König Hamil ist untröstlich: er sorgt sich um seine Nachfolge, denn bisher konnte seine geliebte Frau ihm noch nicht den ersehnten Thronfolger schenken. Verzweifelt sucht König Hamil den gefürchteten Magier Epos auf, der ihm zu einem leiblichen Sohn verhelfen soll. Der Magier verspricht ihm einen Erben, doch gleich nach der Geburt läßt er den Prinzen entführen. König Hamil möchte das Verschwinden seines Sohnes um jeden Preis geheimhalten und so erklärt er kurzum Mirabella, die uneheliche Tochter seiner Dienerin, zu seiner rechtmäßigen Erbin. Unterdessen wird Prinz Ademaro von einer Familie aufgenommen und wächst fortan mit seinem gleichaltrigen Bruder Leonardo wohlbehütet auf. Bis die schöne Mirabella in das Leben der so unterschiedlichen Geschwister tritt und sich in beide verliebt… 

 

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Filmbesprechung von Irene Salzmann
König Hamil (Mathieu Carrière) und seine Frau (Jana Hubinská) sehnen sich nach einem Kind und Erben. Sein grausamer Bruder Migal (Thomas Kretschmann), der die Untertanen in Angst und Schrecken versetzt, würde sonst zum Thronfolger ernannt. In seiner Not sucht Hamil den Magier Epos (Max von Sydow) auf, der einen Zauber wirkt, der die Königin schwanger werden lässt.

Was Hamil nicht weiß, ist, dass nicht Epos, sondern dessen Lehrling Gamesh (Simone Ascani), der trotz seiner vielen hundert Lebensjahre nach dem Willen seines Meisters gezwungen ist, ein Kind zu bleiben, ihm geholfen hat. Darüber ist Epos erbost, denn er würde lieber Migal auf dem Thron sehen. Prompt lässt er das Neugeborene entführen und aussetzen. Zufällig entdecken Bauern den Knaben und ziehen ihn gemeinsam mit ihrem kürzlich geborenen Sohn auf.

Erneut muss Hamil einen Trick anwenden: Er bittet seine Dienerin Sariba (Michaela Merten), ihm ihre uneheliche Tochter Mirabella (Anna Falchi) zu überlassen. Das Mädchen soll als Prinzessin aufwachsen und die echte Mutter in die Rolle der Zofe schlüpfen – und so geschieht es.

Doch Epos will das Glück der königlichen Familie nach wie vor zerstören und sendet seine Diener aus, um Mirabella, die sich wünscht, ab und zu ihrem goldenen Käfig zu entkommen, ins Dorf zu locken. Dort begegnet sie zwei Brüdern, Leonardo (Lorenzo Crespi) und Ademaro (Nicholas Rogers), die sich beide in sie verlieben. Der eine ist ein frecher Draufgänger, der andere sensibel und höflich – und einer von ihnen ist der wahre Prinz.

Da Leonardo seine Späße zu weit treibt, sinnt Mirabella auf Revanche und macht ihn zu ihrem Sklaven, was sie jedoch schon bald bereut, weil ihr klar wird, dass sie ihre Macht missbraucht hat. Aber es ist zu spät: Leonardo weist sie zurück …

Die falsche Prinzessin“ wurde von Lamberto Bava und Gianni Romoli inszeniert, die in den 1990er Jahren gemeinsam so bekannte und beliebte TV-Märchen wie „Prinzessin Fantaghirò“, „Der Ring des Drachen“ und „Prinzessin Alisea“ produziert haben. Zur richtigen Zeit, kurz vor Weihnachten, wurde „Die falsche Prinzessin“ aus der ‚Mottenkiste‘ geholt, denn es handelt sich um einen Film für ganze Familie. Die Erwachsenen waren noch jung, als sie den Zweiteiler schauten, und ihre Kinder dürften nun das richtige Alter haben, um mit Mirabella in den Weihnachtsferien zu lieben und zu leiden.

Das Thema an sich ist nicht neu, denn falsche Prinzen und Prinzessinnen, gute Könige und ihre bösen Möchtegern-Nachfolger, Streitigkeiten zwischen Zauberern usw. kennt man aus zahlreichen Märchen. Das damit verbundene, leicht angestaubte Romantik-Drama kommt beim nostalgisch gestimmten Publikum nach wie vor gut gut an.

Insbesondere junge Mädchen dürften sich leicht mit Mirabella identifizieren können, die sich auf ihre Zukunft als Königin vorbereiten muss und hin und wieder über Straftäter Urteile zu sprechen hat, welche ihr unangemessen hart und grausam erscheinen. Gern wäre sie frei, und so wundert es nicht, dass sie ihre heimlichen Ausflüge genießt und sich in die attraktiven Brüder verliebt, denen sie im Dorf begegnet. Aber wem gehört ihr Herz wirklich? Dem sanften Ademaro oder dem dreisten Leonardo? Welcher ist der Prinz? Als sich Mirabella an Leonardo, der sie sehr gekränkt hat, rächt, hat man durchaus Verständnis, wenngleich man meint, dass sie zu weit geht. Prompt wendet sich das Blatt, und Mirabella verliert alles.

Das ist wahrlich Stoff zum Träumen für Zuschauer ab 6 Jahre, denen eine spannende, nicht sonderlich grausige Geschichte in bunten Farben geboten wird.

Die Darsteller erfüllen ihre Rollen: Mathieu Carrière war vor allem in den 1970/80ern ein Leinwandliebling, bekannt durch Filme wie „Bilitis“, „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“, „Die flambierte Frau“. Max von Sydow spielte u. a. in „Die drei Tage des Condor“, „Flash Gordon“, „Conan der Barbar“). Anna Falchi hatte Rollen in „Der Ring des Drachen“, „DellaMorte DellAmore“, „Die Piraten der Karibik“ (eine Serie, nicht zu verwechseln mit den „Piraten der Karibik“-Kinofilmen).

Die Tricktechnik ist – natürlich – von ‚gestern‘, aber trotzdem hat man seinen Spaß an dem Märchen. Allein Epos‘ tierische Diener wirken in ihren Masken nach heutigen Maßstäben lächerlich und nerven durch ihr übertriebenes Verhalten; sie sind der einzige Schwachpunkt.

Weiß man, dass man sich auf nostalgisches Familien-TV einlässt und kann das akzeptieren, wird man gut unterhalten. Märchenfilme müssen wirklich nicht mit einer Tricktechnik à la George Lucas aufwarten, sondern sollen Groß und Klein einige unbeschwerte Stunden schenken. Diesen Auftrag erfüllt „Die falsche Prinzessin“ voll und ganz.

Copyright by 2016 © Irene Salzmann (IS)

Die falsche Prinzessin – Die komplette Serie
Darsteller: Anna Falchi, Max Sydow, Mathieu Carrière
Regisseur(e): Lamberto Bava
Künstler: Gianni Romoli
Format: PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 7. Oktober 2016
Produktionsjahr: 2007
Spieldauer: 182 Minuten
ASIN: B01I7FU75M

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