Adventureland

Sprache: Deutsch (DTS 5.1), Türkisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1), Französisch (DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Türkisch, Griechisch, Bulgarisch, Arabisch, Rumänisch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 107 Minuten
Studio: Touchstone
Erscheinungstermin: Juni 2010

Regisseur: Greg Mottola
Darsteller: Jesse Eisenberg, Ryan Reynolds, Kristen Stewart, Martin Starr, Margarita Levieva

James Brennan (Jesse Eisenberg) kommt gerade frisch vom College und freut sich auf die bevorstehende Europareise. Allerdings stellt sich heraus, dass die finanzielle Lage der Brennans ziemlich angespannt ist. Damit James wenigstens an die von ihm bevorzugte Universität gehen kann, nimmt er im nahen Freizeitpark Adventureland einen Job an. Anstatt zu den erhofften Fahrgeschäfte, kommt er zu den Spielbuden.

Der anfänglich trostlose Job wird für James nach kurzer Zeit sehr spannend. Er lernt die hübsche Em (Kristen Stewart) kennen und schließt Freundschaft mit seinen Kollegen. Allgemein ist der Sommer im Adventureland eine wichtige Lektion für James auf den Weg hinein ins Erwachsenenleben …

„Adventureland“ ist eine Hommage an die Coming-of-Age-Movies der 80er Jahre und spielt auch in dieser Zeit. Behandelt wird das Heranwachsen der Protagonisten, das Verlassen der Kindheit und der langsame, oft auch schmerzhafte Übergang zum Erwachsenen. Die Ideen und Träume weichen der Realität, die Unbeschwertheit macht der Verantwortung Platz. Diese Erfahrungen macht James von einem Augenblick zum anderen, als seine Zukunftsträume zu platzen drohen. Doch gleichzeitig bieten sich auch neue Möglichkeiten und Blickwinkel. Und so erfährt James seine erste große Liebe – was wiederum mit schmerzhaften Erkenntnissen verbunden ist.

Regisseur Greg Mottola hat mit seiner Adoleszenzkomödie „Superbad“ bereits gute Erfahrungen gemacht. Allerdings funktioniert „Adventureland“ ein wenig anders, kommt ruhig, stellenweise verschlafen daher. Vielleicht liegt es daran, dass James das Alter-Ego von Mottola darstellt, der in den 80er Jahren einen Sommer lang seine Brötchen ebenfalls in einem Freizeitpark verdiente. So wirkt der Film oft mehr wie eine leicht verschwommene Erinnerung, in der bestimmte Punkte sehr klar oder gar überzogen hervortreten – wie das bei Erinnerungen nun einmal so ist.

Jesse Eisenberg („Zombieland“) und Kristen Stewart („Twilight“) bilden in „Adventureland“ den Mittelpunkt der Handlung. Denn trotz den kleinen schrägen Einfällen und Geschichten am Rande, handelt es sich um eine tiefgründige Liebesgeschichte. Zwar existiert eine tiefe Zuneigung zwischen James und Em, doch gleichzeitig müssen sich beide auch erst einmal selbst finden, bevor sie den Versuch wagen können, zueinander zu finden. Glücklicherweise umgeht Mottola die Gefahren in seichte Gewässer oder reine Comedy abzudriften. Nein! Stattdessen präsentiert er handfeste Unterhaltung mit nostalgischem Charme. Eisenberg und Stewart gelingt es hervorragend diesen Balanceakt zu meistern.

Der nostalgische Charme wird vor allem durch die hervorragende Musik der 80er beschworen, die ständig zu hören ist. Diese Oldies sind stimmungsbildend und sorgen dafür, dass der Streifen überhaupt funktioniert. Dazu gehört aber auch die lockere und schrille Lebensart, sowie die bunten und blondierten Modesünden. All das findet sich in „Adventureland“. Mottolas Reise zurück in der Zeit ist einfach gelungen.

Neben den traurigen und ergreifenden Augenblicken, gibt es natürlich auch die lustigen Momente, die den Zuschauer laut auflachen lassen. Dazu gehört vor allem die Darbietung von Kristen Wigg und Bill Hader, die einige sehr starke Szenen haben. Dennoch bleibt die Comedy stets weit genug im Hintergrund, um dem Charakterspiel das Feld zu überlassen.

„Adventureland“ ist ein gelungener kleiner Film, der großen Spaß macht. Vor allem der Blick in eine längst vergangene Zeit weckt in älteren Semestern wehmütige Erinnerungen und gibt Teenagern einen wagen Einblick, wie diese Erinnerungen aussehen.

Auch die Blur-ray ist eine schöne Sache. Bild und Ton sind tadellos. Die Musik kommt in DTS gut zur Geltung. Neben der gelungenen deutschen Synchronisation stehen die Tonspuren auch noch in Englisch, Türkisch und Französisch zur Verfügung.

Auch das Bonusmaterial kann sich sehen lassen. Neben zusätzlichen Szene und dem obligatorischen Making of, gibt es noch die Audiokommentare von Mottola und Eisenberg, die sehr unterhaltsam sind. Exklusiv auf der Blu-ray finden sich dann auch noch „Frigos Grapschattacken“ (ein Running Gag aus dem Film), „Lisa Ps Guide zur 80er Mode“ und „Willkommen im Adventureland“. Es handelt sich dabei um nette Dreingaben, die recht unterhaltsam sind.

Zusammengenommen ist „Adventureland“ eine kleine und feine Komödie über die erste Liebe und das Erwachsenwerden, garniert mit viel guter Musik.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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