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Percy Jackson – Diebe im Olymp

Erstellt von Redaktion am 26. Februar 2010

Percy JacksonPercy Jackson – Diebe im Olymp

Originaltitel: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief
Produktionsland: USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2010
Länge: 120 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Chris Columbus
Drehbuch: Craig Titley
Roman: Rick Riordan
Produktion: Chris Columbus, Michael Barnathan, Karen Rosenfelt
Musik: Christophe Beck

Darsteller: Logan Lerman (Percy Jackson), Brandon T. Jackson (Grover Underwood), Alexandra Daddario (Annabeth Chase),Jake Abel (Luke Castellan), Pierce Brosnan (Chiron), Kevin McKidd (Poseidon), Sean Bean (Zeus), Steve Coogan (Hades), Rosario Dawson (Persephone), Catherine Keener (Sally Jackson), Uma Thurman (Medusa)

Die Herrschaft von Harry Potter neigt sich langsam dem Ende zu und so wird es Zeit einen Nachfolger auf den Thron zu bringen. Spätestens mit dem voraussichtlich 2011 erscheinenden letzten Film der Potter-Reihe sollte der Prinz etabliert sein, um das Zepter aus der Hand des Königs zu nehmen. Percy Jackson dürfte aber ein Dreizack reichen, denn immerhin ist er Poseidons Sohn.

Aus der Feder von Rick Riordan stammen die Bestsellergeschichten des jungen Percys, der eines Tages entdeckt, dass er ein ganz besonderer Junge ist. Auf Grund seiner Abstammung genießt er fortan eine besondere Ausbildung und erlebt mit seinen Freunden gefährliche Abenteuer – die mit seiner Abstammung in Verbindung stehen. In seinem ersten Abenteuer muss Harry, Verzeihung, Percy (Logan Lerman), den gestohlenen Herrscherblitz zurückbringen. Ansonsten hauen die Götter des Olymps – allen voran Zeus – die Welt in Stücke. Zu allem Übel hat Hades Percys Mutter Sally (Catherine Keener) entführt und die muss gerettet werden.

Zusammen mit der süßen Kämpferin Annabeth Chase (Alexandra Daddario) – Tochter der Athene und ebenfalls eine Halbgöttin – und dem schwarzen Satyr Grover Underwood (Brandon T. Jackson) muss Percy erst einmal Zauberperlen suchen, dann in die Unterwelt reisen, dort die Mutter retten und anschließen auf dem Olymp Zeus von seiner Unschuld überzeugen. Der Film geht beinahe zwei Stunden, also ist dafür doch eigentlich genug Zeit …

So wie die Romanreihe, so ist auch der Film von Mister Harry Potter inspiriert. Und zwar sehr stark. Um Nägel mit Köpfen zu machen haben sich die Studiobosse dann auch Chris Columbus ins Boot geholt. Der hat seinerzeit die ersten beiden „Harry Potter“-Filme gedreht und weiß also genau, um was es geht. Und Columbus liefert auch genau das, was bestellt wurde: Kindertaugliche Massenunterhaltung nach Schema Potter. Um es auf den Punkt zu bringen: Das ist unterhaltsam, leidlich spannend, aber irgendwie schon mal dagewesen und austauschbar. Allerdings werden nun Sagengestalten und griechische Mythen bemüht, anstatt altenglische Mauern und britisches Zauberwerk. Egal, Hauptsache der Film weiß zu unterhalten.

Und das gelingt ihm auch. Chris Columbus vertrödelt keine unnötige Zeit mit ausgefeilten Dialogen und langweiliger Charakterentwicklung. Er gibt sofort Gas. Die platten Dialoge erklären die wichtigsten Zusammenhänge, dann folgt eine Szene nach der anderen. Selbst der vermeintliche Tod von Percys Mutter ist nur eine Sekunde der Besinnung wert, dann geht es weiter: Ab durch die USA, im Stile eines Roadmovies und genau so aufgemacht wie ein modernes Videospiel.

Glücklicherweise rast Percy zusammen mit seinen Freunden durch die Gegend und es ergibt sich dann doch die ein oder andere Szene, in der Schauspieler miteinander agieren. So deutet sich zwischen Percy und Hermine – Verzeihung – Annabeth, eine kleine Liebschaft an, während der drollige Juniorbeschützer Ron – Verzeihung – Rover, für den ein oder anderen Gag gut ist. Rover wird übrigens vom Komiker Brandon T. Jackson gespielt. Die Rolle ist einfach angelegt: Plappernder Schwarzer mit blöden Sprüchen, der von einem Problem ins Andere trudelt. Da fühlt sich der Zuschauer an die guten alten achtziger Jahre erinnert. Wenigstens macht Alexandra Daddario als Annabeth eine gute Figur und den lieben Percy heiß. Aber keine Bange, Percy wurde zwar um fünf Jahre für den Streifen gealtert (im Buch beginnen die Abenteuer als der Junge elf ist), aber dennoch bleibt alles sehr züchtig und in geordneten Bahnen. Okay, typisch amerikanisch gibt es zwar keinen Kuss, aber heftige Actionszenen und Kampfsequenzen, in denen der ein oder andere Darsteller schon mal ein wenig blutig aufgeschlitzt wird. Ja, so sieht verfilmte Doppelmoral aus.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ hält für die jugendlichen Zuschauer aber auch wichtige Weisheiten bereit. So sind Drogen einfach Kacke und niemand sollte einfach etwas Essen, das einfach so angeboten wird. Genau das geschieht nämlich im verlotterten Las Vegas und der heiße Drogenrausch entpuppt sich schon bald als große Gefahr, während im bunten Hintergrund Lady Gagas „Pokerface“ aus den Boxen dringt. Wenigstens hat der Film stellenweise einen guten Score.

Etliche Abenteuer und abgeschlagene Köpfe später rettet das lustige Trio die liebe Mutter von Percy. Schon erwähnt? Die Alleinerziehende hat sich natürlich nur wegen Percy mit einem stinkenden Säufer eingelassen, der seine Frau und den Stiefsohn wie Dreck behandelt. Daran können sich alle jungen männlichen Legastheniker die unter ADS leiden klammern, vielleicht ist ihr Vater ja auch ein Gott. Mehr jugendlicher Außenseiter geht einfach nicht.

Jedenfalls weiß der Film die Hoffnung zu bedienen. Um nun aus der Unterwelt zu fliehen (die fleißig zur Hölle christianisiert wurde, aber mit dem Eingang in Hollywood Ironie zeigt) muss leider einer zurückbleiben. Und wen trifft es? Natürlich den Schwarzen! Und jahrelang haben die Zuschauer geglaubt diese dunklen Klischee-Zeiten seien vorbei – Chris Columbus belehrt seine Zuschauer mit einem Griff in die Mottenkiste aber eines Schlechteren.

Auch die Spezialeffekte haben bessere Zeiten gesehen. Sie bewegen sich zwar über TV-Niveau, aber Kino-Standard sieht heutzutage einfach anders aus. Vor allem Pierce Brosnan als Zentaure ist einfach nur grottig umgesetzt. Es bleibt sowieso ein Rätsel, warum er und Uma Thurman in diesem Streifen mitspielen. Schauspielerische Leistung zeigt jedenfalls keiner von beiden.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ ist leidlich unterhaltsame Massenware, die vor allem das jüngere Publikum ansprechen dürfte, da es einfache Teenie-Action ohne Experimente ist.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Percy Jackson von Carlsen bei Buch24.de:
“Percy Jackson 01. Diebe im Olymp”
“Percy Jackson 02. Im Bann des Zyklopen”
“Percy Jackson 03. Der Fluch des Titanen”

“Percy Jackson” bei Booklooker.de

Abgelegt unter Abenteuer, Action, Familie, Fantasy, Kinder, Kino, Komödie, Mystery | Keine Kommentare »

In meinem Himmel

Erstellt von Redaktion am 25. Februar 2010

In meinem HimmelIn meinem Himmel

Originaltitel: The Lovely Bones
Produktionsland: Vereinigte Staaten
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: 135 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Peter Jackson
Buch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson
Roman: Alice Sebold

Produktion: Peter Jackson, Carolynne Cunningham, Fran Walsh
Musik: Brian Eno
Kamera: Andrew Lesnie
Schnitt: Jabez Olssen

Darsteller: Saoirse Ronan (Susie Salmon), Mark Wahlberg (Jack Salmon), Rachel Weisz (Abigail Salmon), Stanley Tucci (George Harvey), Susan Sarandon (Grandma Lynn), Jake Abel (Brian Nelson), Rose McIver (Lindsey Salmon)

Mit „In meinem Himmel“ hat sich der bekannte Regisseur Peter Jackson (“The Frighteners”, “Der Herr der Ringe”, “Heavenly Creatures”) an die Verfilmung des gleichnamigen Romans aus der Feder von Alice Sebold gewagt. Der Name Jackson wiegt dabei schwer und seine letzten Projekte lassen ein weiteres filmisches Schwergewicht erwarten. Vor allem die Herausforderung so schwerer Themen wie Vergewaltigung, Kindesmord und Trauer zu bewältigen werfen die Frage auf, wie Peter Jackson das alles in einem Film unterbringen will.

Anfang der siebziger Jahre lebt Susie Salmon (Saoirse Ronan) in einer kleinen amerikanischen Gemeinde. Alles ist friedlich und die erste große Liebe hat die vierzehnjährige in ihren Bann geschlagen. Doch bevor Susie sich mit ihrem großen Schwarm trifft, stößt sie nach der Schule mit Nachbar George Harvey (Stanley Tucci) zusammen. Der hat schon länger ein Auge auf das Mädchen geworfen und eine Kinderfalle gebaut. Da lockt er Susie hinein und bringt sie bei ihrem Fluchtversuch um.

Susie ist nun in einer Zwischenwelt gefangen. Sie kann ihre Lieben daheim beobachten, aber keinen Einfluss nehmen. In ihrem Himmel lernt sie ein Mädchen namens Holly Golightly (Holly Golightly ist der Name einer Musikerin und auch der Name der Hauptfigur in Truman Capotes Roman “Frühstück bei Tiffany”) kennen, erfährt mehr über diese neue und farbige Welt, erfährt auch mehr über ihren Mörder.

Der kommt in der Realität nämlich ungeschoren davon, während Susies Familie an dem Drama zu zerbrechen droht. Vater Jack (Mark Wahlberg) verdächtigt alle Menschen in seinem Umfeld, Mutter Abigail (Rachel Weisz) nimmt Reißaus in die Weinberge und nur Oma Lynn (Susan Sarandon) hält die Stellung. Und Harvey späht schon sein nächstes Opfer aus: Susies Schwester Lindsey (Rose McIver) …

Peter Jacksons Verfilmung nur an der Romanvorlage zu messen, wäre sicherlich unfair. Immerhin konzentriert sich das Buch auf die Vergewaltigung und den Mord an Susie, beschäftigt sich mit der Trauerbewältigung und der Charakterentwicklung. Alice Sebold spricht die Emotionen ihrer Leser an, schildert eindringlich das Grauen und den Umgang damit. Aber Jackson hat sich selbst den Roman ausgesucht und so muss er sich wenigstens den Vergleich mit den Kernthemen gefallen lassen. Und hier scheitert der Regisseur kläglich.

Das sich ein Film zwangsweise wenig auf die Charakterentwicklung konzentrieren kann ist verständlich. Die Zeit ist sehr bemessen, doch Jacksons Figuren werden kaum behandelt. Einzig Susie erfährt eine Entwicklung, alle anderen Figuren werden einfach abgehandelt. Kommt es zu Szenen, in denen es in die Tiefe gehen könnte, bleiben diese gewollt kurz und Peter Jackson wechselt zu einem opulenten Bild. Mark Wahlberg und Rachel Weisz bekommen gar keine Möglichkeit sich zu profilieren. Einzig Susan Sarandon bekommt Zeit zum Spielen eingeräumt. Diese wird dann genutzt um ein paar Lacher zu ernten und dem Film weiter die Ernsthaftigkeit zu entziehen.

Die tiefgehenden Gefühle und das Drama des Romans einzufangen misslingt dem Film. Jackson blendet die Vergewaltigung Susies vollständig aus, reißt den Mord nur an, verlässt sich auf einige Symbole, um darauf hinzuweisen. Gut für all diejenigen, die diese Symbole erkennen und zu deuten wissen. Doch die Bildpracht von Susies Zwischenwelt gibt sich alle Mühe, sämtliche dezente Symbolik zu übertünchen, zu übermalen. Peter Jackson hat in den CGI-Farbeimer gegriffen und sich ordentlich bedient.

Anstatt eines erschütternden Dramas schreibt er nun parallel eine Kriminalgeschichte und eine Mysterystory. Bevor er sich in der einen Geschichte verfängt, wechselt er dann schnell mal hinüber und lässt auch gerne Parallelmontagen ablaufen. Die sind vor allem zu Schluss nervig und deplatziert, wenn Susies Mörder die zerstückelten Reste seines Opfer verschwinden lassen will und gleichzeitig eine unschuldige Kussszene abgehandelt wird. Das wirkt zu keinem Zeitpunkt dramatisch oder traurig, sondern einfach nur aufgesetzt. Zudem entzieht die jeweils eine Einstellung der anderen Einstellung die Substanz.

Personen und Handlung sind bei Jackson also zu vernachlässigen. Selbst Bösewicht, Kinderschänder und Mörder George Harvey wirkt zwar schaurig, aber keineswegs böse. Das wird wohl an FSK 12 liegen. So kommen zwar viele Leute in den Genuss des Films, aber der Film ist einfach zu weichgezeichnet und am Romanthema vorbei. Jackson verlässt sich lieber auf das was er kann: CGI-Effekte.

So inszeniert er opulent Susies Himmel, erinnert damit beinahe an die Farbenpracht von „Hinter dem Horizont“ (1998), ohne dessen Originalität zu erreichen. Denn durch Thema, Farbenpracht und Effekte kommt schnell der Verdacht auf, Jackson hätte sich an dessen Bildgestaltung fleißig bedient. Die Ähnlichkeiten sind jedenfalls auffallend und beide Filme sind stellenweise kitschig zu nennen. Dabei ging Regisseur Vincent Ward in seinem Streifen wenigstens keine großen Kompromisse ein.

Einziger Lichtblick in Jacksons „In meinem Himmel“ ist Saoirse Ronan (“Abbitte”, “City of Ember”), die trotz ihrer jungen Jahre (Jahrgang 1994) eine schauspielerische Glanzleistung zeigt. Ihr wird natürlich auch der größte Raum geboten und den nutzt sie gut aus. Schade nur, dass sie hier regelrecht verheizt wird. Sie und Stanley Tucci („Undercover Blues – Ein absolut cooles Trio“) wurden dann auch für Filmpreise nominiert, wobei diese Nominierungen bei Tucci ein Rätsel bleiben. Sein Harvey ist und bleibt ein farbloses Etwas, ohne Persönlichkeit, ohne Ausstrahlung.

„In meinem Himmel“ ist an sich unterhaltsam, hinterlässt aber keine Spuren und auch keine nachhaltigen Erinnerungen. Einzig Saoirse Ronan bleibt haften und die abschließende Erkenntnis, dass auch ein großer Regisseur kleine Haufen macht.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Goldmann-Taschenbuch “In meinem Himmel” bei Buch24.de

“In meinem Himmel” bei Booklooker.de

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Sherlock Holmes

Erstellt von Redaktion am 24. Februar 2010

Sherlock HolmesSherlock Holmes
USA 2009, 128 Minuten

Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Michael Robert Johnson, Anthony Peckham, Simon Kinberg, Lionel Wigram, Michael Robert Johnson
Musik: Hans Zimmer
Produktionsdesign: Sarah Greenwood
Director of Photography: Philippe Rousselot
Montage: James Herbert

Darsteller: Robert Downey Jr. (Sherlock Holmes), Jude Law (Dr. John Watson), Rachel McAdams (Irene Adler), Mark Strong (Lord Blackwood), Eddie Marsan (Inspektor Lestrade), Robert Maillet (Dredger), Geraldine James (Mrs. Hudson), Kelly Reilly (Mary Morstan), William Houston (Constable Clark), Hans Matheson (Lord Coward), James Fox (Sir Thomas), William Hope (Botschafter Standish), Clive Russell (Captain Tanner)

Es gibt etliche Sherlock-Holmes-Verfilmungen und das Bild des Pfeife rauchenden Detektivs mit kariertem Mantel und Mütze hat sich eingeprägt. Mit einer enormen Beobachtungsgabe und seinem Verstand legt er jedem Gauner das Handwerk. Guy Ritchie (“Bube, Dame, König, grAs”, “Snatch – Schweine und Diamanten”) hat sich nun an eine Neuauflage des Themas gemacht und präsentiert einen ganz anderen Holmes – ein Holmes, der mit bekannten Klischees bricht. Und das ist genau richtig.

Denn tatsächlich ist Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes stets nur frei interpretiert worden. Und dieses Recht nimmt sich auch Guy Ritchie heraus, um einen ganz anderen Film-Holmes zu präsentieren als bis dato bekannt. Und Ritchies Adaption ist viel näher an der Romanvorlage dran, als alle anderen Verfilmungen zuvor. Denn Holmes war ein Supermann seiner Zeit – geistig und körperlich. Selbst den Mordversuch durch seinen Erfinder überlebte Holmes einst, gestärkt durch seine ihn liebende Leserschaft. Richtig gelesen, Doyle hat seinen Helden schlussendlich gehasst und wollte ihn sterben lassen.

Guy Ritchie hat sich nun den Stoff geschnappt und in ein modernes Kinoformat gesteckt. Was nun auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aussieht, ist ein rasant inszenierter und unterhaltsamer Kinofilm, der gleichzeitig die Atmosphäre des viktorianischen Englands einfängt. Doch worum geht es überhaupt?

Nun, Mister Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und sein teurer Freund Doktor John Watson (Jude Law) stellen den Kultisten Lord Blackwood (Mark Strong) just in jenem Augenblick, in dem dieser einen Ritualmord begehen will. Blackwood wird zum Tode verurteilt, verlangt kurz zuvor nach einem Gespräch mit Holmes. Ihm verkündet der Lord, dass Holmes nur ein Mittel zum Zweck sei und noch weitere Morde geschehen werden. Blackwood wird gehängt und für Holmes ist die Sache erledigt. Der hat nämlich ganz andere Probleme.

Busenfreund Watson hat vor zu heiraten und die Wohngemeinschaft zu verlassen. Für Holmes eine Katastrophe, denn nur wenige Menschen kommen mit seiner exzentrischen Lebensweise zurecht. Glücklicherweise taucht Holmes alte Liebe Irene Adler (Rachel McAdams) auf – eine Meisterdiebin – und es gehen Gerüchte um, dass Blackwood wiederauferstanden sei. Nun wird Holmes Neugierde geweckt. Zugleich hofft er auch mit seinem neuen Fall Watson von der Heirat abzuhalten. Aber der hält an seinen Plänen fest, was zu Streit zwischen den beiden Männern führt.

Trotzdem ermitteln sie und plötzlich gibt es zwischen Irene und Blackwoods Auferstehung einen Zusammenhang.Es dreht sich nun alles um einen geheimnisvollen Orden, Rituale, das Schicksal des ganzen Empires und schlussendlich einen mysteriösen Mann, der sogar Irene Angst einjagt …

Diese ganze Geschichte steckt nun in einem Korsett aus Action, Humor und Spannung. Guy Ritchie brennt ein wahres Feuerwerk an originellen alten Ideen ab. Erneut ein Widerspruch, der auf der Leinwand einfach gelungen ist. Denn Ritchie bedient sich an bekannten Elementen des modernen Actionfilms, setzt diese aber leicht verändert in Szene und verpasst der Sache ihren ganz eigenen Stil – der vor allem durch den altertümlich schmutzig-punkigen Stil Londons und der wunderbaren klassisch modernen Musik von Hans Zimmer geprägt wird. Überhaupt ist der Score von Zimmer grandios passend, kommt oftmals mit einer instrumentalen Reduzierung daher, anstatt auf orchestrale Gigantomanie zu bauen.

Wie der gesamte Film, so sind auch die Hauptrollen detailliert ausgearbeitet und überzeugen durch liebevolle Kleinigkeiten die am Rande zu bemerken sind, ohne die Szenerie zu dominieren oder gar aufgesetzt zu wirken. Sei es nun die Drogensucht Holmes oder die Kriegsverletzung von Watson. Bemerkenswert auch die düstere Mystery-Anspielung auf den us-amerikanischen Schriftsteller Edgar Allan Poe (in Wort und Bild, denn es fällt der Name und fliegt der Rabe) und anderen Kleinigkeiten, die zwar Zufall, aber ebenso Absicht sein können (wie die Frage nachdem Doktor, die mit „Wer?“ beantwortet wird und auch als Anspielung auf die viktorianischen Abenteuer aus „Doctor Who“ gesehen werden kann). Guy Ritchie hat hier einen verspielten Actionfilm geschaffen, an dem er sich austoben konnte.

Bemerkenswert sind dabei vor allem Robert Downey Jr. (als Sherlock Holmes) und Jude Law (als Doktor John Watson). Beide spielen ihre Rollen perfekt, gehen darin regelrecht auf. Im körperlichen Spiel fließen Winzigkeiten der Persönlichkeit nebensächlich ein und lassen die Figuren somit authentisch wirken. Aber vor allem im witzig spritzigen Dialog brillieren beide Männer, fesseln mit Wortgefechten oder überraschenden Hieben auf die Nase – ohne es sich krumm zu nehmen. Eine wahre Männerfreundschaft eben. Diese wurde von allzu kritischen Beobachtern gerne mal als homoerotische Verbindung gewertet, wird aber von Ritchie gekontert, da er beiden Männern eine Beziehung gönnt. Holmes hat eine Liebschaft hinter sich, Watson wird bald heiraten. Das sollte alle Missverständnisse aus dem Weg räumen.

Obwohl Law ausgezeichnet spielt, ist es vor allem Downey Jr. der den Film als Holmes überstrahlt. Seine Interpretation der Rolle ist außergewöhnlich, er kreiert sozusagen einen einmaligen Charakter. Das ist zuletzt Johnny Depp als Jack Sparrow in „Fluch der Karibik“ geglückt und war für das Genre ein Glücksgriff. Mit Sherlock Holmes wird erneut ein Ausnahmecharakter in die Kinowelt entlassen und es bleibt zu hoffen, dass die Fortsetzung – der Cliffhanger des Films deutet ja darauf hin – mit einem ebenso starken Robert Downey Jr. punkten wird.

Was Guy Ritchie sehr gut gelingt, ist es die analytischen Fähigkeiten und die Assoziationen des Detektivs für den Zuschauer sichtbar zu machen. Das geschieht mittels schnellen Zwischenschnitten, Rückblenden und Vorschauen. Diese Stilmittel werden genau im richtigen Umfang eingesetzt, beantworten zum Ende hin die offenen Fragen. So geht der körperlich fitte Holmes im voraus einen Boxkampf durch und weiß genau, wie er seinen Gegner ausschalten muss. Oder auch gut gefilmt: Die Verfolgungsszene Irene Adlers, die in der Rückblende explosionsartig an Umfang zunimmt. Einfach und gut gemacht, sehr eindrucksvoll.

Ein wahrer Held braucht natürlich auch einen Schurken. Der wird von Mark Strong als Lord Blackwood gegeben. Allerdings verpasst Strong seiner Rolle dermaßen viel unterkühlte düstere Boshaftigkeit, dass er beinahe schon zu verhalten bleibt und ein wenig farblos vor sich hindümpelt. Dadurch wirkt Blackwood eher harmlos und scheint für Holmes keine echte Herausforderung zu sein. Zwar muss der gute Sherlock das Empire retten, aber sich keineswegs mit einem Verbrechergenie messen. Auch die Einflechtung okkulter Riten durch den Lord machen aus der Rolle keine persönliche Herausforderung für Holmes. Absicht oder Zufall? Bedrohlicher wirkt da nämlich eher der Mann im Hintergrund, der einige Fäden zieht und ein ebenso brillantes Genie ist wie Sherlock Holmes. Er dürfte der nächste, wahre Oberschurke sein, dem sich Holmes stellen muss. Mag sein, dass Ritchie vorher keinen Widersacher installieren wollte, an dem sich die Fortsetzung dann messen lassen müsste.

Auch die weibliche Besetzung agiert ein wenig limitiert und kühl. Dem Film ist die niedrige FSK 12 anzumerken. So werden Actionsequenzen niemals vollends ausgelotet, der Tod zum Ende hin ausgeblendet und müssen auch die Damen mit ihren vorhandenen Reizen leider geizen. Und das, obwohl die fabelhafte Rachel McAdams eine sehr passable Irene Adler gibt. Ein wenig mehr Blut, ein wenig mehr Erotik und ein etwas persönlicher Gegner – der Film wäre perfekt.

So bleibt eine hervorragende Adaption des Stoffes, die näher an der Vorlage ist als die meisten anderen Umsetzungen zuvor. Sauber inszenierte Action, klasse Musik, zwei geniale Hauptdarsteller, augenzwinkernde Einlagen und eine wunderbare Atmosphäre überzeugen auf ganzer Linie. „Sherlock Holmes“ ist ein sehr unterhaltsamer Spielfilm und gehört mit zum Besten, was Guy Ritchie jemals auf die Leinwand gebracht hat.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

“Sherlock Holmes” bei Booklooker.de

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Filmhörspiel: Donna Woolfolk Cross – “Die Päpstin” Nach dem Drehbuch zum gleichnamigen Kinofilm!

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. Januar 2010

Die PäpstinDonna Woolfolk Cross
Die Päpstin

Pope Joan, USA, 1996
Nach dem Drehbuch zum gleichnamigen Kinofilm „Die Päpstin“ von
Heinrich Hadding und Sönke Wortmann, Hörspielbearbeitung von Astrid Göpfrich
Constantin Film, München/Der Hörverlag, München, 10/2009
2 CDs im Juwel-Case, Historical
ISBN 9783867175234
Laufzeit: ca. 163 Min.
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Neuhaus
Mit den originalen Synchronsprechern Johanna Wokalek, Michael Lott, Hartmut Neugebauer
Reinhard Brock, Jördis Triebel, Peter Fricke u. v. a.
Musik von Marcel Barsotti/Universal Publishing Production Music GmbH
Titel- und Szenenfotos von Constantin Film Production GmbH
1 Booklet à 4 Seiten

www.hoerverlag.de
www.die-paepstin.de/

In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts ringen weltliche und kirchliche Fürsten um die Macht, fallen die Normannen vom Norden und die Sarazenen aus dem Süden in Europa ein; Intrigen, Verrat und Mord gehören zum Alltag. Das Leben der einfachen Menschen ist hart und entbehrungsreich. Die Ausübung heidnischer Bräuche, die im Volk noch verwurzelt sind, wird schwer bestraft. Mädchen und Frauen haben praktisch keinerlei Rechte, sie sind Eigentum der Männer und kaum mehr wert als Sklaven. Johanna, ein kluges und wissbegieriges Mädchen, wächst in einem Dorf als die Tochter des Priesters und einer bekehrten Normannin heran. Während der ehrgeizige Vater ihre Brüder unterrichtet, damit sie die Lateinschule besuchen dürfen, lernt Johanna heimlich mit ihnen. Sie ist es dann auch, die nach dem Tod des ältesten Bruders die Aufmerksamkeit eines aufgeschlossenen Lehrers erregt, der sie – und nicht den zweiten Bruder – als Schüler für die Lehranstalt empfiehlt.

Obwohl ein Traum für Johanna wahr wird, muss sie auch die Schattenseiten ihres Erfolgs erfahren: Der Lehrer, die anderen Schüler, sogar ihr Bruder beneiden sie um ihr Können und schikanieren sie. Im Haus von Markgraf Gerold findet sie freundliche Aufnahme, doch von seiner hochmütigen Gemahlin Richild wird sie mit Argwohn beobachtet. Als Johanna zu einer jungen Frau herangereift ist, verlieben sie und Gerold sich ineinander, doch der Graf muss in den Krieg ziehen, und Richild nutzt die Gelegenheit, um den verhassten Schützling ihres Mannes zu verheiraten. Ein großes Unglück verhilft Johanna zur Flucht, und sie schlägt sich von nun an als Mann verkleidet durch. In einem Kloster kann sie ihre Studien fortsetzen, muss aber erneut fliehen, als ihr Geheimnis kurz vor der Aufdeckung steht. Schließlich gelangt Johanna nach Rom, wo sie schon bald zum Vertrauten des Papstes und noch höher aufsteigt …

Die Meinungen sind geteilt: Während sich kirchentreue Historiker weigern, Hinweise auf die Existenz einer Päpstin anzuerkennen, sind sich andere sicher, dass genug Indizien vorhanden sind, die dafür sprechen – und irgendwoher muss der Mythos, der auf einer Aufzeichnung aus dem 13. Jahrhundert beruht, schließlich gekommen sein. Tatsächlich wurden Schriften schon immer gern gefälscht oder vernichtet, und gerade die Texte über ‚das dunklen Mittelalter’ stammen nicht von Zeitgenossen sondern von späteren Verfassern. Es ist durchaus denkbar, dass es eine Frau in entsprechender Position gegeben hat, deren Name dann, wie im vorliegenden Hörspiel, von den Geschichtsschreibern getilgt wurde, so wie zuvor schon die Kirchenfürsten den Kanon der Bibelbücher festlegten und alle Schriften zu Apokryphen erklärten, die im Widerspruch zu den von ihnen befürworteten Lehren standen, die hinterfragten und Zweifel säten. Dazu zählen auch alle Bücher, in denen Frauen eine tragende Rolle, auch als Jünger und Apostel, spielen, denn der Kirche lag nichts daran, eine Gleichstellung der Geschlechter zuzulassen und die Vormachtstellung des Mannes zu gefährden.

So blieben auch Bildung und Besitz über Jahrhunderte hinweg der Frau verwehrt, um sie in Unwissenheit und Abhängigkeit des Mannes zu halten. Die Einrichtung von höheren Töchterschulen und Studienplätzen (die auch nicht jedem Mädchen und jeder jungen Frau offen standen) sowie das Wahlrecht und eine Reform der Rechtsprechung sind in den westlichen Ländern Phänomene der letzten zweihundert Jahre. Selbst heute noch ist die Gleichberechtigung in vielen Bereichen bloß eine schöne Theorie und in anderen Regionen der Erde so etwas wie Ketzerei. Freilich hat es überall und in allen Zeiten mutige und intelligente Frauen gegeben, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten und darüber hinaus mehr erreichten als ihre Zeitgenossinnen, doch sind das Ausnahmen, und viele von ihnen scheiterten letztendlich. Nicht immer war und ist die Sturheit der Männer daran schuld, denn statt einander zu unterstützen, fallen sich Frauen aus purem Neid immer wieder gegenseitig in den Rücken und zerstören sich dadurch selber vieles.

Donna Woolfolk Cross hat die Handlung ihres Romans geschickt aufgebaut und sich alles zunutze gemacht, was ihre Leser interessiert, fasziniert, erschüttert oder aufbringt. Zum einen bettet sie ihre Geschichte in belegte Fakten, so dass ein realistischer, atmosphärisch dichter Hintergrund entsteht. Viele Protagonistenhaben haben wirklich gelebt, angeblich auch Johanna von Ingelheim, und die Übrigen orientieren sich an gängigen Archetypen: der strenge Dorfpriester, die Mutter mit den verbotenen Geschichten über heidnische Götter, der aufgeschlossene bzw. engstirnige Lehrer, der freundliche Markgraf und spätere Liebhaber, die arrogante und eifersüchtige Gemahlin, die dankbare Familie usw.

Johanna, die Heldin, ragt aus der Masse heraus, denn sie ist für ihre Zeit überaus emanzipiert (wie so viele Protagonistinnen historischer und phantastisch-historischer Romane) und lädt die moderne Leserin zur Identifikation ein. Mit Johanna zusammen begegnet man vielen Menschen, den freundlichen und hilfsbereiten, aber auch den unverbesserlichen Ignoranten, die alle ihren Teil dazu beitragen, dass sie sich immer weiter entwickelt. Zum anderen holt sich die Autorin Anleihen von starken Frauen der Geschichte, die gegen ihr Los aufbegehrten. Dabei lässt sie Johanna Ungerechtigkeiten, Demütigungen und viel Schreckliches erleben, so dass man Anteil nimmt an ihrem Leid und sich mit ihr über all die kleinen und größeren Erfolge freut, da sie sich einfach nicht unterkriegen lässt. Eine große Portion Glück ist natürlich auch immer dabei, und dass sie schließlich Päpstin wird – der Titel nimmt den Höhepunkt ohnehin vorweg -, kommt dann in Hinblick auf die einflussreichen Konkurrenten auch recht glücklich. Natürlich kann Johanna diesen Erfolg nicht festhalten, und erwartungsgemäß tief ist ihr Fall.

Die Rahmenhandlung glättet die letzten kleinen Ungereimtheiten und nimmt wieder Bezug auf die Ausgangsfrage, ob es wirklich eine Päpstin gegeben hat oder nicht. Eine plausible Lösung wird angeboten, aber ohne konkrete Beweise wird die Frau auf dem Papststuhl weiterhin ein Mythos bleiben, der noch einige Romane nach sich ziehen mag, die wie auch schon „Sakrileg“ & Co. am Nimbus der katholischen Kirche zu kratzen versuchen. „Die Päpstin“ ist ein massentaugliches Spektakel – egal ob als Buch, Film oder Hörspiel. Die Themen (Kirchengeschichte, das Bild der Frau, verbotenes Wissen) beschäftigen, die dramatische Umsetzung bewegt; romantisch, spannend und tragisch ist es auch. Donna Woolfolk Cross trifft damit haargenau den Nerv des breiten Publikums.

Das Hörspiel folgt der Filmvorgabe und wartet mit den Originalstimmen der dt. Synchronisation und mit der Filmmusik auf. Man muss weder den Film gesehen, noch das Buch gelesen haben, um sich in die Geschichte, die hier vorgetragen wird, hineinversetzen zu können. Das Hörspiel gibt die Handlung gelungen wieder und liefert fast drei Stunden gute Unterhaltung – den Fans von Monumentalfilmen und Historicals allgemein und denen der kirchenkritischen Unterhaltungsliteratur insbesondere. Und wer mag, der darf weiterhin spekulieren, was Wahrheit und Fiktion ist, was die Kirche verschweigt und was sich phantasiereiche Dichter vor Jahrhunderten bloß ausdachten… Das Hörspiel ist kurzweilig und sein Geld wert. Allein das Booklet hätte umfangreicher ausfallen und entsprechende Hintergrundinformationen zum Thema beinhalten dürfen.

Irene Salzmann (IS)

Titel bei Amazon.de:
Die Päpstin

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Inglourious Basterds

Erstellt von Redaktion am 10. September 2009

Inglourious BasterdsInglourious Basterds

USA 2009
Regisseur: Quentin Tarantino
Drehbuchautor: Quentin Tarantino

Darsteller: Brad Pitt (Lt. Aldo Raine), Mélanie Laurent (Shosanna Dreyfus), Christoph Waltz (Col. Hans Landa/Cannes Film Festival 2009, Bester Darsteller), Eli Roth (Sgt. Donny Donowitz), Michael Fassbender (Lt. Archie Hicox), Diane Kruger (Bridget von Hammersmark), Daniel Brühl (Pvt Fredrick Zoller), Til Schweiger (Sgt. Hugo Stiglitz), Gedeon Burkhard (Cpl. Wilhelm Wicki), Jacky Ido    (Marcel), B.J. Novak (Pfc. Smithson Utivich), Omar Doom (Pfc. Omar Ulmer), August Diehl (Major Dieter Hellstrom), Denis Menochet (Perrier LaPadite), Sylvester Groth (Joseph Goebbels)

Länge: 153 Min
Land: USA, Deutschland
Sprache: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch
Altersfreigabe: USA:R (certificate #45325), UK:18, Neuseeland:R16, Irland:16, Schweden:15, Finnland:K-15, Australien:MA, Deutschland:16 (bw), Kanada:13+ (Quebec), Kanada:18A (Alberta/British Columbia/Manitoba), Kanada:14A (Ontario), Niederlande:16, Norwegen:15, Singapur:M18, Portugal:M/16 (Qualidade), Frankreich:-12, Hong Kong:IIB (cut), Hong Kong:IIB, Südkorea:18, Island:16
Drehorte: Babelsberg, Potsdam, Brandenburg, Deutschland; Bad Schandau, Saxony, Deutschland; Berlin, Deutschland; Elbe Sandstone Mountains, Saxony, Deutschland; Görlitz, Saxony, Deutschland; Krampnitz, Brandenburg, Deutschland; Nauen, Brandenburg, Deutschland; Paris, Frankreich; Rüdersdorf, Brandenburg, Deutschland; Sebnitz, Saxony, Deutschland; Studio Babelsberg, Potsdam, Brandenburg, Deutschland; (Studio)
Fördergelder: Deutsche Filmförderfonds (6,8 Millionen Euro), Medienboard Berlin-Brandenburg (600.000 Euro), Mitteldeutsche Medienförderung (300.000 Euro)

Tarantinos Abrechnung mit Nazideutschland – Schrott, Genial oder einfach nur Durchschnitt?

In den 40er Jahren macht sich ein Trupp jüdischer US-Soldaten (Inglourious Basterds genannt) auf den Weg nach Frankreich, um Nazis auszuschalten und den Deutschen so richtig schön in den Hintern zu treten. Sie erfahren von einer Filmpremiere, bei der hochrangige Naziführer anwesend sind. Unter dem Kommando von Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) treffen sich die Basterds mit der Agentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) und erfahren brisante Neuigkeiten.

Beinahe zeitgleich plant die untergetauchte Jüdin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) ebenfalls einen Anschlag. Immerhin soll genau in ihrem kleinen Kino die Filmpremiere stattfinden. Das verdankt sie dem liebeskranken Kriegshelden Fredrick Zoller (Daniel Brühl), der gleichzeitig auch Hauptdarsteller des gezeigten Films ist.

Allen stets auf der Spur ist Kommandant Hans Landa (Christoph Waltz), der auch als Judenjäger bekannt ist. Er ist ein bösartiger Kerl, ein mieses Schwein, ein wahnsinniger Mörder und allen Beteiligten dicht auf den Fersen …

Historie adieu!

Quentin Tarantino erschafft mit „Inglourious Basterds“ eine alternative Zeitlinie. So braucht er sich um historische Fakten kaum zu scheren, die ansonsten als katastrophale Regiefehler erscheinen würden. Allerdings meinte Brad Pitt in einem Interview, der Tod Hitlers im Film hätte ein für allemal mit der deutschen Geschichte aufgeräumt und die Sache wäre nun endlich abgeschlossen. Diese Aussage schlägt in die gleiche Kerbe wie David Hasselhoffs Aussage, sein Lied („Looking for Freedom“) hätte den Deutschen die Wiedervereinigung gebracht. Nun, in einer alternativen Zeitlinie haben vielleicht beide Aussagen tatsächlich eine gewisse Daseinsberechtigung.

Neben den historischen Missgriffen (Tonfilm bevor der Ton in die französischen die Kinos kam, Juden die in Frankreich Land besitzen, Invasionskarten auf denen noch „Osmanien“ eingetragen ist, Orden die falsch sind oder gar nicht existierten, eine Baseballphrase die erst 1990 entstand und so weiter und so fort) startet der Film auch  mit tatsächlichen Regiefehlern, die einfach offensichtlich sind: Ein Milchglas das unterschiedliche Füllhöhen aufweist, eine Uhr mit falschen Angaben und eine Motte die mal da und dann wieder weg ist. Falls das die bereinigte Fassung ist, dann mag man sich kaum vorstellen, wie die Szenen zuerst aussahen. Aber scheinbar hat Tarantino einfach nur schluderig gearbeitet, wollte Spaß, keinen echten Job.

So flaniert Zoller durchs Kino obwohl die Türen geschlossen sind, wechseln Tätowierungen die Seite, da wird Gedeon Burkhards Geburtsstadt München mal nach Österreich verlegt oder steht auf einer Spielkarte Bridgitt Horney, wo zuvor noch Brigitte Helm stand. Das sind alles grobe und fahrlässige Fehler, da sie nicht am Rand des Geschehens, sondern im Mittelpunkt der Kamera, im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

Alles nur Geschichte

Tarantino hat lange gebraucht, um „Inglourious Basterds“ zu Papier zu bringen. Und wie üblich holte er sich die Inspiration aus bekannten und unbekannten Quellen. Diesmal hat er sich bei dem Streifen „The Inglorious Bastards“ bedient, der aus dem Jahre 1978 stammt und von Italowestern-Kultregisseur Enzo G. Castellari abgedreht wurde. Dieser wiederum hatte die Inspiration für seinen Film (im deutschen als „Ein Haufen verwegener Hunde“ erschienen) durch Robert Aldrichs “Das dreckige Dutzend” (1967). Hier wurde also eine gesiebte Grundidee nochmals gesiebt und dabei ordentlich versiebt.

Immerhin waren beide Vorgängerfilme mit einer starken Geschichte versehen, von der Tarantino nur Teile der Grundidee übrigließ: US-Soldaten alleine hinter der Frontlinie schießen auf Nazis. Und diese Idee wurde dann mit schmalzigen und klischeebeladenen Szenen und Einstellungen versehen. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass viele der Szenen nur beim entsprechenden Publikum wirken. Und das sind eindeutig US-Bürger und die Alliierten im Allgemeinen. Die dürften auch wissen, woher der ein oder andere markige Spruch stammt, der im Film von sich gegeben wird. Einem Deutschen entzieht sich der Humor Tarantinos doch ein wenig – bei aller Objektivität.

Da die Deutschen auch von Deutschen gespielt werden und im Film oft und lange Deutsch gesprochen wird, kann man den Film auch problemlos im englischsprachigen Original anschauen. Das Verständnis bleibt weitgehend erhalten und auch die Sprüche der Hauptdarsteller kommen unverfälscht herüber. Die deutsche Synchronisation ist dennoch gut gelungen – vor allem, da eher wenig synchronisiert werden musste.

Kamera läuft, Action!

Was Quentin Tarantinos Filme auszeichnet, ist das große Maß an ausgefeilter und blutiger Action. „Inglourious Basterds“ stellt da keine Ausnahme dar und bei etlichen Szenen fragt man sich, woher das FSK 16 kommt. Es muss das Vöglein Kommerz sein, dass dort vom Baum trällert und mit deutschen Filmfördergeldern angefüttert wurde – immerhin mehr als 7,5 Millionen Euro.

Im Film werden Nazis skalpiert, zu Tode geprügelt, bekommen blutig Hakenkreuze in die Stirn geritzt, gibt es verrauchte Schussszenen und wird der Finger in die blutige Wunde gebohrt. Tarantino eben, doch diesmal mit einem faden Beigeschmack. Die Action scheint nur der Action wegen vorhanden zu sein, wirkt recht lieblos und wenig inspiriert. Das gilt auch für die Auswahl der Musik, die Tarantinos Filme ebenfalls auszeichnet. Sie ist mal wieder eingängig und hat ein paar Jahre auf dem Buckel, wirkt aber niemals so präsent wie es in „Kill Bill“ der Fall war. Dort scheinen allerdings etliche Ideen entliehen worden zu sein, die Tarantino in „Inglourious Basterds“ einbringt.

Das gilt vor allem für Kamerafahrten, Stoppszenen, bestimmte Einstellungen und Einblendungen. Die stammen nicht nur aus „Kill Bill“ & Co., sondern auch aus alten Italowestern. Viele der Szenen und Einstellungen werden einem versierten Kenner der Materie bekannt vorkommen. Und nun wird es deutlich, was geschehen ist: Mister Tarantino hat es einfach versäumt sich weiterzuentwickeln. Er stagniert, tritt auf der Stelle. Er bleibt an dem hängen, was ihn zum Kultregisseur machte, kann sich nicht lösen, ist wie gefesselt. Somit werden seine einst frischen Ideensteaks zum abgelaufenen Gammelfleisch.

Hilfe, Hilfe, ein Apache!

Was in „Iglourious Basterds“ besonders herausragt sind die Darsteller, die mit sehr großer Spielfreude agieren und sich offensichtlich richtig ausleben können. Das ist manchmal recht kitschig, aber eindeutig so gewollt. Am prominentesten ist natürlich Brad Pitt, der Lt. Aldo Raine spielt. Im Film führt er den Kampfnamen „Der Apache“. Das Thema wird nochmals bei der Kontaktaufnahme mit  Bridget von Hammersmark aufgenommen, denn diese spielt mit einigen Nazis am Tisch Personenraten. Ein Mitspieler hat „Winnetou“ auf seiner Stirn kleben und auch „Karl May“ kommt vor. Nun soll Raines Kampfname für die Deutschen furchteinflößend sein, allerdings sind Apachen durch die Bücher Mays und der Figur Winnetous für Deutsche positiv belegt. Das führt zum nächsten witzigen Detail im Film, denn als der Name erraten wird steht der Deutsche auf und vollführt eine ausladende Geste mit den Worten: „Ich bin Winnetou!“ („I am Winnetou!“ im Originalton).  Dieser Satz, in Verbindung mit dieser Darstellung, wurde in den 60er Jahren von Pierre Brice in den Karl-May-Verfilmungen uraufgeführt.

Die Arbeit der US-Darsteller ist also gut und voller Spielfreude, doch die deutsche Schauspielriege steckt die zumeist international sehr bekannten Kollegen locker in die Tasche und läuft ihnen problemlos den Rang ab. Man sieht jedem Einzelnen einfach an, mit wie viel Spaß er bei der Sache ist und jedes Quäntchen Zeit aus seiner Rolle quetscht, um sie mit Leben zu füllen. Allen voran der grandios mimende Christoph Waltz in der Rolle des Judenjägers Hans Landa. Er spielt im Film beinahe jede menschliche Emotion, kostet jeden Augenblick aus, besitzt eine Tiefe und Spielvielfalt, die erstaunlich ist. Prompt erhielt er in Cannes 2009 den Preis als bester Darsteller – wohlverdient. So durchschnittlich „Inglourious Basterds“ auch ist, alleine wegen Christoph Waltz ist der Film sehenswert. Für diesen Mann, für diese Rolle, kann es nur stehenden Applaus geben.

Die Antwort auf die Eingangsfrage:

Viele Elemente sind Tarantino einfach misslungen und dabei sollte er es besser können. Dennoch baut der Film leidlich Spannung auf und ist unterhaltsam. Das liegt vor allem an den guten Darstellern und einem genialen Christoph Waltz. Dadurch rückt der Film ins Mittelfeld vor, mit einem guten Passspiel der deutschen Riege und einem Herrn Waltz als Spielmacher, der beteiligte Schauspieler wie Brad Pitt und Eli Roth (mit einer schwachen Leistung) locker in seine Westentasche steckt.Den Film sollte man also sehen, aber die Erwartungen an Tarantino und großes Kino, die bleiben lieber niedrig.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

Titel bei Amazon.de
Das dreckige Dutzend
Ein Haufen verwegener Hunde

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Star Trek XI

Erstellt von Redaktion am 27. Mai 2009

Star Trek 11Star Trek XI

Originaltitel: Star Trek
Produktionsland: USA 2009
Länge: 127 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: J. J. Abrams
Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci
Produktion: J. J. Abrams, Damon Lindelof
Musik: Michael Giacchino
Kamera: Daniel Mindel
Schnitt: Maryann Brandon, Mary Jo Markey

Darsteller: Chris Pine (Capt. James T. Kirk), Zachary Quinto (Lt. Cmdr. Spock), Leonard Nimoy (Alter Botschafter Spock), Eric Bana (Nero), Bruce Greenwood (Capt. Christopher Pike), Karl Urban (Dr. Leonard „Pille“ McCoy), Zoë Saldaña (Lt. Nyota Uhura), Simon Pegg (Lt. Montgomery Scott), John Cho (Lt. Hikaru Sulu), Anton Yelchin (Ensign Pavel Chekov), Ben Cross (Botschafter Sarek), Winona Ryder (Amanda Grayson)

In den letzten Jahren lag Star Trek im Sterben, war dieser gigantische Science-Fiction-Dinosaurier erbarmungslos der medialen Eiszeit ausgesetzt und nur die Fans hielten dem Unisversum die Treue. Doch Hollywood weigerte sich, eine solch starke Marke untergehen zu lassen.

So kommt es in der fernen Zukunft zu einer großen Katastrophe, bei der ein Romulaner namens Nero (Eric Bana) in die Vergangenheit geschleudert wird. Von Rache getrieben zerstört er die USS Kelvin – an Bord George Kirk, der Vater von James Tiberius Kirk (Chris Pine). Die Zeitlinie wird durch diesen Angriff nachhaltig zerstört und es ist unmöglich das alte Raum-Zeit-Gefüge wiederherzustellen.

James wächst nun ohne Vater heran, wählt einen anderen Lebensweg – doch das Schicksal lässt sich nur schwer täuschen. So findet sich der junge Rebell bald auf der Sternenflottenakademie wieder, wo er die Bekanntschaft von Leonard McCoy (Karl Urban) macht, in den Augen von Nyota Uhura (Zoë Saldaña) in Ungnade fällt und es sich mit Spock (Zachary Quinto) nachhaltig verscherzt.

Als ein Notruf von Vulkan eintrifft sind die Kadetten gefordert, doch Kirk muss sich heimlich an Bord der Enterprise begeben. Zwar erkennt er den Notruf als Falle, doch die Zerstörung Vulkans ist unabwendbar. Kirk wird auf dem Eisplaneten Delta Vega ausgesetzt, trifft dort den zukünftigen Spock und macht sich auf, um die Enterprise und die Föderation zu retten …

Neben „Batman“, „Spider-Man“, „Transformers“ und anderen Vertretern, versucht nun auch Star Trek das Kunststück, sich von der Vergangenheit zu lösen und in mit geballter Kraft in der Gegenwart einen Neustart zu wagen. Das Problem dabei ist es nun, alte Fans zu behalten und neue Fans in Boot zu holen. Zu schnell kann die Sache kippen und eine oder gar beide Seiten sind verärgert. Nach der jämmerlichen Niederlage der Star-Trek-Serie „Enterprise“ war die Marke eigentlich ausgelutscht und tot, schien jede Hoffnung verloren. Doch Star Trek ist eine starke Marke und so holten die Filmbosse zu einem gewagten Rundumschlag aus. Veteranen wurden bekamen keine Vertragsverlängerung und das Ruder wurde J. J. Abrams in die Hand gedrückt.

Abrams selbst ist kein Fan der Reihe und die Leute die er sich ins Boot holte waren ein buntes Mischvolk. Dazu die Idee einige alte Elemente zu behalten und eine neue Zeitlinie zu schaffen. Eine Zeitlinie in der alles möglich ist. Nun, alternative Zeitlinien und Geschichten sind Fans und Kinogänger gewohnt – und oft sind die Leute dann auch verärgert, weil die Helden gerne mal ihre Identität verlieren. Doch bei „Star Trek XI“ gelingt einfach alles. „Star Trek XI“ schafft den riskanten Sprung in die Gegenwart!

Das geniale an der Sache ist vor allem, dass sich die neue Zeitleiste problemlos in den Kanon einfügt, der zu Star Trek gehört. Zeitreisen sind nun einmal Bestandteil der Serien und Filme. Bisher jedoch gingen die Autoren dazu über ihre Helden so agieren zu lassen, dass die Zeitreisen keinen großen Schaden anstellten, dass man weitermachen konnte wie bisher. J. J. Abrams und seine Autoren Alex Kurtzman und Roberto Orci gehen allerdings einen Schritt weiter. Ihr Bösewicht Nero durchtrennt die Zeitlinie unwiderruflich, es gibt kein Zurück, kann kein zurück mehr geben. Bereits bei seinem Auftauchen tötet er eine wichtige Persönlichkeit des Star-Trek-Universums, deren Leben das Leben anderer prägte. Und verdammt, das passt einfach wie die Faust aufs Auge!

Die Geschichte des Star-Trek-Universums muss (kann) neu geschrieben werden. Die Voraussetzungen wurden geschaffen, doch die alten Charaktere sollen ebenfalls neu aufgelegt werden – und zwar glaubhaft. Genau dieses Husarenstück gelingt, denn es ist das Schicksal, das die Personen miteinander verbindet. Die Zeit kann vielleicht betrogen werden, doch das Schicksal wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen. Und so finden alle wichtigen Personen der klassischen „Raumschiff Enterprise“-Serie wieder zusammen. Allerdings unter anderen Vorbedingungen. Auftritt der Darsteller – Hossa!

Was kann man zu den Darstellern überhaupt sagen? Die neue alte Generation wurde hervorragend besetzt. So sieht Zachary Quinto dem jungen Leonard Nimoy als Spock zum Verwechseln ähnlich, und Karl Urbans Darstellung von  Leonard „Pille“ McCoy ist über alle Kritik erhaben, treffen Gestik und Mimik jederzeit das Original, spielt das Drehbuch kokett mit alten Klischees und Ereignissen, um diese frisch auf der großen Leinwand zu präsentieren. So ist „Star Trek XI“ ein knalliger Actionfilm, in dem die Charaktere trotz allem reifen und sich weiterentwickeln. Nur Chris Pine als J. T. Kirk bleibt ein wenig blass, da ihm die Charakterentwicklung vorerst verwehrt bleibt. Immerhin muss er die größte Lücke füllen, muss noch der Rebell sein, der in der neuen Zeitlinie seinen vom Schicksal bestimmten Platz an Bord der U.S.S. Enterprise einnimmt. Und das macht er verdammt gut, denn trotz Blässe ist der Charakter keineswegs eindimensional.

Die Geschichte schreibt den Anfang also neu – spannend, actiongeladen und auch humorvoll. Dafür sorgt vor allem der späte, aber nachhaltig wirkende Auftritt von Simon Pegg als neuer Schiffsingenieur Montgomery „Scotty“ Scott. Einfach köstlich und auch hier wird der Charakter in seinen Grundzügen perfekt getroffen. Dabei imitieren die Darsteller keineswegs ihre Kollegen und deren Rollen, sondern bringen sich auch selber ein. Da passt einfach alles. Einzig Eric Bana als Nero wirkt falsch am Platz, aber die Rolle an sich ist nur wenig passend, da macht ein nichtssagender Bösewicht auch nur wenig kaputt.

„Star Trek XI“ bleibt trotz der pointierten Action noch immer Star Trek und Abrams zollt den Fans Tribut. So ist es genau der Statist in der roten Uniform, der nach einem Satz sein Leben brutal aushaucht. Für Fans ein Running Gag, der einfach Freude macht. Und das geht den ganzen Film so. Neue und alte Elemente werden gelungen miteinander vermischt, Action und Entspannung befinden sich in Balance. Einfach herrlich! Dazu das typische Ambiente und das Design Star Treks, in Verbindung mit den grandiosen CGI-Effekten eines George Lucas.

Doch wo viel Licht, da auch ein wenig Schatten. Nun, kein Film ist perfekt. In „Star Trek XI“ liegt das vor allem an dem Bezug zur Handlung, denn immerhin reist Nero in die Vergangenheit. Doch anstatt dort seine Zukunft zu „korrigieren“, schwört er bitterliche Rache für die Ereignisse, die irgendwann mal kommen werden. Das ist einfach ein großer Logikfehler. Kein Fehler, aber nervig, sind die ständigen Reflexionen auf der Leinwand. Blickt der Zuschauer durch einen transparenten Bildschirm sind diese logisch erklärbar, doch es gibt auch in einfachen Standbildern oder bei Panoramaaufnahmen Reflexionen, so als blicke der Zuschauer öfter mal durch eine Kamera. Das ist schon ein störendes Stilmittel und es ist eindeutig Absicht.

Mit „Star Trek XI“ hat Paramount die Marke neu belebt, hat Regisseur Abrams Star Trek neu erfunden. Ein gelungener Film, einer der besten Filme seiner Art – unbedingt gucken!

Wer vollkommen in den Film abtauchen möchte, der sollte sich übrigens den Comic „Star Trek Countdown“ zulegen, der im Verlag Cross Cult erschienen ist. Vor allem Nero kommt dort besser zur Geltung und gewinnt an Persönlichkeit.
(Günther Lietz)

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X-Men Origins: Wolverine

Erstellt von Redaktion am 6. Mai 2009

Bei Amazon.deX-Men Origins: Wolverine

Verleih: Fox
O-Titel: X-Men Origins: Wolverine
Land/Jahr: USA 2009
Produktionsfirmen: Donners’ Company, Marvel Enterprises, Seed Productions, Twentieth Century-Fox Film
Produzenten: Hugh Jackman, John Palermo, Lauren Shuler-Donner
Koproduzenten: Louis G. Friedman
Ausf. Prod.: Avi Arad, Stan Lee
Regie: Gavin Hood
Drehbuch: David Benioff, Stan Lee
Darsteller: Hugh Jackman (Logan/Wolverine), Danny Huston (William Stryker), Ryan Reynolds (Wade Wilson/Deadpool), Liev Schreiber (Victor Creed/Sabretooth), Dominic Monaghan (Barnell Bohusk/Beak), Lynn Collins (Silver Fox), Will.I.Am (Wraith), Daniel Henney (David North/Agent Zero), Kevin Durand (Frederick J. Dukes/The Blob)
Kamera: Donald M. McAlpine
Schnitt: Nicolas de Toth, Megan Gill
Musik: Harry Gregson-Williams
Produktionsdesign: Barry Robison
Kostüme: Kym Barrett
Casting: Christine King, Debra Zane
Kinostart Deutschland: 29. April 2009
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Im Kanada des 19. Jahrhunderts erlebt der kleine James fürchterliche Dinge in seinem Elternhaus und muss erkennen, dass er ein Mutant ist. Gemeinsam mit seinem Halbbruder Victor flieht er. Aus den beiden Kindern werden Männer, die auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen der nächsten Jahrzehnte kräftig mitmischen und die Interessen der USA kampfstark vertreten. Doch James (Hugh Jackman) und Victor (Liev Schreiber) entfernen sich immer mehr voneinander. Während des Einsatzes bei einer Spezialeinheit, kommt es zum endgültigen Bruch zwischen den beiden. James, der sich nun Logan nennt, geht zurück nach Kanada, um dort Holzfäller zu werden.

Logan führt nun ein neues Leben, geplagt von Albträumen, geliebt von einer verständnisvollen Frau. Doch die Vergangenheit holt ihn ein – in Form von Victor, auch bekannt als Sabertooth. Er tötet Logans Freundin (Lynn Collins) und führt seinen Bruder vor. Logan ist alleine zu schwach, um Victor zu besiegen und lässt sich auf den Vorschlag seines alten Kommandanten Stryker (Danny Huston) ein. Von Rache getrieben wird aus Logan Wolverine, werden seine übernatürlichen Fähigkeiten durch das Sternenmetall Adamantium verstärkt. Doch kaum dem tödlichen Experiment entronnen erfährt Wolverine, dass er verraten und hintergangen wurde. Er ist nur Waffe X, ein Prototyp, ein Werkzeug. Erneut ist es Rache, die Wolverine in den Kampf treibt …

Comicverfilmungen sind ein Garant für spannende Kinoaction ohne großen Anspruch und mit inhaltlichen Fehlern. Der Zuschauer drückt gerne mal ein Auge zu und der Fan freut sich, seinen Helden auf großer Leinwand zu sehen. In den letzten Jahren haben sich die Ausnahmen gemehrt, doch „X-Men Origins: Wolverine“ ist ein klassischer Vertreter der großzügigen Adaption.

So ragt Hauptdarsteller Hugh Jackman mehr als 190 charismatische und muskelbepackte Zentimeter in die Höhe, Comicheld Wolverine bleibt aber eigentlich unter 170 Zentimetern stecken. Auch das animalische Biest wurde für den Film gezähmt. Zwar noch immer ein harter Brocken und ohne Gnade für den Feind, wirkt Gavin Hoods Heldenfassung eher zahm und moralisch integer. Auch der Werdegang des Ausnahmesuperhelden wurde verändert. So präsentiert sich dem Kinogänger schon eine andere Kindheit und Familienzusammenstellung. Wenigstens wurde für den Film beibehalten, dass Wolverine durchs Militär Adamantium auf die Knochen bekommt. Das ist doch auch schon etwas.

Somit ist deutlich genug, dass „X-Men Origins: Wolverine“ eine andere Geschichte erzählt, als es die unzähligen Comics machen. Wobei, Marvel selbst hat verschiedene Universen und Zeitleisten ins Leben gerufen, man ist als Fan also einiges gewohnt und sollte den Kinofilm einfach als ein weiteres Paralleluniversum begreifen. Weg mit den genialen Comics, her mit dem genialen Film. Und der Streifen kann sich einfach sehen lassen.

Die stärksten Szenen des Films präsentieren sich bereits zu Beginn. Logan als Kind, der mit Bruder Victor flieht und dann unternehmen beide in kurzen Momentaufnahme einen Streifzug durch die Weltgeschichte – stets in Kriegen, stets mit Stopbildern gewürzt. Der Vorspann ist einfach Weltklasse, der Score von Harry Gregson-Williams geht sofort ins Ohr. Man sollte sich den Erwerb des Soundtracks also schon mal vormerken.

Auch der Bruch zwischen den beiden Brüdern ist stark fotografiert und wird glaubhaft in Szene gesetzt. Einzig fraglich ist nur, warum die Spezialeinheit überhaupt aus mehreren Mutanten besteht, wo doch Zero alleine schon den Job erledigen könnte. Doch hier wird dem Kino Tribut gezollt, denn starke Helden brauchen starke Gegner. Und die sollen zeigen was sie alles können, damit es am Ende spannend ist.

Logan zieht sich also in die kanadischen Wälder zurück, lernt eine Frau lieben und kratzen, um dann durch ihren Tod angespornt Rache zu üben und in eine jahrelang geplante Verschwörungsfalle zu tappen. In Ordnung, das ist zwar Müll, aber man schluckt es gerne, denn jetzt geht die Action richtig los. Man sollte halt bedenken, dass Logan übernatürliche Sinne besitzt. Wer auf etliche Kilometer seinen Bruder wittert, der sollte auch eine Nase für tote Menschen und ein Auge für Verletzungen haben. Außerdem dürfte jeder Liebende seine tote Freundin irgendwo unterbringen, anstatt sie im Wald liegen zu lassen. Spätestens dann sollte es aber … egal, wie gesagt, jetzt kommt die Action. Und die ist einfach klasse.

Wolverine lässt sich verbessern, bekommt die Intrige spitz und flieht. Es folgt eine gnadenlose Verfolgungsjagd und unser Held beweist seine Lufthoheit. Das ist zwar alles Quark, aber es ist richtig guter Quark, der den Zuschauer in den Sessel presst. Verdammt, so muss Action aussehen. Leider wurde in der deutschen Fassung geschnitten, was der gute Logan mit Zero anstellt. Warum ist fraglich, die Szene ist im Grunde harmlos.

Nach der Verfolgungsjagd geht es actiongeladen weiter und der Zuschauer darf Logan begleiten. Der sucht sich erst einmal ein paar Informanten und präsentiert einen sehr lustigen Boxkampf. Als Zuckerl kommt auch der junge Cyclops vor und freundet sich Wolverine mit Gambit an. Noch mehr Helden für die Merkliste. Glücklicherweise kann man einige bald wieder streichen und „X-Men Origins: Wolverine“ setzt zum Finale an – und da fliegen wörtlich die Fetzen. Eine bombastische Kulisse und ein Supergegner, der alle paar Sekunden eine neue Fähigkeit aus dem Hut zaubert, um den Zuschauer mit neuen Stunts und CGI-Effekten zu verzaubern. Am Ende liegt alles in Schutt und Asche, hat der Held gesiegt und kippt tot um. Na ja, das hätte der Oberbösewicht doch auch vorher anstellen können. Aber so kommt man nach dem Abspann in den Genuss einer verdammt coolen Szene. Also immer schön sitzen bleiben und abwarten.

Zum Ende hin zeigen sich auch die Schwächen der Synchronisation. Die ist zwar durchweg gelungen und macht Laune, doch nur im Original kommen die Sprüche wirklich markig rüber. Hier hätten die Sprecher ruhig etwas vom Leder ziehen können. Bei Superhelden passt das schon, aber wahrscheinlich wurde die Synchro mit der heißen Nadel gestrickt. Nur so dürfte der Riesenfehler zu erklären sein, der nach dem Endkampf geschieht. So wird hypnotisch „Lauf“ befohlen, doch das Opfer geht nur. Nun, dadurch wird der Film unfreiwillig etwas komisch. Alles andere sei verziehen, aber das wirkt wirklich störend.

Die Leistungen der Darsteller sind richtig ordentlich, vor allem Stryker wirkt fies und gemein. Danny Huston gibt einen exzellenter Bösewicht zum Besten, doch der Film dreht sich vor allem um Logan – und das ist nun einmal Hugh Jackman. So kommen alle anderen Rollen im Grunde zu kurz, können nur wenig Profil zeigen und müssen dem Platzhirsch weichen. Und Jackman röhrt verdammt gut, verteidigt sein Revier mir Bravour. Muskelbepackt, auch mal nackt von hinten, einen coolen Spruch auf den Lippen und Augen, die jeder Situation die richtige Würze geben. Frauen schmelzen dahin und Männer wünschen sich ebenfalls diesen Blick – um die Frauen auch dahinschmelzen zu lassen. Dabei sollte man keinesfalls vergessen, dass Jackman für seinen Prachtkörper hart trainierte und außerordentliche Selbstdisziplin zeigte.

Wie es sich für einen modernen Actionfilm in dieser Preisklasse gehört, sind Stunts und Trickeffekte vom Feinsten. Da wird gesprungen, gepurzelt, geknallt, gebumst, geschlagen und getreten, da explodiert es hier und knallt es da. Augen und Ohren bekommen ein wunderbares Spektakel geliefert, in dem man förmlich versinkt. Actionkino vom Feinsten! Einzig Sabertooth’ Sprunganimation könnte etwas besser sein. Sie wirkt recht grob und künstlich.

„X-Men Origins: Wolverine“ ist jedenfalls ein schicker Film, mit viel Action, einem sympathischen Superhelden und großem Unterhaltunsgwert. Der Streifen ist auf jeden Fall einen Blick wert!
(Günther Lietz)

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X-Men Origins: Wolverine
Original Soundtrack
Marvel Wolverine X-Men Origins Bobble-heads, Figuren
X-Men Origins – Wolverine (Uncut)
X-men Origins Wolverine Action Figure 3 3/4 inch Series 1: Wolverine
X-men Origins Wolverine Action Figure 3 3/4 inch Series 1: Sabretooth
X-Men Origins: Wolverine Official Strategy Guide (Brady Games)

Comics zu Wolverine
Wolverine: Waffe X
Wolverine 1

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S.W.A.T. – Die Spezialeinheit

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. März 2009

swat-die-spezialeinheitS.W.A.T. – Die Spezialeinheit (KINOFILM)

- Darsteller: Samuel L. Jackson, Michelle Rodriguez, Josh Charles, LL Cool J, Colin Farrell
- Regie: Clark Johnson
- FSK: 16
- Musik: Elliot Goldenthal
- Buch: David Ayer, David McKenna
- Produktion: USA 2003
- Label: Kinofilmverleih: Columbia TriStar
Zusatzinformationen:
O-Titel: S.W.A.T.
Kategorie: Spielfilm
Genre: Action/Thriller
Produktionsfirmen: Original Film, Camelot Pictures, Chris Lee Prods.
Produzenten: Dan Halsted, Neal H. Moritz, Chris Lee
Koproduzenten: George Huang, Amanda Cohen
Ausf. Prod.: Louis d’Esposito
Ausf. Co-Prod.: Todd Black
Kamera: Gabriel Beristain
Schnitt: Michael Tronick
Produktionsdesign: Mayne Berke, Gershon Ginsburg
Kostüme: Christopher Lawrence
Ton: Steve Nelson
Casting: Sarah Finn, Randi Hiller
Kinostart: 4. Dezember 2003
Laufzeit: 117 Min.
Einspielergebnis D: € 5.335.262 / Bes. (EDI) 888.103
USA-Start: 8. August 2003, bei Columbia
Boxoffice USA: $ 116.643.346

Weg mit den Regeln, her mit den Knarren!

Die Zeit für reaktionäre Filme scheint mal wieder reif. Nicht anders ist es zu erklären, dass ein Film wie S.W.A.T. (beruhend auf einer erfolgreichen TV-Serie aus den Siebzigern) mit so großem Erfolg durch die amerikanischen Kinos trudelte. Die rudimentäre Handlung, in die die Macho-Action eingebettet ist, kann man dabei schnell erzählen.

Der bei seinen Vorgesetzten nicht gerade angesehene Sergeant Hondo (Samuel L. Jackson) soll eine neue S.W.A.T. – Einheit zusammenstellen. Sein Team umfasst dabei vor allem Leute, die ebenfalls Probleme mit den Vorgesetzten haben oder hatten, so zum Beispiel die nicht zimperliche Quotenfrau Chris Sanchez (Michelle Rodriguez) und Jim Street (Colin Farrell). Letzterer hat gerade sechs Monate „Strafdienst“ in der Waffenkammer hinter sich, nachdem er sich mit seinem Partner Brian Gamble (Jeremy Renner) eine Befehlsverweigerung geleistet hat. Statt abzuwarten, setzte vor allem Zocker Gamble (da waren die Autoren beim Namen aber kreativ) alles auf eine Karte und befreite eine Schar von Geiseln. Gamble kostete das seinen Job, Street überlebte mit einer Verwarnung, weswegen Gamble nun sauer auf seinen Ex-Partner ist und ihn des Verrats bezichtigt.

Street bekommt von Hondo nun eine neue Chance. Da Street ein Mann ist, dem die Vorschriften egal sind und der das Gesetz der Straße über das des Staates stellt, hat Hondo Gefallen an ihm gefunden. Gemeinsam wartet auf die beiden und die restlichen vier Mitglieder des Teams (neben Michelle Rodriguez dürfen hier LL Cool J, Brian Van Bolt und Josh Charles ihre Gesichter in die Kamera halten) schon kurz nach der Ausbildung ein knallharter Job. Der Franzose Alex Montel (Olivier Martinez), ein skrupelloser Gangsterboss, ist der Polizei zufällig ins Netz gegangen und soll nun in ein Bundesgefängnis überführt werden. Dumm nur, dass übereifrige Reporter Montel eine Kamera und ein Mikro vors Gesicht gehalten haben und dieser dann via TV ganz L.A. hundert Millionen Dollar für seine Befreiung bieten konnte. Und so ist die ganze Unterwelt dabei, Montels Rettung aus dem Gefängnis zu planen und auch Streets Ex-Partner Gamble lässt sich auf das Spielchen um die Millionen ein.

Die rudimentäre Handlung spielt eigentlich keine Rolle, denn der einzige Geistesblitz der Autoren David Ayer („Training Day“) und David McKenna („Get Carter) verpufft recht schnell: Eine interessante Idee, dass ein Gangsterboss den Gedanken vom Kopfgeld umdreht, doch das Chaos, das dadurch in ganz L.A. herrschen sollte, ist nach fünf Minuten wieder vorbei, weil die Polizei alle Gangster bis auf die Gruppe um Gamble an der Nasae herumführt und somit doch der altbekannte Zweikampf zum Tragen kommt.

Die Story scheint nur einen Sinn zu haben: Irgendwie muss man es ja begründen, dass man Actionszene an Actionszene reiht. Dabei wird jedes Klischee bedient. Das zeigt sich schon in dem Leitspruch von Captain Hondo: „Manchmal ist das Richtige, nicht das Richtige zu tun“, Das Credo des Films wird an allen Ecken und Enden heruntergebetet. Wer sich an Gesetze hält, hat keine Chance im Swat-Team. Um die Verbrecher von heute dingfest zu machen, ist jedes Mittel recht. Da schlägt das Herz eines jeden reaktionären, konservativen Waffenlobbyisten hoch. Zudem baut man auch noch gleich einen Mann aus dem aktuellen Lieblingsfeindesland Frankreich als Gegner ein.

Das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass die Macher des Films diese Aussagen scheinbar bierernst meinen! Ein ironischer Unterton, der die beiden Chaos-Cops Murtaugh und Riggs aus der Lethal-Weapon-Reihe zum Beispiel dauerhaft begleitet, fehlt völlig. Stattdessen dürfen die Protagonisten einen „coolen“ Spruch nach dem anderen ablassen, werden in ihrer Coolness vom Soundtrack, gespickt mit der typischen Musik (Linkin Park und die üblichen verdächtigen Bravo – NuRock-Konsorten), unterstützt und sollen bei der anvisierten, noch nicht volljährigen Zielgruppe (deswegen auch die trotz der zahlreichen Actionszenen sehr jugendfreie Inszenierung) immerzu den Wunsch wecken, doch auch so cool sein zu können.

Nach dem Anschauen des Films muss man sich ernsthaft fragen, wie der bekannte Filmkritiker Roger Ebert auf die Aussage zu S.W.A.T kam: „…in a time when so many action pictures are mindless assaults on the eyes, ears and intelligence, it works as superior craftsmanship.“ Wo Ebert die „herausragende Kunstfertigkeit“ des Streifens erkannt haben mag, bleibt zweifelhaft. Die Actionszenen kann er nicht meinen, denn diese unterscheiden sich nicht von zahlreichen anderen Actionfilmen. Und die gibt es wie Sand in der Wüste. Und das ist das beste was man noch über S.W.A.T. sagen kann. Wenn man all das reaktionäre Gedankengut, das sich in diesem Streifen verbirgt beiseite lässt, dann bekommt man wenigstens Action satt.

Fazit:
Die Frage, ob S.W.A.T. für einen persönlich sehenswert ist, muss jeder selbst für sich beantworten. Wenn man ihn nicht anschaut, wird man nicht viel verpassen, denn jeder andere humorlose, sich viel zu ernst nehmende, wahllos Actionszenen aneinanderreihende Streifen tut es auch. Vier von zehn Punkten!

(c) 2004 by Björn Becher

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S.W.A.T. – Die Spezialeinheit [Blu-ray]
S.W.A.T. – Die Spezialeinheit
S.W.A.T. – Die Spezialeinheit – Steelbook Edition

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DIE JAGD ZUM MAGISCHEN BERG startet in Deutschland am 9. April 2009

Erstellt von Detlef Hedderich am 12. März 2009

Die Jagd zum Magischen Berg die jagd zum magischen berg startet in Deutschland am 9. April 2009

Regie: Andy Fickman
Darsteller: Dwayne Johnson, AnnaSophia Robb, Carla Gugino
im Verleih von Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kurzinhalt
Die Zukunft der Erde ist nur eine Taxifahrt entfernt!

Als die zwei geheimnisvollen Teenager Sara und Seth zu dem coolen Taxifahrer Jack Bruno (Dwayne „The Rock“ Johnson) in den Wagen springen, findet Jack sich plötzlich in einem Abenteuer wieder, in dem die Geheimnisse eines magischen Berges in der Wüste von Nevada von entscheidender Bedeutung sind.

Schnell wird Jack klar, dass Sara und Seth alles andere als normale Teenager sind, die ganz besondere Fähigkeiten besitzen und deshalb von unheimlichen Gestalten verfolgt werden. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt, denn es gibt viele, die sich Jack und seinen außergewöhnlichen Passagieren auf ihrer JAGD ZUM MAGISCHEN BERG in den Weg stellen wollen…..

Pressenotiz
Nach dem Nummer Eins Hit -  DADDY OHNE PLAN geben Superstar Dwayne „The Rock“ Johnson und Regisseur Andy Fickman in ihrem neuesten Family-Spaß DIE JAGD ZUM MAGISCHEN BERG jetzt so richtig Vollgas. In der unterhaltsamen und spannenden Neuverfilmung des Disney-Klassikers aus dem Jahr 1975 FLUCHT ZUM ZAUBERBERG müssen mit viel Witz und sensationellen Spezial Effekten aufregende Geheimnisse gelüftet und plötzlich sogar die ganze  Welt gerettet werden.

www.jagd-zum-magischen-berg.de

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Auf Youtube zu finden unter: http://www.youtube.com/watch?v=RqOG8w80iMs

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Die Jagd zum Magischen Berg

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Watchmen – Die Wächter

Erstellt von Redaktion am 11. März 2009

Watchmen - Die WächterWatchmen – Die Wächter

Originaltitel: Watchmen
Produktionsland: Vereinigtes Königreich, USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: 163 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16

Regie: Zack Snyder
Drehbuch: David Hayter, Alex Tse
Produktion: Lawrence Gordon, Lloyd Levin, Deborah Snyder
Musik: Tyler Bates
Kamera: Larry Fong
Schnitt: William Hoy

Besetzung: Jackie Earle Haley (Rorschach), Patrick Wilson (Nite Owl II), Carla Gugino (Sally Jupiter/Silk Spectre), Malin Akerman (Laurie Juspeczyk/Silk Spectre II), Billy Crudup (Dr. Jon Osterman/Doctor Manhattan), Matthew Goode (Adrian Veidt/Ozymandias), Jeffrey Dean Morgan (The Comedian)

Ein Film wie ein Rausch, eine extravagante Comicumsetzung – nicht hart an der Vorlage, sondern beinahe entsprechend der Vorlage.

In den dystopischen alternativen achtziger Jahren haben die Superhelden von einst ausgedient. Selbstjustiz steht unter Strafe und niemand traut den Kostümträgern mehr über den Weg. Die Helden von einst – nun schon in zweiten Generation – gehen neue, eigene Wege … bis einer von ihnen getötet wird: Der Comedian.

Durch den Mord misstrauisch geworden, nimmt Rorschach die Ermittlungen auf und kontaktiert Nite Owl II. Doch die alte Garde zu reaktivieren scheint unmöglich. Auch Silk Spectre II und Doctor Manhatten wollen Rorschachs Theorien keinen Glauben schenken. Die Weltuhr steht kurz vor Zwölf und sollte Doctor Manhatten – der einzige echte Superheld – versagen, droht ein atomarer Weltkrieg zwischen den USA und Russland. Es bleibt keine Zeit für andere Dinge. Auch Ozymandias – der intelligenteste Mensch der Welt – kann Rorschach nicht weiterhelfen.

Rorschach ermittelt auf eigene Faust, kommt einer Verschwörung auf die Spur und geht dem unbekannten Hintermann in die Falle. Währenddessen kommt es zur Trennung von Silk Spectre II und Doctor Manhatten. Emotional getroffen wendet sich der Bewahrer des Weltfriedens von der Menschheit ab und geht auf dem Mars ins Exil. Die Vernichtung der Welt ist nur noch eine Frage der Zeit …

Zack Snyder – bekannt durch seinen Erfolg „300“ – hat sich an die schwere Aufgabe gemacht, den berühmten Comic „Watchmen“ (von Alan Moore und Dave Gibbons) als Film umzusetzen. Dabei ist es keine Adaption, keine Verfilmung, sondern tatsächlich eine Umsetzung der gezeichneten Panels in bewegte Bilder. Auch die Dialoge übernimmt Synder aus den Comicblasen des Originals – zumindest im Originalton – und hält sich möglichst genau an die Vorlage. Dadurch kommt natürlich die filmische Charakterzeichnung der Figuren etwas kurz, doch das gleichen die hochkarätigen Darsteller mit ihrer Mimik aus und präsentieren ein in sich geschlossenes Gesamtbild, eine verfilmte comickritik an der Gesellschaft, umgesetzt in eine imposante und künstlerisch anspruchsvolle Bildsprache.

Den normalen Kinogänger wird „Watchmen – Die Wächter“ ein wenig sauer aufstoßen, falls er denn nicht auf den Geschmack kommt. Durch die detaillierte Umsetzung des Comics folgt der Film keinen bekannten Regeln, lässt er sich nur schwer einordnen und kann auch keine Fans von Filmen wie „The Dark Knight“ oder „Spider Man 3“ befriedigen. Film und Comic sind düster und desillusioniert, spielen in den 80er Jahren einer alternativen Zeitlinie, die zwar eng mit der unseren verbunden ist, aber dennoch kleine Unterschiede aufweist. So ist Nixon noch immer an der Macht und der kalte Krieg steuert auf seinen vernichtenden Höhepunkt zu.

Auch Superheldenkräfte sucht der Zuschauer mit der Lupe. Einzig Doctor Manhatten verfügt über solche Kräfte, ist jedoch quasi gottgleich und lässt als Überwesen langsam aber sicher alle Konventionen hinter sich, die ihn als Mensch noch kümmerten und ausmachten. Alle anderen Helden können zwar mit Schmackes zuhauen, zeichnen sich aber eher durch Training, Ausrüstung oder Skrupellosigkeit aus. Die Verfechter der Selbstjustiz haben sich einfach Kostüme übergeworfen, um ihre Identität zu tarnen. Doch je mehr sie sich herausnehmen, um so kritischer die Stimmen in der Bevölkerung. Und so sind die Helden von einst kaputte Persönlichkeiten.

Im Zentrum stehen dabei der Comedian und Rorschach. Beide Männer sind in ihrem Wesen gleich, haben die gleichen Beobachtungen gemacht, sind aber zu einem anderen Schluss gekommen. Rorschach erkennt die Bosheit der Menschheit und kennt nur noch absolute Konsequenz. Sein Leben spiegelt sich in seiner weißen Maske wieder, auf der schwarze Tintenflecken einem Rorschachtest gleich die Emotionen des Helden wiedergeben. Dieser straft die Bösen mit ganzer Härte und beschützt die Unschuldigen – ohne Kompromisse. Seine menschliche Identität ist verloren gegangen, zerschellt an den Klippen der menschlichen Abgründe.

Dem steht der Comedian gegenüber. Auch dieser Held erkannte die Abgründe des Menschen, ging aber einen anderen Weg. Anstatt die Unschuldigen in einem sinnlosen Kampf zu beschützen, nutzte er das Image eines Helden, um seinen kranken Spaß zu haben, ohne Konsequenzen seine Abartigkeiten auszuleben: In Vietnam den Feind mit dem Flammenwerfer jagen, Schwangere erschießen oder Frauen zu vergewaltigen.

Das macht schon sehr deutlich, dass die Helden der Geschichte kranke Figuren sind, Menschen mit Fehlern und Schwächen. So braucht der füllige Nite Owl II sein Superheldenkostüm, um sich bestätigt zu fühlen. Ohne die Maske und die technischen Spielereien mangelt es ihm an Durchsetzungsvermögen, verliert er gar seine Potenz. Nur durch den Schutz der Maske fühlt er sich als Mann.

„Watchmen – Die Wächter“ geht mit den Helden dorthin wo es schmerzt, spielt den Gedanken von Helden in der Realität bis zum bitteren Ende durch – konsequent, ohne falsches Mitleid. Superman, Batman, The Silver Surfer … sie, ihre Ideale und ihr Image findet sich hier wieder. An die Wand gestellt und mit Realismuskugeln durchsiebt, bis sie schlussendlich tot am Boden liegen. Es ist für Superhelden-Fans eine bittere Pille die sie schlucken müssen. Doch die Helden der bunten Glanzwelt sind keineswegs Opfer oder werden zur Schau gestellt. Nein! Moore und Gibbons verneigen sich vor den gezeichneten Vorbildern, machen sie menschlicher, greifbarer und ebnen somit den Weg für eine neue Heldengeneration.

Diesen scheinbaren Konflikt greift Regisseur Zack Snyder gekonnt auf, bringt ihn unverfälscht auf die große Leinwand. Als freies Gestaltungs- und Stilmittel greift weitgehend nur auf die musikalische Freiheit zurück, lässt den Sound für sich arbeiten und gibt dem Film somit sein unverkennbares Profil. Dabei kommen keine neuartigen, hippen Stücke vor. Nein, hier werden symbolträchtige und passende Stücke der musikalischen Historie präsentiert. Selbst Nenas „99 Luftballons“ dröhnt aus den Boxen, kommt Leonard Cohens „Hallelujah“ unterstützend bei einer Liebesszene. Und wie die Bilder auch, arbeitet der Sound auf mehreren Ebenen. Somit kann beinahe jede Szene reflektiert und analysiert werden, um den Symbolgehalt zu begreifen, zu erfassen und in Verständnis umzusetzen.

Ein weiterer Kernpunkt des Films ist eindeutig die Gewalt. Obwohl der Film ein FSK von 16 hat, ist diese Angabe mit großer Vorsicht zu genießen. Viele der Szenen könnten ohne weiteres in einem Splatterfilm Platz finden und besitzen einen derben und vor allem emotionalen, heftigen Inhalt. Das Erschießen einer Schwangeren oder das Abtrennen von Armen mittels eines Winkelschleifers sind sehr direkt und detailliert umgesetzt. Das gilt allgemein für die vielen Actionsequenzen, die imposant inszeniert sind und oftmals kurz verharren, um einem Comicpanel zu gleichen.

„Watchmen – Die Wächter“ ist ein geniale Verfilmung, ist einfach ganz große Filmkunst. Auch die Darsteller tragen ihren Teil dazu bei, sind sie in ihrer Gestaltungskraft doch eingeschränkt, da sie sich weitgehend an die Comicvorlage zu halten haben. Somit sind ihre Schlüsselszenen und -positionen genau zu erfüllen, müssen sie ihrer Rolle mittels Mimik und Augenspiel ihren Stempel aufdrücken. Das gelingt exzellent und überzeugt auf der ganzen Linie.

Mit „Watchmen – Die Wächter“ schreibt Zack Snyder Filmgeschichte, setzt neue Grenzen und zeigt, das Comickunst auf der Leinwand funktionieren kann. In wie weit dieses Meisterwerk vom Publikum akzeptiert wird, steht auf einem anderen Blatt. Symbolbehaftete Kussszenen, inhaltlich tief gehende Träume, Versagerängste und Allmachtsfantasien … der Film bietet ein breites Spektrum. Die Abstrich die gemacht werden mussten – trotz Überlänge – fallen dabei kaum ins Gewicht. Dieser Film ist eine klare Empfehlung und für Cineasten und Comicfans ein Muss!
(Günther Lietz)

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Watchmen
Watchmen Absolute Edition
Watching The Watchmen: Entstehung einer Graphic Novel

Link zur Besprechung des Comics: WATCHMEN – Der Comic zum Film, WATCHING THE WATCHMEN – Die Entstehung einer Graphic Novel

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