Renn, wenn Du kannst

Darsteller:
Robert Gwisdek (Benjamin)
Anna Brüggemann (Annika)
Leslie Malton (Benjamins Mutter)
Michael Sens (Cellolehrer)
Daniel Drewes (Arzt)
Jacob Matschenz (Christian)
Franziska Weisz (Mareike)

Regie: Dietrich Brüggemann

EAN: 4047179555081
Untertitel: Englisch.
Laufzeit ca. 116 Minuten.
TV-Norm: SDTV 576i (PAL).
Sprachversion: Deutsch, DD 5. 1, Deutsch, DD 2. 0 Stereo.

Produktionsjahr: 2010.
Schnitt: Vincent Assmann
Regie: Stefan Schubert, Ralph Schwingel, Sabine Holtgreve
Kamera: Alexander Sass Mit Jacob Matschenz, Franziska Weisz, Anna Brüggemann
Indigo

DVD-Video

Mit freundlicher Unterstützung von Save.TV

KLAPPENTEXT:
Benjamin (Robert Gwisdek) sitzt im Rollstuhl. Er ist intelligent, witzig und verzweifelt. Die Liebe kommt für Ben nicht in Frage, das erklärt er zumindest seinem neuen Zivi Christian. Christian (Jacob Matschenz) nimmt das Leben leicht: Er wird ein halbes Jahr bei Ben bleiben und dann seiner Wege gehen. Annika (Anna Brüggemann) studiert Cello, doch das Musikstudium und der gnadenlose Zwang zu Perfektion lasten schwer auf ihr. Die drei werden Freunde. Zu dritt erschaffen sie sich eine eigene Welt aus Sehnsucht und Phantasie. Dann verlieben sie sich, denn natürlich wollen beide Jungs mehr von Annika als nur Freundschaft. Annika kann sich nicht entscheiden – sie mag Christian und seine Verspieltheit, aber die stärkere Verbindung hat sie eigentlich zu Ben. Was für alle drei wie ein Spiel beginnt, wird für Ben eine Reise zu seinen größten Ängsten, in Abgründe, aus denen er allein nicht mehr herausfinden wird.

BESPRECHUNG:

Devinitiv einer der besten Filme zum Thema Umgang mit Behinderten und der Lebensrealität. Ich habe den Film jetzt im TV anschauen können und tat dies nur aus Liebe zu meiner Freundin, die den Film gerne mit mir zusammen anschauen mochte. Jetzt bin ich froh, dass er mir zuteil wurde, denn alleine hätte ich sicherlich einen ziemlich großen Bogen um dieses Thema gemacht. Man kennt ja so einige Produktionen, die bemüht sind, ihr bestes zu geben und dabei IMMER versagen. Das mag vielleicht daran liegen, dass man ganz genau darauf achtet “politisch korrekt” zu agieren oder – als andere Schiene – darauf pfiff. Beides ist unerträglich für einen interessierten, intelligenten Zuschauer.

Ganz anders der vorliegende Film: Auch ihm gelingt es nicht ganz, sich völlig solcher Manierrismen zu entziehen, die sich einfach anbieten, oder besser: anbiedern bei dem Thema. Aber dennoch kommt der vorliegende Film recht gut damit zurecht und weiß eine angenehme Ausgeglichenheit zwischen Ausgelassenheit und Ernsthaftigkeit zu wahren ohne bieder zu werden. Der Film hat genau dann die besten Momente, wenn nicht gesprochen wird, wenn kleine Gesten mehr sagen als große Worte. Auch die wohl einzigartige Szene, in der es um den Beischlaf geht zwischen einem Rollstuhlfaher und einer jungen Frau, ist grandios und versteckt sich nicht hinter höflichen Floskeln, sondern zeigt, was Sache ist, was eine solche Situation für Mühen, körperlich wie seelisch, erfordert.

Für mich ist dieser Film eine Offenbahrung und sollte uns “Nichtbehinderte” mal innehalten lassen und uns klarmachen, welches Geschenk wir besitzen, sowas nicht durchmachen zu müssen. Vielleicht ist es Demut, womit mich der Film zurück läßt. Und Dankbarkeit.

Copyright (C) 2014 by Detlef Hedderich

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