Bei Amazon.deYellowstone – Legendäre Wildnis

Label: polyband Medien GmbH
Vertrieb: WVG Medien
FSK: Info-Programm gemäß § 14 JuSchG
System: DVD
Sprache: Deutsch DD 5.1/Englisch DD 5.1
Bildformat/Ton: 1:1,78/16:9
Mehrkanalton: Dolby Digital 5.1
DVD-Features: Featurette
Laufzeit: 135 Min.

Der Yellowstone-Nationalpark wurde 1872 gegründet und ist der älteste Nationalpark der Welt. Er ist Teil der Rocky Mountains und ein Ort der Extreme. In der BBC-Dokumentation „Yellowstone – Legendäre Wildnis“ dreht sich nun alles um die Flora und Fauna des Nationalparks. In drei Folgen – jeweils fünfundvierzig Minuten lang – werden dem Zuschauer fantastische Bilder gezeigt. Dabei besitzt jede Folge ein Kernthema.

Den Auftakt macht „Feuer und Eis“, hier wird der Nationalpark überwiegend in seinem Winterkleid gezeigt. Dabei wird auch auf die klimatischen und geographischen Besonderheiten eingegangen, die für extreme Winter sorgen. Vor allem die Tierwelt hat mit den Unbillen der Natur zu kämpfen. Besonders faszinierend sind dabei die Wölfe, die in Yellowstone leben und die Könige des Winters sind.

„Leben auf dem Vulkan“ ist die die zweite Folge auf der DVD und zeigt eindrucksvoll das Tier- und Pflanzenleben im Frühling und im Sommer. Dabei werden überraschende Einblicke gewährt, die man so kaum vermutet hätte. Besonders packend ist das Leben der Bären in Yellowstone und wie diese pelzigen Riesen selbst einer Geröllhalde noch etwas abgewinnen können.

In der abschließenden Folge „Zeit des Wandels“ konzentrieren sich die Macher vollends auf den Herbst und die Ereignisse, die dann das Leben im Park prägen. Der Zuschauer erfährt sehr eindrucksvoll, wie sich die Tiere auf den nahenden Winter vorbereiten oder aufbrechen, um Yellowstone zu verlassen. Hier kommt auch zum ersten Mal der Mensch ins Bild, der außerhalb des Nationalparks eine große Gefahr für die wandernde Tierwelt darstellt – denn diese hat ja keine Ahnung, dass sie ein geschütztes Gebiet verlässt. Dieser Abschnitt der Dokumentation ist spannend und traurig zugleich, denn die Eingriffe des Menschen in den Lebensraum der Tiere ist dramatisch.

Das Produktionsteam um die beiden Autoren und Regisseure Nathan Budd und Andrew Murray hat ganze Arbeit geleistet und herrliche Bilde eingefangen. Neben detailverliebten Nahaufnahmen gibt es epochale Landschaftsbilder, dynamische Tierbeobachtungen und farbenprächtige Aufnahmen von Pflanzen. Der Yellowstone-Nationalpark hat Einiges zu bieten und die Kameraleute John Aitchison, Spehen de Vere, Jeff Hogan, John Shier und Paul D. Stewart gaben sich redlich Mühe, wunderbare Aufnahmen zu machen. Schnell wird klar, wie anstrengend und zeitraubend die Aufnahmen gewesen sein müssen.

Besonders die Flugaufnahmen von Peter Davis sind hervorzuheben, die majestätisch anmuten und einem schier den Atem rauben. Imposante Felswände und Bergspitzen, einsame Spuren im Schnee, sich windende Flussläufe – man kommt kaum aus dem Staunen heraus. Was ebenfalls Staunen lässt, ist der exzellente Ton. Für den sind Mike Kasic, Jonny Crew und Tim Owens verantwortlich. Man glaubt beinahe, man würde sich tatsächlich nur wenige Zentimeter neben den Tieren befinden oder gar an einem der Bäche Yellowstones liegen. Sicherlich trägt auch die Tonmischung von Tim Bolt dazu bei.

Neben Ton und Bild, ist es aber auch die Musik die begeistert. Imposant, klassisch und mächtig rundet sie die Dokumentation ab, erinnert zeitweise sogar an prominente Soundtracks wie „Der Herr der Ringe“. Immerhin stammt die Musik von Edmund Butt, der mit seinen Soundtracks vor allem in TV-Serien vertreten ist. Als Beispiel mag die TV-Reihe „Merlin“ dienen oder auch die Serie „Life on Mars“. In „Yellowstone – Legendäre Wildnis“ sorgt vor allem seine Musik für die richtigen Emotionen.

Für die deutsche Bearbeitung zeigt sich Heinz Leger verantwortlich und als Sprecher agiert souverän Otto Clemens. Die ausdrucksstarke und einprägsame Stimme des Wiener Schauspielers und Sprecher führt durch die ganze Dokumentation und kleidet die spannenden Bilder in fesselnde Worte. Sehr gelungen umgesetzt.

Auch technisch ist die DVD sehr gut ausgestattet. Das Bild ist exzellent und farbenprächtig. Der Ton liegt in Deutsch und  Englisch vor, jeweils in Dolby Digital 5.1. Leider gibt es keinen Untertitel für Hörgeschädigte.

Bei den Extras auf der DVD wurde ein wenig geknausert. So gibt es eine kleine Sammlung an Trailern, in denen weitere Dokumentationen vorgestellt werden. Wirklich spannend sind aber nur die drei kurzen Reportagen, über die Leute, die bei den Dreharbeiten mitgeholfen haben. Porträtiert werden dabei Jeff Henry und Mike Kasic. Henry wird auch der Snowman genannt und ist im Winter dafür verantwortlich die Dächer der Parkgebäude zu räumen. Was auf den ersten Blick harmlos klingt, ist Tatsächlich eine gefährliche Arbeit. Kasic hat sich dagegen den Spitznamen Fishman verdient. Bewaffnet mit Taucherbrille und Schwimmflossen springt er ins Wasser, folgt der Strömung und spielt mit den Forellen. Beide Porträts sind sehr spannend gestaltet und lassen ein wenig auch Kritik an der aktuellen Klimasituation durchblicken.

Die dritte Mini-Reportage dreht sich dagegen um die Geysir-Gucker – Menschen, deren Hobby und Lebensaufgabe es ist, die Geysiere des Yellowstone-Nationalparks zu beobachten und Meldung zu machen, sobald sich etwas regt.

„Yellowstone – Legendäre Wildnis“ ist eine klasse, aufschlussreiche und auch bildgewaltige Dokumentation in drei Teilen. Die DVD wird der Doku vollkommen gerecht und ist eine klare Empfehlung!

(Günther Lietz)

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