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Archiv für die 'Science Fiction' Kategorie

Aliens vs. Predator 2 [Extended Version]

Erstellt von Michael Drewniok am 5. März 2010

avp2Aliens vs. Predator 2 [Extended Version]

Originaltitel: AVP: Aliens vs. Predator – Requiem (USA 2007)
Regie: Colin Strause u. Greg Strause
Drehbuch: Shane Salerno
Kamera: Daniel C. Pearl
Schnitt: Dan Zimmerman
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Steven Pasquale (Dallas Howard), Reiko Aylesworth (Kelly O’Brien), John Ortiz (Sheriff Eddie Morales), Johnny Lewis (Ricky Howard), Ariel Gade (Molly), Kristen Hager (Jesse), Sam Trammell (Tim), David Paetkau (Dale), Chelah Horsdal (Darcy), Meshach Peters (Curtis), Matt Ward (Mark), Robert Joy (Colonel Stevens), Françoise Yip (Ms. Yutani) uva.
Label/Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 30.08.2008 (Century3 Cinedition)
EAN: 4010232043214 (Kauf-DVD/Century3 Cinedition)
Bildformat: 16 : 9 (2,40 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Ungarisch)
Untertitel: Deutsch/Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Ungarisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 97 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Predator „Scar“ hat bei seinem letzten Jagdausflug auf den Planeten Erde nicht nur den Tod gefunden, ihm wurde auch von einem schlauen Alien ein Embryo eingepflanzt, was Scars trauernder Gefährte, der seine Leiche bergen kam, leider erst bemerkte, als der ungebetene Gast durch das Raumschiff zu geistern begann: kein Alien-„Warrior“, sondern ein „PredAlien“, ein genetischer Mischling, die Intelligenz und Kampfkraft beider Spezies vereint. Die Kreatur bezwingt auch den zweiten Predator. Bei diesem Kampf stürzt das Raumschiff über der Erde ab und schlägt nahe der Kleinstadt Gunnison im US-Staat Colorado auf. Während der Predator noch eine Alarmbotschaft funken kann, bevor er seinen Verletzungen erliegt, fällt das PredAlien bereits über die ahnungslosen Menschen her, die es frisst oder als lebende Brutkammern für seinen Nachwuchs verschleppt: Das Wesen schafft sich eine Armee säureblütiger „Warriors“, mit deren Unterstützung es die Erde erobern will.

Während sich auf dem fernen Planeten der Predatoren ein „Cleaner“ auf den Weg macht, der das PredAlien ausschalten und alle Spuren seiner Übeltaten verwischen soll, bevor die US-Regierung Wind davon bekommt, versucht auf der Erde Dallas Howard nach drei Knastjahren wieder Fuß in seiner Heimatstadt Gunnison zu fassen. Er hat genug vom kleinkriminellen Dasein und will auch seinen jüngeren Bruder Ricky zügeln, bevor dieser ebenfalls in Schwierigkeiten gerät. Am anderen Ende der Stadt buhlt Soldatin Kelly O’Brien nach ihrer Rückkehr aus dem Iran um die Gunst ihrer fremdelnden Tochter.

Als der ‚neue‘ Predator in Gunnison eintrifft, eskaliert die Situation. Überall kriechen bereits Aliens herum, die der außerirdische Jäger mit brachialer Gewalt bekämpft. Wer ihm dabei in die Quere kommt, findet auch als Mensch ein böses Ende. Sheriff Morales ist überfordert, die Nationalgarde zieht auf – und wird ausgelöscht. Nun rückt die Armee an, aber der misstrauische Dallas hegt den Verdacht, dass diese die Eindämmung der Alien-Seuche per Atombombe plant. Durch die brennende und von Monstern wimmelnde Stadt schlägt sich eine kleine Gruppe zum Krankenhaus durch, auf dessen Dach ein rettender Hubschrauber steht …

Sie kommen einfach immer wieder …

Manche Dinge sollte man als Zuschauer erst einmal ruhen lassen. In diesem Fall zahlte sich Geduld sogar doppelt aus (obwohl der hier zu besprechende Film dadurch nicht besser wurde). So entging Ihr Rezensent nicht nur der von der Werbung zusätzlich und planmäßig geschürten Erwartung, die sich auf die Wiederkehr der Paarung Predator & Alien richtete, sondern blieb auch von einer filmischen Rumpf-Fassung verschont, die für den Durchlauf im Kino auf Tempo und Lärm getrimmt wurde und knapp zehn Minuten kürzer war als der „Director’s Cut“, den die Strause-Brüder nicht einfach aus zunächst in der Schnittraum-Mülltonne gelandeten Resten (die es im digitalen Zeitalter wohl ohnehin nicht mehr gibt) zusammenklittern mussten, sondern mit zum Teil neu gedrehten Szenen zu ihrer Version eines ‚richtigen‘ AvP-Spektakels aufwerten durften.

Das war bitter nötig, denn obwohl das erste Gipfeltreffen („Alien vs. Predator“) 2004 für Einnahmen in erfreulicher Höhe gesorgt hatte, waren die echten Fans wenig begeistert von dem weichgespülten Effektgewitter, das in eine banale Story gebettet wurde und geradezu vorsätzlich zwei Mythen dekonstruierte. Vor allem die Aliens waren zu Sandsäcken der Predatoren heruntergekommen; die elegante, unheimliche Präsenz und Widerstandskraft, die sie in ihrer ‚eigenen‘ Serie auszeichneten, waren kaum mehr spürbar.

Leider ging der Auftrag für eine Fortsetzung an zwei Regisseure, die sich im phantastischen Film zwar bestens auskennen und entschlossen waren, die Doppelserie ihren Ursprünge wieder näherzubringen (was die Tilgung von Widersprüchen und Fehlern, die oft nur tief in die Materie eingeweihten Fans aufgefallen waren, durchaus einschloss), jedoch wie Paul W. S. Andersen (Regisseur und Drehbuchautor von „AvP 1“) eindeutig auf der Seite der Predatoren standen. Das brachte einen Film hervor, der die „Predator“-Fraktion zufriedenstimmen und die Fans der „Aliens“ verärgern wird, die in „AvP 2“ tüchtiger verdroschen werden als je zuvor.

Was wollen sie eigentlich?

Dies passt zu einem Film, dessen Primärzweck aus Produzentensicht in der Generierung neuerlicher Einnahmen bestand, während die Regie an zwei Männer ging, die jederzeit die Optik einer gut erzählten Story vorzogen. Die Geschehnisse, mit denen wir in der „Extended Version“ nunmehr 97 Minuten konfrontiert werden, sind entweder simpel oder hanebüchen; in der Regel treffen beide Eigenschaften zu.

Nicht einmal das ständige Action- und Effekt-Feuerwerk kann brennende Fragen verhindern: Wieso übernimmt ein Alien-Embryo neuerdings Informationen des Wirtes in seinen genetischen Bauplan? Von „Alien“ bis „Aliens 3“ war davon keine Rede gewesen, und in „Aliens – Die Wiedergeburt“ musste im Labor kräftig nachgeholfen werden. Das PredAlien produziert nur Aliens der bekannten „Warrior“-Gestalt; sehr merkwürdig. Sind „Warriors“ Mischwesen aus Menschen und einer weiteren, noch unbekannten Alien-Spezies? Warum informiert der abgestürzte Predator nur einen einzigen Gefährten? Ist die Invasion der Erde – die ja offenkundig verhindert werden soll – keine Aufgabe, die besser ein Predatoren-Team erledigen könnte?

Noch übler als den Aliens ergeht es der kopfstarken Schar der menschlichen Darsteller. Bevor diese sich endlich zusammenraufen, zerstreuen sie sich über ganz Gunnison und erleben episodenhafte Abenteuer. Als sie dann eine Gruppe bilden, fällt ihnen nur ein, zurück in die Stadt und zum Krankenhaus zu flüchten, wo ein rettender Hubschrauber steht. Niemals greifen die menschlichen Figuren planvoll oder bestimmend in das Geschehen ein. Sie werden entweder vom Predator oder vom PredAlien oder von den Alien-Kriegern hin und her gescheucht.

Darsteller als Monsterfutter

Dies mochte sich offenbar kein renommierter Schauspieler antun. Außerdem waren große Namen im Budget – das die Strause-Brüder lieber in eindrucksvolle Effekte investierten – nicht vorgesehen. Ewige Nebenrollen-Inhaber und Schwerarbeiter in den Minen der TV-Industrie bilden deshalb das Darstellerfeld. Es wird ergänzt von kanadischen Mimen, die in den letzten Jahren ihr Glück kaum fassen können: Weil der Dollar jenseits der US-Nordgrenze mehr wert ist als in Hollywood, entstehen Filme, die in den USA spielen, tatsächlich oft in Kanada. Als „AvP 2“ gedreht wurde, waren dort sogar soviele Produktionen zu Gast, dass die Schauspieler knapp wurden.

Aus dem Gewimmel der Haupt- und Nebenfiguren, die in der Mehrzahl bloßes Monsterfutter darstellen, ragt beim besten Willen niemand heraus. Die Charaktere verkörpern Klischees. Aus dem Rahmen fallen höchstens die wenigen Verstöße gegen scheinbar zementierte Normen. So haben die Strauses kein Problem damit, einen Alien-„Chestbuster“ aus der Brust eines Kindes brechen zu lassen. Überrascht wird der Zuschauer auch durch den unerwarteten Tod einer Hauptdarstellerin: Solches Bürsten gegen den Strich hätten die Strauses sich öfter gestatten sollen.

Mit einem Epilog, der den gewagten Bruch mit der Handlung riskiert, gelingt den Strauses das (grundsätzlich überflüssige) Kunststück, die „AvP“-Filme mit der vierteiligen „Alien“-Saga zu verknüpfen. Damit melden die beiden Regisseure ihren Anspruch auf eine Fortsetzung von „AvP 2“ an. Aufgrund der für das produzierende Studio enttäuschenden Einnahmen an den Kinokassen sah es damit lange schlecht aus, doch auf DVD und Blu-ray konnte „AvP 2“ diesen Einbruch wettmachen, sodass es wohl weitergehen wird.

Anmerkung

Ich weise darauf hin, dass sich mein Beitrag auf die von den Strauses angefertigte „Extended Version“ von „AvP 2“ bezieht. Deren Veröffentlichungsgeschichte ist hierzulande ein wenig kompliziert. Während die um mehr als sieben Minuten erweiterte Fassung als normale Einzel-DVD ihren Weg in die Videotheken fand, schwoll sie im Verkauf zur (ebenso pompös wie sinnfrei) betitelten „Century3 Cinedition“ an. In diesem Schuber stecken drei DVDs mit Kino-Version, „Extended Version“ und Extras.

Die Blu-ray-Fassung umfasst zwar die Extras der dritten „Century3“-DVD, beinhaltet aber nur die verkürzte Kino-Version; die „Extended Version“ ist also gar nicht als Blu-ray zu erwerben! Sehr merkwürdig …

DVD-Features

Um dem Käufer eine Fülle von Hintergrundinfos vorzugaukeln, wurde auf bewährte Art das „Making-of“ in zahlreiche Kapitelchen zerhäckselt, die sich insgesamt aber doch zu knapp anderthalb Stunden addieren. Erfreut registriert der Zuschauer auch die Abwesenheit sinnleeren Promotion-‚Interviews‘, in denen sich die Befragten gegenseitig über den grünen Klee lügen.

Viel Mühe haben sich die Regisseure Colin und Greg Strause sowie Produzent John Davis mit ihren Kommentaren gegeben, die deshalb (und weil sie deutsch untertitelt sind) eine besondere Erwähnung verdienen. Jenseits spätpubertärer Anwandlungen, mit denen die Strauses vermutlich ihre Nähe zur Mehrheit des Zielpublikums unter Beweis stellen wollen, geben sie interessante Einblicke in die Entstehung von „AvP 2“, die einen ständigen Kampf zwischen Anspruch und Produktionsrealität verraten. Zu beinahe jeder Szene wissen die drei Kommentatoren etwas zu sagen, wobei sie Informationen und Anekdoten geschickt mischen.

Etwas trockener im Vortrag aber deutlich informationslastiger ist der Kommentar von Tom Woodruff Jr. und Alec Gillis, die für das Design der Spezialeffekte zuständig waren. Sie haben viel zu sagen über den Arbeitsalltag von Spezialisten, die bewährte Tricktechnik mit moderner CGI-Wundern kombinieren und dabei stets mindestens ein Auge auf den Termin- und den Budgetplan werfen müssen.

Im Internet treiben die Monster aus dem All hier ihr Unwesen.

[md]

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Stargate Universe – Pilotfilm

Erstellt von Redaktion am 27. Februar 2010

stargate-universeStargate Universe – Pilotfilm
Episode 1: Die Destiny; Episode 2: Führungskampf auf der Destiny

Originaltitel: Air, part 1+2
Produktionsland: Kanada
Produktionsjahr: 2009
Länge: 42 Minuten pro Episode
Produktion: Brad Wright, Robert C. Cooper
Idee: Brad Wright, Robert C. Cooper
Musik: Joel Goldsmith
Erstausstrahlung: 2. Oktober 2009 (Vereinigte Staaten) auf Syfy

Darsteller: Robert Carlyle (Dr. Nicholas Rush), Louis Ferreira (Colonel Everett Young), Brian J. Smith (Lieutenant Matthew Scott), Elyse Levesque (Chloe Armstrong), David Blue (Eli Wallace), Alaina Huffman (Lieutenant Tamara Johansen), Jamil Walker Smith (Sergeant Ronald Greer), Ming-Na (Camile Wray), Lou Diamond Phillips (Colonel David Telford)

Nach „Stargate – Kommando-SG1“ und „Stargate Atlantis“ kommt mit „Stargate Universe“ die nun dritte Serie auf den Markt, die im direkten Zusammenhang mit dem erfolgreichen Kinofilm „Stargate“ (Roland Emmerich, 1994) steht. Und erneut stehen natürlich die Sternentore der Antiker-Rasse im Mittelpunkt der Serie.

In „Stargate – Kommando-SG1“ richtete sich der Fokus auf das Erkunden neuer Welten und den Krieg gegen die Goa’uld, anschließend auf den Kampf gegen die Ori. In „Stargate Atlantis“, einem Ableger der Ur-Serie, leben die Menschen in der Stadt Atlantis und kämpfen gegen eine Art Vampirrasse, die Wraith genannt wird. Die Sternentore, Atlantis und die Wraith sind ein Erbe der Antiker. Diese Rasse spielt auch in „Stargate Universe“ eine wichtige Rolle.

In der Serie geht es nun darum, dass sich eine Gruppe von Menschen auf der Ikarus-Basis einfindet, die sich tief im Weltraum befindet. Hier versucht Doktor Nicholas Rush (Robert Carlyle) das Rätsel um das neunte Chevron zu lösen. Sollte es ihm gelingen, wäre es möglich neuartige Koordinaten anzuwählen. Um Hilfe beim Lösen des Rätsels zu bekommen, baut Rush Teile der Aufgabenstellung in ein Onlinespiel ein. Eli Wallace (David Blue) löst im Spiel das Rätsel und wird zwangsrekrutiert.

Auf der Ikarus-Basis arbeitet er nun mit Rush zusammen und lernt auch andere Besucher kennen. Darunter die Senatorentochter Chloe Armstrong (Elyse Levesque) und ihren Vater oder auch die IOA-Mitarbeiterin Camile Wray (Ming-Na). Als die Station plötzlich angegriffen wird wählt Rush zur Evakuierung mittels Chevron Neun eine Adresse an. Anstatt auf der Erde landen die Flüchtlinge auf einem alten Raumschiff der Antiker, der Destiny.

Das Raumschiff ist schwer beschädigt, die Energiereserven beinahe erschöpft und Nicholas Rush kocht sein ganz eigenes Süppchen. Einer Rückkehr zur Erde scheint unmöglich. So müssen sich Militär und Zivilisten arrangieren, um zu überleben. Doch zuvor sind einige Opfer nötig …

Das klingt nun erst einmal sehr spannend und leidlich innovativ, doch im Grunde genommen wärmt „Stargate Universe“ altbackene Themen und Serien auf. Allen voran „Star Trek: Voyager“, gemischt mit den üblichen Verzierungen aus „Stargate – Kommando SG-1“ und „Stargate Atlantis“. Klingt übel, ist es leider auch.

Die Ähnlichkeiten zu „Star Trek Voyager“ sind dabei besonders groß. Die erste Parallele ist, dass die Flüchtlinge an Bord eines Raumschiffs zu überleben versuchen. Ihr vorrangiges Ziel ist dabei die Rückkehr zur Erde, stets im Kampf um wichtige Ressourcen und am Erkunden von fremden Planeten. Immerhin ist die Destiny ein beschädigtes Schiff der Antiker mit einem programmierten Kurs, den niemand ändern kann. Ziel des Schiffs ist es Planeten abzuklappern, auf denen ein anderes programmierttes Schiff Stargates deponierte. Die Destiny stoppt in Nähe der Stargates den Flug und dann läuft ein Countdown. Innerhalb einer bestimmten Zeit kann die Besatzung nun die jeweiligen Planeten erkunden. Außerdem erkennt das Schiff die Bedürfnisse der Mannschaft und stoppt auch, um Nahrung, Wasser, Ersatzteile und Energie zu besorgen. Das ist jedenfalls ganz grob die Handlung. Da die Serie an ein jüngeres Publikum adressiert ist, wird die Zielgruppe mit ein wenig Glück die Ähnlichkeit zu „Star Trek“ übersehen.

„Stargate Universe“ hat es sich zur Aufgabe gemacht einen anderen Stil an den Tag zu legen, als die beiden Vorgänger-Serien. Das gelingt auch, denn wo „Stargate – Kommando SG-1“ mit Charme überzeugte und „Stargate Atlantis“ Action präsentierte, bietet sich „Stargate Universe“ als liebloses Stückwerk an. Vor allem der Humor ist auf der Strecke geblieben. Zwar wird die alte Garde (Richard Dean Anderson, Amanda Tapping und Michael Shanks) in einigen Szenen bemüht, aber sie sind zu keinem Zeitpunkt für die Handlung wichtig. Bei Anderson als Jack O’Neill ist der Zuschauer höchstens erschrocken darüber, wie mollig der Schauspieler geworden ist. Und das war es auch schon – von seinem Auftritt bleiben nur die zusätzlichen Kilos in Erinnerung. Tapping steht plappernd auf der Brücke eines Raumschiffs (ebenfalls in Anlehnung an die Serie und um die Fans zu erfreuen ist es die „Hammond“) und Shanks darf als Daniel Jackson auf einer DVD plaudern. Alles zu vernachlässigen. Wichtiger ist die neue Besetzung und die damit verbundenen neuen Charaktere. Und die sind Großteils einfach nur langweilig.

Neuer Star und Ansprechpartner fürs junge Publikum ist David Blue als Eli Wallace. Eli ist das, was Neudeutsch als Nerd bekannt ist, ein Außenseiter, ein Sonderling, ein dicker Typ der Computerspiele zockt und mittels Headset soziale Kontakte pflegt. Klischee pur oder einfach nur Alltag us-amerikanischer Teenager – das kann sich jeder aussuchen. Jedenfalls geschieht mit Eli genau das, wovon jugendliche Fans der Serie träumen: Er spielt ein Onlinespiel, ist dabei unschlagbar, es klingelt an der Türe und dann wird er in den Weltraum gebeamt, weil nur er alleine ein Rätsel lösen kann, das für alle anderen zu schwer ist. Genau, die Hoffnung der Welt sitzt mit dickem Hintern vor dem Computer und steuert Pixelmännchen durch die virtuelle Gegend. Die Zeiten ändern sich halt und mit ihnen auch die Helden.

Glücklicherweise gibt es neben dem dicken Zivilisten auch ein paar kernige Militärs, die ebenfalls mitmischen. Gut trainiert und mit gestähltem Körper sorgen sie für die Sicherheit. Und nebenbei erfüllen sie auch sämtliche Klischees. Da gibt es den etwas überforderten Soldaten, der ein Verhältnis mit einer Kameradin hat, der aufsässige schwarze Marine der schnell die Waffe anlegt und der erfahrene Kommandant, der aber leider an einer schlimmen Krankheit leidet. Fürs schicke Ambiente sorgt da nun die junge Tochter des Senators und auch die clevere Sanitäterin, die eigentlich in der Uni sitzen sollte. Witzigerweise ist es gerade nun Alaina Huffman als Lieutenant Tamara Johansen, die hier sehr überzeugend spielt. Sie vermag als eher stille Sanitäterin – und medizinische Leiterin in spe – sämtliche Emotionen abzuklappern, die solch eine dramatische Situation mit sich bringt. Da ihre Dialoge eher spärlich sind, muss sie halt anderweitig überzeugen. Um zu zeigen wie offen und tolerant die neue Serie ist, gibt es sogar eine Vorzeigelesbe. Diese Rolle übernimmt Ming-Na (verheiratet und Mutter zweier Kinder).

Um die ganze Sache besonders mysteriös zu gestalten, gibt Robert Carlyle einen sehr geheimnisvollen Dr. Nicholas Rush zum Besten. Serien wie „Battlestar Galactica“ (Dr. Gaius Baltar) und „LOST“ (Benjamin „Ben“ Linus) zeigen ja, wie ein undurchsichtiger Charakter angelegt werden muss. Ist er nun böse, ist er nun gut, ist er vertrauenswürdig, ist er ein Verräter, sind seine Handlungen nachvollziehbar, gar verständlich? Während Figuren wie Dr. Gaius Baltar und Benjamin Linus originell und authentisch wirken, ist Nicholas Rush ein Stückwerk – wie „Stargate Universe“ an sich.

Der Pilotfilm setzt sich aus zwei Episoden zusammen, die im deutschen unterschiedliche Titel haben, im englischen aber treffender „Air, part 1+2“ heißen. Das im Piloten keine große Charakterentwicklung gezeigt werden kann, ist verständlich. Aber die reine Konzentration auf die Hauptfiguren der Serie ist misslungen. Die Figuren wirken unterkühlt, es gibt keine Bindung und die Rollen wirken konstruiert. Das die Handlung so offensichtlich einer anderen Serie entlehnt wurde und aufgesetzte Cameo-Auftritte um die Gunst der Fans buhlen, macht es nur schlechter, aber keinesfalls besser. Allerdings füllt „Stargate Universe“ eine Lücke, denn es gibt derzeit keine wirklich große Science-Fiction-Serie aus Amerika. Und die britischen Serien haben leider – und zu Unrecht – den Beigeschmack einer Randgruppe. Das nutzt das neue Stargate-Ziehkind weidlich aus und generiert konkurrenzlos Zuschauer. Einen Vorteil hat dieser grottige Start auf jeden Fall: Es kann nur besser werden …

Copyright © 2010 by Günther Lietz

“Stargate” bei Booklooker.de

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Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster – Staffel 1-3

Erstellt von Redaktion am 10. Februar 2010

Bei Libri.dePrimeval: Rückkehr der Urzeitmonster – Staffel 1-3

Produktionsland: Großbritannien
Originalsprache: Englisch
Produktionsjahr: seit 2007

Darsteller: Douglas Henshall, Lucy Brown, Andrew Lee Potts
Regisseure: Jamie Payne, Cilla Ware
Komponist: Dominik Scherrer

Format: PAL, Box-Set
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Episoden: 23 in 3 Staffeln
Spieldauer: 1045 Minuten
Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
Erscheinungstermin: 2009

Neben den us-amerikanischen Science-Fiction-Serien, behaupten sich zunehmend auch Serien aus Großbritannien auf dem internationalen Markt. Der britische Fernsehsender ITV1 schickt seit einigen Jahren „Primeval“ ins Rennen um die Einschaltquoten und liegt damit weit vorne. So erreichten die ersten beiden Staffeln bei ihrer Erstausstrahlung in Großbritannien im Schnitt mehr als sechs Millionen Zuschauer, in Deutschland waren es immerhin mehr als zwei Millionen Menschen, die einschalteten. Deutsche Premiere feierte „Primeval“ auf PRO7 und wurde dann ab Januar 2010 auf Kabel 1 wiederholt. Aus dem Hause Polyband & Toppic Video/WVG stammt nun eine Staffelbox, in der die ersten drei Staffeln enthalten sind. Das macht insgesamt dreiundzwanzig Episoden mit einer Gesamtspieldauer von 1045 Minuten. Stellt sich nur die Frage, wie unterhaltsam diese Minuten sind.

Die erste Staffel der Serie umfasst gerade mal sechs Episoden und ist damit die kürzeste Staffel. Im Zentrum der Handlung steht vor allem die Charaktervorstellung und das zentrale Handlungselement: Die Urzeitmonster, die durch eine Anomalie aus der Vergangenheit in unsere gegenwärtige Welt stolpern. Durch Absicht und Zufall formiert sich hier ein Team, dass im Auftrag der britischen Regierung diese Monster jagt, Schlimmes verhindert und die Anomalien erforscht.

Kopf des Teams ist der Wissenschaftler Nick Cutter (Douglas Henshall). Er ist Evolutionsbiologe und arbeitet zusammen mit seinem Assistenten Stephen Hart (James Murray) an den Vorfällen. Im Verlauf der sechs Episoden kommt heraus, dass die beiden Männer mehr als nur Freundschaft verbindet. Vor allem Cutter erfährt, dass es für ihn eine ganz persönliche Verbindung zu den Anomalien gibt, denn seine verschollene Frau Helen (Juliet Aubrey) scheint in einer dieser Anomalien verschwunden zu sein.

Mehr zufällig schließt sich der junge Student Connor Temple (Andrew-Lee Potts) dem Team an. Er ist etwas ungeschickt, intelligent und über beide Ohren in Abby Maitland (Hannah Spearritt) verliebt, die er in der ersten Episode kennenlernt. Abby ist Tierpflegerin und wird zufällig in die Ermittlungsarbeiten hineingezogen. Dank ihren Fähigkeiten gehört sie schnell zum harten Kern der Truppe. Das Team steht unter der Leitung von Claudia Brown (Lucy Brown), einer Mitarbeiterin des Innenministeriums, die wiederum Sir James Peregrine Lester (Ben Miller) untersteht, einem humorlosen Bürokraten.

Die Aufgabe des Teams ist es nun auffälligen Meldungen nachzugehen und festzustellen, ob es sich um eine Anomalie handelt. Stets entwischt auch ein Bewohner der Urzeit und stellt die Mannschaft vor Probleme. Meistens frisst das Urzeitmonster jemanden auf und muss mit einem Trick wieder in seine eigene Zeit gelockt werden. Im Grunde war es das auch schon.

Die erste Staffel zeichnet sich dadurch aus, dass sie vor allem auf ein junges Publikum zugeschnitten wurde. Die Handlung ist betont episodenhaft und gestückelt. Es gibt unzählige Logikfehler, die zugunsten einer betont lässigen Szenerie in Kauf genommen werden. Hauptsache es sieht gut aus. Dadurch ist die Geschichte flach und auch die Charaktere kommen ohne Tiefe daher. Sehr ärgerlich ist vor allem der monotone Aufbau des Dramas und die stets ähnliche Krisis. In fast jeder Episode fühlt sich der Zuschauer auch an das gute alte Kasperletheater erinnert: Das Krokodil taucht hinter dem Kasper auf, aber er sieht es einfach nicht. Dann dreht sich der Kasper um, aber einen Augenblick vorher ist das Krokodil abgetaucht und steckt woanders seinen Kopf hinaus. Der Kasper dreht sich zurück und wieder ist das Krokodil verschwunden, um plötzlich genau vor der Nase des Kaspers aufzutauchen. Wird der Kasper gegen Cutter oder ein anderes Teammitglied ausgetauscht und das Krokodil gegen ein beliebiges Tier aus der Urzeit, so beschreibt das die meisten der Drehbücher.

Um die jugendliche Lust nach nackter Haut und Teenagerliebe zu bedienen, kommen nun Abby und Connor ins Spiel. Die Rolle der punkigen Tierpflegerin wird dabei von Hannah Spearritt übernommen, die Dank ihres sportlichen Körperbaus jugendlich frisch wirkt. Vor einigen Jahren gehörte sie der Popgruppe „S Club 7“ an, nun versucht sie sich als Schauspielerin. Trotz – oder gerade wegen – der einfach gestrickten Geschichte gelingt ihr das recht gut. Passenderweise ist Abby eine Liebhaberin vom Amphibien. Deswegen schaltet sie ihre Heizung immer hoch, so dass sie in ihrer Wohnung stets knapp bekleidet herumlaufen muss. Bei der Gelegenheit präsentiert sie dann auch ihre knapp verhüllten kecken Brüste und den äußerst knackigen Po.

Connor steht nun stellvertretend für all die Jungs, die nun gerne Abbys Freund wären und die Glückliche mal beglücken würden, aber stets abblitzen. Doch Meter für Meter gräbt sich Connor an seine Auserwählte heran, zieht schlussendlich sogar bei ihr ein und darf – stellvertretend für alle anderen Außenseiter der jugendlichen Gesellschaft – die knackige Abby bewundern. Jetzt muss Connor nur noch ihr Herz erobern.

Es ist leicht zu erkennen, dass „Primeval“ in seichten Gewässern fischt. Es gibt keinen großen Anspruch. Das gilt auch für die von den Machern gelobten Tricks und Special Effects. Diese wurden am Computer generiert und ihre CGI-Herkunft ist offensichtlich. Auch die Action wirkt gekünstelt, ebenso die grundlegende Handlung selbst. Es wirkt stellenweise, als hätten die Produzenten versucht „Stargate SG1“ zu klonen und dabei ist ein Unfall passiert. Trotzdem ist die erste Staffel der Serie stellenweise recht unterhaltsam. Sie gewinnt zum Ende hin sogar an Spannung und Fahrt, denn es kristallisiert sich tatsächlich ein übergreifender Handlungsbogen heraus.

Und mit dem kracht der Zuschauer dann brachial in die zweite Staffel hinein, die nun aus ganzen sieben Episoden besteht. Der Zuschauer hat sich von Claudia Brown verabschieden müssen. Das ist vor allem für Cutter ein Problem, denn immerhin empfand er tiefe Zuneigung für sie. Statt sich nun der Liebe hinzugeben, muss er sich gegen seine Ehefrau durchsetzen. Denn Helen wird nun zum Dreh- und Angelpunkt der Serie.

Die Produzenten haben von der reinen Teenager-Serie Abschied genommen und die Möglichkeiten einer Zeitanomalie genutzt, um „Primeval“ ordentlich umzukrempeln. Cutter kehrt aus der Vergangenheit zurück und lässt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung hinter sich. Doch die Gegenwart hat sich verändert. Es gab nie eine Claudia Brown und das Team hat im sogenannten ARC einen festen Stützpunkt. Von hier aus erforscht die Mannschaft weiterhin die Anomalien, kann jedoch auf mehr Ressourcen zurückgreifen.

Noch immer ist Connor in Abby verknallt, doch es gibt nur einen freundlichen Händedruck oder mal einen Schmatzer auf die Wange. Wenigstens ist Abbys Schwärmerei für Stephen zu den Akten gelegt worden, hat dieser doch was mit Helen am Laufen. Sehr zum Ärger von Cutter. Und der steht vor dem Problem, dass die neue PR-Managerin des ARC Jennifer „Jenny“ Lewis ist und Claudia zum Verwechseln ähnlich sieht. Somit bleibt Lucy Brown der Serie vorerst als Schauspielerin erhalten.

Der durchgehende Handlungsbogen sorgt nun für einen besseren Ablauf der Serie. Einige Logiklücken wurden geschlossen und durch die plötzliche Wendung mittels der veränderten Realität, ist auch das leicht veränderte Verhalten der Charaktere zu erklären. Vor allem der Konflikt zwischen Cutter, Helen und Stephen trägt zu einem runderen und spannenderen Bild bei. Scheinbar wurde auch das Budget der Serie aufgestockt, denn die Kulissen sind größer, abwechslungsreicher und auch die CGI-Effekte haben zugelegt. Man sieht zwar noch immer, dass es Computerwesen sind, aber diesmal wirken sie einfach einen Tick echter. Und endlich wurden der Kasper und das Krokodil in die staubige Kiste gesteckt, in die sie auch hineingehören.

Eine besonders schöne Idee der Drehbuchautoren ist, dass nun auch Kreaturen aus der Zukunft die Gegenwart besuchen. Allerdings gibt es hier keine großen Änderungen, denn diese Kreaturen fressen auch gerne Menschen. Die Handlung wird nun durch Helen besonders vorangetrieben. Sie auch scheint Wissen und Technik aus der Zukunft zu besitzen, das macht neugierig. Doch die Enthüllungen, die lassen auf sich warten. So wie die Figur der Helen in der Serie gewinnt, so gewinnt auch  Juliet Aubrey hinzu. Ihre Darstellung der Helen ist sehr packend und stellenweise gar ergreifend. Auf der einen Seite menschliches Monster, auf der anderen Seite verletzlicher Mensch. Eine sehr glaubhafte Darstellung der Rolle.

Ebenso wie die zweite Staffel, so bringt auch die dritte Staffel einige Veränderungen mit sich. Die Serie wirkt nun noch erwachsener, spielt noch stärker mit den Möglichkeiten und Gefahren der Anomalie. Eine der DVDs kommt sogar mit einem FSK von 16 daher, was sich natürlich auch auf die ganze Box niederschlägt. Merkwürdigerweise sanken in Großbritannien die Einschaltquoten „Primevals“ bei der dritten Staffel auf knapp über vier Millionen ab. Dabei gewinnt die Serie gerade jetzt an Spannung.

Connor und Abby kommen sich endlich näher. Das bedeutet immer weniger Liebeleien unter Jugendlichen. Zwar muss  Hannah Spearritt noch immer ihren knackigen Körper präsentieren, aber endlich wirkt es natürlich. Auch Connors Schüchternheit wirkt passend und ist kein zentraler Bestandteil mehr.

Und erneut hat sich einiges im Team verändert. Durch Tod eines Mitglieds und dem Ausscheiden von Jenny aus dem Dienst, ist der Weg frei für neue Mitglieder. Da wäre erst einmal die Ägyptologin Sarah Page (Laila Rouass). Leider ist ihre Einstiegsfolge auch die dümmste der ganzen dritten Staffel. Es tauchen tatsächlich Urzeitkrokodile auf die das Fressen einstellen, sobald sich die Leute vor ihnen verbeugen. Logische Erklärung: Sie sind es halt alle aus Ägypten gewohnt angebetet zu werden. Was für ein Unsinn. Nun, die Neue im Team braucht halt auch ihr Scheinwerferlicht, um gut dazustehen. Glücklicherweise ist diese Folge nur ein Ausrutscher und Sarah wird tatsächlicher zu einer tragenden Figur mit plausibler Geschichte.

Eine tragende Figur ist auch Helen – immer noch. Sie enthüllt weitere Details aus der Zukunft und dem Zuschauer werden ihre Motive klar, sind sogar nachvollziehbar. Die Szene in der sie ihren eigenen, geliebten Mann erschießt, ist heftig. Doch Helen, gefangen in ihrem eigenen Wahn – ausgelöst durch das Wissen um die Zukunft der Menschheit – sieht einfach keinen anderen Ausweg. Starker Tobak!

Im ganzen positiven Chaos der dritten Staffel, mausert sich Danny Quinn (Jason Flemyng) zum neuen Teamleiter. Er ist risikofreudig und unbesonnen, in vielen Dingen also das Gegenteil von Cutter. Doch das Team kann sich jederzeit auf seine Hartnäckigkeit und seine Loyalität verlassen. Das gilt auch für Captain Becker (Ben Mansfield) der eine Spezialeinheit leitet und zum Schutz des Teams eingeteilt ist. Endlich haben die Drehbuchautoren was gelernt und präsentieren glaubhafte und nachvollziehbare Gründe, warum das Team ohne Waffen und nur mit einem Grinsen gegen menschenfressende Dinosaurier in den Kampf zieht. Wobei, diesmal kommen die Soldaten auch mal zum Zuge. Alles andere wäre nun auch endgültig unglaubwürdig.

Die Handlung ist nun eine wahre Achterbahnfahrt. Zwar sehen die Monster noch immer deutlich nach CGI aus, aber Action und Spannung nehmen dramatisch zu. Es gibt Verfolgungsjagden durch die Zeit, Verrat in den eigenen Reihen, Klonsoldaten, tödliche Liebschaften, knallharte Zweikämpfe, mutierte Menschen, Killer aus der Zukunft und den Plan die gesamte Menschheit auszurotten. Hier wurde das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt. Endlich wird Helens Motiv enthüllt und auch ihr Plan ans Licht gezehrt. Dabei kommen auch viele Spielereien aus der Zukunft vor, die den Anstrich der Science Fiction verstärken. Und schlussendlich präsentieren die Macher einen sehr spannenden Cliffhanger, der Lust auf mehr macht – Lust auf eine Fortsetzung, Lust auf einen Kinofilm.

„Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster“ ist keine Serie die mit einem ausgefeilten Plot überzeugt, erstklassige Tricktechnik bietet oder gar Charaktertiefe. Die Serie bietet einfache Durchschnittskost, gespickt mit peinlichen Ausrutschern und wunderbaren Glanzlichtern. Diese Glanzlichter nehmen zum Ende der Serie immer mehr zu. „Primeval“ ist eine Serie, die mit der Zeit wächst, blüht und gedeiht. Aus einem langweiligen Mauerblümchen entwickelt sich eine schöne Orchidee. Besonders spannend ist dabei, diese Entwicklung mitzuerleben. Das macht schlussendlich den wahren Reiz der Serie aus und erinnert irgendwie an ein Kind: Es wird geboren, wächst auf und steht schlussendlich auf eigenen Beinen. Bleibt zu hoffen, dass „Primeval“ zukünftig dieses erreichte Niveau beibehalten wird. Es wäre Schade, würde die Serie eingehen oder auf dem Altenteil landen.

Die Ausstattung der DVD-Box ist von guter Qualität. Jede Staffel befindet sich in einer eigenen Hülle und diese stecken wiederum in einem schön gestalteten Pappschuber. Leider gibt es keine Wendecover und keinen Überzieher. Dadurch bleibt der Blick auf das grüne FSK-Siegel frei. Schade.

Die Bildqualität ist weitgehend in Ordnung. Kommt es zu CGI-Effekten wirkt es manchmal schwammig. Oft ist das wohl Absicht, um die Computeranimation etwas zu verschleiern. Der Ton liegt in Dolby Digital 2.0 auf Deutsch und Englisch vor. Er ist durchweg sauber und dringt gut aus den Boxen. Bei solch einer Serie wäre aber 5.1 sicherlich besser gewesen. Der Untertitel ist nur in Englisch vorhanden. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gelungen und weist keine Fehler auf. Die Stimmen sind weitgehend passend gewählt. Eine gute Arbeit.

Das Bonusmaterial besteht aus einem Making-of und einem Behind-the-Scenes. Beide Beiträge sind informativ und schön gestaltet, aber leider etwas wenig für eine Box mit diesem Umfang. Hier hätten sich Fans sicherlich mehr erhofft. Das Bonusmaterial ist jedenfalls unterer Standard.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es sich bei „Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster“ um eine ambitionierte  Serie mit vielen und großen Schwächen am Anfang handelt, die aber mit jeder weiteren Staffel einen Qualitätssprung vollführt. Vor allem Staffel Zwei und Staffel Drei trumpfen auf, wobei das vorläufige Serienfinale sehr spannend ist und nach mehr verlangen lässt. Trotz Mängel also eine Empfehlung für die heimischen Abspielgeräte!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Blob – Schrecken ohne Namen

Erstellt von Michael Drewniok am 28. Januar 2010

blob-1958Blob – Schrecken ohne Namen

Originaltitel: The Blob (USA 1958)
Regie: Irvin S. Yeaworth Jr.
Drehbuch: Theodore Simonson u. Kay Linaker
Kamera: Thomas Spalding
Schnitt: Alfred Hillmann
Musik: Ralph Carmichael
Darsteller: Steve McQueen (Steve Andrews), Aneta Corsaut (Jane Martin), Earl Rowe (Lieutenant Dave), John Benson (Sergeant Jim Bert), George Karas (Officer Ritchie), Olin Howland (alter Mann), Stephen Chase (Dr. T. Hallen), Lee Payton (Schwester Kate), Elbert Smith (Henry Martin), Hugh Graham (Mr. Andrews), Audrey Metcalf (Elizabeth Martin), Elinor Hammer (Mrs. Porter) u. a.
Label/Vertrieb: e-m-s
Erscheinungsdatum: 27.10.2005 (Kauf-DVD)
EAN: 4020974158336 (Kauf-DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,66 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 2.0 mono (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 83 min.
FSK: 12

Das geschieht:

Irgendwo über dem US-Staat Pennsylvania geht im Sommer des Jahres 1957 ein Meteorit nieder. Ein alter Einsiedler findet an der Absturzstelle einen seltsamen Gallertklumpen, der sich plötzlich an seiner Hand festsaugt. Voller Panik sucht der Alte Hilfe und läuft auf der Landstraße beinahe dem jungen Steve Andrews vor den Wagen, der sich mit seiner Freundin Jane einen schönen Abend im Grünen machen wollte. Sie bringen ihn zu Dr. Hallen, der ratlos mit ansehen muss, wie sein Patient von dem Amöbenwesen absorbiert wird, bevor es ihn und eine Krankenschwester frisst.

Steve und Jane alarmieren die Polizei. Während die Kreatur heimlich durch den Ort schleicht, brave Bürger vertilgt und dadurch immer größer wird, stoßen sie nicht nur auf dem Revier, sondern auch bei den Eltern mit ihrem Bericht über ein “Monster aus dem Weltall” auf Skepsis. Als der gigantisch angeschwollene “Blob” ein Kino überfällt, ist es zu spät für Gegenmaßnahmen: Das Wesen ist schussfest, resistent gegen Säure und auch durch Starkstrom nicht umzubringen. Wieder ist es Steve, der seine Achillesferse entdeckt: Der Blob verträgt keine Kälte. Allerdings ist es schwierig, dies der Polizei mitzuteilen, weil Steve mit Jane und einigen weiteren Pechvögeln in einem kleinen Restaurant festsitzen, das der Blob buchstäblich in sich aufgenommen hat, um sich in Ruhe den leckeren Flüchtlingen im Keller widmen zu können …

“BEWARE OF THE BLOB, IT CREEPS …” : Der Blob und die Russen

Spätestens nachdem ab 1949 auch des Satans irdische Schergen – die Kommunisten aus der Sowjetunion – über die Atombombe verfügten, wuchs unter den Bravbürgern der USA die Angst, dass diese eines gar nicht fernen Tages über ihren Häuptern detonieren würde, bevor die eigenen Nuklearwaffen den dreisten Angreifer ausradieren könnten; nicht ganz so patriotisch veranlagte aber immerhin besorgte Zeitgenossen sahen sogar die gesamte Welt in einem III. Atom-Weltkrieg untergehen.

Die Furcht wurde nicht nur von der Politik oder den Medien, sondern auch von der (unterhaltenden) Kunst aufgegriffen. “Watch the Skies!”, lautete eine Parole der 1950er Jahre, denn von dort würden sie kommen, die “Roten” aus Russland. Im Kino taten sie das allerdings maskiert, denn damals wie heute hasst der Filmzuschauer es, am Feierabend mit Fakten belästigt zu werden. Also sahen die Sowjets wie Außerirdische aus, die sich durch die Hintertür in die USA einschlichen, um dort ihr böses Invasoren-Werk zu verrichten. Das war unheimlich und unterhaltsam zugleich und sorgte für jenes Geräusch, das Hollywood über alles liebt: das Klingeln der Kassen.

1958 konnte der Feind aus dem Osten deshalb problemlos wie der “Blob” sein: eine kollektiv gesteuerte Masse ohne individuelle Merkmale, die schleichend und mit dem Willen zur Zerstörung über ihre Opfer herfiel, sie nicht nur fraß, sondern absorbierte, d. h. sie sich einverleibte und für die eigene böse Sache versklavte. (Rot war sie übrigens auch noch.)

“… AND LEAPS AND GLIDES AND SLIDES …”: Kleine Stadt muss sich bewähren

Wie würden sich die Bewohner des kleinen, namenlosen Städtchens schlagen, das überall in den USA stehen konnte? Würden sie schlafen, die falschen Entscheidungen treffen, gar schreiend flüchten? Oder sich zusammentun, um dem Gegner entschlossen die Stirn zu bieten und ihn niederzukämpfen? Im kommerziell ausgerichteten B-Kino war dies eine rhetorische Frage: US-Bürger lassen sich vielleicht kurzfristig täuschen, weil sie nicht mit der Hinterlist eines hinterrücks angreifenden Feindes rechnen, aber dann besinnen sie ihrer gemeinschaftlichen Kraft und geben es dem Schurken doppelt heraus!

Dabei ist diese kleine Stadt kein friedlicher Ort. Bereits ohne den Blob geht es in ihren Straßen hoch her. Der Konflikt zwischen den Generationen entwickelte sich in den 1950er Jahren zu einem gravierenden Problem. Auf der einen Seite standen die “Eltern”, die in den Jahren der Weltwirtschaftskrise und des II. Weltkriegs aufgewachsen waren und Gehorsam, Disziplin und Konformität forderten. Dem widersprachen die nach dem Krieg geborenen Teenager, die den Mangel nicht kannten, ihre in den Jahren des wirtschaftlichen Nachkriegsbooms entstandenen Freiräume testeten und sie für zu klein befanden.

“Rebels without a Cause” nannte man sie, “… denn sie wissen nicht, was sie tun”, unterstellte man ihnen. Mit James Dean in der Hauptrolle brachte es Regisseur Nicholas Ray 1955 allgemeinverständlich auf den Punkt. Eine Welle thematisch ähnlich gelagerter Filme folgte. Die meisten nutzten das Aufbegehren der “Halbstarken” nur als Vorwand für reißerische Action. Regisseur Yeaworth beschäftigt sich ernsthafter mit dem Konflikt. Steve und Jane scheinen an den Eltern, den Polizisten und anderen Respektspersonen vorbeizureden, sich gar in einer fremden Sprache zu artikulieren. Hinzu kommt das ständige Misstrauen der Älteren, die sich unsicher, herausgefordert und nicht respektiert fühlen. Ein Monster geht um, aber im Streit zwischen Alt und Jung geht diese Bedrohung lange unter.

“…ACROSS THE FLOOR / RIGHT THROUGH THE DOOR …”: Kinder – wild aber gut

Irvin S. Yeaworth (1926-2004), der Regisseur von “Blob”, war ein fundamentalchristlich geprägter Mann, der zahllose Kurzfilme und Features für kirchliche Radio- und TV-Sender realisierte. Ihm war es ernst mit seiner Darstellung des Generationskonfliktes. Die ernsthafte und gleichzeitig naive Herangehensweise an das Thema fordert den Spott des heutigen Publikums heraus, das mehr als fünf Jahrzehnte später freilich aus der Perspektive dessen urteilen kann, der mit der Gnade der späten Geburt gesegnet wurde.

Yeaworth überzeugt nicht, er manipuliert, denn er meint, die Lösung zu kennen. Er personifiziert sie in der Figur des Lieutenant Dave, der zwischen den Generationen vermittelt und verdeutlicht, dass Steve, Jane und ihre Altersgenossen vielleicht ein wenig ungestüm aber vertrauenswürdig sind. Diesem Integrationsprozess widmet sich Yeaworth, unterstützt vom Autorenteam Theodore Simonson u. Kay Linaker, so intensiv, dass der Blob aus dem Geschehen verschwindet. Dennoch wird noch heute deutlich, wie provokativ einige Szenen einst gewirkt haben müssen. Wenn zum Beispiel Mr. Andrews, ein Lehrer, seinen Schlüssel zur Schultür, hinter der dringend benötigte Feuerlöscher lagern, vergisst und sich einen Stein greift, inszeniert Yeaworth, wie Andrews, dem der Blob im Nacken sitzt, sichtlich zögert, den für ihn unerhörten Bruch mit den Regeln zu vollziehen und eine Glasscheibe einzuschlagen. Als er es endlich tut, bestaunen ihn seine Schüler ehrfürchtig: Der Kontakt zwischen den Generationen ist möglich, auch wenn es einer Notlage bedarf, um eine Brücke zu schlagen!

“… AND ALL AROUND THE WALL …”: Darf nichts kosten, soll viel einbringen

Kommen wir nach dem, was den “Blob” indirekt interessant macht, endlich zu dem, was dieser Film eigentlich ist und sein sollte: kostengünstig produzierte Unterhaltung mit einem möglichst hohen Einspielergebnis! Aus kommerzieller Sicht ging die Planung voll auf: Bei einem Budget von um die 150.000 Dollar spielte “Blob” an den Kinokassen 4 Mio. Dollar ein. Weil die Produzenten außerdem das Glück hatten, zufällig einen zukünftigen Filmstar (Steve McQueen) zu engagieren, blieb “Blob” der kollektiven Erinnerung erhalten und wurde allmählich mit dem Goldschmelz des Klassikers überzogen. Der hält einer kritischen Ritzprobe allerdings kaum stand: “Blob” bringt den Zuschauern von heute weder unter Berücksichtigung zeitgenössischer Beurteilungsfaktoren noch als kurioser Trash von Gestern allzu große Freude.

Wenig mehr als 80 Minuten beträgt die Laufzeit, die gefühlt wesentlich länger wirkt. Das liegt nicht nur an der Abwesenheit des Blobs, sondern auch an einem hastig aus Versatzstücken geschustertem Drehbuch und einer ungeschickten Regie, die ganz einfache Dinge unnötig verkompliziert, um Spannung dort zu schüren, wo sie sonst nicht entstehen würde. Immer wieder nimmt Yeaworth das Tempo aus der Handlung und lässt seine Darsteller reden, reden, reden, bis die Hand des Zuschauers die Vorspultaste sucht. “Blob” fehlt ein echter Spannungsbogen. Das Geschehen zerfasert in Episoden, und selbst in den gelungenen Sequenzen spotten logikfreie Wendungen jeglicher Beschreibung. (Was ist beispielsweise von der Intelligenz eines Doktors zu halten, der deutlich sieht, wie sich im Nebenzimmer die Decke über seinem von einem mysteriösen Gallertwesen befallenen Patienten hebt und senkt, aber nicht an den Behandlungstisch stürzt, sondern seelenruhig eine Krankenschwester anruft, die ihm bei einer Arm-Amputation helfen soll?)

Während der Zuschauer den Anblick des lausig animierten Blobs (dazu gleich mehr) in einem über fünfzig Jahre alten Film akzeptiert und verzeiht, tötet die Penetranz, mit der junge aber völlig ausgewachsene Männer und Frauen dem Publikum als “Kinder” verkauft werden, jegliche Glaubwürdigkeit. Wer ‘junge’ Hauptrollen besetzt, sollte dafür mindestens jugendlich wirkende Darsteller engagieren. Die “Blob”-Kinder sind sämtlich weit über 20, und das sieht man ihnen so deutlich an, dass ihr Verhalten durchweg lächerlich wirkt. (Steve McQueen war während der Dreharbeiten 27 und seit zwei Jahren verheiratet; das wird im Film übrigens dokumentiert, weil McQueen sich entweder weigerte, vor der Kamera seinen Ehering abzulegen, oder niemand hinter der Kamera bemerkte, dass er ihn trug – auch nicht Aneta Corsaut als ‘jungfräuliche’ Jane von 24 Jahren …)

“… A SPLOTCH, A BLOTCH …”: Das Monster aus der Tube

Der Blob erweist sich als Kind der modernen Industriechemie. Zwar soll er angeblich vom Himmel gefallen sein, aber seine tatsächliche Herkunft ist irdisch: Entweder wurde er (oder es) im Film von einem blobbig maskierten Plastikballon gedoubelt, der mehr schlecht als recht in ‘bedrohlich’ wirkende Bewegungen versetzt wurde und sich höchstens schleppend von der Stelle bewegen konnte, oder rot gefärbtes Silikon gab ihm seine gallertige Konsistenz. Diese haltbare Masse wabert wie Wackelpudding und lässt sich durch kleine Öffnungen wie Türritzen oder Belüftungsgitter pressen, was (1958 zuverlässig und heute mit etwas gutem Zuschauer-Willen) wirkt, als ob der Blob seinen Opfern entgegen quillt.

Wenn er im Finale erst durch ein Kino tobt und anschließend ein ganzes Restaurant unter sich begräbt, dann wurde das eine als Miniatur nachgebaut und das andere einfach als Foto eingeblendet, über das der Silikon-Blob geschüttet wurde. Nicht einmal betrunken lässt sich diese Offensichtlichkeit ignorieren. (Dass etwas nicht stimmt, merkt man auch daran, dass viele der ‘panisch’ vor dem Blob flüchtenden Statisten – sie wurden unter der Bevölkerung des Städtchens Phoenixville in Pennsylvania rekrutiert, in dem die Außenaufnahmen entstanden – von einem Ohr zum anderen grinsen und einen Heidenspaß haben; die Szenen wurden nicht neu gedreht, sondern einfach im Film belassen.)

Die Tricktechnik war halt noch nicht sehr weit, und “Blob” entstand nicht in einem der großen Hollywood-Studios, sondern als unabhängige Produktion. Immerhin reichte das Budget, um einen skurrilen Zeichentrick-Vorspann zu finanzieren, dem ein urkomischer aber sehr stilvoller Rocksong mit dem Titel “Beware of the Blob” (Co-Komponist: Burt Bacharach!) unterlegt wurde. (Was aus dem Silikon-Blob wurde, der den Drehschluss glänzend überstand, lässt sich unter dem Titel “The Man Who Owns the Blob” hier nachlesen.

“… BE CAREFUL OF THE BLOB!”: Der Schatten des Blobs

Nach dem erstaunlichen Einspielergebnis hätte ein Hollywood-Studio umgehend eine (noch billiger produzierte) Fortsetzung nachgeschoben. Das unterblieb jedoch. Bis 1972 ruhte der Weltraum-Pudding gut gekühlt in der Arktis, in die ihn die Army (die es zu ihrem Leidwesen nicht hatte zerstören können) 1957 verfrachtet hatte. Dann befreite ihn ausgerechnet Larry Hagman, der “J. R.” aus der TV-Seifenoper “Dallas”, in seiner einzigen Regiearbeit “Beware! The Blob” und ließ ihn komödienhaft und trashig durch Los Angeles toben.

1988 gelang Chuck Russell ein “The Blob” betiteltes Remake des Originals, das dieses inhaltlich wie formal weit übertraf. Ein blutjunger Kevin Dillon und eine noch jüngere Shawnee Smith (“Saw” I – ?) in den Hauptrollen gaben wesentlich überzeugendere Teenager ab als McQueen & Corsaut, und die soliden Tricks sowie ein ruppiger, oft schwarzer Humor haben diesen Film zu Recht zu einem Genre-Klassiker geadelt. (Wie sich die Zeitläufte geändert haben, belegt die Tatsache, dass der Blob 1988 einem außer Kontrolle geratenen Militär-Experiment der US-Regierung entsprang.)

“So lange die Arktis gefroren bleibt, sind wir außer Gefahr”, lautet der letzte Satz, den wir im “Blob” von 1958 hörten. Im Zeitalter der globalen Klimaerwärmung klingt diese Äußerung unheilvoll, und in der Tat rührt sich der Blob schon wieder, um 2011 und dieses Mal unter der Regie von Rob Zombie grimmiger denn je über diese Welt zu kommen …

DVD-Features

2005 erschien eine deutsche DVD-Ausgabe von “Der Blob”, der dieser alte, immerhin in Farbe und Breitwandformat entstandene Film adäquat aufgespielt wurde. Wie es einem Klassiker – auch einem fragwürdigen – gebührt, ergänzten ihn diverse interessante Features. So findet man auf dieser Scheibe (englischsprachige) Audiokommentare von Jack H. Harris (Produzent), Bruce Eder (Filmhistoriker), Irvin S. Yeaworth Jr. (Regie) und Robert Fields (Nebendarsteller des ‘Teenagers’ Tony Gressette).

Darüber hinaus kann man sich des originalen Kinotrailers erfreuen, der “Blob” als Quelle für durch Furcht bedingte Herz- und Hirnschläge hinstellte und dadurch erst recht lockte, die alte deutsche Titelsequenz sehen – auch Vorspänne wurden einst übersetzt – und sich über Steve McQueens Leben und Filmkarriere informieren. Ein hübsches Booklet mit Bildern, Zeichnungen und Plakatmotiven rundet die Extras ab.

(Die den Kapitelüberschriften vorangestellten Zitate stammen aus dem weiter oben erwähnten Titelsong “Beware of the Blob”; Text: Burt Bacharach & Hal David.)

P. S.: Wenn unser Ungeheuer “Blob” heißt, wie kann es dann ein “Schrecken ohne Namen” sein?

[md]

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Outlander

Erstellt von Michael Drewniok am 28. Januar 2010

outlanderOutlander

Originaltitel: Outlander (USA 2008)
Regie: Howard McCain
Drehbuch: Dirk Blackman u. Howard McCain
Kamera: Pierre Gill
Schnitt: David Dodson
Musik: Geoff Zanelli
Darsteller: James Caviezel (Kainan), Sophia Myles (Freya), Jack Huston (Wulfric), John Hurt (König Rothgar), Cliff Saunders (Boromir), Patrick Stevenson (Unferth), Aidan Devine (Einar), Ron Perlman (Gunnar), Bailey Maughan (Erick), John E. Nelles (Donal), James Rogers (Björn), Scott Owen (Aethril) uva.
Label/Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 27.11.2009 (Leih-DVD) bzw. 29.01.2010 (Kauf-DVD u. Blu-ray)
EAN: 4020628961497 (Leih-DVD) bzw. 4020628961596 (Kauf-DVD/2-Disc Special Edition) bzw. 4020628957957 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 110 min. (Blu-ray: 115 min.)
FSK: 16

Das geschieht:

Nach dem katastrophal fehlgeschlagenen Versuch, den Planeten der Morween in Besitz zu nehmen, sollte Pilot Kainan die toten Siedler zurück zum Heimatplaneten bringen. Eine jener Kreaturen, denen die Kolonisatoren zuvor übel mitgespielt haben, konnte sich auf das Raumschiff schleichen. Während des Fluges fällt sie über die Besatzung her. Das Schiff gerät außer Kontrolle. Über dem Planeten Erde stürzt es ab. Nur Kainan überlebt – und die Morween.

Sie sind im Skandinavien des Jahres 709 n. Chr. gestrandet. Während Kainan auf die per Funk gerufene Rettung wartet, will er die Bestie jagen. Die hat inzwischen das Dorf des Wikinger-Führers Gunnar zerstört und sämtliche Bewohner getötet. Kainan fällt den Männern von König Rothgar in die Hände, die ihn für den Mörder halten. Seine Herkunft verschweigend, gibt Kainan sich als Erdling aus der Fremde aus. Die Warnung vor dem “Drachen”, der nun in den Wäldern hause, schenken die Wikinger keinen Glauben. Trotzdem gelingt es Kainan allmählich, das Vertrauen der Königs, seines designierten Nachfolgers Wulfric und der schönen Königstochter Freya zu gewinnen.

Während eines nächtlichen Festes dringt Gunnar, der mit seinen Kriegern von einer Handelsfahrt heimgekehrt ist, racheschnaubend in Rothgars Dorf ein. Der Kampf ist noch nicht entschieden, als die Morween Freunde und Feinde angreift. Notgedrungen verbünden sich die Überlebenden. Das Dorf verwandelt sich in eine Festung, die jedoch die Kreatur keinesfalls aufhalten wird. Wie tötet man ein Wesen, dessen Haut mit Eisen und Feuer nicht zu durchdringen ist? Kainan hat einen Plan, doch er unterschätzt die Intelligenz der Morween, und außerdem ahnt er nicht, dass sein Gegner nicht mehr allein ist …

Gut geklaut ist manchmal doch gewonnen

Kainan ist Beowulf und gleichzeitig der 13. Krieger aus einem etwas ferneren Morgenland, der gegen Grendel (und Grendels Mutter) aus dem All kämpft. So etwa lässt sich die Story von “Outlander” knapp zusammenfassen, obwohl natürlich noch andere Zutaten in das Gebräu gerührt wurden, dass sich Drehbuch nennt: Mehr als ein bisschen “Predator” kommt ins Spiel, und entstanden scheint dieser Film in den Kulissen vom “Herrn der Ringe” (Teil 2: “Die zwei Türme”, Handlungssegment Rohan) zu sein.

Als Regisseur ist Howard McCain ebenso routiniert (oder gleichgültig) wie als Drehbuchautor. Über die Logik des Geschehens denkt man lieber nicht nach, worin die Freunde des B-Films viel Übung haben. Stattdessen freut man sich über die eingangs und dann in der zweiten Hälfte endlich zügig voranschreitende Handlung, die gefühlsduselige Durchhänger (Kainan spannt Wulfric die Braut aus und freundet sich mit einem Wikinger-Waisenkind an) verzeihen lässt. Filmkost dieser Qualität findet man außerhalb des Kinos immer noch selten, und tatsächlich wurde “Outlander” ursprünglich für die große Leinwand gedreht.

B-Movie mit A-Schauspielern

Dass “Outlander” nicht “direct to DVD” gehen sollte, belegt auch die Darstellerliste. James Caviezel hat Schauspieltalent (und Leidensfähigkeit) u. a. als Jesus Christus in Mel Gibsons “Die Passion Christi” (2004) unter Beweis gestellt. Als nicht nur unter Fremdlingen gestrandeter, sondern auch sonst vom Schicksal arg gebeutelter Mann beschränkt er sich dieses Mal zwar auf zwei Gesichtsausdrücke (traurig und böse), aber das reicht, um in einem Spektakel dieser Machart diverse Fragwürdigkeiten zu überspielen. (Wieso ist ein High-Tech-Soldat der Zukunft beispielsweise auch Meister des mittelalterlichen Schwertkampfs?)

Die meisten Nebenrollen bleiben hinter dichten Bärten und Zottellocken konturlos. Cliff Saunders gibt als glatzköpfiger Boromir den trinkfreudigen unerschütterlichen Kumpel, der mit einer tragischen Todesszene abtritt. Stets richtig liegt ein Regisseur, wenn er John Hurt engagiert, der hier selbst als Gandalf-Doppelgänger seiner Rolle individuelle Züge aufprägen kann. Kurz aber prägnant (oder lächerlich) bleibt Ron Perlmans Auftritt als lautstarker Kraftmensch Gunnar, der ebenfalls kahlhäuptig und bedrohlich tätowiert die Köpfe seiner Kampfgegner zwischen zwei Thorshämmern zerschmettert.

Als Wulfric spielt Jack Huston zwar eine der tragenden Nebenrollen, doch er ist blass als König in Ausbildung. Der dramaturgisch unausweichliche Konflikt zwischen Wulfric und Kainan, der eindeutig als Konkurrent und Nebenbuhler auftritt, ist kurz und flach. Viel zu schnell und reibungslos integriert sich Kainan, der Außerirdische, in die Wikinger-Schar.

Sophia Myles bleibt als Freya vor allem “love interest”. Zwar versucht das Drehbuch sie zur ebenso weiblichen wie schwertstarken Wikinger-Maid aufzubauen, doch dadurch wirkt Freya erst recht wie ein Klon der mittelirdischen Königsnichte Eowyn von Rohan. (Sie kocht aber offenbar besser.) Sie wird von zwei starken Männern geliebt und zwischendurch gerettet, wobei sie den einen oder anderen Stich selbst verteilen darf. Wieso Kainan sich ihretwegen für ein lebenslanges Erd-Exil entscheidet, will sich dem Zuschauer nicht erschließen.

Opulenz fürs Auge

Während in Sachen Kopf-Kino eher Schmalhans Küchenmeister ist, wird der Bauch – der beim Film-Zuschauer mit den Augen verkabelt ist – gut bedient. Knapp 50 Mio. Dollar sind für ein trickstarkes Epos im 21. Jahrhundert zwar ein Taschengeld – durchschnittlich gibt Hollywood für einen Film heutzutage (angeblich) 100 Mio. aus -, doch Regisseur Howard McCain bringt zwar keine Ideen aber jeden Cent auf die Leinwand.

Gedreht wurde “Outlander” weder in Skandinavien oder in Neuseeland, wohin die Produktion zunächst ziehen (und vom Trickstudio WETA betreut werden) sollte (woran eventuell der “Boromir” erinnert), sondern im östlichen Kanada, was aber in Ordnung geht, da die Wikinger Jahrhunderte, bevor Christopher Columbus Amerika ‘entdeckte’, auch dort gesiedelt haben. In Kanada ist der US-Dollar deutlich härter als in Hollywood. Das Budget gab deshalb nicht nur ein originalgroßes Drachenschiff, sondern auch ein riesiges Wikingerdorf mit Langhäusern, Werkstätten und Stallungen, einen grandiosen Königspalast und eine umlaufende Palisade her. Die Kamera liebt diese Kulisse zu Recht und schwelgt in eindrucksvollen Panoramabildern.

Auch im Inneren gibt es viel zu sehen. “Outlander” ist keiner dieser Spar-Filme, die Vergangenheit mit wackligen Pappmauern, kargem Inventar und viel Dunkelheit darstellen müssen. Hier wurde aus dem Vollen geschöpft. Selbst die Statisten tragen nicht die Lumpen aus einer “Stargate”-Staffel auf, sondern erscheinen in voller Wikinger-Pracht (aber ohne Hörner-Helme, womit gewisse historische Fakten gewahrt bleiben).

Staunenswerte Digitalitäten

“Outlander” ist ein B-Movie, das vom Zuschauer nicht verlangt, billige Tricks im Kopf wohlwollend in reales Geschehen umzudeuten. Was wir sehen, wirkt realistisch, und das schließt das Wüten außerirdischer Ungeheuer ausdrücklich ein. Bereits die ersten Minuten stimmen auf handwerkliche Qualität ein: “Outlander” setzt als SF-Abenteuer im Weltall mit einer turbulenten Absturzszene weit außerhalb der Erdumlaufbahn ein. Dieses Niveau kann fast durchweg gehalten werden. Der Planet der Morween ist ein bizarrer Ort, aber auch das von Wasser und Magma gleichermaßen durchströmte Höhlensystem unter dem Wikinger-Dorf ist ebenso aufwendig wie sauber getrickst. (Das ist wichtig, wenn man im schon 709 vulkanfreien Skandinavien dem Publikum ein Lava-Meer unter einem Wikingerdorf vorgaukeln will.)

“Digital” ist indes weiterhin kein Synonym für “perfekt”. Die Grenze der Illusion ist stets erreicht, wenn im Computer gestaltet wird, was das menschliche Auge bzw. das Hirn kennt. Vor allem Abweichungen im Bewegungsbild werden erbarmungslos entlarvt. In “Outlander” trifft es nicht unerwartet die Morweens. Verhalten sie sich ruhig, wirken sie außerordentlich echt, zumal sie oft altmodisch aber bewährt durch lebensgroße und mechanisch angetriebene Modelle verkörpert werden. Bei schnellen Bewegungen wirken die digitalen Morweens jedoch allzu offensichtlich der irdischen Schwerkraft enthoben. Ihr grünes Blut spritzt künstlich, die marsupilamilangen Kopf-ab-Schwänze schwingen eigenartig steif.

Ausnahmen bestätigen diese Regel: Großartig wirkt der Anblick der alten Morween, die ihren Schädel langsam von hinten durch einen Wasserfall schiebt. Glücklich war darüber hinaus der Einfall, dem an sich konventionell gestalteten Monster die Fähigkeit der Biolumineszenz zu gewähren: Ein Morween kann Körperteile und ‘Gesicht’ in buntes aber kaltes Licht hüllen. Es macht seine Opfer dadurch neugierig und verwirrt Feinde. Außerdem spiegelt sich seine Stimmung im Leuchten wider, was dem Film verständlicherweise hilft und buchstäblich prächtig herüberkommt.

“Was Splatter ist, bestimmen wir!”

Mehr denn je gleicht die Festsetzung der Altersfreigabe für phantastische Filme in Deutschland einem Glücksspiel. Im Zweifelsfall lieber zensieren, scheint die Faustregel zu lauten. Konsequent ist das selten, nachvollziehbar erst recht nicht. Die Herren & Damen mit den scharfen Scheren sind offenbar gnädiger, wenn der zu prüfende Film nicht eindeutig dem Horror-Genre angehört. “Outlander” profitiert von dieser Nachsicht als ein Film mit FSK-16-Freigabe, in dem Köpfe und andere Körperteile, begleitet von flüssigkeitsreichen Blutfontänen, durch die Lüfte wirbeln oder sich eine Königstochter aus einem Berg faulender Leichen wühlen muss. Diese Heftigkeiten gehören zur Geschichte, was aber aus Zensoren-Sicht längst kein Grund ist, sie überleben zu lassen.

Dass dem so ist, erfreut hoffentlich die Zuschauer sowie Regisseur McCain und seine Crew. Auf die Produzenten dürfte es wenig Eindruck machen. “Outlander” gehört zu den Flops des Filmjahrs 2009. Freilich sind besagte Produzenten selbst Schuld. Sie verloren die Nerven und das Zutrauen zum Film, den sie in wenigen Kinos und quasi ohne Werbung durchlaufen ließen. Nicht einmal ein Drittel seiner Kosten spielte er auf diese Weise ein. “Outlander” ist kein gutes Kino, aber dieses Schicksal ist unverdient. Das gute, alte, d. h. stringent auf Unterhaltung zielende B-Movie ist ganz und gar kein Auslaufmodell. “Outlander” beinhaltet keinen einzigen originellen Einfall. Den Spaß verdirbt das nicht.

DVD-Features

Was den Produzenten an Profit im Kino entging, sollen DVD und Blu-ray ausgleichen. “Outlander” erscheint deshalb in der DVD-Kaufversion als “2-Disc Special Edition”. Die üblichen Features – Trailer, “Making Of”, geschnittene Szenen, Bericht über die Spezialeffekte und Audio-Kommentar – hätte man mit dem Hauptfilm auf eine Scheibe brennen können, aber so lässt sich ein höherer Kaufpreis verlangen.

Infos zum Film gibt es außerdem im Internet.

[md]

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Preisrätsel/Gewinnspiel 2 x 1 -DVD: (2-Disc Special Edition)
Um jeweils einen der Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden:
In welchem Jahr stranden die Protagonisten in Skandinavien? Die richtige Antwort an redaktion(x)filmrezicenter.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald zwanzig Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Liara Barkanowitz und Daniel Bergmann. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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China will Siegeszug von «Avatar» stoppen!

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. Januar 2010

Peking (dpa) – Trotz des starken Besucheransturms darf die Mehrheit der Kinos in China den Film «Avatar – Aufbruch nach Pandora» ab Freitag nicht mehr zeigen. Kinos in Peking berichteten, lediglich in Lichtspieltheatern mit 3D-Technologie könnte der bisher erfolgreichste Film in China noch gesehen werden.

Inwieweit der Siegeszug des prämierten Hollywood-Streifens in China aus ideologischen Gründen oder wegen seiner starken Konkurrenz für heimische Filme gestoppt werden soll, blieb unklar.

Der Science-Fiction hat bei Chinesen einen Nerv getroffen, weil sich viele durch die Geschichte über die gewaltsame Vertreibung eines Volkes an das Schicksal ihrer eigenen Familien erinnert fühlen, die zwangsweise ihre Häuser für neue Immobilienprojekte verlassen müssen. China hat 1700 Lichtspieltheater mit mehr als 4000 einzelnen Kinosälen, von denen aber nur gut 500 dreidimensional ausgelegte Filme zeigen können.

Chinas Propagandabehörden wollten «Avatar» vorzeitig auslaufen lassen, «weil er die Besucher an Zwangsumsiedlungen denken lässt und möglicherweise Gewalt auslösen könnte», berichtete die Hongkonger Zeitung «Apple Daily». Auch nehme der ausländische Film heimischen Produktionen die Einnahmen weg. «Avatar» wird von Samstag an durch den chinesischen Streifen «Konfuzius» ersetzt, mit dem traditionelle Werte des Philosophen propagiert werden sollen.

Die bekannte Kolumnistin Hung Huang beschrieb in der «China Daily», warum sich viele Chinesen mit dem Na’vi-Volk in dem Fantasie- Film identifizieren und sprach von einem «sozialen Phänomen». «All die zwangsweisen Umsiedlungen alter Nachbarschaften in China machen uns heute zu den einzigen Erdenbürgern, die wirklich das Leid der Na’vi nachempfinden können.»

Der berühmte Blogger Han Han meinte: «Für Zuschauer in anderen Ländern ist eine solche brutale Räumung jenseits ihrer Vorstellungskraft. Es kann nur auf einem anderen Planeten oder in China stattfinden.» Selbst die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua schrieb, viele Kinogänger sähen in dem Film «eine erfolgreiche Schlacht gegen eine Zwangsräumung». In dem Drama fänden Chinesen «einen bekannten sozialen Konflikt» wieder – erzwungene Abrisse durch Immobilienunternehmen und Stadtverwaltungen.

«Ich frage mich, ob James Cameron heimlich in China gelebt hat, bevor ihm eine solchen Idee für die Geschichte von “Avatar” kam, wenngleich mit einem vielversprechenden Ende», zitierte die Staatsagentur einen Blogger. Offen zitierte Xinhua auch den Kommentar eines Internetnutzers: «Wenn in China ein Immobilienunternehmen ein Stück Land haben will, müssen die Bewohner weichen – wenn sie sich weigern, greift das Immobilienunternehmen zu Gewalt.»

In den ersten acht Tagen hatte «Avatar» in China bereits die Rekordsumme von 300 Millionen Yuan (30 Millionen Euro) eingespielt. Ob das erklärte Ziel von 500 Millionen Yuan nach dem weitgehenden Rückzug noch erreicht werden kann, ist ungewiss. Der Film hatte eigentlich über die wichtige Ferienzeit zum chinesischen Neujahrsfest noch bis Ende Februar in den Kinos laufen sollen.

«Avatar» hatte in der Nacht zum Montag den Golden Globe als bester Film des Jahres gewonnen. Auch wurde sein Regisseur James Cameron von der Vereinigung der Auslandspresse in Hollywood ausgezeichnet.

avatar

Fitzpatrick, Lisa
Avatar

James Cameron – Die Entdeckung einer neuen Dimension
Vorwort von Landau, John. Übersetzt von Kretschmer. Einführung von Jackson, Peter. Nachwort von Cameron, James
Verlag :      Knesebeck
Website: http://www.knesebeck-verlag.de
ISBN :      978-3-86873-189-7
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 34,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      108 S., 120 farb. abb. – 25,4 x 30,0 cm
Erschienen :      11.2009
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Torchwood – Staffel 3 – Kinder der Erde

Erstellt von Redaktion am 15. Dezember 2009

Bei Amazon.deTorchwood Staffel 3
Kinder der Erde

Darsteller: John Barrowman, Eve Miles, Gareth David-Lloyd
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl DVDs: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 300 Minuten

Mit der dritten Staffel der britischen Serie „Torchwood“ gehen die Produzenten der BBC neue Wege, um eine spannende und dramatische Geschichte zu erzählen. Die gesamte Staffel umfasst gerade einmal fünf Episoden von jeweils sechzig Minuten Länge. Im TV wurden die Folgen meistens an fünf zusammenhängenden Tagen ausgestrahlt, denn jede einzelne Folge erzählt auch einen Tag der Geschichte. Und die hat es in sich.

Die Spezialeinheit Torchwood 3 aus Cardiff musste einige schwere Schläge einstecken und betrauert noch immer den Verlust wichtiger Mitglieder. Jack (John Barrowman), Ianto (Gareth David-Lloyd) und Gwen ( Eve Miles) versuchen dennoch ihre Arbeit so gut wie möglich zu erledigen. Da bemerken sie Anzeichen, dass eine neue Bedrohung die gesamte Welt in Gefahr bringt. Die Kinder der Erde halten alle zur gleichen Zeit inne und künden anschließend davon, dass jemand kommt.

Jack und sein Team bieten der Regierung ihre Hilfe an, ahnungslos, dass sie sich damit genau in die Höhle des Löwen wagen. Denn die Regierung hat andere Pläne, will die Sünden der Vergangenheit vertuschen – mit allen Mitteln. Und so wird die geheime Zentrale Torchwoods in Cardiff zerstört und der unsterbliche Captain Jack Harkness vernichtet. Ianto Jones und Gwen Cooper können dem Anschlag nur knapp entkommen und werden fortan von Killern gejagt.

Der Einstieg in die dritte Staffel kommt ziemlich heftig daher. Da neue Figuren eingebracht werden, schreitet die Handlung zuerst ein wenig langsam voran, gewinnt aber zügig an Fahrt und ist dann unaufhaltsam. Dabei haben die Autoren und Produzenten keine Scheu vor Nachhaltigkeit und konsequenten Entscheidungen. Wichtige Charaktere sterben, ganze Gebäude werden dem Erdboden gleichgemacht und die Welt weiß um die Bedrohung der Kinder. Das verändert somit auch die Kulisse, in der die Serie spielt. Niemand dreht nach Abschluss einer Folge alles auf Anfang. Dinge die geschehen haben Auswirkungen auf zukünftige Ereignisse. Diese übergreifende und nachhaltige Handlung macht die Serie somit zu etwas Besonderem, denn niemand geht faule Kompromisse ein. Das ist atemberaubend.

Nur fünf Episoden für eine ganze Staffel sorgt dafür, dass die Handlung sehr gestrafft wird und sich vollständig auf das Wesentliche konzentriert. Das wäre zum Einen die packende Geschichte, in der brutale Außerirdische eine scheinbar unmögliche Forderung stellen. Dazu gehören auch Intrigen, Verrat und falsche Eitelkeiten, schlussendlich Angst und niedere Instinkte. „Torchwood – Kinder der Erde“ bietet eine heftige Geschichte und dazugehörige Szenen. Denn neben der zunehmenden Action, kommen auch starke und blutige Spezialeffekte vor.

Ein weiteres Element der Geschichte ist der Einblick in das Leben der Hauptfiguren. Ihre Gefühle, Motivationen und Handlungen werden nachvollziehbar erklärt. Der Zuschauer erfährt mehr von den Charakteren und es gelingt „Torchwood“ eine tiefe Verbindung zwischen Zuschauer und Charakteren herzustellen. Das steigert vor allem die Dramatik der Staffel, bis hin zu ihrer Krisis. Keiner der Charaktere kommt unbeschadet aus der Serie, einige Figuren werden in ihren Grundfesten erschüttert.

Das betrifft vor allem Jack, der strahlende Held der Serie. In „Torchwood – Kinder der Erde“ bekennt er sich zu seiner Liebe zu Ianto und lernt der Zuschauer Jacks Tochter und Enkel kennen, erfährt, warum sich seine Angehörigen von ihm distanzierten und erlebt mit, wie Jack einen Schicksalsschlag nach dem Anderen hinnehmen muss – und wie er unpopuläre Entscheidungen traf und trifft. Politische Korrektheit findet hier übrigens keine Beachtung. Die Geschichte und die Personen stehen im Vordergrund – mit allen Konsequenzen. Und so ist das Ende der Serie, der Höhepunkt der Geschichte, auch gleichzeitig der Augenblick, in dem man seinen Augen misstraut und kaum nachvollziehen kann, wie ein Held dermaßen zerstört wird, nein, sich selber dermaßen zerstört. Ist bereits der Verrat der englischen Regierung erschütternd, der Entschluss der Weltregierungen unfassbar und die Motivation der Aliens überraschend abschreckend, so ist die Auflösung des Spannungsbogens nachhaltig grausam.

Auch die darstellerische Qualität hat in der dritten Staffel angezogen. Die Schauspieler genießen eindeutig mehr Freiheit ihre Figuren zu gestalten und nutzen dies auch aus. Vor allem die Liebesbeziehung zwischen Jack und Ianto wird stark in Szene gesetzt. Dabei wird die Homosexualität zwar thematisiert, ist aber keineswegs grundlegendes Thema der Geschichte. John Barrowman und Gareth David-Lloyd spielen die gleichgeschlechtliche Liebe unterschwellig aus und stellen sie als die Normalität dar, die sie in einer modernen Gesellschaft auch ist. Damit gehen sie einen wohltuend anderen Weg als manch offene Serie, in der die Homosexualität dermaßen normal dargestellt werden will, so dass sie nur noch aufgesetzt wirkt. Auch hier steckt „Torchwood“ neue Grenzen.

Tricktechnisch bietet die Serie viele Szenen vom Feinsten, vor allem der zerstörte Körper von Jack wird eklig imposant vorgeführt. Das gilt auch für die Actionsequenzen, die pointiert eingesetzt werden. Zusammengesetzt ergibt das eine überzeugende Mischung, die einfach Spaß macht.

Die dritte Staffel der Serie kommt auf insgesamt zwei DVDs daher. Leider gibt es beim Bonusmaterial Abstriche und nur ein überschaubares Making-of. Das ist glücklicherweise sehr gelungen und informativ. Die Einblicke hinter die Kulissen sind unterhaltsam, könnten aber umfassender sein.

„Torchwood – Kinder der Erde“ ist die sehr gelungene Fortsetzung dieser außergewöhnlichen Serie und ein Garant für gute Unterhaltung. Die DVD-Box wird der Sache mehr als gerecht. Leider liegt die deutsche Tonspur nur in Dolby Digital 2.0 vor, im Englischen jedoch in Dolby Digital 5.1. Da die deutsche Synchronisation sehr gelungen ist, macht sie dieses Manko ein wenig wett. Unter dem Strich also eine klare Empfehlung!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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AVH: Alien vs. Hunter

Erstellt von Michael Drewniok am 3. Dezember 2009

avhAVH: Alien vs. Hunter

Originaltitel: AVH: Alien vs. Hunter (USA 2007)
Regie: Scott Harper
Drehbuch: David Michael Latt
Kamera: Mark Atkins
Schnitt: Matthew Alson Thornbury
Darsteller: William Katt (Lee Custler), Dedee Pfeiffer (Hilary), Wittly Jourdan (Tammy), Randy Mulkey (Valentine), Jennifer Couch (Freckles), Jason S. Gray (Garrison), John Murphy Jr. (Figgus), Kevin Kazakoff (Two Fingers), Philip Bak (Javier), Josh Tessier (Styles), Matthew Bolton (Marty), Collin Brock (Sheriff Armstrong), Darbi Gwynn Gibson (Marcy), Aaron Council (Alien), Rob Filson (Hunter)
Label/Vertrieb: KNM Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 22.10.2009
EAN: 7640114164538
Bildformat: 16 : 9 (1,77 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch) u. Dolby Digital 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 85 min.
FSK: 18

Das geschieht:

Irgendwo im tristen Hinterland von Kalifornien und in der Nähe eines trostlosen Städtchens gehen zwei Raumschiffe nieder. Ein Spinnen-Alien und sein schwer gepanzerter Jäger verfolgen einander durch staubige Wälder. Menschliche Pechvögel, die ihnen dabei in die Quere kommen, werden entweder gefressen (Alien) oder verprügelt und mit dem Laser-Gewehr zu Staub zerblasen (Jäger).

Angstvoll sammelt sich eine kleine Gruppe Überlebender um den Journalisten Lee Custler. Er rät, sich zum Survival-Redneck Valentine durchzuschlagen – der zwar ein Spinner ist, aber in seiner Waldhütte Waffen aller Art hortet -, um sich dort zu verschanzen und auf das rettende Militär zu warten.

Die Flucht gelingt, obwohl das Spinnen-Alien die Schar ausdünnt. Valentine gewährt Unterschlupf, doch als das Alien und der Jäger nahen, muss er feststellen, dass seine Waffen weder Hautpanzer (Alien) noch Rüstung (Jäger) durchschlagen können. Neuerlich heißt Flucht die Devise. Die Gruppe teilt sich: Valentine und Custler tun sich mit dem inzwischen aus dem Busch aufgetauchten und mit Panzerfaust sowie C4-Sprengstoff gerüsteten Trupp um den Wilderer Figgus zusammen, um den Ungeheuern aus dem All auf gute, amerikanische Weise heimzuleuchten, während die anderen Überlebenden versuchen, durch die unterirdische Kanalisation zu entkommen. Leider streift Gruppe 1 absolut planlos durch die Wälder, während Gruppe 2 ausgerechnet in das Raumschiff des Jägers stolpert. Das leichenreiche Desaster kann seinen Lauf nehmen …

Eine Warnung für die Neugierigen!

Wiegt die Kenntnis eines neuen Wortes den Verlust von 90 Minuten Lebenszeit auf? Das ist eine schwierige Frage, denn anderthalb Stunden “AVH: Alien vs. Hunter” stellen auch für den mit allen trüben Wassern der Filmgeschichte gewaschenen Zuschauer ein schockierendes Erlebnis dar. Doch mehr als das Wissen um besagtes Wort bleibt ihm nicht nach der harten Probe von Herz und Hirn. So sei der noch nicht betroffenen Allgemeinheit mitgeteilt, dass “AVH” ein sogenannter “mockbuster” ist. Die Produktionsfirma “Asylum” – merkt euch den Namen und meidet ihre Machwerke! – hat sich – leider ist so etwas legal – darauf spezialisiert, erfolgreiche Großproduktionen der Genres Science Fiction und Horror für den sprichwörtlichen Appel, aber ohne Ei neu zu erzählen bzw. zu plagiieren.

In unserem Fall ist die Vorlage unschwer erkennbar: “AvP – Alien vs. Predator: Requiem” ließ 2007 bereits zum zweiten Mal die Erfolgsmonster der Blockbuster “Alien” und “Predator” aufeinandertreffen. Zwar ließ dieser Film in Sachen Handlungslogik oder Schauspielerleistung beinahe alle Wünsche offen, doch wenigstens war er anschaubar, ohne im Publikum die Frage nach den Verursachern, blanken Hass und den Kollektivwunsch nach Lynchjustiz aufsteigen zu lassen.

“AVH” ist dagegen Trash in den Minuten 1 bis 85, zwischen denen sich die Zeit endlos zieht. Die Story wurde von der erwähnten Vorlage gerippt, aber ‘Drehbuchautor’ David Michael Latt gab sich nicht die geringste Mühe, sie so zu kopieren, dass sie den (finanziell und intellektuell) beschränkten “AVH”-Verhältnissen angepasst wurde.

“Ich brauche keine Millionen …”

Genau das hätte unbedingt geschehen müssen, denn finanziert hat Scott Harper seinen Film offenbar mit dem Wechselgeld, das der Oma, die im Supermarkt vor ihm an der Kasse Schlange stand, aus der Tasche gefallen ist. Gedreht wurde in ausgedörrten kalifornischen Wäldern, durch die man die sichtlich müden und schwitzenden Darsteller auf der Flucht vor sparsam eingeblendeten Aliens hetzen sieht. Die Kamera übernimmt die Rolle der außerirdischen Angreifer, indem sie wild hin und her geschwenkt oder auf die ‘attackierten’ Menschlein zugerollt wird.

Eindeutig ist der Kameramann das wichtigste Mitglied der Filmcrew. Mit seinem Werkzeug versucht er wacker auszugleichen, was das Budget nicht hergibt. Spannendes spielt sich bevorzugt im Dunkeln oder in dichten Nebelwolken ab, weil das die erbärmlichen ‘Kulissen’ und ‘Kostüme’ leidlich verbirgt. Details lassen sich auch verwischen, indem der Kamera die Bildschärfe genommen wird. Oder liegt die Kopfschmerz erzeugende Bildqualität darin begründet, dass “Asylum” das Equipment aus dem Sperrmüll hinter einem richtigen Hollywood-Studio klaubte?

Akute Unlogik dominiert die flüchtende Gruppe. Ausführlich werden Pläne geschmiedet, die man eine Sekunde später ignoriert. Erst läuft man aus der Stadt in die Wildnis, dann schleicht man dorthin zurück. Dabei sehen wir die Gejagten in einem Moment tief in der Kanalisation und im nächsten im hellen Sonnenschein schlurfen, denn Kontinuität ist ein weiterer Faktor, der im Drehbuch ausgeklammert bleibt.

Lernresistenz heißt stattdessen das Gebot der Stunde. Valentine und seinen paramilitärischen Rabauken will es einfach nicht in die stecknadelkopfgroßen Hirne gehen, dass die Außerirdischen kugelfest sind. Wieder und wieder ballern sie wüst auf ihre Gegner und wundern sich, wenn anschließend wieder ein Toter zu beklagen ist. Das sehnlich erwartete bzw. geschmähte Militär macht es dagegen richtig: Obwohl zwei Raumschiffe unter kräftiger Rauchentwicklung über den kalifornischen Himmel gezogen sind, lässt es sich nicht blicken.

Ganz spezielle Effekte …

Den Vogel schießt “AVH” erwartungsgemäß ab, wenn Filmtricks ins Spiel kommen. Von Ehrgeiz getrieben, schrieb Autor Latt ein Alien mit insektenähnlichem Oberkörper auf einem Spinnenkörper ins Drehbuch. Der ließ sich beim besten Willen nicht durch ein lebensgroßes Kostüm simulieren. CGI-Technik wurde bemüht. Das Geld reichte allerdings nur für zwei oder drei sekundenkurze Einstellungen, die wieder und wieder zum Einsatz kommen. Sie sind miserabel geraten, aber das müssen sie sein, um sich dem lachhaften ‘Kostüm’ in toto anzupassen. Nicht einmal über die Größe des Alien herrscht Einigkeit; in der Totalen ist es so groß wie ein Nashorn, aber rauft es mit Menschen, ist es exakt so klein wie der arme Teufel, der unter der billigen Monster-Camouflage steckt. (Die Spinnenbeine fallen übrigens ersatzlos weg, wenn Alien und Menschen in ein und derselben Szene auftauchen.)

Als Basis des ‘Jägers’ diente offenbar eine alte Samurai-Rüstung, die im Gesichtsbereich durch eine schwarz mattierte Tauchermaske ergänzt wurde. Auch der Jäger ändert seine Größe von Szene zu Szene. Er haust in und reist mit einem hightechfreien Raumschiff, dessen Interieur an einen düsteren Heizungskeller erinnert, dessen geistig umnachteter Bewohner Schrott und Müll an die Wände genagelt hat. Wir Zuschauer lernen diesen Ort des unfreiwilligen Grauens viel zu gut kennen, weil Regisseur Harper seine Darsteller immer wieder durch dieselben kurzen Flure jagt.

Unklug ist die Entscheidung, die öde Welt, in die es unsere Invasoren verschlagen hat, durch deren Augen zu zeigen. Beim Alien färbt sich das Bild dann grün und zerfällt in unzählige Kugelsegmente, die den Blick durch ein Facettenauge nachahmen sollen. Der Jäger sieht seine Umgebung dagegen in Rot.

Eine besondere Erwähnung in diesem Kapitel über die Spezialeffekte verdient die “AVH”-Synchronisation. Mussten die Sprecher ihre Sätze vom Blatt ablesen und per Telefon ins Synchronstudio durchgeben? Waren sie der deutschen Muttersprache gar nicht mächtig? Sprachen sie so gut wie möglich nach, was ihnen lautmalerisch vorgegeben wurde? Artikulieren sich da überhaupt echte Menschen, oder existiert inzwischen eine Software, mit der sich Filmedialoge auf Knopfdruck eindeutschen lassen? Die Stimmen sind ölig, verwaschen, tot; keine Betonung stimmt. Jedes geleierter Wort ist ein weiterer Nagel zu dem Sarg, der für einen Streifen wie “AVH” zu zimmern ist: Dieser Film ist von der ersten Sekunde eine Totgeburt. Unfassbar, dass solcher Murks zusätzlich auf eine Blu-ray gepresst wurde!

“This is the end, my only friend, the end …”

Wenn der normale Zeitgenosse eine richtig böse Sünde begeht, dabei aber dem weltlichen Gesetz entwischt, muss er sich laut Vorgabe der meisten Religionen erst nach seinem Tod dafür verantworten. Eine Ausnahmeregelung gibt es offenbar für Schauspieler: Sie landen noch lebendig jedoch anschließend seelisch tot in ‘Filmen’ wie diesem.

Obwohl die meisten Darsteller leider gar nicht fehl am Platz wirken. Sie spielen nicht, sondern grimassieren, als ob der Tonfilm noch nicht erfunden wäre. Alle Figuren wurden nur in groben Umrissen hastig skizziert, denn sie sind Futter, das in regelmäßigen Abständen den Monstern vorgeworfen wird. Folgerichtig sind sie uns alle herzlich gleichgültig bzw. aufgrund ihrer unterirdischen Darbietungen so lästig, dass wir ungeduldig auf ihr Ende warten.

Richtig weh tut der Anblick einer echten Schauspielerin in diesem desaströsen Umfeld. Dedee Pfeiffer, die jüngere Schwester von Michelle, aber inzwischen eindeutig auf der falschen Seite der 40, war nie ein Star, aber die Liste ihrer Filme und TV-Auftritte ist nicht nur lang, sondern was sie drehte, ließ sich auch anschauen; sie kann also ihren Job. Wie steht es um ihre Karriere, wenn sie sich für den Schwachsinn der Firma “Asylum” hergeben muss? Von der Regie völlig im Stich gelassen, bietet Pfeiffer jedenfalls dasselbe Anti-Schauspiel wie ihre Leidensgenossen.

Abschließend noch eine Frage: Wieso ist “AVH” in Deutschland erst ab 18 Jahren freigegeben? Selbst 12-jährige Zuschauer brechen in hämisches Gelächter aus, wenn man versucht, sie mit billigem Humbug ins Bockshorn zu jagen. Wahrscheinlich wurde die hohe Freigabegrenze absichtlich angestrebt; ein verzweifelter Trick des Labels, das denen, die unschlüssig diesen Film in ihren Händen drehen, unterhaltsame Blutorgien vorgaukeln und sie auf diese Weise zum Kauf verleiten möchte.

DVD-Features

Kaum zu fassen, aber zum grausigen Machwerk “AVH” existiert ein “Behind-the-Scenes”-Feature. Es entlarvt den deprimierenden Arbeitsalltag einer “Mockbuster”-Crew, die alles gibt, der aber nichts gelingt, weil ohne Geld, Zeit und Plan jegliche Schaffenskraft verenden muss. ‘Kulissen’ wie die seltsame, mit Tarnfarben bemalte und mit Fischernetzen ausgehängte ‘Kanalisation’ oder das Müllkippen-Raumschiff entpuppen sich als Sperrholz-Konstruktionen, die mit allem, was schlecht und billig ist, ‘dekoriert’ wurden.

Verzweifelt bemüht sich Randy Mulkey  in der Maske des dreifach debilen Rednecks Valentine um lobende Worte zu jenem Film, in den ihn ein böses Schicksal verschlagen hat. Falls ich seine genuschelten Worte richtig verstanden habe, wurde “AVH” in zwölf Tagen heruntergekurbelt, was nicht sein kann, weil der fertige Film deutlich signalisiert, dass Darsteller und Crew ansonsten elfeinhalb Tage untätig auf dem Set herumgelungert hätten.

Einige sogenannte “bloopers” sollen ‘lustige’ Zwischenfälle und darstellerische Fehlleistungen während der Dreharbeiten dokumentieren. Beim besten Willen ist kein Qualitätsunterschied zwischen den Outtakes und den fertigen Szenen feststellbar; “AVH” ist im Grunde eine einzige, anderthalb Stunden laufende Blooper-Roll.

[md]

Titel bei Amazon.de (DVD)
Titel bei Amazon.de (Blu-ray)

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Torchwood – Staffel 2

Erstellt von Redaktion am 19. November 2009

torchwood-02Torchwood – Staffel 2

GB 2008
Regisseure: Ashley Way, Colin Teague, Andy Goddard, Jonathan Fox Basset Mark Everest
Komponist: Murray Gold, Ben Foster
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bildseitenformat: 16:9
Umfang: 4 DVDs
FSK: 16
Polyband & Toppic Video/WVG, 25. September 2009
Spieldauer: 650 Minuten
13 Folgen a ca. 45 min
Extras: “Das Leben und Sterben des Captain Jack”, Deleted Scenes, Outtakes

Als Ableger der bekannten und beliebten Serie „Doctor Who“ hat auch „Torchwood“ die Herzen einer wachsenden Fangemeinde erobert. Für die Produktion zeichnet sich die BBC Wales aus, die Erstaustrahlung der zweiten Staffel fand auf dem Kanal BBC Two statt. In Deutschland lief „Torchwood“ auf RTL2 im Verbund mit weiteren Science-Fiction-Serien.

Die erste Staffel der Serie war bereits ein Knaller, vor allem da sich „Torchwood“ vom üblichen Science-Fiction-Einheitsbrei löst und mit seinem britischen Charme zu begeistern weiß. Die Erzählweise und der Aufbau der Serie ist very british und vor allem für Westeuropäer anziehend gestaltet. Man muss sich halt auf die abstrakten Ideen einlassen können und verstehen, dass nicht alle außerirdischen Katastrophen und Merkwürdigkeiten in den USA geschehen können. Nein, denn „Torchwood“ handelt im walisischen Cardiff. Und mittels einem Raum-Zeit-Riss wird dieser Umstand auch nachvollziehbar erklärt.

In „Torchwood“ spielt der gleichnamige Geheimdienst eine wichtige Rolle, der sich um die übernatürlichen Phänomene kümmert die Britannien plagen. Die Gründung Torchwoods kann man in der Serie „Doctor Who“ übrigens miterleben, ebenso den ersten Auftritt von Captain Jack Harkness (John Barrowman). Jack ist der Dreh- und Angelpunkt der Serie und Leiter der Torchwood-Abteilung Cardiff. Er ist äußerst charismatisch, unsterblich, loyal und stammt aus der Zukunft.

Gemeinsam mit seinem Team unterschiedlicher Fachrichtungen, untersucht Jack die merkwürdigen Ereignisse die Cardiff heimsuchen. Doch Halt! Denn die zweite Staffel geht andere Wege – und das ist einfach großartig. „Torchwood“ hat keine Scheu davor ein anderes Konzept zu nutzen, um spannende Geschichten zu erzählen und den Zuschauer regelrecht an den Fernseher zu fesseln.

Die zweite Staffel schließt nahtlos an der ersten Staffel an. Dort verschwand Jack plötzlich und ließ sein Team alleine. Gwen Cooper (Eve Myles) übernahm die Führung der Einheit. Sie ist sozusagen die gute Seele der Truppe, denn nur ihr gelingt es nebenbei ein halbwegs normales Leben und eine Beziehung zu führen. Sie ist mit Rhys Williams (Kai Owen) verlobt und im Laufe der Handlung heiraten die beiden. Allerdings wird das keine ganz einfache Sache, obwohl Gwen ihrem Liebsten endlich die Wahrheit über ihren Job erzählt. Das wirkt sehr familiär und so ist auch das Konzept der zweiten Staffel.

Im Mittelpunkt stehen die Gefühle der Protagonisten. So kehrt Jack zurück und wirkt auch zufriedener, doch im Laufe der einzelnen Episoden blickt der Zuschauer tief in eine gequälte Seele und erkennt die Maske, hinter der sich Jack verbirgt. Jacks Qual wird von seinem ehemaligen Geliebten Captain John Hart (James Marsters) ausgenutzt. TV-Kenner wissen natürlich, dass es sich bei Marsters um einen exzellenten Schauspieler handelt, der vor allem in der Rolle des Spike („Buffy – Die Vampirjägerin“) große Bekanntheit erreichte. In „Torchwood“ kann er viele Facetten seines Könnens auspacken und ist der Anfang und das Ende der zweiten Staffel – und das in vielerlei Hinsicht.

Wie bereits angedeutet ist die Liebe unter Männern in „Torchwood“ an der Tagesordnung und mit Sexualität wird offen und ehrlich umgegangen. Die BBC zeigt keine falsche Scheu und auch, dass Jack mit seinem Untergebenen Ianto Jones (Gareth David-Lloyd) eine heiße Affäre am Laufen hat. Aber Jack ist kein Kostverächter und so durfte fast jeder aus dem Team Zärtlichkeiten von Jack erfahren. In Gwen selbst lodert eine unerwiderte Liebe, doch schlussendlich gibt sie Rhys den Vorzug – er ist in ihren Augen der zuverlässigere Mann – er ist da, wenn sie ihn braucht.

Unerwiderte oder tragische Liebschaften dominieren die zweite Staffel erheblich, was auch Toshiko Sato (Naoko Mori) erfahren muss. In der Folge „Bis zum letzten Mann“ hat sie sich ausgerechnet in einen Kerl aus der Vergangenheit verliebt, der nur einmal im Jahr aufgetaut wird. Das diese Liebe keine Zukunft hat wird schnell deutlich und nimmt den Zuschauer mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Doch der Zuschauer weiß auch, dass die gute Toshiko ein Auge auf ihren Kollegen Dr. Owen Harper (Burn Gorman) geworfen hat. Der hat ebenfalls sein Probleme, ist dem Tode näher als dem Leben. Owen ist vollkommen ahnungslos was Toshikos Gefühle für ihn angeht und schlussendlich wird er ziemlich früh in der Staffel erschossen.

Das geschieht in der Folge „Nebenwirkungen“. Zu viel der Handlung verraten? Keineswegs! Denn „Torchwood“ geht andere Wege. Jack kann Owen nicht ziehen lassen und greift zu einem drastischen Mittel. Owen kehrt zurück ins Leben – falls man es ein Leben nennen kann. Und somit nimmt die Handlung eine weitere überraschende Wendung. Doch schlussendlich … was soll man dazu sagen? Schlussendlich wird deutlich, dass „Torchwood“ keine Scheu davor hat die meisten der Hauptdarsteller sterben zu lassen, die Welt radikal zu verändern und neue Wege einzuschlagen. In anderen Serien suchen die Autoren stets einen Kniff, um auf Anfang zurückzukehren. „Torchwood“ zieht aber stets weiter. Dramatisch, hart, kompromisslos und – vor allem – auch gnadenlos.

Die darstellerische Leistung der Schauspieler ist über alle Zweifel erhaben. Sie setzen die dramatische Handlung der Serie um und hauchen den Rollen Leben ein. Das geschieht mit einer unglaublich starken Ausstrahlung, die einen sofort packt. Vor allem Eve Myles und John Barrowman überzeugen auf ganzer Linie. Beide sind Äußerlich anziehend und besitzen eine einnehmende Persönlichkeit, die auch über den Bildschirm hinaus transportiert wird. Die Dreharbeiten haben Spaß gemacht und das sieht man der Besetzung an. Mimik und Gestik sind wunderbar, oft kommen die Figuren ohne ein Wort aus, vermitteln trotz allem die Situation und ihr Gefühlsleben. Das ist große Schauspielkunst, die hier auf hohem Niveau gezeigt wird.

Auch die deutsche Synchronisation ist gelungen. Das liegt an den gut gewählten Sprechern, die den Charakter der Figuren unterstreichen und ins Deutsche transportieren. Einzig schlecht an der deutschen Tonspur ist die Tatsache, dass hier nur Dolby Digital 2.0 geboten wird. Die Englische Tonspur kommt mit einem satten Dolby Digital 5.1 daher, was einfach erstklassig aus den Boxen dringt. Schade, dass der deutsche Zuschauer da ein wenig das Nachsehen hat. Aber das ist nur ein kleines Übel, über das hinweggesehen werden kann.

„Torchwood – Staffel 2“ ist eine Steigerung der Serie. Packend, spannend, emotional und aktionsgeladen. Dreizehn Folgen sorgen für erstklassige Unterhaltung und keine der Episoden hat eine Schwäche. Glanzlichter sind natürlich die zusammenhängenden Folgen, aber auch alle anderen Geschichten sind sehr unterhaltsam. Gewürzt mit britischem Humor (die Anspielung auf „Star Wars“ ist einfach herrlich) bekommt man eine hervorragende Serie geboten.

Die Aufmachung in der DVD-Box aus dem Hause Polyband wird der Serie sehr gerecht. Vor allem das Bonusmaterial macht Laune und präsentiert informative Blicke hinter die Kulisse. Das gilt auch im Bereich Sound und Musik. Einfach wunderbar und einen Blick wert. Für Fans von Captain Jack gibt es passendes Zusatzmaterial, in dem die Rolle detailliert unter die Lupe genommen wird. Das ist vor allem für Leute wichtig die keine Ahnung von „Doctor Who“ haben, aber dennoch mehr über diese außergewöhnliche Figur des Captain Jack Harkness wissen möchten.

Zusammengenommen und abschließend bleibt eigentlich nur eine Wertung übrig: Erstklassig!

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

“Torchwood – Staffel 2″ bei Amazon.de

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Kampfstern Galactica – Teil 2

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Oktober 2009

kampfstern-galactica-e28093-teil-21Christian J. Nyby II & Donald P. Bellisario u. a.
Kampfstern Galactica – Teil 2

Battlestar Galactica, USA, 1978
Koch Media GmbH, München, 3/2009
5 DVDs, Display in Metal Box
EAN 4020628972233
Lauflänge: ca. 610 Min., 13 Folgen à 47 Min.
FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL, RC2
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Komponist: Stu Phillips, Glen A. Larson
Darsteller: Lorne Greene, Richard Hatch, Dirk Benedict
Extras: 32-seitiges Booklet, Dokumentation: „Erinnerungen an KG“, geschnittene Szenen, dt. Originaltrailer zu „Mission Galactica“, Bildergalerie

www.kochmedia-dvd.com
www.battlestargalactica.com/index.htm

Die Galactica besteht auf der Flucht vor dem feindlichen Volk der Zylonen so einige Gefahren. Sie sind auf dem Weg zur Erde, auf der das nur noch aus Sagen bekannte dreizehnte Volk der menschlichen Rasse leben soll, das sich vor langer Zeit in den Weiten der Galaxis verlor. Die letzten Überlebenden legen ihre ganze Hoffnung darauf, dort eine neue Heimat zu finden. Die einzelnen Abenteuer gestalten sich wie folgt:

Disk 1
Episode 12/13: Mission Galactica – Angriff der Zylonen: Die Galactica trifft auf die Pegasus und ihren legendären Commander Cain (Lloyd Bridges), der den Kampf gegen die Zylonen immer noch nicht aufgegeben hat und das Schwesterschiff nun dazu überreden will, einen gemeinsamen Angriff gegen zwei Basisschiffe zu fliegen.
Episode 14: Galactica unter Feuer: Die Galactica wird von zylonischen Kampfschiffen schwer beschädigt. Commander Adama liegt im Sterben. Durch die Explosionen wurde das Freizeitzentrum vom Rest des Schiffes abgeschnitten. Es wird alles getan, um die Überlebenden zu retten. Denn unter den Eingeschlossenen befinden sich auch Apollos Sohn und seine Schwester Athena. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Disk 2
Episode 15/16: Teuflische Versuchung: Die Galactica-Crew trifft auf einen charismatischen Mann namens Count Iblis (Patrick McNee). Er manipuliert die Menschen und zeigt ihnen ihre verborgenen Sehnsüchte. Der leibhaftige Teufel scheint seine Finger im Spiel zu haben.
Episode 17: Der Mann mit den neun Leben: Leutnant Starbuck begegnet einem Mann namens Chameleon (Fred Astaire) der sich als sein Vater ausgibt. Stimmt dies, oder ist er nur ein raffinierter Hochstapler?

Disk 3
Episode 18: Unter Mordverdacht: Nach einem Spiel geraten Starbuck und ein Spieler der gegnerischen Mannschaft aneinander. Als dieser Spieler kurze Zeit später tot aufgefunden wird, gerät Starbuck unter Mordverdacht.
Episode 19/20: Kontakt zur Erde: Die Galactica findet ein Schiff mit Stasiskapseln, in denen sich Kinder befinden. Die Kapseln zu öffnen, könnte den Tod der Schläfer bedeuten. Eine Gewissensfrage, die Adama jedoch abgenommen wird, als durch einen Kurzschluss die Lebenserhaltungsenergie der Kapseln rapide sinkt. Unbemerkt erwacht einer der Schläfer.

Disk 4
Episode 21: Fluchtgefahr: Einige Krieger der östlichen Allianz befinden sich als Kriegsgefangene unter Obhut von Commander Adama. Dieser versucht, mit dem Anführer in diplomatische Verhandlungen zu treten. Doch die Arroganz und Verblendung seines Gegenübers verblüfft sogar Adama.
Episode 22: Kriegsgefahr: Apollo wird auf Terra gefangen genommen, weil man ihn für einen Spion der östlichen Allianz hält. Adama versucht nun alles, um seinen Sohn zu retten. Natürlich mischt Starbuck kräftig mit. Warum sollte sein Freund Apollo den ganzen Spaß alleine haben.
Episode 23: Die Meuterei: Starbuck trifft sich mit seiner neuesten Eroberung Aurora auf der Celeste, einem Schiff, das ebenfalls zum Verbund der Galactica gehört. Doch Aurora spielt falsch. Sie entpuppt sich als Mitglied einer Terrorgruppe, die nicht mit der derzeitigen Politik des Rates einverstanden ist.

Disk 5
Episode 24: Die große Schlacht: Die Galactica trifft erneut auf ihre Erzfeinde, die Zylonen, und das auch noch am Rand der Galaxis. Adama trifft die Entscheidung, nicht länger zu fliehen. Er will mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln das Basisschiff der Zylonen vernichten. Damit wäre der Weg zur Erde endlich frei.

An Extras finden sich auf den DVDs u. a. die Dokumentation: „Erinnerungen an Kampfstern Galactica!“, oftmals kommentierte, geschnittene Szenen zu so gut wie allen Folgen, der dt. Originaltrailer zu „Mission Galactica“ und nicht zuletzt eine Bildergalerie. Die Doppelfolge „Mission Galactica“ ist zum Teil durch Szenen mit dt. Untertiteln ergänzt, da sie nie vollständig für das deutsche Fernsehen synchronisiert wurde, sondern stattdessen immer nur der für das Kino aufbereitete Film gezeigt wurde. Wer diese Folgen sieht, wird sich wieder daran erinnern, dass Starbuck und Boomer noch Männer und Menschen waren. Zusammen mit ihrem Freund Apollo bilden sie wie die drei Musketiere ein echtes Dream-Team. Die schmucken Uniformen und phantasievollen Kleider der Damen werden den wahren Fan aufatmen lassen. Denn auch noch unter den fürchterlichsten Bedingungen sitzt das Make-up, und die Frisur hält.

Die neue Serie verleitet einen eher dazu, mit Shampoo und Duschbad hinter den Darstellern herzulaufen. Dies sei nur am Rande erwähnt. Legenden wie ja, Pa, ja, Pa- „Bonanza“-Darsteller Lorne Greene veredeln durch ihre schauspielerischen Leistungen diese Serie, wie der unvergleichliche Lloyd Bridges, der hier in einer Gastrolle als Commander Cain zu sehen ist. Fans der alten „Galactica“-Missionen werden hoffentlich über einige Schwächen hinwegsehen. Z. B. sind die Schnitte der einzelnen Szenen sehr grob. Verstörend kann auch wirken, dass die Sprache in einigen Folgen zwischendurch ins englische Original wechselt, da wohl keine Nachsynchronisation erfolgte. Alles in allem sind diese Disks aber dazu da, manch langweiligen Abend aufzupeppen. Die Extras werden durch vergessene Film-Schnippsel und Trailer zu den Kinofilmen aufgepeppt. Wer ein wahrer Fan der „Galactica“ ist und Filme oder Serien wie „Star Wars“ oder „Star Trek“ liebt, wird sich sehr wohl fühlen. Das Original ist immer noch am schönsten. (PW)

Titel bei Amazon.de: Kampfstern Galactica – Teil 2

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