Genre: Action, Abenteuer
FSK: ab 16 Jahre
Laufzeit: 152 Minuten

Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan, David S. Goyer
Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Sir Michael Caine, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Aaron Eckhart, Morgan Freeman

Produktion: USA 2008
Produktionsfirmen: Warner Bros. Pictures, Legendary Pictures, DC Comics, Syncopy
Produzent: Christopher Nolan, Charles Roven, Emma Thomas

Die Geschichte um den dunklen Ritter Gotham Citys wird fortgeführt, doch was bleibt 2008 vom ursprünglichen „Dark Knight“ …?

Batman (Christian Bale) stellt sich erfolgreich dem Verbrechen in Gotham City und räumt unter den Kriminellen ordentlich auf. Dabei wird er zum Helden der Stadt und die Selbstjustiz durch den kostümierten Helden zu keinem Zeitpunkt hinterfragt. Doch was Batman im Schutze der Dunkelheit für die Stadt erreicht, erreicht Bezirkstaatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) im Namen des Gesetzes. Der Mafia sind beide Männer ein Dorn im Auge. Da kommt ein mysteriöser Krimineller namens Joker gerade recht. Anfangs verachtet, ist er schlussendlich der einzige Ausweg für das organisierte Verbrechen.

Der Joker räumt ordentlich auf, kennt keine Skrupel, ist unberechenbar und ein Irrer ohne Gnade. Tatsächlich gelingt es ihm Batman beinahe an die Öffentlichkeit zu zwingen – doch Harvey Denkt springt in die Bresche und es gelingt der Polizei den Joker zu stellen. Aber dieser trickst die Justiz erneut aus, nimmt Bruce Waynes geliebte Freundin Rachel Dawes (Maggie Gyllenhaal) als Geisel und stellt Batman eine Falle, in der auch Dent zu Schaden kommt und bitterliche Rache schwört …

Batman ist und bleibt in seiner Rolle als Dunkler Ritter von Gotham City ein Ausnahmeheld. Wo andere Superhelden mittels ihrer Superkräfte das Böse in die Knie zwingen, verlässt sich Bruce Wayne auf seine Bildung, sein Training und sein Vermögen. Er ist ein normaler Mensch, doch voller Ehrgeiz und psychologisch gestört. Die Paraderolle für Christian Bale, der Batman nun zum zweiten Mal spielt – unterschrieben hat er bisher für insgesamt drei Filme.

Christopher Nolan – Regisseur, Autor und Produzent – gibt seinem Batman dabei neue Aspekte, lässt sich den dunklen Ritter neu erfinden. Erinnert man sich an die Batman-Filme von Tim Burton, so wurde Wayne dort als düsterer und traumatisierter Held gezeichnet, beinahe schon eine mitleiderregende Gestalt ohne Hoffnung. Nolans Batman ist dagegen aktueller und der Neuzeit angepasst, ein moderner Held, der die Massen in die Kinos lockt. Dabei geht einiges vom Charme des ursprünglichen Batmans verloren, doch die Figur wurde im Laufe ihrer Comickarriere oftmals neu definiert. Puristen werden jedoch nachdenklich sein, angesichts des neuen alten Superhelden Gotham Citys.

Allerdings weiß Nolans Batman zu gefallen und Bales Darstellung ist hervorragend. Gekonnt setzt er den – noch – nach Hoffnung strebenden Charakter Waynes um, zeigt auf, dass noch Licht am Ende des Tunnels ist und vollführt glaubhaft die Wandlung zum desillusionierten Batman, der fortan einsam seine Runden in der Nacht zieht. Ein Batman, der sich seine eigenen Feinde heranzieht – und hier folgt Nolan wieder der Comicvorlage.

Aber vor allem Batmans Gegenspieler steht im Fokus des Films: Der Joker, hier gespielt von Heath Leadger. Dieser verstarb unter tragischen Umständen kurz nach Ende der Dreharbeiten und seine Darstellung des Jokers gilt quasi als unübertroffen. Unbeachtet des frühen Todes Leadgers, steht im Film nur seine Darstellung des Jokers auf dem Prüfstand. Und auch hier zeigt sich, dass Nolan einige Kernelemente der Figur über-, aber auch radikale Änderungen vornahm.

Wie auch Batman, muss sich ebenfalls Joker der Realität und Neuzeit stellen, wird das Comicelement mehr unter den Teppich gekehrt und die Science Fiction ausgepackt. Während Batman logisch nachvollziehbar aufrüstet, büßt Joker sein Jokergas (auch als Smilex bekannt) ein und benutzt in „The Dark Knight“ Messer jeglicher Größe und Form, um ein Grinsen ins Gesicht seiner Opfer zu zaubern – was dann auch mit ihrem Tod endet. Jokers eigenes Dauergrinsen scheint ebenfalls von Schnittwunden zu stammen, dazu die obligatorische Schminke. Trägt der traditionelle Joker noch Anzug und Hut, so ist Nolans Joker moderner, ein ungewaschener, verschwitzter Krimineller, der – wie Batman – keine besonderen Fähigkeiten besitzt, sondern durch sein Genie zu triumphieren weiß.

Vergleiche zur Joker-Darstellung von Jack Nichols sind daher wie ein Vergleich zwischen Birnen und Äpfeln. Nichols Joker war eng an der Comicvorlage, Leadgers Rolle ist zeitgemäß. Im diabolischen Vergleich punktet jedoch Nichols, denn Heath Leadger wirkt als Joker zwar bedrohlich, aber selten teuflisch. Auch sein Tod erhebt ihn nicht in den Darstellerolymp, in dem ihn seine Fans gerne sehen würden. Traurig, aber wahr, denn die subjektive Wunschvorstellung des kommerziellen Hollywoods schmälert damit die hervorragende Leistung Leadgers.

Die Darstellerriege in „The Dark Knight“ ist jedenfalls beachtlich. So gibt Sir Michael Caine den Butler Alfred und Morgan Freeman ist als Lucius Fox zu sehen. Beides eher kleinere, aber dennoch feine Rollen. Das gilt auch für Gary Oldman, der in der Rolle von Lt. James Gordon agiert.

Die weibliche Hauptrolle wird von Maggie Gyllenhaal übernommen, die hier eine exzellent Rachel Dawes zum Besten gibt. Maggie Gyllenhaal, mal wieder äußerst bezaubernd und anziehend, bildet ein starkes Gegengewicht in dem Dreiecksverhältnis Wayne, Dawes und Dent. Allerdings sind die Beziehungsparts manchmal ein wenig lang geraten und dabei leider auch langweilig. Die Liebschaft zwischen Bruce und Rachel wird förmlich kaputtgespielt und ist in diesem Ausmaß für den Film von nur wenig Belang.

Gleiches gilt für das pathetische Blabla zum Thema Verantwortung eines Superhelden und moralische Aufgaben und Pflichten. Der Zuschauer weiß schnell, wie Batman gestrickt ist und erwartet von einem Superhelden einfach moralische Integrität – und trotzdem wird es mehrmals wiederholt, bis es auch die letzte Person verstanden hat. Das führt ebenfalls zu ungewollten Längen.

Glücklicherweise reißt Aaron Eckhart mit seiner Darstellung von Harvey Dent vieles wieder raus. Seine Art ist einfach erfrischend und seine Wandlung vom Helden zum Bösewicht ist verdammt überzeugend. Die Maskenbildner haben natürlich einiges dazu beigetragen und auch die Tricktechnik ist vom Feinsten. Nolan zeigt in „The Dark Knight“, wie sich gutes altes Handwerk und moderne Technik ergänzen können, denn die Tricks und die ganzen Actionsequenzen sind überwältigend.

Und Action gibt es wahrlich genug, denn ständig geschieht etwas, explodieren Dinge oder kracht es laut aus allen Ecken. Dazu der wundervolle Score von Hans Zimmer und James Newton Howard, der einfach stimmig und packend ist.

Auch die deutsche Synchronisation ist eine klasse Sache. Die Sprecher verleihen den Charakteren beim übertragen ins Deutsche stimmliche Farbe und unterstützen das Charakterspiel. Vor allem Batman und Joker kommen erstklassig herüber und machen einfach Spaß.

Weniger Spaß macht dagegen der Schnitt. Obwohl der Film ab 16 freigegeben ist, gibt es oftmals Sequenzen, in denen Nolan lieber einen harten Schnitt setzt, als die endgültige Brutalität eines Jokers zu zeigen. Man darf gespannt sein, wie sich der Schnitt in einer späteren DVD-Veröffentlichung präsentiert. Nun, da der Joker trotz allem ein bedrohlicher Mistkerl ist, kann man das aber verschmerzen.

„The Dark Knight“ ist ein klasse Film, der ordentlich rummst und viel Spaß macht – er ist eine gelungene Bereicherung des Batman-Universums.

(c) Copyright 2009 by Günther Lietz

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