Produzent: Kanjiro Sakura
Darsteller: Akihito Yagi, Tatsuya Naka, Yuji Suzuki, Takayasu Komiya, Yasuto Kosuda
Musik: Naoki Sato
Altersfreigabe/FSK: ab 12 Jahren

Spieldauer ca. 92 Min.
Kuro-Obi, Japan, 2007
Constantin-Film, München
www.constantin-film.de

Karate ist keine Angriffswaffe sondern eine Technik des Widerstands und der Selbstverteidigung. Als im Jahr 1932 der Großmeister eines Dojos stirbt, müssen seine Schüler selbst entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen. Der kämpferische und vergleichsweise aufbrausende Taikan unterstellt sich der Armeepolizei. Fortan leitet er, begleitet vom dritten Schüler Choei, das Karatetraining der Soldaten.

Giryu, der versucht dem Nichtangriffsweg des Meisters zu folgen, verliert einen Kampf und wird von einer jungen Bäuerin, ihrem Vater und dem kleinen Bruder gesund gepflegt. Erst als die junge Frau von Verbrechern verschleppt wird, beginnt er, die Lehre des Meisters zu hinterfragen.

Während Taikan diverse Kämpfe ausficht und sich dadurch glaubt zu verbessern, gibt sich Giryu der Landwirtschaft und seinen Übungen hin. Choei, der bereits am Anfang schwer am Arm verletzt wird, folgt Taikan auf dessen Weg und ist so eine Art schlechtes Gewissen für den Kämpfer. Choei versucht, Taikan immer wieder auf den Weg des Meisters zurück zu leiten. Schließlich ist es auch Choei, der vom Meister den schwarzen Gürtel, den Kuro-Obi, mit dem Auftrag bekam, ihn nur an einen würdigen Nachfolger zu übergeben!

Die Frauenhändler paktieren mit dem Kommandanten der Soldaten, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis Taikan und Giryu wieder aufeinander treffen.

„Black Belt“ ist ein Film, der in den Hauptrollen nicht mit Schauspielern sondern mit Karatermeistern besetzt ist und echtes Karate zeigen will. So wird auch im „Making of“ argumentiert – und angesichts der begeisterten Kritiken diverser Karatekämpfer muss man wohl auch annehmen, dass dies gelungen ist.

Als Freund von Actionfilmen und in Erwartung akrobatischer (Show-) Kämpfe wird man von diesem Film jedoch enttäuscht. Zu schnell, unspektakulär und wohl auch bis zu einem gewissen Grad realistisch sind die Kämpfe. Andererseits hört und sieht man im Karate-Special der „Extras“ dann Aussagen wie: So würde man diesen Tritt eigentlich nicht abwehren. Was natürlich die Realität der Kampfszenen wieder etwas in Frage stellt.

Die eigentliche Geschichte des Films und die Entwicklung der beiden Hauptprotagonisten schreiten geradlinig und ebenso unspektakulär wie die Kämpfe voran. Sämtliche Nebenfiguren sind entweder nur gut oder nur böse, einzig Giryu beinhaltet als Charakter ein gewisses Spannungspotential. Er hat die Möglichkeit, sich zwischen den verschiedenen Wegen, die ihm sein Meister mit dem Karate eröffnete, zu entscheiden.

Dass der Schlusskampf zwischen den beiden – ehemaligen – Schülern in Schwarz-Weiß gezeigt wird, kann eventuell als Hervorhebung des Gut-Böse-Kontrasts gesehen werden. Den Zuschauer lässt dieser ‚Effekt’ auf jeden Fall erstmal nach der Fernbedienung greifen, um zu sehen, ob sich irgendwelche Einstellungen geändert haben oder der Fernseher kaputt ist.

Die „Extras“, das „Making of“ und das „Karate-Special“, zeigen, insbesondere im Zweitgenannten, sehr schön, wie die verschiedenen Kampfszenen vorbereitet wurden und verdeutlichen die Karatefähigkeiten der Akteure. Und das gelingt dieser einen Stunde Zusatzmaterial besser als dem Film selbst.

Wie schon erwähnt scheint dieser Film sein Publikum eher bei den Karatebetreibenden und Fans von Kampfkunst an sich zu finden. Der Unterhaltungsfaktor ist für reine Actionfans zu gering und die Handlung letztlich zu vorhersehbar und eindimensional, um wirklich an den Bildschirm zu fesseln. (ft)

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Black Belt