Mit „The Royals“ schickte der Spartensender E! 2015 seine erste eigenproduzierte Serie auf die Straßen der Fernsehlandschaft. Hierzu muss man wissen, dass sich E! vor allem dem ShowBiz verschrieben hat und damit den Boulevard und die Yellow Press auf den Bildschirm holt. Dementsprechend ist auch „The Royals“ zu bewerten. Es bleibt allerdings die Frage, in was für eine Richtung das Pendel ausschlägt.

Denn, überraschenderweise, ist „The Royals“ ziemlich unterhaltsam. Und das, obwohl die Story recht hanebüchen und an Trivialität erst einmal kaum zu überbieten ist. Allerdings: Nur erst einmal!

In „The Royals“ dreht sich alles um die britische Königsfamilie. Natürlich handelt es sich um eine fiktive Konstellation, aber die Figuren sind eindeutig am realen Königshaus angelehnt. Wer sich ein wenig mit den wahren Royals auskennt, der wird in der ein oder anderen Figur eine bekannte Persönlichkeit wiedererkennen. Das alleine macht die Serie bereits ziemlich reizvoll. Aber das ist nur der Anfang.

Denn „The Royals“ zeigt die Königliche Familie, wie sie sich die Klatschpresse wünscht und ausmalt. Hier sind die Verfehlungen, Fettnäpfchen, Dramen und Intrigen keine Erfindung der Regenbogenpresse, hier sind sie wahrhaftig. Und das ist, satirisch gesehen, natürlich sehr unterhaltsam.

Bereits der Anfang der Serie ist an überzogenem Drama kaum zu übertreffen. Da stirbt der älteste Sohn des Königs und somit rückt sein jüngerer Bruder in der Thronfolge nach. Allerdings ist dieser kaum geeignet um seinen Vater später einmal nachzufolgen. Ganz im Gegenteil, hat er sich doch in eine nicht standesgemäße Halb-Amerikanerin verliebt. Deren Vater wiederum zukünftiger Leiter des Sicherheitsdienstes ist. Dazu eine intrigante Königin (gespielt von der wunderbaren Elizabeth Hurley) und der ganze restliche Hofstaat. Sie allesamt agieren in einem Stück, dass William Shakespeares „Hamlet“ entsprungen ist.

So friedlich und brav die Vorbilder aus London sind, so böse und unartig geben sich die Bildschirmblaublüter. Kein menschliches Bedürfnis ist ihnen fremd und sie verstehen es gekonnt, diese auch zu befriedigen. Der ein oder andere Skandal ist natürlich vorprogrammiert. Sehr zum Glück und Vergnügen der Zuschauer.

Dabei stand es vor allem zu Anfang eher schlecht um „The Royals“. Die Musik in den ersten Folgen zu aufdringlich, das Spektakel bunt und poppig, die Figuren zu überzeichnet. Allerdings, irgendwann findet die Serie ihr Fahrwasser und damit auch die Verlängerung. Bereits zwei Staffeln sind abgedreht (zu finden unter anderem bei Maxdome im Stream), eine dritte Staffel wurde bereits bestellt. Zum Glück, muss man sagen, denn irgendwann wachsen einem die großen und kleinen Dramen einfach ans Herz.

Das liegt unter anderem auch an den Darstellern der Serie. Mit Elizabeth Hurley als Königin Helena kann sich die Serie mit einem sehr bekannten Namen schmücken, aber William Moseley (als Prinz Liam) muss sich nicht hinter ihr verstecken, gab er in der Narnia-Trilogie doch den Jungen Peter zum besten, auch bekannt als Prinz Peter. Die königliche Darstellung scheint dem nun erwachsenen Moseley wohl zu liegen. Aber auch Alexandra Park (als Prinzessin Eleanor), weiß zu überzeugen. Hat sie sich doch ihre Sporen bereits in der TV-Serie „Elephant Princess“ verdient – dort allerdings eher als unterstützende Freundin der Hauptrolle.

Die Idee von Drehbuchautor und Fernsehregisseur Mark Schwahn ist jedenfalls ein Volltreffer. Und wenn von den Machern auch gerne behauptet wird die Personen seien allesamt frei erfunden, so gibt es doch zu viele Ähnlichkeiten und Anekdoten, die auf die Windsors zutreffen (könnten).

Für den Zuschauer bleibt jedenfalls ein großartiger Spaß. Schöne Menschen, schöne Kostüme (manchmal auch die Abwesenheit davon), Humor, viel Drama und der Kick, hinter die Kulissen einer Königsfamilie zu blicken – das macht einfach großen Spaß.

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