: Michael J. Bassett
Kamera: Dan Laustsen
Schnitt: Andrew MacRitchie
Musik: Klaus Badelt
Darsteller: James Purefoy (Solomon Kane), Rachel Hurd-Wood (Meredith Crowthorn), Pete Postlethwaite (William Crowthorn), Patrick Hurd-Wood (Samuel Crowthorn), Alice Krige (Katherine Crowthorn), Anthony Wilks (Edward Crowthorn), Max von Sydow (Josiah Kane), Lucas Stone (Kane als Kind), Samuel Roukin (Marcus Kane), Isabel Bassett (Hexe), Jason Flemyng (Malachi), Christian Dunckley Clark (Malthus), James Babson, Marek Vasut, Geoff Bell (dumme Räuber) uva.
Label/Vertrieb: Constantin Film
Erscheinungsdatum: 07.10.2010
EAN: 4011976877585 (DVD) bzw. 4011976319887 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1(Deutsch, Englisch) u. Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 100 min. (Blu-ray: 103 min.)
FSK: 16

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Das geschieht:

Anfang des 16. Jahrhunderts hat sich der enterbte englische Adelssohn Solomon Kane im Ausland einen Namen als Glücksritter und Pirat gemacht. Als er eines Tages nur knapp dem Engel des Todes entkommt, der ihn holen wollte, weil er seine Seele angeblich dem Teufel verschrieben habe, wird Kane nachdenklich. Er schwört der Gewalt ab und zieht sich in ein Kloster zurück, wo er allmählich zur Ruhe kommt.

Zeitgleich hat der Zaubermeister Malachi mit der Eroberung Englands begonnen. Unter der Führung seines stummen, niemals unmaskiert auftretenden Heerführers fallen durch Hexerei gestärkte Truppen über die Landbevölkerung her, versklaven die Schwachen und zwingen die Starken unter Malachis geistiges Joch.

Kane verlässt das Kloster und begibt sich auf die Wanderschaft. Er will nach Nordamerika auswandern und dort ein neues Leben anfangen. Unterwegs fällt er unter Räuber. Gerettet wird er vom Puritaner William Crowthorn, den es mit seiner Familie ebenfalls in die Neue Welt zieht. Als Malachis Schergen seine neuen Freunde überfallen und töten, besinnt Kane sich alter, mörderischer Stärken. Er will die junge, schöne Meredith Crowthorn retten, die Malachi auf sein Schloss verschleppen ließ.

Der Weg dorthin ist lang und gefährlich. Hexen, Zombies und Verräter muss Kane überwinden, und irgendwann bekommt auch der Heerführer Wind von dem hartnäckigen Verfolger. Zu allem Überfluss entpuppt sich Malachis Hauptquartier als Stammburg der Kanes, nachdem dessen stolzer Herr, Kanes Vater, von dem Zauberer umgarnt und betrogen wurde.

Im großen Saal der Burg treffen die wenigen Schurken, die Kanes Rachezug überlebt haben, Kane selbst, Meredith und Malachi zusammen. Leider hat der Hexenmeister mindestens ein teuflisches As im Ärmel, das sich turmhoch über Kane aufbaut und ihm nach Leben und Seele trachtet …

Das Leben als Jammertal

1928 schuf der Unterhaltungsschriftsteller Robert E. Howard (1906-1936), dem wir auch ewige Fantasy-Helden wie Conan und die Rote Sonja verdanken, den Puritaner und Hexenjäger Solomon Kane. In einer Reihe von Storys führte ihn sein geistiger Vater an immer neue, meist exotische und stets unheimliche Orte, an denen ein Grauen lauerte, das vom schrecklich frommen Kane als heidnische Teufelei identifiziert und mit Feuer & Schwert ausgetilgt wurde.

Dieser Solomon Kane, ein düsterer, humorloser, fanatischer Geselle, blieb sich dank Howard stets treu. Er war nie sympathisch und ganz sicher keine Identifikationsfigur, aber in seiner Unerbittlichkeit und Kampfstärke der Richtige, um spannend den ausgetüftelten Todesfallen zu entkommen, die Howard sich für ihn ausdachte. War ihm dies gelungen, wandte er sich umgehend dem nächsten Teufelswerk zu. Dessen Ausrottung war seine Mission, eine Arbeit, die für Kane, das schaurige Ideal des kompromisslosen Puritaners, nie getan war.

Mit seiner schwarzweißen Weltsicht eignete sich Howards Kane nicht als Filmheld. Als solcher benötigte er Schwächen, eine entsprechende Vorgeschichte sowie die Reifung durch eine persönliche Queste, die ihn einerseits läuterte und andererseits menschlicher wirken ließ. Ähnlich war es bereits Conan, dem Barbaren, ergangen, der als erster Howard-Recke 1982 auf die Leinwand gestürmt war. Allerdings hatte Regisseur und Drehbuchautor John Milius darauf geachtet, die Figur nicht gar zu konturenglatt zu schleifen – ein Beispiel, dem Michael J. Bassett, ebenfalls Regisseur und Autor, 2009 nur bedingt folgte.

Ein langer Weg in die Vergangenheit

Dabei hätte es wesentlich schlimmer kommen können. 2001 stand „Solomon Kane“ schon einmal vor einem Drehbeginn. Die Titelrolle sollte an Christopher Lambert gehen, der sich gerade zum vierten (und hoffentlich letzten) Mal durch eine schaurig schlechte „Highlander“-Fortsetzung geprügelt hatte. Glücklicherweise zerschlug sich dieses „Kane“-Projekt; es kam erst 2006 erneut in Gang, als Bassett das Heft in die Hand nahm. Gecastet wurde nun James Purefoy, der nicht nur optisch einen glaubhaften Kane darstellt, sondern sogar über schauspielerisches Talent verfügt, das er in die Rolle einbringen konnte (und wollte).

Etwa 45 Mio. Dollar betrug das Budget. Angesichts der Wahnsinnssummen, die in Hollywoods Blockbuster fließen, ist dies moderat. Im Umfeld jener Streifen, die vor allem über ihre Spezialeffekte funktionieren, steht „Solomon Kane“ freilich gut dar. Das zur Verfügung stehende Geld konnte zudem gestreckt werden, indem man in der Tschechischen Republik drehte, wo auch heute Statisten noch so kostengünstig sind, dass man sie nicht digital ersetzen muss.

Deshalb fällt „Solomon Kane“ u. a. durch diverse Massenszenen auf, die gleichzeitig demonstrieren, dass die Kulissen nicht an den Bildrändern endeten. Detailliert ausgeführte Dorfflecken, Kirchen, Burgsäle u. a. Örtlichkeiten wurden in erstaunlichen Größen real gebaut. Die Kamera greift den zur Verfügung stehenden Raum mit Vergnügen auf und fliegt immer wieder über diese Kulissen, in denen es vor Leben und Schlachtgetümmel wimmelt. Das Wetter ist winterlich – es schneit und regnet, die Welt ist ein einziger Pfuhl, und nur ganz selten wird offenbar, dass diese Szenen meist am Tage und bei Sonnenschein entstanden. (Anzumerken ist eine auch in den Masken allzu ausgeprägte Affinität zur Gestaltung der „Herr-der-Ringe“-Filme.)

Der schwarze Mann mit dem großen Hut

„Solomon Kane“ lebt durch seine Bildopulenz sowie durch die Darstellungskunst seiner Hauptfigur. Zwar kann auch Purefoy die Schwächen des Drehbuches – dazu weiter unten mehr – nicht im Alleingang ausgleichen. Trotzdem gelingt es ihm, die holzschnittartige ‚Entwicklung‘, die sein Charakter erfährt, wenigstens ansatzweise nachvollziehbar zu gestalten. Der frühe Kane ist ein Räuber, Dieb und Mörder. Später entscheidet er sich für ein mönchisches Leben. Dann kommt hollywoodtypisch die große Krise. Sie geht mit dem vom Schicksal erzwungenen Rückfall in die Gewalttätigkeit einher, die auf diese Weise legitimiert wird: Kane hat es ja versucht, aber die Bösen ließen ihn seinen Frieden nicht …

Der eigentliche Solomon Kane manifestiert sich erst im Finale. Er ist jetzt weder Mörder noch Mönch, sondern ein Krieger des Herrn und bereit, sich für das Gute in die nächste Schlacht zu stürzen. Diese Wendung wird verständlicher, wenn man weiß, dass „Solomon Kane“ von Bassett als Trilogie geplant ist. (Ob sie jemals zustande kommen wird, steht aktuell in sehr weit entfernten Sternen.)

Im Vergleich zu Purefoy bleiben die übrigen Darsteller blass. Vor allem die arme Rachel Hurd-Wood steht auf verlorenem Posten: Ein Solomon Kane darf kein „love interest“ besitzen. Die schöne Meredith rettet er nur, weil er es ihrem sterbenden Vater versprochen hat. Ein Schwur zählt für Kane allemal mehr als Liebe. Beiläufig erwähnt er kurz vor dem Abspann, dass er Meredith bei ihrer Mutter abgegeben hat …

Unter dem allgegenwärtigen Schlamm und Dreck, den Bassett über seine Version des 16. Jahrhunderts spritzt, bleiben die Darsteller Archetypen. Was die Guten wie die Bösen umtreibt, ist oft unklar oder interessiert den Zuschauer nicht. Manchmal entscheidet Bassett schlicht falsch: Der böse Heerführer ist wesentlich interessanter und präsenter als der angeblich so mächtige Malachi, der erst im Finale auftritt und nicht wirklich erschrecken kann. Ratlos macht auch der Aufwand, den Malachi treibt, um Meredith suchen und in sein Schloss schaffen zu lassen. Dort weiß er nichts Besseres mit ihr anzufangen, als ihr ein wenig Jungfrauenblut abzuzapfen, mit dem er einen Dämon aus der Hölle heraufbeschwört.

Einige Akzente weiß höchstens der großartige Pete Postlethwaite in einer seiner letzten Rollen zu setzen. Sein unglaubliches Gesicht passt perfekt in diese archaisch überzeichnete Vergangenheit, während die Mehrheit der Darsteller allzu geschminkt und verkleidet wirkt. Was Postlethwaite in einen Film wie diesen brachte, der in der Rolle des William Crowthorn ein schauspielerisches Schwergewicht wie ihn nicht wirklich benötigt, bleibt dennoch unklar. Immerhin hat Postlethwaite Glück: Man erkennt ihn immerhin, während der Zuschauer eher fassungslos erst den Schlusstiteln entnimmt, dass er irgendwo auch der wunderbaren Alice Krige und dem großen Max von Sydow bei der Arbeit zugesehen bzw. beobachtet hat, wie sie verheizt wurden.

Erzählen ist schwieriger als gedacht

Nicht nur angedeutet wurde bereits, dass Aufwand und Story in keinem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Bassett erzählt eine Geschichte, die wir in jeder Filmsekunde kennen. Überraschungen gibt es nicht, Ungereimtheiten stattdessen mehr als genug. So lernen wir einen Todesengel kennen, dem Kane, ein einfacher Mensch, problemlos durch die Lappen geht; wie ein Trottel steht dieser ‚Engel‘ hinter dem Fenster, durch das Kane gesprungen ist, und brüllt ihm fruchtlose Drohungen hinterher. Wir sehen ihn nicht wieder; womöglich hat er seinen Job an Malachi abgetreten.

„Solomon Kane“ gehört zu jenen Filmen, die in interessante Episoden zerfallen, die sich zu keiner harmonischen Gesamtgeschichte fügen. Die Szenen in der von Zombie-Vampiren belauerten Kirche, die wilde Jagd durch die von Särgen und Knochen markierten Tunnel unterhalb eines alten Friedhofs, der finale Kampf mit einem ausgezeichneten konzipierten und realisierten Dämon bieten Entertainment auf hohem Niveau.

Hier gelingt Bassett, was ihm vorschwebte; er mindert es höchstens durch sein beschränktes Regietalent. Das liebste Stilmittel ist ihm die Zeitlupe: Zum Anschwellen eines, inspirationslosen, pseudo-pompösen, dröhnenden Scores stapfen Gut und Böse künstlich bedeutsam oder bedrohlich durch das Bild – wieder und wieder, bis es nicht einmal ärgert, sondern nur noch ein müdes Grinsen provoziert.

Mehr Engagement hätte Bassett in die Kampfszenen investieren sollen. Zwar lässt vor allem Kane Köpfe und Gliedmaßen fliegen, doch wird nie deutlich, wie ihm dies gelingt. Die meisten Gegner rennen ihm brüllend ins offene Schwert, das er wie einen Prügel schwingt. Damit will Bassett vermutlich deutlich machen, dass dies kein Jahrhundert hoher Kampfkunst ist. Wenn Kane im Alleingang Malachis Schergen dutzendweise abschlachtet, will diese Begründung aber nicht greifen.

Man kann sich schlechter unterhalten lassen

So ging „Solomon Kane“ dem „Conan“-Reboot von 2011 in gewisser Weise voraus: Viel Aufwand wurde getrieben, noch mehr Werbe-Wind darum gemacht. In beiden Fällen blieb der Erfolg hinter den Erwartungen zurück. Dafür sind allzu simpel gestrickte Storys hauptverantwortlich, denen formale Schwächen gegenüberstehen.

Die Enttäuschung resultiert freilich zu einem guten Teil aus enttäuschter Vorfreude. Macht man sich davon frei, bietet „Solomon Kane“ B-Movie-Entertainment der altmodisch robusten bzw. zeitlosen Art. Gerade Im Dschungel der DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen, in dem der Zuschauer immer wieder in geistestödliche Fallen zu stolpern droht, sorgt Kane für einen anspruchsfreien aber unterhaltsamen Filmabend.

DVD-Features

Da „Solomon Kane“ eine vergleichsweise stattliche Produktion darstellt, wäre ein ausgiebiger Blick hinter die Kulissen durchaus interessant. Die zum Hauptfilm aufgespielten Extras sind jedoch dürftig (Originaltrailer, MTV-Featurette), kaum verkappte Werbung (Interviews) oder eine Frechheit (‚Making of‘: 4 Min.!). Lohnenswert ist höchstens eine viertelstündige Mini-Dokumentation der Dreharbeiten.

[md]

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Clash of Empires – Die Schlacht um Asien

Erstellt von Galaxykarl am 6. August 2011

Clash of Empires – Die Schlacht um Asien

Ascot Elite Home Entertainment, 2011
Malaysia 2011
Originaltitel: “The Malay Chronicles: Bloodlines” oder auch:
“Clash of Empires: The Battle for Asia”
DVD in Metallbox
ISBN 7-613059-902015
Action, History
Laufzeit 105 min. PAL Color
Regie: Yusry Kru
Darsteller: Stephen Rahman Hughes, Gavin Stenhouse, Jing Lusi, Craig Fong, Henrik Norman
Altersfreigabe: 16
Bildformat 1.78:1 / 16:9
Extras: Musikvideos, Making of, Behind the Scenes, Originaltrailer, Promo-Trailer, Trailershow
Deutsch, DTS 5.1, Dolby Digital 5.1; Englisch+Bahasa Melayu, Dolby Digital 5.1

DVD und Blu-ray Disc sind ab dem 8. August 2011 in den Videotheken und ab 27. September 2011 im Handel erhältlich.

Titel erhältlich bei Amazon.de

Werbetext:

Der römische Prinz Marcus Carpenius ist von Kaiser Hadrian dazu auserwählt, mit der chinesischen Prinzessin Meng Li Hua den Bund der Ehe zu schließen. Damit soll der Friedenspakt zwischen den beiden größten Mächten ihrer Zeit besiegelt werden.

Doch die Hochzeitsfeierlichkeiten, die an der Küste des heutigen Malaysia, genau zwischen den beiden Reichen stattfinden, werden durch einen blutigen Überfall beendet. Nur ein ganz besonderer Kämpfer kann jetzt noch verhindern, dass die beiden mächtigsten Imperien der Welt zu Feinden werden. Eine uralte Prophezeiung besagt, dass ein König die Stämme Malaysias vereinen wird, um in eine große Schlacht zu ziehen. Der Dorfälteste Kesum glaubt in dem vagabundierenden Krieger Merong diesen König zu erkennen …

Mein Eindruck:

Auf der Blechbox sind einige kleine Bilder – und ein etwas Größeres – zu sehen, die Hoffnung machten, auf einen Historienschinken á la „Troja“ oder „300“. Zumindest die Grafikabteilung der Filmgesellschaft hat hier ihr Ziel erreicht: Nämlich den interessierten Cineasten mit Vorliebe für Geschichte, Kampfgetümmel und fremden Kulturen zugreifen zu lassen. Ein wenig stutzig ist man schon, wenn man von einem römischen „Prinzen“ liest. Denn die Bezeichnung Prinz hatten die Römer für die Nachkommen der Cäsaren, meinetwegen auch Kaiser, nie verwendet. Und zur Zeit Kaiser Hadrians – in der eben die Handlung spielt – schon gar nicht.

Und warum sollten Römer und Chinesen einen Friedenspakt durch eine Hochzeit schließen? Sie hatten um das Jahr 200 n. Chr. nach allgemeinem Wissen keine Kenntnis voneinander.

Doch was soll´s: Was schert einen malaysischen Filmemacher schon geschichtliche Korrektheit, wenn er denn nur entsprechend spannende Handlung bietet. Doch auch auf das wartet man vergeblich. In den über 100 Minuten erlebt man ein schlechteres Piratenspektakel, dass selbst die alten „Sandokan-Filme“ aus den 60ern und 70ern an Handlungstiefe übertreffen, von dem Nachzügler aus dem Jahre 1996 mal ganz zu schweigen.

OK; dann eben fetzige Martial-Art? Nun, die bekommt man in einigen Szenen geboten. Wären da nur nicht die lächerlichen, auf Hochglanz polierten Rüstungen der wenigen Römer, die wie klappernde Plastikkostüme an den Männern hängen. Auch die hat es so blitzend und funkelnd nicht gegeben. Überhaupt stolpern die Römer durch den Sand, als hätten sie noch nie auf welchem gestanden. Die malaysischen Piraten und ihre „guten“ Landsleute machen da wenigstens eine bessere Figur.

Und die großen Schlachtengemälde voll Zig-Tausender Krieger und Legionäre? Auch Fehlanzeige. Am Strand tummeln sich vielleicht ein paar Hundert Darsteller und das auch nur in wenig sehenswerten Kampfszenen.

Eine Bemerkung über die Dialoge spare ich mir. Wer die geschrieben hat, hat vorher wohl ein Pfund Schmalz gegessen. Dass das Ganze auf einer alten malaysischen Legende beruht, geht leider völlig unter. Hier hätte man aus den Tiefen der Überlieferung mit entsprechendem Ernst und Glaubwürdigkeit schöpfen können.

Fazit:

Der Trailer und die Aufmachung sind äußerst geschickt gemacht. Aber sie versprechen, was weder die Darsteller, die Handlung, noch der Regisseur halten können. Da halte ich es mit diesem Originalzitat: “Ein amüsantes Erlebnis, definitiv!” Ja, an manchen Stellen hab ich gelacht, mit einem Tonfall, gemischt aus Galgenhumor und Verzweiflung. Wer das als Lob gedachte Zitat geäußert hat? Das „japancinema.net“. Und die Japaner verstanden vor Fukushima etwas von Humor. Schließlich hatten sie mit ihren grottenschlechten Godzilla- und King-Kong-Filmen selbst Anlass genug, über schlechte Filme zu lachen.

Copyright © 2011 by Werner Karl

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