Tsubasa Chronicle, Box 1 (von 3)

Regie: Kôichi Mashimo:
Tsubasa Kuronikuro, Episoden 1 – 9, Japan, 2005
Vorlage: gleichnamige Manga-Serie „Tsubasa Reservoir Chronicle“ von Clamp, erscheint bei EMA, Köln
Anime Virtual/AV Visionen, Berlin, 25.09.2006
2 DVDs im Disc-Set auf Displays in aufklappbarer Pappbox im offenen Schuber, Anime, Fantasy Lauflänge: ca. 225 Min. (9 Episoden à 25 Min.), gesehen 1/09 für ca. EUR 50.-
Extras: 36-seitiges vollfarbiges Hardcover-Booklet
Altersfreigabe/FSK: 12
Bildformat: 4:3, PAL; Regionalcode RC 2
Sprachen/Tonformat: Japanisch, Deutsch, Französisch (DD 2.0)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Polnisch
Dialogbuch: Hiroyuki Kawasaki, Künstlerische Leitung: Shin Watanabe
Musik: Yuki Kajiura

www.anime-virtual.de
www.clamp-net.com/
http://www3.nhk.or.jp/anime/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/works/tsubasa/
www.shonenmagazine.com/tsubasa_tokyo/
http://kc.kodansha.co.jp/tsubaholi/
http://funimation.com/yuko/

Die Künstlerinnengruppe Clamp gehört seit vielen Jahren zu den Stars der japanischen MangaSzene, da sie immer gewusst haben, wie mit der Zeit zu gehen ist, und mittlerweile können sie auf ein umfangreiches Gesamtwerk zurückblicken. So ist ihr Name schon allein der Garant für hohe Absatzzahlen, und das nicht nur im Manga-Bereich.

Zum fünfzehnten Jahrestag ihres Bestehens entschlossen sie sich, eine Serie zu gestalten, in der sie möglichst viele ihrer bisherigen Welten und Figuren auftauchen lassen wollten. Und was passte besser als eine Fantasy-Geschichte über eine Suche, die durch viele Länder und Dimensionen führt, um eine Prinzessin zu retten? So entstand die Idee zu „Tsubasa Reservoir Chronicle“, die schon bald in eine Comic-Geschichte umgesetzt wurde, die nur mit wenig Verzögerung auch in Deutschland veröffentlicht wird.

Und nicht nur das: Bereits die ersten Bände der inzwischen über zwanzig Taschenbücher umfassenden Manga-Serie wurden im Jahr 2005 zur Grundlage einer erfolgreichen 26-teiligen Fernsehserie, die im Jahr 2007 mit einer zweiten Staffel fortgesetzt wurde.

Anime Virtual gibt die erste Staffel der Serie nun in drei edel gestalteten Boxen heraus. Jeweils zwei DVDs mit 8 – 9 Folgen stecken auf einem aufklappbaren Display. Dazu kommt ein vollfarbiges Hardcover-Booklet, in dem man Informationen zu den Ländern und Figuren erhält, die in den entsprechenden Folgen auftreten und für die Helden eine wichtigere Rollen spielen.

Alles beginnt im geheimnisvollen Land Clow. Dort hat sich zwischen der jungen Prinzessin Sakura und Shaolan, dem Adoptiv-Sohn eines Archäologen, über Jahre hinweg eine tiefe und innige Freundschaft entwickelt, auch wenn es die Standesgrenzen verbieten, dass sie jemals enger zusammen kommen können. Aber das hat die beiden jungen Menschen bisher nicht gestört, da es nicht wichtig war.

Doch nun werden sie langsam erwachsen, und einiges beginnt, sich zwischen ihnen zu verändern. Nach dem Tode seines Vaters übernimmt der junge Mann die Aufsicht an den Ausgrabungen geheimnisvoller Ruinen und hat so noch weniger Gelegenheit, sich mit der jungen Prinzessin zu treffen.

Das ist Touya, dem neuen König des Landes, auch ganz recht, denn er traut Shaolan nicht und möchte auch nicht, dass sich seine Schwester überhaupt noch mit dem jungen Archäologen trifft. Das will Sakura aber nicht gelten lassen, denn sie ist sich mittlerweile darüber klar geworden, dass sie Shaolan über alles liebt.

Als sie ihm diese Wahrheit gestehen will, geschieht das Unfassbare: Plötzlich beginnt sie sich zu verwandeln. Aus ihren Schultern sprießen Flügel, und deren Federn fliegen in alle Richtungen davon. Als der Spuk vorbei ist, versinkt sie in eine tiefe Ohnmacht, aus der sie weder Medizin noch Magie noch Gebete an die Götter holen können.

Schon bald wird deutlich, dass sie durch diesen ungewöhnlichen Zauber ihr inneres Wesen, ihre Erinnerungen, verloren hat. Weil er sich für schuldig hält, beschließt Shaolan, zu einer Reise ins Ungewisse aufzubrechen und sie zu retten.

Dazu verlässt er das Land Clow durch ein magisches Tor und gelangt in das Japan unserer Tage. Dort erwartet ihn schon Yuki, die geheimnisvolle Hexe der Zeit und erklärt ihm, was geschehen ist. Sie bietet ihm für einen hohen Preis ihre Hilfe an. Er soll die Möglichkeit erhalten, die Federn der Erinnerungen wieder einzusammeln, aber dafür wird sich das Mädchen nie mehr an ihn und ihre gemeinsamen Gefühle erinnern.

Shaolan ist, ohne zu zögern, dazu bereit, den Preis zu zahlen. Damit er nicht ganz alleine ist, stellt ihm Yuki zwei ungewöhnliche Gefährten zur Seite. Der eine ist Kurogane, ein kampfeslustiger Ninja, der von seiner Herrin weggeschickt wird, um mehr über die wahren Formen von Stärke und Kraft zu lernen, der andere ist Fye, ein geheimnisvoller Magier, der die Zustände in seinem Heimatland nicht länger ertragen konnte. Das geheimnisvolle, aber niedliche Wesen Mokona öffnet den Gefährten die Wege in neue Dimensionen.

Schon die erste Welt – das Land Hanshin -, in die sie gelangen, hat es in sich. Nicht nur, dass Sakuras Feder der Erinnerung zwar zu spüren, aber nur schwer zu finden ist, sie bekommen es auch mit Straßenbanden zu tun und einer geheimnisvollen Gegnerin, die die innere Kraft ihrer Seele austesten will. Diese manifestiert sich in der Stärke ihrer persönlichen Schutzgeister.

Die Helden haben eine Menge Arbeit, um Sakura und sich selber nicht zwischen die Fronten geraten zu lassen, und können nur mit Mühe ihr eigentliches Ziel verfolgen. Und welche Rolle spielt dann auch noch der ungeschickte Masayoshi in dem ganzen Drama, der ihnen doch nur helfen möchte?

Wer die Mangas und darauf beruhenden Animes von Clamp kennt, wird sicherlich sehr schnell erkennen, dass Sakura und Shaolan bereits in „Card Captor Sakura“ die Hauptrollen inne hatten. Und damals wie heute sind sie die vom Schicksal Getriebenen, die diesmal nicht entflohene Tarot-Karten sondern magische Federn wieder finden müssen. Das bietet den idealen Auftakt für eine Quest, die sie in alle möglichen Welten führt und immer wieder in neue Abenteuer stürzt.

Interessanterweise sind die Figuren im Anime besser zu erkennen als im Manga. Auch wenn sich der Zeichenstil von Clamp verändert hat, so hat man bei der Fernsehserie doch dafür gesorgt, stilistisch einen Mittelweg zu gehen. Mit den früheren Figuren haben die jetzigen Helden allerdings wenig gemein; nur noch Grundzüge des ehemaligen Charakters sind übrig geblieben, der Rest passt sich der neuen Geschichte an. Das trifft auch auf die Nebenfiguren zu, die in den Folgen immer wieder auftreten und ähnlich gestaltet wurden.

Aber auch wenn man sonst nichts von Clamp kennt, hat man keine Probleme, der Serie zu folgen. Die Zitate sind eher verhalten und ordnen sich der eigentlichen Handlung unter, die dem klassischen Muster der Quest folgt, ansprechend und spannend umgesetzt ist. Da man sich mehrere Folgen Zeit für ein Land lässt, arten die einzelnen Geschichten nicht in reine Actionspektakel aus.

Es gibt auch viele ruhige Begegnungen, in denen man das Land und die Leute schrittweise näher kennen lernt und mit jeder Episode eine Facette, ein Mosaiksteinchen mehr erfährt, das zum Verständnis des Showdowns wichtig wird.

Natürlich müssen sich Shaolan, Fye und Kurogane auch immer wieder bewähren. Dabei lösen sie ihre Kämpfe aber immerhin meistens nicht mit Gewalt. Heraus kommt eine bunte Mischung aus Fantasy und Abenteuer, Romantik und Action, die sich alles in allem sehen lassen kann.

Die Umsetzung ist mehr als gelungen, Animation und Detailreichtum wissen zu gefallen, ebenso wie die Figuren. Die Farben sind harmonisch, das Bild ist klar und der Ton gut verständlich. Die Übersetzung ist auch sehr nahe am Original, so dass kein Wunsch offen bleibt. Die Extras kann man dank des liebevoll gestalteten Booklets zufrieden stellend nennen, wenn auch nicht überragend.

Mit der ersten Box von „Tsubasa Chronicle“ erhält man somit den Auftakt einer gelungenen Fantasy-Serie für Jung und Alt, die durch ihre Mischung aus Action, Humor und Romantik keinen Wunsch offen lässt. (CS)

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