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Archiv für die 'Komödie' Kategorie

Percy Jackson – Diebe im Olymp

Erstellt von Redaktion am 26. Februar 2010

Percy JacksonPercy Jackson – Diebe im Olymp

Originaltitel: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief
Produktionsland: USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2010
Länge: 120 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Chris Columbus
Drehbuch: Craig Titley
Roman: Rick Riordan
Produktion: Chris Columbus, Michael Barnathan, Karen Rosenfelt
Musik: Christophe Beck

Darsteller: Logan Lerman (Percy Jackson), Brandon T. Jackson (Grover Underwood), Alexandra Daddario (Annabeth Chase),Jake Abel (Luke Castellan), Pierce Brosnan (Chiron), Kevin McKidd (Poseidon), Sean Bean (Zeus), Steve Coogan (Hades), Rosario Dawson (Persephone), Catherine Keener (Sally Jackson), Uma Thurman (Medusa)

Die Herrschaft von Harry Potter neigt sich langsam dem Ende zu und so wird es Zeit einen Nachfolger auf den Thron zu bringen. Spätestens mit dem voraussichtlich 2011 erscheinenden letzten Film der Potter-Reihe sollte der Prinz etabliert sein, um das Zepter aus der Hand des Königs zu nehmen. Percy Jackson dürfte aber ein Dreizack reichen, denn immerhin ist er Poseidons Sohn.

Aus der Feder von Rick Riordan stammen die Bestsellergeschichten des jungen Percys, der eines Tages entdeckt, dass er ein ganz besonderer Junge ist. Auf Grund seiner Abstammung genießt er fortan eine besondere Ausbildung und erlebt mit seinen Freunden gefährliche Abenteuer – die mit seiner Abstammung in Verbindung stehen. In seinem ersten Abenteuer muss Harry, Verzeihung, Percy (Logan Lerman), den gestohlenen Herrscherblitz zurückbringen. Ansonsten hauen die Götter des Olymps – allen voran Zeus – die Welt in Stücke. Zu allem Übel hat Hades Percys Mutter Sally (Catherine Keener) entführt und die muss gerettet werden.

Zusammen mit der süßen Kämpferin Annabeth Chase (Alexandra Daddario) – Tochter der Athene und ebenfalls eine Halbgöttin – und dem schwarzen Satyr Grover Underwood (Brandon T. Jackson) muss Percy erst einmal Zauberperlen suchen, dann in die Unterwelt reisen, dort die Mutter retten und anschließen auf dem Olymp Zeus von seiner Unschuld überzeugen. Der Film geht beinahe zwei Stunden, also ist dafür doch eigentlich genug Zeit …

So wie die Romanreihe, so ist auch der Film von Mister Harry Potter inspiriert. Und zwar sehr stark. Um Nägel mit Köpfen zu machen haben sich die Studiobosse dann auch Chris Columbus ins Boot geholt. Der hat seinerzeit die ersten beiden „Harry Potter“-Filme gedreht und weiß also genau, um was es geht. Und Columbus liefert auch genau das, was bestellt wurde: Kindertaugliche Massenunterhaltung nach Schema Potter. Um es auf den Punkt zu bringen: Das ist unterhaltsam, leidlich spannend, aber irgendwie schon mal dagewesen und austauschbar. Allerdings werden nun Sagengestalten und griechische Mythen bemüht, anstatt altenglische Mauern und britisches Zauberwerk. Egal, Hauptsache der Film weiß zu unterhalten.

Und das gelingt ihm auch. Chris Columbus vertrödelt keine unnötige Zeit mit ausgefeilten Dialogen und langweiliger Charakterentwicklung. Er gibt sofort Gas. Die platten Dialoge erklären die wichtigsten Zusammenhänge, dann folgt eine Szene nach der anderen. Selbst der vermeintliche Tod von Percys Mutter ist nur eine Sekunde der Besinnung wert, dann geht es weiter: Ab durch die USA, im Stile eines Roadmovies und genau so aufgemacht wie ein modernes Videospiel.

Glücklicherweise rast Percy zusammen mit seinen Freunden durch die Gegend und es ergibt sich dann doch die ein oder andere Szene, in der Schauspieler miteinander agieren. So deutet sich zwischen Percy und Hermine – Verzeihung – Annabeth, eine kleine Liebschaft an, während der drollige Juniorbeschützer Ron – Verzeihung – Rover, für den ein oder anderen Gag gut ist. Rover wird übrigens vom Komiker Brandon T. Jackson gespielt. Die Rolle ist einfach angelegt: Plappernder Schwarzer mit blöden Sprüchen, der von einem Problem ins Andere trudelt. Da fühlt sich der Zuschauer an die guten alten achtziger Jahre erinnert. Wenigstens macht Alexandra Daddario als Annabeth eine gute Figur und den lieben Percy heiß. Aber keine Bange, Percy wurde zwar um fünf Jahre für den Streifen gealtert (im Buch beginnen die Abenteuer als der Junge elf ist), aber dennoch bleibt alles sehr züchtig und in geordneten Bahnen. Okay, typisch amerikanisch gibt es zwar keinen Kuss, aber heftige Actionszenen und Kampfsequenzen, in denen der ein oder andere Darsteller schon mal ein wenig blutig aufgeschlitzt wird. Ja, so sieht verfilmte Doppelmoral aus.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ hält für die jugendlichen Zuschauer aber auch wichtige Weisheiten bereit. So sind Drogen einfach Kacke und niemand sollte einfach etwas Essen, das einfach so angeboten wird. Genau das geschieht nämlich im verlotterten Las Vegas und der heiße Drogenrausch entpuppt sich schon bald als große Gefahr, während im bunten Hintergrund Lady Gagas „Pokerface“ aus den Boxen dringt. Wenigstens hat der Film stellenweise einen guten Score.

Etliche Abenteuer und abgeschlagene Köpfe später rettet das lustige Trio die liebe Mutter von Percy. Schon erwähnt? Die Alleinerziehende hat sich natürlich nur wegen Percy mit einem stinkenden Säufer eingelassen, der seine Frau und den Stiefsohn wie Dreck behandelt. Daran können sich alle jungen männlichen Legastheniker die unter ADS leiden klammern, vielleicht ist ihr Vater ja auch ein Gott. Mehr jugendlicher Außenseiter geht einfach nicht.

Jedenfalls weiß der Film die Hoffnung zu bedienen. Um nun aus der Unterwelt zu fliehen (die fleißig zur Hölle christianisiert wurde, aber mit dem Eingang in Hollywood Ironie zeigt) muss leider einer zurückbleiben. Und wen trifft es? Natürlich den Schwarzen! Und jahrelang haben die Zuschauer geglaubt diese dunklen Klischee-Zeiten seien vorbei – Chris Columbus belehrt seine Zuschauer mit einem Griff in die Mottenkiste aber eines Schlechteren.

Auch die Spezialeffekte haben bessere Zeiten gesehen. Sie bewegen sich zwar über TV-Niveau, aber Kino-Standard sieht heutzutage einfach anders aus. Vor allem Pierce Brosnan als Zentaure ist einfach nur grottig umgesetzt. Es bleibt sowieso ein Rätsel, warum er und Uma Thurman in diesem Streifen mitspielen. Schauspielerische Leistung zeigt jedenfalls keiner von beiden.

„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ ist leidlich unterhaltsame Massenware, die vor allem das jüngere Publikum ansprechen dürfte, da es einfache Teenie-Action ohne Experimente ist.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Percy Jackson von Carlsen bei Buch24.de:
“Percy Jackson 01. Diebe im Olymp”
“Percy Jackson 02. Im Bann des Zyklopen”
“Percy Jackson 03. Der Fluch des Titanen”

“Percy Jackson” bei Booklooker.de

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Hustle – Unehrlich währt am längsten, Staffel 1

Erstellt von Redaktion am 4. Februar 2010

hustleHustle – Unehrlich währt am längsten, Staffel 1

Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2004
Produktionsunternehmen: Kudos Film & Television
Länge: 6 Episoden von jeweils 52 Minuten
Produktion: Tony Jordan
Musik: Simon Rogers
Vertrieb: Polyband
Darsteller: Mickey Bricks (Adrian Lester), Ashley Morgan (Robert Glenister), Danny Blue (Marc Warren), Stacie Monroe (Jaime Murray), Albert Stroller (Robert Vaughn)

„You can’t cheat an honest man!“ („Du kannst keinen ehrlichen Mann betrügen!“) lautet die erste Regel der Trickbetrüger und Abzocker, die in „Hustle“ die Helden der Geschichte sind und dem erstaunten Zuschauer zeigen, wie schnell die Gier der Menschen ausgenutzt werden kann, um das schnelle Geld zu machen. Die Opfer sind keineswegs normale Leute von der Straße, sondern reiche und durchtriebene Gauner und Betrüger. Genau diese Menschen werden zur Beute von Mickey Bricks (Adrian Lester) und seiner Bande. Doch diese Bande muss erst zusammengestellt werden. Und selbst da setzt der charismatische Schwarze zu einem Trick an, um wiederum selbst ausgetrickst zu werden.

Die BBC-Serie wurde von Kudos Film produziert, die sich bereits mit „Im Visier des MI5“ (Originaltitel „Spooks“) einen guten Namen machte. „Hustle“ geht in die gleiche Richtung, orientiert sich aber mehr an Filmen wie „Der Clou“ oder „Ocean’s Eleven“. Trotz dieser großen Vorbilder bleibt die Serie eigenständig und auch bodenständig. Sie spielt vorwiegend in London, wartet mit einem europäischen Flair und modernen Kulissen auf. London verbindet Altertum und Neuzeit, Land und Großstadt, ist eine Stadt der Kontraste, eine Weltmetropole und wie geschaffen für diese Serie. Das gilt auch für die Figuren, die bereits in der ersten Folge zu einer verschworenen Familie heranwachsen.

Im Mittelpunkt steht Mickey Bricks, der charismatische Gauner und Leiter der Truppe. Er wurde von Albert Stroller (Robert Vaughn) ausgebildet, der ebenfalls mit von der Partie ist und dafür sorgt, dass Mickey seinerseits die Ausbildung des Jungspunds Danny Blue (Marc Warren) übernimmt. Somit sind drei Generationen Abzocker unter einem Dach vereint, die zwar an einem Strang ziehen und dennoch sehr unterschiedlich sind. Das sorgt für Reibereien und Spannungen, die zur Dramatik der Serie beisteuern.

Um das Ganze etwas auszugleichen, runden zwei weitere Charaktere die Sache ab. Da wäre Ashley Morgan (Robert Glenister), ein wahres Multitalent. Er schlägt sich mit kleinen Betrügereien durchs Leben und greift gerne zu, als ihm Mickey die Möglichkeit zum ganz großen Coup verspricht. Auch Stacie Monroe (Jaime Murray) schließt sich Mickey an. Sie hegt Gefühle für ihn, doch er denkt nur über seine bevorstehende Scheidung nach. Danny hat übrigens ein Auge auf Stacie geworfen – und erneut zeichnen sich hier Verwicklungen ab. „Hustle“ ist eine Serie mit Persönlichkeiten und Persönlichkeit. Das wird ziemlich früh deutlich.

Dabei wartet „Hustle“ mit einigen Markenzeichen auf. Dadurch wird die Serie unverwechselbar. So bekommen die Zuschauer erklärt wie der Betrug ablaufen soll, was die Feinheiten sind und wo die Probleme lauern. Das wäre nun äußerst langweilig, doch stets gibt es ein oder zwei überraschende Wendungen, um das seichte Fahrwasser sicher zu umschiffen. Dem Gesetz der Serie nach werden die Abzocker natürlich auch mit den neuen Problemen fertig. Trotzdem sind diese Wendungen das Salz in der Suppe. Vollends abgeschmeckt wird „Hustle“ aber durch die Kameraeinstellungen und Standbilder.

So gefriert in entscheidenden Szenen plötzlich das Bild. Nur die Abzocker können sich noch bewegen und besprechen ausführlich ihren Plan, erklären die Raffinessen und wenden sich dabei auch an den Zuschauer, der daheim vor dem Bildschirm sitzt. Nach diesen Sequenzen geht es dann wie gewohnt weiter. Das ist ein erstklassiges Stilmittel, das im ersten Augenblick ziemlich überrascht und dann gekonnt zum Charme von „Hustle“ beiträgt. Eine wunderbare Idee des Autoren und hervorragend umgesetzt. Das gilt auch für einige Szenarien in der Serie, die abstrakt aufgelöst werden. So beginnen Danny und Mickey plötzlich zu tanzen, um ihr Opfer darauf hinzuweisen, was für eine scharfe und begehrenswerte Braut Stacie ist. Diese Szene ist natürlich eine surreale Sequenz, an deren Ende aber die Realität mit veränderten Tatsachen weiterläuft. Ebenfalls eine schicke Idee, die Laune macht.

Es wird deutlich, dass „Hustle“ keine vollkommen ernste Serie ist. Die Show spielt mit dem britischen trockenen Humor, bemüht die angebliche Gaunerehre und den damit verbundenen Ehrenkodex, wechselt zwischen Drama und Comedy. Dabei ist die Comedy oft subtil und wird nur punktuell eingesetzt. Sie läuft dem ernsten Tenor keinesfalls den Rang ab und somit bleibt „Hustle“ auch eine Serie für seriöse Zuschauer, die sich an eleganten Gaunereien erfreuen möchten.

Insgesamt umfasst die erste Staffel sechs Episoden und naturgemäß werden die Anfänge einer Serie dazu genutzt, um die Figuren vor- und eine Bindung herzustellen. Hier bildet „Hustle“ keine Ausnahme. Die einzelnen Episoden konzentrieren sich auf die Hauptcharaktere und skizzieren deren Hintergründe, Motivationen und Verhaltensweisen. Zum Ende der Staffel hat der Zuschauer die Figuren dann in sein Herz geschlossen, trotz deren kriminellen Energien. Aber immerhin besitzt die Bande einen Ehrenkodex – allerdings einen fragwürdigen Ehrenkodex. Vor diesem Hintergrund sind die abschließenden Worte der Serie natürlich mit Vorsicht zu genießen und werden – hoffentlich – keinesfalls als Aufruf zum Tricksen und Abzocken verstanden.

Bei den Schauspielern hat Kudos Film ganze Arbeit geleistet und die unterschiedlichen Rollen erstklassig besetzt. Die Darsteller leben ihre Figuren förmlich und das ist der Serie anzusehen. Es macht einfach Spaß „Hustle“ anzuschauen und Leute wie Adrian Lester, Robert Glenister, Marc Warren, Jaime Murray und Robert Vaughn zu erleben. Vor allem der US-Amerikaner Vaughn ist dem Fernsehpublikum ein fester Begriff, wurde er doch mit Produktionen wie „Solo für O.N.C.E.L.“ oder „Thunderball“ berühmt. Unvergesslich auch seine Darstellung in „Die glorreichen Sieben“. Mit solch einem Hochkaräter in „Hustle“, scheint der Erfolg bereits vorprogrammiert. Doch das würde der Rolle Albert Stroller widersprechen, der von Robert Vaughn sehr gut gespielt wird.

So wie Stroller seinen Schützling Mickey ausbildet und sich langsam zurückzieht, um der nächsten Generation Platz zu machen, so überlässt auch Vaughn seinen Kollegen weitgehend das Feld. Dadurch wirkt „Hustle“ authentisch und können die anderen Hauptdarsteller ebenfalls zeigen, was in ihnen steckt. Das gilt vor allem für Adrian Lester, dem die Rolle des Mickey Bricks wie auf den Leib geschneidert scheint. Aber genau das ist ein Irrtum, denn Drehbuchautor Tony Jordan hatte beim verfassen des Skripts stets George Clooney vor Augen. Immerhin ist „Ocean’s Eleven“ das große Vorbild von „Hustle“ – daraus wird auch kein Hehl gemacht. Äußerlich ist Lester dabei das Gegenteil von Clooney: Jung, schwarz und mit einer unterschwellig düsteren Ausstrahlung. Die kann jedoch von einem zum nächsten Augenblick umschlagen und Lester wirkt wie ein harmloser und verspielter Junge, dem jedermann gerne sein Geld anvertraut. Für eine Serie wie „Hustle“ also genau das Richtige.

Die Staffelbox beinhaltet zwei DVDs, kommt mit einem Wendecover daher und auch die Silberscheiben selbst sind schick gestaltet. Neben der sechs Episoden gibt es noch ein kleines Making-of, in dem über die Idee zur Serie und das Casting der Schauspieler gesprochen wird. Ganz nett. Technisch ist alles in Ordnung. Das Bild (16:9) ist hervorragend und der Ton sauber. Es gibt zwei Tonspuren (Deutsch und Englisch), die leider nur in Dolby Digital 2.0 daherkommen. Das Making-of ist in englischem Original mit deutschem Untertitel. Dieser wurde gut geschrieben und ist fast fehlerfrei.

„Hustle – Unehrlich währt am längsten, Staffel 1“ ist genau passend für Menschen die Gaunereien, Eleganz. Humor und kreative Kameraarbeit mögen. Dazu die hervorragenden Darsteller und gute Geschichten, die stets mit einer Überraschung aufwarten. Klasse!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Keiler – Der Menschenfresser

Erstellt von Michael Drewniok am 19. November 2009

keilerKeiler – Der Menschenfresser

Originaltitel: Chaw (Südkorea 2009)
Regie u. Drehbuch: Shin Jung-won
Kamera: Kim Yong-chul
Schnitt: Choi Jai-keun
Musik: Kim Jun-seong
Darsteller: Eom Tae-woong (Kim Kang-so), Jang Hang-seon (Cheon Il-man), Yoon Jae-moon (Baek Man-bae), Jeong Yu-mi (Byeon Soo-ryeon), Heo Yeon-hwa (Mi-yeong), Park Hyeok-kwon (Detektive Shin Hyeong-sa), Lee Sang-hee (Polizeichef), Jeong Yoon-min (Polizist Park), Kim Gi-cheong (Bürgermeister), Jo Moon-ee (Kwak), Park Hye-jin (Kims Mutter), Ko Seo-hee (Schamanin), Ha Yoo-i (Choon-hwa) uva.
Label/Vertrieb: Ascot-Elite Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 05.11.2009 (Leih-DVD) bzw. 10.12.2009 (Kauf-DVD u. Blu-ray)
EAN: 7613059800984 (Leih- bzw. Kauf-DVD), 7613059400986 (Kauf-Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: Dolby DTS 5.1 (Deutsch), Digital 5.1 (Deutsch, Koreanisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 117 min. (Blu-ray: 122 min.)
FSK: 16

Das geschieht:

Sammae-ri ist ein Dorf im gebirgigen Hinterland Südkoreas. Die Bewohner leben von der Landwirtschaft. Im Laufe der Zeit haben sie ihre Felder ständig vergrößert. Die Wildnis wurde kultiviert, die Tiere flüchteten oder wurden von Wilderern ausgerottet. Geblieben sind nur die wilden Schweine, denen sich auch die Jäger nur vorsichtig nähern. Die zähen Borstenviecher leiden Hunger, weshalb sie sich angewöhnt haben, Gräber aufzubrechen und Leichen zu fressen. Ein besonders gewaltiger Keiler fällt neuerdings auch Menschen an; Choon, die Enkelin des ehemaligen Jägers Cheon, wird sein erstes Opfer

Für den geschäftstüchtigen Bürgermeister von Sammae-ri ist diese Schweinerei eine Katastrophe. Er hat mit dem Geschäftsmann Kwak einen Deal eingefädelt; sie wollen Großstädtern Grundbesitzanteile verkaufen. Eine große Gruppe anlagewilliger Kunden ist schon angereist. Auf gar keinen Fall sollen sie merken, was in den Bergen vorgeht. Heimlich heuert man deshalb den berühmten Jäger Baek Man-bae an, der bald ein totes Wildschwein aus dem Wald zieht.

Doch der erfahrene Cheon weiß, dass Baek das falsche Schwein erwischt hat. Als das wahre Untier wenig später das Dorf attackiert und ein Blutbad anrichtet, will Cheon ihm allein nachstellen. Baek leistet Abbitte und schließt sich dem alten Jäger ebenso an wie der gerade aus der Hauptstadt Seoul nach Sammae-ri versetzte Polizist Kim, sein Kollege Detective Shin sowie die Ökologie-Studentin Byeon. Sie wagen sich in das Bergreich des Keilers, der dort jeden Winkel kennt und abwartet, bevor er aus dem Hinterhalt zuschlägt und aus Jägern Gejagte werden, denn der Keiler ist nicht nur riesig und schier unverwundbar, sondern auch schlau und fest entschlossen, keinen Gegner entkommen zu lassen …

Ein Schwein: nicht weiß aber trotzdem eine Bestie

Diese Überschrift findet nur schleierhaft, der „Keiler“ noch nicht gesehen hat. Selbst der in der Filmhistorie wenig bewanderte Zuschauer merkt schnell, dass die Handlung in weiten Passagen quasi deckungsgleich mit dem Klassiker „Der weiße Hai“ abläuft. Da gibt es u. a. eine Szene, in der Jäger Cheon – der im „Keiler“ die Rolle des knurrigen Hai-Killers Quint übernimmt – in einem Lagerschuppen den Magen des angeblichen Kannibalen-Schweins aufschlitzt, um zwischen allerlei Abfall und Halbverdautem nach Überresten gefressener Menschen zu suchen. Der erfahrene Zuschauer wird viele andere Parallelen entdecken. Darüber hinaus hat sich Drehbuchautor und Regisseur Shin Jung-won tüchtig aus jenem Fach der Klischee-Kiste bedient, das für den Tier-Horrorfilm vorgesehen ist. Shin arbeitet – Achtung: Ironie! – mustergültig ab, was unzählige Vorgänger bereits durchexerziert haben.

Zwei Stunden Laufzeit sind ungewöhnlich lang für einen Horrorfilm. Zumindest der ‚westliche‘ Zuschauer denkt so, der schnellen Grusel mit flinken Schnitten gewöhnt ist. Shin Jung-won lässt sich Zeit. Abschweifungen und Ellipsen sind im asiatischen Kino nicht ungewöhnlich. Also wird die eigentliche Handlung von Ereignissträngen begleitet, die für das Geschehen kaum oder gar nicht erheblich sind und oft irgendwann im Nichts auslaufen. So beginnt die Geschichte mit einer Einleitung, die Kim als Verkehrspolizisten in Seoul zeigt. Das dient der Charakterisierung der Hauptfigur, die sich indes filmisch wesentlich kürzer fassen ließe. Auch das Dorf Sammae-ri und seine Bürger werden ausführlich vorgestellt. Der Keiler hat inzwischen frei. Sein Auftritt wird sorgfältig vorbereitet. Erst sehen wir nur seine Spuren, dann ahnen wir ihn in der Dunkelheit oder blicken durch seine Augen.

Das Schwein im Menschen

„Keiler“ will wie die meisten Tier-Horrorfilme auch Allegorie sein. Das mörderische Schwein ist deshalb das Produkt eines Menschen, der seine Umwelt ausbeutet, bis dies gegen ihn zurückschlägt. Das ökologische Sahnehäubchen ist auch im Horror- Genre nicht mehr ganz frisch, aber es lässt sich dem Filmprodukt schnell und kostengünstig aufsetzen.

Hätte der Keiler seinen ursprünglichen Lebensraum behalten können, wäre er nie kannibalisch auffällig geworden. Für seinen Riesenwuchs und seine Unerschrockenheit findet Shin eine bizarre aber genrekonforme ‚Begründung‘: Der Keiler gehört einer Schweinerasse an, die von den Japanern – die Korea während des II. Weltkriegs besetzt hielten und dort unzählige Verbrechen verübten – gezielt gezüchtet wurde. Dazu kommt eine alte Sage ins Spiel: Der Keiler treibt dort sein Unwesen, wo vor vielen Jahren ein mörderischer Sektenführer gewaltsam zu Tode kam, dessen Geist womöglich in das Untier fuhr.

Dass der Keiler ungestört töten kann, verdankt er auch der Profitgier seiner Gegner. Hier repräsentieren der Bürgermeister und Geschäftsmann Kwak aus der Stadt die unheilige Allianz von Politik und Wirtschaft. In Gestalt des unfähigen und rückgratlosen Polizeichefs ist die Exekutive Teil des Komplotts, das ein systematisches Vorgehen gegen die  Gefahr verhindert. Aber auch die Dorfbewohner selbst verweigern sich. Sie denken ausschließlich an sich und ihre Ernte. Die ungeliebte und gern kritisierte Polizei soll sie vor dem Keiler schützen.

Schwein de luxe

Taugt ein Schwein als Film-Ungeheuer? Eindeutig ja, denn diese Tiere sind auch ohne filmische Übertreibung kräftig, recht groß, dabei flink, ziemlich intelligent und im Notfall ausgesprochen angriffslustig. Unter dem Rüssel sitzen vor allem beim männlichen Schwein eindrucksvolle Zähne, die fürchterliche Wunden reißen können. Wo wilde oder verwilderte Schweine leben, halten kluge Menschen tunlichst Abstand. Zwei Jahre vor „Highlander“ drehte Regisseur Russell Mulcahy 1984 den Film „Razorback“, der ein bösartiges Schwein im australischen Outback wüten ließ. Schon dieses Ungetüm demonstrierte eindrucksvoll den Unterschied zwischen dem gemütlichen Schnitzel-Quieker und einem echten Wildschwein.

Seit 1984 hat die Tricktechnik erstaunliche Fortschritte gemacht. Längst ist es möglich, ein pferdegroßes Schwein digital ins ‚Leben‘ zu rufen. Ein Gesamtbudget von 5,4 Mio. Dollar reicht indes nicht für Spitzeneffekte aus. Folgerichtig wirkt der Keiler nicht besonders lebensecht, wenn er sich endlich in voller Hässlichkeit zeigt. Er bewegt sich wie eine mit Gelee gefüllte, sehr struppige Socke. Zudem wurde ihm ein Schweinskopf mit ‚teuflischen‘ Gesichtszügen aufgesetzt. Was die Fratze des Bösen widerspiegeln soll, wirkt wie eine Halloween-Maske.

Schweinerei statt Schauspielkunst

„Keiler“ ist kein ‚reiner‘ Horrorfilm, sondern eine schwarze Komödie. Schon der originale Filmtitel deutet es an: „Chaw“ bedeutet übersetzt „gut durchgekaut“. Dass beide Genres problemfrei miteinander funktionieren, belegen gelungene Produktionen wie „Shaun of the Dead“. Aber während die Attacke eines tobsüchtigen Schweins problemlos weltweit für Gänsehaut sorgen könnte, wird Humor in verschiedenen Kulturkreisen offensichtlich unterschiedlich definiert. Ohnehin ist das asiatische Schauspiel aus westlicher Sicht eine seltsam verdrehte Kunst. Im Vordergrund steht nicht das möglichst realitätsnahe Spiel, das in der Handlung aufgeht. Stattdessen werden Emotionen unerhört überzeichnet dargeboten. Den westlichen Zuschauer reißt solches Overacting immer wieder aus der Geschichte. Zu den besonders unrühmlichen Beispielen gehören in „Keiler“ die Auftritte des cholerischen Polizeichefs und seiner debilen Untergebenen, die wie seelengewanderte Keystone-Cops aus dem US-Stummfilm agieren: übertrieben, albern, peinlich. Schon der generell gelungene Horrorfilm „Gwoemul“ (2006, ‚dt.‘ „The Host“), der dem phantastischen Kino aus Südkorea im Westen viele Türen öffnete, litt unter diesem Manko.

Die Übertreibung macht sich in „Keiler“ besonders ärgerlich dort bemerkbar, wo die Handlung wirklich komisch ist: Shin weiß sehr wohl, was schwarzer Humor ist, weshalb doppelt schade wirkt, dass dies durch den Inszenierungsstil torpediert wird. Mancher Einfall ist für sich betrachtet genial, weil er unerwartet und lakonisch präsentiert wird. Kims senile Mutter ist stets für einen misslichen Auftritt gut; der strenge Detective Shin ist ein Kleptomane; wenn der alte Cheon die Konstruktion einer Bärenfalle schildert, begleitet eine animierte Konstruktionszeichnung seinen Vortrag; eine aufwendig unter Einbeziehung grandioser Landschaftsschaftsaufnahmen gestaltete Begräbnisszene entpuppt sich als Trauerfeier für einen Hund. Im Schlussbild verzieht ein winziges und putziges Wildschwein-Ferkel seine Miene mit minimaler, als solche kaum zu registrierender CGI-Unterstützung zu einer ‚dämonischen‘ Fratze – glänzender kann man die obligatorische Andeutung einer Fortsetzung nicht parodieren!

Den Spagat zwischen den beiden Kino-Kulturen weiß Shin Jung-won nicht zu meistern. „Keiler“ ist in Südkorea erfolgreich gelaufen. Hierzulande versucht die Werbung auf der schon abgeflachten Asia-Horror-Welle zu reiten. Ein moderner Klassiker ist „Keiler“ nicht; dazu sind die (längst nicht in ihrer Gesamtheit aufgelisteten) Eigenheiten und Fehler zu ausgeprägt. Man darf zwar vom asiatischen Kino nicht kategorisch originäre Geschichten verlangen. Shin treibt es jedoch ein ganzes Stück zu weit mit der Plünderung erfolgreicher Vorbilder. „Keiler“ ist Kino der B-Kategorie – mit diversen Schlenkern in den Trash-Bereich. Kann man das (sowie die lieblos-monotone Synchronisation) ertragen, hat die zweistündige Schweinehatz durchaus ihre unterhaltsamen Momente.

DVD-Features

Sparsam wurden dem Hauptfilm einige Extras beigefügt. Da gibt es wie üblich den Originaltrailer, hinzu kommen einige Interviews mit Darstellern und dem Regisseur. Diese bedienen sich ihrer koreanischen Muttersprache, aber erfreulicherweise wurden ihre Worte deutsch untertitelt. Anders als ihre westlichen Kollegen haben die asiatischen Filmschaffenden die Alibi-Funktion des „Making-of“ als verkappte Werbung noch nicht verinnerlicht – sie bemühen sich, auf Fragen nach der Intention ihrer Rollen ehrlich und informativ Antwort zu geben.

Ein drittes Feature zeigt interessante aber willkürlich und unkommentiert bleibende Impressionen von den Dreharbeiten. „Chaw“ entstand nicht ausschließlich in Südkorea. Für zwei Monate reisten Darsteller und Regisseur nach Kalifornien. Dort nutzte man nicht nur die US-amerikanische Tricktechnik, sondern drehte auch viele der Jagdszenen, in die später per Green-Screen das böse Schwein integriert wurde.

Im Internet gibt es eine Website zum Film, die sich indes nur denen erschließt, die der koreanischen Sprache in Wort und Ton mächtig sind.

[md]

Titel bei Amazon (DVD)
Titel bei Amazon (Blu-ray)

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Freche Mädchen

Erstellt von Redaktion am 21. August 2009

Bei Amazon.deFreche Mädchen

Deutschland, 2008
Constantin Film, München, 18.12.2008
1 DVD im Amaray-Case, Jugendfilm, Komödie, Romantik, Laufzeit: ca. 99 Min., gesehen 1/09 für EUR 16.00
Extras: Interviews, Making of, Bonusfilme, Visuelle Effekte Showreel, Abschluss-Song Selina, Musikvideo Selina, Karaoke-Version Selina, Audiokommentar mit Ulrich Limmer und Maggie Pere
Altersfreigabe/FSK: 6
Bildformat:16:9, PAL, RC=2
Sprachen/Tonformat: Deutsch (DD 2.0,DTS 5.1)
Drehbuch: Elena Wegner
Darsteller: Emilia Schüle, Henriette Nagel, Selina Shirin Müller, Anke Engelke, David Rott, Armin Rhode, Christian Tramitz, Wilson Gonzales Ochsenknecht und andere
Musik: Oliver Bieler
www.constantin-film.de
www.frechemaedchen.film.de/

Schon seit einigen Jahren erscheinen die Romane der „Freche Mädchen“-Reihe, die einen neuen Stil von Jugendliteratur geschaffen haben. Die Autoren und Autorinnen nehmen sich durchaus der Themen an, die Mädchen zwischen elf und achtzehn Jahren interessieren, versuchen aber auch gleichzeitig, die Lebenswirklichkeit der Teenager in der jetzigen Zeit einzufangen und den jungen Leserinnen dabei ein starkes Selbstwertgefühl zu vermitteln, anstatt mit erhobenem Zeigefinger auf klassische Werte zu verweisen oder alte Traditionen zu verteidigen.

Im Jahr 2008 entschied man sich dazu, einer der beliebtesten Geschichten mit frischen jungen Darstellerinnen und erfahrenen Schauspielern, die zum größten Teil in der Comedy-Szene zu Hause sind zu verfilmen. Nicht einmal ein halbes Jahr später liegt der Film auch auf DVD vor.

Mila, Hannah und Kathi sind schon seit Jahren ein Herz und eine Seele. Sie halten in Freizeit und Schule zusammen und versuchen, einander bei allen Problemen zu helfen, sei es nun gegenüber den stressigen Lehrern, die nur da zu sein scheinen, um sie mit komplizierten Diktaten und unlösbaren Matheaufgaben zu quälen. Hin und wieder braucht Kati, die sich sehr leicht verliebt, auch Trost, wenn der Kummer wieder einmal zu stark wird, weil sich der betreffende Junge als Niete erwiesen hat.

Mila ist ganz zufrieden mit dem, was sie hat, auch wenn sie den etwas schüchternen Markus süß findet. Aber ihr reichen schon die Eskapaden ihrer chaotischen Mutter, die selbst von Mann zu Mann pendelt und sich irgendwie für niemanden entscheiden kann.

Dann wird die Deutschlehrerin schwanger, und der junge Referendar Pit Winkler übernimmt den Unterricht in der Klasse. Mila verliebt sich auf den ersten Blick in ihn, fällt aber aus allen Wolken, als sich der junge Mann ein paar Wochen später als der neue Freund ihrer Mutter erweist.

Gerade in dieser schwierigen Zeit zeigen sich ihre Freundin als keine große Hilfe, denn Sportskanone Hanna verkracht sich wegen eines Castings mit ihrem Freund Branko und ist selbst untröstlich, Kati verliebt sich in den charmanten Brian, der aus einem Gedicht von Mila einen Song für seine Band gemacht hat und den Ursprung ganz verleugnet…

Und dann sind da noch die Emails des geheimnisvollen ‚Pegasus’, der ein besonderes Interesse an ihr zu haben scheint und sie mit vagen Andeutungen und romantischen Gedichten betört. Mila weiß bald gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht.

„Freche Mädchen“ ist ein liebenswerter deutscher Jugendfilm, der den Stil und die Atmosphäre der Bücher gelungen einfängt. Im Mittelpunkt stehen die drei Freundinnen, die mit typischen Problemen zu kämpfen haben – den Eskapaden ihrer Eltern, den Wünschen und Anordnungen ihrer Lehrer, stressigem Stoff in der Schule und nicht zuletzt den verwirrenden neuen Gefühlen, die die erste Liebe so mit sich bringt. Ebenso kommen die Hoffnungen, Wünsche und Träume zum Vorschein, die verborgenen Ängste und Enttäuschungen, die jeder in dem Alter schon einmal gehabt haben dürfte. Dementsprechend treten auch die Erwachsenen in diesem Film auf. Sie benehmen sich genau so, wie die Schüler sie empfinden – als schrullige, alte Böcke, die den Teenagern die Schönheit der Mathematik in den Kopf prügeln wollen und nur Hohn und Spott für den übrig haben, der ihren Ausführungen nicht folgen kann. Milas Mutter ist ein gutes Beispiel für die Peinlichkeiten, die sich die eigenen Eltern manchmal erlauben. Auch die Jungen haben so ihre Eigenarten und Tücken, die man erst einmal begreifen und durchschauen muss, was auch nicht so einfach ist.

Heraus kommen 99 kurzweilige Minuten, die auch Erwachsene immer wieder schmunzeln und kichern lassen, kleine Einblicke in die Lebenswelt der Teenager geben und durch das typische Wahrzeichen – die Schwebebahn – klar in der Stadt Wuppertal angesiedelt sind, was zusätzliche Aha-Erlebnisse bietet, wenn man die gezeigten Ecken kennt.

Der Film besitzt sehr viel Humor, ohne dabei albern zu wirken, die Schauspieler sind bei der Sache und agieren glaubwürdig, so dass man niemals den Faden verliert oder sich zu langweilen beginnt.

Über die Ausstattung und Qualität der Kaufversion kann allerdings keine weitere Aussage gemacht werden, da hier nur ein Pressemuster vorlag.

Das macht „Freche Mädchen“ zu einem herausragenden Jugendfilm und einer herzerfrischenden Komödie aus deutscher Feder, den man sich ruhig gönnen sollte. (CS)

Titel bei Amazon.de

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The Spirit

Erstellt von Michael Drewniok am 20. August 2009

spiritThe Spirit

Originaltitel: The Spirit (USA 2008)
Regie u. Drehbuch: Frank Miller
Kamera: Bill Pope
Schnitt: Gregory Nussbaum
Musik: David Newman
Darsteller: Gabriel Macht (The Spirit/Denny Colt), Samuel L. Jackson (Octopus), Eva Mendes (Sand Saref), Eric Balfour (Mahmoud), Louis Lombardi (Pathos/Ethos/Logos usw.), Scarlett Johansson (Silken Floss), Sarah Paulson (Ellen Dolan), Dan Lauria (Polizeichef Dolan), Jaime King (Lorelei Rox), Paz Vega (Plaster of Paris), Stana Katic (Morgenstern), Johnny Simmons (junger Denny Colt), Seychelle Gabriel (junge Sand Saref), Frank Miller (Liebowitz) uva.
Label/Vertrieb: SONY Pictures Home Entertainment (www.sphe.de)
Erscheinungsdatum: 18.06.2009 (Leih-DVD) bzw. 16.07.2009 Kauf-DVD)
EAN: 4030521716193 (Leih-DVD) bzw. 4030521518186 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 98 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Nachdem er scheinbar bei einem Einsatz sein Leben ließ, begraben wurde und wiederauferstand, agiert Ex-Cop Denny Colt als leibhaftiger Schutzpatron ’seiner’ Stadt Central City, deren Straßen er des Nachts als maskierter “Spirit” durchstreift und von Strolchen reinigt. Nur Polizeichef Dolan weiß von seiner Doppelexistenz und profitiert davon, da der Spirit auch dort ermitteln und handeln kann, wo der Polizei die Hände gebunden sind.

Aktuell geht der Spirit gegen seine alte Nemesis vor. Der Octopus, ein genialer aber größenwahnsinniger Wissenschaftler und Gangsterkönig, plant den Coup seines Lebens. Er will die Vase mit dem Blut des Herakles stehlen und den Inhalt trinken, der ihm die Kraft und Unsterblichkeit eines Halbgottes verleihen soll. Die berüchtigte Diebin Sand Saref kommt ihm zuvor, aber auch ihr Streich misslingt: Dem Octopus fällt in die Hände, was sie mit Leib und Seele begehrt – das Goldene Vlies der Argonauten.

Octopus und Sand vereinbaren einen Tausch, doch sie misstrauen einander heftig. Außerdem mischt sich der Spirit ein. In Sand Saref erkennt er eine alte Jugendliebe, und der Octopus weiß etwas über die übernatürlichen Kräfte, über die der Spirit seit seinem Wiedererwachen verfügt. Im Hauptquartier des verrückten Octopus’ wird er schon erwartet – vom Hausherrn persönlich, von seiner skrupellosen Assistentin Silken Floss, von vielen schlagkräftigen Klonen und von Plaster of Paris, die grausige Wundertaten mit ihrem Schwert vollbringt …

Eigentlich hätte es gutgehen müssen …

Grundsätzlich standen die Sterne günstig: Mit “The Spirit” gelang Will Eisner (1918-2005) eine der ganz großen Schöpfungen der Comic-Geschichte. Die Geschichten vom ‘untoten’ Verbrecher-Jäger Denny Colt beeindruckten nicht nur durch ihre grandiose Grafik, die zum ersten Mal Stilmittel des Kinos einbezog, sondern fesselten auch durch inhaltliche Qualitäten. Der Spirit war kein Superheld und erst recht nicht unfehlbar. Oft obsiegte er nur mit der Hilfe seiner Freunde oder des Zufalls. Manchmal verschwand er aus seinen eigenen Geschichten, die auch ohne ihn funktionierten. Mehr und mehr wurde der Spirit zum Beobachter (und Eisner zum Chronisten) einer Alltagswelt, deren Menschenschicksale er nur selten positiv beeinflussen konnte. Die Schwarzweiß-Sicht der frühen “Spirit”-Comics wurde schnell durch unzählige Schattierungen von Grau ersetzt. Eisner spielte gekonnt auf einer emotionalen Klaviatur, deren Spektrum simple Spannung ebenso beinhaltete wie Pathos, Melancholie, Humor und Slapstick. In ihrer Gesamtheit addierten sich diese Elemente zur einmaligen Saga des “Spirit”, der über die Jahre nicht alterte, sondern reifte.

Diesem Klassiker widmet sich nunmehr ein Mann, der selbst zu den ganz Großen des Comics gehört. Frank Miller (*1957) ist der Schöpfer moderner Genre-Erfolge wie “Sin City” und “300″. In der Neuinterpretation ‘alter’ Comic-Figuren hat er ebenfalls Maßstäbe gesetzt; mit “The Dark Knight Returns” (1986, dt. “Die Rückkehr des dunklen Ritters”) gelang Miller die Wiedergeburt Batmans, und Ähnliches verdankt ihm der bis dato längst abgehalfterte Superheld Daredevil. Auch im Kino ist Miller kein Neuling; so schrieb er u. a. Drehbücher zu Filmen wie “Robocop 2″ und “Robocop 3″. Auf Einladung von Robert Rodriguez führte er 2005 mit Regie in “Sin City”, einem Thriller, der durch seine innovativen Bilder ebenso gefiel wie durch die starke Story.

Ein Meisterwerk degeneriert zum faden Witz

Also: Ein künstlerisch kreativer, kompromissloser und im Filmgeschäft erfahrener Mann greift ein echtes Meisterwerk auf. Unterstützt wird er auf seinem Regiestuhl von einem Team begeisterter und ungemein fähiger Männer und Frauen, die dank digitaler Technik jede unglaubliche Kulisse realisieren können, sowie von einer Riege enthusiastischer Darsteller, die nicht davor zurückschrecken, fast ausschließlich vor grünen Wänden (“greenscreen”) schauspielern zu müssen, welche die Basis für erst später eingearbeitete Hintergrundbilder bilden.

Aber alle vielversprechenden Ansätze gerinnen binnen 100 Minuten zu einem Fiasko, das der Zuschauer ungläubig und mit zunehmendem Ärger registriert. Wer vom “Spirit” nie zuvor hörte, muss anschließend der Überzeugung sein, einen tumben, prügelfesten Frauenhelden und Slum-Fetischisten kennengelernt zu haben. Will Eisners Spirit ist alles andere als das (s. o.), aber er ist jetzt Frank Millers Spirit geworden.

Was hatte sich der Meister Gedanken gemacht! In seinem Audio-Kommentar und in einem eigenen Feature (“Miller über Miller”) sprudelt er förmlich über, wenn er seine Untaten begründet. Der Spirit war unter Eisner ein Geschöpf seiner Zeit. Jetzt ist er ein Gefangener jenes schicken, stylishen “contemporary noir”, das Miller so liebt. Central City wird zur Stadt zwischen den Zeiten. Die Polizei verwendet Handys und Laptops, aber in ihre Einsätze steuert sie Autos, die in den 1950er Jahren gebaut wurden. Atmosphäre ist alles, was bei Miller stets Dunkelheit und schlechtes Wetter bedeutet.

Ein Superheld namens “Spirit”

Die größte Sünde stellt Millers Versuch dar, den Spirit zu ‘erklären’. Eisner begnügte sich mit Andeutungen und tat gut damit. Miller macht aus dem Spirit, dem niemals übernatürliche Kräfte zugesprochen wurden, einen Superhelden. Wie Batman stürzt er sich unerschrocken von hohen Häusern in tiefe Straßenschluchten und zerplatzt doch nicht auf hartem Pflaster. Man sieht ihn sogar im Laufschritt über Telegrafendrähte hopsen. Dazu trägt er – Millers Zugeständnis an das 21. Jahrhundert – helle Turnschuhe zu dunklem Anzug und Hut, was einfach lächerlich aussieht.

Apropos Batman … Unter Millers Drehbuch-Herrschaft wird der Spirit zum Abziehbild des “Dunklen Ritters”. Schauerlich unvergesslich bleibt des Spirits pompöse Liebeserklärung an Central City, die einmal mehr belegt, dass solche platten Worte im Comic besser aufgehoben sind als im Film.

Aus der Tatsache, dass die Frauen den Spirit lieben, wusste Will Eisner amüsant Funken zu schlagen. Auch der ‘neue’ Denny Colt hat durchaus ein Auge für das schöne Geschlecht, aber er ist vor allem der typische Ritter, der Frauen in Not beisteht und nur schwach zu werden droht, während er im letzten Moment seiner wahren Liebe Ellen Dolan treu bleibt. Die daraus resultierenden Komplikationen bilden ein wichtiges Unterhaltungspotenzial der “Spirit”-Comics.

Miller macht aus dem Spirit auch als “womanizer” einen Superhelden, dem keine Frau widerstehen kann. Jede Glaubwürdigkeit bleibt dabei auf der Strecke. Gabriel Macht bleibt als Held und als Liebhaber anonym und blass unter seiner Maske. “Der Spirit” wird ihm nicht den Durchbruch zum Starruhm bringen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht?

Will Eisner hatte keine Angst davor, seinen ‘Helden’ der Lächerlichkeit preiszugeben. Der Spirit überstand das prächtig, denn er war als Mensch gezeichnet. (Reine Ironie war bereits die ‘Maske’ des Spirits, hinter der jedes Kleinkind Denny Colt erkennen müsste.) So hielt es Eisner auch mit den Frauen und den Gegnern des Spirits, die trotz aller psychischen und physischen Übertreibungen über echte Persönlichkeit verfügten.

Miller versteht offensichtlich Eisners feinen Sinn für einprägsame Schöne & Schurken nicht, denn ihm gerinnen sie zu Witzfiguren. Der Octopus wird zur peinlichen Nervensäge. In den originalen Comics unterstützte Eisner die Wirkung dieser Gestalt, indem er nie ihr wahres Gesicht zeigte, sondern sich darauf beschränkte, die Handschuhe des Bösewichts mit ihrem charakteristischen Dreistrich-Muster ins Bild zu bringen. Samuel L. Jackson, realiter ein guter Schauspieler ist, der sich regelmäßig für Blockbuster anheuern lässt, um seinen A-Star-Status zu wahren, mimt hier einen grinsenden Entertainer, der den Erz-Gauner nur mimt. Der ‘echte’ Octopus ist ganz und gar kein überlebensgroßer Superschurke, der mit lachhaft aufgeblasenen Science-Fiction-Knarren ganze Helikopter-Staffeln unter Feuer nimmt oder Füße mit Menschenköpfen züchtet (sic!). Solche und viele, viele andere Kalauer zerren plump an der Stimmung, die Miller doch so wichtig ist.

Invasion der tollen Frauen

Eisners Galerie der braven und bösen aber immer schönen Frauen ist legendär. Auch ihnen vermochte er per Zeichenstift in ein Leben zu rufen, das sich offenbar nicht auf die Leinwand übertragen lässt. Eva Mendes und Scarlett Johansson kommen leidlich glimpflich als Sand Saref und Silken Floss davon, während um einige Schraubendrehungen bizarrere Figuren wie Lorelei Rox und Plaster of Paris jeden exotischen Zauber vermissen lassen und Jung-Polizistin Morgenstern zu einer weiteren überflüssigen Witzfigur zerfließt.

Überhaupt: Wer die “Spirit”-Comics nicht kennt, wird vergeblich auf eine Auflösung der merkwürdigen ‘Beziehung’ zwischen dem Spirit und der geisterhaften Lorelei warten. Viel wird geredet und erklärt in diesem Film, der außerdem an Rückblenden nicht spart, aber dieser nicht unwichtige Aspekt bleibt außen vor.

Ellen Dolans quasi einzige Funktion bestand ursprünglich darin, den attraktiven Spirit zu erden, der in den prüden 1940er und 50er Jahren seinen potenziellen Erfolg bei den Damen nicht praktisch nutzen durfte. In dieser Funktion ist Ellen im 21. Jahrhundert überflüssig, weshalb sie nach Millers Ansicht einer Neuinterpretation bedarf. Sie wird zur leidvoll Duldenden, die ihren Liebsten als Ärztin zusammenflickt und darauf hofft, dass er eines Tages nur ihr gehören wird. Glücklicherweise bleiben Sarah Paulsons Auftritte überschaubar, und überhaupt hat es Miller so eilig, dass der Zuschauer durch neue Schauwerte & Schlägereien vor dem endgültigen Einschlafen bewahrt bleibt.

Die Frank-Miller-Filmschule

Optisch bietet “The Spirit” seinem Publikum diverse Genüsse, die zeitweilig sogar mit der trübsinnig abgespulten Story versöhnen können. “The Spirit” ist hier die vollendete Synthese zwischen Comic und Film. Die digitale Technik gestattet heute die Erzeugung überzeugender Spezialeffekte, die man bewundern muss. Miller zeichnet auch als Regisseur mit Licht und Schatten und versteht sich auf die Kunst der Andeutung. Scheinbar schwarze Bildflächen zeigen bei näherem Hinschauen verblüffend detaillierte Strukturen. Verfremdungen unterstützen paradoxerweise die Eindeutigkeit des Gezeigten.

Miller selbst hat diese Form der Filmkunst in “Sin City” nicht nur mit entwickelt, sondern bereits zur Vollendung gebracht. “The Spirit” kann dem nur technisch Neues hinzufügen. Die Bilder sind in ihrer Künstlichkeit noch prächtiger geworden. Das kann freilich nicht dauerhaft davon ablenken, dass sie nicht durch eine entsprechende Handlung getragen werden. Andererseits ist dies irgendwie tröstlich – das Sein besitzt noch immer Präferenz vor dem Schein, so hübsch dieser auch glänzen mag.

In unserem Fall kommt die Gewissheit dazu, mit diesem Urteil nicht allein zu stehen. Das vom produzierenden Studio erhoffte “Spirit”-Franchise wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen. Schade nur, dass ausgerechnet der Spirit, eine Comic-Figur, die einen Film ‘verdient’, dort scheitern musste, wo Lachgestalten wie der Hulk, Iron Man oder die Transformers sich durchsetzten. Der Dumme ist in wie meist der Zuschauer.

DVD-Features

Frank Miller ist ein Mann, der gern redet sowie seiner Meinung nach viel zu sagen hat. Dem darf er im Bonus-Bereich dieser DVD ausgiebig frönen. Wer “The Spirit” allerdings gesehen hat, dürfte vermutlich schon nach “Miller über Miller” aufstecken und sich den Audiokommentar des Regisseurs (und der ihm nach dem Mund redenden Produzentin Deborah Del Prete) verkneifen: Miller spricht von seinem “Spirit”-Konzept und seiner Verehrung des (ihm persönlich bekannten) Will Eisner und schwadroniert über die Verpflichtung, die ihm dessen Werk auferlegt … kurz, er listet im Grunde Grundpfeiler einer gelungenen Verfilmung auf, die er sämtlich ignoriert hat.

“Grüne Welt” bietet manchmal tatsächlich einen Blick hinter die (grün eingefärbten) Kulissen und in den Arbeitsalltag eines praktisch erst im Computer entstandenen Films. Eingerahmt werden diese Informationen jedoch durch hektisch montierte ‘Interview’-Fetzen, die nichts als massive Filmwerbung darstellen. Diese fällt so plump aus, dass der Griff zur Vorspultaste automatisch erfolgt.

Ein alternatives Ende wird mit Millerschen Storyboard-Zeichnungen vorgestellt: Der Spirit kann den Octopus nur außer Gefecht setzen, indem er ihn mit bloßen Händen buchstäblich in Stücke reißt. Dies macht deutlich, dass für “The Spirit” ursprünglich eine härtere Gangart vorgesehen war. Aber wäre dieser Film als Splatter unterhaltsamer geraten …?

[md]

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Mortuary – Wenn die Toten auferstehen

Erstellt von Michael Drewniok am 16. Juli 2009

Mortuary – Wenn die Toten auferstehen

Originaltitel: Mortuary (USA 2005)
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Jace Anderson u. Adam Gierasch
Kamera: Jaron Presant
Schnitt: Andrew Cohen
Musik: Joseph Conlan
Darsteller: Denise Crosby (Leslie Doyle), Dan Byrd (Jonathan Doyle), Stephanie Patton (Jamie Doyle), Alexandra Adi (Liz), Rocky Marquette (Grady), Bug Hall (Cal), Courtney Peldon (Tina), Tarah Paige (Sara), Michael Shamus Wiles (Sheriff Howell), Adam Gierasch (Mr. Barstow), Lee Garlington (Rita), Greg Travis (Eliot Cook), Christy Johnson (Dottie) u. a.
Label u. Vertrieb: Koch Media Home Entertainment (www.kochmedia-dvd.de)
Erscheinungsdatum: 03.02.2006 (Kauf-DVD u. 2-Disc-Special-Edition)
EAN: 4020628989385 (Kauf-DVD) bzw. 4020628989378 (2-Disc-Special-Edition)
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1   anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch), Dolby Digital 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 90 min.
FSK: 16

Das geschieht:

Nach dem Tod ihres Gatten versucht Leslie Doyle den Neuanfang. Man hat ihr einen Job als Leichenbestatterin in einer kalifornischen Kleinstadt angeboten, in die sie mit ihren Kindern, dem halbwüchsigen Jonathan und seiner jüngeren Schwester Jamie, übersiedelt. Leider hat man sie gelinkt, denn das Bestattungsinstitut erweist sich als Bruchbude, die nicht nur inmitten des Friedhofs, sondern auch auf gründlich verpestetem Boden steht.

Zu allem Überfluss soll in einer der verfallenen Grüfte Bobby Fowler, der missgestaltete, geistig gestörte Sohn der Vorbesitzer sein Quartier aufgeschlagen haben. Das erzählen Jonathan zumindest seine neuen Freunde, die hübsche Liz und ihr schwuler Jugendfreund Grady, die sich trotzdem nicht davon abhalten lassen, dem verrotteten Einbalsamierungskeller einen Besuch abzustatten.

Dort geht es auch deshalb wüst zu, weil Leslie ihr Wissen über das Bestattungswesen nur aus dem Fernstudium zieht, was groteske Zwischenfälle heraufbeschwört. In dem Chaos geht unter, dass einige der eingelieferten Leichen zwar tot aber nicht auf ihren Bahren bleiben, sondern umherwandern und ahnungslose Zeitgenossen mit grünem Schleim bespucken, der sie ebenfalls in Zombies verwandelt.

Denn unter dem Friedhof haust eine uralte Wesenheit, die sich ein Heer hirnloser Befehlsempfänger rekrutiert, mit deren Hilfe sie buchstäblich an die Oberfläche drängt. Auch Leslie fällt ihnen zum Opfer, aber ihre Kinder hat sie nicht vergessen, denen sie mit vielen untoten Gefolgsgenossen energisch auf die Hälse rückt. Zu ihrem Pech geraten auch Liz und Grady ins Visier der Zombies, zu denen sich ein quicklebendiger Bobby Fowler gesellt …

Es hätte durchaus schlimmer kommen können!

Wäre die Kritik gnädiger mit diesem Film umgegangen, hieße sein Regisseur nicht Tobe Hoopere? Er gilt als tragische Gestalt – ein “früh Vollendeter”, dem nur mit seinen ersten Filmen alles gelang. Mit “The Texas Chainsaw Massacre” – dem Original von 1974 – sorgte Hooper für einen Donnerschlag im Horrorkino. Es folgten Klassiker wie “Eaten Alive” und “The Funhouse”. Dann meldeten sich Hollywood und der Mainstream-Film: Hooper drehte 1981 für Stephen Spielberg “Poltergeist”. Mit “Lifeforce” (1985) und “Invaders from Mars” (1986) war Hoopers Höhenflug schon vorbei. Seitdem dreht er als Regisseur fleißig und sparsam aber oft wenig inspiriert Episoden für TV-Serien und kostengünstige Horrorfilme. An seine frühen Erfolge konnte Hooper nie wieder anknüpfen.

Auch “Mortuary” ist Glied der langen Kette mittelmäßiger Routinefilme, die Hooper bis heute herunterkurbelt. Das Budget ist überschaubar, die Schauspieler teilen das Schicksal ihres Regisseurs (Denise Crosby) oder verdienen ihre Brötchen vor allem im Fernsehen, wo man sie oft sieht, ohne dass man sich jemals ihre Namen merkt. Die Spezialeffekte sind als solche ebenso deutlich zu identifizieren wie die wackligen Friedhofskulissen. Klischees bilden den Kitt zwischen wenigen Drehbuch-Einfällen, und viel zu oft können selbst sie gewaltige Logiklöcher nicht füllen.

Auf der anderen Seite ist Hooper ein Profi, der mit den wenigen Pfunden, die ihm zur Verfügung stehen, durchaus zu wuchern vermag. Aus “Mortuary” konnte er beim besten Willen keinen ‘ernsthaften’ Horrorstreifen formen. Folglich versuchte er es gar nicht. “Mortuary” ist eine Grusel-Komödie – ebenfalls keine großartige, aber eine funktionstüchtige, die auf gar zu grobe Kalauer weitgehend verzichtet, sondern die Story mit einem gewissen “tongue-in-cheek”-Schmunzeln erzählt, der ihr sehr gut zu Gesicht steht.

Vom Unterhaltungswert menschlicher Verwesung

Ein ‘Markenzeichen’ Hoopers ist seit “The Texas Chainsaw Massacre” der großzügige Einsatz von Tod und Verwesung. Was dem Sterben folgt, wird für ihn zur Blaupause für abstoßend-unterhaltsame Effekte. Dazu tritt Hoopers Faszination für das spektakulär Missgestaltete, dem er stets auch tragische Züge und damit eine charakterliche Dimension gönnt, die das ‘Monster’ menschlich werden lässt, auch wenn es tötet: Meist haben die ‘normalen’ Menschen es in die Rolle des Ungeheuers gedrängt. So ist es auch Bobby Fowler in “Mortuary” ergangen.

Er hat sich im Untergrund des Friedhofs eine schauerliche Heimstätte eingerichtet. Mit scharfem Blick für morbide Details setzt er Särge, Knochen und Leichen als Möbel und Dekorationsobjekte ein. Den entsprechenden Einfallsreichtum der Kulissenbauer muss man würdigen, denn er trägt zu einem Gutteil zum Filmvergnügen bei.

Auch die Maskenbildner leisten gute Arbeit. Die naturalistische Darstellung des Todes ist dabei nicht Ziel ihre Anstrengungen. Selbst würdig entschlafene Greise entsetzen von vornherein als garstig grünliche Kadaver. Leslie Doyles Murksen als Bestatterin, das eher den Tatbestand der Leichenschändung erfüllt, kann da nicht mehr viel beschädigen. Die Transformation zum Zombie setzt der Scheußlichkeit an der Grenze zur Parodie noch kräftig eins drauf. Das ist Humor der groben Sorte, aber er wirkt immerhin.

Eine Story – muss das sein?

Hat sich der Zuschauer auf “Mortuary”-Niveau begeben, verfliegt der Ärger über das eigenwillige Drehbuch, das einerseits ein Potpourri sehr bekannter Szenen aus anderen Horrorfilmen darstellt, während es andererseits jeglichen Sinn geradezu fanatisch ausklammert. Wie realistisch ist es (selbst in den USA), dass eine Do-It-Yourself-Leichenbestatterin angeheuert wird? Dass der mörderische Dorftrottel seit Jahrzehnten unbehelligt in seiner Gruft hausen kann? Und welcher Hinterbliebene würde seine lieben Verblichenen einem Saustall wie diesem Bestattungsinstitut anvertrauen?

Zumindest der eingeweihte Horrorfreund weiß Bescheid, was ihm nun blühen wird, wenn Leslie Doyle in der Fowler-Gruft auf eine Inschrift stößt, die 1 : 1 dem fiktiven Zauberbuch “Necronomicon” entnommen wurde, das dem Hirn des Phantastik-Klassikers H. P. Lovecraft (1890-1937) entsprang. Auch wenn der Name nie fällt, öffnet sich unter dem Friedhof das Portal zum Reich des “Großen Alten” Cthulhu, der auf die Oberwelt drängt, um dort sein Schreckensregiment zu etablieren.

Die “Mortuary”-Version cthulhuscher Schrecken ist augenfällig Parodie. Mit einigen Büchsen Steinsalz lässt sich der uralte Finsterling bei Lovecraft jedenfalls nicht ausschalten. Hier sorgen die Folgen solchen Einsalzens für weitere Heiterkeit, die sich aus dem Zerfall der so behandelten Zombies speist; leider macht die Qualität der Tricktechnik die Wirkung teilweise zunichte.

Darsteller ohne Furcht vor Schmutz & verdächtigen Flüssigkeiten

Eine ausgesprochen hohe Toleranzschwelle in Sachen Schmutz und Staub war für die “Mortuary”-Darstellerriege Voraussetzung. Dies ist einer jener Filme, die auf äußere Schauwerte und Action setzen, während schauspielerisches Talent nur eine sekundäre Rolle spielt. Rollen wie die in der Inhaltsskizze genannten spielen Profis quasi im Schlaf. Erst recht spielt es keine Rolle, dass der Jonathan Doyle zum Zeitpunkt des Filmdrehs seinen 20 Geburtstag feiern konnte, während Alexandra Adi, seine ‘gleichaltrige’ Freundin Liz, bereits 34 Lenze zählte … (Was mit dicker Schminke und später mit einer noch dickeren Dreckschicht erfolgreich vertuscht wird.) Womöglich als Ausgleich wirkt Stephanie Patton als Jamie Doyle weitaus reifer als ihre 12 Jahre.

Denise Crosbys Karriere ist nach verheißungsvollem Auftakt (“Star Trek – The Next Generation”, “Pet Cemetary; dt. “Friedhof der Kuscheltiere”, 1989) nie richtig in Schwung gekommen. Sie schlägt sich als zuverlässige Nebenrollen-Darstellerin in oft obskuren Filmchen durch. Auch die Leslie Doyle in “Mortuary” dürfte kaum ihre Traumrolle gewesen sein. Als besessener Zombie wirkt sie wesentlich überzeugender denn als Mutter. Ein ungeahntes komisches Talent legt sie immerhin im Kampf mit der Balsamierungsmaschine und einer störrischen Leiche an den Tag.

Die Nebenrollen sind wiederum Parodie. Michael Shamus Wiles warnt als Sheriff Howell schamhaft vor geilen Teenies und “Friedhofsbabys” und legt selbst als Zombie großen Wert auf manierliches Benehmen; Diner-Chefin Rita (Lee Garlington) hat ihr Hirn in Mädchenjahren allzu intensiv in LSD getränkt; Eliot Cook glänzt als schleimiger Hauswirt, der die konsternierte Leslie übers Ohr haut und gleichzeitig anbalzt. Bug Hall, Courtney Peldon und Tarah Paige geben ihr Bestes in den Klischee-Nischen Proll-Hengst und Kleinstadt-Schlampen.

Erstaunlich ist der ständige Perspektivenwechsel. “Mortuary” beginnt aus der Sicht der Tochter Jamie. Sie wird von Mutter Leslie ersetzt und verschwindet im Hintergrund der Handlung, wo sie höchstens noch als “Kind in Gefahr” eingesetzt wird. Leslie wird wiederum von Jonathan verdrängt, der zunächst nur körperlich präsent war. Ein austariertes Gleichgewicht herrscht zwischen den drei Familienmitgliedern nicht. Genau das wäre jedoch nötig, um ein Gefühl der Sympathie beim Zuschauer zu erzeugen.

Schade, dass “Mortuary” auf der Zielgeraden die Luft ausgeht. Es gibt keinen echten Höhepunkt. Stattdessen versucht es Hooper mit dem uralten, müden Trick eines ‘überraschenden’ und ’schockierenden’ Schlussgags, der völlig fehlzündet und sogar der verqueren Logik des bisher Gesehenen ins Gesicht schlägt. Aus unterhaltsamem Mittelmaß wird plötzlich Schwachsinn – ein Tiefschlag, der diesen grellen Film nachträglich völlig über die Grenze zum Trash jagt.

DVD-Features

Dem zwar welken aber weiterhin in der Werbung beschworenen Ruhm des Regisseurs Tobe Hooper ist es wohl zu verdanken, dass “Mortuary” nicht nur als Single-DVD mit diversen Extras bestückt wird, sondern sogar als “2-Disc-Special-Edition” auf den Markt geworfen wurde.

Bei näherer Betrachtung erweisen sich die Extras der Film-DVD als Mumpitz. Es gibt den Originaltrailer in deutscher und englischer Fassung sowie Bio- und Filmografien von Tobe Hooper, Dan Byrd, Denise Crosby, Lee Garlington und Price Carson – als Texttafeln, wie sie in der Urzeit der DVD-Features üblich waren!

Nur 75 Minuten währen die Extras der (überflüssigen) Zusatz-DVD. Ein beinahe episches “Making of” gestattet immerhin aufschlussreiche Blicke hinter die Kulissen einer Horror-Billig-Produktion. Dazu gibt es – für Komplettisten – einen “Mortuary”-Promotrailer in Kurz- und Langfassung. Abgerundet wird das Ganze durch einen DVD-ROM-Part mit Schnickschnack wie “Mortuary”-Bildschirmschoner, Artwork und Poster, dem deutsch-englischen Dialogbuch, einer kunterbunt durcheinander gewürfelten Bildergalerie sowie einen (längst erloschenen) Link zu einem “Zombie Game”.

[md]

Titel bei Amazon.de:
Mortuary – Wenn die Toten auferstehen …

Mortuary (Special Edition, 2 DVDs)

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Last of the Living

Erstellt von Michael Drewniok am 18. Juni 2009

Last of the Living

Originaltitel: Last of the Living (Neuseeland 2008)
Regie, Drehbuch u. Schnitt: Logan McMillan
Kamera: Kirk Pflaum
Musik: Ben Edwards u. Kurt Preston
Darsteller: Morgan Williams (Morgan), Robert Faith (Johnny), Ashleigh Southam (Ash), Emily Paddon-Brown (Stef), Mark Hadlow (Stefs Dad), u. a.
Label u. Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment (www.ascot-elite.de)
Erscheinungsdatum: 20.05.2009 (Leih-DVD) bzw. 18.06.2009 (Kauf-DVD)
EAN: 4048317357673 (Leih- u. Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1 – anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 88 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Als die Apokalypse kam, erreichte sie auch das ferne Neuseeland und verwandelte fast alle Menschen in kannibalische Zombies, die auf den Straßen ihr Unwesen treiben und hungrig auf unvorsichtige Zeitgenossen lauern. Morgan, ein erfolgloser Schauspieler, Johnny, ein erfolgloser Rockmusiker, und Ash, ein erfolgloser Buchhalter, haben sich deshalb in einer gut geschützten Villa verschanzt, wo sie ihre Zeit videospielend, dösend und einander ärgernd verbringen. Für Abwechslung sorgen Ausflüge in die Stadt, wo sich das Trio mit Lebensmitteln und Luxusgütern eindeckt und ihr Mütchen an den Zombies kühlt, denen reihenweise die Schädel eingeschlagen werden. So verstreichen die Monate, in denen die drei Jungs eigentlich nur eines vermissen: Frauen!

Auf ein lebendiges Exemplar dieser selten gewordenen Spezies stoßen sie dann eher zufällig. Die Medizinerin Stef ist einem möglichen Heilmittel auf die Spur gekommen. Proben verseuchten Zombie-Blutes müssten auf die abgelegene Insel Stewart Island gebracht werden, wo sie in einem Forschungsinstitut zu einem Serum verarbeitet werden könnten.

Weniger um die Rettung der Menschheit besorgt als bemüht, Eindruck auf die hübsche Stef zu machen, erklären sich Johnny, Morgan und Ash bereit zu helfen. Es beginnt eine Odyssee durch eine von Zombies wimmelnde Welt,, die nicht alle Teilnehmer überleben werden und an deren Ende eine böse Überraschung steht …

Wieso überleben stets die Trottel?

Schlimmer als jeder Weltuntergang durch Zombies oder Pandemien ist der Triumph des Trottels, der Talent durch jene Entschlossenheit wettmacht, die es ihm ermöglicht, seinem Unvermögen Gestalt zu verleihen. Hier ist es ein neuseeländisches Exemplar seiner Art namens Logan McMillan, der sich seinen Traum erfüllte bzw. leider erfüllen konnte, einen Spielfilm zu drehen, wobei die Definitionsgrenzen für “Film” einer enormen Belastungsprobe unterzogen werden.

Wie selbstverständlich wählte er das Horror-Genre. Es ist seit jeher Spielplatz für die McMillans dieser Welt, weil einerseits beliebt und andererseits (scheinbar) simpel in der Umsetzung. Aber das ist ein Irrtum: Guter Grusel ist genauso schwer zu erzeugen wie Romantik, was wir nach der gefühlten Endlosigkeit des Trash-Machwerks “Last of the Living” heftig kopfschüttelnd bestätigen können – immerhin ein Lerneffekt!

Was McMillan vorschwebte, wird allzu deutlich: Er plante nichts Geringeres als eine neuseeländische Version von “Shaun of the Dead”. Seinen Enthusiasmus muss man bewundern, denn durch die Tatsache, dass in seiner Kriegskasse permanent Ebbe herrschte, ließ sich der umtriebige Nachwuchs-Filmer nicht aufhalten. Er setzte auf den Volksfest-Charme, den der Dreh von Zombie-Streifen offensichtlich ausstrahlt, und heuerte absolute Neu-Darsteller sowie eine schier unendliche Reihe begeisterter Zombie-Statisten (oder heißt es hier besser Statisten-Zombies?) an. Nicht einmal 80.000 $ hat er nach eigener Auskunft ausgegeben. Man glaubt es ihm in jeder Filmsekunde.

Das Drehbuch blieb in dem Durcheinander der Filmvorbereitungen leider sekundäres Element. Die Story ist ohnehin nur Vorwand ist für eine Kette eher notdürftig miteinander verknüpfter Episoden. Sie könnten problemfrei in unterschiedlicher Reihenfolge montiert werden, was der Handlung weder nützen noch schaden würde. In der Tat hat McMillan in den drei Jahren, die er an seinem Film ‘arbeitete’, diverse Szenen gestrichen bzw. neu konzipiert und nachgedreht. Der einzige Zweck war nicht selten die Notwendigkeit, das Endprodukt auf die markttaugliche Spielfilmlänge von ca. 90 min. zu bringen. Zu seinem Glück ist “Last of the Living” ein fadenloses und fades Durcheinander, das solche brachialen Eingriffe verträgt.  Ein ‘offenes’ Ende, das nichts als Ratlosigkeit verrät, krönt die Konzeptlosigkeit unfreiwillig genial.

Do it yourself – aber niemals richtig!

Wenn man dem Ideengehalt des Drehbuchs den Wert Null zuweist, muss man für die Bewertung der handwerkliche Umsetzung in den Minusbereich gehen. Die ‘Masken’ wurden offenbar einem Schminkkasten fürs Kindergarten-Theater entnommen. Den ‘Zombies’ wurde in 99 von 100 Fällen ein wenig graue und rote Farbe in die Gesichter geschmiert, was nicht nur gar nicht überzeugt, sondern auch nicht verbergen kann, dass einige der für diese Rollen angeheuerten Statisten sich das Grinsen nicht verbeißen konnten. Für angeweste oder verstümmelte Zombies wurde möglicherweise ein Gemisch aus Mehl und Mullbinden angerührt. Die Darsteller sehen darunter wahrlich scheußlich aus, aber es erschreckt höchstens die Dreistigkeit, mit der McMillans Spießgesellen ihr Publikum für dumm verkaufen wollen.

Das ist zu toppen: Hin und wieder gibt der Regisseur, wonach das einschlägige Publikum verlangt – Zombies müssen geköpft werden, wenn man sie stoppen will. Das gibt theoretisch Raum für unterhaltsame Ekel-Effekte, die in unserem Fall aus Kostengründen entweder entfallen oder durch Tricks aus der Dampfmaschinen-Ära der Filmgeschichte in ihrer Wirkung aufgehoben werden.

Gedreht wurde primär “on the road”, denn für Kulissen im eigentlichen Sinn war ebenfalls kein Geld da. Irgendwie gelang es McMillan, ganze Straßenzüge seiner Heimatstadt Christchurch zeitweise verkehrs- und menschenfrei zu halten. Er ließ die Kamera und seine Darsteller laufen und malträtiert folgerichtig seine Zuschauer mit endlosen Ansichten postapokalyptisch leerer Straßen (in denen die Auto ordentlich am Rand geparkt stehen und der Müll in den Eimern liegt).

Ansonsten stapft die Darstellerschar über Schafswiesen oder irrt zwischen verfallenen Nissenhütten umher, die als “Forschungsstation” deklariert werden. Aufwendigstes Requisit ist ein prollig gepimpter Ford Cortina Baujahr 1974, der durch Rammstacheln in ein Mad-Max-Vehikel für Arme verwandelt wurde. Viele Minuten werden mit Schleichwerbung für eine obskure “down-under”-Hardrock-Band namens “The Frank Woo” gefüllt. Für die alles verbindende Klammer sorgt das minderwertige Equipment, das ausschließlich unscharfe, grobkörnige, grau-grünstichige Filmbilder produziert.

Darsteller buchstäblich am Ende der Welt

Die Filmgeschichte ist reich an hoffnungsvollen und begeisterungsfähigen Nachwuchs-Schauspielern, die sich nicht selten lohnfrei in ein Projekt stürzen, das ihnen eine Filmrolle garantiert. Grausame Ernüchterung ist oft die Folge – nicht nur für die Beteiligten, sondern auch für das unschuldige Publikum.

Selbst das Internet gibt nur die Namen derer bekannt, die Logan McMillan für sein Regiedebüt anheuerte. Bis auf den Nebenrollen-Veteranen Mark Hadlow, der in seinem Ein-Minuten-Auftritt nicht glänzen kann, treten nur Anfänger vor die Kamera. Wenn es vor allem Führung war, die sie dort benötigten, haben sie diese von ihrem Regisseur und Drehbuchautoren nicht erhalten. Also chargieren die Herren Williams, Faith & Southam, aber auch Emily Paddon-Brown aus Leibeskräften. Beseelt wurden sie dabei womöglich durch Verzweiflung, weil sie Szenen improvisieren mussten, die ein erfahrener Filmemacher besser geschrieben oder nachträglich wenigstens auf Sekundenlänge zusammengestrichen hätte. Stattdessen plappern und mimen die Darsteller aus Leibeskräften, damit wenigstens etwas auf dem Bildschirm geschieht. Dabei bleibt keine Zeit für Nuancen oder für das Timing, das auch eine Horror-Komödie so dringend benötigt.

Ebenfalls nicht verstanden hat McMillan, dass Couch-Kartoffel-Proleten als solche nicht komisch sind. In “Shaun of the Dead” waren die unterbelichteten ‘Helden’ sympathisch gezeichnet. Hier sind sie einfach hohlköpfiges Pack. Die Versuche, ihnen exzentrische Züge zu verleihen, scheitern auf das ganzen Linie. Auch Stef ist weder so “taff”, wie Morgan, Johnny und Ash einander ständig versichern, noch überzeugt sie als ‘Wissenschaftlerin’.

Letztes Rätsel bleibt, wieso die deutsche Version von “Last of the Living” nur eine FSK-18-Freigabe erhielt. Die Splatter-Effekte sind nicht nur kläglich, sondern auch zahlenarm. Damit ist die Indizienlage eindeutig: “Last of the Living” ist Trash: kein fröhliches Spucken auf politisch korrekte Unterhaltung, sondern Trash im Sinne von Abfall. Und Abfall gehört bekanntlich auf die Müllkippe.

DVD-Features

“Last of the Living” ist ein Film aus Neuseeland. Aus Neuseeland kommt Peter Jackson, der u. a. mit “The Lord of the Rings” Filmgeschichte geschrieben hat. Diese Blockbuster-Trilogie wurde in Neuseeland gedreht. Also ist Neuseeland ein Ort, an dem gute Film-Phantastik entsteht.

Etwa so müssen sich jene skrupellosen Krämerseelen, die “Last of the Living” über uns brachten, das Wunschdenken ihrer Zuschauer (= Käufer) zurechtgebogen haben. Nur auf diese Weise kann die (übrigens stets zur Vorsicht mahnende) Bezeichnung “Kultfilm” zu Stande gekommen sein. Um den Schein des Lohnenswerten zusätzlich aufrecht zu erhalten, wurden dem Hauptfilm ungewöhnlich viele Features beigegeben. Auch sie suggerieren einen Geheimtipp, fügen sich aber stattdessen nahtlos in das ärgerliche Gesamtbild ein.

Stolz stellen sich alle Hauptdarsteller sowie “total film maker” Logan McMillan der Interview-Kamera. Man hat sie bisher sichtlich selten oder noch gar nicht über ihren Job befragt. Begeistert erzählen sie von den Dreharbeiten und scheinen dabei über einen ganz anderen und deutlich besseren Film zu reden.

Regisseur, Drehbuchautor und Cutter McMillan darf darüber hinaus den Abfall aus dem Schneideraum vorführen und kommentieren. Die “deleted scenes” sind miserabel, ihr Fehlen macht das Werk nicht erträglicher. Das alternative Ende ist genauso bescheuert wie das ein Jahr nach dem eigentlichen Dreh nachgeschobene ‘richtige’ Finale. Alles zusammen komplettiert den Tatbestand der fortgesetzten Publikumsverdummung.

[md]

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Last of the Living

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Der goldene Nazivampir von Absam 2

Erstellt von Redaktion am 5. Mai 2009

Der goldene Nazivampir von Absam 2

Genre: Trash-Horror-Komödie, Kurzfilm
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 46 Minuten

Regie: Lasse Nolte
Drehbuch: Lasse Nolte
Darsteller: Götz Burger, Walter Stapper, Oliver Kalkofe, Daniel Krauss, Hendrik Martz, Michael Schiller, Peter Carpentier

Produktion: Deutschland 2007
Produktionsfirmen: Creative Gap Filmproduktion
Produzent: Martin Blankemeyer, Cornel Schäfer

Im Oktober 1942 erhält William ‘B.J.’ Blazkowicz (Daniel Krauss) – der Okkultismusfachmann des US-Militärgeheimdienstes – den Auftrag in Absam (in den Alpen) eine Festung der Nazis zu infiltrieren und dort die Siegespläne des Feindes zu durchkreuzen. Doch nichts klappt so wie es soll und Blazkowicz scheint obendrein eine Niete zu sein …

Bei „Der goldene Nazivampir von Absam 2“ handelt es sich um den Abschlussfilm von Lasse Nolte, mit dem sich der junge Regisseur sein Diplom an der Hochschule für Fernsehen und Film München verdiente. Der kurze Streifen ist eine Trash-Horror-Komödie, in der das dritte Reich gehörig auf die Schippe genommen wird. Nolte eckte mit dem Thema in der Filmszene stellenweise an, konnte sich schlussendlich aber durchsetzen.

Mit wenig Geld und guten Ideen gelang es Lasse Nolte dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Dabei kann er auch auf bekannte Darsteller wie Hendrik Martz bauen und selbst Oliver Kalkofe ist – in einer erfrischend lustigen Szene – als Gast zu sehen.

Die Handlung selbst wirkt ein wenig abstrus, wirr und an den Haaren herbeigezogen. Doch die Umsetzung macht alles wieder wett und am Ende dringt sogar ein wenig Historienkritik im Film durch. Der Humor ist typisch deutsch und leicht verständlich. Es gibt zwar kein Gagfeuerwerk, aber die Pointen sitzen meistens richtig. Kleiner Tipp: Die Liste mit den Namen der amerikanischen Agenten sollte man auch mal im Pausenmodus betrachten. Einfach herrlich!

Nolte hat sich einiges einfallen lassen, um den Film zu produzieren. So gewann er – unter anderem – ganz der Neuzeit entsprechend Sponsoren mittels eBay. Ein Special auf der DVD bietet dazu spannende und aufschlussreiche Einblicke. Überhaupt ist die Präsentation sehr gelungen und das Bonusmaterial – für eine so kleine Produktion – einfach grandios.

Man sollte sich jedoch darüber im klaren sein, dass „Der goldene Nazivampir von Absam 2“ (Teil 1 befindet sich übrigens auch auf der DVD) sein Publikum braucht. Der Film trifft keineswegs den Massengeschmack. Seine gelungene, aber freche Art eckt halt an. Für Liebhaber solcher Filme ist der Streifen eine absolute Empfehlung – Kompliment an Lasse Nolte.
(Günther Lietz)

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Der goldene Nazivampir von Absam 2

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2002 – Durchgeknallt im All

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. April 2009

2002 – Durchgeknallt im All (DVD)

- Darsteller: Leslie Nielsen, Ophélie Winter, Ezio Greggio
- Regie: Allan Goldstein
- FSK: 6
- Musik: Claude Foisy
- Buch: Alan Shearman, Leslie Nielsen
- Label: Columbia TriStar (Helkon)
Zusatzinformationen:
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch
• Bildformat: 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 94 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 25. Februar 2003
• Produktion: 2000
DVD Features:
• Verschiedene Trailer
• Making of
• Promotion Featurette; Produktionsnotizen
• Der Leslie-Nielsen-Humor
• Biografien: Cast & Crew

Nielsen in space: Kampf der Klone!

Marshall Dickie Dixon erhält den Auftrag, die Aliens auf dem Mond auszuforschen, die offenbar einen genialen Plan umsetzen, die Erde durch Klone der wichtigsten Persönlichkeiten zu übernehmen. Doch bevor sie die irdischen Silikonvorräte ausbeuten könnte, müssen sie an diversen Damen vorbei, die selbst auf diese Vorräte angewiesen sind…

Marshall Richard “Dick” Dixon (Nielsen) von der Interplanetary Security Force ist der weithin gefürchtete Arm des Gesetzes. Bei der Befreiung von Geiseln aus den Händen von islamistischen Terroristen kann es schon mal vorkommen, dass er die Seiten verwechselt und die Stätte des Verbrechens verwüstet. Hautpsache, sein VW New Beetle fährt noch!

Sein Boss Osgood macht ihn mit der bezaubernden Agentin Cassandra Ménage (Sängerin Ophélie Winter) bekannt, mit der er bei der nächsten Aktion zusammenarbeiten soll – allerdings weit weg von der Erde. Auf der Mondstation Vegan soll er aus einem Geheimlabor der Aliens, die hier eine Durchgangsstation haben, den echten US-Präsidenten Bill Clinton befreien, nachdem festgestellt wurde, dass er von den Aliens geklont und durch die Fälschung ersetzt wurde.

Der perfide Alien-Plan scheint darin zu bestehen, so viele Mächtige der Erde zu ersetzen, bis sie in der Lage sind, die Erde zu übernehmen und deren schier unerschöpfliche Silikonvorräte auszubeuten. Aliens sind bekanntlich total scharf auf Silikon. Allerdings stößt dieser Plan bei Cassandra Ménage auf Widerstand: Sie hat selbst Bedarf für Silikon, wie ein Blick in ihr Décolleté belegt.

Schon auf der Anreise macht Dick Dixon den Space Shuttle zu seinem Trampolin und gewinnt auch den Expressaufzügen der Mondstation Lustgewinn ab: Er fällt auf seine Gastgeberin Dr. Uschi Künstler (A. Kamp). Kein Wunder, dass er später noch mehrere Male mit ihr in den Clinch geht – aber ob sie wohl wirklich ein Mensch ist? (Auf dem Mond herrscht offensichtlich keine lunare Schwerkraft, sondern irdische. Auch die Aliens atmen alle Erdluft, was wirklich sehr entgegenkommend von ihnen ist.)

Das Geheimlabor der Aliens wird geleitet von einem gewissen Dr. Pratt (P. Egan), der sozusagen die Rolle von “Ming the Merciless” aus “Flash Gordon” spielt. Wehe, man spielt mit seinem maßstabsgetreuen Vegan-Modell herum! Dixon tut natürlich nichts lieber als genau das. Dr. Pratt hat eine Sekretärin namens Yetta Pussel, die von Verona Feldbusch anscheinend nur zu dem Zweck gespielt wird, einen Satz zu sagen und sich ein Kleid vom Leib reißen zu lassen – von Dixon natürlich.

Doch nach so mancher peinlichen Situation stößt der Marshall tatsächlich auf den entführten US-Präsidenten – aber ist der echt? Wie auch immer: Der Showdown findet nicht auf dem Mond, sondern in einer Pariser Oper statt, wo sich laute Klone einfinden. Darunter natürlich auch Michael Jackson, Prince und Madonna.

Wie von einem Nielsen-Film nicht anders zu erwarten, trieft die Handlung von blödesten Scherzen, die von der einfachsten aller denkbaren Handlungen ermöglicht werden. Daher dürften auch Sechsjährige keine Mühe haben, ihr zu folgen.

Immerhin aber hat die Tatsache, dass der Streifen von vier Ländern produziert wurde, unter massiver Beteiligung der Bayern, den Vorteil, dass die Frauen diesmal äußerst ansehnlich sind: Die Auswahl fiel auf drei Damen, deren Reize nicht versteckt werden. Die deutsche TV-Schauspielerin Alexandra Kamp kann zudem fließend Englisch, und Ophélie Winter ist in ihrer französischen Heimat offenbar ein Superstar der Popmusique. Was sie drauf hat, zeigt sie in einer Show auf Vegan.

Allan Goldstein schrieb das Drehbuch und drehte professionell, Nielsen brachte seinen ganz speziellen “Humor” – oder nur seine Grimassenkunst – ein, und die visuellen Spezialeffekte kreierte eine Münchener Firma. So fließt das bayerische Filmförderungsgeld wenigstens wieder zurück in die Heimat und sichert dort Arbeitsplätze. Wer jedoch auf intelligenten Wortwitz aus ist, sollte woanders suchen.

Ach ja: “2001″ kommt auch vor. Schon der Prolog mit der Entstehung des Universums und der Krone der Schöpfung – Nielsen! – ist eine Travestie auf das Pathos, das einen Großteil von Kubricks Meisterwerk durchzieht. Eines der Wesen, die Dixon über den Weg laufen, heißt Kubrick. Und das letzte Drittel in der Oper soll wohl dem Schluss von “2001″ entsprechen, in dem Astronaut Dave Bowman sich in einen Erinnerungspalast zurückzieht, der aussieht wie ein Zimmer in Schloss Versailles.

Crazy Credits sind Angaben im Abspann, die man nicht so ganz ernstnehmen sollte. Sie sind aber für den Eingeweihten ein potentieller Quell des Vergnügens, so auch hier. Fans sollten auf die Credits für die nonexistente “Moon Unit” achten, nachdem die Drehteams (units) für Kanada, Frankreich und Dschörmäny vollständig durchgelaufen sind. In der Moon Unit tauchen Kirk und diverse Aliens auf, die nicht ganz koscher sind. Als Zugabe sind ganz am Schluss noch diverse Erzeugnisse aus Nielsens privatem Lieblingsspielzeug angefügt worden: dem Furzkissen. Besonders gefallen hat mir der “Royal Ripper”.

Heutzutage tragen die Einnahmen durch die DVD-Auswertung eines Films bereits mindestens 20-25% vom Gesamtumsatz. Bei “2002″ dürfte aufgrund der gefloppten Kinoauswertung (lief er überhaupt bei uns?) dieser Anteil wesentlich höher liegen. So ließe sich erklären, warum die DVD vollgepackt ist mit Bonusmaterial, das man nur bei teureren Produktionen erwarten würde.

Das Making-of ist mit 37 Minuten von imposanter Länge, aber taugt es auch was? Leslie Nielsen, Co-Autor und Ausführender Produzent des Streifens wird von einer deutschen Journalistin mit verbesserungsfähiger englischer Aussprache interviewt. Sagt er doch glatt, das ganze sei eine “Hommage an Kubrick”, außerdem lässt er sich über Frank Drebin aus, seine Rolle in den “Naked-Gun”-Filmen. Es folgen Interviews mit Verona Feldbusch (völlig nervtötend), Alexandra Kamp (charmant), Ophélie Winter (dito), Peter Egan (klassischer britischer Akzent, yessir!) und Allan Goldstein, dem Regisseur. Er weiß zu berichten, wie es zu dem Filmprojekt kam und warum er die Regie übernahm.

Die Featurette von 12 Minuten Länge erklärt die Spezialeffekte und den Sinn (?!) der Story. Außerdem gibt es ein Interview mit dem bekannten italienischen Schauspieler (“Dracula – tot aber glücklich”) und Sänger etc. Ezio Greggio, der im Film den Stationskommandanten Di Pasquale spielt und eine Menge italienischer Schimpfwörter benutzen darf, die mal wieder niemand versteht – Wörter wie “stronzo”: A***loch. Sogar im Interview gelingt ihm ein solcher “Ausrutscher” (“porca puta”: das will ich lieber nicht erklären, sonst wird dieser Bericht verboten). Auch das verblüffend ähnliche Clinton-Double Damian Mason kommt zu Wort: Er wendet sich an die US-Nation.

Die restliche DVD besteht aus viel Text: elf Seiten über den speziellen “Nielsen Humour”, weitere Seiten über Cast & Crew (wobei die Crew nur aus dem Regisseur besteht), sodann weitere Texte in Form von “Produktionsnotizen”. Hier erfährt man etwas über die Entstehung und Finanzierung des Projekts. Zu guter Letzt sind fünf Trailer zu bewundern, die ich hier nicht aufzählen will.

Fazit:

Die ersten Filme der “nackten Kanone” waren ja noch ganz amüsant, wenn man etwas für Brachialhumor übrig hat. Doch der Humor dieses Machwerks, an dem Nielsen mitschrieb und -produzierte, erschließt sich dem unbedarften Zuschauer nicht sofort. Vielleicht muss man aber auch höchstens sechs Jahre alt sein, um etwas damit anfangen zu können.

Die DVD ist im Gegensatz zum Film mit brauchbaren Beiträgen ausgestattet, die nicht alle in Richtung Werbung getrimmt sind. Eine veritable Journalistin – gelobt sei ihr Wagemut – stellt den Hauptfiguren des Streifens neugierige Fragen, die zum Glück niemanden in Verlegenheit bringen. Maximal zwei von fünf geklonten Sternen!

(c) 2004 by Michael Matzer

Titel bei Amazon.de
2002 – Durchgeknallt im All

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20 30 40: Liebe hin – Liebe her

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. April 2009

20 30 40: Liebe hin – Liebe her (DVD)

- Darsteller: Anthony Wong, Sylvia Chang, Rene Liu, Angelica Lee
- Regie: Sylvia Chang
- Musik: Kay Huang
- Buch: Sylvia Chang
- Produktion: Hongkong / Taiwan / Japan 2004
- Label: Sony Pictures
Zusatzinformationen:
• Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Bildformat: 16:9, 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 108 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 21. Juni 2005
DVD Features:
• Making of

Sylvia Chang’s Episodenfilm „20 30 40“ schildert die Geschichten von drei Frauen unterschiedlichen Alters. Angelica Lee („The Eye“) spielt die zwanzigjährige Xiao Jie, die aus der malaysischen Provinz in die taiwanesische Großstadt Taipeh kommt, wo sie eine Sängerkarriere starten will. Mit ihrer Gesangspartnerin Tong Yi (Kate Yeung) aus Hongkong bezieht sie ein Hotelzimmer und wartet bis ihr schräger Musikproduzent (Anthony Wong) damit fertig ist, ihr einen Song auf den Leib zu schreiben. Dabei entstehen zwischen den beiden Mädchen leichte homoerotische Spannungen…

Rene Liu spielt die dreißigjährige Stewardess Xiang Xiang, die in ihrem Leben viele Männer hat, aber damit nicht glücklich ist. Denn für ihre größtenteils verheirateten Gespielen ist sie nur die Geliebte…

Regisseurin Sylvia Chang spielt schließlich selbst die vierzigjährige Mutter Lily, die einen Blumenhandel betreibt und dabei eines Tages entdecken muss, dass ihr Mann eine zweite Familie hat, eine zweite Frau und ein zweites Kind. Sie lässt sich scheiden und stürzt sich um die Trennung zu verdrängen kopfüber ins Singleleben…

Das Besondere an Sylvia Changs Film liegt in der Vorbereitung. Sie hat ihre beiden Schauspielkolleginnen Angelica Lee und Rene Liu die Storys für ihren jeweiligen Charakter selbst entwickeln lassen und daraus mit ihrem Co-Autor Cat Kwan und ihrer Co-Autorin GC Goo Bi das Drehbuch gezimmert. Dadurch, dass eine Frau aus der jeweiligen Generation die Story für den jeweiligen Charakter schreiben ließ, wollte sie wohl eine möglichst hohe Authentizität erreichen.

Dies ist allerdings nur streckenweise gelungen. „20 30 40“ gerät zum Nachteil, dass die Autoren viel zu oft auf typische Klischees setzen, die Geschichten damit phasenweise vollpacken. Das schadet dem Film merklich und drängt viel zu oft die guten Ideen in den Hintergrund.

Man hat sich gar keine Mühe gegeben, die Geschichten zu verknüpfen. Zu Beginn werden alle drei Frauen am Flughafen von Taipeh vorgestellt, wo sie sich aus unterschiedlichen Motiven aufhalten. Zwischendrin kreuzen sich noch ein paar Mal ihre Wege, doch sie nehmen sich nicht gegenseitig wahr. Die Verbindung zwischen den Geschichten ist also eher auf der Storyebene zu suchen, dreht es sich doch im Endeffekt bei allen Geschichten um Liebe und Beziehungen.

Ein weiterer interessanter Bezugspunkt ist die Rolle des Telefons, vor allem des Handys. Dabei besitzt Letzteres nur eine der drei Frauenfiguren, nämlich Xiang Xiang, die dafür gleich eine ganze Reihe von Handys hat. Es scheint so als hätte sie für jeden ihrer Liebhaber ein eigenes Mobiltelefon. Lily hat zwar kein Handy, dafür hat ihr Mann aber eines. Es ist das Symbol für die Entfremdung der beiden, telefoniert ihr Mann doch die ganze Zeit während sie neben dran steht und zum Beispiel die schweren Koffer vom Band der Gepäckausgabe am Flughafen hebt. Xiao Jie, das Mädchen aus der Provinz, hat schließlich auch kein Handy, muss zum Telefonieren sogar in die Telefonzelle. Allgemein ist das Verhalten der drei Frauen, wenn sie telefonieren, wenn neben ihnen jemand telefoniert oder wenn Xiang Xiang das richtige Handys sucht (oder eins wegschmeißt), sehr interessant zu beobachten. Mimik und Gestik der Frauen sind hier meist ausdrucksstärker und vermitteln mehr als es viele Dialoge des Films schaffen.

Das liegt auch an der größten Stärke von „20 30 40“, den Darstellern. Durch die Bank weg agieren diese sehr lebensnah. Neben den Frauen überzeugen vor allem auch Tony Leung Ka Fai („Der Liebhaber“) und Anthony Wong in einer sehr schrägen Rolle als langhaariger Musikproduzent.

Die sicherlich vorhandenen positiven Aspekte schaffen es aber nicht „20 30 40“ zu dem starken Film zu machen, der er hätte werden können. Zu oft schlagen dann doch die Klischees zu, als zu belanglos erweisen sich einige Szenen. Eine Empfehlung kann trotzdem noch ausgesprochen werden, vor allem Frauen, die sich im Bereich der drei beschriebenen Generationen bewegen (und wohl auch die Zielgruppe des Films sind), könnten daran gefallen finden.

(c) 2005 by Björn Becher

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20 30 40: Liebe hin – Liebe her
Liebe hin – Liebe her / 20:30:40 [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]

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