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A Lonely Place to Die

Erstellt von Michael Drewniok am 2. Februar 2012

A Lonely Place to Die
Todesfalle Highlands

Originaltitel: A Lonely Place to Die (GB 2010)
Regie: Julian Gilbey
Drehbuch u. Schnitt: Julian Gilbey u. Will Gilbey
Kamera: Ali Asad
Musik: Michael Richard Plowman
Darsteller: Melissa George (Alison) Alec Newman (Rob), Ed Speleers (Ed), Kate Magowan (Jenny), Garry Sweeney (Alex), Holly Boyd (Anna), Sean Harris (Mr. Kidd), Stephen McCole (Mr. Mcrae), Karel Roden (Darko), Eamonn Walker (Andy), Paul Anderson (Chris), Eric Barlow (Sergeant Gray), Douglas Russell, Alan Steele (Jäger), Mathew Zajac (Rakovic) u. a.
Label/Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 17.01.2012
EAN: 7613059801622 (DVD) bzw. 7613059401624 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (2,35 : 1, anamorph)
Audio: DTS 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 95 min. (Blu-ray: 99 min.)
FSK: 18

Amazon.de (DVD)
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Das geschieht:

Wieder einmal begeben sich Rob und Alison auf eine Bergwanderung. Sie werden begleitet vom deutlich jüngeren und unerfahrenen Ed sowie vom Ehepaar Alex und Jenny, als es dort in die schottischen Highlands geht, wohin sich selbst Schafe nicht mehr trauen.

Auf halber Strecke zum Gipfelziel macht die Gruppe eine schockierende Entdeckung: Aus dem Waldboden ragt ein Belüftungsrohr. Darunter versteckt ist ein Erdgrab, in dem die junge Anna gefangen gehalten wird. Die professionellen Kidnapper Mr. Kidd und Mr. Mcrae haben das aus Kroatien stammende Mädchen entführt. Für ihre Freilassung fordern sie 6 Mio. Dollar Lösegeld.

Als sie nun merken, dass ihr Opfer befreit wurde, setzen sich die Gangster auf die Spur der Bergwanderer. Sie wollen Anna zurückholen, um ihr ‚Geschäft‘ fortzusetzen, und sie wollen ihre Befreier als unliebsame Zeugen umbringen. Schnell gibt es die ersten Toten, zumal die Flucht über steile Hänge und durch reißende Gebirgsbäche führt.

Zum Ärger der Kidnapper halten Alison und Anna durch. Sie müssen Darko, den Verbindungsmann zum Vater des Mädchens, deshalb hinhalten, denn dieser besteht darauf, das Mädchen zu sehen, bevor er das Lösegeld übergibt. Doch auch Darko spielt falsch. Mr. Rakovic, Annas Vater, ist ein kroatischer Mafiaboss und Kriegsverbrecher. Er hat zwei Spezialisten angeheuert, die aus der Ferne die Geldübergabe beobachten, die Entführer anschließend ergreifen und dem zornigen Vater ausliefern sollen.

So hat jede der drei Parteien etwas zu verbergen. In einem kleinen Dorf, in dem gerade ein keltisches Mythenspiel stattfindet, auf dessen Straßen es von maskierten Darstellern und Zuschauern wimmelt und niemand begreift, welches reale Drama sich abspielt, brechen gleich an mehreren Stellen mörderische Zweikämpfe aus …

Die übliche Flucht als spannendes Spektakel

Der (nicht nur) in der jüngsten Vergangenheit oft & hart geprüfte Zuschauer ist zunächst misstrauisch: Fünf Bergsteiger geraten in einsamer Wildnis unter Finsterlinge, die ihnen unbedingt an die Kragen wollen. Hatten wir das nicht erst unlängst in „Vertige“ (2009, dt. „High Lane – Schau nicht nach unten!“)? Treffen unsere wackeren Wanderer also dieses Mal in den schottischen Highlands auf degenerierte Menschenfresser, die das Andenken Sawney Beans hoch- und das Wasser in ihren Kochtöpfen am Kochen halten?

Aber es kommt anders und vor allem besser. Von Euro-Backwood-Horror bleiben wir dieses Mal verschont. „A Lonely Place to Die“ ist ein lupenreiner Thriller. Übernatürliches bleibt außen vor, und gefressen wird auch niemand. Die dennoch oft greifbar wirkende Bosheit ist ausschließlich menschlicher Herkunft.

Konzipiert ist dieser Film als einzige Verfolgungsjagd. Das ist wahrlich keine originelle Idee. Sehr richtig gehen die Brüder Julian und Will Gilbey jedoch davon aus, dass eine gut, d. h. einfallsreich erzählte Jagdgeschichte stets ihr Publikum findet. Da sie es als Drehbuchautoren meist und als Regisseur (nur Julian) sogar fast immer richtig machen, gelingt ihnen ein kleiner, feiner, fieser Thriller.

Neutrale Wildnis & gnadenlose Zivilisation

Wenn die Titel laufen, gleitet eine schier schwerelose Kamera über das grandiose Panorama der schottischen Highlands. Noch mehrfach setzt Kameramann Ali Asad sein Arbeitsgerät auf ähnlich staunenswerte Weise ein. Die Linse scheint die Augen des in einigen Szenen gezeigten Adlers zu ersetzen, was die bemerkenswerte Klarheit der gezeigten Bilder widerspiegelt. Grün- und Blautöne wurden auch in Wald-Szenen herausgefiltert, der Kontrast wurde insgesamt verstärkt: Die Highlands sind nicht nur großartig, sie wirken gleichzeitig einsam und lebensfeindlich.

Doch es ist der Mensch, der den Frieden stört. Wilderer ‚jagen‘ Hirsche mit großkalibrigen Präzisionswaffen, und inmitten der bewunderten Wildnis stört der Anblick eines Lüftungsrohres, das aus dem Waldboden ragt: Die unschöne Realität hat unsere Zivilisationsflüchtlinge rasch wieder.

Es folgt eine Verfolgungsjagd, die ihre Dynamik aus dem Ungleichgewicht der beteiligten Parteien gewinnt. Die Gilbeys setzen auf eine Schwarz-Weiß-Zeichnung, die selten so gut funktioniert wie hier, weil sie vom Drehbuch sowie von ausgezeichneten Darstellern getragen wird. Auf der einen Seite haben wir die verzweifelten, ratlosen Flüchtlinge, die fest entschlossen sind, das befreite Mädchen zu beschützen, auf der anderen Seite die Kidnapper; kriminelle Profis, für die brutaler Mord zum Alltagsgeschäft gehört. Hinzu kommt eine Natur, die für eine schnelle Flucht denkbar ungeeignet ist. Schroffe und steile Felswände, tiefe Einschnitte, durch die eisige Flüsse brausen: Selbst die Schwerkraft wird zum Feind, wo ein falscher Schritt ohnehin die Aufmerksamkeit der offenbar allgegenwärtigen Killer wecken kann.

Eine unerwartete Wendung

Die zweite Hälfte überrascht zunächst mit einem Bruch. Jäger und Gejagte verlassen die Wildnis und kehren in die Zivilisation zurück. Die Ereignisse verlagern sich in ein gar nicht so kleines Dorf. Den Verfolgten gelingt es sogar, in eine Polizeiwache zu flüchten.

Mit diesem Ortswechsel ändert sich der Blickwinkel. Wir haben den einsamen Ort des Titels, an dem der Tod wartet, verlassen. Gleichzeitig verliert die Handlung, die sich bisher auf höchstens acht Personen konzentrierte, an Dynamik. Wohl ist die Idee schlüssig, dass eine Verfolgungsjagd sehr wohl auf von abgelenkten Menschen bevölkerten Straßen fortgesetzt werden kann und dadurch besonders erschreckt: Menschliche Nähe allein bietet keinen Schutz vor Barbaren. Allerdings muss dafür der Zufall in einer Weise bemüht werden, die ihn sichtbar werden lässt.

Zudem verliert Alison, bisher eindeutig die Hauptfigur, ihre Initiative. Eine dritte Partei mischt sich plötzlich ins Geschehen ein. Wir haben sie nicht vermisst, und obwohl sie ein Plus an Action generiert, verwässert sie das klare Grundkonzept. Alison muss noch manches Gefecht überleben, doch sie gewinnt ihre ursprüngliche Position in diesem Film nicht mehr zurück. „A Lonely Place to Die“ bleibt spannend, aber der bisher zuverlässige Überraschungseffekt bleibt aus. Jede Wendung wirkt bekannt, und aus Alison, der Survival-Spezialistin, wird Alison, die rasende und zur Kampfmaschine mutierende Ersatzmutter.

Nichts geht über gutes Handwerk

Dass „A Lonely Place to Die“ weiterhin nicht langweilt, verdanken die Gilbey-Brüder weiterhin ihrem vorzüglichen Kameramann und einer ausgezeichneten Darstellerschar. Charaktere werden angedeutet bzw. nur dort vertieft, wo es der Handlung dienlich ist. Vor allem Melissa Gilbert wächst als Alison in der ersten Filmhälfte buchstäblich über sich selbst hinaus, da sie nicht nur schauspielern, sondern auch bergsteigen muss. Man sieht eindeutig Gilbert mehrfach über eindrucksvollen Abgründen baumeln, in ihrer Rolle als erfahrene Bergsteigerin ist sie ungemein fit und wirkt im Hantieren mit Seil und Kletterhaken zumindest sehr überzeugend.

Vor allem Sean Harris kann ihr als „Mr. Kidd“ Paroli bieten. Schon das ‚Pseudonym‘ ist reiner Zynismus angesichts eines professionellen Kidnappers, der den Tod der ‚Ware‘ Kind eiskalt einkalkuliert. Trotz seiner Brutalität ist Kidd dank Harris ein mehrschichtiger und damit interessanter Charakter, während Stephen McCole als Mr. Mcrae einen flachen Schlagetot mimt.

Als sich der Figurenstamm vermehrt und sowohl Alison als auch Kidd aus dem zentralen Fokus gedrängt werden, ist es nicht Eamonn Walker als Söldner Andy, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich zieht. Dies gelingt einmal mehr Karel Roden als Handlanger des Massenmörders Rakovic. Darko ist definitiv nicht der vertierte, ungerührte Ostblock-Strolch, der zu sein er vorgibt. Plötzlich wirkt diese Figur wesentlich interessanter als Alison, die dem bärenstarken Mcrae immer neue Lampen auf dem Schädel zerschlägt.

Schottland als exotische Fremde

Endlose, durchaus eindrucksvolle Berge, darunter grasig-moosige Abhänge, in geschützten Lagen hin und wieder Nadelwälder: Die schottischen Highlands konnten sich im 21. Jahrhundert eine natürliche Ursprünglichkeit bewahren, die im seit Jahrtausenden besiedelten und bewirtschafteten Europa selten geworden ist. Die Brüder Gilbey, die selbst Berge besteigen, daher die für solche Sportler reizvollen Highlands kennen und mögliche Außendrehorte persönlich durchkletterten, wählten Dingwall, eine Kleinstadt im Nordosten Schottlands, als Zentrum für Dreharbeiten, die die erste Filmhälfte immer wieder in ebenso freier wie naher Natur stattfanden.

Für die Massenszenen, die Helden und Bösewichte inmitten feiernder Menschen zeigen, griffen die Gilbeys auf einen alten Trick zurück: Sie drehten am Rand eines tatsächlich stattfindenden Umzugs. Das „Beltane Fire Festival“ ist eine Veranstaltung, die Darstellungskunst mit alten keltischen Mythen mischt, wobei die teilnehmenden Damen zur Barbusigkeit neigen. Es findet jährlich im April in Edinburgh statt, wo die erwähnten Szenen entstanden.

Kulisse, Drehbuch, Kamera und Darsteller finden harmonisch in einem B-Movie zusammen, das keineswegs grundlos überwiegend positive Kritik ernten konnte. Auch an den Kinokassen schlug sich die Qualität nieder: Bei einem Budget von 4 Mio. Dollar konnte „A Lonely Place to Die“ immerhin 25 Mio. einspielen. Noch erfreulicher: Die Story lässt eine Fortsetzung nicht zu!

DVD-Features

Ausgerechnet ein Film wie dieser, der so gut geraten ist, dass man sich über die sicherlich schwierigen Dreharbeiten gern informiert hätte, bleibt bis auf diverse Trailer ohne Extras! Mr. Rakovic sollte den dafür Verantwortlichen seine Schergen schicken!

[md]

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Abgelegt unter Abenteuer, Action, FSK18 & k.J., Filmbericht, Thriller | Keine Kommentare »

XX … Unbekannt

Erstellt von Michael Drewniok am 23. Januar 2012

XX … Unbekannt

Originaltitel: X: The Unknown (GB 1956)
Regie: Leslie Norman
Drehbuch: Jimmy Sangster
Kamera: Gerald Gibbs
Schnitt: James Needs
Musik: James Bernard
Darsteller: Dean Jagger (Dr. Adam Royston), Leo McKern (Inspektor McGill), Jameson Clark (Jack Harding), William Lucas (Peter Elliott), Edward Chapman (John Elliott), Peter Hammond (Lieutenant Bannerman), John Harvey (Major Cartwright), Anthony Newley (Lance Corporal „Spider“ Webb), Michael Ripper (Sergeant Harry Grimsdyke), Ian McNaughton (Haggis), Marianne Brauns (Zena), Norman Macowan (Old Tom) uva.
Label: Anolis Entertainment
Vertrieb: e-m-s new media
Erscheinungsdatum: 12.05.2005 (DVD)
EAN: 4020974156608 (DVD)
Bildformat: 16 : 9 (1,33 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 2.0 Mono (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 77 min.
FSK: 16

Titel bei Amazon.de (DVD)

Das geschieht:

Nahe Glasgow bricht auf einem Übungsplatz der Armee eine tiefe Erdspalte auf. Radioaktiver Dampf steigt auf und verbrennt zwei Soldaten. Das Oberkommando steht vor einem Rätsel und wendet sich hilfesuchend an John Elliott, der ein nahes Atomkraftwerk leitet. Elliott schickt Dr. Adam Royston, einen fähigen aber exzentrischen Wissenschaftler, an die Unglücksstelle.

Während Roystons Untersuchungen erfolglos bleiben, beginnt in der Umgebung das Grauen umzugehen. Ein Kind stirbt an radioaktiven Verbrennungen, ein Krankenhaus wird seiner Radium-Vorräte beraubt. Royston entwickelt eine bizarre Theorie: Bewohner aus dem Inneren der Erde sind auf der Suche nach Energie, die für sie Nahrung bedeutet, an die Oberfläche vorgedrungen. Radioaktive Stoffe besitzen den größten ‚Nährwert‘, weshalb die Kreaturen sie auch in der Außenwelt zu finden wissen.

Nur Inspektor McGill, der im Auftrag der Regierung in dem Fall ermittelt, schlägt sich auf Roystons Seite. Die Armee wirft Bomben in den Spalt und füllt ihn mit Beton auf, womit die Angelegenheit für das Militär erledigt ist. Aber die Kreatur – es ist nur eine – existiert. Sie brennt sich buchstäblich durch die Betondecke und begibt sich auf einen neuen Raubzug. Ihr Ziel ist dieses Mal das Elliottsche Atomkraftwerk. Kann es sich an dem dort getesteten Radium laben, muss mit einem enormen Wachstumsschub gerechnet werden. Um das Werk zu erreichen, muss sich das Wesen seinen Weg durch die Stadt Inverness bahnen. Die ahnungslosen Bürger ergreifen die Flucht, das Militär ist machtlos: Mit Feuer oder Schusswaffen kann man einer durch Atomkraft belebten Kreatur nichts anhaben.

Royston plagt sich in seinem privaten Labor mit einem Verfahren, das radioaktiven Stoffen explosionsfrei ihre Energie entziehen soll. Zwar hat es noch nie funktioniert, doch es bleibt keine Wahl: Die Apparaturen müssen dort aufgebaut werden, wo die Kreatur unaufhaltsam ihrem Ziel entgegen wabert …

Unterhaltung benötigt manchmal Nostalgie

„XX … Unbekannt“ ist einer jener Filme, deren Inhaltsangabe die Kinowerbung eher vage hält. Dies leuchtet viele Jahrzehnte nach der Erstaufführung sogar noch stärker ein, obwohl auch der zeitgenössische Zuschauer sich (hoffentlich) seine Gedanken über die in jeder Hinsicht hanebüchene Handlung gemacht hat.

Ein Drehbuch, das den Tatbestand des Schwachsinns erfüllt, ist freilich kein Grund für das Scheitern eines Filmprojektes, das einfach nur unterhalten soll. „XX … Unbekannt“ ist kein Trash: Regisseur und Autor machen sich nicht über die eigene Geschichte lustig, sondern erzählen sie völlig ernst. Die Schauspieler halten sich an dieses Konzept. Ein wenig Humor lockert durchaus die Handlung auf, aber diese Szenen sind tatsächlich humorvoll gemeint und angelegt.

Der Trash-Faktor schimmert unabsichtlich dort durch, wo das knappe Budget und die im Vergleich mit den filmischen Wunderwerken der Gegenwart rudimentäre Tricktechnik der Illusion Grenzen setzt. Gelingt es dem Zuschauer, seinen Spott zu verdrängen und sich diese Sequenzen mit den Augen des zeitgenössischen Publikums anzuschauen, gewinnen sie ihre Bedeutung für das Geschehen, wo sie die Spannung auf altmodische aber gelungene Weise steigern.

Für eine gute Tasse Tee ist immer Zeit!

Eine gewisse Zeitlosigkeit erfährt „XX … Unbekannt“ durch die quasi dokumentarische Inszenierung. Die Handlung wird sorgfältig, aus heutiger Sicht sogar schleppend entwickelt. Trotzdem ist dies kein ‚langsamer‘ Film; so setzt das Geschehen sehr abrupt und mit einem frühen Höhepunkt auf einem Truppenübungsplatz ein. Geändert haben sich seit 1956 Stil und Rezeption: Filme werden heute deutlich schneller geschnitten. Das Publikum hat sich daran gewöhnt und erwartet dieses Tempo. Seine Getragenheit darf man „XX … Unbekannt“ deshalb nicht zum Vorwurf machen.

Bei kaum mehr als 75-minütiger Laufzeit kann sich die Handlung ohnehin keine Pausen gestatten. Sie führt zügig auf ihren Höhepunkt hin. Der Weg fordert erneut die Rücksicht des heutigen Zuschauers. Spannung wurde einst anders gesteigert als heute. Die Kamera schlüpft in die Rolle des Atom-Ungeheuers. So erleben wir die ersten Auftritte des Monsters nur als Reaktion, die sich in entsetzten Gesichtern spiegelt. Es folgt ein entsetzlicher Schrei, der plötzlich abbricht: Diese Pechvögel müssen etwas Grauenvolles gesehen haben – eine Vermutung, die in einer bestimmten Erwartungshaltung gipfelt: Wir freuen uns auf den Moment, wenn auch uns das Ungetüm endlich enthüllt wird!

Als dies geschieht, können wir Zuschauer des 21. Jahrhunderts nur irritiert, enttäuscht, amüsiert oder wütend sein: Die Kreatur entpuppt sich als rhythmisch leuchtender Wackelpudding, der sehr offensichtlich über schräggelegte Miniaturkulissen gleitet. Für das Publikum des Jahres 1956 fehlte die Erfahrung digitaler Wunderwelten.

Science Fiction plus Horror plus Thriller

Mit „The Curse of Frankenstein“ (dt. „Frankensteins Fluch“) begann die britische Produktionsfirma „Hammer“ 1957 den schier endlosen Reigen jener harten, in Farbe gedrehten Horrorfilme, für die sie bekannt und berüchtigt wurde. Doch „Hammer“ existierte schon vor dem II. Weltkrieg. Nach 1945 begann man zunächst mit dem Genre Science Fiction zu experimentieren. 1955 gelang Hammer mit „The Quatermass Xperiment“ (dt. „Schock“) ein schwarzweißer Blockbuster, der zudem in die Geschichte des SF-Films einging.

„XX … Unbekannt“ sollte eigentlich die Fortsetzung werden. Nigel Kneale, der die Figur des Bernard Quatermass erschaffen hatte, wollte sie jedoch für diesen Film nicht freigeben. So wurde aus Quatermass Dr. Adam Royston. Stil und Stimmung blieben indes erhalten. (1957 entstand unter Beteiligung von Kneale „Quatermass 2“/„Feinde aus dem Nichts“.)

Eigentlich sollte Joseph Losey „XX … Unbekannt“ inszenieren. Ein auch filmtechnisch interessanter Film hätte entstehen können, denn Losey zählt zu den Großmeistern der Regie. Während der McCarthy-Ära war er als „Kommunist“ denunziert worden. Losey hatte die USA verlassen und versuchte sich in Europa zu etablieren. Dort setzte er seine Karriere mit vielen bemerkenswerten Regiearbeiten fort. 1956 stand er noch am Anfang. Da „XX … Unbekannt“ nicht nur auf dem britischen Filmmarkt, sondern auch in den US-Kinos Geld einspielen wollte, hätte „Hammer“ gern einen auch jenseits des Atlantiks bekannten Namen engagiert. Der patriotische Dean Jagger wollte allerdings nicht mit dem „Roten“ Losey zusammenarbeiten. Dieser musste Leslie Norman weichen.

Das Grauen kann heimelig sein

Die „gemütliche Apokalypse“ ist eine sehr britische Literaturform. Schon H. G. Wells‘ Klassiker „Krieg der Welten“ (1898) ließ die Invasion vom Mars über eine Inselwelt hereinbrechen, die dem Untergang mit der berühmten „steifen Oberlippe“ und unter Wahrung von Form und Anstand begegnete. Später setzten Autoren wie Robert C. Sherriff, John Wyndham oder John Christopher diese Tradition fort.

„XX … Unbekannt“ ist im ländlichen Schottland angesiedelt. Zwar spielt die Atomkraft eine große Rolle, doch dort, wo sie erforscht wird, scheint die Zeit schon lange stehengeblieben zu sein. Auch die ‚Hightech-Forschung‘ des Dr. Royston spielt sich in einem selbstgebauten Schuppen ab; seine Versuchsapparaturen hat er zum großen Teil offensichtlich aus den Bestandteilen eines Baukastens für Kinder gebastelt.

Der Umgang mit dem Thema Atomkraft und Radioaktivität ist ohnehin einem politischen Zeitgeist geschuldet, der heute das wahre Horror-Element dieses Filmes darstellt. Drehbuchautor Jimmy Sangster und Leslie Norman verschweigen nicht die Gefahren, die mit ihrer Nutzung als Energieträger und vor allem als Waffe verbunden sind. Eine aus dem Kontext fallende Szene zeigt den verzweifelten Vater eines gerade an radioaktiver Vergiftung gestorbenen Kindes, der Royston schwere Vorwürfe macht und ihn als Handlanger einer Forschung anprangert, die sich primär für das Zerstörungspotenzial der Atomkraft interessiert. Royston reagiert betroffen, überwindet dies aber schnell mit dem Hinweis, dass der Vater irre: Nicht Zerstörung, sondern Energiegewinnung sei sein Motiv – ein Argument, dass nach Harrisburg, Tschernobyl oder Fukushima auch nicht mehr stechen kann.

Es kam aus dem Inneren der Erde

Obwohl die Spezialeffekte wie erwähnt der Herausforderung einer überzeugenden Darstellung der umgehenden Kreatur nicht gewachsen sind, holt Kameramann Gerald Gibbs das Beste aus den kümmerlichen Kulissen heraus. Schon als die Erdspalte aufbricht, muss die Fantasie des Zuschauers ihm zu Hilfe kommen. Wenn nichts brennen, explodieren oder durch das Unterholz geistern soll, können die Kulissenbilder überzeugen. Dass in Schwarzweiß gedreht wurde, unterstützt die Glaubwürdigkeit durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten.

In einigen Szenen wird es sogar rabiat, was „XX … Unbekannt“ in Deutschland die an sich lächerliche Freigabe ab erst 16 Jahren beschert. Vor allem den unglücklichen Arzt im Krankenhaus erwischt es hart: Sein Körper bläht sich auf, aus den geschwollenen Fingern spritzt Blut, und schließlich fließt ihm das geschmolzene Fleisch vom Schädel. Generell wird jedoch sehr moderat gesplattert.

Das Atom-Monster wurde schon erwähnt. Es wirkt in der Tat wie ein britischer Bruder des „Blob“, der allerdings erst 1958 in den USA (sowie hierzulande als „Blob – Schrecken ohne Namen“) sein Unwesen trieb. Da unsere radioaktiv im Geigerzähler lustig knatternde Kreatur nur durch die Schwerkraft (bzw. durch Besenstiel-Schubser von unten) ‚bewegt‘ wird, sehen wir sie niemals aktiv nach einem Unglücksraben greifen. Besonders schnell ist sie auch nicht, was ihre Bedrohlichkeit weiter schmälert.

Mutige Männer tun ihren Job

„XX … Unbekannt“ ist ein Film ohne Stars. Sie hätten den Finanzrahmen gesprengt. Man griff auf oft und gern beschäftigte britische Darsteller zurück, die wie üblich einen guten Job leisteten.

Den nun schon mehrfach zur Sprache gebrachten dokumentarischen Aspekt unterstreicht ein Drehbuch, das jegliche Liebesgeschichte ausklammert. Frauen treten nur als Krankenschwestern oder Mütter und am Rande auf. Das weibliche Publikum möge die folgende Zeile überspringen, aber faktisch bekommt der Story der Verzicht auf die übliche Romanze gut. Sie gehört nicht in die Handlung, und sie wird ihr nicht aufgezwungen – eine Konsequenz, die man gern öfter sähe.

Für eine letzte Irritation sorgt das Finale: Natürlich gelingt das riskante Experiment von Dr. Royston. Das Monster verwandelt sich in feuchten Lehm. Plötzlich explodieren seine Reste – eine Reaktion, die den Forscher erschreckt. Leider war wohl das Budget genau jetzt ausgeschöpft. Während der Zuschauer auf den finalen Twist wartet, der gerade angekündigt wurde, bricht der Film einfach ab, und die Schlusstitel beginnen zu laufen – kein glücklicher Ausklang für einen Film, der ansonsten für ein altmodisches aber trotz des Alters bildscharfes Vergnügen sorgt.

DVD-Features

„XX … Unbekannt“ wurde von Anolis Entertainment als 4. Teil der Reihe „British Horror Classics“ veröffentlicht. Da dieser Film 1956 als reines Unterhaltungsprodukt entstand, hielt sich die Zahl der noch aufzufindenden Extras in engen Grenzen. Aufgespielt werden konnten deshalb nur ein Trailer, eine selbstablaufende Galerie mit 14 Szenenfotos sowie ein achtseitiges Filmprogramm aus Dänemark. Hinzu kommt ein vierseitiges Booklet mit Hintergrundinformationen des Filmexperten Uwe Huber.

[md]

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Psychosis

Erstellt von Michael Drewniok am 19. Januar 2012

Psychosis

Originaltitel: Psychosis (GB 2009)
Regie u. Drehbuch: Reg Traviss
Kamera: Bryan Loftus
Schnitt: John Palmer
Musik: Scott Shields
Darsteller: Charisma Carpenter (Susan Golden), Paul Sculfor (David), Ricci Harnett (Peck), Justin Hawkins (Josh), Ty Glaser (Emily), Bernard Kay (Pastor Swan), Richard Raynesford (Charles), Sean Chapman (Detective Sergeant), Katrena Rochell (Helena), Tom Gaughan (irrer Killer), Darren Bransford (Giro), Slaine Kelly (Kirsty), Josh Myers (Snake), Sarah Briggs (Jade), Alexander Ellis (Roger) uva.
Label: Great Movies
Vertrieb: dtp entertainment
Erscheinungsdatum: 17.11.2011
EAN: 4051238004571 (DVD) bzw. 4051238004588 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 87 min. (gekürzte Fassung)/89 min. (ungekürzte Fassung)
FSK: 18

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Das geschieht:

Als erfolgreiche Autorin viel gelesener Thriller bringt Susan Golden das Geld nach Haus, während Gatte David sich in London als Veranstalter von Firmenpartys abstrampeln muss. Ohnehin hätte ihn Susan gern bei sich daheim, da sie, nach einem Nervenzusammenbruch halbwegs genesen, immer noch labil ist.

Dies macht sich bemerkbar, als das Paar in sein neues Heim eingezogen ist. Es ist groß, stand lange leer und liegt sehr abgelegen auf dem Land. Susan ist es hier nicht geheuer. Ausgerechnet jetzt muss David viel unterwegs sein. Susan hilft es wenig, dass David ausgerechnet den Ex-Soldaten Peck als Wildhüter und Aufpasser engagiert hat, der die schöne Hausherrin nicht so sehr ver- als begehrt.

Überdies wird es vor allem nachts lebendig in dem alten Haus. Susan meint einen unfreundlichen Mann im Feinripp-Unterhemd durch die Flure geistern zu sehen, doch weder David noch die benachrichtigten Polizisten können Spuren eines Einbruchs finden; vor allem letztere tippen sich vielsagend an die Köpfe.

Susan überredet den skeptischen Priester Swan, einen Exorzismus zu organisieren. Die Zahl der Phantome nimmt trotzdem stetig zu. Selbst tagsüber treiben sie nun ihr Unwesen. Langsam gleitet Susan in den Wahnsinn ab – ein Vorgang, den David mit Wohlgefallen registriert. Er ist ein Strolch und Ehebrecher, der seine Gattin ins Irrenhaus treiben und über ihr Vermögen verfügen will. Viel von dem ‚Spuk‘ geht auf ihn zurück, aber Susann verfügt außerdem über das Zweite Gesicht und wird dadurch unfreiwillig Zeugin von Vorgängen, die auf das Jahr 1992 zurückgehen, als ein wahnsinniger Massenmörder seiner Arbeit nachging.

Je tiefer Susan dem Wahn verfällt, desto stärker wird ihre Sehergabe. Bald spuken auch die Geister der Zukunft in ihrem Hirn, was dafür sorgt, dass Davids böser Plan nur mit unerwarteten Nebenwirkungen aufgeht …

Spuk mit Hirn ist besser als Grusel ohne Geist

Die Liebhaber des eher handfesten Horrors werden vermutlich widersprechen, was an der Sache trotzdem nichts ändert: Eine Geistergeschichte funktioniert im Film und überhaupt am besten, wenn sich das Gespenst so selten wie möglich zeigt und sich dabei im Schatten hält. Dies gilt auch (oder gerade) im Zeitalter einer Tricktechnik, die auch das Unmögliche glaubhaft darzustellen vermag. Die Andeutung setzt zuverlässig das Hirnkino im Kopf des Betrachters in Gang, das wesentlich nachdrücklicher als Bits & Bytes für Gruselstimmung zu sorgen vermag.

Diese Tatsache erfreut jene Filmproduzenten, in deren Kriegskassen der Boden allzu deutlich durchschimmert: Man kann das Publikum auch in den Bann & ihm das Eintrittsgeld aus der Tasche ziehen, ohne teuer in ‚glaubwürdige‘ Spukgestalten investieren zu müssen! Die erwähnte Atmosphäre kann ein vollwertiger Ersatz sein. Allerdings entsteht sie nicht von allein. Sie muss ideenreich erzeugt und angefacht werden. Wehe den Unglücklichen, die auch in diesem Punkt versagen!

Reg Traviss dürfte ein Liedchen davon singen können. Er hatte wenig mehr als 1 Mio. Dollar zur Verfügung, um „Psychosis“ zu drehen. Seine Verwicklung in dieses Projekt vertieft sich, weil er nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuchautor verantwortlich zeichnet. Während ersterer sich halbwegs ordentlich aus der Affäre zog, hat sich letzterer am winterlichen Drehort nicht nur mit Schlamm, sondern auch mit Schande bedeckt.

Krimi mit Spuk-Einlagen oder Grusel-Krimi?

„Psychosis“ basiert auf einer Story des Filmhorror-Veteranen Michael Armstrong. Kenner des Genres werden ihn als Schöpfer von Grusel- und Trash-Filmen wie „Hexen geschändet und zu Tode gequält“ (1973) oder „The Sex Thief“ (1974) schätzen (oder verabscheuen), deren Drehbücher Armstrong wohlweislich unter Pseudonym verbrach. Unter dem Titel „Dreamhouse“ verfilmte Armstrong selbst für den 1986 aus drei Kurzfilmen zusammengesetzten Kompilationsfilm „Screamtime“ eine erste Fassung der „Psychosis“-Story. Angesichts dieser belastenden Vorgeschichte ist „Psychosis“ geradezu ein Meisterwerk geworden, was damit wohl Traviss zu verdanken ist, der Schlimmeres verhindern konnte.

Was nicht verhindert, dass die Geschichte an ihrer Überraschungsarmut krankt. Schon die Vermischung von Krimi – Lumpen-Gatte David treibt ein böses aber sehr reales Doppelspiel – und Phantastik – die von Susan erspähten Geister sind ‚echt‘ – ist keinesfalls originell. Die Verschränkung beider Welten funktioniert leidlich, bis Traviss die bisher geübte Zurückhaltung aufgibt und der längst erzählten Geschichte eine Coda meint ankleben zu müssen, die ihr nachträglich die mühsam aufgebaute Glaubwürdigkeit so gründlich wie ein Tritt zwischen männliche Beine austreibt.

Dieser nicht nur lächerliche, sondern auch unnötige Knalleffekt lässt den ohnehin schon lange köchelnden Zuschauerärger schlagartig auflodern. Soll dies etwa Ausgleich für eine Handlung sein, die als Höhepunkt in Unlogik förmlich ertränkt wurde? Vor den sie drangsalierenden Geistern flüchtet Susan in einen – Kühlschrank! Dessen Inhalt hat sie davor auf den Küchenboden geschüttet, damit auch das dümmste Gespenst merkt, wohin sie verschwunden ist. Generell nur mit Gewalt gelingt es Traviss, die reichlich eingestreuten Andeutungen so zurechtzubiegen, dass sie zu guter Letzt in die Handlungsrealität einmünden.

Zu viele Balla-Bälle in der Luft

Vielleicht hätte sich Traviss besser auf den Titel seines Films konzentriert. „Psychosis“ – in seiner griechischen Urform klingt dieser Begriff eindrucksvoller als das heutzutage nichtssagend abgeschliffene „Psychose“ – beschreibt durchaus korrekt den Gesundheitszustand von Susan Golden. Sie ist an einer geistigen Störung erkrankt, die mit dem Verlust des Realitätsbezuges einhergeht. Diese Diagnose öffnet viele Türen. Gerade der Film eignet sich hervorragend, Schein und Wirklichkeit so miteinander zu mischen, dass es dem Zuschauer ähnlich ergeht wie der armen Susan. Im Gegensatz zu ihr ziehen wir Vergnügen aus der Tatsache, kräftig an der Nase herumgeführt zu werden.

Die Geister, die Susans Hirn selbst rief, schienen Reg Traviss indes nicht unheimlich genug. Er holte deshalb Verstärkung aus ‚echten‘ übersinnlichen Gefilden. Dies könnte bei geschickter Verschränkung von Psychose und Spuk die Spannung in der Tat steigern. Leider patzt Traviss in dieser Hinsicht öfter als sein Ziel zu treffen. Schon der Rückblick ins Jahr 1992, mit dem der Film beginnt, ist viel zu lang und aufwändig. Später wartet man auf jene Wendung, mit der Traviss seine Relevanz für den gegenwärtigen Handlungsstrang beweist. Tatsächlich tauchen die Geister der rüde gekillten Öko-Aktivisten nur sporadisch auf und bleiben unwichtige Nebenrollen.

Englischer Winter in unfreundlicher Idylle

Der Gegensatz zwischen „Stadtmenschen“ und „Landvolk“ ist ein zementiertes Klischee nicht nur des Horrorfilms. Ungeschriebene Regeln vor allem moralischer Natur werden verletzt und heizen die Stimmung wesentlich heftiger an als Geistertreiben. Auch Susan und David sind nur oberflächlich willkommen.

Diesen Konflikt als Hintergrund für Susans zunehmende Isolierung lässt Traviss weitgehend ungenutzt. Er stellt lieber David als Bösewicht in den Mittelpunkt. Freilich kann der in Sachen Raffinesse oder Bedrohlichkeit nicht punkten. Bei näherer Betrachtung erntet er die Früchte seiner Intrigen nicht wegen, sondern trotz seiner Umtriebe. Schon die von ihm unendlich kompliziert eingefädelte Intrige unter Beteiligung des geilen Wildhüters Peck ist ein Witz: Susan ahnt höchstens, dass Peck ihr Rausch-Pilze ins Essen gemischt und sie anschließend beschlafen hat. Für die Handlung ist diese Wendung ohne Belang. (In Deutschland hat Traviss Glück: Die Zensur hat die ins Leere laufende Szene vollständig getilgt.)

An anderer Stelle lässt Traviss die Haupthandlung sträflich im Stich, um David auf eine seiner Eskapaden zu folgen. Wir sehen ihn in einem Bordell, wo er mit neureichen Swingern – die (glücklicherweise) selbst beim gemeinschaftlichen Whirlpool-Bad die Unterhosen anbehalten – und silikonbusigen Berufs-Beischläferinnen ‚perverse‘ Unzucht treibt, bis sich das Publikum vor Lachen auf dem Boden kugelt; offensichtlich hat Traviss hier angestaubte Orgien-Fantasien der Armstrongschen Drehbuchvorlage umgesetzt. Als kriminelles Mastermind hat David anschließend jedenfalls ausgedient.

An American Woman in Old England

Nur zwei Strohhalme gibt es, an denen sich der Zuschauer 90 Minuten festklammern kann. Aber Achtung: Es sind und bleiben Strohhalme, die Tragkraft nur in diesem Film und im Vergleich mit den trostlosen Leistungen der meisten Mitverantwortlichen besitzen!

Zu loben ist Kameramann Bryan Loftus, der vor nicht nur winterlich bedingt tristen Kulissen Bilder gelingen, die angesichts des Budgets erstaunen. Das alte Haus und die kalte, nasse Umgebung werden in ihrer abweisenden Wirkung durch behutsame ‚Entfärbung‘ geschickt verstärkt. Braun und grau, abgestorbenes Blattwerk und Schlamm dominieren; der wenige Schnee wirkt schmutzig, das Grün ausgewaschen und kränklich. Innerhalb des Hauses ist es selbst bei Tageslicht düster. Hier verzichtet Traviss auf ausgelaugte Horror-Klischees; nicht einmal der Keller wirkt unheimlich. Das Grauen, so wird deutlich, kommt erst durch Susan ins Haus. Dort beschränkt es sich auf Momentaufnahmen meist zukünftiger Ereignisse.

Zur zweiten Stütze von „Psychosis“ wird Hauptdarstellerin Charisma Carpenter. Als Charakterschauspielerin ist sie bisher kaum aufgefallen, ihr Erfolg beruht vor allem auf einem hübschen Gesicht, das Carpenter u. a. in TV-Serien wie „Buffy“, „Angel“ oder „Charmed“ zu Markte getragen hat. (Dank eines gut ausgeformten Oberkörpers wurde sie auch vom „Playboy“ Willkommen geheißen.) Als Susan Golden gelingt ihr die Darstellung einer Frau, die nach und nach den Verstand verliert. Carpenter ist kein unsicheres Mädchen, sondern eine erwachsene Frau, die nicht ohne Gegenwehr zerbricht, bis Drehbuchautor Traviss zu schlechter Letzt doch die Klischeekiste aufklappt und sie die Hände ringen, ein Krankenhaus-Hemdchen tragen und irre ins Leere starren lässt. Ihr Schicksal ist konsequent aber nutzlos, da es durch Traviss‘ Drang zur ausgleichenden Gerechtigkeit und den daraus resultierenden Finaltwist (s. o.) noch in letzter Filmminute in Vergessenheit gerät – ein Tropfen, der das Fass nicht nur zum Überlaufen bringt, sondern aus Benzin besteht, der den schwelenden Zorn des Zuschauers hoch auflodern lässt: Reg Traviss. Diesen Namen wird er sich merken! (Bei der Lektüre dieses Satzes bitte bedrohliche Musik einspielen.)

DVD-Features

Ausgerechnet ein (hoffentlich) rasch vergessener Film wie dieser wurde mit soliden Extras versehen. Ein halbstündiges „Making-of“ enthüllt keinerlei verborgenen Hintersinn. Menschen von vor und hinter der Kamera erzählen uns, was wir im Film (angeblich) gesehen haben. Ein gewisser Unterhaltungseffekt ergibt sich, wenn man die eigene Meinung mit jenen Lobeshymnen in Einklang zu bringen versucht, die im „Making-of“ dreist gesungen werden.

Eine Viertelstunde zwar gedrehter aber im Film nicht verwendeter Szenen belegt immerhin, dass es durchaus hätte schlimmer kommen können – an dieser Stelle ein dankbarer Gruß an Cutter John Palmer!

Offensichtlich in vorauseilendem Gehorsam wurde „Psychosis“ in Deutschland in fünf Szenen um insgesamt 2,5 min geschnitten. Wie so oft scheint Auswürfeln bestimmt zu haben, was entfiel. Diese Szenen sind in keiner Weise ‚härter‘ als das, was andere Horrorstreifen derzeit zeigen. Eine gekürzte sowie eine gänzlich entfernte Sex-Szene dürften in jedem „Tatort“-Krimi zur besten Sendezeit laufen, und die Gewalt beschränkt sich auf Sekundenbruchteile im Halbdunkel. Da „Psychosis“ kein Splatter-Film ist, leidet nicht die Story, sondern nur der freie Wille des angeblich volljährigen Zuschauers, dem wieder einmal vorgeschrieben wird, was er (nicht) sehen darf.

[md]

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Tatort-BOX: Die 2000er Jahre / Vol. 02.

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. Dezember 2011

Tatort
Die 2000er Jahre / Vol. 02.

FSK freigegeben ab 12 Jahren.
Nikolaus Stein von Kamienski, Orkun Ertener, Martina Mouchot, Harald Göckeritz

EAN: 8717418330415
Die 2000er Jahre / Vol. 02.
FSK freigegeben ab 12 Jahren.
Laufzeit ca. 265 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL). Sprachversion: Deutsch, DD 2. 0 Stereo.
Schnitt: Claudia Wontorra, Monika Kretschmann
Regie: Kerstin Ramcke, Richard Schöps, Ulrich Herrmann
Kamera: Arthur W. Ahrweiler, Markus Hausen, Marc Liesendahl Mit -> Oskar:Andrea Sawatzki, Jörg Schüttauf, Peter Lerchbaumer
Buena Vista Home Entertainment

DVD-Video

-> Oskar (Deutschland 2002, 88 Min., FSK 12):
Ein Müllmann bindet einen Ballon von einem Container los und überhört dabei das letzte Wimmern eines Säuglings. Dellwo und Sänger bleibt nur, die Mutter des toten Kindes zu finden. Ein totes Baby wird auf einem der Förderbänder der größten Müllsortieranlage der Stadt gefunden. Ein Fall, der bald in die Schlagzeilen gerät. Für den Frankfurter Kommissar Fritz Dellwo und seine neue Partnerin Charlotte Sänger beginnt die Suche nach dem Mörder – ein trauriges und fast aussichtsloses Unterfangen, da es kaum Täterspuren gibt. In dieser ersten Zusammenarbeit lernen sich Dellwo und Sänger zunehmend schätzen und entdecken auch den Menschen hinter dem Kollegen …

-> Märchenwald (Deutschland 2004, 88 Min., FSK 12):
Ein toter Mann im Wald mit einer Kugel im Rücken. Kommissarin Charlotte Lindholm hat bald mehrere Verdächtige: Wilderer Gramisch, Waldbesitzer Freden und Förster Kupka. Mit Gaststar Hannes Jaenicke. In der Nähe von Hameln findet Förster Kupka einen erschossenen Mann im Wald. Ist er das Opfer einer Verwechslung? Galt die Kugel vielleicht dem unbeliebten Waldbesitzer Freden? Hat der Wilderer Gramisch geschossen? Und was hat die kleine Förstertochter Marie gesehen? Seit dem Tod ihrer Mutter ist ihre Welt von Fabelwesen bevölkert. Reine Phantasie oder verbirgt sich dahinter eine wichtige Spur? Kommissarin Lindholm steht vor einem Fall, der viele Fragen aufwirft …

-> Die kleine Zeugin (Deutschland/Österreich/Schweiz 2000, 89 Min., FSK 12):
Ein Übungseinsatz auf der Polizeischule in Hannover endet für einen der Teilnehmer tödlich: Ein junger Student wird erschossen. Charlotte Lindholm mischt sich mit falscher Identität unter die Kommilitonen des Opfers. Sie hofft, so die Hintergründe der Tat aufzudecken …

Oskar:
- Dokumentation: Mord nach der Tagesschau – 30 Jahre Tatort (ca. 90 Min.)
- Trailer
Märchenwald:
- Dokumentation: Titelgeschichten – Taten, Orte, Kommissare (ca. 45 Min.)
- Kommissar-Porträt
- Trailer
Die kleine Zeugin:
- Kommissar-Porträt
- Trailer

Titel bei Libri.de (DVD)

Preisrätsel / Gewinnspiel 1 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD-BOX: Um den Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wie viele Folgen beinhaltet die vorliegende BOX und wie heißen sie? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 100 Mails eingegangen sind, wird unter diesen Einsendern der Gewinner mit der richtigen Antwort ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWINNER IST: Karin Hansen. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN! VIELEN DANK!

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Tatort-BOX: Die 1980er Jahre / Vol. 02.

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. Dezember 2011

Tatort
Die 1980er Jahre / Vol. 02.

Norbert Ehry, Horst Otto Oskar Bosetzky, Ulrich Kressin, Erich Loest
EAN: 8717418330330
Die 1980er Jahre / Vol. 02.
FSK freigegeben ab 12 Jahren.
Laufzeit ca. 272 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL). Sprachversion: Deutsch, DD 2. 0 Dual Mono.
Schnitt: Martina Butz, Jean-Marc Lesguillons, Renate Schröder
Regie: Friedrich Mertel, Horst Schäfer, Hans Prescher
Kamera: Heinz Hölscher, Valentin Kurz, Götz Neumann Mit -> Schattenboxen:Lutz Moik, Matthias Dittmer, Karl Michael Vogler
Buena Vista Home Entertainment

DVD-Video

-> Schattenboxen (Deutschland 1981, 88 Min., FSK 12):
Martin Mollenhauer findet die Leiche seines Chefs und lässt sich auf einen gewagten Coup ein: Er täuscht eine Entführung vor, um von der Frau des Ermordeten Lösegeld zu fordern. Mit den Gaststars Richy Müller und Günter Strack. Martin Mollenhauer verpackt Gefriertruhen am Band und träumt von einer großen Karriere im Ring. Als er beim Waldlauf die Leiche seines Chefs entdeckt, hat sein Trainer Rudi Drabert eine Idee, wie der junge Boxer ans große Geld kommen kann: Martin soll eine Entführung vortäuschen und die Frau des Ermordeten erpressen. Kommissar Bergmann von der Frankfurter Kripo jagt ein Phantom …

-> Peggy hat Angst (Deutschland 1983, 91 Min., FSK 12):
Kommissarin Wiegands einzige Zeugin in einem Mordfall erhält anonyme Briefe und Anrufe, die sie in große Angst versetzen … Mit Gaststar Hannelore Elsner. Peggy Karoly wird am Telefon Zeugin, wie ihre Freundin ermordet wird. Verängstigt wendet sich das Fotomodell an Kommissarin Hanne Wiegand, die der aufgelösten Frau allerdings erst Glauben schenkt, als tatsächlich eine Leiche gefunden wird. Als Peggy Briefe von einem Unbekannten erhält, der vorgibt, Näheres über den Mord zu wissen, und sie eine Frau anruft, die ebenfalls Informationen über den Fall zu haben scheint, glaubt Wiegand an eine schnelle Aufklärung. Eine falsche Hoffnung, wie sich herausstellt …

-> Spuk aus der Eiszeit (Deutschland 1988, 93 Min., FSK 12):
Ein Jahr vor dem Mauerfall: Der Tod einer Sekretärin führt die Kommissare Stoever und Brockmöller zum Kioskbesitzer Menkhaus – und immer tiefer in die DDRVergangenheit. Hartmut Menkhaus erkennt für wenige Sekunden ein Gesicht wieder, das er nie vergessen konnte. Es ist das von Martin Scholko. Wegen dieses Mannes saß er elf Jahre in Bautzen. Kurz darauf wird Astrid Nicolay tot aufgefunden – eine ehemalige Sekretärin des Transportunternehmers Peter Kurbis, für den auch Scholko gearbeitet hat. Auf der Suche nach einem Motiv für diesen zunächst unerklärlichen Mord dringen Stoever und Brockmöller in ein beklemmendes Kapitel deutsch-deutscher Beziehungen ein …

Schattenboxen:
- Länderzeit: Porträt des Tatort- Erfinders Gunther Witte
- Dokumentation: Mord nach der Tagesschau – 30 Jahre Tatort (ca. 90 Min.)
Peggy hat Angst:
- Wir über uns: die Rolle der Frau im Krimi
- Abendjournal – Blick ins Land: Tatort-Drehbericht “Peggy hat Angst”
Spuk aus der Eiszeit:
- Einblick: Tatort muss nicht Drehort sein – wo Tatort- Krimis wirklich entstehen
- Kommissar-Porträt

Titel bei Libri.de (DVD)

Preisrätsel / Gewinnspiel 1 x 1 (KOSTENLOSE!) DVD-BOX: Um den Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wie viele Folgen beinhaltet die vorliegende BOX und wie heißen sie? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 100 Mails eingegangen sind, wird unter diesen Einsendern der Gewinner mit der richtigen Antwort ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWINNER IST: Margarete Hess. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN! VIELEN DANK!

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Castle (Staffel 3)

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Dezember 2011

Castle

(Staffel 3)

David Grae, Elizabeth Davis, Alexi Hawley, Terence Paul Winter, Will Beall
Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch, Finnisch, Französisch, Isländisch

EAN: 8717418314279
Staffel 3.
Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch, Finnisch, Französisch, Isländisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Ukrainisch.
FSK freigegeben ab 16 Jahren.
Laufzeit ca. 1024 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL). Sprachversion: Deutsch, DD 2. 0 Surround, Englisch, DD 5. 1, Französisch, DD 2. 0 Surround, Spanisch, DD 2. 0 Surround.
Sprachen: Deutsch Englisch Spanisch.
Produktionsjahr: 2010.
Schnitt: Warren Bowman, Mark S. Manos, Marta Evry
Regie: Rob Bowman, Andrew W. Marlowe, Laurie Zaks
Kamera: Bill Roe Mit Nathan Fillion, Molly C. Quinn, Stana Katic
Walt Disney

DVD-Video

Kurzbeschreibung:
Der berühmte Schriftsteller Richard Castle geht erneut auf Verbrecherjagd und löst gemeinsam mit Detective Kate Beckett jede Menge neue, knifflige Fälle. Erleben Sie Spannung, Romantik und jede Menge Witz, wenn sich der charmante Autor und seine spitzfindige Partnerin in
der dritten Staffel der einmaligen Krimi-Serie “Castle” einen Schlagabtausch nach dem anderen liefern. Selbst wenn seine divenhafte Mutter und seine clevere Tochter Alexis seine Geduld manchmal ganz schön auf die Probe stellen, verliert der erfolgreiche Krimiautor niemals seinen Humor. Spannende neue Mordfälle, humorvolle Dialoge und die Frage: “Wird aus Castle und Beckett endlich ein Paar?” sorgen in diesem 6-Disc Set für jede Menge Spaß. Verbrechensbekämpfung war noch nie so unterhaltsam!

Inhaltsverzeichnis:
- Autoren über Autoren
- Castle geht nach Hollywood
- Pannen vom Dreh
- Zusätzliche Szenen
- Audiokommentare
- Die Tafel
- Musikvideo: “Get On The Floor”

Pressetext:
Für das ungleiche Ermittler-Duo Richard Castle und Kate Beckett geht es in die dritte Runde und auch in dieser Staffel können sich die Zuschauer auf knifflige Kriminalfälle mit jeder Menge Spannung, Witz und einer Prise Romantik freuen. Ob bei einem Pizzabäcker-Konkurrenzkampf, einem Mord in einer Seifenoper oder der Jagd nach einem Bombenleger, diese Serie verspricht amüsante und aufregende Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Minute.

Selbst wenn seine divenhafte Mutter und seine clevere Tochter Alexis seine Geduld manchmal ganz schön auf die Probe stellen, verliert der erfolgreiche Krimiautor Castle niemals seinen Humor. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn sich Castle und die schlagfertige Polizistin Beckett einen Schlagabtausch nach dem anderen liefern. Mysteriöse neue Mordfälle, unvorhersehbare Wendungen, humorvolle Dialoge und die Frage: „Wird aus Castle und Beckett endlich ein Paar?“ sorgen in diesem 6-Disc Set für jede Menge Spaß.

Lassen Sie sich vom wortgewandten Autor und seiner hinreißenden Partnerin in die kriminellen Kreise New Yorks entführen, denn ab dem 01. Dezember 2011 ist die dritte Staffel der US-Erfolgsserie auf DVD erhältlich. Neben 24 packenden Episoden garantiert das umfangreiche, fesselnde Bonusmaterial – wie die Features „Autoren über Autoren“ und „Castle geht nach Hollywood“, Audiokommentare, zusätzliche Szenen sowie das Musikvideo „Get On The Floor” – allen Fans des beliebten Comedy-Dramas Vergnügen in Serie.

Titel bei Libri.de (DVD-BOX)

Preisrätsel / Gewinnspiel 1 x 1 (KOSTENLOSE!) DVDs: Um den Preisrätseltitel zu gewinnen, muss einfach folgende Aufgabe beantwortet werden: Wann erschien das vorliegende Werk und ab wie vielen Jahren ist die FSK-Freigabe? Die richtige Antwort an gewinnantwort(x)filmbesprechungen.de mailen (als kleinen Spamschutz bitte (x) durch @ ersetzen, vielen Dank). Im Betreff bitte “Filmpreisrätsel” und den Filmtitel eintragen. Danke. Sobald 100 Mails mit den richtigen Antworten eingegangen sind, werden unter diesen Einsendern die Gewinner ausgelost. Weiter Informationen finden sich hier. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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GEWINNER IST: Maria Koenen. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM UNSEREM SPONSOREN! VIELEN DANK!

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DIE NACHT DER WÖLFE

Erstellt von J. Schäfer am 10. Dezember 2011

DIE NACHT DER WÖLFE

Regie: Philippe Gagnon
Darsteller: Guillaume Lemay-Thivierge, Viviane Audet, Gilles Renaud u.a.

DVD FACTS:
Genre: Horror/Fantasy
Laufzeit: ca. 92 Minuten
Bildformat: 16:9 (2,35:1)
Tonformat/ Sprache: Deutsch (DTS, DD 5.1), Französisch (DD 5.1); Untertitel: Deutsch
DVD-Extras: Trailer
FSK: ab 12
Produktion: Kanada 2010

Erscheinungsdatum: 05.01.2012

Titel bei Libri.de

Die Story:

Quebec,  im  Jahre 1665. Wenige Stunden bevor er gehängt werden  soll,  flieht  Joseph  aus  der  Gefangenschaft.  Er versteckt sich in der Lordschaft de Beaufort und nimmt die Identität  eines  ermordeten  jesuitischen  Priesters  an.  Der Priester  war  ein  berühmter  Werwolf-Jäger  und  so  wird Joseph  im  Dorf  freudig  willkommen  geheißen.  Und tatsächlich  wird  er  nach  kurzer  Zeit  Zeuge,  als  einige Dorfbewohner auf mysteriöse Weise verschwinden. Sobald sich die Nacht über das Dorf  senkt, machen die Werwölfe sich  auf  die  Jagd  nach  frischem  Menschenfleisch.  Als Joseph sich  in Marie verliebt, muss er diesen gefährlichen Kreaturen gegenübertreten, um seine Liebe vor einem grausamen Schicksal zu retten.

Das  Werwolf-Abenteuer  im  Stile  von  „Pakt  der  Wölfe“  wurde  als  Highlight  auf  dem FANTASY  FILM  FEST  2011  gefeiert.  DIE  NACHT  DER  WÖLFE  erzählt  spannenden Werwolf-Horror  in der düsteren aber auch  faszinierenden Kulisse Neufrankreichs um die Jahrhundertwende.

Meine Meinung:

Endlich mal wieder ein Werwolffilm, der nicht in der heutigen “aufgeklärten” Zeit spielt, sondern in einer von Aberglauben geprägten Ära angesiedelt worden ist. Da ist der Wolf noch ein Wolf, der jagt, reißt und tötet, anders als bei dem modernen Wolf bei dem die Tendenz dazu neigt, eher gegen sich selbst als gegen die hilflos schreienden Menschen zu kämpfen. Auch wurde eine lustige Verwechslungsgeschichte mit eingebaut, die aber dem Charakter des Filmes als Fantasy Thriller keinen Abbruch tat. Dass ich allerdings nach 15 Minuten schon wusste, wer der Werwolf ist, lag wohl eher daran, dass ich gerne und oft Werwolffilme schaue, als an dem Plot. Am Ende blieben allerdings noch ein paar Fragen ungeklärt, die mir die Wartezeit auf eine Fortsetuzng lang machen werden.

Fazit:

Ein spannender, Unterhaltsamer Film mit Potential für eine Fortsetzung.

[JS]

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Trust – Die Spur führt ins Netz

Erstellt von J. Schäfer am 2. Dezember 2011

Trust – Die Spur führt ins Netz
Regie: Ed Cathell III, Boaz Davidson, Danny Dimbort
Mit Clive Owen, Catherine Keener, Liana Liberato

Untertitel: Deutsch.
FSK freigegeben ab 16 Jahren.
Laufzeit ca. 97 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL). Sprachversion: Deutsch, DD 5. 1, Deutsch, DTS 5. 1, Englisch, DD 5. 1.
Sprachen: Deutsch Englisch.
Schnitt: Douglas Crise
Regie: Ed Cathell III, Boaz Davidson, Danny Dimbort
Kamera: Andrzej Sekula Mit Clive Owen, Catherine Keener, Liana Liberato
Extras: Making of (ca. 17 Minuten),Interviews (ca. 13 Minuten), Behind the Scenes (ca. 3 Minuten), Original Kinotrailer
Koch Media Home Entertainment
Produktionsjahr: 2010.

2. Dezember 2011 – DVD-Video

Titel bei Libri.de

Zur Story:

Die 14-jährige Annie lernt übers Internet einen Chat-Partner kennen. Er ist ungefähr in ihrem Alter, freundlich, ebenfalls ein Volleyball-Fan und scheint sich wirklich für sie zu interessieren. Die Eltern wissen über diese Bekanntschaft, machen sich darüber aber keine Sorgen, da sie
es für eine Teenie-Schwärmerei halten. Als der Fremde Annie ein Treffen vorschlägt, zögert das Mädchen nicht lange. Doch bei dem Rendezvous muss Annie feststellen, dass Charlie weitaus älter ist als er zunächst behauptet hat. Trotzdem folgt sie ihm in sein Hotelzimmer und erlebt dort
die schlimmsten Stunden ihres Lebens. Als Annies Vater von der schockierenden Tat hört, scheint es nur noch einen Ausweg für ihn zu geben: Rache!

Meine Meinung:

Ein Film, der mit den Ängsten der Eltern von heranwachsenden Kindern spielt, aber auch offen und unverblümt mit dem Thema Kindesmissbrauch und Vergealtigung umgeht. Hier wird sehr deutlich und (meiner Meinung nach) auch sehr gut dargestellt, wie das Internet die wahre Identität einer Person verschleiern kann und wir uns als ahnungsloser User in einem Chatroom nicht mehr sicher sein können, ob unser Gesprächspartner auch wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Des Weiteren hat man hier auch gut sehen können, wie junge Menschen, die ein einem Netz aus Lügen gefangen wurden, manipuliert werden, damit sie genau das tun, was von ihnen verlangt wird. Aber auch die Reaktionen der Eltern, die von der Situation total überfordert sind, wird hier gezeigt. Am Ende muss sich jeder selbst die Frage stellen, wie er oder sie selbst reagiert hätte, wäre die eigene Tochter oder der eigene Sohn betroffen.

Mein Fazit:

Auf  jeden Fall sehenswert, um auf Gefahren im Internet aufmerksam zu machen.

[JS]

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Uncertain Guest – Du bist nicht allein

Erstellt von Michael Drewniok am 1. Dezember 2011

Uncertain Guest – Du bist nicht allein

Originaltitel: El habitante incierto (Spanien 2004)
Regie u. Drehbuch: Guillem Morales
Kamera: Sergi Bartrolí
Schnitt: Joan Manel Vilaseca
Musik: Marc Vaíllo
Darsteller: Andoni Gracia (Félix), Mónica López (Claudia/Vera), Francesc Garrido (Bruno), Agustí Villaronga (Martín), Minnie Marx (Senora Mueller), Pablo Derqui, Violeta Llueca, Xavier Capdet (Polizeibeamte) u. a.
Label/Vertrieb: Koch Media
Erscheinungsdatum: 06.10.2006
EAN: 4020628987947
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Spanisch)
Untertitel: Deutsch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 109 min.
FSK: 16

Titel bei Libri.de
Titel bei Buch24.de
Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

Gerade haben sich Félix und seine Lebensgefährtin Vera getrennt. In seinem riesigen Haus lebt der erfolgreiche aber neurotische Architekt nun allein. Die Einsamkeit geht ihm auf die Nerven, zumal er eines Abends eine Dummheit begeht: Er öffnet einem Fremden die Haustür und lässt ihn telefonieren. Als Félix nach einiger Zeit nach ihm schaut, ist der Mann verschwunden.

Aber hat er wirklich das Haus verlassen? Félix zweifelt, denn schon in der folgenden Nacht beunruhigen ihn seltsame Geräusche: Es klingt, als würde jemand verstohlen durch die Räume wandern Zwar kann Félix niemanden finden, doch er gerät zunehmend in Aufregung und alarmiert sogar die Polizei, die allerdings ebenfalls erfolglos sucht.

In seiner Angst sucht Félix erneut die Nähe zu Vera. Da sie ihn durchaus vermisst, geht sie auf seine Avancen ein. Doch als Félix eines Nachts durchdreht, sie beschuldigt, mit dem Eindringling gemeinsame Sache zu machen, und sie versehentlich verletzt, ergreift Vera die Flucht.

Félix verfällt endgültig in Paranoia und Panik. Er beschafft sich eine Waffe. Als er tatsächlich einen Fremden im Haus stellt, schießt er und schließt ihn verletzt auf dem Dachboden ein. Anschließend gibt Félix sein Haus auf und lebt zunächst in seinem Wagen, bis er zufällig die Identität des Eindringlings in Erfahrung bringt: Offenbar handelt es sich um den Archäologen Martín, einen Félix unbekannten Nachbarn. Félix verschafft sich Einlass in dessen Haus. Dort lebt die gelähmte Claudia, die Vera wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Sie vermisst ihren Gatten, der seit einigen Tagen nicht mehr heimgekehrt ist. Fasziniert nistet sich Félix in Claudias Heim ein. Er wird zum unsichtbaren Gast, der sich immer stärker in den Wahn steigert, dass Claudia (zu) ihm gehört …

Die Kunst der unterhaltsamen Überraschung

So selten sind für den altgedienten Filmfreund jene Momente, in denen er überrascht und erstaunt einen Film verfolgt, der ihm etwas Neues bieten kann, dass sie einer Offenbarung gleichkommen. „The Uncertain Guest“ versetzte zumindest diesen Rezensenten in eine beinahe euphorische Stimmung, was doppelt schwierig ist, da er ein Freund stringenter und schlüssiger Handlungen ist.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Guillem Morales zwar eine bizarre Geschichte erzählt, die er jedoch völlig plausibel entwickelt. Dies führt zu der angenehmen Enttäuschung, mit einem Film konfrontiert zu werden, dessen Handlung man nach einer Weile vorauszusagen zu können glaubt, um sich wenig später mit Wendungen konfrontiert zu sehen, mit denen so einfach nicht zu rechnen war.

Zur inhaltlichen Qualität kommt eine formale Umsetzung, die der Geschichte noch im kleinsten Detail zuarbeitet. Das Haus des Architekten Félix ist eine großartige Kulisse und gleichzeitig Spiegelbild seines komplexen und instabilen Charakters. Es gibt unzählige Räume, die viel zu ordentlich eingerichtet sind. Scheinbar solide Wände lassen sich bewegen, was die Übersichtlichkeit Lügen straft, und in der Nacht sorgt die Designer-Beleuchtung nicht für klare Sicht, sondern erzeugt unheimliche Schatten, aus denen sich undefinierbare Geräusche umso deutlicher herausschälen.

Wahnsinn kennt keine Grenzen

Wie ernst kann man eine Geschichte nehmen, die um „Wohnraum-Parasitismus“ kreist – ein Begriff, den Félix selbst in einem Moment rationaler Selbstreflexion prägt? Es stellt sich heraus, dass dies nicht der Punkt ist: Morales erteilt uns eine Lektion über die Tiefen des menschlichen Geistes, in denen sich erschreckende Kreaturen verbergen können.

Wahnsinn ist ein gern eingesetztes Film-Element. In der Regel kommt er freilich plakativ daher; dem Irren steht entweder buchstäblich der Schaum vorm Mund, oder er gibt den genialischen Serienkiller oder Weltenzerstörer. Tatsächlich ist Wahnsinn ein Phänomen, dessen eigentlichen Schrecken ebenfalls Félix in Worte fasst: Das eigene Gehirn lässt ihn im Stich. Es registriert und entschlüsselt nicht, was geschieht, sondern folgt eingebildeten Reizen. Auf diese Weise gehen Realität und Fiktion ineinander über, sie lassen sich nicht mehr differenzieren.

Schon als filmische Reise in den Wahnsinn ist „Uncertain Guest“ ein böser Trip. Doch Morales sorgt für ein zusätzliches Element der Unsicherheit: Versteckt sich womöglich doch ein ‚Untermieter‘ in dem Haus, wo er parallel zu Félix unsichtbar sein Dasein fristet? Die gegenteiligen ‚Erklärungen‘ überzeugen die Polizei oder die ungläubige Vera, aber der Zuschauer zweifelt ebenso wie Félix.

Wahnsinn ist ansteckend

Während wir endlich eine Erklärung für die seltsamen Ereignisse gefunden haben und darauf warten, dass Morales sie in die entsprechende Handlung umsetzt, schlägt diese plötzlich eine völlig neue Richtung ein. Félix tritt die Flucht nach vorn an. Er schaltet seinen unheimlichen Peiniger aus – und verliert darüber endgültig den Verstand. In einem genial eingefädelten Handlungsfaden verwandelt sich Félix in das Pendant seines Verfolgers. Er schleicht sich in das Haus von Martín und Claudia ein und wird selbst zum Wohnraum-Parasiten!

Als solcher verbreitet er Angst und Schrecken wie sein anonymes Gegenstück – und er genießt es. Plötzlich erleben wir aus der Perspektive des Täters mit, was das Opfer vormals erdulden musste, wobei Opfer und Täter nun identisch sind. Die zweite Filmhälfte spiegelt die Ereignisse der ersten wider, was dadurch unterstützt wird, dass sowohl Vera als auch Claudia von Mónica López dargestellt werden.

Wahnsinn steckt voller Überraschungen

Wie kann eine solche Geschichte aufgelöst werden? Morales gelingt das Kunststück. Das letzte Viertel inszeniert er als Kette unerwarteter Twists, die sich keineswegs in spektakulären Effekten und reiner Unterhaltung erschöpfen, sondern subtil eine groteske aber in sich ruhende Story plausibel abrunden.

Dieses Finale soll hier natürlich nicht aufgedeckt werden, zumal man ohnehin sehen muss, um glauben zu können, wie aberwitzig endet, was sieben Menschen das Leben gekostet hat, nachdem Félix erneut zum Opfer der von ihm bedrängten Pechvögel wurde, die ihre eigenen düsteren Geheimnisse hüten. Niemand spielt in diesem Film mit offenen Karten, und Wohnraum-Parasitismus ist offenbar stärker verbreitet als man geahnt hätte …

Für seinen Spielfilm-Erstling wurde Guillem Morales gern mit David Lynch verglichen. „Uncertain Guest“ ist jedoch kein Arthouse-Film, sondern bleibt primär der Unterhaltung verpflichtet. Macht man sich von der Erwartung frei, dass hinter dem merkwürdigen Verhalten der Protagonisten ein ‚Sinn‘ stecken muss, bleiben bei genauer Beobachtung keine Fragen, wenn die Schlusstitel einsetzen. Bis es soweit ist, überlässt Morales nichts dem Zufall, weshalb man sich „Uncertain Guest“ sehr sorgfältig und womöglich mehrfach anschauen sollte. Nebensächliche Handlungen, sinnfreies Reden, sogar Einrichtungsgegenstände im Bildhintergrund ergeben nachträglich einen Sinn bzw. Hinweise auf das eigentliche Geschehen. Da die Figuren nicht schlauer sind als der Zuschauer, wird auch ihnen dies zu spät klar.

Kammerspiel in zwei verwinkelten Häusern

„Uncertain Guest“ ist eine Herausforderung für die Darsteller, die in kleiner Besetzung eine komplexe Handlung stimmig tragen müssen. Die meiste Zeit sehen wir Andoni Gracia als Félix und Mónica López zusammenspielen, an die in ihrer Doppelrolle besondere Ansprüche gestellt werden.

Gracia ist zunächst erschütternd überzeugend als Opfer einer tatsächlichen oder eingebildeten Heimsuchung, während er später erschreckend glaubhaft in der Rolle des Stalkers wirkt. Der psychische Verfall wird nur selten durch entsprechende Ausbrüche ‚verdeutlicht‘, sondern teilt sich in Félix‘ Verhalten und Äußerungen mit, die Paranoia und Misstrauen in einem verhängnisvollen Aufschaukeln zeigen: Der Wahnsinn wohnt – die Realität zeigt es – gern und lange unbemerkt hinter unauffälligen Gesichtszügen.

Das Spiel der Nebenfiguren fügt sich noch in den kleinsten Rollen harmonisch und mit katastrophalen Folgen in das Geschehen ein. Mitleid will sich beim Zuschauer nur selten einstellen. Die Figuren fordern ihr Schicksal durchaus selbst mit heraus. Allerdings schlägt es in der Realität kaum so konsequent und erbarmungslos wie unter Morales‘ Anleitung zu.

An einer ähnlich verwickelten und abrupt kehrtwendenden Geschichte versuchte sich Morales 2010 in „Los ojos de Julia“ (‚dt.‘ „Julia’s Eyes“). Wiederum waren Inszenierung und Schauspiel erlesen, doch dieses Mal zerfiel der Film zu deutlich in zwei Abschnitte. „Uncertain Guest“ bleibt in jeder Hinsicht das bessere Werk.

DVD-Features

Die Extras zum nur als DVD veröffentlichten Film sind karg, doch das knapp viertelstündige „Making-of“ wird der Zuschauer dankbar zur Kenntnis nehmen, werden hier doch wichtige und interessante Hintergrundinformationen gegeben. (Leider fehlt die Antwort auf die Frage, wieso „El habitante incierto“ – „Der ungewisse Gast“ – in Deutschland mit „Uncertain Guest“ ‚übersetzt‘ wird.) Weniger wichtig sind der Trailer zum Film und eine Bildergalerie (ca. 100 Fotos), die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit niemand ansehen wird.

[md]

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Abgelegt unter Drama, Filmbericht, Mystery, Thriller | Keine Kommentare »

Director’s Cut

Erstellt von Michael Drewniok am 17. November 2011

Director’s Cut

Originaltitel: Director’s Cut (Argentinien 2006)
Regie: Hernán Findling
Drehbuch: Hernán Findling u. Pablo Monlezún
Kamera: Alejandro Millán
Schnitt: Hernán Findling u. Lurdes Prado Mendez
Musik: Pablo Isola
Darsteller: Andres Bagg (Matt Lando), Daniel Young (John), Ezequiel Campa (Zack), Maxime Seugé (Billy), Pablo Saavedro (Julien), Paula Marcenado (Kate), Veronica Mari (Jen), Mariana Levy (Laura), Federico Ali (Diego) u. a.
Label: New Age 21
Vertrieb: M.I.B. – Medienvertrieb in Buchholz
Erscheinungsdatum: 06.11.2008 (DVD)
EAN: 4044404153210
Bildformat: 16 : 9 (1,78 : 1   anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: keine
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 88 min.
FSK: Keine Jugendfreigabe

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Das geschieht:

Noch jung an Jahren und von Ehrgeiz zerfressen arbeitet Matt Lando an seiner Karriere als Horrorfilm-Regisseur. Er ist kein angenehmer Zeitgenosse aber sehr fähig hinter der Kamera, weshalb ihm sein kleines Team und einige hoffnungsvolle Noch-nicht-Schauspieler kostenlos ihre Zeit und ihre Talente zur Verfügung stellen.

Aktuell arbeitet man an einem klassischen Splatter: In einer verlassenen Schule geht ein vermummter Killer um und jagt diverse Schülerinnen. Darsteller Julien geht so in seiner Rolle auf, dass er bei seinen Mitspielerinnen gleichermaßen gefürchtet wie verhasst ist. Doch der Dreh ist jetzt zu Ende, und Matt lädt die Crew zur Ansicht des Rohschnitts ein, den er persönlich in der Abgeschiedenheit seines außerhalb der Stadt gelegenen Hauses erledigte.

Die erwartungsfrohen Gäste erblicken dabei überrascht Szenen, die sie nie gedreht haben. Auf dem Bildschirm werden plötzlich nicht nur die Schauspielerinnen Kate und Jen, sondern auch die Crewmitglieder vom Killer gejagt. Schlimmer noch: Jede Wunde, die dieser seinen Opfern im Film zufügt, zeigt sich auch beim ‚realen‘ Spiegelbild!

Bis sich diese Erkenntnis durchgesetzt hat, sind bereits einige Anwesende in riesigen Blutlachen verröchelt. Der Verdacht der Überlebenden richtet sich erwartungsgemäß auf Julien, der freilich seine Unschuld beteuert. Tatsächlich ist es Matt, der mehr weiß, als er zugeben möchte. Mit Hilfe des dämonischen „Black Magic Cut”-Filmschnitt-Programms will er sein Werk zum Blockbuster aufwerten. Da er den Preis –  Menschenseelen – nicht selbst zahlen muss, ließ er sich gern auf den Handel ein. Der Film wird nun bis zum bitteren Ende laufen, abschalten lässt er sich nicht. Verzweifelt sucht die dahin schmelzende Schar der Crew nach einem Ausweg, um zu überleben und den Teufel um seine Beute zu betrügen …

Digitaler Abfall für ahnungslose Opfer

Seit es ihn gibt, stellt sich der Mensch – manchmal offen, meist nicht – die Frage, ob er (oder sie) womöglich ‚besser‘, d. h. klüger, moralischer, fähiger als seine Zeitgenossen ist. Das hat bekanntlich zu schauerlichen Gräueln geführt, obwohl die Antwort recht einfach ist: Nein, im Durchschnitt sind alle Menschen Brüder & Schwestern im Denken und Handeln. Das ist eine pompöse Einleitung zu einem Film, der im Grunde sprachlos macht. Doch irgendeinen Sinn muss „Director’s Cut“ erfüllen. Da es Unterhaltung nicht sein kann, könnte es eben diese Bestätigung sein, dass alle Menschen gleich sind – in diesem Fall dämlich.

Zumindest der Zyniker benötigt diese Bestätigung nicht; der Rest des Publikums hätte gern auf sie verzichtet. In Buenos Aires haust der Mann, der für „Director’s Cut“ verantwortlich zeichnet. Hernán Findling heißt er, obwohl er, dies sei vorab erwähnt, nur in einem Punkt so etwas wie Einfallsreichtum zeigt: „Director’s Cut“ ist ein Begriff aus dem Filmhandwerk. Er bezeichnet die eigentliche Schnittfassung eines Films, der zuvor z. B. aus kommerziellen Gründen in anderer Version veröffentlicht wurde und erst jetzt diejenige Form erhält, die der Regisseur („director“) als ursprünglich Verantwortlicher ihm geben wolle.

„Director’s Cut“, der Film im Film, ist das Werk seines Regisseurs Matt Lando. Der hat seine Seele dem Teufel verkauft, um den Durchbruch zu schaffen. Man wünscht sich fast, Findling wäre seinem Beispiel gefolgt um sein krauses Blödwerk in einen Film zu verwandeln, der seinem Publikum nicht nur anderthalb Stunden ihres Lebens raubt, sondern zusätzlich ungesund für Zuschauer mit hohem Blutdruck ist. (Gilt die Erwähnung des Teufels als Spoiler? Werden mögliche Zuschauer deshalb enttäuscht auf ein Anschauen verzichten? Gern geschehen!)

Endlose Liste des Versagens

Wo soll man nur mit der Kritik beginnen? Mit der Story? Die ist nicht unbedingt schwachsinniger als die Plots von Horrorfilmen, die heute als Klassiker gelten. Der Teufel hat sich schon krudere Methoden des Seelenfangs ausgedacht, und der „Film im Film“ oder verschiedene und doch miteinander verbundene Existenzebenen sind bewährte Elemente des Genres. Es kommt darauf an, wie Schwachsinn umgesetzt wird. Findling hat davon in doppelter Hinsicht keine Ahnung. Als Drehbuchautor versagt er darin, seiner Geschichte Struktur und Schwung zu verleihen, als Regisseur ist er außerstande, sie in packende oder wenigstens spannend anzuschauende Szenen zu verwandeln.

Geldmangel mag eine Ursache sein. „Director’s Cut“ kennt nur zwei Drehorte: Matt Landos Haus und eine heruntergekommene Schule. Auch daraus könnte ein talentierter Regisseur-Schrägstrich-Drehbuchautor etwas machen. In unserem Fall regiert ausschließlich Ratlosigkeit, und die gebiert Langeweile. Die Kulissen wurden offensichtlich so eingesetzt, wie sie vorgefunden wurden. Einige wahllos auf dem Mobiliar verteilte Film-Props sollen das Heim eines Regisseurs markieren. Damit der Zuschauer dies auch bemerkt, werden sie ihm buchstäblich unter die Nase gehalten.

Bild- und Tonqualität zeigen ein Niveau, das sich etwa mit einer Digitalkamera aus dem Supermarkt erreichen lässt. Dabei wurde „Director’s Cut“ augenscheinlich eigens für den Weltmarkt konzipiert (wie auch immer der in diesem Fall aussehen mag); auf der hierzulande vertriebenen DVD findet man nicht einmal eine spanische, sondern nur eine deutsche und eine englische Tonspur. (Leider nicht mit getilgt wurde die Filmmusik, die den Tatbestand der akustischen Umweltverschmutzung erfüllt.)

Letzteres wirkt logisch, da „Director’s Cut“ nach dem Willen seines Schöpfers in den USA spielen soll. Namen wie „Matt“, „Zack“ oder „Kate“ sollen dies suggerieren, auch wenn die Gesichtszüge der Darsteller dies beim besten Willen nicht bestätigen wollen; ‚spanischer‘ als Paula Marcenado kann beispielsweise kaum ein Mensch aussehen.

‚Ausgewaschene‘ Farben sind im Film oft ein gewolltes Gestaltungsmerkmal. Hier entlarven sie zusammen mit Unschärfen oder ständig wechselnden Ausleuchtungen ein Filmteam, das ebenso zusammengewürfelt und unfähig ist wie Matt Landos Truppe.

In der deutschen Synchron-Fassung wird der unerfreuliche Gesamteindruck kongenial abgerundet: Angeheuert wurden möglicherweise ausschließlich Sprecher, die Stimmfestigkeit zuvor in einem Call-Center unter Beweis gestellt hatten. Sollte sich in irgendeiner Szene wider Erwarten doch einmal Spannung und Gruselatmosphäre einschleichen, machen ihr diese Folterknechte der deutschen Sprache ebenso systematisch wie monoton den Garaus.

Darsteller aus der Zwischenwelt

Wie der Herr, so’s Gescherr, lautet ein altes Sprichwort. Findling versammelt vor der Kamera eine Riege junger Männer und Frauen, die man nur als ‚Schauspieler‘ bezeichnen möchte, wenn man dieses Wort in Anführungsstriche setzt. ‚Spiel‘ beschränkt sich entweder auf mimische Leere oder übertriebene, Haare raufende Hysterie (was übrigens wörtlich gemeint ist: zeitweise schubst ein auf diese Weise Panik vorgebender Hausgast einen anderen aus der Szene, der bisher in besagtem Haupthaar wühlte).

Oder belegt dieses Chargieren die Ratlosigkeit von Darstellern, die ihre Dialoge womöglich improvisieren mussten, weil das Drehbuch an diesen Stellen nur weiße Stellen aufwies? Falls Findling damit unmittelbar spürbare Authentizität erreichen wollte, hat er sich abermals mächtig geirrt. Die fehlende Interaktion zwischen den Schauspielern trägt zusätzlichen ihren Teil dazu bei, dass neunzig Minuten Filmzeit wie ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit wirken.

Wahrscheinlich sind die Darsteller schlicht schlecht. Es sind Neulinge, oft haben sie vor „Director’s Cut“ noch nie in einem Film gespielt. Sie schenken alle einander nichts. Sollte man jemanden herauspicken, so fiele die Wahl sicherlich in 99 von 100 Fällen auf Maxime Seugé als „Billy“. Mit seiner Krauskopf-Frisur, die an ein geplatztes Sofakissen erinnert, sieht er per se bescheuert aus, aber er muss auch noch die Rolle übernehmen, die Hollywood dem Alibi-Schwarzen der Gruppe übertragen hätte, und durch ostentativ zur Schau gestelltes Ungeschick und noch einmal gesteigertes Grimassieren für Heiterkeit sorgen – muss angemerkt werden, wie kontraproduktiv das Ergebnis ausfällt?

In gewisser Weise zeichnet „Director’s Cut“, der Film, den wir aushalten müssen, sicherlich die realen Dreharbeiten nach. „Guerilla-Filmemachen“ nennt sich dieses Verfahren, bei dem alle Mittel recht sind, solange sie nur billig bleiben. Amateure versuchen sich als Profis, und manchmal lernen sie’s ja auch. Nur: Warum muss der Zuschauer mit diesem Prozess gequält werden?

Vom (unfreiwilligen) Segen der Zensur

„Director’s Cut“ erhielt in seiner deutschen Inkarnation keine Jugendfreigabe. An den Spezialeffekten kann es eigentlich nicht liegen, denn die zuständigen Splatter-Hexer haben ihr Handwerk höchstens in einem Kasperle-Theater erlernt. Die auf Film gebannten Bluttaten wirken nur deshalb schrecklich, weil sie so stümperhaft geraten sind. Keine Sekunde können sie überzeugen. Das merkt der Zuschauer auch deshalb so genau, weil in der zweiten Filmhälfte alle bisher erfolgten Morde einerseits Bild für Bild wiederholt und andererseits mit weiteren Stichen und Schreien erweitert werden – als Director’s Cut im „Director’s Cut“ quasi.

Das tarnt Findling als ‚Erinnerung‘ und spart dabei viele Filmminuten, die er ansonsten mit Handlung hätte füllen müssen; es fällt schwer zu entscheiden, welche Alternative schrecklicher ist. Die in der Wiederholung blutiger geratenden Metzeleien lassen übrigens die Frage aufkommen, ob der deutsche Zensor – in der zweiten Filmhälfte vom Notfallsektor seines Hirns in rettenden Schlummer versetzt – diese überhaupt registriert hat. Daher bleibt nur die Annahme, dass hier nicht wie üblich Zensur zum Zwecke des Spielverderbens betrieben wird, sondern zumindest der noch jugendliche Teil des potenziellen Publikums vor einem wirklich schäd- und schändlichen Machwerk bewahrt werden soll.

DVD-Features

Klug hüllen sich diejenigen, die das Fiasko namens „Director’s Cut” verschuldeten, in Schweigen. Es gibt weder einen Audiokommentar noch ein „Making of“. Nicht einmal eine Website lässt sich finden. Stattdessen wurde eine Bildergalerie auf die DVD gebrannt, die den Geist des Hauptfilms kongenial aufnimmt: Sie ist absolut sinnlos und scheint nur beliebige Einzelbilder desselben wiederzugeben. Einziger Unterschied: Die Bildqualität ist noch miserabler als die des Hauptfilms.

[md]

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