Vampire Diaries – Staffel 1.1

Produktion: USA (2009)
Episodenlänge: jeweils ca. 40 Minuten
Erstausstrahlung: 10. September 2009 (USA) auf The CW
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 20. Januar 2010 auf ProSieben

Idee: Kevin Williamson, Julie Plec, L. J. Smith (Romanvorlage)
Musik: Michael Suby
Darsteller: Nina Dobrev, Ian Somerhalder, Paul Wesley

Format: PAL
Sprache: Ungarisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1), Polnisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Türkisch, Griechisch, Polnisch, Portugiesisch, Ungarisch, Rumänisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Warner Home Video – DVD
Erscheinungstermin: 22. Oktober 2010
Spieldauer: 403 Minuten

Vampirgeschichten erfreuten sich schon immer großer Beliebtheit und morbide Erzählungen sorgen beim Zuschauer stets für ein angenehmes Gruseln. Und seit den Twilight-Romanen von Stephenie Meyer (und vor allem deren erfolgreichen Verfilmungen) erleben Vampire in der jugendlichen Zielgruppe ein Hoch wie nie zuvor. Also liegt es nahe eine Teenager-Vampir-TV-Serie zu produzieren. Als Grundlage dient dazu die Jugendbuchreihe von Lisa Jane Smith: „The Vampire Diaries“. Diese weist übrigens in groben Zügen einige Ähnlichkeit mit Meyers Romanen auf, in Bezug auf die romantische Konstellation und das jugendliche Auftreten der Vampire. Allerdings erschienen Smith‘ Romane zu einem viel früheren Zeitpunkt.

In „Vampire Diaries“ geht es nun darum, dass der Vampir Stefan Salvatore in seine alte Heimat Mystic Falls zurückkehrt, um dort auf die High-School zu gehen. Das scheint heutzutage ein beliebtes Hobby unter Vampiren zu sein. Aber Stefan kann es sich auch leisten, denn er ist jugendlich, attraktiv und hat schöne Haare. Und er hat einen Zauberring. Damit umgeht er das lästige Problem mit dem Sonnenlicht.

An der Schule lernt er nun Elena kennen. Sie verlor ihre Eltern bei einem Autounfall und lebt nun bei ihrer jungen und attraktiven Tante. Elenas trauriges Erlebnis passt hervorragend zu Stefans düsterem Geheimnis. Und auch Elena ist attraktiv und hat schöne Haare. Ein Traumpaar. Da Stefan auf menschliches Blut verzichtet und Elena wie seine Ex-Freundin aussieht, steht der Liebe zwischen einem Teenager und einem älteren Mann nichts mehr im Wege.

Leider sieht das Stefans Bruder Damon ganz anders. Damon hat einen coolen Namen, ist jugendlich, attraktiv und hat ebenfalls schöne Haare. Und ebenfalls einen seltenen und kostbaren Zauberring. Er ist ziemlich mächtig und will Stefan überreden, sich wieder den dunklen Freuden eines Vampirs hinzugeben. Dazu geht er über Leichen und bald stellt sich heraus, dass Stefans einstige Liebe auch Damons einstige Liebe war. Allerdings kommt er damit gut klar und spürt keine Gelüste, sich sexuell an Elena zu vergehen. Ihm würde ihr Blut reichen, aber Stefan beschützt natürlich seine Liebste.

Dieses jugendliche und attraktive Trio mit den schönen Haaren steht nun im Mittelpunkt der Serie, zu der die Drehbücher aus der Feder von Kevin Williamson („Scream – Schrei!“, „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, „Dawson’s Creek“) stammen. Der Mann kann gut schreiben und weiß was seine Zielgruppe will. Er ist genau der richtige Autor, um eine schmalzige Teenagerserie für junge Mädchen zu schreiben, die gerne attraktive Vampire anschmachten. Und damit auch ein paar Jungs einschalten, gibt es ebenfalls schöne Mädchen und die ein oder andere Actionszene.

Teenie-Horror-Serien an sich sind schon eine Sache, die ihr Publikum brauchen. „Vampire Diaries“ schränkt die mögliche Auswahl stark ein und ist primär auf eine junges, weibliches und romantisch veranlagtes Publikum aus. Sozusagen die Lieblingsopfer des modernen Kino- und TV-Vampirs. Im Grunde genommen ist das ziemlich passend. Fragen nach der tatsächlichen Logik sollten jedenfalls am Eingang abgegeben werden, denn immerhin ist die Serien in sich selbst schlüssig und nachvollziehbar. Und sie bemüht natürlich alle romantischen Klischees, um Mädchenherzen im Sturm zu erobern. Das ist in Ordnung, denn jede Generation hat ihre Idole, Helden und Vorbilder.

„Vampire Diaries Staffel 1.1“ enthält auf zwei DVDs nur die erste Hälfte von Staffel Eins. Hier wird erzählt wie sich Elena und Stefan kennenlernen, ineinander verlieben und sich gegenseitig ihre Geheimnisse offenbaren. Auch Damon stößt hinzu und offenbart im Laufe der Episoden die wahren Hintergründe seines Erscheinens, was schlussendlich zu einem kleinen Finale führt. Zum Ende hin kristallisiert sich allerdings ein neues Geheimnis heraus. Das lässt vom Aufbau her die Vermutung zu, dass die Staffel bereits für eine Veröffentlichung in zwei kleinen Boxen geplant war. Im dritten Quartal 2011 soll dann – voraussichtlich – auch die Gesamtbox Staffel 1 folgen.

Das schmalzige Grundthema ist eindeutig Geschmackssache. Obwohl es schon fragwürdig ist, wenn sich ein Teenager mit einem alten Mann einlässt, der als Massenmörder Leute zu Ader ließ und sich mit anderen alten Leuten umgibt, die noch immer als Massenmörder aktiv sind. Es ist auch fragwürdig, dass der alte Mann in seinem Jugendwahn nochmals zur Schule geht. Und nur weil er jetzt mit dem Morden aufhörte, macht es die bisherigen Morde keinesfalls ungeschehen. Doch solch tiefgründigen Überlegungen werden einfach beiseite geschoben.

Handwerklich ist die Serie jedenfalls gut gemacht. Es gibt tolle Aufnahmen, spannende Szenen, klasse Musik und die Darsteller sind überaus talentiert. So seicht die Unterhaltung auch sein mag, sie besitzt einen beinahe magischen Sog. Je näher sich der Zuschauer an der Zielgruppe befindet, um so stärker ist dieser Sog, um so schwerer kann sich diesem entzogen werden.

Wer Vampire der alten Schule sucht oder moderne Vampirgeschichten mit Ironie gezuckert mag, der ist hier fehl am Platze. Wer dagegen dem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist und eine moderne Variante des Grundthemas sucht, der sollte einen Blick wagen.

Die technische Ausstattung der DVD-Box ist jedenfalls gut. Der Ton liegt in vier Sprachen (Ungarisch, Deutsch, Englisch, Polnisch) vor und kommt in Dolby Digital 2.0 daher. Das ist vollkommen ausreichend. Zudem gibt es noch Untertitel in Türkisch, Griechisch, Polnisch, Portugiesisch, Ungarisch und Rumänisch. Das 16:9-Bild bietet satte Farben und einen guten Kontrast. Leider gibt es kein Bonusmaterial, was ein richtiger Wermutstropfen ist. Einige Hintergrundinformationen zur Serie wären sicherlich sehr spannend gewesen. Unterm Strich ist „Vampire Diaries Staffel 1.1“ für den Fan der Serie und des Themas eine gute Sache.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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