Der Herrscher über die Weihnachtswelt Waldemar Wilhelm Wichteltod verlangt von seinen Weihnachtsmännern, keine Geschenke mehr zu verteilen. Die Menschen sollen gefälligst dafür bezahlen, der Rubel sollen rollen. Wer sich gegen Wichteltod stellt, dem wird übel mitgespielt. So geht es dann schlussendlich auch dem letzten Weihnachtsmann, Niklas Julebukk. Mit zwei Kobolden und zwei Engeln gelingt es ihm im letzten Augenblick zu fliehen, doch die Häscher sind ihm auf der Spur. Zu allem Unglück stürzt Julebukk dann noch auf die Erde ab.

Hier lernt er Ben kennen, dessen Familie gerade eine schwere Zeit mitmacht und deswegen aus München wegzog. Das neue Umfeld ist für Ben ungewohnt und er hat noch keine Freunde gefunden, da kommt ihm der Weihnachtsmann gerade recht. Die beiden Freunden sich an und Ben beschließt Julebukk zu helfen. Dazu bezieht er schon bald seine Klassenkameradin Charlotte ein, bei der gerade auch vieles schief läuft. Die Freundschaft zu Julebukk wird durch Wichteltod auf eine harte Probe gestellt, denn dieser und seine Armee aus Nussknackersoldaten kommt immer näher und näher…

„Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ ist ein wunderbarer Weihnachtsfilm für die ganze Familie, der zwar mit allerlei Weihnachtszauber daherkommt, dabei aber Kitsch vermeidet. So bekommt man einen wunderbaren Kontrast zwischen irdischer Ernsthaftigkeit und himmlichem Zauber – der allerdings von einem großen Übel überschattet wird: Wichteltod. Allerdings, im Film wirken dieser und seine Leute nicht sehr bedrohlich und können leicht ausgetrickst werden. So können auch die ganz Kleinen gemütlich zuschauen und das Abenteuer miterleben, das auf dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke beruht. Und obwohl es zur Vorlage einige Änderungen gibt, so ist diese liebevolle Umsetzung des Buches rundherum gelungen.

Das liegt nicht nur an der schönen und gleichzeitig spannenden Geschichte, sondern auch an den Figuren und ihren Beziehungen untereinander. Während Julebukks Probleme eher übernatürlicher Art sind, stehen die Kinder und ihre Familien sehr irdischen Problemen gegenüber. Arbeitslosigkeit, Umzug, ein Neuanfang, Trennung, fremd in einem neuen Umgebung, das Risiko einer Selbstständigkeit – hier fällt es dem Zuschauer leicht, sich mit den Erwachsenen oder den Kindern zu identifizieren.

Letztere sind natürlich die Stars des Films, zeigen sie doch große Spielfreude und wirken jederzeit authentisch. Sie beleben gekonnt jede Szene und sorgen trotz des zauberhaften Themas für die nötige Ernsthaftigkeit, die an dem Film so sehr gefällt. Er kommt ohne Kitsch und Klamauk aus, sondern besticht vor allem durch seinen Charme und seine Herzlichkeit. Da macht das Zuschauen große Freude.

Tricktechnisch sieht fast alles hervorragend aus. Allerdings wirken die vollständig animierten Kobolde doch arg künstlich und können ihre Computerherkunft nicht leugnen. Und die Nussknacker sind leider so behäbig, dass sie zu keinem Zeitpunkt bedrohlich wirken. Das merken selbst die Kinder, als sie von den Nussknackersoldaten verfolgt werden. Ben hat hat da einfach die Ruhe weg, und er hat Recht damit. Allerdings, Kindern dürfte das alles nicht auffallen. Im Gegenteil, sie dürften in jeder Szene ordentlich mitfiebern, denn die Geschichte bleibt bis zum Schluss spannend. Und der ist ebenfalls eine runde Sache, denn er löst nicht auf zauberhafte Weise alle Probleme, sondern versöhnt und führt zusammen. Und darauf kommt es doch an Weihnachten an.

Charmant, liebevoll und bodenständig, einfach zauberhaft. 4 von 5 Zuckerstangen mit einem Bonusherz für die liebevolle Umsetzung des literarischen Stoffes.

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Produktionsland: Deutschland (2011)
Länge: 107 Minuten
Altersfreigabe: FSK 0
Regie: Oliver Dieckmann
Drehbuch: Benjamin Biehn, Robin Getrost, Uschi Reich
Produktion: Uschi Reich
Musik: Peter Wolf
Kamera: Alexander Fischerkoesen
Schnitt: Christian Nauheimer

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