20 30 40: Liebe hin – Liebe her (DVD)

– Darsteller: Anthony Wong, Sylvia Chang, Rene Liu, Angelica Lee
– Regie: Sylvia Chang
– Musik: Kay Huang
– Buch: Sylvia Chang
– Produktion: Hongkong / Taiwan / Japan 2004
– Label: Sony Pictures
Zusatzinformationen:
• Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Bildformat: 16:9, 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 108 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 21. Juni 2005
DVD Features:
• Making of

Sylvia Chang’s Episodenfilm „20 30 40“ schildert die Geschichten von drei Frauen unterschiedlichen Alters. Angelica Lee („The Eye“) spielt die zwanzigjährige Xiao Jie, die aus der malaysischen Provinz in die taiwanesische Großstadt Taipeh kommt, wo sie eine Sängerkarriere starten will. Mit ihrer Gesangspartnerin Tong Yi (Kate Yeung) aus Hongkong bezieht sie ein Hotelzimmer und wartet bis ihr schräger Musikproduzent (Anthony Wong) damit fertig ist, ihr einen Song auf den Leib zu schreiben. Dabei entstehen zwischen den beiden Mädchen leichte homoerotische Spannungen…

Rene Liu spielt die dreißigjährige Stewardess Xiang Xiang, die in ihrem Leben viele Männer hat, aber damit nicht glücklich ist. Denn für ihre größtenteils verheirateten Gespielen ist sie nur die Geliebte…

Regisseurin Sylvia Chang spielt schließlich selbst die vierzigjährige Mutter Lily, die einen Blumenhandel betreibt und dabei eines Tages entdecken muss, dass ihr Mann eine zweite Familie hat, eine zweite Frau und ein zweites Kind. Sie lässt sich scheiden und stürzt sich um die Trennung zu verdrängen kopfüber ins Singleleben…

Das Besondere an Sylvia Changs Film liegt in der Vorbereitung. Sie hat ihre beiden Schauspielkolleginnen Angelica Lee und Rene Liu die Storys für ihren jeweiligen Charakter selbst entwickeln lassen und daraus mit ihrem Co-Autor Cat Kwan und ihrer Co-Autorin GC Goo Bi das Drehbuch gezimmert. Dadurch, dass eine Frau aus der jeweiligen Generation die Story für den jeweiligen Charakter schreiben ließ, wollte sie wohl eine möglichst hohe Authentizität erreichen.

Dies ist allerdings nur streckenweise gelungen. „20 30 40“ gerät zum Nachteil, dass die Autoren viel zu oft auf typische Klischees setzen, die Geschichten damit phasenweise vollpacken. Das schadet dem Film merklich und drängt viel zu oft die guten Ideen in den Hintergrund.

Man hat sich gar keine Mühe gegeben, die Geschichten zu verknüpfen. Zu Beginn werden alle drei Frauen am Flughafen von Taipeh vorgestellt, wo sie sich aus unterschiedlichen Motiven aufhalten. Zwischendrin kreuzen sich noch ein paar Mal ihre Wege, doch sie nehmen sich nicht gegenseitig wahr. Die Verbindung zwischen den Geschichten ist also eher auf der Storyebene zu suchen, dreht es sich doch im Endeffekt bei allen Geschichten um Liebe und Beziehungen.

Ein weiterer interessanter Bezugspunkt ist die Rolle des Telefons, vor allem des Handys. Dabei besitzt Letzteres nur eine der drei Frauenfiguren, nämlich Xiang Xiang, die dafür gleich eine ganze Reihe von Handys hat. Es scheint so als hätte sie für jeden ihrer Liebhaber ein eigenes Mobiltelefon. Lily hat zwar kein Handy, dafür hat ihr Mann aber eines. Es ist das Symbol für die Entfremdung der beiden, telefoniert ihr Mann doch die ganze Zeit während sie neben dran steht und zum Beispiel die schweren Koffer vom Band der Gepäckausgabe am Flughafen hebt. Xiao Jie, das Mädchen aus der Provinz, hat schließlich auch kein Handy, muss zum Telefonieren sogar in die Telefonzelle. Allgemein ist das Verhalten der drei Frauen, wenn sie telefonieren, wenn neben ihnen jemand telefoniert oder wenn Xiang Xiang das richtige Handys sucht (oder eins wegschmeißt), sehr interessant zu beobachten. Mimik und Gestik der Frauen sind hier meist ausdrucksstärker und vermitteln mehr als es viele Dialoge des Films schaffen.

Das liegt auch an der größten Stärke von „20 30 40“, den Darstellern. Durch die Bank weg agieren diese sehr lebensnah. Neben den Frauen überzeugen vor allem auch Tony Leung Ka Fai („Der Liebhaber“) und Anthony Wong in einer sehr schrägen Rolle als langhaariger Musikproduzent.

Die sicherlich vorhandenen positiven Aspekte schaffen es aber nicht „20 30 40“ zu dem starken Film zu machen, der er hätte werden können. Zu oft schlagen dann doch die Klischees zu, als zu belanglos erweisen sich einige Szenen. Eine Empfehlung kann trotzdem noch ausgesprochen werden, vor allem Frauen, die sich im Bereich der drei beschriebenen Generationen bewegen (und wohl auch die Zielgruppe des Films sind), könnten daran gefallen finden.

(c) 2005 by Björn Becher

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20 30 40: Liebe hin – Liebe her
Liebe hin – Liebe her / 20:30:40 [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]