Der Klassiker im Abenteurer-Genre schlechthin, bis heute unerreicht und weitgehend gut gealtert.

Geschichtsprofessor Indiana Jones soll im Auftrag des US-Militär-Geheimdienstes die Bundeslade finden, bevor die Nazis das gute Stück in die Hände bekommen. Die Reise führt nach Nepal, wo sich Marion Ravenwood dem Abenteurer anschließt. Dann geht es weiter nach Kairo, anschließend in die verschollene Stadt Tanis und am Ende landen Indy und Marion sogar in Kreta, zu einem furiosen Finale. Bereits die Eingangssequenz in Peru hat es in sich und ist für die Filmwelt durchaus als ikonisch zu betrachten.

Die Geschichte ist zwar recht simpel, aber hervorragend inszeniert. Steven Spielberg lässt vor allem sein Auge fürs Detail erkennen. Zudem sind Action, Dramatik, Humor und Mystik perfekt ausbalanciert. Außerdem beweist Douglas Slocombe, dass er ein Meister der Kamera ist. Die Bilder sind grandios geschossen, die Lichtgestaltung der pure Wahnsinn. Auch die überzeugende darstellerische Leistung macht den Film zu einem unvergesslichen Erlebnis und Meilenstein der Filmgeschichte. Die gelungene Musik von John Williams trägt ihr Übriges dazu bei.

Die deutsche (erste) Synchronisation ist zudem hervorragend, wartet aber mit einem kleinen Kniff auf. So wurde 2009 eine komplette Neufassung vorgenommen, bei der nur Wolfgang Pampel (Indiana Jones) und Morgens von Gadow (Dr. Marcus Brody) als Sprecher beibehalten wurden. Hierbei gilt die Erstfassung als gelunger – was auch stimmt.

Desweiteren hat sich zudem Regisseur Steven Soderbergh 2014 des Films angenommen und eine schwarzweiße Stummfilmfassung vorgenommen die beeindruckend zeigt, wie exzellent bereits das Ausgangsmaterial war, so dass auch die Soderberghfassung beeindruckt. Ganz ohne Worte und trotzdem spannend und packend. Anhand des Lichts und der Gestik werden bereits Spannung, Dramatik und Motivation erzielt. Leider hat Soderbergh den Film mit neuer, moderner Musik unterlegt. Klassisches Klavier oder gar die Originalfilmmusik würden diesem besondere Filmerlebnis sicherlich besser stehen.

„Jäger des verlorenen Schatzes“ ist ein Klassiker, der sich zurecht in der Popkultur niederschlägt und deswegen oft referenziert wird. Auch heute noch schaue ich mir den Film regelmäßig an, fühle mich grandios unterhalten und exzellent bespaßt. Alleine wegen diesem Film hat Herr Steven Spielberg bei mir einen großen Stein im Brett.

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Bildmaterial (c) Paramount Pictures

Steven Soderberghs „Raiders“

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Jäger des verlorenen Schatzes
Originaltitel: Raiders of the Lost Ark

Produktionsland: USA (1981)
Länge: 111 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16

Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: George Lucas (Story), Philip Kaufman (Story), Lawrence Kasdan
Produktion: Frank Marshall
Musik: John Williams
Kamera: Douglas Slocombe
Schnitt: Michael Kahn

Harrison Ford (Dr. Henry „Indiana“ Jones), Karen Allen (Marion Ravenwood), Paul Freeman (Dr. René Belloq), Ronald Lacey (Major Arnold Toht), John Rhys-Davies (Sallah), Denholm Elliott (Dr. Marcus Brody)