The Fire Dragon Chronicles

Regisseur: Steve Shimek
Darsteller: Brad Johnson, Newell Alexander, Kelly Stables, Maclain Nelson, Erik Denton

Format: DTS, PAL, Widescreen, Surround Sound, Untertitelt
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: KSM GmbH
Produktion: USA 2008
Spieldauer: 94 Minuten

Bonusmaterial: Behind the Scenes (in engl. Sprache mit dt. UT), Interview mit dem Animationsdesigner (in engl. Sprache mit dt. UT), Interview mit den Schauspielern (in engl. Sprache mit dt. UT), Trailer, Biografien, Bildergalerie

http://www.dragonhunterthemovie.com

Die Brüder Darius (Erik Denton) und Kendrick (Maclain Nelson) schlagen sich seit dem Tod ihrer Eltern alleine durchs Leben. Darius ist ein starker und gewandter Krieger, der sich dem Kampf gegen Drachen verschworen hat. Das denkt jedenfalls Kendrick. Nach dem Angriff eines Drachen ändert Darius jedoch seine Pläne und zieht – allen Warnungen zum Trotz – nach Westen. Unterwegs treffen sie auf eine kleine Gruppe, die sich den beiden Brüdern anschließt. Am Ziel angelangt erfährt Kendrick von seiner Bestimmung …

Die Geschichte ist schnell erzählt und bietet keine großen Überraschungen. Der Film ist entsprechend vorhersehbar, wartet aber trotzdem mit einigen unerwarteten Wendungen auf. Die liegen vor allem in den motivationslosen Plotänderungen begründet. Die Handlung dreht sich halt wie ein Fähnchen im Wind. Glücklicherweise folgt Regisseur Steve Shimek trotzdem einem roten Faden. Der führt am Ende des Films zu einem waschechten Drachenjäger.

Vorhersehbarkeit muss nun kein echter Mangel sein, führt in „The Fire Dragon Chronicles“ allerdings zu einem großen Maß an Langeweile. Dieser kann durch eine stimmige Inszenierung entgegengewirkt werden, aber auch da patzt der Film – vor allem im Bereich der Spezialeffekte. Diese sind einfach billig und lassen keine echte Fantasystimmung aufkommen. Shimek hat offenbar keine Ahnung von seiner Arbeit und verheizt gnadenlos die wenigen guten Darsteller die ihm zur Verfügung stehen.

Neben den Spezialeffekten, die problemlos als Computeranimation zu erkennen sind – und heutzutage von manch Hobbyisten besser umgesetzt werden – wirken auch die Kampfszenen plump. Sie sind zudem äußerst langsam und haben keine Dynamik. Auch die Maske patzt streckenweise, vor allem im Bereich der Brandverletzungen. In einem Film, der als Thema den Kampf gegen feuerspeiende Drachen hat, sorgen diese Mängel für unfreiwillige Komik.

Im Grunde stapft eine Gruppe Schauspieler durch den Wald, führt hölzerne Dialoge und müht sich mit einer minderwertigen Tricktechnik ab. Glücklicherweise gibt es dennoch einige lichte Augenblicke in dem drögen Fantasystreifen. So verfügen einige Darsteller tatsächlich über Talent und wissen zu unterhalten. Weniger in den wackligen Kampfszenen, aber mehr im zwischenmenschlichen Bereich.

So gibt es einmal die Verbindung zwischen den Brüdern Darius und Kendrick. Darius spielt den Ersatzvater und fällt Entscheidungen, die Kendrick kaum nachvollziehen kann. Dieser wächst langsam zu einem echten Kämpfer heran und verdient sich den Respekt seines Bruders. Erik Dentons (Darius) und Maclain Nelsons (Kendrick) Spiel ist zeitweise sehr überzeugend und lässt die Möglichkeiten aufblitzen, die Shimek nur hätte wahrnehmen müssen.

Heimlicher Star des Films ist jedoch Kelly Stables, die als Elfe Raya mitspielt. Dabei tritt sie sehr überzeugend auf. Selbst ihre Kampfszenen wirken unterhaltsam, ebenso die wenigen Spezialeffekte, die mit der Rolle in Verbindung stehen. Im Zusammenspiel mit Erik Denton gelingt es Stables sogar Emotionen zu transportieren und verhindert, dass der Film gänzlich aus dem Ruder läuft. Trotzdem sollten nur die größten Fantasy-Fans die Scheibe einlegen.

Auch die Qualität der Blu-ray lässt zu wünschen übrig. Das Bild ist oft grobkörnig und die Tricks sind noch offensichtlicher. Die Klangeffekte hämmern zwar gut aus den Boxen, aber die Stimmen sind etwas zu leise und müssen manuell angepasst werden, ansonsten gehen sie im Sound unter. Die Synchronisation ist dagegen akzeptabel.

Besonders ärgerlich ist jedoch der Umstand, dass es während dem Film unmöglich ist bequem ins Menü zurückzukommen. Das Bonusmaterial ist eher dürftig zu nennen, hat nur die übliches Hintergrundberichte und Featurettes, die zusammengenommen ein kleines Making of ergeben würden. Witzig sind hier übrigens die Kommentare des Computerspezialisten, der sich für die Animation des Drachen verantwortlich zeigt. Der Mann ist tatsächlich von der angeblich hohen Qualität seiner Arbeit überzeugt und wird als Animationsdesigner bezeichnet. Wenigstens gibt es ein Wendecover.

„The Fire Dragon Chronicles“ ist ein billig zusammengekloppter Fantasyfilm, der leider nur die hartgesottenen Fans anspricht. Es gibt einige gute Augenblicke, aber die sind sehr selten.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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