Das Opferlamm

Originaltitel: Cordero de Dios
Erscheinungsort und -jahr: Frankreich, Argentinien 2008
Regie: Lucía Cedrán
Produzent: Lita Stantic
Schauspieler: Mercedes Morán, Jorge Marrale, Leonora Balcarce, Malena Solda, Juan Minujín, Ariana Morini
Musik: Sebastián Escofet

Länge: ca. 88 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Studio: Les Films d\’Ici, Goa Films, Lita Stantic Producciones
Vertrieb: Icestorm Revolution

Tonformate: Spanisch Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9

Bonusmaterialien:
– Clips aus dem Film (ca. 6 min.)
– Biographie von Regisseurin Lucía Cerdón (Texttafeln)
– Trailer

Original mit Untertitel aus einem lateinamerikanischem Land, eine persönliche Tragödie verknüpft mit politischen Begebenheiten der späten Siebziger – kann das funktionieren?

Argentinien 2002 – Der Großvater von Guillermina (Leonora Balcarce) wird entführt. Um das Lösegeld aufzutreiben, bittet sie ihre Mutter Teresa (Mercedes Morán) aus dem Pariser Exil zurückzukehren. Teresa kommt tatsächlich nach Argentinien, doch sie hat keineswegs die Absicht alles ihr Mögliche zu unternehmen, um ihren Vater aus den Händen der Entführer freizukaufen. Es kommt deswegen zum Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Nur langsam kann sich Teresa öffnen und die Ereignisse des Jahre 1978 reflektieren und verarbeiten, die zum Bruch mit ihrem Vater und der Flucht aus Argentinien führten …

Lucía Cedrán hat mit „Das Opferlamm“ einen sehr eindringlichen Film geschaffen, der einen Einblick in die politischen Zustände Argentiniens gibt. Das ist auch von großer Bedeutung, um überhaupt Verständnis für die Thematik zu schaffen. Zum Einen die gesellschaftlichen und zum Anderen die politischen Verhältnisse Argentiniens, sind für deutsche Zuschauer fremd. Ein Film fernab der üblichen Strömungen hat dadurch einen schweren Stand. Hinzu kommt, dass Icestorm den Film im spanischen Original auf den Markt bringt und nur mit deutschem Untertitel versieht. Dadurch wird „Das Opferlamm“ unzugänglich für den gemeinen Zuschauer und limitiert willkürlich sein Publikum.

Dabei hat es der Film in sich. In „Das Opferlamm“ wird eine eindringliche, dramatische Geschichte erzählt. Im Mittelpunkt steht dabei keineswegs die Handlung, sondern die Charaktere. Vor allem der Generationenkonflikt ist spannend dargestellt: Großvater, Tochter und Enkelin – diese Konstellation steckt voller Kraft und gleichzeitig auch Leid. Besonders die Situation zwischen Teresa und ihrem Vater ist emotional fesselnd und nimmt den Zuschauer mit auf eine Gefühlsreise. Zu Beginn scheinen die verhärteten Fronten deutlich zu sein, doch mit jeder Minute wächst das Begreifen und das Verständnis für die Personen. Schlussendlich bleibt die Frage nach der eigenen Entscheidung, um die Geschichte endgültig bewerten zu können.

Die Darsteller zeigen eine hervorragende Leistung und die Figuren wirken jederzeit authentisch. Besonders  Leonora Balcarce hebt sich hervor, gilt sie doch als Bindeglied zwischen Vater und Tochter, kann die Motivation ihrer Mutter keinesfalls nachvollziehen. Und dennoch setzt auch bei ihr das Begreifen ein … Schwer zu spielen, aber Leonora Balcarce gelingt dieses Meisterstück.

„Das Opferlamm“ ist ein gelungener Film. Unterhaltsam, packend und tiefsinnig. Es ist eine dramatische Geschichte, die auch nach dem Ende noch beschäftigt und für Verständnis und Vergebung wirbt.

Die DVD selbst ist dabei Unterdurchschnittlich. Die sogenannten Extras sind vernachlässigbar. Dafür kommt der Ton in gutem Dolby Digital 2.0 daher und auch das Bild weißt keine großen Fehler auf. Für einen ruhigen Film allemal ausreichend. Der deutsche Untertitel ist gut zu lesen und hat angenehmes Tempo. Trotzdem, da es viele und spannende  Dialoge gibt, wäre eine gute Synchronisation willkommen.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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