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Archiv für die 'Musik' Kategorie

Ass-Dur live

Erstellt von Detlef Hedderich am 11. April 2011

Dominik Wagner & Benedikt Zeitner
Ass-Dur live – Musik und Comedy

VC Vertriebscentrum
1 DVD, deutsch
Musik und Comedy
ISBN 4-260032-561054
Gesamtspieldauer: 131 min.
FSK ab 0 Jahren freigegeben
Aufzeichnung vom 08. April 2010 in der „Bar jeder Vernunft“, Berlin
mit dem kompletten Abendprogramm „1. Satz – Pesto“

www.ass-dur.de
www.vertriebscentrum.de

Titel erhältlich auf Buch24.de
Titel erhältlich auf Booklooker.de

Das Duo Ass-Dur – bestehend aus Dominik Wagner und Benedikt Zeitner – hat sich auf der Musikhochschule Berlin kennen gelernt. Und das merkt man: Sie haben Spaß an dem, was sie tun und vor allem, sie präsentieren Musik, Comedy, Kabarett und Zauberei mit Eleganz, Witz und absoluter Professionalität. Und wahrscheinlich war die Loslösung von – und das virtuose Spiel mit – dem Metier, das sie studiert haben, vorprogrammiertes Schicksal. Sie bieten Musik-Kabarett vom Feinsten.

Hochintelligente Einleitungen und Wortwitzspiele persiflieren die allzu bekannten flachbrüstigen Conférencier-Texte pseudo-intellektueller Moderatoren und führen sie mit gnadenloser Komik ad absurdum. Dabei spielen sie im wahrsten Sinne des Wortes mit den Klavierklassikern und geben ihnen neue Töne, sie brechen die Vorurteile all jener auf, die mit klassischer Musik gähnend langweilige Kulturabende verbinden.

Dazu beherrschen sie das Rollenspiel des blonden, sprachgeschliffenen Schöngeistes, der von einem scheinbar oberflächlichen und gelangweilten Kultursklaven begleitet wird und in Wahrheit sein Instrument und seine Mimik ebenso beherrscht wie sein Kollege. 22 Stücke füllen die mehr als 2 Stunden Abendprogramm und man vermisst eigentlich nur noch das perfekte 5-Gänge-Menü dazwischen, das genau zu diesem Abend gepasst hätte.

Ein winziges Pünktchen, an dem die beiden noch feilen könnten, wäre das Timing bei der einen oder anderen Stelle gewesen. Ein paar Sekunden zu lang gewartet („Im Zug“), eine Nummer ein klein wenig überstrapaziert („Butzemann 1 bis 3“) und ein lange vorher absehbarer Gag („Frag mich, wie´s mir geht!“) sind aber durchaus zu verschmerzen. Denn es steht zu erwarten, dass die Jungs noch besser werden. Schließlich sind sie erst Mitte 20 und haben noch viel Zeit. Hoffen wir, dass sie zusammen bleiben und uns mit weiteren Programmen erfreuen.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Titel erhältlich auf Buch24.de
Titel erhältlich auf Booklooker.de

Hier die nächsten Termine:
25.03 Bielefeld “2. Satz – Largo Maggiore” in der Oetkerhalle
26.03 Kalletal (bei Herford) “1. Satz – Pesto” in der August-Dreves-Schule
27.03 11h Borchen “1. Satz – Pesto” beim Kulturfrühstück
01.04 Rheinberg “1. Satz – Pesto” in der Stadthalle
02.04 Oberhausen “2. Satz – Largo maggiore” im Ebertbad
06.04 Karlsruhe “1. Satz – Pesto” im Jubez
07.04 Bamberg “2. Satz – Largo maggiore” im Morphclub
08.04 Bremen “1. Satz – Pesto” im Schlachthof
09.04 Bad Lippspringe (bei Paderborn) “1. Satz – Pesto” im Kongresshaus ->Karten
10.04 Trier “1. Satz – Pesto” in der Tuchfabrik
14.04 Dresden Gast bei “Jugend kulturell” im Theater Wechselbad
16.04 Winterthur (CH) “1. Satz – Pesto ” im Casinotheater
17+18.04 München “1. Satz – Pesto” in der Lach- und Schießgesellschaft
29.04 Bad Dürrheim (Baden) “1. Satz – Pesto” im Haus des Bürgers
… und auf www.ass-dur.de finden sich natürlich noch viele weitere.

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Preisrätsel / Gewinnspiel 2 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD (CD + DVD Video): Band From TV – Get The Party Started – CD & DVD

Erstellt von Detlef Hedderich am 23. Oktober 2010

Band From TV
Get The Party Started – CD & DVD

VÖ: 17. September 2010
Warner Music Entertainment

Wenn Dr. House mit Desperate Housewives rockt!

Was haben Dr. House Star Hugh Laurie, sexy Desperate Housewives-Klemptner James Denton und Serien-Kollegin Teri Hatcher gemeinsam? Sie rocken für den guten Zweck!

In einer Starbesetzung um die sich jeder TV-Produzent reißen würde, treten die Schauspieler seit 2007 gemeinsam auf um Geld für Charity-Organisationen zu sammeln.

Am 17. September erscheint das Doppel-Album der Band From TV erstmals auch in Deutschland:

Get The Party Started ist die CD & DVD- Aufnahme eines Unplugged-Konzertes in Burbank, Kalifornien.

13 Songs, u.a. Elvis Presleys Viva Las Vegas, You Really Got Me von Van Halen oder Bill Withers Lean On Me als Audio- & Video-Version! Neben dem Konzert, u.a. mit dem Highlight-Auftritt von Teri Hatcher bei „American Idol Gives Back“, zeigt die DVD exklusives Bonus-Material „Hinter den Kulissen“ & aus dem Backstage-Bereich der Stars!

EAN: 5052498258222
CD + DVD Video (bisher CD + DVD).
Warner Music Group Germany Holding GmbH / Hamburg

September 2010 – Audio-CD

Trackliste

1.01: Piece Of My Heart
1.02: You Really Got Me
1.03: Will It Go Round In Circles
1.04: Feelin’ Alright
1.05: Pink Cadillac
1.06: Lean On Me
1.07: Hard To Handle
1.08: Mustang Sally
1.09: The Letter
1.10: Viva Las Vegas
1.11: Goodnight Irene
1.12: Papa Loved Mama
1.13: Shake Your Tail Feather
2.01: Piece Of My Heart
2.02: You Really Got Me
2.03: Will It Go Round In Circles
2.04: Feelin’ Alright
2.05: Pink Cadillac
2.06: Lean On Me
2.07: Hard To Handle
2.08: The Letter
2.09: Viva Las Vegas
2.10: Goodnight Irene
2.11: Papa Loved Mama
2.12: Shake A Tail Feather
2.13: Before He Cheats
2.14: Backstage Timelapse
2.15: Band Interview
2.16: Backstage with the Band
2.17: Interview with Greg

Titel erhältlich bei Buch24.de

Preisrätsel / Gewinnspiel 2 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD (CD + DVD Video): Wieviele Tracks bietet das Teil und wie heisst der erste Track? Und wieviel Songs beeinhaltet das Teil?  Die richtigen Antworten an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 20 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! DIE GEWINNER LAUTEN: Marcin Klejn und Dafne Kreitzer. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN AUCH UNSEREM SPONSOREN UND ALLEN TEILNEHMERN!

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Growing Out

Erstellt von Michael Drewniok am 2. Juli 2010

Growing Out

Originaltitel: Growing Out (USA 2009)
Regie: Graham Ratliff
Drehbuch: Garett Ratliff
Kamera: Kate Sobol
Schnitt: Graham Ratliff, Garett Ratliff, Kate Sobol u. Matthias Schubert
Musik: Jason De Meo u. Garett Ratliff
Darsteller: Michael Hampton (Tom), Ryan Sterling (Archie), Devon Iott (Veronica), Chase Hemphill (Philip), Ben Bowden (Vernon), Davis Jaye (Mann in Schwarz), Bill Devlin (Manager), Eric Toms (junger Mann), Stephanie Skewes (junge Frau)
Label: Musketier Media
Vertrieb: WVG Medien
Erscheinungsdatum: 25.06.2010 (DVD)
EAN: 4033056900426 (DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 105 min.
FSK: 18

Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

Als Musiker ist Tom mit seinen gefühlvollen Liebessongs so erfolglos, dass er gerade aus einem Cafe gefeuert wurde, in dem er ohne Bezahlung singen durfte. Da kommt ihm das Angebot des einarmigen Vernon gerade recht, der jemanden sucht, um das verkommene Haus seiner Tante zu entrümpeln. Die haust im ersten Stock und lässt sich nie blicken, was leider nicht auf den zudringlichen Untermieter Philip zutrifft, der genügsam und zufrieden im Garten des Tanten-Hauses in einem winzigen Wohnwagen haust, seit er nach dem Mord an seinem tyrannischen Teddybären zum freien Mann geworden ist.

Als Tom eines Tages im Keller aufräumt, stößt er auf eine Hand, die aus dem nicht gepflasterten Boden ragt. Bald gedeiht sie zum Arm und signalisiert per Taubstummen-‚Sprache‘, dass sie gefüttert werden möchte. Entsetzt und fasziniert zugleich tut Tom, wie ihm geheißen, und Archie bricht aus der Erde. Er kann sprechen und wird Toms bester – und einziger – Freund, mit dem er seine zahlreichen Probleme besprechen kann, auch wenn es Archie, der zwar weiter aus dem Boden wächst, aber noch mit ihm verwurzelt bleibt, notgedrungen an persönlicher Lebenserfahrung fehlt.

Kompliziert wird die Situation, als sich Tom in Veronica, Philips hübsche Freundin, verliebt. Sie erwidert die Zuneigung und lässt sich von ihm das Gitarre-Spiel lehren. Leider sind weder Tom noch der zusehends misstrauische Philip die einzigen Männer in Veronicas Leben. Tom gerät in eine emotionale Krise und beginnt hässliche Charakterzüge zu entwickeln, während im eifersüchtigen Philip der Wahnsinn neu erwacht. Als Veronica spurlos verschwindet, kommt der Tag, an dem die Gefühle überkochen. Tom wird Philip ein würdiger Gegner – und Archie ein furchtbarer Freund …

Eine musikalische Horror-Komödie?

Graham und Garett Ratliff sind sichtlich zwei engagierte Filmemacher am Beginn ihrer Karriere: Sie haben kein Geld, aber sie bersten vor Ideen. Mit dem „Growing-Out“-Plot – ein Mensch wächst aus der Erde – beschäftigen sie sich schon seit Jahren, wie ein früher, den Features beigefügter Kurzfilm belegt. Weder Graham noch Garett waren fähig oder willens zu akzeptieren, dass die Minutenkürze ihrer Story am besten zuträglich ist.

Ihnen fehlen Erfahrung und Disziplin, die zentrale Idee zu einer stringenten Geschichte zu formen. Doch der erste Langfilm ist für jeden Filmemacher der heilige Gral – ein Projekt, mit dem er sich als ‚richtiger‘ Regisseur oder Drehbuchautor fühlen kann. Gänzlich bei Null beginnen wollten die Ratliffs offensichtlich nicht. Sie polsteten ihren Leib-und-Magen-Plot deshalb durch neue Handlungsstränge auf. „Growing Out“, der fertige Film, weist nun eine deutliche Episodenstruktur auf. Die Story von Archie, der im Keller buchstäblich vegetiert, sinkt zu einem Sub-Plot herab. In den Vordergrund schieben sich immer wieder die Psychogramme einiger bizarr gepolter Figuren sowie eine seltsame Liebesgeschichte. Hinzu kommen mehrere Softrock-Songs bzw. Balladen, die den ohnehin merkwürdigen Film um Musical-Elemente bereichern – oder ihm den Rest geben; die Entscheidung überlassen die Ratliffes vertrauensvoll (oder frech) ihrem Publikum.

Der Zuschauer ist irritiert – und vorsichtig: Gut, dieser Film wirkt vielleicht wie ein großer Haufen Bockmist. Es könnte sich jedoch auch um Kunst handeln. Allzu hält man sich im Urteil zurück, um nicht als Banause und Dummkopf dazustehen. Schließlich hat man sich einst auch über David Lynch gewundert, und über ihn und sein Werk werden heute gelehrte und sehr dicke Bücher geschrieben.

Rätsel oder Ratlosigkeit?

Wird „Growing Out“ also zugänglicher, wenn wir die Geschichte nicht simpel als solche hinnehmen – was möglich ist –, sondern uns aufs Dechiffrieren vorgeblicher Symbole und Rätsel einlassen? Ansätze für einen geheimen Kontext lassen sich durchaus und zahlreich entdecken. Da ist vor allem das Motiv des verlorenen Arms oder Fingers, das sich durch den gesamten Film zieht: Vermieter Vernon fehlt ein Unterarm; von Archie sehen wir zunächst nur den Arm durch den Kellerboden brechen; Veronicas psychotischer Freund hat ihr einen Ringfinger abgeschnitten; Philip foltert Archie auf die gleiche Weise, als er nach Veronica sucht.

Sinnieren wir weiter: Wie mag Vernon seinen Arm verloren haben? Hat er im Keller des Hauses ‚gesät‘? Weiß er mehr, als er zugeben mag – beispielsweise über die Schicksale von Toms Vorgängern, die mehrfach düster angedeutet werden? Welche Rolle spielt Philip, und darf er deshalb im Garten hausen? Warum weigert sich Tante Elora, den ersten Stock zu verlassen?

Die Ratliffs geben keine Antworten. Vielleicht haben sie keine. Doch zumindest der nach der ersten halben Filmstunde noch wache Zuschauer fordert sie ein, sucht zunehmend verzweifelt nach ihnen. Wenn das Geschehen angemessen absurd ausgeklungen ist, schlussfolgert zumindest dieser Rezensent, dass „Growing Out“ vor allem ein großer Spaß für die vor und hinter der Kamera Beteiligten war und sein sollte, die in der langen Zeit der Vorbereitung und des Drehs nach Herzenslust ausprobierten, was ihnen durch die Köpfe ging.

Dabeisein ist alles!

Zumal diese Dreharbeiten offenbar auch eine Art Clan-Treffen gewesen sind: In den Credits stolpert man immer wieder über Mitglieder der Familie Ratliff. Ansonsten rekrutierten sich die Filmhandwerker aus einem semi-professionellen Umfeld. So arbeiten Kulissenbildnerin und Kamerafrau bevorzugt für experimentelle Filme weit jenseits des Mainstreams, womit sie sich im „Growing-Out“-Team sehr wohl gefühlt haben dürften.

Die Schauspieler sind entweder schon ein wenig älter (Michael Hampton) oder noch sehr jung (Devon Iott), stehen aber gleichermaßen noch am Beginn ihrer Karrieren, so sich ihre darstellerischen Einsätze zu solchen fügen werden. Obwohl sie insgesamt ebenso ratlos über Sinn oder Unsinn des Drehbuchs sind wie der Zuschauer, geben sie ihr Bestes und sind in ihren Rollen überzeugend. Hampton ist gleichzeitig Mitleid erregend und erschreckend als verhaltensgestörter Tom, der nicht nur der nette Loser mit der Gitarre ist, sondern ganz andere Saiten aufziehen kann, wird er gar zu sehr gereizt.

Ryan Sterling meistert die obskure Archie-Rolle nicht unbedingt mit Bravour, bemüht sich aber intensiv im Rahmen eines Drehbuchs, das absichtlich offen lässt, wie die Existenz des Keller-‚Gewächses‘ begründet werden könnte. Devon Iott verbirgt unter ihrer kalifornischen Strand-Schönheit sehr egoistische und manipulative Züge. Ben Bowden spielt mit dem politisch unkorrekten Unbehagen, den sein verstümmelter Arm auslöst, indem er ihn nicht verbirgt, sondern absichtlich zur Schau stellt.

Die darstellerische Glanzleistung in diesem Film bietet jedoch Chase Hemphill, der anders als Tom dem Wahnsinn nicht allmählich verfällt, sondern von Anfang an gleichzeitig nett, aufdringlich und irre ist und das auf eine trügerisch ruhige Art vermittelt, die bereits durchscheinen lässt, was sich schließlich Bahn brechen wird.

Noch ist kein Meister vom Film-Himmel gefallen

„Growing Out“ ist auch deshalb als Werk von Anfängern erkennbar, weil der Rohschnitt zu unentschlossen zum Film verarbeitet wurde. Zwar fielen bereits viele Szenen der Schere zum Opfer – wir sehen sie in den DVD-Features –, doch „Growing Out“ ist mit 105 Minuten immer noch deutlich zu lang. Viele Szenen treten auf der Stelle, bieten gute Separat-Darstellungen, stehen aber außerhalb des Geschehens. Die Ausrede beabsichtigter Rätselhaftigkeit zieht in diesen Fällen nicht.

Unschön ist die Diskrepanz zwischen einer in ihrer Mischung aus „Psycho“-Haus und Vorstadt-Ödnis wunderbar verkommenen Kulisse und den gelbstichigen, oft unscharf wirkenden Bildern. Falls sich auch dahinter eine Bedeutung verstecken sollte, bleibt sie jedenfalls dort, wo sie ist: im Verborgenen.

Dass Tom als Liedermacher kein Bein auf die Erde bekommt, ist übrigens verständlich: Er fabriziert Kuschel-Rock der übelsten Sorte – oder meinen die Ratliffs dies ironisch? Sollen diese Songs Toms Sehnsucht nach einer heileren Welt als der symbolisieren, in die es ihn verschlagen hat? So kommt man wieder auf die Rätsel-Schiene – oder resigniert an der Herausforderung eines Films, der weder Fisch noch Fleisch ist, sondern vor allem ein wenig verdächtig wirkt, was seine Genießbarkeit betrifft …

DVD-Features

„Growing Out“ ist ein Projekt, das die Ratliff-Brüder mehrere Jahre beschäftigt hat. Sie haben zwar wenig Geld aber viel Herzblut in ihren Film gesteckt. Über die Schwierigkeiten, ihn zu realisieren, und den Spaß, den alle Beteiligten beim Dreh hatten, gibt sowohl ein ausführlicher Blick hinter die Kulissen als auch ein in zahlreiche Featurettes aufgesplittertes „Making of“ Auskunft. Es lässt nicht nur den Regisseur, den Drehbuchautoren, die Kamerafrau oder die Ausstatterin zu Wort kommen, sondern auch die Schauspieler. Dabei interessieren weniger die gegenseitigen Lobpreisungen – obwohl selbst diese hier ehrlicher klingen als in solchen Interviews üblich – als die Aufnahmen, die diese Männer und Frauen bei den Dreharbeiten zeigen, wenn sie sich nicht auf die dokumentarisch beobachtende Kamera konzentrieren, sondern quasi nebenbei Auskunft über ihre Tätigkeiten geben.

So komplettiert sich das Bild einer Low-Budget-Produktion, die den Geldmangel mit großem Einfallsreichtum und enormem individuellen Einsatz wettmacht. Mit simplen aber gut ausgedachten Mitteln werden ungewöhnliche Effekte wie der aus dem Boden wachsende Archie realisiert. Aufnahmen vom Casting zeigen Darsteller, von denen nicht nur Schauspiel, sondern auch Gesang gefordert wird. Weitere Ausschnitte belegen die umfangreichen Proben, die dem eigentlichen Dreh vorausgingen. Hier wurde das Drehbuch in der ‚Realität‘ getestet und bei Bedarf verändert. Im Rahmen dieses Verfahrens entstanden zahlreiche Szenen, die keinen Eingang in die endgültige Filmfassung fanden („Deleted Scenes“). Hinzu kommen die üblichen Outtakes, die Zwischenfälle beim Dreh sowie verpatzte Szenen dokumentieren und wie üblich nicht wirklich komisch sind.

Abgerundet werden die DVD-Features durch jenen schon erwähnten Kurzfilm, der die Jahre später durch „Growing Out“ aufgenommene Story vorwegnimmt.

Im Internet gibt es eine Website zum Film.

[md]

Titel bei Amazon.de

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Fame

Erstellt von Günther Lietz am 11. Mai 2010

Fame

Produktion: USA 2009 (Englisch)
Länge: 107 Minuten
Altersfreigabe: FSK 6

Regie: Kevin Tancharoen
Drehbuch: Allison Burnett
Produktion: Lakeshore Entertainment / MGM
Blu-ray-/DVD-Veröffentlichungstermin: 14. 05. 2010
Fame © Universum Film GmbH

Darsteller: Naturi Naughton (Denise), Asher Book (Marco), Kay Panabaker (Jenny), Paul Iacono (Neil), Paul McGill (Kevin), Kherington Payne (Alice), Collins Pennie (Malik), Walter Perez (Victor), Anna Maria Perez de Taglé (Joy), Kristy Flores (Rosie), Debbie Allen (Angela Simms), Charles S. Dutton (Mr. James Dowd), Kelsey Grammer (Mr. Martin Cranston), Bebe Neuwirth (Ms. Kraft)

http://www.fame-derfilm.de

Im Jahre 1980 erschien Alan Parkers Musikfilm „Fame – Der Weg zum Ruhm“ in den Kinos, fing ein Lebensgefühl ein, wurde für sechs Oskars nominiert und gewann sogar zwei der begehrten Preise (für die beste Musik und für den besten Song). Dreißig Jahre später macht sich Kevin Tancharoen daran Parker zu beerben und bringt seine Fassung des Films in die Kinos: „Fame“.

Im Film wird die Geschichte von Jugendlichen Talenten erzählt, die am Auswahlverfahren der New York School of Performing Arts teilnehmen und anschließend vier harte Jahre vor sich haben – Jahre, die ihr Leben prägen werden …

Das war nun die gesamte Hintergrundstory, der rote Faden, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Ebenso wie in „Fame – Der Weg zum Ruhm“ werden Ausschnitte und Momentaufnahmen aus dem Leben der Charaktere montiert und gezeigt. Dabei bleiben die Figuren jedoch blass und der Zuschauer kann keine Bindung zu ihnen aufbauen. Ihnen fehlt einfach das innere Feuer, dass die Figuren 1980 ausmachte. Aber woran liegt das?

Die Antwort findet sich offensichtlich in Kevin Tancharoens Biographie. Tancharoen führte die Regie in „Fame“ mit Anfang zwanzig, also recht jung. Somit sollte er genau die richtige Wahl für solch einen Film sein, vor allem da er sich bereits als Tänzer und Choreograph einen guten Ruf erwarb. So stand er früh auf der Bühne, machte bereits als Jugendlicher seine ersten Erfahrungen in der Musikbranche und arbeitete mit Stars wie Britney Spears, Christina Aguilera, Jessica Simpson, Madonna und den Pussycat Dolls zusammen. Außerdem wirkte der junge Mann auch bei anderen Musikproduktionen und -filmen mit. Eine beachtliche Leistung, in so einer so kurzen Zeit so viel zu leisten. Und dass genau ist scheinbar das Problem. Kevin Tancharoens hatte einfach keine echte Jugend, er war stets ein Arbeitstier. Und das ist dem Film anzumerken.

Die Geschichte von „Fame“ ist mehr als nur reine Arbeit, ein behütetes Leben als Ausnahmetalent, Musik und Tanz. „Fame“ ist eine Rebellion gegen die Gegenwart, ein Kampf ums Überleben, die Entscheidung auch mal ein Arsch zu sein – „Fame“ ist die Kunst zu Leben; in einem Becken voller Haie zu überleben. Und das ist Tancharoen fremd. Hier fehlt ihm einfach die Erfahrung.

Die Dinge die Kevin Tancharoen beherrscht, die sind im Film erstklassig umgesetzt. Und das sind Tanz und Gesang. Zwar handelt es sich bei den Liedern um eher seichtes Popmaterial, aber in Verbindung mit der erstklassigen Choreographie reißen sie einfach mit. Choreographie, dass ist Tancharoens Genre, da kennt er sich aus und weiß genau was er macht.

Zwei der alten Stücke aus „Fame – Der Weg zum Ruhm“ haben es auch in „Fame“ hineingeschafft: Die Ballade „Out here on my own“ und natürlich auch „Fame“, der wunderbare Titelsong des Films. Beide Stücke wurden neu abgemischt und aufgelegt. Diese Neuauflage ist einfach erstklassig gemacht.

Überhaupt hat sich Kevin Tancharoen stark an der Vorlage orientiert. Dazu zählt der Aufbau in mehreren Akten und wichtige Schlüsselszenen, wie das Vorsprechen, der Tanz in der Mensa, das abschließende Musical und vieles mehr. Es wurden auch die alten Rollenmuster weitgehend beibehalten, aber neu durchmischt, um den Figuren ein anderes Bild zu geben. Leider bleiben die Darsteller blass, misslingt es der Kamera emotional zu fokussieren und – wie ebenfalls bereits angesprochen – kann keine Bindung zu den Figuren aufgebaut werden. Es fehlt einfach die Seele des Films, die „Fame – Der Weg zum Ruhm“ ausmachte und in diesem Remake vollständig fehlt. Tanz und Gesang sind unmöglich alleine in der Lage, solch einen Streifen zu transportieren.

Den Schauspielern kann kein Vorwurf gemacht werden. „Fame“ kommt mit einem großen Ensemble daher und es ist einfach keine Zeit, die Einzelschicksale zu beleuchten. Dabei sind diese Schicksale nur oberflächlich, denn schlussendlich lösen sich alle Situationen irgendwie in Wohlgefallen auf. Es mangelt dem Streifen an Verlust, Trauer und Ungerechtigkeit, einfach an den Dingen, die das Leben ebenfalls ausmacht. Zwar lassen Darsteller wie Naturi Naughton (Denise) und Collins Pennie (Malik) ein wenig Glanz erkennen, aber das ist zu wenig.

Unter dem Strich ist „Fame“ weder Fisch noch Fleisch. Für ein ernsthaftes Drama ist zu wenig Charakterspiel und Selbstfindung vorhanden, für einen ausgereiften Tanzfilm zu wenig Musik und Tanz. Der Spagat zwischen beiden Genres misslingt gänzlich. Wenn, dann dominieren Gesang und Choreografie, wissen auch zu gefallen. Alles andere ist Mittelmaß.

Die Nachteile des Films werden schlussendlich durch die Blur-ray-Fassung von „Fame“ aufgewertet. Das Bild ist einfach erstklassig lässt die Tanzeinlagen wunderbar aussehen. Auch der Ton in DTS-HD 5.1 spielt mit hinein, eine geeignete Anlage vorausgesetzt. Der Ton liegt in Deutsch und Englisch vor. Da die deutsche Synchronisation gelungen ist, sind beide Tonspuren empfehlenswert.

Das Bonusmaterial umfasst beinahe zwei Stunden und ist sehr umfangreich. Weitgehend handelt es sich um ein aufgeteiltes Making of. Sehr witzig ist vor allem das Interview mit Kevin Tancharoen, der von seinem Film und seiner Person sehr überzeugt ist. In Anbetracht des Films wirkt das schon etwas lächerlich. Vor allem der Hinweis darauf, es würde sich um gänzlich unerfahrene Schauspieler handeln. Wer sich die Arbeiten der jungen Schauspieler anschaut, wird schnell das Gegenteil entdecken. Die Leute haben nämlich weitgehend Bühnen- und Bildschirmerfahrung.

Was beim Bonusmaterial großen Spaß macht, ist erst einmal das Fame-MTV-Musikvideo. Hier kommt der Titelsong besonders gut zum Tragen. Außerdem kann die Musik des Film selektiert abgespielt werden. Also nur die Gesangsstücke, ohne die Handlung. Damit wird der Film auf das Wesentliche reduziert und zeigt genau das, was am besten ist. Das restliche Bonusmaterial ist eher zu vernachlässigen.

Eine gelungene Sache ist dagegen, dass der Film in zwei Fassungen vorliegt. Einmal in der Kinofassung (107 Minuten) und im Extended Cut (122 Minuten). Letztere Fassungen ist zu bevorzugen, da hier die Figuren mehr Raum geboten bekommen und etwas an Charakter gewinnen. Die Blu-ray bietet somit den besseren Film.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Blu-ray bei Libri.de
DVD bei Libri.de

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