Recht kurzweilige Kinderunterhaltung, allerdings mit Erklärungsbedarf. Einige Sachen die in den Raum gestellt werden, sollten sich nicht ins Kinderwissen einbrennen. Unter anderem sollte klargestellt werden, dass die Osterinseln *nicht* die Heimat des Osterhasens sind und mit Ostern nur gemein haben, dass sie an Ostern entdeckt wurden.

Die Story ist ziemlich simpel. Man nehme eine x-beliebige Santa-Claus-Story und ersetzt den Weihnachtsmann durch den Osterhasen. Wenig originell, aber … leider kein „aber“. Es ist wenig originell. Für Kinder kann das trotzdem klappen, die haben noch nicht alles gesehen.

Tricktechnisch gibt es nichts zu meckern, die Sory ist unterm Tannenbaum geklaut und einige der Scherze sind sogar lustig. Jedoch, es mangelt dem Film an Fingerspitzengefühl und an Timing. Mit etwas mehr Biss, hätte es auch für Erwachsene spaßig werden können. Mit etwas weniger Biss, wäre es richtig kindgrecht. So mogelt sich der Film storytechnisch durch die Ostertage und ist wie ein Osterei, dass nur eine Farbe hat (ohne Marmorierung, wohlgemerkt) … also dröge.

Die Darsteller sind zum Vergessen, die Figuren bleiben nicht haften und Kaley Cuoco hat die einzige signifikante weibliche Rolle, die aber absolut überflüssig ist. Wie so vieles, was in dem Film passiert und auch nicht zu Ende gebracht wird. Im Grunde genommen muss der süße Hoppelhase die ganze Show verkaufen.

Zumindest bei der deutschen Synchro kommt etwas mehr Spaß auf: Detlev Buck als machtgeiles Küken Carlos macht einfach Laune und Wolfgang Stumph als leicht sächselnder Osterhase ist der Hammer. Alexander Fehling, der den Hasen E.B. spricht und somit die Hauptrolle, stinkt dagegen leider ab. Seine Kollegen habe einfach viel mehr Style.

Schlussendlich funktioniert der schablonenhafte Film für Kinder ganz gut, aber im Grunde genommen gibt es Besseres.

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Hop – Osterhase oder Superstar?

Originaltitel: Hop
Produktionsland: Vereinigte Staaten (2011)
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 0

Regie: Tim Hill
Drehbuch: Jonathan Aibel & Glenn Berger, Tim Hill, Jon Vitti
Produktion: Michele Imperato Stabile
Musik: Christopher Lennertz
Kamera: Peter Lyons Collister
Schnitt: Peter S. Elliot

Darsteller: James Marsden (Fred O’Hare), Kaley Cuoco (Sam O’Hare), Gary Cole (Henry O’Hare), David Hasselhoff (als er selbst)

Sprechrollen: Russell Brand (EasterBunny), Hank Azaria (Carlos/Phil), Hugh Laurie (EasterBunnys Vater), Django Marsh (junger EasterBunny)

Deutsche Stimmen: Alexander Fehling (E.B.), Wolfgang Stumph (Osterhase), Detlev Buck (Carlos)