Clash of Empires – Die Schlacht um Asien

Ascot Elite Home Entertainment, 2011
Malaysia 2011
Originaltitel: „The Malay Chronicles: Bloodlines“ oder auch:
„Clash of Empires: The Battle for Asia“
DVD in Metallbox
ISBN 7-613059-902015
Action, History
Laufzeit 105 min. PAL Color
Regie: Yusry Kru
Darsteller: Stephen Rahman Hughes, Gavin Stenhouse, Jing Lusi, Craig Fong, Henrik Norman
Altersfreigabe: 16
Bildformat 1.78:1 / 16:9
Extras: Musikvideos, Making of, Behind the Scenes, Originaltrailer, Promo-Trailer, Trailershow
Deutsch, DTS 5.1, Dolby Digital 5.1; Englisch+Bahasa Melayu, Dolby Digital 5.1

DVD und Blu-ray Disc sind ab dem 8. August 2011 in den Videotheken und ab 27. September 2011 im Handel erhältlich.

Titel erhältlich bei Amazon.de

Werbetext:

Der römische Prinz Marcus Carpenius ist von Kaiser Hadrian dazu auserwählt, mit der chinesischen Prinzessin Meng Li Hua den Bund der Ehe zu schließen. Damit soll der Friedenspakt zwischen den beiden größten Mächten ihrer Zeit besiegelt werden.

Doch die Hochzeitsfeierlichkeiten, die an der Küste des heutigen Malaysia, genau zwischen den beiden Reichen stattfinden, werden durch einen blutigen Überfall beendet. Nur ein ganz besonderer Kämpfer kann jetzt noch verhindern, dass die beiden mächtigsten Imperien der Welt zu Feinden werden. Eine uralte Prophezeiung besagt, dass ein König die Stämme Malaysias vereinen wird, um in eine große Schlacht zu ziehen. Der Dorfälteste Kesum glaubt in dem vagabundierenden Krieger Merong diesen König zu erkennen …

Mein Eindruck:

Auf der Blechbox sind einige kleine Bilder – und ein etwas Größeres – zu sehen, die Hoffnung machten, auf einen Historienschinken á la „Troja“ oder „300“. Zumindest die Grafikabteilung der Filmgesellschaft hat hier ihr Ziel erreicht: Nämlich den interessierten Cineasten mit Vorliebe für Geschichte, Kampfgetümmel und fremden Kulturen zugreifen zu lassen. Ein wenig stutzig ist man schon, wenn man von einem römischen „Prinzen“ liest. Denn die Bezeichnung Prinz hatten die Römer für die Nachkommen der Cäsaren, meinetwegen auch Kaiser, nie verwendet. Und zur Zeit Kaiser Hadrians – in der eben die Handlung spielt – schon gar nicht.

Und warum sollten Römer und Chinesen einen Friedenspakt durch eine Hochzeit schließen? Sie hatten um das Jahr 200 n. Chr. nach allgemeinem Wissen keine Kenntnis voneinander.

Doch was soll´s: Was schert einen malaysischen Filmemacher schon geschichtliche Korrektheit, wenn er denn nur entsprechend spannende Handlung bietet. Doch auch auf das wartet man vergeblich. In den über 100 Minuten erlebt man ein schlechteres Piratenspektakel, dass selbst die alten „Sandokan-Filme“ aus den 60ern und 70ern an Handlungstiefe übertreffen, von dem Nachzügler aus dem Jahre 1996 mal ganz zu schweigen.

OK; dann eben fetzige Martial-Art? Nun, die bekommt man in einigen Szenen geboten. Wären da nur nicht die lächerlichen, auf Hochglanz polierten Rüstungen der wenigen Römer, die wie klappernde Plastikkostüme an den Männern hängen. Auch die hat es so blitzend und funkelnd nicht gegeben. Überhaupt stolpern die Römer durch den Sand, als hätten sie noch nie auf welchem gestanden. Die malaysischen Piraten und ihre „guten“ Landsleute machen da wenigstens eine bessere Figur.

Und die großen Schlachtengemälde voll Zig-Tausender Krieger und Legionäre? Auch Fehlanzeige. Am Strand tummeln sich vielleicht ein paar Hundert Darsteller und das auch nur in wenig sehenswerten Kampfszenen.

Eine Bemerkung über die Dialoge spare ich mir. Wer die geschrieben hat, hat vorher wohl ein Pfund Schmalz gegessen. Dass das Ganze auf einer alten malaysischen Legende beruht, geht leider völlig unter. Hier hätte man aus den Tiefen der Überlieferung mit entsprechendem Ernst und Glaubwürdigkeit schöpfen können.

Fazit:

Der Trailer und die Aufmachung sind äußerst geschickt gemacht. Aber sie versprechen, was weder die Darsteller, die Handlung, noch der Regisseur halten können. Da halte ich es mit diesem Originalzitat: „Ein amüsantes Erlebnis, definitiv!“ Ja, an manchen Stellen hab ich gelacht, mit einem Tonfall, gemischt aus Galgenhumor und Verzweiflung. Wer das als Lob gedachte Zitat geäußert hat? Das „japancinema.net“. Und die Japaner verstanden vor Fukushima etwas von Humor. Schließlich hatten sie mit ihren grottenschlechten Godzilla- und King-Kong-Filmen selbst Anlass genug, über schlechte Filme zu lachen.

Copyright © 2011 by Werner Karl

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