FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 82 Minuten

Regie: Patrick Creadon
Darsteller: Will Shortz, Merl Reagle, Jon Stewart

Produktion: USA 2006
Produktionsfirmen: Senator Films, IFC Films, The Weinstein Company & O’Malley Creadon Productions
Produzent: Christine O’Malley

„Wordplay“ ist eine unterhaltsame Dokumentation über das Phänomen Kreuzworträtsel. Allerdings dreht sich alles um das Rätsel der berühmten Zeitung „New York Times“ und ist dementsprechend auf den us-amerikanischen Markt zugeschnitten. Trotzdem ist die Dokumentation recht sehenswert, allerdings stellt sich nur bedingt Begeisterung ein.

Wie bereits geschrieben, dreht sich alles um das Kreuzworträtsel der „New York Times“ (auch „Crossword Puzzle“ genannt) und den Kopf dahinter: Will Shortz. Dieser veranstaltet jährlich in Stamford das „American Crossword Puzzle Tournament“ und in „Wordplay“ werden sechs Teilnehmer des Turniers begleitet. Es handelt sich bei diesen Leuten um recht verschiedene Menschen, die durch ihr gemeinsames Hobby miteinander verbunden sind und ein Stück ihres Lebens von der Kamera begleitet werden – natürlich immer das Rätsel im Fokus.

Die kleinen Geschichten sind humorvoll und spannend inszeniert. Der Zuschauer baut schnell eine Bindung zu einer der vorgestellten Persönlichkeiten auf, die sich doch erheblich unterscheiden. Jedem drückt man im Grunde genommen die Daumen, doch gibt es für jeden halt einen Favoriten, der den Sieg sicherlich mehr als alle anderen verdient hat.

Regisseur Patrick Creadon lässt allerdings auch die Macher der Crossword Puzzles zu Wort kommen. Allen voran Will Shortz, aber auch andere Schreiberlinge nehmen erklärend Stellung. Nebenbei werden auch prominente Menschen vorgestellt, die ebenfalls Freude am ausfüllen der – manchmal recht kniffeligen – Leerkästchen haben. Unter anderem Bill Clinton oder auch Bob Dole. Das ist nur ein wenig des Hintergrundwissen, das nebenbei vermittelt wird. So lernt der Zuschauer recht unterhaltsam, dass die Rätsel in der „New York Times“ Montags recht einfach sind und zum Wochenende hin schwerer werden. Auch die Konstruktion der Rätsel wird einem nahe gebracht. Allerdings sollte man stets im Hinterkopf behalten, dass es sich um die USA handelt. Wie die Kreuzworträtsel-Gemeinde in Deutschland oder International aussieht, ist zu keinem Zeitpunkt Thema der Dokumentation. Schade.

Davon unbeachtet verfolgt man nun die Protagonisten des Films, bis hin zum großen Turnier. Es sollte kaum überraschen, dass sich dort auch ausgeflippte Leute wiederfinden, die neben bodenständigen Gesellen brav ihr Rätsel lösen. Dabei gilt: Schnell und fehlerfrei muss es sein! Und nach einem dramatischen Finale steht auch schon der Sieger fest.

„Wordplay“ ist ein unterhaltsamer Ausflug in die us-amerikanische Rätselkultur, wirkt aber manchmal wie ein kleiner Werbefilm für die „New York Times“. Trotzdem ist der Unterhaltungswert sehr groß – falls man sich für seine Weltnachbarn interessiert und mal sehen möchte, was diese so treiben.

Besonders gelungen ist übrigens die deutsche Umsetzung, Die Sprecher fangen den unbeschwerten Stil der Dokumentation fabelhaft ein und es gelingt sogar ziemlich gut die vorgestellten Rätsel und Wortspiele ins Deutsche zu übertragen. Hier wurde richtig gute Arbeit geleistet.

Trotz allem bleibt „Wordplay“ eine Nischendokumentation, da sie einfach zu speziell ist und auf dem deutschen Markt kaum Anklang finden dürfte. Immerhin sollte man sich mit Kreuzworträtseln auskennen, gut amerikanisches Englisch sprechen, Interesse an den USA haben und mit dem Crossword Puzzle der „New York Times“ vertraut sein. Dann, und auch nur dann, entfaltet „Wordplay“ sein ganzes Potenzial.

(c) 2008 by Günther Lietz

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Wordplay