Mulan – Legende einer Kriegerin

China (2009)
Regie: Jingle Ma
Drehbuch: Ting Zhang
Produktion: Guangcheng Song, Zhe Wang
Darsteller: Vicky Zhao Wei, Jaycee Chan, Kun Chen

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 28. September 2010
Spieldauer: 113 Minuten
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Mandarin DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Making of, Behind the Scenes, Interview, Trailer

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Durch den Disney-Streifen „Mulan“ wurde das chinesische Volksgedicht um die Kriegerin Hua Mulan 1998 auch in unseren Breiten bekannt. Mit „Mulan – Legende einer Kriegerin“ drehte Regisseur Jingle Ma einen Realfilm, der die Thematik ebenfalls aufgreift.

Als die Barbaren in Nordchina einfallen, ruft der Kaiser alle verfügbaren Männer zu den Waffen. Mulan, ein junges Mädchen, hat Angst um ihren kranken Vater. Da sie aus einem Kriegerhaushalt kommt und in der Kampfkunst ausgebildet wurde, beschließt Mulan an dessen Stelle in den Krieg zu ziehen. Natürlich als Mann verkleidet, denn Frauen ist der Kriegsdienst verboten.

Mulan verdient sich schnell den Respekt ihrer Kameraden. Durch taktisches Geschick und mutige Taten wird sie rasch befördert. Nur die Liebe macht ihr einen Strich durch die Rechnung, was zu einer fatalen Fehlentscheidung führt. Doch Mulan lernt aus ihren Fehlern und ist schlussendlich der oberste General des Kaiserreichs, als die Barbarenhorden vereint angreifen. Mulan fasst einen wagemutigen und gefährlichen Entschluss …

Jingle Ma hat in der Vergangenheit mehr mit romantischen, verspielten und zugleich kargen Filmen von sich hören lassen, denen zudem kein großer Erfolg beschieden war. Mit „Mulan – Legende einer Kriegerin“ wendet er sich nun dem ernsten Actionfilm zu und skizziert gleichzeitig ein Liebesdrama. Im Mittelpunkt des Films steht dabei natürlich Hua Mulan, die von Vicky Zhao Wei („Wächter über Himmel und Erde“, „Shaolin Kickers“) gespielt wird.

Der Film erzählt im Grunde zwei Geschichten, die eng miteinander verbunden sind. Da wäre erst einmal die historische Geschichte, der Kampf gegen die Barbaren, die Schlachten und das Ringen um Macht und Einfluss. Jingle Ma setzt die Thematik gut um, beißt sich aber an bekannten Bildern fest. Dazu gehören der obligatorische Pfeilhagel, zu Tode stürzende Pferde und massenweise Soldaten, die ineinanderlaufen. Das alles gehört zwar zu einem Film mit Schlachten dazu, aber das alles ist auch schon aus vielen anderen Filmen bekannt. Es ist heutzutage langweiliger Standard. An sich kein Problem, aber der Regisseur unterlässt es die altbackenen Szenen mit neuen Einfällen aufzuwerten. Somit bleibt die übliche Durchschnittskost.

Diese wird verwoben mit dem Drama um Hua Mulan, die ihren Vater beschützen will, ihre große Liebe kennenlernt und schlussendlich zu sich selbst findet. Auch hier wirkt die Inszenierung altbacken und bieder, was zum Teil auch dem Moral- und Ehrvorstellungen des chinesischen Publikums geschuldet ist. Das bedeutet etwas andere Erzählstrukturen und Schwerpunkte. Dennoch, hier hätte mehr Elan eingesetzt werden müssen, mangelt es dem Film an Ideen und wirkt die Sache ziemlich prüde, farblos und staubig. Das es auch anders geht, beweisen Filme wie „Tiger & Dragon“ und auch „Red Cliff“. In letzterem Film agierte übrigens Vicky Zhao Wei sehr überzeugend.

Mit „Mulan – Legende einer Kriegerin“ präsentiert Jingle Man einen sauber gedrehten Film, der einer klaren Linie folgt und ohne Überraschung auskommt. Eher und Selbstaufopferung spielen dabei eine große Rolle, ebenso das Drama um die Person Hua Mulan. Der Film ist gut anzusehen, bietet kurzweilige und auch spannende Unterhaltung, kommt aber auch ohne Nachwirkung daher.

Die DVD-Fassung ist nett gemacht. Dank eines Wendecovers verschwindet das grüne FSK-Logo schnell nach Innen. Ton und Bildqualität wissen zu gefallen. Das gilt auch für die deutsche Synchronisation, aber es werden auch keine Höchstleistungen verlangt. Die Dialoge des Films bieten nur wenig Raum für Spielereien. Als Bonusmaterial gibt es nur den üblichen Standard: Making of, Behind the Scenes, Interview und Trailer. Ebenfalls nett gemacht, aber kein Kracher, der besondere Informationen offenbart oder spektakuläre Einblicke gewährt.

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