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Noch relativ frisch auf dem Markt, ist in Deutschland die erste Staffel der französischen Erfolgsserie “Call My Agent!” erschienen, die im Original “Dix pour cent” (10%) heißt. Damit spielt der Titel auf die übliche Provision an, die eine Künstleragentur von ihrem Klienten erhält. Ob “Call My Agent!” zur internationalen Vermarktung ein besserer Titel ist, sei dahingestellt. Die deutsche DVD-Fassung der ersten Staffel ist zudem lieblos zusammengebaut.

Haken wir die schlechten Dinge im Vorfeld schnell ab. Das Case, in dem beide DVDs liegen, ist schlicht gestaltet. Leider gibt es kein Wendecover. Das Menü der DVDs ist langweilig, es gibt keine Untertitel und während der französische Serientitel zwanghaft schlecht übersetzt wurde, sind alle Episodentitel auf den DVDs naturbelassen, will heißen, im französischen Original zu finden. Der Ton liegt nur in Dolby Digital 2.0 vor, da es aber keine großartigen Toneffekte gibt, ist das zwar fade, aber kein großes Problem.

Soviel zu den Äußerlichkeiten, nun geht es an die inneren Werte. Und die sind es ja, die schlussendlich zählen. Dank einer hervorragenden Synchronisation, können diese auch ohne Kenntnisse der französischen Sprache ins Auge gefasst werden.

In “Call My Agent!” wird die Geschichte einer kleinen pariser Künstleragentur erzählt, die weitgehend aus einem Chef und ihm vier untergebenen Agenten besteht. Weitere Angestellte spielen hierbei erst einmal nur kleinere Rollen, ebenso ein Hund. Vom Aufbau her wird hier gewohnt dreigleisig gefahren. Es gibt in jeder Folge einen neuen Künstler, um den sich gekümmert werden muss. Es gibt die Querelen der Agenten untereinander und es gibt die privaten Probleme der einzelnen Agenten. Jede der Episoden ist nach diesem Muster gestrickt. Entgegen dem us-typischen Einheitsbrei, wird hier allerdings mit einer französischen, gar europäischen Sicht an die Dinge herangegangen. Und das ist eine Wohltat, da fürs übliche TV zwar etwas ungewohnt, aber im Ganzen doch sehr vertraut.

Ein Besonderheit der Serie – und ihre größte Stärke – ist die Beteiligung unterschiedlicher französischer Künstler, die sich ironisch und überzogen selbst spielen. Somit gibt es in jeder einzelnen Episode zumindest einen Gastauftritt. Da Anfangs die großen Stars Angst hatten, die Zuschauer könnten die Selbstironie falsch verstehen, gibt es in der ersten Staffel hierzulande eher unbekannte Künstler zu sehen, diese aber stets brillant in Szene gesetzt und mit großer Spielfreude agierend. Ein wahres Fest!

So ist im Piloten Cécile De France zu bewundern, die charmant bodenständig den Versuchungen Hollywoods ausgesetzt ist und sich schon mal mit dem Motorroller durch Paris fahren lässt. Einen Tick genialer ist sogar noch das Mutter-Tochter-Gespann Nathalie Baye und Laura Smet, die in ihrer Episode das Angebot bekommen, endlich gemeinsam zu drehen, garniert mit einem grandiosen Metawitz während einer Fahrstuhlfahrt zum Ende hin. Köstlich!

Dagegen fällt die eigentliche Besetzung der Agentur eher ab. Diese besteht aus den vier Agenten Andréa (Camille Cottin), Mathias (Thibault de Montalembert), Gabriel (Grégory Montel) und Arlette (Liliane Rovère) der Künstleragentur ASK. Deren Chef Samuel (Alain Rimoux) ist übrigens (leider) schnell vernachlässigbar.

Bereits in der ersten Episode ist schnell zu merken, dass es den Hauptdarstellern und ihren Figuren schwer fallen wird, die Sympathien Zuschauer zu erobern. Denn es sind weitgehend keine netten Menschen und es ist fraglich, wie mit solchen Leuten eine Künstleragentur betrieben werden kann. Ernsthaft: Entweder sind sich die vier spinnefeind oder reden nicht miteinander. Das erzeugt dann zwar Drama, aber auf Kosten der Sympathie. Es dauert sehr lange, um mit den Figuren warm zu werden und zu erkennen, dass es auch nette Züge an ihnen gibt und sogar so etwas wie Kompetenz. Aber kein Chef würde solch einen Haufen einstellen, um erfolgreich eine Firma zu führen.

So ist Andrea rücksichtslos ehrgeizig und stets auf ihren Vorteil bedacht. Kollegen auszuspionieren gilt ihr als probates Mittel. Mathias ist ehrgeizig und intrigant, möchte am liebsten die Agentur übernehmen und seine uneheliche Tochter Camille (Fanny Sidney) auf Distanz halten, die allerdings auf Teufel komm raus die Nähe ihres Vaters sucht und dabei billigend in Kauf nimmt, seine Karriere zu zerstören.

Von der eher netten Sorte ist dagegen Gabriel, der sich immens um seine Klienten sorgt. Allerdings ist er eher verpeilt, feige und inkompetent, wirkt oft wie ein Wurm ohne Rückgrat. Er ist sozusagen die wandelnde Komplikation der Serie.

Den Abschluss bildet dann Arlette, die den Part der Bodenständigen übernimmt, den der Altersweisen, die mit ihrem lustigen Hund Jean Gabin das Herz der Tierfreunde erwärmt. Im Grunde genommen bleibt diese Figur eher blass.

Unterm Strich glänzt die Serie vor allem dann, wenn die Gastdarsteller sich selbst spielen und wenn die Künstleragenten zusammenarbeiten und sich gegen eine Bedrohung von Außen wehren. Die internen Zwistigkeiten und Grabenkämpfe sind dagegen eher störend und hinterlassen einen faden Beigeschmack.

Am Ende bleibt zu sagen, dass “Call My Agent!” einen ambivalenten Eindruck hinterlässt, mit einer wohlwollenden Tendenz zu guter und angenehmer Unterhaltung. Dahingehend macht die erste Staffel auch eine entsprechende Entwicklung durch, so dass am Ende ein versöhnlicher Gesamteindruck entsteht und der Wunsch nach mehr. Etwas Frankophilie oder Offenheit für Serien mit europäischem Charme kann dabei allerdings nicht schaden. Trotz einiger Abzüge in der B-Note bleibt eine klare Empfehlung!

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