Thomas Behrend & Birgit Peters
Expeditionen ins Tierreich 6 – Abenteuer Ozean: Unter Weißen Haien
Euro Video, Ismaning, 26.4.2007
Spieldauer ca. 135 min.
www.eurovideo.de/

(Da aus diesem Set nur eine DVD vorliegt, kann auch nur diese eine beurteilt werden.)

Vor dem Kap der Guten Hoffnung liegen einige kleine Inseln, deren ‚Einwohner’ aus Seebären und Tölpeln bestehen. Um diese Inseln herum gibt es die wohl größten Populationen von Weißen Haien auf der ganzen Welt. Das Team um den Meeresforscher Thomas Behrend will wissen, was es mit der steigenden Zahl der Angriffe auf Menschen auf sich hat.

Selbst die ARD lernt ganz allmählich dazu. Statt 45 Minuten trockenen Wissensaustausch kommt diese Dokumentation wirklich modern mit Hintergrundmusik und einigen Informationen über das Tauch-Team daher. Als Zuschauer ist man schon auf eine gewisse Art und Weise gefangen von dieser Form einer moderneren Dokumentation.

Allerdings wird stellenweise mehr Wert darauf gelegt, das Team vorzustellen, als das eigentliche Problem zu schildern. Zudem wird der Weiße Hai fast als ein Schmusetier verkauft, was nun selbst auf Hai-Fans etwas irritierend wirkt. Offensichtlich legt man größten Wert darauf zu zeigen, was dieser Jäger nicht ist, statt auf das, was er eben ist. Anstatt mit dem Klischee vom blutgierigen Killer aufzuräumen, degradieren die Fotografen diese Raubfische immer wieder zu Angsthasen, wie zum Beispiel in der Szene, in der der Hai die gerade gerissene Robbe immer wieder umschwimmt. Mehrmals wird immer wieder betont, dass der Hai Angst hätte.

Es wird durchaus logisch sein, dass auch Haie mit der Zeit dazulernen und einen natürlichen Respekt vor gewissen Dingen entwickeln. Für die Filmcrew scheint dieses jedoch absolut nicht nachvollziehbar zu sein. Ein Hai ist ein Hai und damit ein Raubtier – dass müssen die Macher allerdings wohl erst während der Dreharbeiten lernen.

Dass es sich bei der überwältigenden Anzahl der Angriffe auf Menschen um Missverständnisse beiderseits handelt und viele immer noch das Hollywood-Klischee im Hinterkopf haben, ist schon lange bekannt, dafür hätte es diese Dokumentation nicht gebraucht, zumal die Macher auch keinerlei neue Erkenntnisse liefern. Dennoch aber sind die Bilder gelungen und lassen eine mystische Unterwasserwelt vor dem Zuschauer entstehen.

Alles in allem eine eher durchschnittliche DVD, deren großer Pluspunkt die wirklich gelungenen Unterwasseraufnahmen sowie eine wundervolle Dia-Show ist. Sollten die anderen beiden Dokumentationen ebenso aufgebaut sein, lohnt es sich allerdings nicht wirklich, soviel Geld auszugeben, zumal die einzelnen Episoden wohl auch bereits im Fernsehen gelaufen sind. (RSch)

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Expeditionen ins Tierreich – Abenteuer Ozean