Gene Roddenberry’s Andromeda
Staffel 3.1

USA, 2004-2005
Ascot Elite Home Entertainment, Pandavision
Science Fiction
FSK: ab 12 freigegeben
Gesamtlaufzeit 11x 45 min: 495 min.
ISBN 4-048317-357727
Darsteller: Kevin Sorbo, Lisa Ryder,  Keith Hamilton Cobb,
Lexa Doig, Gordon Michael Woolvett, Laura Bertram
Regie: Jorge Montesi, Allan Eastman, Brad Turner
Ton: Deutsch DD 5.1 Englisch DD 2.0
Laufzeit: 11 Folgen à 45 Min. plus 105 Min. Zusatzmaterial
Untertitel: Folgen: Englisch Bonus: Deutsch
Extras: Booklet, Interviews: Kevin Sorbo, Laura Bertram, Bob Engels, Gordon Verheul, Richard Flower, Bruce Turner
Featurette: Fighting for Andromeda
Deleted Scenes, Originale Folgentrailer, Folgeneinführung, Trailershow

www.pandavision.de

Titel erhältlich bei Booklooker.de

Vorwort

Fernsehserien im allgemeinen und im Genre Science-Fiction besonders haben immer ein Problem: Die Hauptprotagonisten dürfen nicht sterben und manchmal ist es sogar mit ihren Erfindern genau so. Es ist ein Jammer, dass Gene Roddenberry – der Schöpfer von Star Trek – leider nicht mehr am Leben ist. Denn würde er noch da sein, hätte er wahrscheinlich ein wenig Magengrimmen mit der Serie Andromeda, die schon im Titel mit seinem Namen wirbt. Doch zunächst zum Inhalt selbst:

Handlung

Der Kommandant des Raumschiffes Andromeda, Captain Dylan Hunt, gespielt von Hercules-Darsteller Kevin Sorbo, hat unfreiwillig 300 Jahre im Kältetiefschlaf den Untergang des Commonwealth, eines zivilisierten Sternenreichs, verpasst. Erweckt, schart er eine kleine Mannschaft unterschiedlichster Charaktere um sich, um die zerbrochenen Teile des Commonwealth wieder zu vereinen, bzw. zumindest die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Schon hier liegt meiner Meinung nach ein Misslingen des ganzen Plots verborgen. Ein Mann, ein Raumschiff und eine Handvoll Mitstreiter können kein Universum verfeindeter Zivilisationen befrieden und einigen.

Die vorliegenden 11 Folgen sind geradezu ein Beispiel dafür. Jede Folge für sich ist in sich abgeschlossen, geschuldet dem Zielpublikum (siehe FSK ab 12), das sich scheinbar nach Meinung der Macher keinen größeren, dichteren, ernst gemeinten Handlungsrahmen merken kann. Und so verlieren sich die 45-min.-Episoden in Abenteuern, die entweder gar keinen oder nur sehr spärlichen Fortschritt der Hintergrundhandlung aufweisen. Den gleichen Fehler beging Gene Roddenberry zu Lebzeiten mit den alten Star-Trek-Folgen mit dem überschätzten William Shatner in seiner Rolle als Captain James T. Kirk. Es ist mehr als wahrscheinlich, das dessen Pseudo-Charme und lässig-cooles Gehabe einen Teil der Charakterbeschreibung des Dylan Hunt ausmachen.

Erst die Fortsetzungs-Serie „Star Trek –The Next Generation“ fand wieder mehr Zuspruch bei der Fangemeinde. Die Einschaltquoten waren gefährlich gesunken und man suchte verzweifelt nach einem Neuanfang, der aufgrund des geänderten Rezeptes Gott sei Dank funktionierte und weitere Ableger ermöglichte (Deep Space Nine, Raumschiff Voyager, natürlich auch die neueren Spielfilme usw.) Einem Captain wie Jean-Luc Picard, hervorragend gespielt von Patrick Steward, wäre eine Aufgabe wie die Wiederherstellung einer Zivilisation, welche diese Bezeichnung verdient, eher zuzutrauen, zumal das Konzept von TNG weitaus mehr Verknüpfungen aufwies und nicht alles allein vom Captain „geleistet“ werden musste. Wie gesagt krankt „Andromeda“ am Grundkonzept.

Darüber hinaus ist auch die Besatzung unglaubwürdig. Ein Captain, der lässig über die Brücke schlendert, coole Sprüche von sich gibt, im Grunde bei seiner Mannschaft keinen Respekt hat, dazu ein so genannter überragender Kämpfer, Keith Hamilton Cobb als „blutrünstiger, brutaler und korrupter“ Sicherheitsoffizier Tyr Anasazi, von dessen vorgenannten Eigenschaften ich in den 11 Folgen nichts entdecken konnte. Seamus Zelazny Harper gleicht eher einem Highschool-Teenager als einem fähigen Bordingenieur. Von den anderen abgesehen, wäre noch das künstliche Pendant des Schiffscomputers zu erwähnen: Andromeda/Rommie, ein Schnuckelchen, geschaffen vom o.g. Bordingenieur, ist ein Avatar des Computers, das bei Bedarf erscheinen kann, um auch optisch den anderen Besatzungsmitgliedern beizustehen. Hier ist nur allzu offensichtlich, dass dem Wunschtraum so manch männlichen Teenagers, sich eine ideale Partnerin zu basteln, Rechnung getragen wurde.

Fazit

Andromeda mag für die Zielgruppe Teenager eine Unterhaltung bieten, für Science-Fiction-Fans über 18 und mehr Jahren eher weniger. Die Effekte sind in Ordnung, die Raumschiffe, Masken und Designs ebenso, doch kann keine Folge Spannung, Erregung, Überraschung erzeugen. Die Technik ist vorhanden, Geld anscheinend auch. Doch schauspielerische Leistung, verbunden mit packenden Handlungen, welche einen Fortschritt der Serie hin zum Endziel – Wiedervereinigung des Commonwealth – erkennen lassen, fehlen leider. Meine beiden Söhne – 17 und 12 – haben sich nach 2 Folgen wieder getrollt. Und das ist eigentlich das Schlimmste, was einer Serie passieren kann: Die Zielgruppe wird nicht erreicht.

Copyright © 2010 by Werner Karl

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