Cargo – Da draussen bist du allein
Erstellt von Günther Lietz am Dienstag 4. Mai 2010
Cargo – Da draussen bist du allein
Atlantis Pictures (Schweiz, 2009)
Ascot Elite Home Entertainment
Special Edition: 2 DVD´s, Science Fiction
Laufzeit 110 min.; Deutsche Sprache
Extras mit dt. Untertitel
FSK: ab 16 freigegeben
Bild 16:9 Cinemascope
Regiseur: Ivan Engler
Darsteller: Anna Katharina Schwabroh, Martin Rapold, Regula Grauwiller,
Pierre Semmler, Michael Finger, Claude-Oliver Rudolph
EAN-Code 7613059801103
Erscheinungstermin Kauf-DVD: 15. April 2010
Das Cover wirbt mit den Schlagworten „Gewaltig und beeindruckend“, welche von H.R.Giger stammen sollen, dem Oscar-Preisträger für die Gestaltung und Optik im SF-Horror-Thriller „Alien“.
Es ist ein bisschen mutig, wenn nicht gar einfach unverfroren, CARGO mit Hinweisen auf diesen Klassiker des SF-Horrors zu schmücken oder gar auf eine Stufe zu stellen. Doch zuerst zur Handlung.
Nachdem auf der Erde das Ökosystem zusammengebrochen ist, hat sich der größte Teil der Menschheit in riesige orbitale Raumstation geflüchtet, die naturgemäß völlig überfüllt sind und auf denen katastrophale Zustände herrschen. Um diesem menschenunwürdigen Dasein zu entfliehen, versuchen viele nach RHEA, einem 5 Lichtjahre entfernten, paradiesischen Planeten, zu fliegen.
Doch die junge Ärztin Laura ist mit einem Frachtraumschiff nicht nach RHEA unterwegs, auf dem ihre Schwester mit ihrer Familie wohnt und auf sie wartet, sondern zur entfernten Raumstation 42. Der Rest der Frachterbesatzung liegt im Tiefschlaf und erst in 4 Monaten wäre Lauras Schicht zu Ende. Doch Laura ist nicht alleine an Bord…
Mehr kann ich an dieser Stelle nicht verraten, um denjenigen, welche den Film wirklich sehen wollen, das bisschen zu verraten, was da noch kommt, denn viel ist es nicht. Und daran krankt auch CARGO. Die Story ist zu dünn, der Rest ist durchaus gut gemacht. Die wenigen Special Effects sind sauber, die Orbital-Raumstation, der Frachter und das dreckige, bewusst heruntergekommen gestaltete Design im Inneren sind durchaus stimmig. Ein wenig hausbacken wirken die Anzüge der Besatzung.
Die Schauspieler sind leider das größte Manko: Die Gestik und Mimik sind allenfalls als flach zu bezeichnen, die Dialoge ohne passende oder gar glaubhafte Emotionen. Dazu sind der gesamte Sound und die praktisch nicht vorhandene Filmmusik wenig erbauend und liefern nichts, was dazu beitragen könnte, so etwas Ähnliches wie Spannung aufzubauen. Sich vage andeutende Überraschungseffekte verpuffen im Nichts und das Ende ist für eingefleischte SF-Konsumenten vorhersehbar. Das Urteil von „Sunday Paper“ (mir leider völlig unbekannt) lautet: „Hollywood hat mit Regisseur Ivan Engler einen neuen Roland Emmerich entdeckt“. Ich will Engler ja nicht schlecht machen, aber um Emmerich auch nur die Schuhe zubinden zu dürfen, muss er noch um Einiges zulegen.
Alles in allem nicht unbedingt sehenswert, technische durchaus gut hergestellt, Schauspieler und Regisseur müssten aber noch mal auf die Schauspielschule und in die Lehre bei Emmerich gehen. Oder bei Spielberg, oder bei Georg Lucas, oder bei Peter Jackson, oder bei Luc Besson, oder bei…
Extras
Making Of, Behind the Scene, Featurette, Entfallene Szenen, & Bloopers, Dia Galerie, Original Trailer & TV Spots, Exklusive TV Berichte, Trailershow, Verkaufshülle mit 3D-Bild.
Copyright © 2010 by Werner Karl









Mittwoch 5. Mai 2010 um 20:16
Na, so dolle finde ich Emmerich jetzt auch nicht, von wegen Schuhe zubinden…
Herrn Emmerich hatte ich mal bei den Vorbereitungen seines ersten Projektes (Das Arche Noha Prinzip) im Schwabeland beobachten können und da war auch mehr Ahnungslosigkeit als Können am Werk.
Verglichen mit Arche Noha ist der vorliegende Film jetzt aber auch nicht schlechter. Und so sollte man Äpfel nicht unbedingt mit Birnen vergleichen.
Sonntag 23. Mai 2010 um 09:57
Mein lieber Heinrich Heine,
ich hab “Das Arche Noah Prinzip” auch gesehen und muß dir widersprechen. Der Film war um einiges besser als CARGO. Aber CARGO wurde 2009 produziert und spätestens seit dem Jahrtausendwechsel darf man als SF-Fan anderes als o.g. erwarten. Ein HEUTIGER Ivan Engler muss sich also auch mit einem HEUTIGEN Emmerich vergleichen lassen dürfen. Und das waren Hämmer wie “Independance Day”, “Godzilla”, “Stargate”, “2012″, “10.000 B.C.” und noch einige mehr.
Und die anderen Regisseure, die ich genannt habe, sind ebenfalls ein anderes Kaliber als Engler.
Um ein Klischee zu pflegen: Die Schweizer können keine SF drehen, die sollen sich auf ihre Schokolade und Käse konzentrieren, da sind sie super.
Mit galaktischen Grüßen
galaxykarl
Montag 24. Mai 2010 um 00:46
Also ich finde man sollten den Schweizern ruhig mal ne Chnace geben!
Ich Übrigen: Ich fand “Independance Day”, “Godzilla” etc. einfach schrecklich – viel zu trivial und vorhersagbar. Ich habe mich bei den ersten 5 Filmen von Emmerich absolut gelangweilt und war oft kurz davor, das Kino vor Ende des Films zu verlassen!
Man sollte also ruhig mal die Kirche im Dorf lassen: erst die letzten 3 Filme von Emmerich sind meiner Meinung nach überhaupt ansehbar, der Rest von Emmerich ist echter Mist in meinen Augen!
Donnerstag 24. Juni 2010 um 21:58
Ich habe mir den Film gerade angesehen und muss Galaxykarl zustimmen. Die Schauspieler sind etwas emotionsarm, vor allem in den Dialogen. Die weisen kaum Betonung auf. Ich vermute allerdings Absicht dahinter. Ansonsten gibt es einige aufgesetzte Szenen und stellenweise ist zu merken, dass die Leute auf ihr Stichwort warten. Hier fehlt es an Feinschliff, aber die Sache ist ausbaufähig.
Und auch die Story ist verdammt dünn und weist innerhalb des Films Logikbrüche auf. Den “Matrix”-Gaul von der anderen Seite aufzuzäumen halte ich für eine gute Idee, aber anstatt darauf den Fokus zu legen und eine stringente Geschichte aufzubauen, schweift Ivan Engler leider ab.
Sonntag 10. April 2011 um 14:58
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