Endlich, endlich gibt es “Agent AIKa” als Gesamtausgabe. Die Animeserie ist zwar in vielen Punkten schlecht bis durchschnittlich, aber gleichzeitig auch unterhaltsamer Kult. Genau die richtige Art von Unterhaltung für einen Gute-Laune-Abend, sei es nun alleine oder mit Freunden. Wer das Leben und Animes nicht gerade bierernst nimmt, dem zaubert diese schlüpfrige Höschenparade einfach ein Lächeln ins Gesicht.

Aber worum geht es in diesem kultigen Anime überhaupt? Nun, die Geschichte dreht sich um die Agentin Aika, die mit ihrer Kollegin und Freundin Rion versucht den finsteren Schurken und ihren Schlägerinnen das Handwerk zu legen. Aika ist dabei eine ausgebildete Agentin, die zudem eine Zauberschleife trägt, die ihr übernatürliche Kräfte verleiht. Rion wirkt manchmal etwas trottelig, ist aber absolut liebenswert. Hinzu kommt noch ein Reigen unterschiedlicher Helfer, die ebenfalls sehr sympathisch wirken. Auf der Gegenseite haben wir dagegen die Organisation Delmos, die Aika das Leben schwer macht. Das Ganze spielt in einem leicht futuristischem Setting, in dem sich große Teile der Welt (und somit auch Japan) unter Wasser befinden. Das ist jedenfalls der Ausgangspunkt für Staffel 1: “AIKa”.

Die Handlung dieser vier Teile zu jeweils 30 Minuten ist recht vernachlässigbar. Alles wirkt ziemlich chaotisch und ein roter Faden ist erst zum Ende hin erkennbar. Unterhaltsamer sind dagegen die Animationen, die sehr viel Spaß machen und recht gut gealtert sind. Aber vor allem die Pantyshots tragen zum Kult der Serie bei. Egal was auf dem Bildschirm passiert, irgendwie gelangt die Kamera, und somit der Blick der Betrachter, immer wieder unter die knappen Röcke und offenbart die Höschen der gut gebauten Damen. Was für ein Fest! Es ist übrigens davon abzuraten daraus ein Trinkspiel zu machen, denn es sind einfach zu viele Höschen. Diese Inflation an Unterwäsche kann man nur mit Humor nehmen und sich einfach trashig unterhalten lassen. Dann macht es am meisten Spaß. Nebenbei gibt es übrigens auch noch die ein oder andere blanke Oberweite.

Die zweite Staffel “New Mission” setzt an der ersten Staffel an und nun nimmt sogar die Story etwas Fahrt auf. In nur drei Teilen wird mehr über die Organisation Delmos verraten und schraubt die Serie den Comedyfaktor etwas höher. Was für ein großer Spaß, in dem die Höschen ebenfalls zu ihrem Recht kommen. Aber auch die Action weiß zu gefallen und nimmt die Zuschauerschaft ordentlich ran.

Ebenfalls ein Kultfaktor ist übrigens die schlechte Synchronisation dieser beiden Staffeln. Das muss man einfach gehört haben. Dialoge und Schauspiel operieren hier weitgehend auf niedrigem Niveau, dagegen sind Stimme und Darbietung von Rion und Rudolf Hagen der Hammer. Einfach mal reinhören.

Die dritte Staffel der Serie ist “AIKa R-16: Virgin Mission” und das Prunkstück der Gesamtausgabe. Die Staffel wurde anlässlich des zehnten Jahrestags von “AIKa” produziert. Der Kniff an der Sache: Die Handlung spielt zehn Jahre vor “AIKa” und zeigt die Heldin somit als Teenagerin. Das ist eine erfrischende Herangehensweise und so kommt auch die Erzählung jugendlicher und frischer daher, ab jetzt sogar als Breitbild. Die Handlung ist sogar konsistent und dreht sich um eine Schatzsuche mit mysteriösem Anstrich. Zeichnungen und Musik legen einen Zahn zu, der Unterhaltungsfaktor steigt und es gelingt den Machern tatsächlich noch mehr Ausblicke auf Höschen unterzubringen. Und auch die Synchronisation ist nun um Klassen besser, was den Unterhaltungsfaktor um einiges steigert. Die drei Episoden dieser Staffel sind eine wahre Freude. Einzig das computeranimierte Meer missfällt, fügt es sich leider nicht harmonisch in die Zeichnungen ein. Es wirkt einfach etwas deplatziert.

Den Abschluss der Gesamtausgabe bildet die Staffel “AIKa Zero”. Tja, was soll man dazu sagen? Die Staffel kommt mit einem kleinen Zeitsprung daher und schließt die Lücke zwischen “AIKa R-16: Virgin Mission” und “AIKa”. Hier zieht Aika los, um verschwundene Mitschülerinnen zu suchen. Und es gibt Tentakeln, die im Off ihre Opfer penetrieren. Auch die Action findet weitgehend außerhalb der Kamera statt. Was wohl ganz gut ist, denn zeichnerisch schmiert diese letzte AIKa-Staffel ab. Neben der flachen Handlung und den mittelmäßigen Zeichnungen, gibt es auch keine deutsche Synchronisation. Fans der Serie müssen sich mit dem deutschen Untertitel zufrieden geben und “AIKa Zero” als Goodie verstehen. Hier Geld für Sprecher zu versenken wäre sicherlich Verschwendung.

Unterm Strich sind drei von vier Staffeln hervorragende Höschenunterhaltung, die großen Spaß machen. Und dafür lohnt sich die Sammelausgabe allemal, ist “Agent AIKa” doch nicht nur ein Guilty Pleasure, sondern auch Kult. Vor allem in der Aufmachung und Präsentation von Nipponart ist “AIKa” umwerfend. Immerhin hat man sich nicht lumpen lassen und ein nettes Paket an Bonusmaterial auf die DVDs gepackt. So gibt es eine zusätzliche Episode, in der Alltagssituationen gezeigt werden, es gibt Hintergrundinformationen und etliche Interviews. Das sollte vor allem Fans der Serie zufrieden stellen.

Obwohl “AIKa” schlüpfrig ist und voll sexueller Anspielungen, und obwohl Höschen mehr zählen als eine gute Story, macht die Serie einfach Laune und verführt ziemlich oft zu einem breiten Grinsen oder leichte Fremdscham – aber stets mit Unterhaltungswert. Deswegen großer Respekt gegenüber Nipponart dieses schlüpfrige Thema aufzugreifen und den Aika-Fans diese tolle “Agent AIKa – Gesamtausgabe” zu bieten. Und wer noch kein Fan ist, sollte trotzdem einmal einen kurzen Blick riskieren.

Copyright © 2018 by Günther Lietz
Bildmaterial © STUDIO FANTASIA, BANDAI VISUAL

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Agent AIKa – Gesamtausgabe auf DVD

Regisseur: Katsuhiko Nishijima
Audioformat: AIKa + AIKa R-16: Deutsch Dolby Digital 5.1, Japanisch Dolby Digital 2.0 AIKa Zero: Japanisch Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Nipponart (AV Visionen)
Erscheinungstermin: 29. Juni 2018
Produktionsjahr: 1997
Laufzeit: ca. 360 Minuten
Umfang: Alle Episoden von Aika in einem 3er DVD Digipack im Novaschuber inkl. exklusivem Poster und Sticker. AIKa: 7 Episoden + Bonusepisode, AIKa R-16: 3 Episoden, AIKa Zero: 3 Episoden, zum ersten mal in Deutschland erhältlich!

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