Witchblade – Vol. 01

FSK: ab 16 Jahre
Laufzeit: 100 Minuten

Regie: Yoshimitsu Ohashi
Sprecher: Kordula Leisse, Kirstin Hesse, René Dawn-Claude

Produktion: Japan 2006
Produktionsfirmen: CBC, SKY Perfect Well Think, GDH
Animationsstudio: GONZO

Basierend auf der erfolgreichen Comic-Reihe „Witchblade“ – aus dem Hause Top Cow – kreierte das erfolgreiche Studio Gonzo diesen Anime. Dabei hat die Handlung nur noch wenige Berührungspunkte mit dem Original – doch niemand sagte, dass die Witchblade keine Reise nach Japan unternehmen dürfte.

Und so gerät diese magische Waffe in die Hände von Masane Amaha, einer jungen Frau und Mutter, die sich gegen ihren Willen mit der Witchblade auseinandersetzen muss. Dabei begreift Masane diese Waffe weniger als einen Segen, sondern mehr als einen Fluch.

Den Einstieg in die Serie aus dem Hause PaniniVideo macht die Episode „Beginn“. Sechs Jahre nach dem ein schweres Erdbeben Teile von Tokio verwüstete, kehrt Masane Amaha mit ihrer kleinen Tochter Rihoko in die Stadt zurück. Sie möchte ein neues Leben beginnen. Gleichzeitig ist sie vor der Kinderfürsorge auf der Flucht, die der NSWF (National Scientific Welfare Foundation) unterstellt ist. Doch die Kinderfürsorge erwischt die kleine Familie und setzt Masane unter Druck. Die Situation eskaliert und die junge Mutter sitzt kurz darauf im Gefängnis, wo plötzliche ihre seltsame Tätowierung zur mysteriösen Witchblade erwacht …

Die erste Episode einer neuen Serie beschäftigt sich naturgemäß mit der Einführung der Hauptfiguren. Auch „Witchblade“ bildet hier keine Ausnahme. Vor allem das Geheimnis um Masanes Tätowierung und die Gefährlichkeit der Gegner stehen im Mittelpunkt, doch es wird auch deutlich, dass Masane tatsächlich mit der Erziehung Rihokos überfordert ist. Das spiegelt sich vor allem darin wieder, das Rihoko ihre geliebte Mama regelrecht bemuttert.

In „Zweifel”, der zweiten Episode dieser DVD, vertiefen sich die jeweiligen Beziehungen, die Masane und Rihoko eingegangen sind. Masane gerät an Douji Industries, einem Weltkonzern, der von Direktor Takayama geführt wird. Takayama und sein Sekretär Seagawa zwängen Masane regelrecht einen Handel auf. In der Zwischenzeit flieht Rihoko aus „Marry’s Gallery“, einem kleinen Café, wo sie der junge Journalist Tozawa unterbrachte. Doch auch der Vorsitzende der NSWF kommt ins Spiel: Tasuoki Furumizu, den die Heimkinder nur liebevoll Vater nennen. Auch er scheint ein Interesse an der Witchblade zu haben, die Masane nun als Armreif trägt.

Die Geschichte schlägt jetzt eine etwas härtere Gangart ein. Traten zuvor primär Masanes körperliche Attribute in der Vordergrund – pralle Brüste und ein knackiger Po, die stets gerne gezeigt werden – so kommt nun auch ihr starker Wille zum Vorschein, den auch Rihoko besitzt.

Masane beweist in „Widerstand“ ihren Wert für Douji Industries. Sie erfährt von den X-cons, gefährlichen Mechas, von denen beim großen Beben viele defekte Exemplare verloren gingen und die Jagd auf Menschen machen – und die Witchblade ist in der Lage diese X-cons auszuschalten …

Ist Masane in ihrer normalen Gestalt schon sexy, so sieht man sie in ihrer Kämpfermontur nun mal genauer und kann nur sagen: Heiß! Pralle Titten und ein dicker Arsch, hineingezwängt in einen Hauch aus Nichts. Was auf den ersten Blick unlogisch scheint, ist auf den zweiten Blick doch genau das, was man sich als Zuschauer wünscht: Eine klasse Story, viel Action und noch mehr Erotik.

Mit „Bewegung“ schließt die DVD ab. Masane und Rihoko haben sich endlich wiedergefunden. Die beiden sind auf der Suche nach einer Wohnung, was sich als schwierig erweist. Doch Rihoko hat eine wunderbare Idee. Währenddessen schlägt sich Masane weiter mit den X-cons herum, was auch die Aufmerksamkeit der NSWF auf sich zieht. Und plötzlich tauchen weitere Spielerinnen auf dem Feld auf …

Kaum hat man ein paar Antworten bekommen und die Wogen scheinen etwas geglättet, da bricht ein neuer Wirbelsturm los. Auch die Verwicklungen von „Vater“ Tasuoki Furumizu treten immer deutlicher zutage und sorgen für Spannung.

Die Story der Witchblade ist spannend und actionreich. Der Stil weiß zu gefallen, prägt sich ein und setzt den Fokus auf Masane und ihre körperlichen Attribute, die mittels den eindruckvollen Zeichnungen gut zur Geltung kommen. Aber auch die anderen Figuren und die Kulissen sind gelungen in Szene gesetzt. Dazu kommt auch eine Prise Humor, denn manchmal muss man der ein oder anderen Situation wegen einfach schmunzeln, ebenso wie es traurige und nachdenkliche Momente gibt. Allerdings wird emotional noch etwas tief gestapelt.

Die Vertonung ist durchweg gelungen. Passende Stimmen und weitgehende Lippensynchronisation wissen zu überzeugen, auch die Klangkulisse ist – obwohl leicht spartanisch – gut umgesetzt.

Bei den Extra wurde leider gespart. Trailer und ein Musikclip sind eher laue Alibi-Extras. Informativer und ein echtes Glanzlicht ist dagegen das Interview mit Mariko Noto, der japanischen Stimme von Masane. Schade, dass es kein Interview mit der deutschen Stimme gibt.

„Witchblade – Vol. 01“ ist ein gelungener Auftakt zur Serie und macht Lust auf mehr. Empfehlenswert!

(Günther Lietz)

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Witchblade – Vol. 01