… und dann kam Polly (DVD)

– Darsteller: Ben Stiller, Alec Baldwin, Jennifer Aniston, Philip Seymour Hoffman, Debra Messing
– Regie: John Hamburg
– FSK: 6
– Musik: Theodore Shapiro
– Buch: John Hamburg
– Produktion: USA 2004
– Label: Universal Pictures (Universal)
Zusatzinformationen:
• Sprachen: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch
• Bildformat: 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 86 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 8. Juli 2004
DVD Features:
• Deleted Scenes
• Outtakes
• Making Of
• Rudolfo in Hollywood
• Audiokommentar von Regisseur John Hamburg

Man nehme Ben Stiller, einen nackten Franzosen, ein blindes Wiesel, zwei weibliche Seriendarstellerinnen und Philipp Seymour Hoffman, fertig ist ein bunter Mix aus vielen Möglichkeiten gepaart mit wenig kreativem Risiko, so dass eine letztendlich nebensächliche Handlung in knackigen 90 Minuten zur soliden Abendunterhaltung wird. Für die Filmfigur Reuben Feffer (Ben Stiller), Risikoanalytiker eines Versicherungsunternehmens, ein jederzeit kalkulierbares Risiko, schließlich hält mit John Hamburg ein Mann mit Komödienerfahrung die Zügel in der Hand.

Solide erzählt ist die beiläufige Geschichte in jedem Fall, bedarf es nicht allzu viel Konzentration der vorhersehbaren Romantik-Komödie um die ‚Gegensätze-ziehen-sich-an’-Theorie durchaus belustigende Momente abzugewinnen. Dabei geht es um Reuben und sein kompliziertes Liebesleben, das er doch – wie seinen restlichen Alltag auch – geradezu peinlich genauer Planung unterstellt hat. Ins Wanken gerät seine organisierte Welt nur, als seine frisch angetraute Ehefrau Lisa (Debra Messing) noch während der Flitterwochen mit dem nächstbesten Tauchlehrer und Hobby-Nudisten Claude (Hank Azaria) in die Kiste hüpft.

Chaos. Katastrophe. Und ausgerechnet dann tritt Polly Prince (Jennifer Aniston) in Reubens traumatisierte Singlewelt. Es bleibt bis zuletzt unklar warum sich beide zueinander hingezogen fühlen, vielleicht liegt es an Reubens RDS (Reizdarmsyndrom), Pollys blindem Wiesel, seiner Unfähigkeit zu tanzen, ihrer Angst vor festen Bindungen? Jedenfalls, werden die zwei ziemlich schnell ein Paar ohne anfangs viele Gemeinsamkeiten zu entdecken, aber es kommt, wie es eigentlich kommen muss. Gegensätze ziehen sich an.

Im Grunde entwickelt der Film keinerlei echtes Konfliktpotenzial, kratzt gleichbleibend an der Oberfläche des Erzählten und schert sich darüber hinaus um seine eigene dürftige Handlung, deren Konsistenz in vielerlei Hinsicht amerikanische Fernsehserien kopiert. Es mag daran liegen, dass mit Jennifer Aniston und Debra Messing gleich zwei Tv-Stars („Friends“ und „Will&Grace“) zentrale Rollen des Films besetzen, aber über weite Strecken hinweg erreicht Along Came Polly nicht einmal das nahliegende Fernsehformat.

John Hamburg inszeniert seinen Film weitestgehend harmlos, seltsam uninspiriert und oftmals unter den Möglichkeiten der vorhandenen Ideen, denn allzu viele Szenen verpuffen ziemlich wirkungslos. Ben Stiller ist immer noch nur dann witzig, wenn er stringent versucht Charaktere zu spielen, die sich selbst in ihrem Innern verdammt Ernst nehmen und gar nicht erst den Versuch unternehmen ulkig zu sein. Auch hier existieren solche Elemente, gibt es in der Figur des Reuben ebendiese Stiller-typischen Eigenschaften, die allerdings nur manchmal zu tatsächlich gelungenen Gags verleiten. Philipp Seymour Hoffmans Part dagegen ist in vielfacher Hinsicht komisch. Die Rolle von Reubens bestem Freund Sandy Lyle, ist einer dieser verschrobenen Charaktere jeder aktuellen Komödie mit einigen guten, allerdings auch sehr befremdlichen Auftritten als selbstüberschätzender Schauspieler.

Along Came Polly ist solide, witzig, beschwingt, aber doch zu harmlos, um echte Lacher zu produzieren. Die Geschichte an sich birgt wenig Interessantes und so bleibt am Ende nicht viel übrig. „Ganz nett“, trifft es da wohl noch am besten, „Ganz gut“ ist Along Came Polly nur bedingt. Überdurchschnittliche Unterhaltung mit bewährten Zutaten, doch ohne den besonderen Kick. Für Reuben Feffer wohl ein Projekt dessen Risiko an den Kinokassen äußerst kalkulierbar bleibt, denn Ben Stiller ist immer noch ein verlässlicher Komödiengarant.

(c) 2004 by Patrick Joseph

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… und dann kam Polly