Nach dem schlechten zweiten Teil dieser Filmreihe, hat Netflix einen dritten Teil nachgeschoben und versucht die tote Kuh damit nicht vom Eis zu bekommen, sondern weiter zu melken. Die große 2019-Weihnachtsoffensive des Streamringriesen setzt dabei nicht auf Qualität, sondern auf Masse. Die kakaobeschwipste Menge wird es wohl irgendwie schlucken, muss der Gedanke hinter dieser Produktion gewesen sein. Und das ist sehr Schade, stecken doch an sich viele gute Leute dahinter. Aber das Drehbuch gibt einfach nichts her, womit man arbeiten könnte. Und irgendwie scheinen die Darsteller, anstatt ambitioniert, eher müde.

Erneut richten sich die Blicke nach Aldovia. Amber ist schon länger Königin und sehr beliebt. Sie steht kurz vor der Niederkunft ihres ersten Kindes, bald ist Weihnachten, ein Friedensvertrag muss verlängert werden, es gibt einen Diebstahl, einen Fluch, die Modernisierung des eigenen Landes, die Emanzipation einer befreundeten Königin und nebenbei eine weitere Liebesgeschichte. Ziemlich viel Masse, bei der sich nichts irgendwie in Klasse niederschlägt. Außerdem kommt das Baby erst gegen Ende des Films vor. Bis dahin dreht sich alles nur um die klischeeinszenierte Schwangerschaft Ambers. Und alles ganz ohne Witz. Und der übernatürliche Aspekt mit dem Fluch ist sehr nervig.

„A Christmas Prince: The Royal Pregnancy“ (ich habe mir mal die Freiheit genommen und den Titel korrigiert, gern geschehen, Netflix) ist langweilig und humorlos. Dabei hätte der Stoff so einiges hergegeben. Mit etwas Mut zur Veränderung oder einem Hauch von Originalität wäre sicherlich was gelaufen. Aber so, leider nein, leider gar nicht. Schade, denn an sich mag ich die Königsfamilie von Aldovia.

1 von 5 Zuckerstangen

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A Christmas Prince: The Royal Baby

Produktionsland: Vereinigte Staaten (2019)
Länge: 85 Minuten

Regie: John Schultz
Drehbuch: Nate Atkins
Produktion: Amy Krell
Musik: Zack Ryan
Kamera: Viorel Sergovici
Schnitt: Marshall Harvey

Rose McIver (Queen Amber), Ben Lamb (King Richard), Alice Krige (Dowager Queen Helena of Aldovia), Honor Kneafsey (Princess Emily), Sarah Douglas (Mrs. Averill), Theo Devaney (Simon)